Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Social Work

Physiologische Reaktionen im Konfliktfall, reaktives und bewusstes Verhalten

Title: Physiologische Reaktionen im Konfliktfall, reaktives und bewusstes Verhalten

Presentation (Handout) , 2003 , 7 Pages , Grade: 2

Autor:in: Christoph Heimrod (Author)

Social Work
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Die erste Reaktion auf den Konflikt (Stimulus) setzt nach ca. 50 Millisekunden ein. Sie ist unbewusst und deshalb nicht steuerbar. Dabei werden mehr oder minder große Hormonmengen ausgeschüttet, die eine blitzschnelle Reaktion ermöglichen bzw. unterstützen. Diese Reaktion gehört zu unseren archaischen Verhaltensweisen und ist auch heute noch unter Umständen überlebenswichtig. Als mögliche Reaktionen sind Flucht, Angriff und als Sonderfall die Paralyse zu beobachten. Diese Reaktionen sind auch im Tierreich zu beobachten. Ob nun Flucht- oder Angriffsverhalten ausgelöst wird, hängt in der Regel von der räumlichen Distanz des Stimulus ab. Treffen wir z.B. auf eine schlafende Giftschlange und wecken sie durch unser Herannahen auf, so hängt ihre Reaktion davon ab, ob wir uns in der Angriffs- oder Fluchtdistanz der Schlange befinden. Die folgende Reaktion läuft blitzschnell ab, egal ob es sich dann um Angriff oder Flucht handelt. Schwankt die Schlange jedoch hin und her, so ist das nicht mit einem überlegenden "soll ich angreifen oder flüchten" oder mit Paralyse zu verwechseln. Wir befinden uns dann lediglich genau auf der Grenze zwischen ihrer Angriffs- und Fluchtdistanz. Die Paralyse lässt sich am besten mit dem bekannten Kaninchen erklären, welches, starr vor Schreck, vor der sie fressen wollenden Schlange hockt. Es ist in diesem Augenblick weder bereit anzugreifen noch zu flüchten. Im Körper des paralysierten Tieres werden enorme Mengen eines Hormons ausgeschüttet, welches den herannahenden Tod "erträglicher" macht. Auf den Menschen übertragen, könnte man dieses mit einer schweren Schockreaktion vergleichen, bei der das Schmerzempfinden zunächst stark herabgesetzt ist (z.B. nach einem schweren Unfall mit körperlichem Schaden). Ist der Stimulus, der die reaktive Verhaltensweise auslöst, sehr stark, so wird das reaktive Verhalten eine ganze Weile (Sekunden, Minuten oder Stunden) anhalten und das danach einsetzende bewusste Verhalten verzögern. So kann man beobachten, dass ein aufgeschrecktes Reh unter Umständen mehrere hundert Meter flieht, ehe es stehen bleibt und die Lage sondiert, also bewusstes Verhalten zeigt. Genauso lässt es sich erklären, dass Schlägereien nicht nach 1000 Millisekunden zu ende sind, sondern die Rivalen in einer Art Raserei längere Zeit aufeinander losgehen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Reaktives Verhalten

Bewusstes Verhalten

Skizze zum „normalen“ Reaktionsablauf bei einem nicht zu starken Stimulus

Konfliktmodell

„Reaktiver Typ“

„Bewusster Typ“

R-R-Konflikt

Imponier-Konflikt

Heißer R-R-Konflikt

R-B-Konflikt

B-B-Konflikt

Choleriker im Konflikt

„Beobachter“-Position

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit analysiert die physiologischen Grundlagen und Verhaltensmuster des Menschen in Konfliktsituationen, um durch die Unterscheidung von reaktivem und bewusstem Verhalten ein tieferes Verständnis für Eskalationsdynamiken zu entwickeln.

  • Unterscheidung zwischen unbewusstem, reaktivem Verhalten und bewusster, steuerbarer Handlung.
  • Entwicklung eines Konfliktmodells zur Typisierung von Personen (R-Typ und B-Typ).
  • Analyse verschiedener Interaktionskonstellationen (R-R, B-B, R-B) und deren Eskalationsrisiken.
  • Strategien zur Emotionsregulation durch die Einnahme einer „Beobachter“-Position.

Auszug aus dem Buch

Reaktives Verhalten

Die erste Reaktion auf den Konflikt (Stimulus) setzt nach ca. 50 Millisekunden ein. Sie ist unbewusst und deshalb nicht steuerbar. Dabei werden mehr oder minder große Hormonmengen ausgeschüttet, die eine blitzschnelle Reaktion ermöglichen bzw. unterstützen. Diese Reaktion gehört zu unseren archaischen Verhaltensweisen und ist auch heute noch unter Umständen überlebenswichtig. Als mögliche Reaktionen sind Flucht, Angriff und als Sonderfall die Paralyse zu beobachten. Diese Reaktionen sind auch im Tierreich zu beobachten. Ob nun Flucht- oder Angriffsverhalten ausgelöst wird, hängt in der Regel von der räumlichen Distanz des Stimulus ab.

Ist der Stimulus, der die reaktive Verhaltensweise auslöst, sehr stark, so wird das reaktive Verhalten eine ganze Weile (Sekunden, Minuten oder Stunden) anhalten und das danach einsetzende bewusste Verhalten verzögern. So kann man beobachten, dass ein aufgeschrecktes Reh unter Umständen mehrere hundert Meter flieht, ehe es stehen bleibt und die Lage sondiert, also bewusstes Verhalten zeigt. Genauso lässt es sich erklären, dass Schlägereien nicht nach 1000 Millisekunden zu ende sind, sondern die Rivalen in einer Art Raserei längere Zeit aufeinander losgehen.

Zusammenfassung der Kapitel

Reaktives Verhalten: Beschreibt die archaischen, unbewussten Schutzmechanismen wie Flucht, Angriff oder Paralyse, die unmittelbar nach einem Stimulus auftreten.

Bewusstes Verhalten: Erläutert die Fähigkeit zur intellektuellen Steuerung, die zeitversetzt nach dem reaktiven Muster einsetzt.

Skizze zum „normalen“ Reaktionsablauf bei einem nicht zu starken Stimulus: Visualisiert den zeitlichen Übergang von der reaktiven zur bewussten Phase.

Konfliktmodell: Führt die Kategorisierung von Konfliktparteien basierend auf ihrem Reaktionsmuster ein.

„Reaktiver Typ“: Definiert Merkmale für Personen, die in Konflikten primär mit Aggression und körperlicher Anspannung reagieren.

„Bewusster Typ“: Beschreibt Personen, die schneller Kontrolle über ihre Emotionen gewinnen und argumentativ handeln.

R-R-Konflikt: Analysiert das Eskalationspotenzial bei der Begegnung zweier reaktiver Persönlichkeiten.

Imponier-Konflikt: Betrachtet eine Unterform des R-R-Konflikts, bei der soziale Rollenbilder zur Selbstdarstellung im Vordergrund stehen.

Heißer R-R-Konflikt: Beschreibt die tätliche Auseinandersetzung zwischen reaktiven Akteuren.

R-B-Konflikt: Untersucht die Missverständnisse, die entstehen, wenn reaktive und bewusste Typen aufeinandertreffen.

B-B-Konflikt: Beleuchtet die Interaktion zwischen zwei bewusst handelnden Personen, bei der eine Eskalation meist geplant erfolgt.

Choleriker im Konflikt: Behandelt den Sonderfall extremer Reaktionsmuster und notwendige Interventionsmöglichkeiten.

„Beobachter“-Position: Erklärt die Bedeutung der Metakognition zur strategischen Konfliktbewältigung.

Schlüsselwörter

Konfliktmanagement, Reaktives Verhalten, Bewusstes Verhalten, R-Typ, B-Typ, Eskalation, Konfliktmodell, Physiologische Reaktion, Stimulus, Dissoziation, Beobachter-Position, Mediation, Stressreaktion, Verhaltensanalyse, Konflikttypen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die biologischen und psychologischen Mechanismen, die menschliches Verhalten in Konfliktsituationen steuern, mit besonderem Fokus auf der zeitlichen Abfolge von unbewussten Reflexen und bewussten Handlungen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen umfassen die Unterscheidung von reaktivem und bewusst gehandeltem Verhalten, die Klassifizierung von Konflikttypen sowie die Analyse verschiedener Eskalationsdynamiken in Konfliktsituationen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, ein Konfliktmodell bereitzustellen, das es dem Leser ermöglicht, Verhaltensweisen von Konfliktpartnern besser zu deuten und durch eine „Beobachter“-Position strategisch auf Konflikte einzuwirken.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor nutzt eine systematische Kategorisierung von Verhaltenstypen und beschreibt deren Interaktionsmodelle, ergänzt durch Ansätze aus der NLP-Theorie zur Metakognition.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die physiologische Erklärung von Stressreaktionen, die Einführung des Konfliktmodell-Typsystems (R- und B-Typ) sowie die detaillierte Analyse von Konfliktkonstellationen wie R-R oder R-B.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Konfliktmodell, Reaktives Verhalten, Eskalation und die Beobachter-Position.

Wie unterscheidet sich ein „Reaktiver Typ“ von einem „Bewussten Typ“?

Der reaktive Typ zeigt unmittelbar nach einem Reiz aggressive Symptome wie körperliche Anspannung und Lautstärkenveränderungen, während der bewusste Typ schneller in eine reflektierte, argumentativ ruhige Haltung findet.

Warum ist die „Beobachter“-Position für Konfliktlösungen wichtig?

Die Beobachter-Position ermöglicht es, sich emotional vom Konflikt zu distanzieren (Dissoziation), um die Situation objektiver zu bewerten und eigene gesteckte Ziele trotz Stress nicht zu verlieren.

Excerpt out of 7 pages  - scroll top

Details

Title
Physiologische Reaktionen im Konfliktfall, reaktives und bewusstes Verhalten
College
Alice Salomon University of Applied Sciences Berlin AS  (Sozialarbeit / Sozialpädagogik)
Course
Projekt: Konfliktbearbeitung / Mediation
Grade
2
Author
Christoph Heimrod (Author)
Publication Year
2003
Pages
7
Catalog Number
V18450
ISBN (eBook)
9783638227988
Language
German
Tags
Physiologische Reaktionen Konfliktfall Verhalten Projekt Konfliktbearbeitung Mediation
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Christoph Heimrod (Author), 2003, Physiologische Reaktionen im Konfliktfall, reaktives und bewusstes Verhalten, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/18450
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  7  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint