Ziel der vorliegenden Arbeit ist die Erforschung der Bedürfnisse und der Zahlungsbereitschaft der Endverbraucher von Verkehrsinformationen. Die Ergebnisse sollen als Basis für die nachfolgende Entwicklung neuer Dienste verwendet werden können und aufzeigen welche Stossrichtungen dabei zu verfolgen sind. Die zu erstellende Untersuchung soll dabei die Deutschschweiz abdecken und die Bedürfnisse der Verkehrsteilnehmer als Endverbraucher von Verkehrsinformationen im motorisierten Individualverkehr sowie im öffentlichen Verkehr erheben.
Für die Durchführung wurde ein explorative Untersuchungsdesign gewählt, welches einen quantitativen und qualitativen Teil umfasste. Im Rahmen der quantitativen Untersuchung wurden 700 Personen telefonisch befragt, im Rahmen der quantitativen Untersuchung wurden weitere 12 Personen in Form von Tiefeninterviews befragt.
Es wurde festgestellt, dass eine ausgeprägte Nachfrage nach Informationen zum Verkehrs-geschehen vorhanden ist, insbesondere im Bereich des Strassenverkehrs. Die Nachfrage hängt dabei von der jeweiligen Situation des Verkehrsteilnehmers ab und verändert sich je nach Zweck der Fahrt oder deren subjektiven Wichtigkeit. Weiter wurde nachgewiesen, dass Verbraucher im Bezug auf die Verkehrsinformation sehr hohe Qualitätsansprüche zeigen. Im Bezug auf die Zahlungsbereitschaft kann aufgrund der Untersuchungsergebnisse davon ausgegangen werden, dass bei einem Drittel der Verbraucher eine Bereitschaft besteht für Dienste im Bereich der Verkehrsinformation zu bezahlen. Die Finanzierung der Dienste durch Dritte wird von einer Mehrheit der Verbraucher akzeptiert.
Als Optionen auf der Basis der Ergebnisse bieten sich, neben der Verbesserung bestehender Dienste, primär die Erschliessung neuer Verbreitungskanäle mit spezifischen Diensten sowie die Zusammenführung der Informationen zu den verschiedenen Verkehrsträgern in einem multimodalen Angebot an. Es kann davon ausgegangen werden, dass neue Angebote vom Markt angenommen und entsprechend nachgefragt werden, vorausgesetzt diese entsprechen den Bedürfnissen der Verbraucher und bringen den erwarteten Nutzen.
Inhaltsverzeichnis
1 Management Summary
2 Einleitung
2.1 Ausgangslage
2.1.1 Viasuisse AG
2.1.2 Besitzverhältnisse
2.1.3 Vision
2.1.4 Marktsegmente und Umsatzverteilung
2.1.4.1 B2B Aktionäre (Business to Business Aktionäre)
2.1.4.2 B2A (Business to Administration)
2.1.4.3 B2B Dritte (Business to Business Dritte)
2.1.4.4 B2C (Business to Consumer)
2.1.4.5 Umsatzverteilung
2.1.4.6 Geplante Entwicklung
2.1.5 Unternehmensstrategie
2.2 Problemstellung
2.3 Zielsetzung der Arbeit
2.4 Abgrenzung
3 Theoretischer Hintergrund und Bestimmungsfaktoren
3.1 Information und Informationsgüter
3.1.1 Information
3.1.2 Wissen
3.1.3 Informationelle Mehrwerte
3.1.4 Information als ökonomisches Gut
3.1.5 Informationsverarbeitung des Menschen
3.1.5.1 Wahrnehmung
3.1.5.2 Informationsbedarf
3.1.5.3 Informationsbeschaffung
3.1.5.4 Informationsaufnahme und -Verarbeitung
3.2 Akzeptanz und Vertrauen
3.3 Zahlungsbereitschaft
3.4 Verkehr und Mobilität
3.4.1 Relevante Grundbegriffe
3.4.1.1 Individualverkehr (IV)
3.4.1.2 Öffentlicher Verkehr (ÖV)
3.4.2 Verkehrsinfrastruktur/Verkehrsangebot
3.4.2.1 Strasseninfrastruktur
3.4.2.2 Schieneninfrastruktur
3.4.2.3 Angebot im öffentlichen Verkehr
3.4.3 Verkehrsaufkommen/Verkehrsnachfrage
3.4.3.1 Verkehrsaufkommen Strasse
3.4.3.2 Verkehrsnachfrage im Personenverkehr
3.4.3.3 Verkehrsnachfrage im Güterverkehr
3.4.3.4 Verkehrsnachfrage im öffentlichen Verkehr
3.4.3.5 Zeitliche Verteilung der Nachfrage MIV und ÖV
3.4.4 Verkehrsstörungen Strasse und ÖV
3.4.5 Zukünftige Entwicklung der Verkehrsnachfrage
3.5 Verkehrsinformation
3.5.1 Geschichte der Verkehrsinformation in der Schweiz
3.5.2 Wertkette der Verkehrsinformation
3.5.3 Arten und Ausprägung von Verkehrsinformationen
3.5.4 Verkehrstelematik
3.5.5 Verkehrsinformationsdienste
3.5.6 Klassifizierung von Verkehrsinformationsdiensten
3.5.7 Verkehrsinformationen im Strassenverkehr
3.5.7.1 Definition von Stau
3.5.7.2 Datenherkunft und -erhebung
3.5.7.3 Datenverarbeitung und -aufbereitung
3.5.7.4 Datenverbreitung
3.5.8 Verkehrsinformation im öffentlichen Verkehr
3.5.8.1 Technische Entwicklung
3.5.8.2 Datenherkunft und -erhebung
3.5.8.3 Datenverarbeitung und -aufbereitung
3.5.8.4 Datenverbreitung
3.5.9 Allgemeine Anforderungen an die Verkehrsinformationen
3.5.9.1 Anforderungen der Behörden
3.5.9.2 Anforderungen der Nutzer
3.5.10 Wirkung und Nutzen von Verkehrsinformationen
3.5.11 Angebot an Verkehrsinformationsdiensten in der Schweiz
3.5.11.1 Öffentliche Angebote
3.5.11.2 Kommerzielle Angebote
3.5.11.3 Zukünftige Entwicklungen
4 Methodologie
4.1 Vorgehensmodell
4.1.1 Phase 1: Vorbereitung und Planung
4.1.2 Phase 2: Research
4.1.3 Phase 3: Analyse und Ergebnisse
4.2 Verbraucherumfrage
4.2.1 Untersuchungsdesign
4.2.2 Untersuchungsbereiche
4.2.3 Quantitative Untersuchung
4.2.3.1 Befragungsart
4.2.3.2 Stichprobe
4.2.3.3 Fragebogen
4.2.3.4 Pretest
4.2.3.5 Durchführung der Umfrage
4.2.3.6 Datenanalyse und Interpretation
4.2.3.7 Angewendete statistische Verfahren
4.2.4 Qualitative Untersuchung
4.2.4.1 Stichprobe
4.2.4.2 Interviewleitfaden
4.2.4.3 Durchführung der Tiefeninterviews
4.2.4.4 Auswertung der Ergebnisse
5 Ergebnisse
5.1 Ergebnisse der quantitativen Untersuchung
5.1.1 Nutzungsgewohnheiten Verkehrsmittel
5.1.2 Nutzungsgewohnheiten Verkehrsinformationen
5.1.3 Informationsinhalte und inhaltliche Ausprägungen
5.1.3.1 Informationsinhalte
5.1.3.2 Inhaltliche Ausprägungen
5.1.4 Kanäle, Medien und Bezugsarten
5.1.4.1 Kanäle und Medien
5.1.4.2 Bezugsarten
5.1.5 Zeitpunkt des Nachfrage
5.1.6 Anlass des Nachfrage
5.1.7 Geforderte Qualität
5.1.8 Zahlungsbereitschaft und Finanzierung
5.1.8.1 Grundsätzliche Zahlungsbereitschaft
5.1.8.2 Akzeptanz von Abonnementen
5.1.8.3 Preisgestaltung
5.1.8.4 Akzeptanz der Finanzierung durch Dritte
5.1.9 Spezifische Dienste
5.2 Ergebnisse der qualitativen Untersuchung
5.2.1. Allgemeine Erkenntnisse
5.2.2 Gründe für Informationsnachfrage
5.2.3 Verhalten und Erfahrungen als Nutzer der Informationen
5.2.3.1 Nutzung der Kanäle zum Bezug der Informationen
5.2.4 Interesse Zukunft
5.2.5 Zusammenfassung
5.3 Mögliche Optionen für Viasuisse
5.3.1 Inhalte
5.3.2 Abdeckung
5.3.3 Qualität
5.3.4 Verbreitung
5.3.5 Funktionalität
5.3.6 Dienste
5.3.7 Finanzierung
5.3.8 Risikobeurteilung
6 Konklusion
6.1 Fazit
6.2 Weitere wichtige Erkenntnisse
6.3 Kritische Würdigung
6.4 Empfehlung
11 Anhang
11.1 National- und Hauptstrassennetz der Schweiz
11.2 Schienennetz der Schweiz
11.3 Belastungskarte Nationalstrassennetz
11.4 Zeitliche Verteilung der Verkehrsnachfrage
11.5 Level of Service für Autobahnen
11.6 Szenarien Personenverkehrsperspektiven Schweiz
11.7 Untersuchungsbereiche
11.8 Gewichtungstabelle quantitative Untersuchung
11.9 Fragebogen quantitative Umfrage
11.10 Break-Übersicht quantitative Untersuchung
11.11 Detailauswertungen zur Zahlungsbereitschaft
11.12 Interviewleitfaden qualitative Untersuchung
11.13 Kategoriensystem qualitative Untersuchung
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Bedürfnisse und die Zahlungsbereitschaft von Endverbrauchern im Hinblick auf Verkehrsinformationen. Das Ziel ist es, auf Basis der gewonnenen Erkenntnisse Strategien und Entwicklungspotenziale für neue Dienstleistungen im B2B-Bereich aufzuzeigen, um Viasuisse bei der Erschließung neuer Marktsegmente und der Sicherung zukünftiger Erträge zu unterstützen.
- Analyse der Informationsnachfrage von Verkehrsteilnehmern im motorisierten Individualverkehr und im öffentlichen Verkehr.
- Untersuchung der Zahlungsbereitschaft für verschiedene Arten von Verkehrsinformationsdiensten.
- Identifikation von Qualitätsanforderungen und bevorzugten Verbreitungskanälen aus Konsumentensicht.
- Erarbeitung von strategischen Optionen zur Weiterentwicklung des Dienstleistungsportfolios der Viasuisse.
- Evaluierung von Finanzierungsmodellen für neue Informationsdienste, insbesondere unter Berücksichtigung von Sponsoring.
Auszug aus dem Buch
3.1.4 Information als ökonomisches Gut
Information stellt in der heutigen Zeit ein wichtiges ökonomisches Gut dar, eine Definition dazu liefert Linde (2005, S. 7) mit der Feststellung “ein Informationsgut ist eine inhaltlich definierbare Menge an Daten, die von Wirtschaftssubjekten als nützlich vermutet wird“. Hintergrund dieser Aussage ist, dass die Nachfrager oder Benützer keine Informationen erwerben, sondern nur Daten, welche dann durch Verarbeitung zu Informationen und unter Umständen unter Berücksichtigung des situativen Kontext auch zu Wissen werden können.
Innerhalb der Informationsgüter, lassen sich Informationsprodukte und Informationsdienstleistungen unterscheiden, in jedem Fall handelt es sich bei Informationsgütern um immaterielles Güter (vgl. Linde, 2005, S. 8). Die Informationsprodukte und die Informationsdienstleistungen stellen in besonderem Masse ein Vertrauensgut dar. Das Vertrauen bezieht sich, als Ersatz für die Bewertbarkeit, vor allem auf die Quelle der Information (vgl. Hobohm, 1998, S. 37).
Eine Klassifikation der Informationsgüter lässt sich anhand der in der Volkswirtschaftslehre übliche Unterscheidung der verschiedenen Güterarten erstellen. Entsprechend der Wertschöpfungsstufe, innerhalb der sie eingesetzt werden, kann man zwischen Konsum- und Investitionsgüter unterscheiden. Die Art der Verwendung ermöglicht zudem die Abgrenzung zwischen Gebrauchsgütern (Software) und Verbrauchsgütern (Content). Informationsinhalte, (Content), haben den Status eines Verbraucherguts, da diese in der Regel nur einmalig oder in begrenztem Umfang genutzt werden. Gewisse Informationen wie zum Beispiel Marktinformationen unterliegen einer hohen Verdrängungsrate. Dies bedeutet, dass sie laufend neu produziert werden müssen, da sich zum Beispiel die Wechselkurse oder Börsennotierung laufend ändern (vgl. Linde, 2005, S. 8ff.).
Zusammenfassung der Kapitel
Management Summary: Bietet einen Überblick über die Viasuisse AG, die Zielsetzung der Arbeit, das gewählte Untersuchungsdesign (quantitativ und qualitativ) sowie die zentralen Erkenntnisse zu Bedürfnissen, Zahlungsbereitschaft und Handlungsoptionen.
Einleitung: Beschreibt die Ausgangslage der Viasuisse AG, ihre Marktsegmente und Unternehmensstrategie sowie die Problemstellung und Zielsetzung der Masterarbeit.
Theoretischer Hintergrund und Bestimmungsfaktoren: Führt in die Konzepte von Information, Wissen, Zahlungsbereitschaft sowie Verkehr und Mobilität ein und erläutert wichtige theoretische Modelle zur Informationsverarbeitung und Akzeptanzforschung.
Methodologie: Erläutert das Vorgehensmodell, das explorative Untersuchungsdesign sowie die konkrete Durchführung der quantitativen Umfrage und der qualitativen Interviews.
Ergebnisse: Präsentiert und analysiert die Erkenntnisse aus der quantitativen und qualitativen Untersuchung und leitet daraus konkrete Handlungsoptionen für Viasuisse ab.
Konklusion: Fasst die Ergebnisse zusammen, würdigt die Arbeit kritisch und spricht abschließende Empfehlungen für das weitere Vorgehen aus.
Schlüsselwörter
Verkehrsinformation, Viasuisse, Zahlungsbereitschaft, Mobilität, Endverbraucher, Informationsbedarf, Marktanalyse, Verkehrstelematik, Nutzerverhalten, Dienstleistungsentwicklung, B2B, Sponsoring, Verkehrsmanagement, Qualität, Navigationsdienste.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Masterarbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht die Bedürfnisse und die Zahlungsbereitschaft der Endverbraucher von Verkehrsinformationen, um Viasuisse bei der Entwicklung neuer, marktfähiger Dienstleistungen zu unterstützen.
Welche zentralen Themenfelder behandelt die Studie?
Sie deckt die Bereiche Informationswissenschaft und -ökonomie, Verkehrsverhalten, Marktanalyse für Verkehrsinformationsdienste sowie Methoden zur Erhebung von Zahlungsbereitschaft ab.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das primäre Ziel ist es, die Bedürfnisse und das Informationsverhalten von Endverbrauchern (Autofahrer und ÖV-Nutzer) zu verstehen und darauf basierend Stossrichtungen für neue Geschäftsmodelle zu identifizieren.
Welche wissenschaftliche Methode wurde für die Datenerhebung verwendet?
Es wurde ein exploratives Untersuchungsdesign gewählt, das eine quantitative telefonische Befragung von 700 Personen sowie eine qualitative Untersuchung mittels 12 Tiefeninterviews umfasste.
Was wird im Hauptteil der Arbeit analysiert?
Der Hauptteil analysiert theoretische Grundlagen der Informationswirtschaft, das Verhalten von Verkehrsteilnehmern und präsentiert die detaillierten Ergebnisse der Umfragen zu Nutzungsgewohnheiten, Qualitätserwartungen und Zahlungsbereitschaft.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Verkehrsinformation, Zahlungsbereitschaft, Nutzerbedürfnisse, Viasuisse und Marktentwicklung charakterisieren.
Was ist eine zentrale Erkenntnis bezüglich der Zahlungsbereitschaft für Verkehrsinformationen?
Die Studie zeigt, dass etwa 41 % der befragten Endverbraucher unter bestimmten Bedingungen bereit wären, für Verkehrsinformationen zu bezahlen, wobei Sponsoring als Finanzierungsmodell von einer Mehrheit akzeptiert wird.
Wie unterscheidet sich die Informationsnachfrage zwischen MIV und ÖV laut der Arbeit?
MIV-Nutzer zeigen eine stärkere Nachfrage nach Störungsmeldungen aufgrund der hohen Unsicherheit im Strassenverkehr, während ÖV-Nutzer eher an verlässlichen Fahrplaninformationen interessiert sind.
- Citar trabajo
- Simon Maurer (Autor), 2010, Bedürfnisse und Zahlungsbereitschaft der Endverbraucher von Verkehrsinformationen, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/184313