Die Stimmung in „Wie wenn am Feiertage...“ von Friedrich Hölderlin und in „Melancholie“ von Gottfried Benn

Stimmungslyrik


Seminararbeit, 2010

21 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einführung

Der Stimmungsbegriff im Diskurs der ästhetischen Theorie

Die Stimmung in Hölderlins „Wie wenn am Feiertage...“

Die Stimmung in Benns „Melancholie“

Das Spiel mit dem Mythos

Bibliographie

Einführung

Die Theorien, welche auf dem Bestehen verschiedener Epochen in der deutschen Dichtung und in der Dichtkunst überhaupt, sowie auf Klassifizierungen derselben wie „Stimmungslyrik“ oder „Gedankenlyrik“ beharren, basieren auf einem bestimmten analytischen Schema. Falls ein Gedicht aus dem 18. Jahrhundert über das alte Griechenland in Hexametern verfasst wurde, ist das entsprechende Werk selbstverständlich als klassisch einzuordnen. Wenn in einem nur wenig später geschriebenen Gedicht Worte wie „ein rosenroter Schimmer fliegt“ oder „Sehnsucht“ vorkommen, muss man nicht lange nachforschen - das Werk ist sicherlich in der Romantik entstanden.[1] Ein derartiges wissenschaftliches Vorgehen funktioniert oft nach dem Prinzip einer selbsterfüllenden Prophezeiung. Ein Beispiel dafür ist Walther Killys Feststellung, die Stimmungslyrik sei in ihren letzten Tagen trivial gewesen. Um diese These bestätigt zu sehen, braucht Killy lediglich die unbedeutendsten Verse einiger Autoren zu zitieren.[2] Eine solchermaßen durchgeführte Analyse greift jedoch zu kurz.

Die Neigung, über die Stimmungslyrik als einer abgeschlossenen Periode der deutschen Poesie zu sprechen, kann fast naiv genannt werden, da schon die philosophische Diskussion über den Stimmungsbegriff in den Geisteswissenschaften bis heute nicht abgeschlossen ist.[3] Aufgrund der fehlenden Definition von „Stimmung“ als Ausgangspunkt für eine wissenschaftliche Analyse, haben sich unterschiedlichste Ansätze herausgebildet. Die theoretische Einteilung in Kunstepochen und Kunstgattungen verdrängt dabei oft die vielleicht wichtigste Eigenschaft jeder Kunst, nämlich die fundamentale und kontinuierliche Wandelbarkeit ihrer Grundmotive. Dementsprechend kann man gleichermaßen behaupten, dass Stimmung schon immer ein integraler Bestandteil von Lyrik war.

Die These über eine unendliche Metamorphose von Stimmungslyrik in verschiedenen Epochen der deutschen Dichtung wird in dieser Arbeit anhand zweier Gedichten untermauert, zwischen deren Entstehung etwa 150 Jahre liegen und in denen sich nichtsdestotrotz überraschende thematische Ähnlichkeiten finden lassen: Hölderlins „Wie wenn am Feiertage...“ (1800) und Gottfried Benns „Melancholie“ (1954).

Der Stimmungsbegriff im Diskurs der ästhetischen Theorie

Stimmungen gehören zu Empfindungen. Im Gegensatz zu Gefühlen sind sie jedoch nicht konkret auf einen Gegenstand gerichtet. Anders gesagt stehen Stimmungen in Verbindung zu Kognitionen, während Gefühle zu Handlungen führen. Ein in diesem Zusammenhang immer wieder aufgegriffenes Beispiel für den Unterschied zwischen Gefühl und Stimmung ist der Unterschied zwischen Furcht und Angst. Obwohl wir sprachlich mit beiden Begriffen das Gleiche ausdrücken können, ist die Angst per definitionem objektunbestimmt.[4] Angst kann man haben, während man sich vor etwas fürchten muss. Diesen Gedankengang weiterführend, kann man sagen, dass Gefühle Stimmungen präzisieren. Eine Stimmung der Feierlichkeit schließt womöglich mehrere Gefühle ein, wie Stolz, Glück, Hoffnung, sogar Müdigkeit.

Gleichzeitig sind Stimmungen mit Atmosphären verbunden. Man kann über die Atmosphäre vor einem Sturm berichten oder die Stimmung auf einer Versammlung als verlogen oder skeptisch verstehen. Auf eine gewisse Weise „gestimmt“ oder gelaunt kann man sowohl alleine sein und dadurch die Umgebung entsprechend wahrnehmen, als auch in Gesellschaft, wobei die Stimmung da eine kommunikative, sozial vereinigende Rolle spielen kann. Abgesehen von pathologischen Ausnahmen wie zum Beispiel Schizophrenie kann man feststellen, dass Stimmungen vereinheitlichend wirken. Sie sind wie emotionale Glocken, die eine Landschaft, eine Gruppe von Subjekten oder eine Einzelperson umschließen.

Wenn man wissen will, auf welche Weise Stimmungen entstehen, muss man vor allem deren Eigenschaften festlegen. Mit dem Erkennen dieser Charakteristika sind wir als Künstler oder als Wissenschaftler in der Lage, eine Stimmung zu produzieren oder genau zu definieren. Was sind also die Regeln, nach denen eine bestimmte Stimmung entsteht?

Um diese Frage zu beantworten, empfiehlt es sich, zunächst die unterschiedlichen theoretischen Ansätze zum Stimmungsbegriff kurz darzustellen.

Das Wort „Stimmen“ stammt ursprünglich aus der Musiktheorie, wo es ein „In-Verhältnis-Setzen von Teilen“ mit dem Ziel der Harmonisierung von Instrumenten bezeichnet.[5] Diese Tatsache versetzte den Begriff der Stimmung in der deutschen Lyrik für immer in den unendlichen Raum der Metapher.

Es ist Kants Verdienst, den Begriff der Stimmung in die Philosophie eingeführt und dort verankert zu haben. In seiner Abhandlung über die Mitteilbarkeit des ästhetischen Urteils beschrieb er die Stimmung als Mittler zwischen dem Verstand und einer nicht kommunizierbaren Vorstellung von der Schönheit eines Gegenstandes. Aus der Betrachtung eines Objektes entstehe eine gewisse Stimmung, die sich auf den Verstand auswirke und das ästhetische Urteil mitteilbar, allgemein und gültig mache.[6]

Goethe definierte die Stimmung ähnlich. Er erfasste sie als „Einen verstandensten Ausdruck, […] ohne durch die Erkenntniskraft durchgegangen zu sein.“[7] Hier kann man das Potential der Stimmung als ästhetisches Ereignis erahnen, ebenso wie ihre Verwandtschaft zum Magischen. Anders ausgedrückt, wird Stimmung als ein Etwas definiert, das jeder klar empfinden, aber keiner genau erklären kann.

Die Wandelbarkeit des Begriffs ausnutzend, gab Schiller der Stimmung eine politische Bedeutung im Sinne einer ästhetischen Stimmung, welche das Ideal der menschlichen Freiheit ermöglichen sollte.[8] Humboldt gebrauchte den Terminus weder als Eintracht zwischen Erkenntnisvermögen noch als reine Möglichkeit zur Freiheit, sondern als „Einstellung gegenüber der Welt“, gepaart mit einer „Außensicht auf das Subjekt“.[9]

Obwohl dieser Diskurs im Laufe des 18. Jahrhunderts zu keiner feststehenden Definition des Stimmungsbegriffs führte, legte er wichtige Grundlagen für dessen weitere Analyse.

Im 19. Jahrhundert kam es zur einen scharfen Wende in Bezug auf das Verhältnis von Subjekt und Stimmung, die sowohl als „Wechsel verschiedener Stimmungen des Gemütes“ als auch als „die Resonanz des Alls in uns“ verstanden wurde.[10] Die Romantik gab dem Begriff eine neue Rolle. Hegel erklärte Stimmung zum „Innersten und Eigensten der Subjektivität“.[11] Die Stimmung wurde intim und es entstand ein erstes Konzept der Stimmungslyrik. Aus dieser theoretischen Wende kam die Frage nach der möglichen Mitteilbarkeit von Stimmungen, allerdings in Bezug auf die Äußerung (subjektiver) Einbildungskraft. Die neuen Eigenschaften des Begriffs, sein Bezug zum Unbewussten und seine Hermeneutisierung, betonten den Unterschied zwischen der Stimmung und ihrem Ausdruck.[12] In ihrem Streben nach der idealen poetischen Form, welche die reine, perfekte Stimmung gleichzeitig beschreiben und mittels Sprache, Farbe oder Ton auf das Publikum übertragen sollte, gelangten Künstler und Philosophen zu der schmerzhaften Einsicht, dass die Idee und ihre formale Verwirklichung nicht deckungsgleich sind, sondern sogar entgegengesetzte Sachverhalte darstellen können. Die Lösung dieses Problems ergab sich aus der überraschend einfachen Erkenntnis, dass zwischen Stimmung und Medium eigentlich kein Unterschied besteht, da das Medium immer eine Stimmung transportiert.[13]

Nichtsdestotrotz scheint es, dass die Diskussion an einem Punkt angelangt war, an dem eine „Inkongruenz zwischen Vorstellung und Trieb“ und „ein gebrochenes Selbstverständnis“ des Künstlers, welcher vergeblich nach dem vollkommenen Ausdruck sucht, entstanden waren.[14] Dies stellte eine wesentliche Erkenntnis dar, weil wenn die Götter im christlichen und das Ideal im platonischen Sinne weder außerhalb noch im Menschen erfassbar und daher nur zu erahnen sind, wenn die göttliche Perfektion in der künstlerischen Form als intim zu verstehen und zu produzieren ist, dann ist jede Erklärung derselben unerreichbar.

Im 20. Jahrhundert entwickelte sich die Stimmung endlich zu einer philosophischen Größe, die sich zunehmend schwerer erklären ließ und kein explanans, sondern ein explanandum wurde.[15] Eine wesentliche und für die Jahrhundertwende charakteristische Definition der Stimmung als „zeitloser Ordnung und Harmonie“[16] stammt von Alois Riegl. Stimmung sei vor allem Erfahrung von Landschaft, gepaart mit Elementen der Ruhe und der Fernsicht. Riegls Ausspruch „Das moderne Subjekt, dem kein göttlicher Garant der Weltordnung zur Verfügung steht, nimmt Zuflucht zu einer ästhetischen Kompensation“ folgte darin dem Weg, welchen Nietzsche mit seinem Gedanken, dass die Welt nur noch aus ästhetischen Gründen zu rechtfertigen sei, bereits eingeschlagen hatte. Simmel nannte Stimmung andererseits eine alles vereinheitlichende Gefühlsqualität und betonte, ähnlich wie Goethe: „Zwischen Stimmung und anschaulicher Einheit, besteht gar nicht das Verhältnis von Ursache und Wirkung und höchstens dürfte beides als Ursache und beides als Wirkung gelten.“[17]

Der letzte wichtige Abschnitt in der Stimmungsdiskussion wurde von Heidegger eingeläutet, der den Begriff philosophisch hoch auflud und ihm in seinem Gedankensystem eine zentrale Rolle zuwies, womit er über die Variation und Wiederholung von dem Stimmungsdiskurs inhärenten Themen, wie sie z.B. bei Riegl und Simmel zu finden sind, hinausging. Für Heidegger war Stimmung nichts weniger als ein Modus des Daseins. „In den Stimmungen manifestiert sich erschütternd die unergründliche Faktizität der eigenen Existenz: das Daß seines Da […], als welches es ihm in unerbittlicher Rätselhaftigkeit entgegenstarrt“.[18] Aus dieser Verbindung bzw. aus der Verschmelzung von Stimmung und Dasein ergaben sich zwei wichtige Schlussfolgerungen. Dasein wurde ästhetisch und Kunst ein „Modus der Seinserschließung“.[19] Anders gesagt: Dasein ist Stimmung, Stimmung ist im Grunde als ästhetisch zu verstehen, also ist Dasein als Ästhetik/Kunst/Text interpretierbar. Auf Heideggers existentielle Interpretation des Stimmungsbegriffs folgten keine größeren Gedankensysteme mehr; es gab später lediglich kleinere Korrekturen oder unbedeutende Rückfälle in schon abgeschlossene Problemstellungen.

Otto-Friedrich Bollnow bezog anschließend die glücklichen Stimmungen in die Analyse ein und interpretierte Stimmung als ein „Aufgeben der Subjektivität“, einen Rausch.[20] Da man laut Bollnow eine Stimmung erst dann erreichen kann, wenn die Grenzen der eigenen Psyche in einem solchen Maße ausgelastet sind, entzog sich der Begriff abermals der wissenschaftlichen Analyse, um sich erneut dem Dionysischen, Unbeweisbaren anzunähern. Hierdurch ging der Stimmung das Subjekt verloren, was das Ende der Diskussion einleitete.

Mit der Einführung des Binswanger’schen Terminus des „gestimmten Raumes“ durch Hermann Schmitz, der wie Heidegger betont, dass Gefühle die „Weisen des Außer-sich-Seins“ und deswegen räumlich seien, verlor die Stimmung auch ihre „Räumlichkeit“.[21] Sie ist weder subjektiv noch objektiv, befindet sich weder drinnen noch draußen, ist weder bewusst noch unbewusst, sondern existentiell überall präsent und im philosophischen Sinne letztendlich unbeweisbar.

Mit diesem letzten Beitrag schließt sich die theoretisch-ästhetische Diskussion um den Stimmungsbegriff, die eine große Bandbreite an Ansätzen beinhaltete, um am Ende über die Jahrhunderte einen Kreis zu beschreiben und zu ihrem Ausgangspunkt zurückzukehren.

Obwohl der theoretische Bezugsrahmen für das Verständnis des Stimmungsbegriffs wesentlich ist, ist er für die konkrete Gedichtanalyse in dieser Arbeit nur beschränkt anzuwenden, da sich die auf Mehrdeutigkeit basierende Poesie zu keiner Erklärung genötigt sieht, wo die Theorie gezwungen war, sich von Anfang an einer Metapher zu bedienen.

Die Stimmung in Hölderlins „Wie wenn am Feiertage...“

Das unvollendete Gedicht „Wie wenn am Feiertage...“ entstand um 1800 und gilt als die „erste Hymne des Spätwerks und somit als Paradigma der Gesänge“.[22] Das neunstrophige Gedicht setzt sich aus drei längeren Strophentriaden zusammen. Im Aufbau ist es daher an Pindars Siegeslieder angelehnt, bei denen eine Triade aus einer Strophe, einer Antistrophe und einer abschließenden Epode, die metrisch von den ersten beiden Strophen abweicht, besteht.[23] Hölderlins Strophengruppen in „Wie wenn am Feiertage...“ sind allerdings formal komplizierter und metrisch alle voneinander unterscheidbar, so dass das Gedicht minutiös durchstrukturiert und äußerst hermeneutisch wirkt.

Die Einleitung und Einstimmung des Lesers erfolgt in der ersten Triade[24]:

Wie wenn am Feiertage, das Feld zu sehn

Ein Landmann geht, des Morgens, wenn

Aus heißer Nacht die kühlenden Blitze fielen

Die ganze Zeit und fern noch tönet der Donner,

In sein Gestade wieder tritt der Strom,

Und frisch der Boden grünt

Und von des Himmels erfreuendem Regen

Der Weinstock trauft und glänzend

In stiller Sonne stehn die Bäume des Haines:

So stehn sie unter günstiger Witterung

Sie die kein Meister allein, die wunderbar

Allgegenwärtig erzieht in leichtem Umfangen

Die mächtige, die göttlichschöne Natur.

Drum wenn zu schlafen sie scheint zu Zeiten des Jahrs

Am Himmel oder unter den Pflanzen oder den Völkern

So trauert der Dichter Angesicht auch,

Sie scheinen alleine zu sein, doch ahnen sie immer.

Denn ahnend ruhet sie selbst auch.

Jetzt aber tagts! Ich harrt und sah es kommen,

Und was ich sah, das Heilige sei mein Wort.

Denn sie, sie selbst, die älter denn die Zeiten

Und über die Götter des Abends und Orients ist,

Die Natur ist jetzt mit Waffenklang erwacht,

Und hoch vom Äther bis zum Abgrund nieder

Nach festem Gesetze, wie einst, aus heiligem Chaos gezeugt,

Fühlt neu die Begeisterung sich,

Die Allerschaffende wieder.

Wie die letzten Zeilen der dritten Strophe, welche die Triade abschließt, zeigen, wird hier das Erwachen eines Gefühls der Begeisterung beschrieben. Es ist das Entzücken über die Natur, welche aus dem heiligem Chaos entstand und somit selber als heilig bezeichnet werden kann. Wie in vielen anderen seiner Werke arbeitet Hölderlin mit der Sprache auch in diesem Gedicht in syntaktisch und semantisch ungewöhnlichem Sinne. Dadurch wird das Verhältnis von Subjekt und Prädikat verschiedenartig interpretierbar und die Verse können die übliche Satzbildung metaphorisch sprengen. Es bleibt oft unklar, was in einem Satz das Subjekt und was das Prädikat ist, was Adjektiv oder Adverb. Hier ist aber zunächst wichtig festzustellen, dass das wieder entstandene Gefühl der Begeisterung sich selber wieder „neu fühlt“. Dies kann sowohl als Aussage des lyrischen Ich gelesen werden, als auch als das Gefühl der Erneuerung, welches „Die Allerschaffende“ Natur beherrscht.

An dieser Stelle wird die Verbindung zum Stimmungsbegriff und seinen bereits ausgeführten Definitionen deutlich. Stimmung funktioniert hier als etwas, dass den Menschen und die Natur miteinander verbindet. Die heilige Feierlichkeit des Tages wird in der ersten Strophe durch eine Landschaftsbeschreibung eingeleitet – und zwar durch das mythische hieros gamos (die heilige Hochzeit), das Gewitter, welches in religiösem Sinne den Himmel und die Erde verbindet.[25] Das „All-Eine der Natur“[26], das den Himmel, die Pflanzen und die Menschen auf der Erde umfasst, hat in dieser Triade keinen Anfang und keinen Ursprung. Es ist vielmehr schon immer da gewesen und gerade deswegen produziert es eine Stimmung, die Heidegger als das rätselhafte „Daß seines Da“ beschrieb.

Insgesamt lässt sich für diesen ersten Gedichtteil sagen, dass das Gefühl von Präsenz einer heiligen Gegenwart der Natur, welche sogar „über die Götter des Abends und Orients ist“, sowie das Gefühl von Erfüllung durch das Göttliche („Jetzt aber tagts! Ich harrt und sah es kommen, /Und was ich sah, das Heilige sei mein Wort.“) die Stimmung des Gedichtes als enthusiastisch definieren.[27]

Auf diese allgemeine Einstimmung folgt die Präzisierung in der zweiten Triade:

Und wie im Aug’ ein Feuer dem Manne glänzt,

Wenn hohes er entwarf; so ist

Von neuem an den Zeichen, den Taten der Welt jetzt

Ein Feuer angezündet in Seelen der Dichter.

Und was zuvor geschah, doch kaum gefühlt,

[...]


[1] Theodor Storm, Abseits, in: Sämtliche Werke: neue Ausgabe in sechs Bänden. Berlin: Globus-Verlag 1919 (Bd. 1, S. 78).

[2] Killy, W. (1972). Stimmung. In: Ders., Elemente der Lyrik (S. 114-128). München,. Kommerell, M. (1943). Gedanken über Gedichte, Frankfurt am Main.

[3] Wellberry, D. (2003). Stimmung: In: K. Barck u.a. (Hg.): Ästhetische Grundbegriffe. Historisches Wörterbuch in sieben Bänden (Bd. 5, S. 703-733). Stuttgart/Weimar: Metzler.

[4] Ebenda, S. 704.

[5] Ebenda, S. 706.

[6] Ebenda, S. 708.

[7] Johann Wolfgang Goethe, Aus Goethes Brieftasche. Neuer Versuch über die Schauspielkunst (1776), in: Goethe (WA), Abt. 1, Bd. 37, Weimar: Mercier-Wagner 1896, S. 316.

[8] Friedrich Schiller, Ueber die ästhetische Erziehung des Menschen in einer Reihe von Briefen (1795), in: Schiller, Bd. 20, Weimar: Nationalausgabe (1962), S. 375.

[9] Wellbery, Ästhetische Grundbegriffe. Historisches Wörterbuch in sieben Bänden, S. 712.

[10] C.G. Carus, Psyche. 2Zur Entwicklungsgeschichte der Seele, Pforzheim 1847, S.63.

[11] G.W.F. Hegel, Vorlesungen über die Ästhetik (1835-1838), in: Hegel, Bd. 14 (1928), Stuttgart: Glockner, S. 424.

[12] Wellbery, Ästhetische Grundbegriffe. Historisches Wörterbuch in sieben Bänden S. 713-715.

[13] Ebenda, S. 716-717.

[14] Ebenda, S. 715.

[15] Ebenda, S. 718.

[16] Alois Riegl, Die Stimmung als Inhalt der modernen Kunst (1899), in: Riegl, Ges. Aufsätze, hg. v. K. M. Swoboda, Augsburg, Wien 1929, S. 31.

[17] Georg Simmel, Philosophie der Landschaft (1913), in: Simmel, Gesamtausgabe, hg. v. O. R. Rammstedt, Bd. 12,Suhrkamp, Frankfurt a. Main 2001, S. 473.

[18] Martin Heidegger, Sein und Zeit (1927), in: Heidegger, Abt. I, Bd. 2, Tübingen; Max Niemeyer, 1977, S. 179.

[19] Siehe Wellbery, Ästhetische Grundbegriffe. Historisches Wörterbuch in sieben Bänden S. 725f.

[20] Ebenda, S. 727.

[21] Vgl. Ludwig Binswanger, „Das Raumproblem in der Psychopathologie“, in: Zeitschrift für die gesamte Neurologie und Psychiatrie 145 (1933), S. 618-643.

[22] Hölderlin, Gesänge, Stuttgart, Hamburg, S. 356.

[23] Hölderlin, Gedichte 1800-1805, S. 656.

[24] Die für die Analyse wichtigen Wörter sind im Text hervorgehoben.

[25] Hölderlin, Gedichte 1800-1805, S. 657.

[26] Ebenda, S. 657.

[27] „Griech. enthus, zusammengezogen aus entheos, gottvoll, gottbegeistert, dem Wortlaut nach der Zustand eines Menschen, der »des Gottes voll« ist, bezeichnet die in den heidnischen Kulten als höchster Aufschwung geltende Verzückung, dann überhaupt trunkene Begeisterung (s. d.) ohne begleitende Willensentschlüsse.“ Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 5. Leipzig 1906, S. 837.

Ende der Leseprobe aus 21 Seiten

Details

Titel
Die Stimmung in „Wie wenn am Feiertage...“ von Friedrich Hölderlin und in „Melancholie“ von Gottfried Benn
Untertitel
Stimmungslyrik
Hochschule
Freie Universität Berlin  (Peter Szondi-Institut für Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft)
Veranstaltung
Perspektiven der Forschung: Stimmungen, Stimmungskunst, Stimmungslyrik. Eine Einführung
Note
1,3
Autor
Jahr
2010
Seiten
21
Katalognummer
V184331
ISBN (eBook)
9783656091097
ISBN (Buch)
9783656091295
Dateigröße
527 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
stimmung, feiertage, friedrich, hölderlin, melancholie, gottfried, benn, stimmungslyrik
Arbeit zitieren
Vukan Mihailovic de Deo (Autor), 2010, Die Stimmung in „Wie wenn am Feiertage...“ von Friedrich Hölderlin und in „Melancholie“ von Gottfried Benn, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/184331

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