Der Kunde ist davon abhängig, dass ein Produkt oder eine Dienstleistung, die er erwirbt, seinen Qualitätsansprüchen genügen. Dies ist jedoch ein Vertrauensvorschuss an den Produzenten bzw. den Dienstleister.
Das Qualitätsmanagement nach DIN EN ISO 9001:2000 ist ein prozessorientiertes Qualitätsmanagementsystem, das speziell auf die Kundenanforderungen abgestimmt wird und soll diesen Vertrauensvorschuss bringen.
Für Retek besteht zurzeit noch keine unmittelbare Forderung nach einem Qualitätsmanagementsystem. Die Geschäftsführung möchte die Chancen einer frühzeitigen Zertifizierung aber nutzen, um auch in Zukunft für die Automobilhersteller interessant zu bleiben.
Deshalb entschied sich der Vorstand der Retek AG Ende 2002 zur Einführung des Qualitätsmanagements nach DIN EN ISO 9001:2000.
Diese schriftliche Ausarbeitung ist ein Überblick über die Vorgehensweise der Erstellung des Qualitätsmanagementhandbuchs und der Umsetzung des Managementsystems bei Retek, um so interessierten Personen einen Einblick in das Qualitätsmanagement zu geben.
Das Zertifizierungsaudit ist am 27.05.2003 erfolgreich durchgeführt worden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Unternehmensbeschreibung und Problematik
3. Vorgehensweise und Ziele
4. Theoretische Grundlagen
4.1. Historische Entwicklung des Qualitätsmanagements
5. Praktische Realisierung
5.1. Organisatorische Aspekte
6. Kostenanalyse und Abschätzung des Nutzens
7. Mögliche negative Folgen
8. Das QM-Handbuch in der Praxis
9. Ausblick
10 Fazit
11. Zusammenfassung
12 Abstract (Englisch)
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel der vorliegenden Diplomarbeit ist die Einführung eines prozessorientierten Qualitätsmanagementsystems bei der Retek AG gemäß der Norm DIN EN ISO 9001:2000, um durch ein zertifiziertes Handbuch Wettbewerbsvorteile zu generieren und die Zukunftsfähigkeit des Unternehmens in der Automobilbranche zu sichern.
- Erstellung eines digitalen Qualitätsmanagementhandbuchs auf Basis von Microsoft Office
- Durchführung einer Ist-Analyse zur Erfassung der Unternehmensprozesse
- Motivation und Schulung der Mitarbeiter zur Akzeptanz des Managementsystems
- Kostenanalyse der Zertifizierungsvorbereitung unter Berücksichtigung von Fördermitteln
- Vorbereitung und Durchführung eines internen Audits sowie der Managementbewertung
Auszug aus dem Buch
4. Theoretische Grundlagen
Das Qualitätsmanagementsystem nach DIN EN ISO 9001:2000 ist prozess- und kundenorientiert. Oberstes Gebot ist die ständige Verbesserung. Bild 4-1 zeigt dieses Schema im Zusammenhang mit Produkt und Kunde laut Norm.
In den letzten Jahren haben vor allem formale Qualitätsmanagementsysteme (QM-System) an Bedeutung gewonnen. Sie bilden die Grundlage für die heutige Norm DIN EN ISO 9001:2000.
Der Qualitätsbegriff wird in der Literatur ausgiebig diskutiert. Die Darstellung stellt sich sehr komplex dar. Doch das Phänomen der Qualität sollte hier nicht unerwähnt bleiben. Aus verschiedenen Sichtweisen heraus, versucht die Literatur, zu einer Definition zu gelangen. Folgende beiden Sichtweisen sind für das Qualitätsverständnis von Bedeutung:
Qualität lässt sich in objektive und in subjektive Gesichtspunkte einteilen:
Objektive Leistungsmerkmale setzen naturwissenschaftlich-technische Daten voraus. Das „Gut“ wird auf Basis vorhandener definierbarer Daten objektiv gemessen.
Eine subjektive Bestimmung lässt sich nur durch eine theoretische Betrachtungsweise einordnen, wobei die Erfassung lediglich über indirekte Indikatoren erfassbar ist [Mundt 2000].
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Arbeit erläutert die strategische Entscheidung der Retek AG zur Einführung eines Qualitätsmanagementsystems nach DIN EN ISO 9001:2000, um künftigen Anforderungen der Automobilbranche gerecht zu werden.
2. Unternehmensbeschreibung und Problematik: Dieses Kapitel stellt die Entwicklung der Retek AG zum mittelständischen Entsorgungsbetrieb dar und beschreibt den Aufbau sowie die logistischen Prozesse der Altauto-Demontage.
3. Vorgehensweise und Ziele: Der Fokus liegt auf der methodischen Einführung des QM-Systems durch das Top-Down-Prinzip, der Prozessanalyse und der Steigerung der Mitarbeitermotivation.
4. Theoretische Grundlagen: Hier werden das Prozessmodell der ISO 9001:2000, verschiedene Qualitätsansätze und die historische Entwicklung des Qualitätsmanagements theoretisch fundiert.
5. Praktische Realisierung: Dieser Abschnitt beschreibt die konkrete Umsetzung des Systems, die Wahl der Dokumentationsform und die Erstellung von Arbeits- sowie Verfahrensanweisungen.
6. Kostenanalyse und Abschätzung des Nutzens: Eine Aufstellung der finanziellen Aufwendungen für Berater, Schulungen und Zertifizierung sowie eine Betrachtung der möglichen wirtschaftlichen Vorteile.
7. Mögliche negative Folgen: Analyse der Risiken bei mangelnder Systempflege und die Bedeutung der Fehlermeldung für die Aufrechterhaltung des QM-Systems.
8. Das QM-Handbuch in der Praxis: Erläuterung der Vorbereitung auf das Zertifizierungsaudit, der Rolle der Managementbewertung und der Nutzung von Auditberichten.
9. Ausblick: Überlegungen zur Weiterentwicklung des QM-Systems zu einem integrierten Managementsystem und potenzielle Anreizsysteme für Mitarbeiter.
10 Fazit: Der Autor resümiert den erfolgreichen Abschluss des Zertifizierungsaudits und gibt einen positiven Ausblick auf die weitere betriebliche Entwicklung.
11. Zusammenfassung: Ein kompakter Überblick über den gesamten Projektverlauf, von der Entscheidung bis zum erfolgreichen Audit.
Schlüsselwörter
Qualität, Managementsysteme, Retek AG, Qualitätsmanagement, Total Quality Management, DIN EN ISO 9001:2000, Prozessorientierung, Zertifizierung, Handbuch, Mitarbeitermotivation, interne Audits, Prozesslandschaft, Dokumentation, Alt-Kfz-Verwertung, Korrekturmaßnahmen
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Diplomarbeit beschreibt die systematische Einführung und Dokumentation eines Qualitätsmanagementsystems nach DIN EN ISO 9001:2000 bei der Retek AG.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die Prozessorientierung, die Erstellung eines digitalen Handbuchs, die Anforderungen der ISO-Norm und die praktische Umsetzung in einem Entsorgungsfachbetrieb.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist die Vorbereitung des Unternehmens auf die Zertifizierung, um Wettbewerbsvorteile zu erzielen und als Zulieferer für die Automobilindustrie langfristig attraktiv zu bleiben.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Der Autor nutzt eine Kombination aus Prozessanalyse (Ist-Analyse), Schulungskonzepten und der direkten Anwendung der Normvorgaben zur Erstellung eines spezifischen Handbuchs.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil behandelt die unternehmerische Problematik, die theoretischen Grundlagen des Qualitätsbegriffs, die praktische Implementierung, die Kostenanalyse sowie die Risiken und deren Prävention.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe umfassen Qualitätsmanagement, ISO 9001:2000, Prozessorientierung, Zertifizierung, Dokumentation und Mitarbeitermotivation.
Warum entschied sich die Retek AG für eine Online-Dokumentation?
Die Online-Variante ermöglicht eine einfache Aktualisierung, spart Arbeitsaufwand bei der Dokumentenpflege und stellt sicher, dass alle Mitarbeiter jederzeit Zugriff auf aktuelle Informationen haben.
Wie wurde die Mitarbeitermotivation bei der Einführung des QM-Systems sichergestellt?
Durch Schulungen und Teamsitzungen wurde den Mitarbeitern der Sinn des Systems vermittelt und sie wurden aktiv in die Gestaltung der Abläufe einbezogen, um das System mitzugestalten.
- Quote paper
- Henning Reiter (Author), 2003, Erarbeitung und Erstellung eines Qualitätsmanagementhandbuchs nach DIN EN ISO 9001:2000, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/18442