Ich zeige die Entwicklung des Romans auf, wobei ich auf die verschiedenen Stilmittel eingehen werde. Für die Untersuchung der „modernen Romanerzählung“ berücksichtige ich die Vertreter der klassischen Moderne. Hierbei konzentriere ich mich auf eine begrenzte Auswahl an Autoren, die diese Zeit charakteristisch geprägt und somit neue Stilmittel populär gemacht haben. Meine Arbeit hat dementsprechend das 20. Jahrhundert als Schwerpunkt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Definitionen
a) Roman :
b) Stil :
c) Stilmittel :
3. Entwicklung des Romans
Abenteuerliche Ritterromane
Schelmenroman
Entwicklungsroman oder Bildungsroman
Gesellschaftsroman
Historischer Roman
Trivial- und Unterhaltungsliteratur
4. Der Roman der Moderne :
5. Stilmittel und Erzählverhalten
a) Ironie :
b) Ich – Erzähler :
c) auktoriales Erzählen :
d) personales Erzählen :
e) neutrales Erzählen :
f) Stream of consciousness :
g) erlebte Rede :
h) Montagetechnik :
i) Parabel :
j) Metapher :
k) Chiffre :
6. Schluss
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Entwicklung des Romans unter besonderer Berücksichtigung der für die klassische Moderne prägenden Stilmittel und Erzähltechniken, um deren Funktion und Wirkung im historischen Kontext des 20. Jahrhunderts zu beleuchten.
- Historische Entwicklung der Romanformen vom Ritterepos bis zum modernen Roman
- Analyse zentraler Stilmittel der literarischen Moderne
- Untersuchung verschiedener Erzählweisen und -perspektiven
- Einfluss gesellschaftlicher und historischer Krisen auf die Erzählstruktur
- Darstellung technischer Neuerungen wie des "Stream of consciousness" und der Montagetechnik
Auszug aus dem Buch
4. Der Roman der Moderne :
Die klassischen Romanformen haben sich dementsprechend zu neuen weiterentwickelt. Thomas Mann, der als bedeutender Autor des 20. Jahrhunderts gilt, hat zwar eine Vielfalt von Erzähltechniken benutzt, ist dem auktorialen Erzählen aber treu geblieben. So z.B. auch Heinrich Mann oder Hermann Hesse. Anderen Autoren jedoch erscheint eine harmonisch chronologische Reihenfolge aufgrund des Krisengefühls im Jahrhundert der Weltkriege als unangebracht. Sie gelten als Vertreter der klassischen Moderne.
„Ulysses“ (1922) von James Joyce zeichnet sich durch neue Erzähltechniken aus. Dieser handlungsarme Roman konzentriert sich auf die Wiedergabe von Sinneseindrücken und Erinnerungen. So benutzt er beispielsweise Alltagssprache und drückt die assoziativen Gedanken des Unterbewusstseins durch den „Stream of consciousness“ aus. Der Monolog erstreckt sich über 70 Seiten, ohne Verwendung von Satzzeichen. Dieser Autor gilt sogar als Erfinder des Gestaltungsmittels. Erzählzeit und erzählte Zeit fallen bei ihm zusammen. Dieser Stil ist dem Surrealismus, der stark von Freuds Traumdeutung geprägt ist, zuzuordnen. Es handelt sich hierbei um eine Strömung, die nach dem Ersten Weltkrieg entstanden ist. Hauptmotiv ist das Tiefenbewusstsein, das im Traum „sichtbar“ wird.
Alfred Döblin, ein Arzt und Wissenschaftler, konzentriert sich auf den Wissenschaftsstil und verfolgt damit ein Sachlichkeitskonzept. Er verleiht seinem Zeitroman „Berlin Alexanderplatz“ (1929) durch die Montagetechnik, die ein surrealistisches Element darstellt, etwas Besonderes. Er bezweckt das Chaos der Großstadt dadurch besser herauszustellen. Unter Einsatz der literarischen Technik der Collage (Montage) werden sprachlich, stilistisch und inhaltlich unterschiedliche Textbausteine zusammengestellt, dass gleichzeitig stattfindende Ereignisse oder Handlungen dargestellt werden können, um die fragmentarische Empfindung des modernen Großstadtlebens in Berlin darzustellen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung skizziert das Vorhaben, die Entwicklung des modernen Romans unter Fokus auf spezifische Stilmittel im 20. Jahrhundert zu untersuchen.
2. Definitionen: In diesem Abschnitt werden die grundlegenden literarischen Begriffe Roman, Stil und Stilmittel für den weiteren Verlauf der Analyse definiert.
3. Entwicklung des Romans: Hier erfolgt ein Überblick über die historischen Stationen des Romans von den Ritterromanen bis zur Trivialliteratur.
4. Der Roman der Moderne : Dieser Teil analysiert, wie sich Romanformen angesichts gesellschaftlicher Umbrüche im 20. Jahrhundert durch neue Techniken wie den Bewusstseinsstrom oder die Montage veränderten.
5. Stilmittel und Erzählverhalten: Dieses Kapitel erläutert systematisch verschiedene erzählerische Kategorien und rhetorische Figuren, die für die moderne Erzählweise prägend sind.
6. Schluss: Das Fazit stellt die enge Verbindung zwischen der Aussageabsicht moderner Romane und den eingesetzten stilistischen Mitteln heraus.
Schlüsselwörter
Roman, Stilmittel, Moderne, Erzählverhalten, Auktoriales Erzählen, Bewusstseinsstrom, Montagetechnik, Ironie, Epik, Literaturgeschichte, 20. Jahrhundert, Berlin Alexanderplatz, Thomas Mann, Alfred Döblin, Erzählperspektive
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Entwicklung des Romans im 20. Jahrhundert und analysiert, wie Autoren durch spezifische Stilmittel auf eine sich wandelnde Welt und neue Erzählbedürfnisse reagierten.
Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?
Die zentralen Themen sind die historische Gattungsentwicklung des Romans, die Theorie des Erzählens, die Definition von Stilmitteln sowie die Analyse spezifischer moderner Erzähltechniken.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die Entwicklung der Romanform zu skizzieren und aufzuzeigen, wie moderne Stilmittel eingesetzt werden, um die komplexe Realität des 20. Jahrhunderts abzubilden.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit angewendet?
Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Analyse, die Definitionen und historische Überblicke mit einer detaillierten Untersuchung exemplarischer Erzähltechniken verbindet.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in einen historischen Abriss der Romanentwicklung, eine vertiefende Betrachtung der Moderne und eine methodische Aufarbeitung verschiedener Erzählhaltungen und Stilmittel.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind insbesondere die moderne Erzählweise, die Montagetechnik, der Stream of consciousness sowie die unterschiedlichen Erzählerperspektiven.
Inwiefern hat die Montagetechnik den modernen Roman beeinflusst?
Die Montagetechnik, wie sie etwa bei Alfred Döblin zu finden ist, erlaubt es Autoren, das chaotische und fragmentarische Großstadtleben durch die Collage verschiedener Textbausteine authentischer darzustellen.
Warum spielt das Krisengefühl des 20. Jahrhunderts für diese Autoren eine so große Rolle?
Die Erfahrungen der Weltkriege führten dazu, dass eine klassische, chronologische Erzählweise vielen Autoren als unzureichend erschien, um die Zersplitterung der gesellschaftlichen Wahrnehmung abzubilden.
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- Julia Hetzel (Author), 2009, Stilmittel der modernen Romanerzählung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/184421