Die Gestalt Jesu in der Wahrnehmung von BRU-Schülern im Kontext medialer Helden und Stars

Fragebogenanalyse und tiefenpsychologische Aspekte


Masterarbeit, 2011

112 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung
1.1. Motivation und Thematik
1.2. Aufbau der Arbeit

2. Religionsunterricht an beruflichen Schulen
2.1. Schulische Bildung als Erlernen von Kompetenzen
2.2. Aktuelle Forschungsergebnisse zu Religion, Jugend und Kirche
2.3. Medienwelt Jugendlicher als lebensweltorientierter Anknüpfungspunkt
2.4. Schlussfolgerungen für den BRU

3. Bedeutung von Medien aus christlicher und pädagogischer Sicht

3.1. Medien im christlich - religiösen Kontext
3.1.1. Medien als Bestandteil christlicher Verkündigung
3.1.2. Medien in Reformation und postmoderner Gesellschaft
3.1.3. Religiöse Dimensionen in säkularisierter Medienwelt
3.1.3.1. Religiös-christliche Heldenaspekte bei Harry-Potter
3.1.3.2. Religiöse Aspekte in den „Star-Wars“ - Filmen
3.1.3.3. Christliche Aspekte in „Herr der Ringe“
3.1.3.4. Religiöse-christl. Dimensionen in „Lola rennt“
3.1.4. Schlussfolgerungen
3.2. Einflüsse medialer Vorbilder (Helden) aus Sicht der Jungen­Pädagogik
3.2.1. Allgemeine Einflüsse medialer Helden in PC-Spielen
3.2.2. Einflüsse medialer und einseitiger Helden aus Sicht der Jungen-Pädagogik
3.3. Beobachtungen und Schlussfolgerungen für den BRU

4. Religionspädagogische Aspekte von Mythen und Symbolen in der medialen Lebenswelt Jugendlicher
4.1. Zu den Begriffen Mythos und Symbol im christlichen Sinn
4.2. Die Heldenreise (nach Campbell) und ihre medialen Wirkungen (nach Hammann)
4.2.1. Die Heldenreise nach Campbell
4.2.2. Die medialen (Neben)-Wirkungen der Heldenreise nach Hammann
4.3. Anknüpfungspunkt Vorbild und Heldenreise beim TV-Superstarkult
4.3.1. Kommerzielle Aspekte von medialen Vorbild- und Heldenangeboten
4.3.2. Vorbildthematik und Erfahrungswerte bei Mendl
4.3.3. Aktueller medialer Starkult im Medium Fernsehen
4.4. Anknüpfungspunkt Jesus als lebendiges Symbol in seiner Vielgestaltigkeit
4.4.1. Jesus in der frühen Kirchengeschichte: Gottähnlich oder gottgleich?
4.4.2. Jesus als Mensch: Vorbild, Revolutionär oder Superstar
4.5. Schlussfolgerungen

5. Forschungsdesign: Wie nehmen vom Starkult beeinflusste BRU-SuS die Gestalt Jesu wahr?
5.1. Quantitative Forschung
5.1.1. Vorteile einer quantitativen Befragungsaktion
5.1.2. Rahmenbedingungen des BRU für eine Umfrage
5.1.3. Folgerungen und Fragestellungen
5.1.4. Art und Weise der Auswertung
5.2. These: Der mediale Starkult beeinflusst die Wahrnehmung der Gestalt Jesu bei BRU - Schülern
5.3. Der Fragebogen: Zielsetzungen und Intentionen
5.3.1. Konzeptionelle Kriterien des Fragebogens
5.3.2. Die Forschungsfragen und die Gestaltung des Fragebogens
5.3.2.1. Geschlecht, Religion oder Alter
5.3.2.2. Wer ist für Dich ein Vorbild?
5.3.2.3. Frage 2: Wie soll ein Star sein, der/die ein echtes Vorbild ist?
5.3.2.4. Frage 3: Jesus aus der Bibel - könntest Du ihn dir als Star vorstellen?
5.4. Durchführung der Umfrage
5.5. Darstellung der Ergebnisse
5.5.1. Anzahl und schulische Zuordnung der Fragebögen
5.5.2. Altersangaben
5.5.3. Geschlechterverteilung
5.5.4. Angaben zu Glaube und Religionszugehörigkeit
5.5.5. Ergebnisse zu Frage 1: Wer ist für dich ein Vorbild?
5.5.5.1. Gesamtüberblick Auswahl und eigene Vorschläge
5.5.5.2. Geschlechtergetrennte Darstellung und Auffälligkeiten
5.5.5.3. Die Lebensweltbereiche der eigenen Vorbildvorschläge
5.5.6. Ergebnisse zu Frage 2: Wie soll ein Star sein, der/die ein echtes Vorbild ist?
5.5.6.1. Gesamtdarstellung der Ergebnisse
5.5.6.2. Geschlechtergetrennte Darstellung und Auffälligkeiten
5.5.7. Ergebnisse zu Frage 3: Jesus aus der Bibel - könntest Du ihn dir als Star vorstellen?
5.5.7.1. Unterscheidung nach reinen und gemischten Antworten
5.5.7.2. Gesamtanzahl der Antworten
5.5.7.3. Die Platzierung der Antworten
5.5.7.4. Platzierung bei SuS „ohne Religion“
5.5.7.5. Platzierung bei „muslimischen“ SuS
5.5.7.6. Gegenüberstellung argumentativ ähnlicher Aussagen
5.5.7.7. Auflistung der „Nein, weil...“ Antworten
5.5.7.8. Auflistung der „Ja, weil.“ Antworten
5.5.7.9. Die Antworten in geschlechtergetrennter Betrachtung
5.5.7.10. Klassen- und schultypbezogene Differenzen und Extreme

6. Auswertung und Schlussfolgerungen
6.1. Allgemeine äußere Auffälligkeiten der Studie
6.2. Zusammenfassung der inhaltlichen Ergebnisse
6.3. Religionspädagogische Gesamtauswertung und Schlussfolgerungen
6.3.1. „Glaube als Lebenshilfe“ in jugendlichen Übergangsphasen
6.3.2. Mediale Erlösungs- und Heldenmotive als neue Zugänge zu Jesus
6.3.3. Auferstehungszweifel und kritische Distanz stärker aufgreifen
6.3.4. Notwendigkeit von Jugendarbeit und Schulseelsorge
6.4. Zwei strukturelle Entwürfe für die BRU - Praxis
6.4.1. Petrus, Jesus, Dieter Bohlen: Wer ist hier der Superstar?
6.4.2. „Lola rennt“ - alles Zufall oder Nachfolge Jesu?

7. Schlussbemerkungen

8. Literaturliste

9. Anhänge
Anlage 1: Fragebogen

1. Einleitung

1.1. Motivation und Thematik

Die Motivation des Autors zum Thema dieser Arbeit besteht darin, dass sich aus seinen jahrzehntelangen privaten, beruflichen und ehrenamtlichen Erfahrungen Sinnbezüge zu konzentrieren begannen, die sich aus verschiedenen tiefenpsycho- logischen, pädagogischen und theologischen Themen zusammensetzten.

Es kristallisierten sich folgende Fragen heraus:

Warum faszinierten ihn als Kind und Jugendlichen Heldengeschichten und Filme und trennte dabei instinktiv in „gute“ und „schlechte“?

Als Gemeindediakon wie auch später als Sozialpädagoge in der offenen Jugend- arbeit und Erziehungsberatung beobachtete er die Faszination, die mediale Stars auf SuS ausübten - wie konnte mit diesem Phänomen konstruktiv umgegangen werden, sowohl als Sozialpädagoge wie als Religionspädagoge?

Als er Jahre später seiner kleinen Tochter Geschichten vorlas und ihr später Kin- derbücher anbot, fragte er sich wieder neu: Worin ähneln oder unterscheiden sich biblische Überlieferungen (Motive aus Altem wie Neuem Testament) und mythi- sche Erzählungen (Märchen, Sagen etc.) in der Verwendung ihrer Symbole?

Als Religionslehrer beschäftigte er sich später mit Symbolen, als Leiter einer Psy- chologie - AG intensiv mit Tiefenpsychologie: Was fasziniert Menschen an Fil- men und Geschichten (oder Werbung, PC-Spielen usw.), wie wirken diese im guten oder schlechten Sinn – und wie kann dies religionspädagogisch eingeordnet werden?

Letztendlich konzentrierten sich diese Aspekte immer mehr in die Richtung:

Wie kann die frohe Botschaft Jesu Christi angesichts der heutigen medialen Ein- flüsse und aktuellen Lebenswirklichkeit verstanden und vermittelt werden?

Sind „alte“ Motive und Symbole heute noch genauso gültig und vermittelbar an- gesichts des ganzen „Starkultes“?

Wie kann, soll oder muss heute von Jesus gesprochen werden?

1.2. Aufbau der Arbeit

In dieser Arbeit wird in der Umsetzung der in den schulischen Bildungsplänen seit 2004 geforderten Kompetenzorientierung für den Religionsunterricht an berufli- chen Schulen eine besondere Herausforderung gesehen. Die SuS im BRU befin- den sich in der Übergangssituation zur Lebenswelt „Arbeit und Beruf“. Lebens- weltorientierte Anknüpfungspunkte sind hier deshalb eine Notwendigkeit. Zudem wird zunehmend offenbar, dass lebensweltorientierte Berührungspunkte zwischen Jugend und Kirche fehlen. Dies ist umso bedauerlicher, weil Jugendliche durchaus Interesse an Religion haben (Kapitel 2.1. – 2.2.).

Es wird anhand verschiedenster Fachautoren aufgezeigt werden, dass die mediale Lebenswelt Jugendlicher religiöse Aspekte enthält, die lebensweltorientierte An- knüpfungspunkte im oben genannten Sinn bieten können (Kapitel 2.3. – 2.4.).

Nach einer Einführung in ein christliches Medienverständnis von Verkündigung (Kapitel 3.1.1. – 3.1.2.) wird exemplarisch analysiert, in welch überraschendem Maße im Medium Film kommerziell erfolgreich Mythen und Symbole verwendet werden, die durchaus religiöse Dimensionen aufweisen (Kapitel 3.1.3.).

Anhand von psychologisch-pädagogischer Fachliteratur aus der Jungenpädagogik werden zusätzlich aktuelle und problematische Tendenzen einseitiger medialer Vorbilder und Helden mit dem Schwerpunkt PC-Spiele benannt (Kapitel 3.2.).

Darauf aufbauend werden theologisch-religionspädagogische Aspekte zu Mythen und Symbolen behandelt. Im Kontext der medialen Wirkung und interdis- ziplinären Bedeutung von Campbells „Heldenreise“ wird aufgezeigt, welche ge- genseitigen Wechselwirkungen und Ergänzungen in christlicher Verkündigung, Tiefenpsychologie, Symboldidaktik, jugendlicher Lebenswelt und medialen Hel- den bzw. Vorbildern bzw. Stars erkannt werden können (Kapitel 4.1. – 4.2.).

Anhand des aktuellen medialen „Superstarkultes“ werden die Erkenntnisse analy- tisch angewendet und dargestellt (Kapitel 4.3.).

Im Kontext von Medien und ihrem Helden- und Starkult wird Jesus als lebendiges Symbol formuliert (mit Bezügen zur Kirchengeschichte: Jesus als Gott; sowie Bezügen zur Moderne: Jesus als Mensch / Vorbild) um einen lebensweltorientier- ten Anknüpfungspunkt für SuS im BRU zu entwickeln (Kapitel 4.4.).

Auf diese Aspekte aufbauend wurde eine schulische Fragebogenaktion für BRU – SuS konzipiert mit der Fragestellung: „Wie nehmen vom Starkult beeinflusste BRU - SuS die Gestalt Jesu wahr?“.

Dazu wurden zwei Fragen zu Vorbildern im Kontext von Stars entworfen; und mit der dritten Frage: „Jesus aus der Bibel – könntest Du ihn dir als Star vorstellen?“ einige niederschwellige Ja / Nein - Antworten zur Auswahl vorgestellt, um Jesus mit heldentypischen bzw. mythisch-symbolischen Aspekten positiv benennen zu können, aber auch mit kirchenkritischen oder atheistischen Argumenten ablehnen zu können. Damit sollten traditionell theologisch formulierte religiöse Kategorien vermieden und neue Ansätze versucht werden, wie und ob die SuS Jesus mit den o. g. medialen Aspekten in Verbindung bringen können oder wollen (Kapitel 5.1. – 5.4.).

Die Umfrage wurde vom 5. – 9. April 2011 im beruflichen Schulzentrum Em- mendingen mit Unterstützung zweier evangelischer Religionslehrer durchgeführt.

Bei der Auswertung von 288 Fragebögen zeigte sich überraschenderweise eine deutliche Orientierung an individuell ausgewählten Vorbildern (Frage 1), ein ge- nerell hoher christlich-ethischer Anspruch auch an Stars als Vorbild und eine deutliche Unterscheidung zwischen erfolgreichem Star und Vorbild (Frage 2) – also eine relativ geringe mediale Beeinflussung bezüglich Stars und Werten.

Bei den Antworten zu Frage 3 zeigte sich jedoch eine überwiegend große Bereit- schaft, sich mit „Jesus als Star“ (bzw. Motive als Held / Vorbild / Mensch) positiv auseinander zu setzen. Selbst ablehnende Antworten (meist Zweifel an Auferste- hung / Kritik kirchlicher Praxis) ergaben Hinweise, wo mit Jesus lebensweltorien- tierte mediale Anknüpfungspunkte erstellt werden sollten. (Kapitel 5.5.)

Bezogen auf den BRU wurden in vier Schlussfolgerungen Anknüpfungspunkte formuliert: (Kapitel 5.6.)

a) Glaube als Lebenshilfe
b) Neue religionspädagogisch - mediale Zugänge zu Jesus mit Bezügen zu Erlö- sungsmotiven und Vorbilder- / Heldenthematik
c) Thema Auferstehungszweifel und Jesus für Atheisten
d) Notwendigkeit von Angeboten kirchlicher Jugendarbeit und Schulseelsorge speziell für berufliche Schulen.

2. Religionsunterricht an beruflichen Schulen

2.1. Schulische Bildung als Erlernen von Kompetenzen

a) Kompetenzbedarf Jugendlicher

Zu den bereits vor Jahrzehnten festgestellten soziologischen Faktoren „Individua- lisierung“ und „Pluralisierung“ des Lebens in unserer Gesellschaft1 beschreibt die aktuelle Fachliteratur viele neue Faktoren, welche Jugendlichen zunehmend be- sondere soziale und fachliche Kompetenzen abverlangen. Als derartige Faktoren werden (u. a.) genannt: Veränderungen der Arbeitswelt hin zu Flexibilität und lebenslangem Lernen2, sowie eine Verlängerung der Jugend- und Orientierungs- phasen3.

Dies verlangt hohe fachliche Kompetenzen für eine intensive Nutzung von Me- dien (insbesondere Internet) für Information, Freizeit und Beruf4, und hohe soziale Kompetenzen zur Bewältigung von Zukunftsängsten bzgl. Arbeit und Umwelt5.

Als Folgerisiken derartiger Belastungen werden u. a. jugendliche Tendenzen zu Depression oder Aggression, physische Krankheitssymptome oder Flucht in virtu- elle Welten (z. B. PC-Spiele) genannt6.

b) Oft wird zudem geschildert, dass in Deutschland soziale Herkunft stärker über die schulische und berufliche Bildung bestimme als im übrigen Europa7.

Sozial benachteiligte Jugendliche wären dann von oben geschilderten Anforde- rungen und Risiken in besonderer Härte betroffen, da sie weniger Zugang zu Bil- dungs- und Förderangeboten haben8. Da in beruflichen Schulen (und daher auch im BRU) aus arbeitmarktpolitischen Gründen ein gewachsener Anteil an sozial benachteiligten SuS vorkommt9 (z.B. in BVJ u. ä.), sollte dies für BRU - Konzep- tionen besondere didaktische Auswirkungen haben.

c) Kompetenzen durch lebensweltorientierte Bildung und informelles Lernen

Seit 2004 gelten in Baden-Württemberg neue Bildungspläne, in denen u. a. die Orientierung an zu erwerbenden Kompetenzen konzeptionell betont ist10. Insge- samt wurde darauf abgezielt, eine verbesserte Anwendungsfähigkeit von Wissen in den Blick zu bekommen – ein Bildungsbegriff, der offensichtlich mehr lebens- weltorientierte Aspekte als bisher aufgreift11. Mehr Lebensweltorientierung in der Bildung wurde in der Fachliteratur bereits Anfang 2000 mit dem Begriff „infor- melles Lernen“ (in sozialen Kontexten wie Familie, Netzwerken wie Nachbar- schaft, Vereinen etc.) als eine bisher vernachlässigte „Grundform menschlichen Lernens…“ 12 benannt und gefordert.

Schulische Bildung fordert seit 2004 insgesamt eine größere Lebensweltorientie- rung mit lebenspraktischen Kompetenzen, dies gilt besonders für den BRU mit seinen SuS im Übergang zur Berufs- und Arbeitswelt, um Glaube als Lebenshilfe erfahren zu können. Im nächsten Kapitel wird es deshalb um das derzeitige Ver- hältnis Jugendlicher zu Religion und Kirche gehen, um Anknüpfungspunkte für SuS im BRU entwickeln zu können.

2.2 Aktuelle Forschungsergebnisse zu Religion, Jugend und Kirche

Laut der neuesten Shell-Jugendstudie 2010 spielt Religion bei Jugendlichen in den alten Bundesländern nur eine „mäßige Rolle“, es gibt eine steigende religiöse Unsicherheit13. Hinzu kommt eine allgemeine Lebenssituation Jugendlicher, die bezüglich ihrer beruflichen und lebensgestalterischen Perspektiven als immer un- sicherer und schwieriger gilt14. Die Reaktionen von gefährdeten oder überlasteten Jugendlichen reichen von den in Kapitel 2.1.erwähnten jugendlichen Tendenzen zu Depression oder Aggression, bis hin zu physischen Krankheitssymptomen oder Flucht in virtuelle Welten (z.B. PC-Spiele) – es wird aber trotzdem in der Fachli- teratur überraschenderweise auch von einem allgemein hohen sozialen Engage- ment15 gesprochen.

Zu diesem hohen sozialen Engagement Jugendlicher passt analog die Beobach- tung kirchlicher Jugendarbeiter und Theologen, dass es trotz der geringeren reli- giösen Bindung an Institutionen wie Kirche (s. Shell-Studie) ein wachsendes „In- teresse an Spiritualität“16 bei Jugendlichen gebe: „Religion interessiert wieder.“ 17. Allerdings darf dies nicht mit regem Gottesdienstbesuch18 oder Kirchennähe

missverstanden werden, weil die Kirchen in unserer Gesellschaft (also nicht nur für Jugendliche) einfach kein Monopol mehr für religiöse Sinnfragen besitzen.

So schreiben Oesselmann / Rüppell / Schreiner: „Religion hat weiterhin eine wichtige Bedeutung für den überwiegenden Teil der Menschheit…Allerdings wird die religiöse Suche in einer pluralen Welt zumeist individuell, unabhängig von verfassten Religionen, bestimmt.“19 / 20

Gräb beruft sich in diesem Sinne in seinem Buch „Sinn fürs Unendliche“ auf den (fast) vergessenen deutschen Journalisten Bry sowie den berühmten Theologen Tillich, die bereits um 1930 versucht hätten, die sich bereits damals verändernde Rolle der Religion in der Gesellschaft zu beschreiben: „In der modernen Gesell- schaft verschwindet das Religiöse nicht….Die Kirchen verlieren…nicht so sehr an institutioneller Präsenz und organisatorischem Einfluss, aber an der Kraft, die symbolische Ordnung, das objektive Sinngefüge, die moralische Orientierung und das grundlegende Daseinsverständnis im alltäglichen Leben großer Massen zu repräsentieren und zu vermitteln.“21

In der Herbstsynode der Bad. Landeskirche 2010 wurden die Ergebnisse der be- deutenden „Sinus-Milieu-Forschung“ behandelt22 ; welche belegten, dass viele kirchliche Mitglieder (vgl. Aspekt Lebensweltorientierung in der Bildung Kapitel 2.1) nicht mehr erreicht werden23.

Dies gilt umso mehr für Jugendliche, wie sie im KU (bisher) noch erreicht wer- den; aber Jung kritisiert, dass auch dort die „Fragen und Themen“ der Jugendli- chen oft nicht vorkommen würden.24

Damit bestätigt er eine mangelnde Lebensweltorientierung im kirchlichen Raum, wie sie bereits im Kontext von schulischer Bildung benannt wurde.

Nach Jung-Hankel lässt sich dennoch für den RU eine große Chance ableiten: “In der Schule werden…Kinder und Jugendliche erreicht, die ohne Bezug zu Glauben und Kirche aufwachsen.“25 / 26 Dies gilt umso mehr für SuS im BRU (vgl. Kapitel 2.1.), die sich im Übergang zur Berufswelt befinden - oftmals ohne religi- öse oder kirchliche Bezüge bzw. Kontakte. Diese SuS können im BRU unter Um- ständen zum letzten Mal intensiv erreicht werden.

Die genannten Aussagen bestätigen die Erkenntnisse aus Kapitel 2.1. über die dringend notwendige Entwicklung lebensweltorientierter Anknüpfungspunkte für den BRU gerade auch für kirchenferne Jugendliche.

2.3. Anknüpfungspunkt Medienwelt Jugendlicher und Religion

Schweitzer weist auf einen derartigen Anknüpfungspunkt hin, indem er das in Kapitel 2.2. erwähnte grundsätzliche Interesse an Religion bei Jugendlichen auf- greift und dann ausführt: „Viele Jugendliche, die mit der Kirche nichts am Hut haben wollen, finden Religion und religiöse Fragen trotzdem wichtig und interes- sant. Es ist kein Zufall, dass die von Jugendlichen präferierte Kultur – Musik, Filme und Literatur – voller religiöser Bezüge ist. Auch die Werbung hat die reli- giöse Ansprechbarkeit Jugendlicher bekanntlich längst erkannt und nutzt sie in- tensiv für ihre Zwecke.“27.

Schweitzer benennt damit die mediale Alltagswelt inklusive der Werbung als einen lebensweltorientierten Anknüpfungspunkt für Religion.28

Nicht nur auf Jugendliche bezogen konstatieren Oesselmann / Rüppell / Schrei- ner: „Die Prophezeiung vieler Religionswissenschaftler und -soziologen, dass Religion zunehmend unbedeutender würde, hat sich nicht bewahrheitet. Die ‚Wiederkehr der Götter’ (F.W. Graf ) bringt auf den Punkt, dass religiöse Glau- bensformen und Sprachmuster in vielerlei Transformationen erstaunlich lebendig sind.“29

Damit wird klar, dass religiöse Aspekte manchmal in unerkannter Gestalt („Trans- formationen“) in der Lebenswelt vorkommen.

Graf, auf den sich (s. o.) Oesselmann / Rüppell / Schreiner beziehen, hat in der Tat sich bereits 2004 intensiv mit der „Wiederkehr der Götter“ auseinanderge- setzt: Er beschreibt einen Verlust an Mythen in der modernen Gesellschaft30, denn seit der Aufklärung habe die „…moderne Wissenschaft das Bild des Menschen und seiner Welt von allen mythologischen Resten befreit…“. Durch die Industria- lisierung und ihr „…technisches Weltverständnis und praktische Naturaneig- nung…“ habe sie „…alle überkommenen magischen Elemente ausgeschaltet…“31 Laut Graf ist jedoch seit Jahren eine Wiederkehr von religiösen Aspekten zu beo- bachten: „Die zeitgenössische Popmusik lebt…stark von Sakralzitaten, Erlö- sungsmotiven, Heilsheroen und androgynen Engelswesen(,)….nie zuvor in der Religionsgeschichte ist der Himmel von so vielen Schutzengeln bewohnt gewesen wie im Kino der letzten zwanzig Jahre.“32 In der Gestalt des jugendlichen Zauber- Helden Harry Potter sieht er eine „…populäre Medialisierung alter religiöser Symbolwelten…“

Auch Schramm benennt 2007 eindrücklich mehr als ein Dutzend bedeutender kommerzieller Filme, die deutlich religiöse Elemente aufgreifen33 (darunter „Star Wars“ und „Herr der Ringe“ - dazu mehr in Kapitel 3.1.3. und Kapitel 4 im Kon- text von medialem Aufgreifen von Mythen und archetypischen Symbolen).

2.4. Schlussfolgerungen aus Kapitel 1 für den BRU

Die von der schulischen Bildung erhobenen lebensweltorientierten Kompetenzen und Aspekte informellen Lernens korrelieren mit der Notwendigkeit, besonders für SuS im BRU lebensweltorientierte Anknüpfungspunkte herzustellen.

Der BRU könnte eine Chance sein, kirchliche Zugänge zu nicht mehr erreichten Milieus zu finden.

Von verschiedenen Autoren und Quellen wurden in diversen säkularisierten Me- dien religiöse Bezüge und Dimensionen erkannt (Symbole, Motive), sowie ein gewisses religiöses Grundinteresse bei Jugendlichen bestätigt. In der Auseinan- dersetzung mit Medien und den darin enthaltenen Mythen und Symbolen müssten

sich konkrete religionspädagogische Anknüpfungspunkte finden lassen, um die SuS im BRU in ihrer medialen Lebenswirklichkeit zu erreichen.34

Daher werden im nächsten Kapitel verschiedene Aspekte von Medien behandelt: Ein christlich -theoretisches Verständnis von Medien (3.1.); den konkreten inhalt- lichen Einfluss von Medien an Beispielen aus der Jungen-Pädagogik (3.2.); sowie konkrete religiöse Bezüge in bekannten und erfolgreichen Filmen (3.3.).

3. Bedeutung von Medien aus christlicher und pädagogischer Sicht

3.1. Medien im christlich - religiösen Kontext

3.1.1. Medien als Bestandteil christlicher Verkündigung

Unsere Medien (im Wesentlichen gemeint: AV-Medien) stehen immer wieder in der Kritik, inwiefern sie Menschen, besonders Kinder und Jugendliche mit hohem Medienkonsum, manipulieren oder schädigen35. Es stellt sich die Frage: In wel- cher Beziehung stehen Medien und christliche Verkündigung?36

Eine in diesem Kontext sehr integrative Antwort bietet ein Text, der im Rahmen des Grundthemas „Christliche Publizistik“ den Aspekt Medien behandelt:

„Man könnte die christliche Religion als die erste, vielleicht sogar als die einzige Medienreligion der Weltgeschichte ansehen, insofern sie sich vor allem in den ersten Jahrhunderten weniger durch Gruppen oder Organisationen (als Stamm, Volk oder Imperium), vielmehr überwiegend als medialer Kommunikationspro- zess…verbreitet hat.…Sie hat keinen anderen Zweck, als eine spezifische, positi- ve Deutung menschlichen Lebens über alle Welt auszubreiten, eine Deutung, die offenbar vor allem dadurch beeindruckt, dass sie ausnahmslos allen Menschen Wert zuspricht und deshalb auch alle anspricht und prinzipiell alle und überall in das Kommunikationsgeschehen einbezieht.“37

Der Autor und Theologe Schmidt-Rost nennt damit für den Kontext dieser Arbeit wichtige Aspekte: Er betont die Dimension eines medialen Kommunikationspro- zesses, der die Rezipienten mit einbezieht. Hier lässt sich Lebensweltorientierung erkennen (vgl. Kapitel 2.4.), denn die wirkungsvolle urchristliche Verkündigung förderte die Tendenz „…immer wieder eigene, besondere Medien zu entwickeln, bezogen zwar auf vorliegende Formen, aber diese jeweils nach Vorstellungen ab- wandelnd, die sich aus dem christlichen Glauben ergaben.“38

Interessanterweise ergibt sich damit eine Einheit von inhaltlicher Botschaft und Medium in kommunikativ Aspekte konsequenterweise auch die Orientierung an der Lebenswelt (konkret z.

B. in Sprache, Medien, Symbolen) der Rezipienten.

Schmidt-Rost (als Professor im Fachbereich christlicher Medien) spricht damit auffälligerweise genau den gleichen Aspekt der Lebensweltorientierung an, wie er sich in den schulischen Bildungsplänen mit ihren Kompetenzorientierungen ab- bildet – damit bestätigt er den Abknüpfungspunkt Medien als lebensweltorientier- ten Bestandteil auch in gelingender christlichen Verkündigung. Daraus lässt sich eine legitime Arbeit mit der Vielfältigkeit von Formen (Symbolen) und Medien auch und gerade für den BRU ableiten.39 Medien gehören in diesem Sinne zur Verkündigung der christlichen Botschaft dazu, ebenfalls der kommunikative As- pekt von Lebenswirklichkeit.

3.1.2. Medien in Reformation und postmoderner Gesellschaft

Mit dem Theologen Gräb können o. g. Aspekte von 3.1.1. nahtlos weitergeführt werden. Nach Gräb verliert die kirchliche Verkündigung nicht nur ihre Wirkung, sofern sie nicht originär im o. g. Sinne kommuniziert, sondern wird sogar ver- drängt, weil die brachliegenden Bedürfnisse der Empfänger von anderen Bot- schaftern aufgegriffen und ausgenutzt werden können: „Wesentliche Sinngehalte des Christentums werden nun durch Medien symbolisch repräsentiert und vermit- telt.“40. Er führt weiter aus, dass „…„Marketingstrategen, Modedesigner, Filme- macher und Event - Präsentatoren…die religiöse Ansprechbarkeit der Zeitgenos- sen längst bemerkt….“ haben.41 Gräb bringt damit (provokant) die im Zusam- menhang mit der in Kapitel 2.2. erwähnte Kirchenferne mit dem gleichzeitig vor- handenen religiösen Interesse in der Gesellschaft miteinander in Verbindung.

Mit eigenen Worten: Audiovisuelle Medien vermitteln (sogar erfolgreich!) Bot- schaften und Sinngehalte unter Einsatz religiöser Symbole und Motive, während gleichzeitig die traditionelle Verkündigung religiöser Institutionen deutlich an Bindungskraft verliert (vgl. Kapitel 2.4 / 3.1.1.).

Mit Gräb lassen sich die in 3.1.1. gemachten Erkenntnisse von christlicher Ver- kündigung und Medien sowohl anwenden, als auch in weitere Zusammenhänge bringen: „Die Reformation war nicht zuletzt ein Medienereignis und hätte ohne die neuen Medien, die Druckmedien, kaum ihre kulturstürzenden Wirkungen ent- falten können. Die neuen Druckmedien schufen eine ganz neue Öffentlichkeit. Sie waren entscheidend an der Herausbildung des neuzeitlichen Individualismus und Pluralismus beteiligt.“42

Seine offenkundigen Bezüge auf Ulrich Becks „Individualismus und Pluralis- mus“(1986) bestätigen die kommunikativ-offenen Aspekte von Christentum und Verkündigung (vgl. Schmidt-Rost) und lassen damit eine verblüffende Schluss- folgerung zu: Der Reformation gelang ein Wiederfinden bzw. eine Rückbesin- nung auf die frohe Botschaft mithilfe von (damals) neuen medialen Mitteln!

Übertragen gesehen: Die neuen Medien trugen zur Befreiung der institutionalisiert

- eingeengten Botschaft bei, und diese fand zu ihren ursprünglichen und erwähn- ten Kommunikationsaspekten zurück.

Gräb bestätigt mit einer weiteren Textstelle die in dieser Arbeit analysierten Kon- texte: Religion behält mit kommunikativen Medienaspekten nicht nur ihren Sinn, sondern kommt damit wieder zu ihrer ursprünglichen Menschennähe zurück, um als lebensnah erfahrbar zu bleiben: „Sie erschließt uns die letzten Zwecke unseres Daseins und strukturiert die Sinn- und Verhaltensmuster, die uns zur Bewältigung der Krisen in den Sozialbeziehungen und individuellen Lebensbeziehungen ver- helfen.“43

Die Bedeutung der Medien als Anknüpfungspunkt und Wiederfindung bestätigen daher den Ansatz dieser Arbeit, sich mit der medialen Lebenswelt Jugendlicher auseinanderzusetzen.

Weitergeführt bedeutet dies: Gräb erwähnt Druckmedien im Kontext von Protes- tantismus und neuzeitlicher Kommunikation. Dies sollte einen mutigen „evangeli- schen“ Umgang mit Medien legitimieren - heute auch mit audiovisuellen Medien.

Mit Schmidt-Rost und Gräb wurde herausgearbeitet, wie ein originär verstande- nes („protestantisches“) Medienverständnis Lebensweltorientierung in lebendiger Kommunikation bieten kann, mit anderen Worten:

Eine quasi reformatorische Rückbesinnung auf die wesentlichen Dimensionen der frohen Botschaft mit Hilfe von Medien. Dies bedeutet eben nicht, sich lediglich einem Zeitgeist anzupassen, sondern im Gegenteil verlorene Wege und Zugänge wieder zu finden. Somit wird ein fruchtbarer Kreis von bisher oft wenig miteinan- der verbundenen Thematiken geschlossen, der ungewöhnliche und neue Perspek- tiven für einen BRU eröffnen kann, der die mediale Lebenswelt Jugendlicher auf- greift.

3.1.3. Religiöse Dimensionen in säkularisierter Medienwelt

Nachdem nun zahlreiche Bezüge und Zusammenhänge von christlicher Verkündi- gung und Medien sowie Religion dargelegt wurden, werden nun die religiösen Aspekte (festgestellt s. Kapitel 2.3.) in der säkularen Medienwelt sowohl mit christlichen wie auch weltlichen Autoren vertieft.

Der Medienpädagoge Franz Josef Röll stellte in seinem Werk „Mythen und Symbole in populären Medien“ bereits 1998 detailliert dar, wie sehr in Werbung, Videoclips (damals z. B. Michael Jackson, Madonna usw.), Musik und erfolgrei- chen Filmen (z. B. Indiana Jones / Terminator 2) aufgrund der Verwendung von mythischen Bezügen und Symbolen religiöse Dimensionen eingesetzt werden.

Eine derart umfangreiche Darstellung kann in dieser Arbeit nicht stattfinden, eine Beschränkung ist notwendig. Deshalb wurden beispielhaft einige kommerziell höchst erfolgreiche und Kinofilme ausgesucht, aufgrund derer Verbreitung die Handlung als bekannt vorausgesetzt wird (Harry-Potter, Star Wars, Herr der Rin- ge) oder kurz darstellbar sind (Lola rennt).44 45

3.1.3.1. Religiös-christliche Heldenaspekte bei Harry-Potter

Bereits in Kapitel 2.3 stellte Graf in Personen und Handlungen bei Harry Potter eine„…populäre Medialisierung alter religiöser Symbolwelten…“46 fest. Dies wird durch den Theologieprofessor Hauser in einem Artikel einer katholischen religionspädagogischen Arbeitshilfe bestätigt. Er belegt ausführlich dass bei Harry Potter Motive der mythologischen „Heldenreise“ nach Joseph Campbell vertre- ten sind47 Hauser bemerkt u. a. „Ähnlichkeiten“ zwischen Held und Antiheld und spricht vom „kosmischen Konflikt“ zwischen weißer und schwarzer Magie, bei der am Ende Liebe „…die ausschlaggebende Macht sein…“ wird.48

Eigene beispielhafte Ergänzungen zu Harry Potter: Zur „Heldenreise“ nach Campbell gehören beispielsweise auch die den Helden auf seiner Entwicklungs- reise beistehenden Freunde (Ron, Hermine) und Mentoren (Dumbledore, Hagrid, Sirius Black usw.), sowie die Entwicklung der eigenen Fähigkeiten (Besenreiten, Turniere) und magischen Kräfte (vgl. „Expector-Patronus“ - Schutzmagie, Ver- wandlungen, Sprechen mit Schlangen usw..).

Im Motiv „Liebe als kosmische Macht“ (Hauser) zeigen sich m. E. zusätzlich deutlich christliche Erlösungsaspekte; und in der „Ähnlichkeit“ von Held und An- tiheld wird Versuchungspotenzial benannt, denn Harry Potter hätte die „böse Zaubererseite“ wählen können (z. B. in das Haus „Slytherin“ gehen / Ähnlichkeit der Zauberstäbe). Auch könnte hierzu mühelos das biblische Pendant der Versu- chung Jesu (Mt 4, 1ff.), oder z. B. das Potenzial von 12 Legionen Engel, um der Kreuzigung zu entgehen (Mt 26.53) als biblischer Vergleich genannt werden.

3.1.3.2. Religiöse Aspekte in den „Star-Wars“ – Filmen

In den „Star-Wars-Filmen“ (1977-2006) lassen sich mythologische Dimensionen aufzeigen, die Schramm sogar als ein eigenes „Religionssystem“ bezeichnet – die filmischen Helden „Jedi-Ritter“ tauchen nach Schramm sogar als eigene Religion in Umfragen auf. Deren Segenswunsch „Möge die Macht mit Dir sein!“ vergleicht

Schramm mit biblischen Stellen (Sam 20,13; Lk 1,26; Mt 28,20). 49

Dahlbüdding erläutert u. a. wichtige, eindeutig christliche Motive, z. B. Erlö- sungsmotive: „Bei den Begegnungen zwischen Luke und Darth Vader zitiert Lu- cas filmisch die Versuchungspassagen des Neuen Testaments. Hierbei ist Darth Vader der Teufel, der Luke mehrfach die Herrschaft über das Universum anbietet, falls dieser sich zum Bösen bekehre….In der letzten Episode der Filmreihe wird im Showdown einmal mehr Luke als Allegorie des Erlösers Jesus Christus deut- lich…. Im Kampf mit dem Imperator lässt er sich brutal quälen, ohne selbst mit Gewalt zu antworten... Luke handelt hier entsprechend der Botschaft des NT, spe- ziell auch der Bergpredigt…Dieses gewaltfreie Verhalten führt schließlich dazu, dass Darth Vader seinen Sohn verteidigt und den Imperator tötet. Damit kehrt er zur guten Seite zurück und wurde durch seinen Sohn erlöst.“ 50

Dahlbüdding nennt des weiteren Motive von Tod und Auferstehung: „Die Jedi- Meister Yoda, Obi Wan Kenobi und Anakin Skywalker erstehen am Ende der Filmreihe insofern auf, da sie Luke, geisterhaft…, erscheinen…“

Eigene Ergänzungen zum Aspekt Tod und Auferstehung: Im ursprünglich ersten Teil der Hexalogie opfert sich Obi Wan Kenobi im Duell mit Darth Vader scheinbar sinnlos – dies erinnert durchaus an den Opfertod Jesu. Später jedoch kann Obi Wan als Stimme bzw. Erscheinung dem jungen Luke Skywalker beiste- hen und z. B. Hinweise zur Zerstörung des Todessterns geben – dies erinnert an alttestamentliche Prophetie (Moses, Elia, Samuel, Jesaja) mit ihren Auditionen oder Visionen; aber auch an die Erscheinung des Auferstandenen oder den Wir- kungen des Heiligen Geistes im Neuen Testament.

Dahlbüdding erwähnt noch weitere christliche Motive, wie z. B. die „Jungfräuli- che Empfängnis“(Anakin Skywalker) und etliche Begegnungen in der Wüste, die in ihren Szenerien alt- und neutestamentliche Bezüge aufweisen würden. Sie ur- teilt zusammenfassend: „…Die christlichen Motive haben…eine zweifache Wir- kung. Zum einen verleihen sie der Reihe einen ‚pseudoreligiösen Charak- ter’…Zum anderen sind diese…mit symbolischer Bedeutung behaftet, so dass sie über die sachliche Ebene hinaus wirken…“

Sie betont, dass die „Star-Wars-Filme“ einen in 30 Jahren gewachsenen immens hohen Bekanntheitsgrad aufweisen und damit einen generationenübergreifenden medialen Einfluss darstellen. 51 Ebenfalls betont Dahlbüdding, dass der Filmre- gisseur George Lucas beim Schreiben des Drehbuches sich an der „Heldenreise“ von Joseph Campbell orientiert habe (vgl. dies bei Hauser bzgl. Harry Potter). Damit werde eine besondere Wirkung gerade auf Jugendliche erzielt: „Ein inhalt- licher Aspekt, der ‚Star Wars’ besonders ansprechend für Jugendliche macht, ist seine Struktur, die die Schwierigkeiten der Persönlichkeitsentwicklung in der Ju- gendphase auf heroischer Ebene thematisiert.“52

Deutlich wird bereits nach diesen zwei Filmbeispielen, dass religiöse Dimensio- nen im Mythos medialer Heldenmotive erkennbar waren, welche für Jugendliche aufgrund ihrer Lebens- bzw. Entwicklungsprozesse hochattraktiv sind.

3.1.3.3. Christliche Aspekte in „Herr der Ringe“

Schramm betont zwar die Unterschiede von „Star-Wars“ und „Herr der Ringe“, jedoch „…liefert die Analyse der religiösen Dimension in den Filmen selber ein durchaus vergleichbares Bild.“ Tolkien (Autor) habe sein Werk als durchaus reli- giös bezeichnet und trotz mancher Skrupel christliche Elemente verwendet. So lässt Tolkien z. B. seine Zaubererfigur „Gandalf den Grauen“ mitten in der Hand- lung einmal auferstehen zu „Gandalf dem Weißen“. Trotz allem urteilt Schramm sicher zu recht: Weder in Star Wars noch in Herr der Ringe wird „eine klare Grenze zwischen Religion und Magie gezogen“ 53 ; vieles bleibt unbestimmt; so wird Gott auch in „Herr der Ringe“ nicht erwähnt.

Trotzdem sind christliche Bezüge auch nach Hauser deutlich , er sieht z. B. in den kindlichen Hobbits „…Symbole des biblischen Satzes, dass man werden solle wie die Kinder.“54 Wichtig zu erwähnen ist auch, dass Hauser sowohl „Herr der Rin- ge“ wie auch „Harry Potter“ mit Campbells „Heldenreise in Verbindung bringt

Eigene Ergänzungen: Wichtige christliche Motive lassen sich erkennen im lei- densvollen Weg des Frodo (vergleichbar: Passion Christi), der am Schicksalsberg seine Last nicht mehr tragen kann. , und sein treuer Freund Sam ihm tragen helfen muss – hier wird das Motiv Simon von Kyrene erkennbar, der Jesus das Kreuz tragen hilft. Sam trägt aber auch Züge der biblischen Figur des Jüngers Petrus, der Jesus besonders intensiv nachfolgte (z. B. Messiasbekenntisse, Nachfolge bis zum Hof des Hohepriesters, vgl. Bibelstellen in Kapitel 6.4.1. etc.)

Neben Gandalf und Frodo wird auch Sam zu einer mythologischen Heldenfigur, die durch Leiden hindurchgeht und Entwicklungen aufweist, die christlichen Erlö- sungs- und Auferstehungsmotiven ähneln. Damit sind die in dieser Arbeit in Ka- pitel 2.3. benannten religiösen Aspekte in der medialen Lebenswelt bereits an ei- nem dritten, sehr erfolgreichen Film aufgezeigt worden.

Nun könnte natürlich argumentiert werden, dass die Auswahl der drei Filme aus dem Bereich der Fantasy.Filme zu einseitig sei, und die daraus erfolgten Rück- schlüsse zu speziell seien. Allerdings sei an die Fülle bereits genannter medienpä- dagogischer (Röll) sowie religionspädagogischer und theologischer Autoren erin- nert (vgl. Kapitel 2.3.) erinnert. Dennoch wird nun ein Film behandelt, der in Machart und Inhalt ganz moderne und aktuelle Lebensbezüge zu jungen Men- schen darstellt; und bei dem die Handlung realistischere Bezüge aufweist als im Genre Sci-Fi oder Fantasy – und trotzdem intensive religiöse Bezüge aufweist.

3.1.3.4. Religiöse-christl. Dimensionen in „Lola rennt“

Exemplarisch wird nun an einem Film („Lola rennt“, 1998) aufgezeigt werden, dass in säkularen Medien religiöse Dimensionen nicht nur berührt werden, son- dern sogar tiefgehende theologische Auseinandersetzungen aufweisen (sei es nun von Drehbuch / Regie bewusst oder unbewusst vorgesehen).

Im Film wird in drei Varianten dargestellt, wie Lola ihren Freund Manni retten will – einmal bewegt sie sich in ihren bisherigen Grenzen, bettelt bei ihrem Vater um Hilfe (was vergebens ist) und lässt sich in verzweifelter Treue zu Manni in einen Supermarkt-Überfall verstricken, was tödlich endet (für sie selbst).

In einer zweiten Variante rastet sie aus und raubt die Bank ihres Vaters aus, was wiederum tödlich endet (für ihren Freund Manni).

In der dritten Variante kommt sie an ihre Grenzen und wird nach einem Stoßgebet (!) beinahe von einem LKW erfasst: Danach erblickt sie ein Spielcasino, in wel- chem sie das rettende Geld gewinnt, obwohl ihr Freund (wie sie später erfährt) selbst bereits eine Lösung (nämlich das verlorene Geld) gefunden hat – nach zwei todbringenden Varianten zum Schluss also ein „Happy End“.

Gräb interpretiert „Lola rennt“ nun folgendermaßen: „Die Erfahrung der Liebe wird in diesem Film als immanente Transzendenzerfahrung inszeniert, als Begeg- nung mit der Dimension des Unbedingten, mitten in den Geschichten, die so sind, wie das Leben nun einmal spielt.“55 Gräb sieht in „Lola rennt“ damit Tillichs Definition von Religion als Dimension des Unbedingten56 abgebildet.

Eigene Anmerkung: Es geht im Film um aufopfernde (!) Liebe, die eine Rettung für den Geliebten zu erreichen versucht, was ein zutiefst christliches Erlösungs- motiv erkennen lässt. Lola versucht in drei Varianten, eine „Erlösung“ für ihren Freund zu erreichen - der allerdings im dritten Teil selbst handlungsfähig wird. Gleichzeitig findet Lola (während sie rennt…) im Gebet den Weg zu einer gewalt- freien Lösung. Beide werden durch ihre Neuentdeckung von alternativen Hand- lungsmöglichkeiten zu erlösten Heldengestalten, die am Ende (vgl. Hänsel und Gretel mit ihrem im Hexenhaus entdeckten Schätzen…) „reich“ werden. Das Geld als materieller Reichtum symbolisiert den gewonnenen Erfahrungsschatz und neue Handlungsmöglichkeiten. Damit lassen sich selbst in der recht realitätsnahen Lebenswelt von „Lola rennt“ (genau wie in den vorangegangenen drei Fantasy- Filmen) Symbole und Motive entdecken, wie sie Campbells mythologischer

„Heldenreise“ enthalten sind. Dieser erfolgreiche und preisgekrönte Kinofilm, der von einem religiös nicht interessierten Regisseur stammt, greift damit ebenfalls eindeutig – und sehr tiefgehend – mythologische wie christliche Motive auf.

Es konnte somit nachgewiesen werden, in welchem Umfang in „Lola rennt“ Filme

- bewusst oder unbewusst – christliche bzw. theologische Dimensionen und Moti- ve erkennbar sind.

3.1.4. Schlussfolgerungen

Interessant ist zweierlei: In allen Werken wurde die Anwendung der „Heldenrei- se“ des Mythologen Joseph Campbell benannt; außerdem wurde die Erreichbar- keit Jugendlicher mit christlichen Motiven und Heldenmythen belegt.

Die Aspekte der Campbell’schen „Heldenreise“ wurde besonders von Dahlbüd- ding als für Jugendliche sehr ansprechend bezeichnet. Das umfangreiche Potenzi- al scheint in vielen verschiedenen Filmen genutzt zu werden57 – dieser interessan- te und für das Verstehen von Medien wichtige Hintergrund mit seinen mythologi- schen und symbolischen Aussagen wird in Kapitel 4.1. anhand der Aussagen von Drehbuchautoren58 und Aspekten der Archetypenlehre C.G. Jungs behandelt.

Mit Kapitel 3.1. konnte der Aspekt religiöser Bezüge, wie er gemäß der Fachlite- ratur in Kapitel 2.3. in säkularen Medien konstatiert wurde, anhand vier verschie- dener Filme exemplarisch nachgewiesen und konkretisiert werden.

Vor einer näheren Beschäftigung mit den mythologischen bzw. symbolischen Aspekten (Kapitel 4.1.) muss jedoch noch genauer beleuchtet werden, wie der mediale Einfluss sich auf die Lebenswelt Jugendlicher negativ auswirken kann. Dazu ist eine Einschränkung notwendig, um das sehr komplexe Feld der Medien und Zielgruppen überschauen zu können.

Da aus dem Bereich der Jungen-Pädagogik Arbeit hierzu einige gut darstellbare Erkenntnisse vorliegen, wird (nun mit einer Gewichtung auf PC-Spiele) der in- haltlich-problematische Einfluss von Medien im Kontext von Vorbildern / Hel- denmythen (auf Jungs bezogen) kurz dargestellt.

3.2. Einflüsse medialer Vorbilder (Helden) aus Sicht der Jungen-Pädagogik

3.2.1. Allgemeine Einflüsse medialer Helden in PC-Spielen

Das Angebot von PC-Spielen (z. B. World of Warcraft, Prince of Persia etc.): be- inhaltet in ähnlicher Weise, wie in Kapitel 3.1. bereits genannt, Welten voller Helden und Mythen. In Computerrollenspielen kämpfen in unzählbaren Varianten Riesen, Zwerge, Zauberer, Hexen, Feen etc. als Vertreter von Gut und Böse mit Göttern, Menschen und Monstern aller Art. Dabei werden offensichtlich oft auch religiöse bzw. göttliche Bezüge hergestellt.

Wiemken, ein für die Bundeszentrale für politische Bildung jahrelang tätiger Me- dienpädagoge, stellt in seinen: „Unterrichtseinheiten zur Analyse der Inhalte von „Die Heldenreise im Film: Drehbücher, aus denen die Filme gemacht werden, die wirklich berüh- ren“, dazu näher Kapitel 4.2.

Medien (hier speziell: Bildschirmspiele)“ [Klammer durch Wiemken selbst, Anm.] fest, dass in vielen hochwertigen PC-Spielen u. a. Campbells „Heldenrei- se“ verwendet wird, um den NutzerInnen vielfältigste und ansprechende mytholo- gische Rollen erfolgreich anbieten zu können. .59 Auch dieser Fachautor nennt also Campbell’s „Heldenreise“ – diesmal in PC-Spielen.

Allerdings bedeutet die teilweise Verwendung bzw. das Vorkommen derartiger mythologisch-religiöser Aspekte nicht automatisch einen „Gut-Sinn“: So bemän- gelt z. B. Abesser in einem Aufsatz über PC-Spiele („Religion ist im Spiel“) für eine religionspädagogische Arbeitshilfe, dass in einem seiner untersuchten PC- Spiele religiöse Rollenträger (Priester) ihre Magie ausgesprochen machtbezogen

ausüben. Abesser fragt kritisch: „Der vermeintliche Erlöser…ist lediglich ein Terminator, ein Vollstrecker. Welches Gottesbild wird hier transportiert?“60

Viele seiner untersuchten PC-Spiele weisen diese defizitären religiösen Gottes- und Vorbilder auf. Neben diesem religiösen Aspekt eines Gottesbildes stellt sich konsequenterweise auch die Frage, welche Auswirkungen dies auf die Nut- zer/innen hat.

Pfeiffer weist jedenfalls in einer seiner Studien darauf hin, mit welch hohem Zeit- aufwand manche Jugendliche PC-Spiele praktizieren, und welch enorme Auswir- kungen dies für deren Lebensalltag hat - mit allen komplexen psychosozialen und schulischen Folgen.61 Er geht von teilweise immens negativen Einflüssen von PC- Spielen aus, vornehmlich natürlich im Kontext von Gewaltdarstellungen.

Im Kontext dieser Arbeit wird also zu hinterfragen sein, wann und wie die oft genannt Campbell’sche Heldenreise „echte“ im Sinne von hochwertigen bzw.

„gute“ religiöse Bezüge aufweist – und wann mythologisch-religiöse Bezüge eben defizitäre bzw. „schlechte“ Wirkungen haben.

3.2.2. Einflüsse medial einseitiger Helden als Vorbilder aus Sicht der Jungen-Pädagogik

Im Folgenden kommen AutorInnen zu Wort, die einen Beitrag für das Handbuch Jungen-Pädagogik von Matzner / Tischner erstellt haben und ihre Forschungser- gebnisse vorstellen.62 Die Beschränkung auf Jungen-Pädagogik geschieht wegen des beschränkten Umfangs dieser Arbeit: es soll lediglich an einem Beispiel er- sichtlich werden, wie intensiv die Einflüsse von Medien und den darin enthaltenen mythischen Symbolen, Vorbildern, Heldengestalten usw. sein können.

Medien mit ihren typischen heldenhaften Vorbildern sind aus der Sicht der Jun- gen-Pädagogik sehr einflussreich. Matzner schreibt in seinem Aufsatz „Jungen brauchen Väter“, dass viele Väter ihren Kindern im Alltag verborgen wären, mit all ihren „Stärken und Schwächen“, es fehle oft die „aktive Vaterschaft“.

Damit würden aber die Medien nach Matzner einen hohen Einfluss gewinnen:

„Die Entwicklung der männlichen Identität geschieht u. a. „…in Form von Män- nern und Männerbildern in Filmen und anderen Medien.“63

Dies wird von den anderen Autoren aus der Jungen-Pädagogik bestätigt:

a) Blank-Mathieu spricht davon, dass viele Jungen „…Männlichkeitsmodelle übernehmen, die aus den Medien abgeleitet werden.“64
b) Böhnisch bestätigt den starken Einfluss von Medien auf männliche Sozialisati- on: „Die Schwächen des Vaters und seine alltäglichen Nöte des Mannseins, des Ausgesetztseins und der Verletzungen im Beruf werden dagegen für den Jungen kaum sichtbar. So erhält er ein einseitiges Vaterbild, das durch die ‚starken’ Män- nerbilder, die er mit zunehmendem Alter über die Medien wahrnimmt, noch ver- festigt wird.“65
c) Garbe stellt fest: „Jungen suchen – und finden – ihre Helden…, vor allem im Fernsehen und in Computerspielen.“66 Attraktiv und gefragt seien vor allem „Selbstbehauptung“ und „Meisterung von Herausforderungen.“Garbe erwähnt damit einen Aspekt, der bei Dahlbüdding bereits angerissen war und übergrei- fend als das Motiv der „Meisterung von Lebensaufgaben“ erschien.
d) Aufenanger bestätigt dies ebenfalls: Jungs gefielen sich „in der Rolle des kämpfenden Helden“, er beruft sich auf die Rezeptionsforschung, bei denen die Jungen „die Geschichten mit den Helden besonders gerne sehen.“ Leider würden oft Stereotypen in den medialen Angeboten vorliegen. 67

Diese Erkenntnisse können weitere Hinweise auf religionspädagogische Anknüp- fungspunkte liefern – in Hinsicht auf den BRU ist auch die Auswertung von Matzner / Tischner am Ende ihres „Handbuch für Jungen-Pädagogik“ sehr inte- ressant: Sie betonen darin zwar, dass Medienkonsum positiv und fördernd sein kann, sehen jedoch auch negatives Potential: „Problematisch wird es für Jungen dann, wenn ihre Faszination für die Neuen Medien, zumal für Computerspiele, dazu führt, dass sie ihre Freizeit hauptsächlich oder ausschließlich dafür verwen- den. Vor allem sich selbst überlassene Jungen, zumal aus sozial benachteiligten Milieus, die über wenig interessante Freizeitalternativen und Möglichkeiten der Selbstwirksamkeit verfügen, werden durch das aktuelle Angebot der Bildschirm- spiele – Action-, Strategie-, Simulations- und Fantasy-Spiele – angezogen.“68

Auch aus anderen Quellen der Jungen-Pädagogik wird Kritik an einseitigen männ- lichen medialen Vorbildern geübt: So kritisiert Wolter in einem Artikel für das „Baugerüst“ (evangelische Zeitschrift für Jugendarbeit) die medialen Vorbilder, z.

B. im Kino: „Im Kino sind die Helden super-männlich, Turbo-Machos, ‚pseudo’ - gerechte Rächer, die sich durch alles und jeden Gegner hinwegkämpfen, gnaden- los, cool, effektiv.“ Es gebe kaum „…gleichsam friedvolle und trotzdem selbst- bewusst männliche Vorbilder…“

Er fragt quasi nach einem echten Heldenvorbild: „Wer kann glaubwürdig und vor allem von den Jungs anerkannt Modell stehen für Gewaltverzicht aus der Position des Könnens, der Stärke heraus?“ 69

3.3. Beobachtungen und Schlussfolgerungen für den BRU

a) Medien gehören aus christlicher Sicht als Mittel der Verkündigung der frohen Botschaft unmittelbar zum Christentum dazu. Die Glaubwürdigkeit wurde vor allem im lebendigen gegenseitigen Kommunikationsprozess gesehen, der Bezüge zu gesellschaftlich aktuellen Symbolen und Formen herstellt. Ein christlicher Umgang mit Medien sollte keine Angst vor „Anpassung an den Zeitgeist“ haben.
b) In exemplarischen Filmen, in denen religiöse bzw. christliche Motive entdeckt wurden, wurde außerdem das Motiv der mythologischen „Heldenreise“ erkannt. Dies soll noch näher untersucht werden (s. Kapitel 4.1.)
c) Die Autoren aus der Jungen-Pädagogik stellen übereinstimmend fest: Fehlen in der Erziehung Väter als Vorbild, werden diese besonders in virtuellen Medien gesucht – und in zumindest teilweise einseitigen Heldenfiguren gefunden. Offen- kundig erfüllen nicht alle Helden die Kriterien von Campbell’s „Heldenreise“. Übereinstimmend kritisieren die Autoren einseitige mediale Vorbilder - sowohl in PC-Spielen wie anderen AV-Medien.

Die pädagogischen Fachleute bestätigen AV-Medien allgemein nicht nur als ho- hen Einflussfaktor auf die Sozialisation Jugendlicher (wobei dieser Arbeit der Fokus auf männliche Aspekte gerichtet wurde), sondern erwähnen ebenfalls wie in Kapitel 3.1. den Aspekt des Mannes als Held, der – zumindest für Jungs – sehr interessant zu sein scheint. Heldenmythen und Vorbildsuche scheinen als Motive in AV-Medien eine bedeutende Rolle zu spielen und eng miteinander verwoben zu sein. Die Unterscheidung der Begriffe Held oder Vorbild könnte nach den bis- herigen Erkenntnissen bereits vorgenommen werden: Mediale Helden sind als mythologische Helden in ihrer Attraktivität beabsichtigt durch die Produzenten zum Zwecke des kommerziellen Erfolges. Ob diese manchmal einseitigen und Gewalt verherrlichenden Heldenfiguren allerdings zu persönlich wirksamen Vor- bildern im Sinne verhaltensbestimmender Lebensorientierung oder Wertmaßstab werden, ist allerdings die (bewusste oder unbewusste?) Entscheidung des Konsu- menten.

Hiermit wird auch eine weitere Brücke zum BRU geschlagen, weil – wie Matz- ner /Tischner in ihrem letzten Zitat bestätigen – gerade bei sozial benachteiligten Jugendlichen das Risiko einer negativen medialen Prägung durch einseitige Hel-denmotive besonders hoch sein kann (vgl. Kapitel 2.2.: im BRU befindet sich unter Umständen ein hoher Anteil derartig sozial Benachteiligter).70

[...]


[1] "Vgl. Beck, 1986; vgl. hierzu Oesselmann / Rüppell / Schreiner, 2008, S.10

[2] "Konsortium Bildungsberichtserstattung, 2006, S.10ff

[3] "Hurrelmann, 2010, S.1

[4] "Vgl. ARD/ZDF-Online-Stnrtie 2009

[5] "Vgl. Konsortium Bildungsberichtserstattung, 2006, S.5: „ der Angstpegel steigt__ “

[6] "Hierzu Hurrelmann, 2010, S.2

[7] "Autorengruppe Bildungsberichterstattung, 2008, S. 15 / 17

[8] "Vgl. Forderung nach Niederschwelligkeit vieler Angebote für Jugendliche, bei denen die Sozial­räume besser geachtet werden sollen in: Handreichung des Rates der EKD, 2010, S.35

[9] Vgl. hierzu z. B. Breitmaier 2010, S.28: Berufsschule als „Versorgungs- und Parkangebot für "Jugendliche ohne Ausbildungsplatz“, auch S.43 / 45; vgl. ebenso Howohlt / Kaiser 2009, S.13-26

[10] "Z.B. Bildungsplan Hauptschule 2004, S.12 mit diversen Kompetenzkriterien

[11] " vgl. Hartnuß 2005, S.48 / 49. Er forderte: „Bildung muss Lebensführungs- und Bewältigungs­kompetenz vermitteln“; und formulierte einen Bildungsbegriff, der mehr als verwertbare Leistung und Wissensvermittlung beinhaltet: „Pädagogische Institutionen sind. gefordert, Arrangements zur Verfügung zu stellen, die es ermöglichen, dass in der nachwachsenden Generation Bereitschaft und Fähigkeiten zur Übernahme von Verantwortung für das Gemeinwesen und zur aktiven Betei­ligung an der Gestaltung des sozialen, kulturellen und polutischen Lebens entwickelt werden.“

[12] " Dohmen 2001, oder Overwien 2005, Rauschenbach u.a. (Hrsg): Informelles Lernen im Ju­gendalter, Weinheim 2007, Anmerkung: 70 % aller menschlichen Lernprozesse finden außerhalb der formellen Bildungsinstitutionen statt.

[13] " Hierzu Jung 2010, S.15: „.viele Eltern erziehen ihre Kinder nicht mehr religiös.“

[14] " vgl. 16. Shell Jugendstudie, S. 16 / 17 / 18 / vor allem S.38: „Die Lebensphase Jugend ist zu "einem Abschnitt der strukturellen Unsicherheit und Zukunftsungewissheit geworden. Mädchen und Jungen treten in diesen Lebensabschnitt wegen der sich immer noch vorverlagernden Pubertät immer früher ein, sie erhalten aber immer weniger Gelegenheit, ihn relativ frühzeitig auch wieder "zu verlassen und in die traditionelle Rolle des Erwachsenen überzugehen.“, s. auch S.204-207 zu den Gottesvorstellungen Jugendlicher

[15] Schönig 2008, S.13

[16] Jung-Hankel 2010, S.82

[17] Kunstmann 2010, S.12

[18] " In diesem Sinne bietet einen treffenden und kritischen Kommentar zum Gottesdienstbesuch : Ebeling, Das Wesen des christlichen Glaubens, S.10f., Freiburg 1993, in: Kunstmann 2010, S. 108: „.Es gehört eine ziemliche Portion guten Willens dazu, angesichts des durchschnittlichen Predigtgeschehens nicht gelangweilt oder zornig, sarkastisch oder tieftraurig zu werden. Was wird landauf landab für ein Aufwand für die Verkündigung des christlichen Glaubens betrieben! Aber ist es nicht - von Ausnahmen abgesehen - institutionell gesicherte Belanglosigkeit?“

[19] " Oesselmann / Rüppell / Schreiner 2008, S.10, dazu auch Schröder 2001: „Knapp zusammen­gefasst: Religionszugehörigkeit und religiöse Sozialisation und Erziehung Jugendlicher sind in (West-) Deutschland noch immer christlich geprägt. Im Schulalter ist weniger eine dezidierte Ab­wendung von Religion auszumachen als vielmehr Unentschlossenheit und die Gleichzeitigkeit ungleichzeitiger Orientierungsmuster.Qualitative Studien zeigen: Jugendliche lassen einen ei­genwilligen Gebrauch und ein eigensinniges Verständnis von Religion erkennen, die beide in ihren Ausdrucksformen kaum noch an theologischen Wissensbeständen und Sprachmustern geschult sind.“

[20] " So auch Graf 2004, S.18: „Religiöse Homogenität, das zumindest offiziell einheitliche Glau­bensbekenntnis der Bevölkerung eines Territoriums, ist zum Ausnahmefall geworden. In aller Regel sind moderne Gesellschaften religionspluralistisch.“

[21] "Gräb 2002, Sinn fürs Unendliche,S.15

[22] " Zu den Auswirkungen s. auch Schönig 2008, S.78

[23] " Vgl. Corsa 2006, Stichwort Erosionsprozess bzw. strukturelle Problematiken in der Kirche

[24] " Jung 2010, S. 17

[25] "Jung-Hankel 2010, S.82

[26] "„Kirche und Jugend- Handreichung des Rates der EKD“ 2010, selbstkritisch bekennt der Rat der EKD auf S.75: „Sozial benachteiligte Jugendliche finden zu manchen kirchlichen Angebo­ten kaum Zugang.“

[27] "Schweitzer 2009, S.2; dazu z. B. auch Bickelhaupt / Böhm/ Buschmann bereits 2001, S.1 in einem Aufsatz mit der Zwischenüberschrift „ Religion in der audiovisuellen Popkultur: unterwegs zu einer lebenswelt-orientierten Religionspädagogik“: „.Massenmediale Inszenierungen wie exemplarisch die Werbung, die stets zwischen Kontinuität und Diskontinuität bzw. Aktualität oszilliert, können nicht nur als Religionsäquivalente entdeckt werden, sondern können auch oft ungeahnte Wiederentdeckung, Re-Lektüre und Re-Inszenierung christlichen Traditionsguts ermög­lichen, - gerade weil sie kontinuierlich unser kulturelles Erbe aktualisieren und verfremden.“ Sie verweisen u. a. auch auf mehr als ein Dutzend religionspädagogischer Arbeiten zu diesem The­menbereich.

[28] " Gräb 2002, S.81:„Es kann die Suche nach Motiven des Religiösen in den Medien, in der Litera­tur, in Filmen, in Popsongs, in der Werbung und vielem mehr durchaus die erneute Freilegung auch des existenziell-religiösen Sinnpotentials der biblischen Überlieferungen und kirchlichen Glaubenslehren befördern. Die verlockenden Botschaften der Werbung, die spannenden Geschich­ten, die Romane oder Filme erzählen, können zurückverfolgt werden in biblische Motive und Sinngeschichten.. ..das eben hat ja die Werbe- und Kulturindustrie gemerkt.“

[29] " Oesselmann / Rüppell / Schreiner 2008, S.11

[30] " Vgl. hierzu kritisch Bultmanns Begriff der „Entmythologisierung“ auch in der Theologie

[31] " Graf 2004, S.55

[32] " Ders.: S.60-61

[33] " Schramm 2007: „Die leise Sehnsucht nach einem ,Dahinter’. Zur Wiederkehr des Religiösen auf dem Markt der Unterhaltungsfilme“

[34] " Vgl. Gräb 2002, S.17: „Wie ist in der Mediengesellschaft sinnvoll vom Gott des christlichen Glaubens zu reden, von Sünde und Schuld, von Rechtfertigung und Gnade?“

[35] " vgl. z. B. Pfeiffer: „Computerspielabhängigkeit im Kindes und Jugendalter“, 2009 Forschungsbericht Nr. 108, Kriminologisches Forschungsinstitut Niedersachsen e. V., 2009;

[36] " dazu sehr passend Drewermann 1989, S. 573: „Es ist jederzeit möglich, aus Worten des Heils Zwangssysteme des Unheils abzuleiten,.“ (aus: Das Markus - Evangelium)

[37] " Schmidt-Rost 2005. S.9ff.

[38] " Ebd., S.10

[39] " Zum Aspekt lebendiger Kommunikation im Einklang von Lebensweltorientierung noch einmal Schmidt-Rost 2005, S.11 / 12: „Im Anschluss an die Heiligen Schriften des Volkes Israel wurde ein Bündel von Texten als heilig erklärt, kanonisiert, das gerade die Vielstimmigkeit als ein zentrales Kennzeichen an sich trug. Aus vieler Zeugen Mund wurde in diesen 27 einzelnen Schriften der Eindruck wiedergegeben, den Jesus von Nazareth bei seinen Mitmenschen hervorgerufen hatte, und den diese in kulturell und politisch völlig unterschiedlichen Lagen an andere Menschen weitergegeben hatten. Diese Vielstimmigkeit erleichterte später die immer neue Anregung der Kommunikation über das Grundgeschehen und den Gehalt der Botschaft als ein wesentliches Merkmal des christlichen Glaubens trotz aller organisatorischen Verfestigungen, im Gegensatz etwa zu Religionen, die sich nur durch persönlich-orale Zeugnisse fortpflanzten…Das Interesse an den Medien der Kommunikation gehört somit wesentlich zur Christenheit…In der Gegenwart mit ihrer Dominanz der elektronischen Medien wird von vielen behauptet, die Kirche habe ihre medienprä- gende Kraft verloren. Christen könnten sich nur noch reaktiv fragen, welche aus dem reichhaltigen Angebot moderner Medien sie nutzen könnten, um ihren Auftrag zur Kommunikation des Evangeliums zu erfüllen. Diese defensive Haltung passt aber ganz und gar nicht zu der Jahrhunderte währenden Führerschaft der christlichen Kirchen als Medium und in den Medien, und zwar auch in Zeiten, in denen Christen keinen Anteil an politischer Macht hatten.“

[40] Gräb 2002, S.40

[41] Ders., S.78

[42] Ders., S.163

[43] "w.o.

[44] " Beispiele: Schramm 2007 benennt sehr viel mehr Filme mit religiösen Motiven als hier dar­stellbar, Vasel 2010 analysiert ausführlich in „Religiöse Dimensionen der Kulturindustrie“ christ­liche Motive in „Ben Hur“ und „Titanic“.

[45] " PC-Spiele wären höchst interessant zu analysieren - sie sind jedoch höchst unterschiedlich ver­breitet und nicht jedermann gleich bekannt und sind aufwendig zu beschreiben. Sie werden aber in Kapitel 2.2. kurz anhand ihrer Auswirkungen bzw. Einflüsse aus Sicht der Jungen-Pädagogik aufgegriffen (Fokus auf Vorbilder / Heldenmotive).

[46] " S. Fußnote ЗЗ dieser Arbeit

[47] " Hauser 2004, S. 144 - 155; die Heldenreise nach Campbell wird von o. g. Röll 1998, S.152ff. ausführlich behandelt, in Kapitel 3.1. dieser Arbeit wird darauf eingegangen.

[48] " Ders., S.153

[49] " Schramm 2007, S.6 - 9, dieses Zitat S.9

[50] "Vgl. die Aufzählung mit Dahlbüdding 2004, S.74 - 84

[51] " (Eigene Anmerkung: In der Tat dürften der Segensgruß: „Möge die Macht mit Dir sein!“, oder der theatralische Erkenntnissatz: „Ich bin dein Vater!“ unauslöschbare Bestandteile medialer Le­benswelten sein, die wohl jeder schon gehört hat, der sich Fantasyfilmen nicht verweigert.)

[52] " Dahlbüdding 2004, S. 47 / 48

[53] " Schramm 2007, alle Zitat von Schramm in diesem Abschnitt von S.9

[54] " Hauser 2004, S.150

[55] Gräb 2002, S.208

[56] vgl. Tillich 1961: „Wesen und Wandel des Glaubens“

[57] " Der Medienpädagoge Röll analysierte bereits 1998: „Die Mediengesellschaft bietet ein breites Angebot mythogener Stoffe, aus denen die einzelnen oder die Peer-groups ihre Identitäten zusam­menstellen. Gäbe es keinen Bedarf nach diesen Mythen, könnten sie sich in dieser Mannigfaltig­keit nicht durchsetzen

[58] " Ebd., S.414, vgl. Vogler 2004: „Die Odysee des Drehbuchschreibers“, oder Hammann 2007: „Die Heldenreise im Film: Drehbücher, aus denen die Filme gemacht werden, die wirklich berüh­ren“, dazu näher Kapitel 4.2.

[59] "Vgl. Wiemken 2006, S.3ff.

[60] "Abesser 2002, S.

[61] "Pfeiffer 2009, S. 15ff.

[62] " Matzner / Tischner (Hrsg.): „ Handbuch Jungen-Pädagogik“, 2008. Da ich es für wichtig halte zu wissen, ob Männer oder Frauen die Beiträge geschrieben haben, habe ich zur Unterscheidung bei Autorinnen die Vornamen in den Fußnoten hinzugefügt. Alle folgenden Angaben stammen aus diesem Buch, s. a. Literaturverzeichnis

[63] " Matzner / Tischner 2008, S.316-330

[64] " Blank-Mathieu, Margarete, 2008: „Jungen im Kindergarten“, S. 78-90, Zitate S.83 / 87, in: ders.

[65] " Böhnisch 2008: „Soziale Konstruktion von Männlichkeit und Kristallisationspunkte männlicher Sozialisation“, S.63-76, Zitat von S.72, in: ders.

[66] " Garbe, Christine, 2008: „Echte Kerle lesen nicht?“, S.301-315, Zitat aus S.306, in: ders.

[67] " Aufenanger 2008: „Jungen und Medien“, S.290-300, Zitate von S. 294 / 298, in: ders.

[68] " Matzner / Tischner 2008, Schlussfolgerungen, S.381-409, Zitat aus S. S.385 / 386

[69] " Wolters 2001, „Kampfkunst für Jungen“, S. 88-92, in: Das Baugerüst: Mann, oh, Mann, die Jungs, Nürnberg Heft 3 / 2001,

[70] Vgl. Dahlbüdding 2004, die ausführlich Jugendliche und ihre Lebensphasen / Bewältigungsaufgaben behandelt und mit deren Ansprechbarkeit auf solche Motive in Bezug setzt.

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Details

Titel
Die Gestalt Jesu in der Wahrnehmung von BRU-Schülern im Kontext medialer Helden und Stars
Untertitel
Fragebogenanalyse und tiefenpsychologische Aspekte
Hochschule
Evangelische Fachhochschule Freiburg
Veranstaltung
evangelische Religionspädagogik
Note
1,3
Autor
Jahr
2011
Seiten
112
Katalognummer
V184717
ISBN (eBook)
9783656096924
ISBN (Buch)
9783656096856
Dateigröße
878 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Kolloquiumsbewertung 1,0
Schlagworte
gestalt, jesu, wahrnehmung, schülern, kontext, helden, stars, fragebogenanalyse, aspekte
Arbeit zitieren
Peter Freudenberger (Autor:in), 2011, Die Gestalt Jesu in der Wahrnehmung von BRU-Schülern im Kontext medialer Helden und Stars, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/184717

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