Die mediale Entwicklung des Märchens „Die Prinzessin auf der Erbse“ von Hans Cristian Andersen


Hausarbeit (Hauptseminar), 2011
18 Seiten, Note: 8/10

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Kurze Biographie über Hans Cristian Andersen

3. Forschungslage-Materialien und deren Auswahl

4. Über das Märchen

5. Märchen und Medien

6. Verfilmungen
6.1 „Die Prinzessin auf der Erbse - Prinzessin gesucht!“, UdSSR(1976)
6.1.1 Daten über den Film
6.1.2 Plot
6.1.3 Vergleich mit Originaltext
6.2 „Die Prinzessin auf der Erbse“, (Zeichentrickfilm) USA, Ungarn (2002)
6.2.1 Daten über den Film
6.2.2 Plot
6.2.3 Vergleich mit Originaltext

7. Musik
7.1 “Once Upon a Mattress”,Broadway (1959)
7.1.1 Daten über das Musikal
7.1.2 Plot
7.1.3 Vergleich mit Originaltext

8. Spiele
8.1 „Die Erbsenprinzessin“ Brettspiel (2004)

9. Comics
9.1 Die Prinzessin aus der Erbse – ElKeller (2008)

10. Fazit

11. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Mit dieser Seminararbeit möchte ich die Rolle des Märchens ''Die Prinzessin auf der Erbse'' von Hans Cristian Andersen, in verschiedenen Medien seit seiner Entstehung 1835 beleuchten.

Das Märchen erschien erstmals am 7. April 1837 in einer Ausgabe der Reihe "Märchen, für Kinder erzählt" (dänisch EventyrfortalteforBørn). Klassifiziert ist das Märchen im Aarne-Thomson Index unter AaTh 704 [1] ‘’Prinzessin auf der Erbse’’ mit den Thema, „Andere Geschichten vom Übernatürlichen‘‘.

Der Transport der Geschichte/Geschichten (Märchen in diesem Fall) in die modernen Medien gehört zur Medienwissenschaft und wird als Intermedialität bezeichnet. In dieser Hausarbeit werden die Beziehungen zwischen den authentischen Text und den Neuen Medien untersucht. Heutzutage werden Kinder und Erwachsene sehr stark mit modernen Medien konfrontiert. Nach Bruno Bettelheim sollten Märchen in die Gegenwart gerufen werden[2]. Daraus entstehendie Fragen, inwie fernes wichtigist, das Märchen in den Medien, nahe an den Originaltext zu interpretieren? Was für Gemeinsamkeiten und Unterschiede zum Originaltext finden sich in den neuen Interpretationen?

Diese Fragen werden beantwortet indem der Originaltext des Märchens mit modernen Medienverglichen wird, diese sind Filme, Musik, Comics, Internetund Spiele.

Ziel meiner Hausarbeit ist, die Mediale Entwicklung des Märchens zu deuten, und zu beweisen, dass Märchen für immer und ewig auch imMedienwandelerhalten bleiben.

2. Kurze Biographie über Hans Cristian Andersen

Hans Christian Andersen wurde am 2. April 1805 in Odense auf der dänischen Insel Fyn als Sohn einer armen Wäscherin und eines Schusters geboren. Er konnte kaum die Schule besuchen, aber er hatte einen unbändigen Drang zum Erfolg. Andersen versuchte sich als Ballett-Tänzer, Schauspieler, bekam auch eine entsprechende Gelegenheit, doch konnte er sich nicht profilieren.[3]

Erfolgreicher war er als Verfasser von Theaterstücken für den Tagesbedarf. Eintagsfliegen waren seine Stücke, und auch gedruckt waren sie nicht durchwegs erfolgreiche Unternehmen. Immerhin wurde H. C. Andersen damit in der Gesellschaft bekannt.[4]

Bis ihm der Dänenkönig Friedrich VI, dem seine Begabung aufgefallen war, 1822 den Besuch der Lateinschule in Slagelsen ermöglichte.

Bis 1828 wurde ihm auch das Universitätsstudium bezahlt. Andersen unternahm Reisen durch Deutschland, Frankreich und Italien, die ihn zu lebhaften impressionistischen Studien anregten. H.C. Andersen Weltruhm begann bekanntlich in Deutschland. Daher sind viele seiner Bücher zuerst in deutscher Sprache erschienen und danach in Dänischer.

Der Weltruhm Andersens ist auf den insgesamt 168 von ihm geschriebenen Märchen begründet.

Andersen starb am 4.8.1875 in Kopenhagen. In seinem Todesjahr wird einen seiner Größten Bewunderer und Nutzer, Thomas Mann geboren.[5]

3. Forschungslage-Materialien und deren Auswahl

Während des recherchieren über die Entwicklung des Märchens ist eine große Anzahl an Forschungsmaterialien aufgetreten, darunter mehrere Bilderbücher, Bilder, Verfilmungen , Musikals, Opern, E-Books, Comics, Spiele u.a. die ganze mediale Entwicklung des Märchens ist schwierig zu verfolgen, deswegen werde ich mich präzise mit bestimmten Medien befassen.

Das erste Kriterium der Auswahl der Materialien,die in der vorgegebenen Hausarbeitbenutzt werden ist die Popularität. Das zweite Kriterium ist chronologisch ältere und modernere Adaptionen des Märchens in den Medien. Es istnachvollziehbar, dass 176 Jahre nach der Entstehung des MärchensgroßeVeränderungen aufgetreten die den Inhalt, die Motive und die verschiedene Interpretationen betreffen.

Die letztendlich auserwählten Medien sind, die Filme:''Die Prinzessin auf derErbse - Prinzessin gesucht!'', UdSSR(1976) und ''Die Prinzessin auf der Erbse'', (Zeichentrickfilm) USA, Ungarn (2002).Das BroadwayMusikal:''Once Upon aMattress’’, Broadway (1959). Der Underground Comic: ‘’Die Prinzessin aus derErbse‘‘vonElKeller (2008). Und das Brettspiel „Die Erbsenprinzessin“.

4. Über das Märchen

Es ist eines der ersten Märchen von Hans Cristian Andersen, es erschien erstmals am 7. April 1837.Durch mündliche Weitergabe gelangte es zwischenzeitlich auch als Die Erbsenprobe in Grimms Märchen. Andersen behauptete, die Geschichte als Kind gehört zu haben. Es gibt eine schwedische Version des Märchens, die lautet ‘’ die Prinzessin die auf 7 Erbsen liegte’’, von dieser Version kann man ausgehen, dass Hans Cristian Andersen tatsächlich in seiner Kindheit das Märchen gehört hat, denn sein Heimatland ist mit Schweden benachbart.

Es wird behauptet, dass dieses Märchen eine soziale Kritik von Andersen, über die lustigen und komischen Wege, den Adel zu beweisen, ist. Dass er mit diesem Märchen die Monarchie angreifen wollte, doch liegt diese Kritik daneben, denn es ist bewiesen, dass Andersen mit diesem anderthalb Seiten langes Meisterwerk nichts anderes als seine eigene Überempfindlichkeit ironisieren wollte[6].

Wichtig ist zu erwähnen, dass der Umfang dieses Märchens lediglich eine Seite lang ist. In diesemMärchen wird das Motiv der Empfindlichkeit einer wahren Prinzessingedeutet, unddas Konzept der Probe wird am Beispiel der Prinzessindargestellt.

5. Märchen und Medien

Literatur bleibt nicht nur geschrieben lebendig, sondern vor allem, wenn die Modernität sie berührt.

'' Um ihren Trost, ihren symbolischen Sinn und vor allem ihre zwischenmenschliche Bedeutung auszuschöpfen, sollte man Märchen lieber erzählen als vorlesen. Zum Vorlesen gehört emotionale Anteilnahme an der Geschichte und an dem Kind, das sie hört, aber auch die Fähigkeit, sich vorzustellen, was das Märchen gerade diesem Kind bedeuten könnte. Erzählen ist besser als Vorlesen, weil es Flexibilität erlaubt. ΄΄ [7]

Nach Schriftsteller Bruno Bettelheim gibt es sogar einen Unterschied zwischen erzählen und vorlesen. Nach ihm hat das Volksmärchen im Unterschied zu neueren Märchen seine Gestalt dadurch erhalten, dass es zahllose Male von verschiedenen Erwachsenen, allen möglichen Kindern, erzählt wurde. Jeder Erzähler ließ Elemente fallen und nahm neue hinzu, um es für ihn selbst und für die Zuhörer anzupassen.[8]

Genau dasselbe passiert in den Medien, in manche Interpretationen z.B. spielt die Empfindlichkeit der Prinzessin keine so große Rolle mehr, oder die Personen die handeln u.a. Also haben wir hier vorhanden eine direkte und modern angepasste Entwicklung des Erzählens. Bei jedem Medium wird etwas hinzugefügt oder entnommen.

6. Verfilmungen

6.1 „Die Prinzessin auf der Erbse - Prinzessin gesucht!“, UdSSR(1976)

6.1.1 Daten über den Film

‘’ Die Prinzessin auf der Erbse- Prinzessin gesucht! ‘‘, ist eine russische Verfilmung aus der UdSSR. Ihre Premiere fand statt 1976 in der Sowjetunion. Der Film ist ein Potpourri von verschiedenen Motiven der Märchen von H.C. Andersen, so wie der Schweinehirt, der Reisekamerad und das Unglaublichste.Der Märchenfilm ist bestickt mit Musik von Antonio Vivaldi ‚‘‘Die vier Jahreszeiten‘‘[9]. In der Hauptrolle der Prinzessin ist Irina Malyschewa.Er ist international bekannt.

Allein schon an Bildqualität, Musik (die Spannung bringt), Kostümen, Farben (die wie nachgemalt sind) ist die Verfilmung eine ausgezeichnete Adaption des Originaltextes.

6.1.2 Plot

In dieser Adaption des Märchensbeginnt der Film mit einen fürchterlichen Unwetter, ein junges Mädchen klopft an dasTor des Königreiches, da hängt ein Schild ‘’Prinzessin gesucht’’. Das junge Mädchen bittet um Obdach, sie behauptet eine Prinzessin zu sein. Die königliche Familie glaubt ihr nicht, aber sie gewähren ihr trotzt allenEinlass, denndas Königsreich braucht dringend eine Prinzessin.Am nächsten Morgen macht der Prinz sich auf den Weg, er soll die ganze Welt bereisen um eine wahre Prinzessin zu finden. Da begegnet er, drei verschiedenartigen Prinzessinnen, davon ist keine eine‘’wahre Prinzessin’’.Bekümmert, freudlos und ohne dass, er sein Ziel erreicht hat kehrt er zurück zu seinem Schloss. Dort trifft er das junge Mädchen wieder, er bemerkt ihre einzigartige Schönheit. Die königliche Familie stellt die Prinzessin auf die Probe, 20 Matratzen und darunter eine einzige Erbse. Das junge Mädchen übersteht die Probe, sie fühlt sie. Eine prächtige Hochzeit findet statt und letztendlich sind alle glücklich.

6.1.3 Vergleich mit Originaltext

In diesem Märchenfilm handelt es sich, wie erwähnt, nicht nurum das Märchen der ‘’ Prinzessin auf der Erbse’’, sondern auch um drei weitere Andersen Märchen. Der Prinz hat während seiner Suche jederPrinzessin in eine Probe gestellt. Somit können wir auf jeden Fall ausgehen, dass diese Adaption das Konzept der Probe darstellt und im Vordergrundbleibt. Das Originalmärchen bildet das Fundamentdes Handlungsablaufes, dennochtrittwährend des FilmverlaufesUnterschiede auf. Nach demOriginaltext von Hans Cristian Andersen beginnt das Märchenfolgendermaßen:

΄΄Es war einmal ein Prinz, der wollte eine Prinzessin heiraten. Aber das sollte eine wirkliche Prinzessin sein. Da reiste er in der ganzen Welt herum, um eine solche zu finden, aber überall fehlte etwas. Prinzessinnen gab es genug, aber ob es wirkliche Prinzessinnen waren, konnte er nie herausfinden. Immer war da etwas, was nicht ganz in Ordnung war. Da kam er wieder nach Hause und war ganz traurig, denn er wollte doch gern eine wirkliche Prinzessin haben.΄΄[10]

Im Gegenteilzu dem Märchenfilmbei dem zuerst die Prinzessin ankommt und danach erst der Prinz auf seine Prinzessinnensuche geht. Bei Andersen kommt die Prinzessin erst an, wenn der Prinz erschöpftvon seiner Suchezurückkehrt. Der Film wird wegen der kurze des Märchens mit drei unterschiedlichen Prinzessinnen ausgeschmückt. Keine davon besteht die Probe, dasbeeinflusst nicht den Verlauf der originalenGeschichte, sondern präsentiert, dass es nicht so wichtig ist wie eine Prinzessin aussieht,aberwie sie sich benimmt, um ,in diesem Fall, die Empfindlichkeitzu beweisen.

Die drei andere Prinzessinnen mögen ‘’echte’’sein, aber haben keine richtigen Haltungenallerdings, besitzen sie den Titel der Loyalität. Die erste Prinzessin ist inspiriert von den Märchen von H.C.Andersen ‘’Der Schweinehirt’’.Sie beweist mit ihremBenehmen, dass sie die Natur nicht sehr wahrnimmt, indem sie eine Rose, die der Prinz ihr anbietet, ablehnt(Rose & Nachtigall). Sie ist ebenfalls ‘’nicht die ganz richtige’’sie bekommt nie genug, und ist generell unzufrieden, auch als der Prinzsich als Schweinehirt verkleidet, und ihr alles was er kann zu Füßen legt, undtrotzdem verspottet wird. Die zweite Prinzessinvon demMärchen ‘’der Reisekamerad‘‘, und zwar stellt sie jeden zukünftigenPrinzen ein unlösbaresRätsel, niemand schafft es, am Endegestehtsie, dass sie in einen anderen Mann verliebt ist, und zwar in einen Troll.Jede Ablehnung war seiner Liebe gewidmet. Die drittePrinzessin die vorkommt, ist nach den Märchen‘’das Unglaublichste’’ sie erwartet von jedem Prinzeneine Kunst, etwasBesonderes, zu singen, zu malen, zu tanzen. Letztendlich kommt ein Prinz, der alles mit Wutzerstört, undbehauptet, das Unglaublichste übertroffen zu haben.

[...]


[1] http://en.wikipedia.org/wiki/Aarne%E2%80%93Thompson_classification_system (abgerufen am: 27/12/2010)

[2] Bruno Bettelheim, Kinder brauchen Märchen, dtv Dialog & Praxis, 1977

[3] http://www.zeno.org/Literatur/M/Andersen,+Hans+Christian/Biographie

[4] http://www.blue-carpet.eu/seiten/vortraege.html

[5] http://de.wikipedia.org/wiki/Hans_Christian_Andersen

[6] Sven HakovRossel, Hans Christian Andersen und seine Märchen Heute, Wiener Vorlesungen-Picus, 1995, S.40

[7] Bruno Bettelheim, Kinder brauchen Märchen, dtv Dialog & Praxis, 1977, S. 173

[8] Ebda : 174

[9] http://de.wikipedia.org/wiki/Die_Prinzessin_auf_der_Erbse (1976) ( abgerufen am: 24/01/2011)

[10] Hans Cristian Andersen. Die schönsten Märchen. Verlag Fischer.2009 S.322

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten

Details

Titel
Die mediale Entwicklung des Märchens „Die Prinzessin auf der Erbse“ von Hans Cristian Andersen
Hochschule
Αριστοτέλειο Πανεπιστήμιο Θεσσαλονίκης - Thessaloniki  (Aristotle University of Thessaloniki , German faculty)
Veranstaltung
Kinderliteratur der Romantik
Note
8/10
Autor
Jahr
2011
Seiten
18
Katalognummer
V184532
ISBN (eBook)
9783656093473
ISBN (Buch)
9783656093190
Dateigröße
558 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Mit dieser Seminararbeit möchte ich die Rolle des Märchens "Die Prinzessin auf der Erbse" von Hans Cristian Andersen, in verschiedenen Medien seit seiner Entstehung 1835 beleuchten.
Schlagworte
entwicklung, märchens, prinzessin, erbse, hans, cristian, andersen
Arbeit zitieren
Rebecca Simmler (Autor), 2011, Die mediale Entwicklung des Märchens „Die Prinzessin auf der Erbse“ von Hans Cristian Andersen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/184532

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