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Zu: Oswald Spengler: Der Untergang des Abendlandes

Title: Zu: Oswald Spengler:  Der Untergang des Abendlandes

Essay , 2002 , 9 Pages , Grade: sehr gut

Autor:in: Daniel Seibel (Author)

History - Basics
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Wenn sich je ein Titel von seinem Buch löste - um zum geflügelten Wort zu werden -dann im Fall Spenglers. Sein Werk, so vieldeutig wie universal, stellt keinen geringeren als den im ersten Satz formulierten Anspruch: In diesem Buch wird zum ersten Mal der Versuch gewagt, Geschichte vorauszubestimmen. 1 Oswald Spengler, 1880 in Blankenburg/Harz geboren, entwickelt schon früh Monumentalphantasien. In Schulheften finden sich Notizen über imaginäre Reiche - Einträge zur Bevölkerungsdichte bis hin zur Verfassung. Er entwickelt Chronologien und Historien, es geht um Entscheidungskämpfe, um die Neuordnung Europas und der übrigen Welt. Seine Begeisterung für Literatur und Philosophie führt zu regelrechten Leseobsessionen. Er verschlingt bereits in jungen Jahren große Teile der Weltliteratur und zeigt sich vor allem von der Philosophie Schopenhauers und Nietzsches nachhaltig beeindruckt. Sein Studium der Mathematik und Naturwissenschaft schließt er 1904 mit einer Dissertation über Heraklit ab. Hier benutzt Spengler bereits Motive des Werdens und Vergehens und deutet den Untergang der antiken Aristokratie als „vollkommen zu Ende gedachtes System des Relativismus.“ 2 Nachdem das Erbe seiner Mutter ihn finanziell unabhängig macht hat, gibt er den Lehrberuf auf und läßt sich in München als freier Schriftsteller nieder. Doch statt Anschluß an die Münchener Avantgarde sucht er deren Gegnerschaft. In selbstgewählter Einsamkeit, zwischen Sensibilität und Vermessenheit, beginnt Spengler sein Werk. Die Krise von Agadir, die Deutschland weitgehend politisch isolierte, sieht er als geistigen Wendepunkt, als „Typus einer historischen Zeitwende, die innerhalb eines großen historischen Organismus von genau begrenzbarem Umfange einen biographisch seit Jahrhunderten vorbestimmten Platz hatte“ 3 ; sie wird für ihn zum Kairos.
Spenglers Werk will Diagnose und Prognose sein. In einem Brief an einen Verleger spricht er von „einer vollständigen Analyse der menschlichen Kultur“. 4 Er will mehr als Zivilisationskritik aus einem Zeitgefühl heraus. Spenglers neue Methode soll es möglich machen, Geschichte in ihren noch nicht abgelaufenen Stadien vorauszusagen. Der erste Band, der 1918 erscheint, trägt den Untertitel „Gestalt und Wirklichkeit“. Hier geht es Spengler darum, die Formensprache der großen Kulturen darzulegen, ihre Wurzeln und die Grundlagen ihrer Symbolik aufzuzeigen. Im weiteren versucht er einen Vergleich der Kulturen untereinander. [...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Oswald Spengler: Der Untergang des Abendlandes. Umrisse einer Morphologie der Weltgeschichte, 2 Bde., München 1918/1922

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit setzt sich kritisch mit Oswald Spenglers Hauptwerk „Der Untergang des Abendlandes“ auseinander, analysiert dessen methodische Grundlagen sowie die philosophische Einordnung seiner Geschichtsphilosophie und beleuchtet die zeitgenössische sowie postume Rezeption durch Intellektuelle wie Theodor W. Adorno und Hermann Lübbe.

  • Morphologie der Weltgeschichte und kulturphilosophische Prämissen
  • Vergleich der Kulturen und das Prinzip der Gleichzeitigkeit
  • Zivilisationskritik und der Gegensatz zwischen Kultur und Zivilisation
  • Politische Deutung und die Problematik des Cäsarismus
  • Kritische Würdigung des deterministischen Geschichtsbildes

Auszug aus dem Buch

Spenglers Werk will Diagnose und Prognose sein.

In einem Brief an einen Verleger spricht er von „einer vollständigen Analyse der menschlichen Kultur“. Er will mehr als Zivilisationskritik aus einem Zeitgefühl heraus. Spenglers neue Methode soll es möglich machen, Geschichte in ihren noch nicht abgelaufenen Stadien vorauszusagen. Der erste Band, der 1918 erscheint, trägt den Untertitel „Gestalt und Wirklichkeit“. Hier geht es Spengler darum, die Formensprache der großen Kulturen darzulegen, ihre Wurzeln und die Grundlagen ihrer Symbolik aufzuzeigen. Im weiteren versucht er einen Vergleich der Kulturen untereinander. Im zweiten Band, der 1924 mit dem Untertitel „Welthistorische Perspektiven“ erscheint, wird versucht, die Tatsachen des wirklichen Lebens und die historische Praxis zu beschreiben. Schließlich wird eine Quintessenz der geschichtlichen Erfahrung angeboten.

Jeder neue geschichtsphilosophische Entwurf ist auch Reaktion auf vorangegangene. In dieser Hinsicht kann „Der Untergang des Abendlandes“ als Absage an traditionelle Geschichtsschreibung verstanden werden. Das „unglaubwürdig dürftige und sinnlose Schema“ – die herkömmliche Periodisierung in Altertum, Mittelalter und Neuzeit - verwirft Spengler zugunsten einer neuen Ordnung. Statt eurozentrischer Fokussierung soll eine Universalhistorie geleistet werden, die alle acht Hochkulturen (die arabische, indische, babylonische, mexikanische, chinesische, ägyptische, antike, abendländische) gleichberechtigt nebeneinander stellt und auf Analogien untersucht.

Zusammenfassung der Inhalte

Oswald Spengler: Der Untergang des Abendlandes. Umrisse einer Morphologie der Weltgeschichte, 2 Bde., München 1918/1922: Diese Einleitung und Hauptanalyse bietet einen Überblick über Spenglers Leben, die Entstehung seines Werkes und die methodischen Kernkonzepte wie die organische Logik, die Physiognomie und den Zyklenvergleich der Kulturen, ergänzt durch eine kritische Rezeptionsgeschichte.

Schlüsselwörter

Oswald Spengler, Der Untergang des Abendlandes, Geschichtsphilosophie, Morphologie, Kultur, Zivilisation, Ursymbol, Theodor W. Adorno, Hermann Lübbe, Kulturpessimismus, Zyklentheorie, Cäsarismus, Geschichtsschreibung, Metaphorik, Determination.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert das geschichtsphilosophische Hauptwerk Oswald Spenglers, „Der Untergang des Abendlandes“, und untersucht sowohl dessen theoretische Fundamente als auch die Rezeption des Werkes durch bedeutende Denker des 20. Jahrhunderts.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den zentralen Themen gehören die morphologische Geschichtsbetrachtung, das Verständnis von Kulturen als organische Einheiten, der Gegensatz zwischen Kultur und Zivilisation sowie das Phänomen der historischen Prognostik.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist eine kritische Aufarbeitung von Spenglers Versuch, eine „Morphologie der Weltgeschichte“ zu begründen und Geschichte durch die Analyse von Ursymbolen vorauszubestimmen.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet Spengler?

Spengler nutzt eine morphologische und physiognomische Methode, die auf dem Analogieschluss zwischen den Entwicklungsstadien verschiedener Hochkulturen basiert, um Gesetzmäßigkeiten im historischen Wandel freizulegen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit Spenglers Kulturanalyse, seiner Begriffsbildung, der Kritik an herkömmlichen Periodisierungen der Geschichte und der anschließenden kritischen Debatte durch Autoren wie Adorno und Lübbe.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Kulturpessimismus, historische Morphologie, organisches Geschichtsbild und die Auseinandersetzung mit Spenglers deterministischer Weltsicht charakterisieren.

Wie bewertet Adorno die Prognosen Spenglers?

Adorno erkennt in einer postumen Rehabilitierung die visionäre Kraft Spenglers an, insbesondere in Bezug auf die Analyse von Massenphänomenen, kritisiert jedoch gleichzeitig dessen Vernachlässigung ökonomischer Faktoren und den Determinismus.

Warum gilt die Metaphorik in Spenglers Werk als problematisch?

Wie Hermann Lübbe ausführt, führt die starke Metaphorik – etwa der Vergleich von Kulturen mit biologischen Organismen – zu einer „Analogiebildungszwangsjacke“, die den wissenschaftlichen Kausalitätsanspruch untergräbt und Raum für Missverständnisse lässt.

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Details

Title
Zu: Oswald Spengler: Der Untergang des Abendlandes
College
University of Siegen  (Geschichte)
Course
Geschichtsbilder des 20. Jahrhunderts
Grade
sehr gut
Author
Daniel Seibel (Author)
Publication Year
2002
Pages
9
Catalog Number
V18439
ISBN (eBook)
9783638227896
Language
German
Tags
Oswald Spengler Untergang Abendlandes Geschichtsbilder Jahrhunderts
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Daniel Seibel (Author), 2002, Zu: Oswald Spengler: Der Untergang des Abendlandes, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/18439
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