Exegese: Vom Sämann (Mk 4, 2-9; Mt 13, 3-9; Lk 8, 4b-8)


Seminararbeit, 2003

20 Seiten, Note: 2


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Begründung der Textauswahl

2. Übersetzungskritik

3. Quellenkritik
3.1 Die Zwei-Quellen-Theorie
3.2 Der Synoptische Vergleich
3.2.1 Synoptischer Vergleich von Matthäus, Markus und Lukas

4. Form- und Gattungskritik
4.1 Form- und Gattungsbestimmung
4.2 Der „Sitz im Leben“

5. Traditionskritik

6. Redaktionskritik
6.1 Die Redaktionskritik des Matthäus

7. Sach- und Begriffskritik

8. Hermeneutische Frage

Literaturverzeichnis

1. Begründung der Textauswahl

Ich habe mich für ein Gleichnis als Text meiner Exegese entschieden, da ich die bildhafte Sprache der Gleichnisse als sehr anschaulich betrachte. Abstrakte oder schwer erklärbare Sachverhalte können transparenter dargestellt werden, und erscheinen einem plötzlich ganz klar. Selbst heutzutage werden in jeder Predigt Gleichnisse benutzt, um verschiedene Dinge zu erklären, oder sie zumindest verständlicher zu machen. Ich habe auch persönlich gute Erfahrungen im Umgang und mit der Arbeit an Gleichnissen gemacht. Schon als Kind im Konfirmanden- und Religionsunterricht haben mich die Erzählungen Jesu fasziniert.

Die Gleichnisgeschichte vom Sämann habe ich ausgesucht, weil sie mir persönlich gut gefällt, und ich mir vorstellen kann sie auch im Unterricht zu verwenden. Sie verdeutlicht, wie unterschiedlich die „Saat“ Jesu bei den Menschen ankommt. Manche hören die Botschaft Gottes, doch bleibt sie wirkungslos bei ihnen, da sie sich zu sehr um andere Dinge bemühen. Gerade bei Jugendlichen in der Pubertät ist dies der Fall. Einige sind vielleicht interessiert an der Guten Nachricht, doch sie schämen sich dies zuzugeben, weil sie meinen es sei „uncool“. Da solche Jungendlichen später zu meinem Klientel gehören, finde ich diese Geschichte sehr wichtig, und ich möchte diese Exegese deshalb auch nicht nur schreiben, weil ich sie schreiben muss, sondern auch weil ich denke, dass die erarbeiteten Inhalte mir später als Unterrichtsmaterial dienen können.

Der Einfachheit halber benutze ich nur die männliche Form (z.B. „Hörer“ oder „Leser“). Jedoch schließt das auch immer die Frauen mit ein.

2. Übersetzungskritik

In diesem Kapitel werden drei verschiedene Bibelübersetzungen miteinander verglichen, da mir die nötigen Griechischkenntnisse fehlen, und ich die Perikope nicht selber übersetzen kann. Gegenübergestellt werden die Übersetzungen der Bibelstelle Mt. 13, 3b-9 aus

a. der Bibel nach der Übersetzung von Martin Luther[1]
b. der Zürcher Bibel[2]
c. der Evangelien-Synopse der Einheitsübersetzung[3]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Bei den Übersetzungen fällt auf, dass die Synopse in den Versen 3 bis 8 genauer und ausführlicher beschreibt. Hier heißt es gleich am Anfang er sprach lange ...in Form von Gleichnissen. Darauf folgt ein neuer Satz Er sagte: Ein Sämann ging aufs Feld. Bei der Zürcher Bibel (und ähnlich bei der Luther Bibel)heißt es dagegen verkürzt er redete zu ihnen vieles in Gleichnissen und sprach: Siehe, der Sämann ging aus. Hierbei wird auch eine unterschiedliche Interpretation deutlich, nämlich in dem einen Fall, dass Jesus vieles in Gleichnissen erzählt (Zürcher und Luther Bibel), bzw. dass er lange erzählt (Synopse).

In den Versen 4 bis 7 werden bei der Luther und bei der Zürcher Übersetzung nur teilweise andere Formulierungen gewählt, wie z.B. einiges bei Luther und etliches, bzw. anderes bei der Zürcher Bibel. Bei der Lutherübersetzung wuchsen die Dornen empor, bei der Zürcher wuchsen sie auf. In Vers 4 ist die Evangelien-Synopse etwas genauer, und zwar durch die Erwähnung ein Teil der Körner anstatt etliches bei der Zürcher Bibel, bzw. einiges bei der Luther Bibel. Genauso verhält es sich mit den folgenden Versen bis einschließlich Vers 8. So heißt es Ein anderer Teil (Synopse) anstatt Anderes (Zürcher) oder erstickten die Saat (Synopse) anstatt erstickten es (Zürcher).

Bei Vers 5 fällt auf, dass bei der Luther Übersetzung die Saat bald aufging, bei der Zürcher Übersetzung sogleich und bei der Synopse sofort. Man könnte das so interpretieren, dass bei der Luther und der Zürcher Übersetzung die Saat noch einige Zeit brauchte um aufzugehen, wohingegen sie bei der Synopse auf der Stelle (gleich, sofort) aufging. Jedoch wird der Sinn der Geschichte dadurch nicht verändert.

Noch ein kleiner Unterschied besteht darin, dass Vers 6 bei der Zürcher Übersetzung und bei der Synopse durch ein Semikolon abgetrennt ist, bei Luther jedoch durch einen Punkt Vers 6 als neuer Satz beginnt.

Vers 8 weist die größten Unterschiede auf. So beginnt z.B. die Synopse ausführlicher: Noch ein Teil schließlich, die Zürcher Bibel mit Noch anderes und die Luther Bibel mit Einiges. Hier heißt es dann weiter fiel auf gutes Land und trug Frucht im Gegensatz zu fiel auf den guten Boden und brachte Frucht bei der Zürcher (und ähnlich bei der Synopse). Wie vorher schon erwähnt benutzt auch hier Luther wieder einiges anstatt etliches und des weiteren hundertfach, sechzigfach und dreißigfach anstatt hundertfältig usw.

Genau wie in der Luther Bibel steht auch in der Synopse hundertfach usw. - bloß mit dem Zusatz teils und nicht einiges (Luther) oder etliches (Zürcher) - im Gegensatz zu hundertfältig usw. Trotz der Unterschiedlichen Formulierungen bleibt die Aussage jedoch identisch.

Vers 9 der Evangelien-Synopse entspricht den beiden anderen Übersetzungen.

Fazit

Obwohl die zu vergleichenden Bibeltexte dieselbe Erzählung innerhalb des Matthäusevangeliums behandeln, gibt es doch kleine Unterschiede in der Wortwahl und den Formulierungen. Ein Wort oder ein Ausdruck bietet mehr als nur eine Möglichkeit der Übersetzung. Wenn man nun die drei Texte genauer betrachtet, so fällt auf, dass die Evangelien-Synopse die ausführlichste Übersetzung ist.

Trotzdem werde ich im weiteren Verlauf meiner Exegese die Übersetzung nach Martin Luther verwenden. Diese habe ich bereits im Religionsunterricht kennen gelernt, weshalb mir die Form und Gestaltung dieser Texte vertraut ist.

[...]


[1] Das Neue Testament nach der Übersetzung Martin Luthers. Basisausgabe. Stuttgart: Deutsche Bibelgesellschaft. 2000 – im Folgenden als: Luther Bibel

[2] Die Heilige Schrift des Alten und Neuen Testaments. 21. Auflage. Zürich: Verlag der Zürcher Bibel. 1996 – im Folgenden als: Zürcher Bibel 3Evangelien-Synopse der Einheitsübersetzung. 4. Auflage. Wuppertal und Kassel: Oncken Verlag, Stuttgart: Verlag katholisches Bibelwerk.1997 – im Folgenden als: Evangelien-Synopse

Ende der Leseprobe aus 20 Seiten

Details

Titel
Exegese: Vom Sämann (Mk 4, 2-9; Mt 13, 3-9; Lk 8, 4b-8)
Hochschule
Westfälische Wilhelms-Universität Münster  (Institut für evangelische Theologie und ihre Didaktik)
Veranstaltung
Proseminar: Einführung in das wissenschaftliche Arbeiten am Neuen Testament
Note
2
Autor
Jahr
2003
Seiten
20
Katalognummer
V18420
ISBN (eBook)
9783638227742
Dateigröße
559 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Exegese, Sämann, Proseminar, Einführung, Arbeiten, Neuen, Testament
Arbeit zitieren
Helke Uphoff (Autor), 2003, Exegese: Vom Sämann (Mk 4, 2-9; Mt 13, 3-9; Lk 8, 4b-8), München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/18420

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