„Eine zentrale Aufgabe jeder Rechnungslegung ist, die am Bilanzstichtag bestehenden
Lasten und die damit verbundenen künftigen Ausgaben abzubilden.“ (Binger, 2009, S.1). Die Bilanzierung von Rückstellungen ist aufgrund der Unsicherheit der zugrunde liegenden Verpflichtungen zu einem oft diskutierten Thema geworden. Da das deutsche Bilanzrecht immer mehr durch zunehmende internationale Einflüsse (z.B. IFRS: International Financial Reporting Standards) geprägt ist, kann die Bilanzierung von Rückstellungen nicht nur auf die die Vorschriften des HGB begrenzt werden. Das gemeinsame Kennzeichen von Rückstellungen ist in allen Rechtskreisen, dass Ungewissheit bezüglich der am Bilanzstichtag bereits verursachten künftigen Belastung des Unternehmens besteht (vgl. Federmann, 2010, S.376). Es bestehen jedoch beachtliche Unterschiede nach HGB und IFRS, auf welche im Laufe dieser Arbeit näher eingegangen werden soll.
Da nach einschlägiger Literatur zufolge, Kriterien für Rückstellungen grundsätzlich dem Ansatz nach geprägt sind, soll Innerhalb dieser Arbeit auf die in der Fachliteratur erwähnten Passivierungskriterien/Schlüsselkriterien im Zuge eines grundlegenden Vergleichs der Bilanzierung von Rückstellungen nach HGB (insbesondere nach dem Bilanzmodernisierungsgesetz) und IFRS eingegangen werden. Dabei soll zunächst der Rückstellungsbegriff näher erläutert und anschließend auf die verschiedenen Arten von Rückstellungen eingegangen werden. Eine vergleichende Zusammenfassung soll den Abschluss der Arbeit bilden. Ziel der Arbeit soll es sein, Schlüsselkriterien, welche für die Passivierungsfähigkeit einer Rückstellung nach HGB und IFRS erfüllt sein müssen, vergleichend darzustellen, sowie konkrete Kriterien/Ausnahmen deren Anwendung anhand aufgeführter Rückstellungen überblicksartig aufzuführen. Da es in der Literatur unterschiedliche Meinungen bezüglich der Ansatz- und Bewertungskonzepte zur Passivierung von Rückstellungen gibt, soll sich hier auf Konzepte einiger ausgewählter Autoren beschränkt werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Rückstellungen nach HGB
2.1 Der Rückstellungsbegriff nach HGB
2.1.1 Definition
2.1.2 Der Begriff der Schuld
2.1.3 Rückstellungen nach Außen- und Innenverpflichtung
2.2 Arten von Rückstellungen nach BilMoG
2.2.1 Rückstellungen für ungewisse Verbindlichkeiten
2.2.2 Rückstellungen für drohende Verluste aus schwebenden Geschäften
2.2.3 Rückstellungen für unterlassene Aufwendungen für Instandhaltung, die innerhalb von 3 Monaten nachgeholt werden
2.2.4 Rückstellungen für Abraumbeseitigung, die im folgenden Geschäftsjahr nachgeholt werden
2.2.5 Rückstellungen für Gewährleistungen, die ohne rechtliche Verpflichtung erbracht werden
3. Rückstellungen nach IFRS
3.1 Der Rückstellungsbegriff nach IFRS
3.1.1 Definition
3.1.2 Der Begriff der Schuld
3.1.3 Allgemeine Ansatzkriterien
3.2 Arten der Rückstellungen nach IFRS
3.2.1 IAS 37
3.2.2 Drohverlustrückstellungen
3.2.3 Restrukturierungsrückstellungen
3.2.4 Sonderregelungen
4. Zusammenfassung und Ergebnis
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit verfolgt das Ziel, die unterschiedlichen Passivierungskriterien und Konzepte zur Bilanzierung von Rückstellungen nach deutschem Handelsrecht (HGB) unter Berücksichtigung des Bilanzmodernisierungsgesetzes und den internationalen Standards (IFRS) vergleichend gegenüberzustellen, um bestehende Unterschiede bei Ansatz und Bewertung zu verdeutlichen.
- Grundlagen der Rückstellungsbilanzierung im HGB
- Einfluss des BilMoG auf Rückstellungswahlrechte
- Systematik der Rückstellungen nach IAS 37 (IFRS)
- Vergleich der Passivierungskriterien wie Außenverpflichtung und Ressourcenabfluss
- Analyse der Periodenzurechnung in beiden Rechnungslegungssystemen
Auszug aus dem Buch
1. Einleitung
„Eine zentrale Aufgabe jeder Rechnungslegung ist, die am Bilanzstichtag bestehenden Lasten und die damit verbundenen künftigen Ausgaben abzubilden.“ (Binger, 2009, S.1). Die Bilanzierung von Rückstellungen ist aufgrund der Unsicherheit der zugrunde liegenden Verpflichtungen zu einem oft diskutierten Thema geworden. Da das deutsche Bilanzrecht immer mehr durch zunehmende internationale Einflüsse (z.B. IFRS: International Financial Reporting Standards) geprägt ist, kann die Bilanzierung von Rückstellungen nicht nur auf die die Vorschriften des HGB begrenzt werden. Das gemeinsame Kennzeichen von Rückstellungen ist in allen Rechtskreisen, dass Ungewissheit bezüglich der am Bilanzstichtag bereits verursachten künftigen Belastung des Unternehmens besteht (vgl. Federmann, 2010, S.376). Es bestehen jedoch beachtliche Unterschiede nach HGB und IFRS, auf welche im Laufe dieser Arbeit näher eingegangen werden soll.
Da nach einschlägiger Literatur zufolge, Kriterien für Rückstellungen grundsätzlich dem Ansatz nach geprägt sind, soll Innerhalb dieser Arbeit auf die in der Fachliteratur erwähnten Passivierungskriterien/Schlüsselkriterien im Zuge eines grundlegenden Vergleichs der Bilanzierung von Rückstellungen nach HGB (insbesondere nach dem Bilanzmodernisierungsgesetz) und IFRS eingegangen werden. Dabei soll zunächst der Rückstellungsbegriff näher erläutert und anschließend auf die verschiedenen Arten von Rückstellungen eingegangen werden. Eine vergleichende Zusammenfassung soll den Abschluss der Arbeit bilden. Ziel der Arbeit soll es sein, Schlüsselkriterien, welche für die Passivierungsfähigkeit einer Rückstellung nach HGB und IFRS erfüllt sein müssen, vergleichend darzustellen, sowie konkrete Kriterien/Ausnahmen deren Anwendung anhand aufgeführter Rückstellungen überblicksartig aufzuführen. Da es in der Literatur unterschiedliche Meinungen bezüglich der Ansatz- und Bewertungskonzepte zur Passivierung von Rückstellungen gibt, soll sich hier auf Konzepte einiger ausgewählter Autoren beschränkt werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung legt den Fokus auf die Relevanz der Rückstellungsbilanzierung im Kontext internationaler Rechnungslegungsstandards und definiert die Zielsetzung eines Vergleichs zwischen HGB und IFRS.
2. Rückstellungen nach HGB: Dieses Kapitel erläutert den handelsrechtlichen Begriff der Schuld und analysiert die spezifischen Rückstellungsarten unter Berücksichtigung des BilMoG, inklusive Pflicht- und Wahlrückstellungen.
3. Rückstellungen nach IFRS: Der Fokus liegt hier auf der Definition von Rückstellungen gemäß IFRS und den spezifischen Ansatzkriterien des IAS 37 sowie weiteren Sonderregelungen für spezielle Geschäftsvorfälle.
4. Zusammenfassung und Ergebnis: Das Abschlusskapitel resümiert die wesentlichen Unterschiede zwischen HGB und IFRS, insbesondere hinsichtlich des Objektivierungsgrades und der Kriterien für das Bestehen einer Außenverpflichtung.
Schlüsselwörter
Rückstellungen, HGB, IFRS, BilMoG, Passivierung, Außenverpflichtung, Innenverpflichtung, Bilanzierung, IAS 37, Schuld, Drohverlustrückstellungen, Restrukturierungsrückstellungen, Rechnungslegung, Bewertung, Verbindlichkeiten.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit einem rechtsvergleichenden Überblick zur Bilanzierung von Rückstellungen zwischen den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften (HGB) und den internationalen Rechnungslegungsstandards (IFRS).
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die Arbeit behandelt den Rückstellungsbegriff, die Ansatzkriterien nach beiden Rechnungslegungssystemen, die Auswirkungen des BilMoG sowie die spezifischen Kategorien wie Drohverlust- oder Restrukturierungsrückstellungen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die Passivierungskriterien für Rückstellungen vergleichend darzustellen und die Unterschiede bei der Handhabung von ungewissen Verbindlichkeiten zwischen HGB und IFRS aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine Literaturanalyse, die auf den Konzepten ausgewählter Autoren wie Binger, Federmann und Haas basiert, um die handels- und bilanzrechtlichen Konzepte systematisch gegenüberzustellen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Analyse der handelsrechtlichen Rückstellungen nach § 249 HGB inklusive BilMoG-Anpassungen sowie die systematische Betrachtung der IFRS-Rückstellungen nach IAS 37.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Rückstellungen, BilMoG, IFRS, HGB, Außenverpflichtung, Passivierungskriterien und IAS 37.
Inwiefern hat das BilMoG die Rückstellungsbildung nach HGB verändert?
Das Bilanzmodernisierungsgesetz hat die Wahlrechte zur Bildung von Aufwandsrückstellungen weitgehend eingeschränkt, um die Objektivität des Rückstellungsansatzes zu erhöhen und Handelsspielräume zu reduzieren.
Welcher Unterschied besteht bei der Konkretisierung von Verpflichtungen zwischen HGB und IFRS?
Während das HGB eher einen qualitativen, vorsichtigen kaufmännischen Beurteilungsspielraum vorsieht, verlangen die IFRS für einen Ressourcenabfluss eine konkretisierte Eintrittswahrscheinlichkeit von mehr als 50 Prozent.
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- Steffen Plutz (Author), 2011, Rückstellungsbilanzierung nach HGB und IFRS - Ein Vergleich, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/184591