Behältermanagement in der Just-in-Time-Beschaffung am Beispiel Volkswagen


Projektarbeit, 2011
26 Seiten, Note: 2,3

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungs- und Tabellenverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1 Themenabgrenzung und Zielformulierung

2 Just-in-Time-Beschaffung
2.1 Ziele der Just-in-Time-Beschaffung
2.2 Voraussetzungen für die Umsetzung der Just-in-Time-Beschaffung
2.3 Varianten der Just-in-Time-Beschaffung
2.4 Vor- und Nachteile der Just-in-Time-Beschaffung

3 Behältermanagement
3.1 Anforderungen an ein Behälterkonzept
3.2 Behälterkreisläufe
3.2.1 Behälterkreisläufe mit Pool-Struktur
3.2.2 Behälterkreisläufe ohne Pool-Struktur
3.3 Vorteile von Mehrwegbehältern gegenüber Einwegbehältern
3.4 Logistische Einheit
3.5 Optimierungspotenziale im Behältermanagement
3.6 Einsatzmöglichkeiten von RFID im Behältermanagement
3.6.1 Funktionsweise von RFID
3.6.2 Einsatzmöglichkeiten von RFID
3.6.3 Vor- und Nachteile von RFID

4 Behältermanagement in der Just-in-Time-Beschaffung am Beispiel Volkswagen
4.1 Situationsbeschreibung und Problemdefinition
4.2 Lösungsvorschlag

5 Schlussbetrachtung und Ausblick

Quellenverzeichnis

Eigenständigkeitserklärung

Abbildungs- und Tabellenverzeichnis

Abb. 1: Behälterkreislauf mit Pool-Struktur.

Abb. 2: Behälterkreislauf ohne Pool-Struktur.

Abb. 3: Grundsätzliche Möglichkeiten zur Bildung logistischer Einheiten.

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Themenabgrenzung und Zielformulierung

"Eine geeignete Übersetzung von "Just-in-Time" ist ... "auf den letzten Drücker"." (Voigt 2008, 198). Mit dieser Aussage möchte Voigt verdeutlichen, dass die Lieferung eines Gutes beim Just-in-Time-Prinzip im Optimalfall zum spätestmöglichen Zeitpunkt erfolgen sollte (vgl. Voigt 2008, 198). In dieser Arbeit wird das Just-in-Time-Prinzip auf den Bereich der Just-in-Time-Beschaffung begrenzt. Innerhalb dieses Teilbereiches des Just-in-Time-Prinzips setzt sich der Autor mit der Thematik des Behältermanagements auseinander.

Das Ziel dieser Arbeit besteht darin, dass für ein Problem aus der betrieblichen Praxis aus dem Bereich Behältermanagement in der Just-in-Time-Beschaffung ein Lösungvorschlag erarbeitet werden soll.

Der theoretische Teil dieser Arbeit wird sich daher auf die Themengebiete Just-in-Time-Beschaffung und Behältermanagement konzentrieren. Anschließend wird das Problem aus der betrieblichen Praxis vorgestellt und auf Basis der theoretischen Grundlagen ein Lösungvorschlag erarbeitet.

In der Themenabgrenzung und Zielformulierung wird das Thema dieser Arbeit eingegrenzt und das Ziel des Autors formuliert. Darüber hinaus wird die methodische Vorgehensweise kurz dargelegt.

Der Hauptteil dieser Arbeit konzentriert sich auf die beiden Themen Just-in-Time-Beschaffung und Behältermanagement. Zuerst wird das Just-in-Time-Prinzip für den Bereich Beschaffung vorgestellt. Darauf aufbauend werden Ziele und Voraussetzungen für das Just-in-Time-Prinzip in der Beschaffung erläutert. Danach werden verschiedene Arten der Just-in-Time-Beschaffung dargestellt sowie Vor- und Nachteile der Just-in-Time-Beschaffung diskutiert. Anschließend wird auf das Thema Behältermanagement eingegangen. Die Anforderungen an ein Behälterkonzept werden beschrieben und Behälterkreisläufe mit und ohne Pool-Struktur werden dargestellt. In diesem Zusammenhang werden die Vorteile von Mehrwegbehältern gegenüber Einwegbehältern aufgezeigt und der Begriff der logistischen Einheit wird definiert. Abschließend werden Optimierungspotenziale diskutiert und die Einsatzmöglichkeiten von RFID im Behältermanagement werden kurz vorgestellt. Dazu wird zunächst die Funktionsweise von RFID in ihren Grundzügen erklärt und die Einsatzmöglichkeiten von RFID werden vorgestellt. Zum Abschluss werden die Vor- und Nachteile dieser Technologie aufgezählt.

Im anschließenden Praxisteil wird ein konkretes Problem aus der betrieblichen Praxis aus dem Bereich Behältermanagement in der Just-in-Time-Beschaffung beschrieben. Für dieses Problem wird dann auf Basis der dargelegten theoretischen Grundlagen ein Lösungsvorschlag erarbeitet.

Im abschließenden Teil Schlussbetrachtung und Ausblick werden die wesentlichen Aspekte noch einmal aufgegriffen und zusammengefasst. Die Arbeit wird mit einem Ausblick auf die zukünftige Entwicklung des bearbeiteten Themas abgeschlossen.

2 Just-in-Time-Beschaffung

Das Konzept der Just-in-Time-Beschaffung hat die Zielsetzung, dass die für die Produktion benötigten Einzelteile oder Baugruppen exakt zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort zur Verfügung stehen. Dabei soll das Zurückgreifen auf Lagerbestände vermieden werden (vgl. Voigt 2008, 608). Die Anlieferung sollte beim Just-in-Time-Prinzip im Idealfall zum spätestmöglichen Zeitpunkt erfolgen (vgl. Voigt 2008, 198). Dies verdeutlicht Voigt indem er sagt, dass "[e]ine geeignete Übersetzung von "Just-in-Time" ... "auf den letzten Drücker" [ist]" (Voigt 2008, 198). Bei der Umsetzung des Prinzips der Just-in-Time-Beschaffung muss eine Synchronisation von Anlieferung und Produktion stattfinden (vgl. Sturm 2006, 123).

2.1 Ziele der Just-in-Time-Beschaffung

Bei der Anwendung des Just-in-Time-Prinzips in der Beschaffung werden vor allem zwei Ziele verfolgt: Erstens sollen Bestände vermieden werden. Dadurch sinken die Kapitalbindungskosten und die Qualität in der Wertschöpfungskette verbessert sich, da Bestände oftmals Fehler und Probleme in der Wertschöpfungskette verdecken. Zweitens soll die Durchlaufzeit in der Wertschöpfungskette reduziert und somit eine Erhöhung der Flexibilität erreicht werden (vgl. Voigt 2008, 199).

2.2 Voraussetzungen für die Umsetzung der Just-in-Time-Beschaffung

Um das Just-in-Time-Prinzip in der Beschaffung umzusetzen müssen folgende Voraussetzungen erfüllt sein:

Die räumliche Entfernung zwischen dem Standort des Zulieferers und dem Standort des Abnehmers muss möglichst gering sein, damit Lieferzuverlässigkeit und -flexibilität gewährleistet sind,

die Bedarfsermittlungs- und Kommunikationssysteme müssen effizient sein,

die Null-Fehler-Lieferung muss gewährleistet sein, d. h. der Abnehmer muss sich zu 100% auf die Liefermengen und -zeitpunkte sowie die Qualität verlassen können,

die Produktionsverfahren müssen kontinuierlich und offen sein, da sich die Just-in-Time-Beschaffung bei Verfahren mit hohen Rüstkosten nicht rentiert,

die Transport- und Produktionspläne müssen sorgfältig koordiniert werden (vgl. Sturm 2006, 124),

zwischen Zulieferer und Abnehmer muss eine enge Beziehung aufgebaut werden, damit gemeinsame Strategien entwickelt werden können. Es muss vermieden werden, dass nur eine Verlagerung der Lagerhaltung zum Zulieferer stattfindet,

es müssen Kapazitätsreserven geschaffen werden, um Störungen und Bedarfsschwankungen ausgleichen zu können,

es muss vertraglich vereinbart werden, dass der Zulieferer einen Teil der Kosten übernimmt, die er selbst durch Qualitätsmängel, verspätete oder unvollständige Lieferungen verursacht hat (vgl. Bichler u. a. 2010, 11 f.) und

es müssen speziell konstruierte Transportbehälter genutzt werden, damit die gelieferten Teile direkt in den Produktionsprozess überführt werden können. Dadurch entfallen zeitraubende Umpack- oder Umladetätigkeiten (vgl. Vahrenkamp 2008, 299 f.).

Für die Just-in-Time-Beschaffung sind insbesondere hochwertige, großvolumige und variantenreiche Teile geeignet. Bei hochwertigen Teilen führt die Reduzierung der Bestände zu einer deutlichen Reduzierung der Kapitalbindungskosten, bei großvolumigen Teilen wird durch die Just-in-Time-Beschaffung eine erhebliche Platzeinsparung erreicht und variantenreiche Teile müssen entsprechend dem Just-in-Time-Konzept mit dem betreffenden Endprodukt synchronisiert werden (vgl. Koether 2001, 127).

2.3 Varianten der Just-in-Time-Beschaffung

Hunewald unterscheidet bei der Just-in-Time-Beschaffung zwischen drei Varianten:

Sequenzgenaue Just-in-Time-Beschaffung: Diese Variante unterstützt das Ziel Lagerbestandsminimierung. Die für die Produktion erforderlichen Einzelteile oder Baugruppen werden synchron zur Montagesequenz angeliefert, wobei eine Sequenz die Reihenfolge der Produktionsaufträge repräsentiert. Dabei wird dem Zulieferer in einigen Fällen sogar der Zutritt zu den Produktionshallen des Abnehmers gestattet und der Zulieferer liefert direkt an das Montageband. Bei der sequenzgenauen Anlieferung sollte die Entfernung zwischen dem Standort des Zulieferers und dem Standort des Abnehmers nicht größer als 50 km sein.

Anlieferung über externes Lager: Bei größeren Entfernungen zwischen dem Standort des Zulieferes und dem Standort des Abnehmers bietet sich die Variante der Anlieferung über ein externes Lager an. Dieses externe Lager hat die Funktion eines Pufferlagers und wird in der Nähe des Standortes des Abnehmers errichtet, jedoch außerhalb seines Werksgeländes. In diesem Lager werden die Einzelteile und Baugruppen zwischengelagert und von dort aus bei Bedarf, zum Teil auch sequenzgenau, an den Abnehmer geliefert.

Konsignationslager: Das Konsignationslager befindet sich im Gegensatz zum externen Lager auf dem Werksgelände des Abnehmers. In diesem Lager unterhält der Zulieferer eigene Bestände und ist für die Steuerung der Bestandsmenge verantwortlich. Bis zur physischen Entnahme durch den Abnehmer gehören die Einzelteile und Baugruppen dem Zulieferer, der diese dem Abnehmer erst zum Zeitpunkt der Entnahme in Rechnung stellt (vgl. Hunewald 2005, 57 f.).

2.4 Vor- und Nachteile der Just-in-Time-Beschaffung

Die Just-in-Time-Beschaffung bringt sowohl dem Zulieferer als auch dem Abnehmer einige Vorteile:

Der Abnehmer kann seine Bestände verringern und damit Kapitalbindungs- und Lagerkosten reduzieren,

der Abnehmer kann Probleme frühzeitig erkennen und beseitigen (vgl. Syska 2006, 67),

bisherige Lagerflächen des Abnehmers können für andere Zwecke genutzt werden,

der Abnehmer kann die Durchlaufzeiten verringern und dadurch die Produktivität steigern,

der Abnehmer erzielt einen entscheidenden Kostenvorteil gegenüber Konkurrenten, die die Just-in-Time-Beschaffung nicht nutzen (vgl. Bichler u. a. 2010, 12),

der Zulieferer erhält i. d. R. eine Preisprämie,

der Zulieferer hat meistens einen langfristigen Vertrag mit dem Abnehmer und somit langfristige Abnahmegarantien und

der Abnehmer kann auf eine Qualitätsprüfung der gelieferten Teile verzichten (vgl. Voigt 2008, 609).

Mit der Just-in-Time-Beschaffung sind allerdings auch einige Nachteile verbunden:

Störungen im Materialnachschub können die Produktion des Abnehmers gefährden. Deswegen ist das Halten von Sicherheitsbeständen bzw. die Vorgabe von Sicherheitszeiten, sofern realisierbar, notwendig,

der Abnehmer ist abhängig von der Termintreue des Zulieferers,

eine exakte Planung und Organisation der Anlieferungen ist notwendig (vgl. Bichler u. a. 2010, 12),

wenn der Abnehmer mit den Leistungen des Zulieferes nicht mehr zufrieden ist, ist ein kurzfristiger Wechsel zu einem alternativen Zulieferer kaum möglich, da meistens langfristige Verträge vereinbart wurden,

durch die enge Zusammenarbeit von Abnehmer und Zulieferer besteht die Gefahr, dass Know-How an den Zulieferer übergeht und der Abnehmer seine technologische Kompetenz immer mehr abgibt,

durch wetter- und verkehrsbedingte Störungen besteht das Risiko einer Produktionsunterbrechung beim Abnehmer (vgl. Vahrenkamp 2008, 302),

der Zulieferer wird in seiner ökonomischen Autonomie eingeschränkt,

für den Zulieferer entstehen erhebliche Kosten zur Sicherung der Lieferbereitschaft und

durch Produktionsschwierigkeiten beim Zulieferer können Lieferverzögerungen auftreten, die die Produktion des Abnehmers gefährden (vgl. Voigt 2008, 609).

[...]

Ende der Leseprobe aus 26 Seiten

Details

Titel
Behältermanagement in der Just-in-Time-Beschaffung am Beispiel Volkswagen
Hochschule
Hamburger Fern-Hochschule  (Studienzentrum Hannover)
Veranstaltung
Unternehmenslogistik
Note
2,3
Autor
Jahr
2011
Seiten
26
Katalognummer
V184604
ISBN (eBook)
9783656094982
ISBN (Buch)
9783656094708
Dateigröße
530 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Bewertung der Projektarbeit: -gelungene Erläuterung der Problemstellung -schlüssige Darstellung des Ganges der Untersuchung -Aussagen der Autoren (Quellen) jedoch nicht kritisch hinterfragt -gelungene Vorstellung von Lösungsvorschlägen -zu wenig verwendete Quellen -Gedankenführung und der rote Faden der Arbeit sind gut zu erkennen
Schlagworte
behältermanagement, just-in-time-beschaffung, beispiel, volkswagen
Arbeit zitieren
Mark Heidmann (Autor), 2011, Behältermanagement in der Just-in-Time-Beschaffung am Beispiel Volkswagen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/184604

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