2.1 Die Ballade
Das Geburtsjahr der Kunstballade ist das Jahr 1773, in dem Gottfried August Bürger ein Erzählgedicht mit dem Titel „Leonore“ veröffentlichte. Dieser wurde für viele Autoren seiner Zeit zum großen Vorbild. Balladen haben oftmals einen spektakulären Inhalt, der von einem außergewöhnlichen oder dramatischen Ereignis erzählt. Man unterscheidet unterschiedliche Formen: die naturmagische Ballade, die Heldenballade oder die Ideenballade. Balladendichter bedienen sich verschiedener Quellen wie zum Beispiel Sagen aus alter Zeit, der Geschichtsschreibung, Mythen und biblische Erzählungen oder auch aktuelle Ereignisse. Das Besondere an einer Ballade ist die Vereinigung der drei literarischen Gattungen. So enthält sie im Regelfall Elemente aus der Epik, der Lyrik und dem Drama.
„Die Ballade erzählt wie in epischen Texten eine zusammenhängende Geschichte über eine interessante Begebenheit. Ähnlich wie im Drama kommen dabei Figuren in direkter Rede zu Wort und vermitteln dem Hörer oder Leser den Eindruck, hautnah dabei zu sein. Wie ein Gedicht ist die Ballade in Verse und Strophen gefasst und enthält meistens auch Reime.“
Aufgrund der Dichte einer Ballade ist die Erzählform gerafft, somit setzt die Handlung ganz unvermittelt ein. Spannung wird schrittweise erzeugt, unwichtige Einzelheiten werden ausgespart. Oftmals kommt das Ende überraschend.
Inhaltsverzeichnis
I Analyseteil
1. Situationsanalyse
1.1 Rahmenbedingungen
1.2 Lernvoraussetzungen
2. Sachanalyse
2.1 Die Ballade
2.2 Johann Wolfgang Goethe: Der Zauberlehrling
2.3 Vortragsgestaltung einer Ballade
3. Didaktische Analyse
3.1 Bezug zum Bildungsplan
3.2 Begründung der Inhaltsauswahl
3.3 Didaktische Reduktion
4. Kompetenzorientierung
II Entscheidungsteil
5. Methodische Entscheidungen
5.1 Einstieg
5.2 Hinführung
5.3 Erarbeitungsphase I und Ergebnissicherung I
5.4 Erarbeitungsphase II und Ergebnissicherung II
5.5 Erarbeitungsphase III und Ergebnissicherung III
5.6 Ausstieg
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, die Gefühlslage des Antihelden im „Zauberlehrling“ zu interpretieren und diese Erkenntnisse in eine praktisch anwendbare Vortragspartitur zu übersetzen. Im Zentrum steht dabei die handlungs- und produktionsorientierte Erschließung der Ballade durch die Schülerinnen und Schüler.
- Analyse der Gefühlswelt des Zauberlehrlings
- Erstellung einer individuellen Vortragspartitur mit Hilfe nichtsprachlicher Gestaltungsmittel
- Umsetzung des produktionsorientierten Ansatzes im Deutschunterricht
- Förderung der ästhetischen Gestaltungskompetenz beim Vortragen von Balladen
Auszug aus dem Buch
Entwicklung der Gefühlslage des Zauberlehrlings
In den Strophen 1 und 2 zeigt sich der Zauberlehrling erfreut über seine Situation alleine zaubern zu können. Entschlossen setzt er in den Strophen 3 und 4 einen Zauber, den er vom Zaubermeister übernimmt, in die Tat um. Selbstbewusst, ja beinahe selbstherrlich, delegiert er den verzauberten Besen für eigene Zwecke. Positiv überrascht und stolz stellt er in Strophe 5 fest, dass der verzauberte Besen eifrig seine Aufgabe erfüllt. Doch bereits in den Strophen 6 und 7 stellt der Lehrling beunruhigt fest, dass ihm ein Gegenzauber fehlt. Bestürzt versucht er in Strophe 8 den Besen zu fangen. In Strophe 9 ist bereits panische Verzweiflung zu spüren, was sich in der Wortwahl des Lehrlings äußert (O, du Ausgeburt der Hölle). In seiner Hilflosigkeit wendet er in den Strophen 10 und 11 Gewalt gegen den Besen an und fühlt sich aufgrund seines Siegesglaubens erleichtert. Bereits in Strophe 12 wird dem Lehrling bewusst, dass er noch größeren Schaden angerichtet hat und bittet daraufhin demütig und flehentlich die hohen Mächte zu Hilfe. Doch erst als er sich seine Schuld eingesteht und energisch den großen Meister in Strophe 13 ruft, wird ihm geholfen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Situationsanalyse: Beschreibung der Rahmenbedingungen der Klasse 7a und der aktuellen Lernvoraussetzungen im Fach Deutsch.
2. Sachanalyse: Fachwissenschaftliche Auseinandersetzung mit der literarischen Gattung der Ballade, dem Werk Goethes und den Parametern für einen wirkungsvollen Vortrag.
3. Didaktische Analyse: Herleitung der Unterrichtseinheit aus dem Bildungsplan sowie Begründung der Inhaltsauswahl und didaktische Reduktion der komplexen Aufgabenstellung.
4. Kompetenzorientierung: Definition der fachlichen, methodischen, sozialen und personalen Kompetenzen, die durch die Unterrichtsstunde gefördert werden sollen.
5. Methodische Entscheidungen: Detaillierte Planung der einzelnen Unterrichtsphasen vom Einstieg bis zum Ausstieg unter Berücksichtigung alternativer Realisierungsmöglichkeiten.
Schlüsselwörter
Zauberlehrling, Johann Wolfgang Goethe, Ballade, Unterrichtsplanung, Vortragspartitur, Gefühlslage, Produktionsorientierung, Deutschunterricht, Didaktik, Lyrik, Vortragstechnik, Interpretation, Realschule, handlungsorientiertes Lernen, Gestaltungsmittel.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der didaktischen Planung einer Deutschstunde in einer 7. Klasse, in der die Schülerinnen und Schüler die Gefühlslage im „Zauberlehrling“ interpretieren und in eine Vortragspartitur umsetzen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die Analyse lyrischer Texte, die Verbindung von Textinhalt mit emotionalem Ausdruck sowie die Anwendung produktionsorientierter Unterrichtsmethoden.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das primäre Ziel ist es, dass die Schülerinnen und Schüler lernen, Texte ästhetisch zu gestalten und nichtsprachliche Mittel für einen wirkungsvollen Vortrag gezielt einzusetzen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine unterrichtspraktische Ausarbeitung, die durch eine Sachanalyse des literarischen Werkes und eine didaktische Reflexion begründet wird.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden sowohl die fachliche Sachanalyse zur Ballade als auch die konkreten methodischen Entscheidungen für den Verlauf der Unterrichtsstunde detailliert dargelegt.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Balladen-Didaktik, Vortragspartitur, Gefühlslage und produktionsorientiertes Lernen bestimmt.
Warum wird im Rahmen der Unterrichtseinheit eine Vortragspartitur erstellt?
Die Vortragspartitur dient als gedankliche Stütze, um den Schülerinnen und Schülern zu helfen, ihre Stimme, Lautstärke und das Tempo passend zur emotionalen Entwicklung der Figur zu steuern.
Wie geht die Lehrperson mit den Disziplinproblemen der Klasse um?
Die Lehrperson setzt auf eine strukturierte Planung, bei der durch abwechslungsreiche Arbeitsphasen (Partner- und Gruppenarbeit) und klare Rollenverteilungen die Konzentration der Schülerinnen und Schüler gefördert wird.
Welche Rolle spielt die Gefühlskurve in der Erarbeitungsphase?
Die Gefühlskurve dient der Ergebnissicherung, indem sie die emotionale Entwicklung des Zauberlehrlings im Verlauf der Ballade grafisch visualisiert und somit für die Schüler greifbar macht.
- Arbeit zitieren
- Romy Stegen (Autor:in), 2011, Die Gefühlslage des Zauberlehrlings in der gleichnamigen Ballade interpretieren und eine Vortragspartitur erstellen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/184459