Berufswissen und berufliche Orientierung von Schülerinnen und Schülern im Übergangssystem

Am Beispiel der Region Paderborn


Examensarbeit, 2011

143 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Das Übergangssystem
2.1 Bildungsgänge des Übergangssystems
2.1.1. Regelangebote der Bundesagentur für Arbeit
2.1.1.1 Berufsvorbereitende Bildungsmaßnahmen (BvB)
2.1.1.2 Einstiegsqualifizierung (EQ)
2.1.1.3 Aktivierungshilfen
2.1.2. Schulische Bildungsgänge
2.1.2.1 Berufsvorbereitungsjahr (BVJ), (Berufsorientierungsjahr (BOJ))/ Klassen für Schülerinnen und Schüler ohne Berufsausbildungsverhältnis (KSOB)
2.1.2.2 Berufsgrundbildungsjahr (BGJ)/ (Berufsgrundschuljahr (BGJ))
2.1.2.3 Berufsfachschulen, die keinen Abschluss vermitteln
2.3 Das Übergangssystem im Kreis Paderborn
2.3.1 Maßnahmen der Bundesagentur für Arbeit
2.3.2 Berufskollegs im Kreis Paderborn
2.3.3 Die Verteilung der Teilnehmer am Übergangssystem in Paderborn
2.3 Zwischenfazit zum Übergangssystem Paderborn

3 Berufliche Orientierung und Berufswissen im Übergangssystem
3. 1 Berufswissen und Berufsorientierung
3.1.1 Berufswahltheorie nach Gottfredson
3.1.2 Berufswahltheorie nach Holland

4 Untersuchung
4.1 Fragestellung
4.2 Hypothesen
4.3 Methoden der Datenerhebung
4.3.1 Quantitative Methode
4.3.2 Qualitative Methode
4.4. Erfassung der Zielgruppe
4.5 Durchführung der Befragung
4.6 Darstellung und Auswertung der Ergebnisse der schriftlichen Befragung
4.7 Darstellung und Auswertung der Ergebnisse der Interviews
4.8 Überprüfung der Hypothesen
4.9 Reflexion der Datenerhebung
4.10 Interpretation der Ergebnisse

5. Fazit

6 Abkürzungsverzeichnis

7 Literaturverzeichnis

8 Anhang
A 1 Fragebogen
A 2 Anleitung zur Durchführung der schriftlichen Befragung:
A 3 Interviewleitfaden
A 4 Daten zur schriftlichen Erhebung
A 5 Daten zur qualitativen Erhebung
A 5.1 Erstes Interview Teilnehmern einer BvB-Klasse am 30. Juni 2011
A 5.2 Zweites Interview mit den Teilnehmern einer BvB-Klasse am 30. Juni 2011
A 5.3 Anhang: Nachverfassung des Gesprächs mit Herrn Koch von der Bundesagentur für Arbeit über die Maßnahmen des Übergangssystems vom 27. Mai 2011
A 5.4 Interview mit der Diplom-Pädagogin und Bildungsbegleiterin Anja Schmidt von der FAW Paderborn am 20.07.2011:

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1 Regelangebote der Bundesagentur für Arbeit

Tabelle 2 Ausbildungsbereiche der Teilnehmer der Bietergemeinschaft

Tabelle 3 Klassen des Übergangssystems an den Berufskollegs Paderborn

Tabelle 4 Berufsbeschreibungen zum Einzelhandelkaufmann und zum Parfümerieverkäufer

Tabelle 6 Haupttypen der Untersuchungsgruppe

Tabelle 7 Subtyp 1 der Untersuchungsgruppe

Tabelle 8 Subtyp 2 der Untersuchungsgruppe

Tabelle 9 Werte des Zener-Schnuelle-Index

Tabelle 10 Vergleich von angestrebtem Ausbildungsberuf und Wunschberuf

Tabelle 11 Drei-Buchstaben-Codes, die sich durch die Befragung ergeben haben

Tabelle 12 Zuordnung von Codes und ihrer Häufigkeit

Tabelle 13 Differenzierung der Persönlichkeitsmerkmale

Tabelle 14 Die ersten sechs Berufswunsche in chronologischer Reihenfolge

Tabelle 15 Berufswünsche der einzelnen Personen mit zugehörigem Umwelt-Code

Tabelle 16 Kongruenz der jeweiligen Personen-Codes und Umwelt-Codes

Tabelle 17 Berufswissen Übersicht: Darstellung von Bekanntheitsgrad der Berufe

Tabelle 18 Berufseinschätzungen (Ansehen, Geschlecht und Wunschberuf )

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1 Maßnahmen der Berufsvorbereitung der Bundesagentur für Arbeit-Teilnehmende in ausgewählten Maßnahmen (Jahresdurchschnitt)

Abbildung 2 Entwicklung der Schülerzahlen des schulischen Berufsgrundschuljahres des Berufsvorbereitungsjahres und der Berufsfachschulen insgesamt seit 1992

Abbildung 3 Teilnehmer an den Berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahmen und der Einstiegsqualifizierung im Kreis Paderborn

Abbildung 4 Eingrenzung beruflicher Aspirationen entsprechend nach wahrgenommener nach wahrgenommener Kompatibilität von Selbst- und Berufskonzept. Hypothetisches Beispiel eines durchschnittlich intelligenten Mittelschichtjungen.

Abbildung 5 Hexagonales Modell von Holland

Abbildung 6 Zuordnung von Berufen nach Ansehen und Geschlechtszuordnung

Abbildung 7 Zuordnung der Typen nach Holland zu Ansehen und Geschlecht

Abbildung 8 Häufigkeitsverteilung der Haupttypen

Abbildung 9 Haupttypen der Wunschberufe

Abbildung 10 Verteilung der Kongruenzwerte

Abbildung 11 Hauptumwelten nach Geschlecht und Ansehen

Abbildung 12 Die am häufigsten genannten Wunschberufe

1 Einleitung

Das Übergangssystem hat seinen Ursprung in den frühen 70er Jahren. Das damalige Ziel war, diejenigen Jugendlichen aufzufangen, die aufgrund der wirtschaftlichen Lage keinen Ausbildungsplatz finden konnten. Diese Maßnahmen waren als kurzfristig vorgesehen, jedoch sind die Disparitäten am Ausbildungsmarkt erhalten geblieben und das Übergangssystem hat sich von einer regionalen Übergangslösung zu einem bundesweit kaum überschaubaren System entwickelt.[1]

Die Aussage der mangelnden Transparenz wird in der vorliegenden Examensarbeit für den Kreis Paderborn untersucht. Um eine solche feststellen zu können, werden zunächst die verschiedenen Angebote des Übergangssystems beleuchtet und überprüft, ob die in der Literatur geltende Forderung nach Neustrukturierung[2] auch für diesen Kreis zutrifft. Dafür erfolgen im zweiten Kapitel zunächst eine Definition des Übergangssystems und die Darstellung der aktuellen Situation in Deutschland. Danach werden die Regelangebote der Bundesagentur für Arbeit (BA) und schulischen Bildungsgänge näher erläutert. Die Maßnahmen für den Kreis Paderborn werden dargestellt, wobei alle Optionen mit ihrer Zuordnung zu den unterschiedlichen Berufskollegs und außerschulischen Trägern mit ihren jeweiligen Teilnehmerzahlen erfasst werden. Aus dieser Analyse ergibt sich, ob in dieser Region von einer mangelnden Transparenz gesprochen werden und die Forderung nach Neustrukturierung hier gelten kann.

Im nächsten Schritt wird auf das Thema Berufswissen und Berufsorientierung eingegangen und eine Grundlage für die folgende schriftliche Erhebung und die ergänzenden Interview geschafften. Dafür werden zunächst die beiden oben genannten Begriffe erläutert. Anschließend wird die Berufswahltheorie nach Gottfredson, und im Rahmen dieser das Holland-Modell vorgestellt, um dann die Teilnehmer[3] des Übergangssystems Paderborn auf ihr Berufswissen und ihre berufliche Orientierung hin zu untersuchen. Es wird durch die Verwendung von Hollands Modell geklärt, ob die Jugendlichen Berufsziele haben, die ihren persönlichen Interessen und Begabungen entsprechen. Gottfredsons Modell dient der Überprüfung der Übereinstimmungen der Berufswahl nach den Kriterien Geschlecht und Ansehen der Tätigkeiten. Außerdem wird ermittelt, ob dabei bereits Kompromisse eingegangen wurden. Weiterhin wird das Berufswissen der jungen Menschen betrachtet, um einschätzen zu können, wie gut es ausgebildet ist und inwiefern es sich auf ihre berufliche Orientierung auswirkt. Ein anderer Aspekt, der durch die Datenerhebung beleuchtet werden kann, ist, ob die Jugendlichen sich in dem Angebot des Übergangssystems befinden, das am besten zu ihren Berufswünschen und ihrer Persönlichkeit passt, oder ob ihnen andere Maßnahmen eher entsprochen hätten. Wenn bei den jungen Menschen Abweichungen dieser Komponenten auffallen, werden mögliche Ursachen dafür ausfindig gemacht.

Aus dieser Untersuchung kann geschlussfolgert werden, wie das Berufswissen und die berufliche Orientierung der Jugendlichen des Übergangssystems Paderborn ausgebildet sind und ob sich diese in den für sie am besten geeigneten Maßnahmen befinden.

2 Das Übergangssystem

Das Übergangssystem ist zeitlich zwischen der allgemeinbildenden Schule und der Berufsausbildung angesiedelt[4] und gehört somit, neben dem dualen System und dem Schulberufssystem, zum Bildungsbereich der beruflichen Ausbildung.[5] Es umfasst „(Aus-) Bildungsangebote, die unterhalb einer qualifizierten Berufsausbildung liegen bzw. zu keinem anerkannten Ausbildungsabschluss führen, sondern auf eine Verbesserung der individuellen Kompetenzen der Jugendlichen zur Aufnahme einer Ausbildung oder Beschäftigung zielen und zum Teil das Nachholen eines allgemeinbildenden Schulabschlusses ermöglichen.“[6] Das Übergangssystem wird auch als „Warteschleife“ bezeichnet, da die Jugendlichen vor ihrer Einmündung erfolglos versucht haben einen Ausbildungsplatz zu finden und da die Partizipation an diesen Bildungsgängen nicht zu ihrem gewünschten Ziel einer beruflichen Qualifikation führt. Die Notwendigkeit der Maßnahmen, wird durch eine nicht ausreichende Ausbildungsreife der Bewerber für eine Berufsausbildung begründet.[7] Unter Ausbildungsreife werden schulische Basiskenntnisse (z. B. Rechtschreibung, Grammatik), psychologische Leistungsmerkmale (z. B. Sprachbeherrschung, Konzentration), physische Merkmale (z. B. altersgerechter Entwicklungsstand und gesundheitliche Voraussetzungen), psychologische Merkmale des Arbeitsverhaltens und der Persönlichkeit (z. B. Zuverlässigkeit, Kritikfähigkeit) und die Berufswahlreife (Selbsteinschätzungs- und Informationskompetenz) verstanden.[8] Diese Fähigkeiten sind erforderlich, um den gestiegenen Anforderungen am Markt gerecht zu werden. Sie werden in den Bildungsgängen des Übergangssystems vermittelt, damit die Jugendlichen bessere Chancen auf eine Berufsausbildung erhalten und auf diese Weise die Anforderungen der Betriebe erfüllen.[9] Es befinden sich allerdings auch Jugendliche in den Maßnahmen, die aufgrund von Marktbenachteiligung keine Ausbildungsstelle finden konnten, aber über eine ausreichende Ausbildungsreife verfügen. Es gab in ihrer Region nicht genügend Angebote, weshalb sie am Übergangssystem teilnehmen.[10]

In diesen Bildungsgängen befanden sich im Jahr 2008 34,1 Prozent der Jugendlichen. Das entspricht 397.277 jungen Menschen, die die allgemeinbildende Schule verlassen und weder eine Ausbildungsstelle gefunden, noch einen höheren Bildungsabschluss angestrebt haben.[11] Diese Teilnehmerzahl stellt die niedrigste Einmündung seit der Erhebung im Jahre 1995 (ca. 340.000 Jugendliche) dar.[12] In 2009 ist eine leichte Zunahme zu verzeichnen, allerdings ist die Gesamttendenz zufriedenstellend. Die Ausbildungssituation am Markt hat sich in den letzten Jahren entspannt,[13] obwohl 2010 0,8 Prozent weniger Ausbildungsstellen (insgesamt: 560.073) als im Vorjahr verzeichnet wurden. Der Rückgang ist auf den Abbau von überwiegend öffentlichen Ausbildungsstellen zurückzuführen, weshalb trotz dieses gesunkenen Angebots eine Verbesserung der Lage am Markt im aktuellen Bildungsbericht bekundet wird. Diese allgemein bessere Situation ist durch mehrere Faktoren begründet. Die Zahl der betrieblichen Ausbildungsstellen ist im Jahr 2010 leicht auf 519.030 gestiegen und es sind weniger Bewerber erneut in das Übergangssystem gemündet (2005: 342.620; 2010: 256.007). Ein weiterer entscheidender Aspekt ist die demografische Entwicklung. Haben im Jahr 2005 noch 939.287 Schüler die allgemeinbildenden Schulen verlassen, waren es 2010 nur noch 847.726. Zusammen mit den Abgängern der beruflichen Schulen ergibt dies 2010 insgesamt 1.229.504 Abgänger. Dies waren im Jahr 2005 ca. 120.000 mehr. 2020 werden nur noch 1.078.088 Abgänger und Absolventen erwartet. Weiterhin sinkt die Zahl der Jugendlichen, die an einer Ausbildung interessiert sind.[14] Aufgrund dieser Faktoren kann es in Zukunft dazu kommen, dass Betriebe ihre Ausbildungsstellen nicht mehr besetzen können. Nach dem „Ökonometrischen Prognose- und Simulationsmodell des Ausbildungssystems“ (PROSIMA) hat das BIBB für 2011 618.500 Ausbildungsplätze vorausgesagt. Diese Prognose ist jedoch problematisch, da hier der Wegfall der Wehrpflicht nicht in befriedigendem Maße einberechnet werden konnte.[15] Trotz dieser erfolgversprechenden Voraussagen, dürfen die Gründe für die starke Frequentierung des Übergangssystems nicht ausschließlich in Angebot und Nachfrage des Ausbildungsmarkts gesucht. Denn es befinden sich sowohl die Jugendlichen darin befinden, die aufgrund der Marktbedingungen keinen Ausbildungsplatz erhalten haben, als auch Teilnehmer, die nicht die erforderliche Ausbildungsreife mitbringen und deswegen eine zusätzliche Vorbereitung benötigen. Doch auch diesen Jugendlichen sollte eine Möglichkeit gegeben werden, eine Berufsausbildung zu absolvieren. Vor dem Anstieg der Anforderungen sind genau diese jungen Menschen durch eine Berufsausbildung in die Gesellschaft integriert worden.[16] In der Literatur herrscht zum Thema Ausbildungsreife eine gespaltene Meinung. Einige behaupten, dass die oben aufgezählten Fähigkeiten bereits vor dem Antritt bestehen müssen, andere sind der Ansicht, dass sie in Ausbildungen mit niedrigeren Anforderungen vermittelt werden können, die momentan mit überqualifizierten Jugendlichen besetzt werden.[17] Weiterhin besteht die Forderung, dass wenn diese beiden Gruppen von Jugendlichen im Übergangssystem verweilen, sie ihren Voraussetzungen entsprechende Maßnahmen erhalten sollen. Sowohl Euler als auch sie Bertelsmannstiftung verlangen eine Separierung in ausbildungsfähige und nicht ausbildungsfähige Jugendliche. Ersteren sollen Inhalte vermittelt werden, die einer anschließenden Ausbildung angerechnet werden können. Letztere sollen ihre Qualifikationen erhöhen können, um die Ausbildungsreife zu erlangen.[18] Hier zeichnet sich ein weiteres Problem der Warteschleife ab, denn eine bereits mögliche Anrechnung von bereits erbrachten Leitungen wird von den Betrieben häufig nicht vorgenommen mit der Begründung, dass das vermittelte Wissen nicht den Ausbildungsinhalten entspräche.[19] Somit werden weiterhin eine Abgleichung der Inhalte von Ausbildungen und Maßnahmen und die Nutzung der Anrechnung auf die Ausbildungsjahre gefordert. Aufgrund der großen Anzahl an Verbesserungsnotwendigkeiten erkennt der BIBB im aktuellen Bildungsbericht 2011 den Handlungsbedarf.[20]

Alles in allem bietet das Übergangssystem eine Zufluchtsstätte für alle Jugendliche, die unabhängig vom Grund keine berufliche Ausbildung antreten konnten. Dennoch leidet es unter zahlreichen Problemen. Eines dieser Probleme ist die mangelnde Transparenz über die Vielfalt der angebotenen Maßnahmen und über die Zuständigkeit der verschiedenen Institutionen.[21] Zu den im Übergangssystem präsenten Institutionen zählen die beruflichen Schulen, die Bundesagentur für Arbeit und verschiedene außerschulische private Träger. Im Folgenden werden die verschiedenen Bildungsgänge des Übergangssystems näher beleuchtet und im Anschluss auf ihr Vorkommen in der Region Paderborn untersucht.

2.1 Bildungsgänge des Übergangssystems

Das Übergangssystem wird in unterschiedliche Bildungsgänge unterteilt, wobei alle einer beruflichen Ausbildung vorgelagert sind und die jungen Menschen bei der Aufnahme genau dieser unterstützen sollen. Hierbei wird zwischen schulischen und außerschulischen Maßnahmen unterschieden. Zur ersten Gruppe gehören das Berufsvorbereitungsjahr (BVJ) bzw. Berufsorientierungsjahr (BOJ), das Berufsgrundschuljahr bzw. Berufsgrundbildungsjahr (BGJ) und die einjährige Berufsfachschule.[22] Bei der zweiten handelt es sich um die Regelangebote der Bundesagentur für Arbeit. Hierzu zählen die Berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahmen, die Einstiegsqualifizierung und die Aktivierungshilfen.[23]

2.1.1. Regelangebote der Bundesagentur für Arbeit

Bei den in Tabelle 1 dargestellten Maßnahmen handelt es sich um alle Regelangebote der BA. Im Rahmen dieser Arbeit wird nur der Bereich der Berufsvorbereitung berücksichtigt, da die anderen Angebote der Definition des Übergangssystems nicht entsprechen.

Tabelle 1 Regelangebote der Bundesagentur für Arbeit

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: BIBB. 2011. S. 217.

Die Jugendlichen werden durch die BA einer entsprechenden Maßnahme zugeordnet. Dafür wird ihr individueller Förderbedarf ermittelt und sie werden anhand der jeweiligen Zielgruppenbeschreibung den einzelnen Angeboten zugeordnet. Außerdem ist zu erwähnen, dass die Teilnehmer sozialpädagogisch und organisatorisch über den gesamten Zeitraum durch Fachpersonal unterstützt werden.[24] Die Anzahl der jungen Menschen, die im Jahre 2009 an den Maßnahmen der BA im Bereich der Berufsvorbereitung teilnahmen, beläuft sich auf ca. 80.000 (siehe Abbildung 1) und stellt im Gesamtbild eine leichte Erhöhung im Vergleich zum Jahr 2008 dar, was auf die vermehrten Zugänge zu den Aktivierungshilfen zurückzuführen ist. Sowohl die Berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahmen als auch die Einstiegsqualifizierung haben an Zugängen verloren.[25]

Abbildung 1 Maßnahmen der Berufsvorbereitung der Bundesagentur für Arbeit – Teilnehmende in ausgewählten Maßnahmen (Jahresdurchschnitt)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: BIBB. 2011. S. 220.

2.1.1.1 Berufsvorbereitende Bildungsmaßnahmen (BvB)

Die Berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahmen sollen Jugendliche schnellstmöglich in ein Ausbildungs- oder Beschäftigungsverhältnis vermitteln.[26] Sie erwerben unterschiedliche Qualifikationen oder holen ihren Hauptschulabschluss nach, um ihre Chancen auf eine Ausbildung zu verbessern.[27] Die BA verteilt die Maßnahmen auf regionale, nicht staatliche Bildungsträger[28] und ermöglicht dadurch eine individuelle Förderung aller Teilnehmer.

Für die Vorbereitung auf eine Erstausbildung soll den Jugendlichen im Rahmen dieses Angebots der BA Gelegenheit gegeben werden, ihre Berufswahl in Hinsicht auf ihre Stärken und Schwächen zu reflektieren, zu evaluieren und sich gegebenenfalls beruflich neu- oder umzuorientieren. Ein weiteres Ziel ist die Verbesserung des Fachwissens und der beruflichen Handlungsfähigkeit.[29] Diese Handlungsfähigkeit setzt sich aus den „beruflichen Fertigkeiten, Kenntnissen und Fähigkeiten“,[30] die für die Ausübung einer qualifizierten beruflichen Tätigkeit notwendig sind, zusammen.[31] Ein Schwerpunkt liegt auf der Entwicklung und Förderung von Schlüsselkompetenzen als berufsübergreifende Kompetenzen.[32] Weiterhin richten sich die Inhalte der BvB nach den bestehenden Ausbildungsordnungen. Es sollen eine berufsübergreifende Grundqualifikation oder Teile der Berufsausbildung in Form von in sich inhaltlich und zeitlich abgeschlossenen Förder- und Qualifizierungssequenzen vermittelt werden.[33] Die Zielgruppe umfasst Jugendliche, die aufgrund von fehlender notwendiger Ausbildungsreife, Berufseignung oder der Nichterfüllung der Anforderungen des Ausbildungsmarktes keinen Ausbildungsplatz gefunden haben. Die Teilnehmer dürfen das 25. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, nicht mehr schulpflichtig sein und keine berufliche Erstausbildung besitzen.[34] Die Dauer der Bildungsmaßnahme ist für jeden Teilnehmer individuell bestimmt. Die jungen Menschen werden nach ihrem Förderbedarf und ihren Integrationsaussichten und -möglichkeiten in Qualifizierungsebenen eingestuft, wobei sie über den gesamten Zeitraum durch qualifiziertes Personal, insbesondere durch sozialpädagogische Fachkräfte, unterstützt werden. Dieses hat vor allem die Funktion, den Jugendlichen als erster Ansprechpartner vor Ort zu dienen, in Krisen zu intervenieren und sie im Alltag zu unterstützen.[35] Die Gesamtförderdauer darf maximal zehn Monate betragen. Bei ausschließlicher Teilnahme an der Übergangsqualifizierung dürfen maximal neun Monate und beim Nachholen eines Hauptschulabschlusses maximal 12 Monate nicht überschritten werden.[36] Die Durchführung dieser Bildungsmaßnahme kann durch betriebliche Praktikumsphasen ergänzt werden. Hierbei darf der Anteil zuletzt genannter nicht mehr als die Hälfte der Maßnahmendauer selbst betragen. Allerdings erhöht sich der maximal mögliche Zeitraum der Teilnahme an der BvB dadurch auf ein Jahr.[37] Außerdem ist der Besuch des Berufsschulunterrichts vorgesehen. Nach erfolgreichem Abschluss können die Jugendlichen einen Hauptschulabschluss oder einen gleichwertigen Schulabschluss erhalten.[38] Auch wird ihnen eine Teilnahmebescheinigung im Sinne der Berufsausbildungsvorbereitungs-Bescheinigungsverordnung (BAVBVO) ausgestellt, in welcher der Abschluss der unterschiedlichen Qualifizierungsbausteine erfasst ist[39]. Die ausbildungsrelevanten Kompetenzen, die in der BvB erlangt wurden, können zudem auf eine nachfolgende Berufsausbildung angerechnet werden.[40]

Die Berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahmen sind durch ihre Komplexität und Flexibilität besonders gut für die genannte Zielgruppe geeignet, denn die Jugendlichen bekommen passgenaue Angebote für ihren individuellen Förderbedarf.[41] Problematisch ist allerdings, dass die Maßnahmen häufig ihr Ziel verfehlen. Im Rahmen der BIBB- Übergangsstudie von 2006 ist deutlich geworden, dass etwa die Hälfte der Teilnehmer laut einer Umfrage des Deutschen Jugendinstituts zwei bis vier Jahre nach Beendigung der BvB sich entweder in einer Ausbildung befinden oder diese bereits beendet. Die Jugendlichen haben dementsprechend einen langen Weg in Kauf genommen, um an ihr Ziel zu gelangen, wodurch hier ein Warteschleifencharakter besteht. Die andere Hälfte verfügt hat keine Ausbildungsstelle erhalten, weshalb das Ziel der Maßnahme verfehlt wurde. Außerdem gibt es zwar die Möglichkeit der Anrechnung, welche jedoch häufig von den Betrieben nicht genutzt wird.[42] Letztendlich ist es schwierig, klare Aussagen zum Erfolg der Berufsvorbereitenden Maßnahmen zu machen. Bei Betrachtung der aktuellen Zahlen des Bildungsberichts 2011 wird allerdings klar, dass der BvB im Jahre 2009 mit 56.272 Teilnehmern eine große Bedeutung unter der außerschulischen Berufsvorbereitung zukommt.[43]

2.1.1.2 Einstiegsqualifizierung (EQ)

Bei der Einstiegsqualifizierung handelt es sich um ein betriebliches Praktikum[44], das durch den „Nationalen Pakt für Ausbildung und Fachkräftenachwuchs in Deutschland" im Juni 2004 ins Leben gerufen wurde und zunächst auf drei Jahre beschränkt war. Da das Bildungsangebot sehr erfolgreich verlaufen ist, wurde der Ausbildungspakt im Jahr 2007 zunächst um weitere drei Jahre verlängert und 2010 erneut bis zum Jahr 2014 ausgeweitet.[45]

Diese Maßnahme richtet sich an „Ausbildungsbewerber mit aus individuellen Gründen eingeschränkten Vermittlungsperspektiven, die auch nach den bundesweiten Nachvermittlungsaktionen keinen Ausbildungsplatz haben und Jugendliche, die noch nicht in vollem Maße über die erforderliche Ausbildungsbefähigung verfügen soweit sie zu Beginn der Förderung das 25. Lebensjahr noch nicht vollendet haben.“[46] Zu diesem Personenkreis zählen lernbeeinträchtigte und sozial benachteiligte junge Menschen wie „junge Frauen, Jugendliche mit Migrationshintergrund, behinderte und schwerbehinderte Jugendliche sowie benachteiligte Jugendliche im Sinne von § 68 Abs. 1 BBIG.“[47] Den Teilnehmern sollen in einem Zeitraum von sechs bis zwölf Monaten Grundlagen vermittelt werden, die den Erwerb der beruflichen Handlungsfähigkeit ermöglichen.[48] Außerdem wird die EQ in einigen Bundesländern durch den Besuch der Berufsschule ergänzt. Dies erfolgt nach dem jeweiligen Landesrecht und ist somit nicht national einheitlich geregelt.[49] Im Rahmen der Begleitforschung ist ermittelt worden, dass auch wenn in der Regel keine Berufsschulpflicht besteht, die Berufsschule trotzdem besucht werden kann.[50] Die Vermittlung in diese Maßnahme erfolgt in etwa 50 Prozent der Fälle durch die Bundesagentur für Arbeit. Die Jugendlichen können sich aber auch auf direktem Weg bei Betrieben bewerben.[51] In diesem Fall legen die Betriebe die Mindestanforderungen selbst fest.[52] Nach Abschluss der Einstiegsqualifizierung erhalten die Jugendlichen eine Bescheinigung durch den Betrieb[53] und ein Zertifikat der jeweiligen Kammer.[54] Zudem ist eine Anrechnung dieser Leistungen in einer anschließenden Berufsausbildung möglich.[55]

Im aktuellen „Nationalen Pakt für Ausbildung und Fachkräftenachwuchs in Deutschland" wurde die Vereinbarung über jährlich 30.000 Plätze in der EQ getroffen, 10.000 weniger als im Ausbildungspakt von 2007 bis 2010. Allerdings wird die Wirtschaft erstmals eine weitere EQ- Maßnahme anbieten, nämlich das „EQ Plus“, das 10.000 Plätze umfassen soll.[56] Sie wird „speziell für förderungsbedürftige Jugendliche“[57] bereitgestellt und soll sich durch „gezielte Unterstützungsangebote, wie z. B. ausbildungsbegleitende Hilfen“[58] auszeichnen. Leider liegen zu dem neuen Bereich keine separaten Zahlen vor. Fest steht jedoch, dass im Januar 2011 29.010 Plätze für diese Bildungsmaßnahme bereitgestellt wurden, wobei zum Zeitpunkt der Erhebung lediglich 22.500 besetzt waren.[59]

Die EQ ist ein sinnvolles Angebot, damit die Jugendlichen sich ihrer Stärken und Schwächen bewusst werden und daraus ein Berufsziel entwickeln können. Dass dieses Ziel realistisch ist, wird dadurch belegt, dass 83,5 Prozent der jungen Menschen ihre beruflichen Vorstellungen durch die Maßnahme präzisieren konnten. Zudem gibt es ebenso Vorteile für die Betriebe. Sie können Bewerbern eine Chance geben, die die Anforderungen an eine betriebliche Ausbildung nicht erfüllen.[60]

2.1.1.3 Aktivierungshilfen

Bei Aktivierungshilfen handelt es sich um „ein niederschwelliges Angebot im Vorfeld von Ausbildung, Qualifizierung und Beschäftigung.“[61] Die Zielgruppe sind lernbeeinträchtigte und sozial benachteiligte junge Menschen, die nicht an den Berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahmen teilnehmen können, da sie an „vielfältige[n] und schwerwiegende[n] Hemmnisse[n] insbesondere im Bereich Motivation/ Einstellungen, Schlüsselkompetenzen und soziale Kompetenzen“[62] leiden. Weiterhin müssen sie ihre Schulpflicht erfüllt haben, dürfen das 25. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, keine Erstausbildung besitzen und es muss deutlich sein, dass sie aus persönlichen Gründen auf eine Förderung angewiesen sind.[63]

Hauptaufgabe der Aktivierungshilfen ist die Heranführung und Eingliederung in den Ausbildungs- und Arbeitsmarkt im Sinne von SGB III §64.[64] Auf dieses Ziel hin werden die Jugendlichen in verschiedenen Bereichen individuell gefördert. Nach Auflistung der BA zählen hierzu die Berufsorientierung, Suchtprävention, Schuldenprävention, Grundlagen gesunder Lebensführung, Sprachförderung, der allgemeine Grundlagenbereich, Bewerbungstraining und das Sammeln von betrieblichen Erfahrungen. Die Ziele der Maßnahme sollen durch intensive Sozial- und Netzwerkarbeit und projektbezogenes Arbeiten erreicht werden.[65] Die Maßnahmendauer beträgt in der Regel sechs Monate, wobei eine Verlängerung auf ein Jahr möglich ist.[66] Während dieses Zeitraums ist vorgesehen, jederzeit flexibel in andere Bildungsangebote wechseln zu können, sodass die Jugendlichen in dem von ihnen besuchten Bildungsgang optimal gefördert werden.[67]

Im Jahre 2009 nahmen 16.887 junge Menschen an dieser Maßnahme teil, was eine Steigerung um 5291 Teilnehmer zum Vorjahr darstellt.[68]

2.1.2. Schulische Bildungsgänge

Diese Berufsvorbereitungsmaßnahmen werden an beruflichen Schulen durchgeführt. Angesiedelt sind diese Bildungsgänge im Bereich der Berufsschule im Berufskolleg. Zur Berufsschule zählen zum einen die Fachklassen des dualen Systems, zum anderen die Bildungsgänge zur Berufsorientierung und zur Berufsvorbereitung sowie das Berufsgrundschuljahr.[69] Letztere werden dem Übergangssystem zugeordnet und eine Übersicht zum Verlauf der Teilnehmerzahlen in Abbildung 2 gegeben. Die organisatorische Gestaltung der Bildungsgänge, beispielsweise in Bezug auf die Eingangsbedingungen und Lehrpläne, fällt in den Zuständigkeitsbereich der einzelnen Länder und kann sich dadurch stellenweise unterscheiden.[70] Bei der folgenden Beschreibung der unterschiedlichen Maßnahmen stehen die Regelungen in Nordrhein-Westfalen im Mittelpunkt stehen, da die Zielgruppe der Untersuchung in dieser Arbeit aus diesem Bundesland ist.[71]

Abbildung 2 Entwicklung der Schülerzahlen des schulischen Berufsgrundschuljahres, des Berufsvorbereitungsjahres und der Berufsfachschulen insgesamt seit 1992

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: BIBB. 2011. S. 220.

2.1.2.1 Berufsvorbereitungsjahr (BVJ), (Berufsorientierungsjahr (BOJ))/ Klassen für Schülerinnen und Schüler ohne Berufsausbildungsverhältnis (KSOB)

Das Berufsvorbereitungsjahr findet in der Regel in Form der Vollzeitschule statt. Die Dauer der Maßnahme beträgt in der Regel ein Jahr[72] (nach dem Datenreport zum Bildungsbericht 2011 ist auch ein zweijähriger Besuch möglich[73] ). Zur Zielgruppe gehören Jugendliche, die über keinen Schulabschluss verfügen und keinen Ausbildungsplatz gefunden haben. Das BVJ soll junge Menschen auf die Anforderungen einer beruflichen Ausbildung vorbereiten.[74] Den Teilnehmern werden „Kenntnisse und Fähigkeiten aus mehreren Berufsfeldern vermittelt, sodass eine bessere Grundlage für die Berufswahl entsteht.“[75] Außerdem können die Jugendlichen hier einen Hauptschulabschluss nach der neunten Klasse nachholen und erhalten die Berechtigung, das Berufsgrundschuljahr zu besuchen.[76] Das Berufsvorbereitungsjahr wird in Nordrhein-Westfalen als Berufsorientierungsjahr bezeichnet.[77]

Die Teilzeitmaßnahme der Berufsvorbereitung stellen die Klassen für Schülerinnen und Schüler ohne Berufsausbildungsverhältnis (KSOB) dar. Diese erfassen die gleiche Zielgruppe und führen ebenso zu einem Hauptschulabschluss der neunten Klasse. Hierbei nehmen die Jugendlichen an zwei Tagen der Woche am Berufsschulunterricht teil. Die übrigen Tage verbringen sie in einer berufsvorbereitenden Maßnahme der Arbeitsverwaltung, im Werkstattjahr oder in einem Betriebspraktikum, das von der Schule begleitet wird.[78]

Im Schuljahr 2009/ 2010 befanden sich deutschlandweit 54.716 Schüler im BVJ, wobei ca. 73 Prozent der Teilnehmer männlich waren. Die Teilnehmerzahl der Bildungsmaßnahme ist im Vergleich der des Jahres 1992 gestiegen. Der Höhepunkt liegt zwischen 2002 und 2004 mit einer Teilnehmerzahl von ca. 80.000 Jugendlichen und hat seitdem kontinuierlich abgenommen.[79] Die Prognosen des BMBF zeigen, dass sich der Rückgang weiter fortsetzen wird. 2015 sollen 45.343 Schüler und im Jahre 2020 nur noch 43.057 diese Bildungsmaßnahme abschließen. Dies ist aber vor allem auf den demografischen Wandel zurückzuführen.[80]

2.1.2.2 Berufsgrundbildungsjahr (BGJ)/ (Berufsgrundschuljahr (BGJ))

Das BGJ ist eine vollzeitschulische Maßnahme. Die Zielgruppe des BGJ sind Jugendliche, die über den Hauptschulabschluss (Klasse 9) verfügen. In diesem Bildungsgang wird den Teilnehmern eine berufliche Grundbildung in einem Berufsfeld wie beispielsweise Metalltechnik, Elektrotechnik oder Wirtschaft und Verwaltung vermittelt. Die Inhalte des BGJ bestehen aus Qualifizierungsmodulen, die einer anschließenden Ausbildung angerechnet werden können.[81] Diese Maßnahme kann für eine Zeit von sechs bis zwölf Monaten auf eine Berufsausbildung angerechnet werden, vorausgesetzt Ausbilder und Auszubildender sind damit einverstanden.[82]

Auch bei diesem Bildungsgang unterscheidet sich der Name in Nordrhein-Westfalen (NRW) von dem, der vom BMBF genutzt wird. Das Berufsgrundbildungsjahr wird in NRW als Berufsgrundschuljahr bezeichnet.[83]

Im Schuljahr 2009/2010 befanden sich ca. 34.300 Schüler in dieser Bildungsmaßnahme. Dies entspricht einem Rückgang zum Vorjahr von 22,6 Prozent. Nur NRW stellt eine Ausnahme dar. Es ist das einzige Bundesland mit einem Wachstum von 3,9 Prozent in Bezug auf das BGJ. Weiterhin ist am Berufsgrundbildungsjahr auffällig, dass der Männeranteil sehr hoch ist (ca. 63 Prozent in Deutschland). Außerdem ist an bedeutenden Zahlen zu nennen, dass im Jahr 2010 insgesamt 24.000 Teilnehmer die Abschlussprüfungen bestanden haben und auf diese Weise 4.054 Jugendliche ihren Hauptschulabschluss nachholten.[84]

2.1.2.3 Berufsfachschulen, die keinen Abschluss vermitteln

Der letzte Teil, der zur Definition der schulischen Bildungsgänge des Übergangssystems gezählt wird, betrifft die Teilnehmer der Berufsfachschulen, die keinen Abschluss vermitteln. Dieser Bildungsgang ist allerdings nur sehr schwer durchschaubar. Dies liegt einerseits daran, dass die Voraussetzungen für die unterschiedlichen Berufsfachschulen innerhalb von Deutschland sehr unterschiedlich sind. Andererseits hängt der mögliche zu erreichende Abschluss von der jeweiligen schulischen Vorbildung ab.[85]

In Nordrhein-Westfalen wird zunächst unterschieden zwischen den Bildungsgängen, die eine berufliche Grundbildung und den mittleren Schulabschluss vermitteln, und denen, die eben genannten Abschluss (ggf. mit Zulassung für die gymnasiale Oberstufe) ermöglichen und zudem zu einem Berufsabschluss führen.[86] Letzteres gehört aufgrund der Möglichkeit des Erwerbens einer beruflichen Qualifikation nicht zum Übergangssystem. Die Teilnehmer der ersten Maßnahme zählen grundsätzlich zum Übergangssystem, da es ihr Ziel ist, eine berufliche Grundbildung zu erlangen, die auf eine Ausbildung vorbereiten soll.[87] Aufgrund der großen Komplexität dieser Bildungsmaßnahme müsste allerdings bei jedem Schüler einzeln bestimmt werden, ob seine Kompetenzen mangelhaft sind und durch die Maßnahme verbessert werden müssen. Wenn dies nicht zutrifft, würde derjenige nicht zum Übergangssystem nach der oben genannten Definition gehören. Somit ist die Zuordnung, ob ein Schüler zum Übergangssystem gehört, nur schwierig zu erfassen. Der Bereich der Berufsfachschulen wird aus diesem Grund in der folgenden Untersuchung vernachlässigt.

2.3 Das Übergangssystem im Kreis Paderborn

Für Paderborn wurden im Berichtsjahr 2009/2010 2.973 und 2010/2011 (bis Juli 2011) 2.829 gemeldete Bewerber für Berufsausbildungsstellen festgestellt. Für diese Jugendliche wurden in 2009/2010 2.406 und in 2010/2011 2.586 Ausbildungsstellen angeboten.[88] An diesen Zahlen wird sichtbar, dass sich die Lage auf dem Ausbildungsstellenmarkt in Paderborn verbessert hat. Die Abweichung zwischen Ausbildungsstellen und Bewerbern sank von 567 auf 243 Jugendliche. Trotzdem sind nicht alle jungen Menschen versorgt, die nach diesem Wert eine Ausbildungsstelle haben müssten. Im Juli 2011 gab es 771 unversorgte Bewerber und 529 freie Ausbildungsstellen. 1.420 Jugendliche waren bis zu dem Zeitpunkt in eine Berufsausbildung (1210) oder Erwerbstätigkeit (76) eingetreten.[89] Bei 997 Bewerbern, unter welchen sich alle 771 unversorgten befinden, gibt es keine Angaben über ihren Verbleib.[90] Es kann allerdings die Annahme getroffen werden, dass viele dieser jungen Menschen in das Übergangssystem gemündet sind. Denn hier befinden sich nach Definition des Konsortiums Bildungsberichterstattung Jugendliche, die eine Ausbildungsstelle erfolglos anstrebten.[91]

Der Vermittlungswunsch der meisten betrifft den Dienstleistungssektor mit 470 Interessierten, gefolgt von den Fertigungsberufen mit 269. Diese Wünsche sind jedoch bisher unerfüllt geblieben, obwohl einige Stellen auch in diesen Bereichen offen sind.[92]

Es kann nur vermutet werden, was die unversorgten Jugendlichen in diesem Zeitraum getan haben. Der Bericht der BA nennt unter den versorgten Bewerbern nur 372 Jugendliche, die sich unter anderem in Schule (289), Berufsgrundschuljahr (41) und Praktikum (9) befinden.[93] Aufgrund dieser niedrigen Zahlen und der viel höheren Werte von Schülern in verschiedenen schulischen Bildungsgängen des Übergangssystems und in Maßnahmen der BA, welche im Folgenden näher dargestellt werden, kann angenommen werden, dass viele Jugendliche sich in genau diesen Angeboten aufhalten.

Diese Darstellung der aktuellen Ausbildungsmarktsituation macht klar, wie undurchsichtig der Übergang von Schule in Berufsausbildung ist. Beim Vergleich von Ausbildungsstellen und Bewerbern sollten nur 243 Jugendliche ohne Berufsausbildung verblieben sein, doch tatsächlich handelt es sich um 529 unbesetzte Ausbildungsstellen. Es herrscht am Ausbildungsmarkt kein Engpass, weshalb die Gründe für die zahlreichen unversorgten Bewerber nur vermutet werden können. In der Literatur werden häufig die Hauptschüler mit und ohne Abschluss als Hauptgruppe des Übergangssystems dargestellt. Bei den Paderborner Daten handelt es sich jedoch überwiegend um Jugendliche mit Realschulabschluss (296). Erst an zweiter Stelle ist der Hauptschulabschluss (224) und an dritter die Fachhochschulreife (178) finden. Die Hauptschüler ohne Abschluss machen nur 2 Prozent der unversorgten Bewerber aus und sind somit die schwächste Gruppe.[94]

Es kann vermutet werden, dass diese sehr heterogene Gruppe von jungen Menschen ohne Ausbildungsstelle entweder nicht über die notwendigen Voraussetzungen verfügt, oder sich über ihr berufliches Ziel noch nicht im Klaren ist. Letzteres soll durch die Erhebung in dieser Arbeit näher untersucht werden.

Bei Betrachtung der Daten zum Ausbildungsstellenmarkt wird weiterhin deutlich, dass diese nicht vollständig sind. Es geht nicht daraus hervor, wie viele Jugendliche tatsächlich zusätzliche Maßnahmen ergreifen, um den Anforderungen des Ausbildungsmarktes standhalten zu können. Die Teilnehmerzahlen der BvB und weiterer Maßnahmen werden in der Arbeitsmarktstatistik erfasst und werden nicht mit den Daten des Ausbildungsmarktes in Zusammenhang gebracht, auch wenn sich dort viele Jugendliche mit dem Problem der erfolglosen Ausbildungssuche befinden. Trotzdem wird versucht, einen Überblick über die Lage in Paderborn zu geben.

2.3.1 Maßnahmen der Bundesagentur für Arbeit

Ein Teil der Angebote wird von der BA geleitet. Sie betreut beispielsweise die Einstiegsqualifizierung.[95] Andere Maßnahmen werden an unterschiedliche nichtstaatliche Bildungsträger verteilt. Nach Aussage von Herrn Koch von der BA Paderborn[96] sind die am stärksten involvieren Träger die Fortbildungsakademie für Wirtschaft (FAW), IN VIA Paderborn e.V. und Kolping Paderborn. Alle drei bieten sowohl die Berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahmen als auch das Werkstattjahr an. Dabei bedienen sie jeweils andere Bereiche. Die FAW ist eine Institution mit wirtschaftlichem Schwerpunkt. Sie besitzt im Rahmen des Werkstattjahrs eine Ausbildungswerkstatt für Lager und Handel.[97] IN VIA hingegen bietet die Bereiche „Verkauf und Einzelhandel“ und „sozialpflegerische Berufe“.[98] Der dritte Träger ist das Kolpingwerk. Im Werkstattjahr werden Jugendliche der örtlichen Berufskollegs betreut, die ohne Ausbildung und unterstützende Maßnahmen der BA verblieben sind.[99] Es gibt zudem viele weitere Angebote verschiedener Institutionen, die mehr oder weniger dem Übergangssystem zugeordnet werden können. Das Angebot ist allerdings sehr undurchsichtig. Selbst Herr Koch von der BA hat eingestanden, nicht über alle möglichen Optionen eine Übersicht zu haben. Um hier jedoch genauere Informationen zu erhalten, wurde ein Interview mit der Dipl.-Pädagogin Frau Schmidt von der FAW geführt. Nach ihren Angaben wurden im Jahr 2009/2010 zwischen 140 und 150 Jugendlichen von der FAW betreut. Dabei hat dieser Träger selbst etwa 90 davon beschult. Die restlichen Teilnehmer sind in der Bietergemeinschaft aufgeteilt worden. Diese Gemeinschaft besteht aus dem Kolping, dem Hotel Aspera, dem InBIT und der FAW selbst, wobei jeder Anbieter einen unterschiedlichen Schwerpunkt hat (siehe Tabelle 2).

Tabelle 2 Ausbildungsbereiche der Teilnehmer der Bietergemeinschaft

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Die Jugendlichen werden von der BA an die außerschulischen Institutionen weitervermittelt und nach einer ausführlichen Eignungsanalyse einem Bereich zugeteilt. Diese Einteilung wird aufgrund einer ersten Prognose des zuständigen Berufsberaters, von Beobachtungen durch die Mitarbeiter der FAW und standardisierten Tests vorgenommen. Die Wahl des Schwerpunkts wird zwar mit den Jugendlichen besprochen, die Entscheidungsgewalt liegt allerdings beim Träger. Nachdem diese Zuteilung erfolgt ist, befinden sich die meisten Teilnehmer in der BvB. Auch die Aktivierungshilfen werden von den außerschulischen Institutionen angeboten, allerdings handelt es sich hier um eine sehr geringe Zahl von Jugendlichen mit allerdings steigendem Trend. Laut Frau Schmidt befinden sich darin junge Menschen, die besonders schwer vermittelbar sind. Die BvB werden von der FAW im eigenen Haus durchgeführt. Dafür gibt es für die unterschiedlichen Bereiche eigens dazu eingerichtete Räume, in denen der Praxisteil vermittelt wird. Beispielsweise lernen die Jugendlichen in einer Übungsfirma Abläufe wie die Büromaterialbestellung. Absehen davon werden die Teilnehmer in den berufsbezogenen Fächern ausgebildet und in Schulfächern wie Mathematik, Deutsch und Englisch durch Stützunterricht gefördert. Das vorrangige Ziel der Maßnahme ist allerdings die Integration in eine Ausbildung. Aus diesem Grund werden den Jugendlichen möglichst viele Praktika vermittelt. Dies ist laut Frau Schmidt eine sehr erfolgreiche Vorgehensweise. Die jungen Menschen werden häufig von den Betrieben entweder direkt in eine Berufsausbildung übernommen oder führen bis zum nächsten möglichen Eintritt das Praktikum bei diesen fort. Im Jahr 2010/2011 konnten auf diese Weise 80 Prozent in eine Ausbildung vermittelt werden. Die, die nicht an einem Praktikum teilnehmen, werden beim Schreiben von Bewerbungen unterstützt und erhalten Verhaltens- und Kommunikationstrainings, da hier häufig der größte Schulungsbedarf besteht. Aber auch diese Jugendlichen können in der Regel erfolgreich weitervermittelt werden. Hierzu zählt jedoch nicht nur der Eintritt in eine Berufsausbildung, sondern auch die Vermittlung in weiterführende schulische Maßnahmen oder an andere Träger.[100] So kommt es dazu, dass manche Teilnehmer länger in den Maßnahmen des Übergangssystems verbleiben. Auf die nähere Beschreibung weiterer Maßnahmen wird in dieser Arbeit verzichtet, da der Fokus auf dem wirtschaftlichen Bereich des Übergangssystems liegt.[101]

So groß die Vielfalt der Maßnahmen ist, so unklar ist auch die Zahl der jungen Menschen, die sich in darin befinden. Aus der Arbeitsmarktstatistik Paderborn, die monatlich erscheint, kann festgestellt werden, wie viele Jugendliche an der BvB und wie viele an der EQ teilnehmen. Anhand des Interviews mit Frau Schmidt können etwa 140 bis 150 der FAW zugeordnet werden.

Abbildung 3 Teilnehmer an den Berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahmen und der Einstiegsqualifizierung im Kreis Paderborn

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Zusammengestellt anhand der Reporte für Kreise und kreisfreie Städte. Paderborn.

September 2009 bis Juli 2011[102]

Wie aus Abbildung 3 zu erkennen ist, schwankte die Zahl der Teilnehmer beider Maßnahmen im Verlauf des Jahres. Ein Grund dafür sind die unterschiedlichen Daten, zu welchen die Angebote beginnen. Die EQ beginnt in der Regel zum 1. Oktober[103], wobei ein späterer Eintritt möglich ist. Die höchsten zu verzeichnenden Zahlen in der EQ liegen in Paderborn in beiden Jahren in den Wintermonaten. Dies könnte durch Jugendliche ausgelöst worden sein, die in der Nachvermittlung keine Ausbildungsstelle erhalten haben, oder eine begonnene Ausbildung abbrachen. Die wenigsten Teilnehmer können im September festgestellt werden. Dies liegt daran, dass die Maßnahmen in der Regel zu diesem Monatsende auslaufen. Der Beginn der BvB ist der 1. August, wobei auch hier die Möglichkeit besteht, später in die Maßnahme einzumünden. Dies wird, wie in der Darstellung 3 deutlich, rege genutzt. Von August bis September stiegen die Teilnehmerzahlen beinahe um das Vierfache. Weiterhin wird aus der Darstellung deutlich, dass in der BvB ebenso wie in der EQ die Anzahl der Jugendlichen zum Ende bzw. Anfang des Jahres am höchsten war. Hier kann der gleiche Grund angenommen werden wie bei der EQ.

Weiterhin wird aus der Tabelle deutlich, wie viele junge Menschen sich allein in den Maßnahmen der BA befinden. Bei einer Zusammenführung der Zahlen der Ausbildungs- und der Arbeitsmarktstatistik von Juli 2011[104] und der Annahme, dass die Jugendlichen, die sich im Juli 2011 zum Zeitpunkt der Erhebung zum Ausbildungsmarkt in Angeboten der BA und der Träger befanden, kann festgestellt werden, dass 260 von insgesamt 771 unversorgten an Berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahmen und an der Einstiegsqualifizierung teilnehmen. Dies entspricht 34 Prozent der unversorgten Bewerber und kann nur als Tendenz verstanden werden. Es ist unklar, wie viele der Teilnehmer tatsächlich zu den unversorgten Bewerbern gehören, da sich in den BvB und EQ Jugendliche befinden können, die nicht die Absicht verfolgt haben, sich für eine Ausbildung zu bewerben, wodurch sie nicht zu den unversorgten Bewerbern der Ausbildungsmarktstatistik zählen würden, denn diese erfasst nur solche, die sich bei ihr als suchend melden.[105]

2.3.2 Berufskollegs im Kreis Paderborn

Weitere Teilnehmer des Übergangssystems befinden sich in den berufsschulischen Maßnahmen. Ein entscheidender Unterschied zu den Bildungsgängen der BA besteht darin, dass sich die Jugendlichen für diese Klassen selbst anmelden und nicht an diese vermittelt werden.[106] Im Kreis Paderborn sind die folgenden sechs Berufskollegs zu finden:

- Gregor-Mendel-Berufskolleg
- Richard-von-Weizäcker-Berufskolleg
- Helene-Weber-Berufskolleg
- Edith-Stein-Berufskolleg
- Ludwig-Erhard-Berufskolleg
- Berufskolleg Schloß Neuhaus

Das Gregor-Mendel-Berufskolleg hat den Schwerpunkt Agrarwissenschaft. Zu diesem Themenbereich zählen Floristik, Forstwirtschaft, Gartenbau und Landwirtschaft. An dieser Schule werden verschiedene Bildungsmöglichkeiten angeboten, wobei das Berufsgrundschuljahr Agrarwirtschaft zum Übergangssystem gezählt wird.[107]

Das Richard-von-Weizäcker-Berufskolleg ist auf den technischen Bereich spezialisiert. Hier sind als Bildungsgänge des Übergangssystems das Berufsorientierungsjahr, das Berufsgrundschuljahr und das Werkstattjahr zu finden.[108] Zu den bedienten Berufsfeldern gehören Elektrotechnik, Holztechnik, Metalltechnik und Farbtechnik und Raumgestaltung. Da das Werkstattjahr bisher nicht näher erläutert wurde, soll es hier kurz dargestellt werden. Im Werkstattjahr kann wie im Berufsorientierungsjahr der Hauptschulabschluss nach Klasse 9 nachgeholt und die Berufsschulpflicht erfüllt werden. Zudem erwerben die jungen Menschen Grundfertigkeiten in einem Beruf. Hier können die Teilnehmer allerdings aufgrund der Zusammensetzung des Angebots mehr Praxiswissen erlernen. Die Schüler nehmen nur an zwei Tagen der Woche am Unterricht teil, wobei sie die anderen drei in einem Betrieb verbringen. Ziel des Bildungsgangs ist, den Jugendlichen bei der Berufswahl zu helfen und ihre Allgemeinbildung zu verbessern.[109]

Das Helene-Weber-Berufskolleg hat den Schwerpunkt Erziehung, Soziales, Gestalterisches und Gastronomie. Hier werden das Berufsorientierungsjahr, das Werkstattjahr und das Berufsgrundschuljahr im Bereich Ernährung und Hauswirtschaft angeboten.[110] Im BOJ gibt es an diesem Berufskolleg eine Besonderheit. Die Teilnehmer dieser Klassen sind für den schuleigenen Pausenladen, mit welchem sowohl das eigene als auch das lokal angrenzende Richard-von-Weizäcker-Berufskolleg und Ludwig-Erhard-Berufskolleg verpflegt werden, zuständig. Hierdurch können sie zusätzlich zu dem Wissen, was ihnen mit vollzeitschulischen Unterricht vermittelt wird, praktische Erfahrungen sammeln.[111]

Das Edith-Stein-Berufskolleg vertritt im Kreis Paderborn den Bereich des Sozial- und Gesundheitswesens. In dieser beruflichen Schule sind allerdings keine Bildungsgänge des Übergangssystems zu finden, weswegen diese Schule in der weiteren Untersuchung vernachlässigt wird.[112]

Bei dem Berufskolleg Schloß Neuhaus und dem Ludwig-Erhard-Berufskolleg handelt es sich um Schulen mit dem Schwerpunkt Wirtschaft und Verwaltung. Im Ludwig-Erhard-Berufskolleg sind neben der Berufsschule die Handelsschule, die Höhere Handelsschule, die kaufmännische Assistentenausbildung und das Wirtschaftsgymnasium angesiedelt.[113] Diese drei gehören jedoch nicht zum Übergangssystem. Allerdings werden an dieser Schule zusätzlich die Klassen unterrichtet, die nur einmal wöchentlich im Rahmen der Berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahmen dort den berufsschulischen Teil erfüllen. Diese gehören zum Übergangssystem und sind auch am Berufskolleg Schloß Neuhaus zu finden. In diesem finden sich weiterhin Klassen der zweijährigen Handelsschule mit Berufsgrundschuljahr,[114] welche ebenfalls der „Warteschleife“ zugeordnet werden. Die Besonderheit dieses Bildungsgangs ist, dass nach erfolgreichem Abschluss des Berufsgrundschuljahrs, das hier auch als Unterstufe der Handelsschule bezeichnet wird, der Übergang in die Oberstufe der Handelsschule möglich ist. Hierfür muss der Realschulabschluss erzielt worden sein, für welchen ein Notendurchschnitt von mindestens „befriedigend“ in den Fächern Deutsch, Englisch und Mathematik erzielt werden muss.[115]

2.3.3 Die Verteilung der Teilnehmer am Übergangssystem in Paderborn

In Tabelle 3 werden die Klassen, Schülerzahlen, das Geschlecht und die Anzahl der Ausländer und Aussiedler in den unterschiedlichen Berufskollegs im Bereich des Übergangssystems nach dem Stand September 2009 dargestellt.

Tabelle 3 Klassen des Übergangssystems an den Berufskollegs Paderborn

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten[116]

Quelle: Landrat des Kreises Paderborn. 2009. S. 108

Auffällig bei dieser Darstellung ist, dass 67 Prozent der Teilnehmer, die im Statistischen Jahrbuch der Stadt Paderborn 2009 ermittelt wurden, männlich sind. Dies spiegelt ein grundsätzliches Problem im Übergangssystem wider. Das Risiko, beim Einstieg in eine berufliche Ausbildung zu scheitern, ist für junge Männer mit schlechter schulischer Vorbildung und einem Migrationshintergrund am größten.[117] Die Vorbildung wird in der Erhebung nicht erfasst, jedoch die Herkunft. Der Migrationshintergrund liegt im Kreis Paderborn im Vergleich allerdings nur bei insgesamt 26 von 347 Jugendlichen an den Berufsschulen Paderborns vor und ist somit nicht auffällig. Ein möglicher Grund für den hohen Anteil der männlichen Schüler kann eine „relative Verschlechterung des durchschnittlichen Bildungsniveaus von Jungen im Vergleich zu Mädchen“[118] sein. Aber auch „die zunehmende Dominanz der Dienstleistungsökonomie, die mit einer langfristigen Rückläufigkeit der gewerblich-technischen Berufe in Industrie und Handwerk, die traditionell die große Ausbildungsdomäne für Jungen waren“[119], tragen zu dieser hohen Quote bei.

Ob dieses Problem ebenso in den Maßnahmen der BA im Kreis Paderborn besteht, kann aufgrund fehlender Daten in diesem Bereich nicht festgestellt werden. Wird allerdings von den deutschlandweiten Zahlen ausgegangen, sollte dies dort ebenso der Fall sein. Dies wird dadurch bestätigt, dass die Zahl der männlichen Teilnehmer an den wirtschaftlichen und technischen Schulen am Höchsten ist.

2.3 Zwischenfazit zum Übergangssystem Paderborn

Wie aus der Definition des Übergangssystems deutlich geworden ist, handelt es sich bei den teilnehmenden Jugendlichen um eine stark heterogene Gruppe, die Unterstützung in unterschiedlichen Bereichen braucht. Sie münden in die „Warteschleife“ ein, da sie nicht die geforderten Voraussetzungen für eine Berufsausbildung mitbringen oder zu dem Zeitpunkt noch keine Stelle gefunden haben.

Aus der Beschreibung der Maßnahmen des Übergangssystems im Kreis Paderborn wird klar, wie vielfältig das Angebot für diese jungen Menschen ist. Es sollte angenommen werden können, dass hier jeder Jugendliche optimal versorgt wird, doch bei der weiteren Auseinandersetzung mit diesem Thema zeigt sich, wie schwer die unterschiedlichen Angebote zu überblicken sind. Bei den schulischen Bildungsgängen, die unter Punkt 2.3.2 beschrieben wurden, kann zunächst unterschieden werden zwischen einem wirtschaftlichen, sozialen und technischen bzw. handwerklichen Schwerpunkt, der je nach Berufskolleg unterschiedlich ist. Nachdem die Jugendendlichen diesen gewählt haben, müssen die mitgebrachten Voraussetzungen überprüft werden. Die erreichbaren Ziele hängen überwiegend vom mitgebrachten Schulabschluss ab und führen häufig zu einem höheren Abschluss, der in fast allen Angeboten erlangt werden kann. Was weiterhin auffällt ist, dass die schulischen Maßnahmen und die der BA sich teilweise überschneiden. Es gibt beispielsweise Angebote zum Werkstattjahr vom Richard-von-Weizäcker-Berufskolleg, allerdings auch von den außerschulischen Bildungsträgern. Es ist unklar, ob es sich hier um die gleichen Maßnahmen handelt. Weiterhin ist festzustellen, dass eine gewisse Transparenz innerhalb der schulischen Maßnahmen herrscht im Gegensatz zu den Regelangeboten der BA. Unter Punkt 2.3.1 sind die Berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahmen und die Einstiegsqualifizierung in Paderborn beschrieben worden. Diese stellen aber nicht das gesamte Angebot der BA dar. Nachdem die Maßnahmen an sich sehr undurchsichtig sind, können weiterführende Informationen nur im Gespräch mit den Bildungsträgern erlangt werden. In den Daten der BA wie der „Ausbildungsmarktstatistik“ und der „Arbeitsmarktstatistik“ oder der „Bestanderhebung von Maßnahmen für Schülerinnen und Schüler sowie Jugendliche im Kreis Paderborn“ vom 11. August 2008 im Auftrag des Landrats Paderborn konnten keine Daten zu den Aktivierungshilfen gefunden werden. Im Rahmen einer Internetrecherche war es jedoch möglich, oberflächliche Informationen dazu zu erhalten.[120] Nähere Beschreibungen konnten nur auf Nachfrage bei der BA und den Trägern erlangt werden. Dies verdeutlicht die Unstrukturiertheit der außerschulischen Bildungsmaßnahmen. Werden alle Maßnahmen in Paderborn zusammen betrachtet, wird klar, welche Herausforderungen ein Jugendlicher ohne Lehrstelle vor sich hat. Dementsprechend kann für das Übergangssystem eine überwiegend mangelnde Transparenz festgestellt werden.

Aufgrund dieser schlechten Übersicht stellt sich eine weitere Frage bezüglich der Angebote der Warteschleife, nämlich ob die Beratung der BA und die daraus resultierende Zuordnung tatsächlich den Interessen, Vorstellungen und Wünschen der Jugendlichen entspricht. Diese Vermutung wird aufgestellt, da aus dem Gespräch mit Frau Schmidt deutlich geworden ist, dass die Institutionen die Zuteilung der Jugendlichen zum größten Teil selbstständig lenken.[121]

Weiterhin stellt sich die Frage, wie hilfreich die Maßnahmen des Übergangssystems für die partizipierenden Jugendlichen sind. In der Literatur werden grundsätzlich die ausbildungsfähigen und die nicht ausbildungsfähigen Teilnehmer getrennt voneinander betrachtet.[122] Die Problematik besteht darin, dass es im Übergangssystem keine Klassen, getrennt nach diesen Kriterien, gibt. Bei den schulischen Maßnahmen erfolgt eine Trennung nach den zuvor erlangten Schulabschlüssen und das Ziel dieser Angebote ist die Erreichung eines höheren Abschlusses. Allerdings ist dies keine Trennung, die im Hinblick auf eine Berufsausbildung zulässig ist. Wenn eine Person schlechte schulische Leistungen vorweist, sagt dies in der Regel nichts über seine Ausbildungsreife aus, denn zu dieser zählen nach Expertenmeinungen andere Qualitäten.[123] In den Angeboten der BA werden die Jugendlichen ebenso nach bestimmten Kriterien unterteilt. Hier werden nach Aussage von Herrn Koch von der BA und Frau Schmidt von der FAW zuvor Eignungsanalysen der Teilnehmer vorgenommen, um sie den richtigen Maßnahmen und im Rahmen der BvB den passenden Qualifikationsstufen zuzuweisen. Aber auch innerhalb der Maßnahmen ist keine deutliche Trennung zu erkennen. Denn trotz der Separierung besuchen die Jugendlichen beispielsweise gemeinsam den Berufsschulunterricht, in welchem keine Trennung vorgesehen ist. Zudem ist aus dem Interview mit Frau Schmidt nicht zu erschließen, dass die Jugendlichen innerhalb des Angebots getrennt von einander beschult werden. Es gibt Zusatzunterricht, aber keine speziell dieser Trennung entworfene Klassen. Nur Jugendliche, die sich durch besonders starke Leistungsschwächen auszeichnen, werden einer anderen Maßnahme, nämlich den Aktivierungshilfen, zugeordnet. Somit sind gewisse Trennungen in den unterschiedlichen Angeboten zu erkennen, welche allerdings aufgrund der heterogenen Gruppe nicht ausreichend sind. Zwar zeigen die unterschiedlichen Maßnahmen eine unterschiedliche Intensität in der Betreuung und den Praxisphasen durch z.B. Praktika auf und es werden Eignungsanalysen mit den Teilnehmern durchgeführt. Trotzdem sind beide in diesen Angeboten zu finden. Für die nicht ausbildungsfähigen Jugendlichen sind diese Maßnahmen des Übergangssystems sinnvoll, da hier ihre Chancen auf eine Ausbildungsstelle durch die Verbesserung ihrer Qualifikationen gefördert werden. Für ausbildungsfähige Teilnehmer handelt es sich jedoch um einen Zeitverlust, solange nicht alle Verdoppelungen vermieden werden können und eine Anrechnung des Gelernten auf eine anschließende Ausbildung in allen Fällen erfolgt. Somit ist das Übergangssystem in Bezug auf die Bedürfnisse der jungen Menschen nicht ausreichend strukturiert.[124] Reformvorschläge von Euler sowie die des Projekts der Bertelsmann-Stiftung „Berufsausbildung 2015“[125] fordern vor allem eine Neustrukturierung des Übergangssystems, die die Fähigkeiten der Jugendlichen gezielt ansprechen, sodass der Charakter einer Warteschleife vermieden wird.[126] Diese Forderung kann durch die Analyse für das Übergangssystems Paderborn bestätigen werden. Die Behauptung, dass die Jugendlichen sich möglicherweise in für sie nicht geeigneten Angeboten befinden, kann allerdings nicht belegt werden. Aus diesem Grund wird dies in der folgenden Erhebung dieser Examensarbeit untersucht.

Das Fazit zur Systematisierung des Übergangssystems in Paderborn lautet, dass es einerseits sehr vielfältig und andererseits sehr unübersichtlich ist. Es ist dringend notwendig eine Neustrukturierung in diesem Bereich vorzunehmen, um eine bessere Transparenz zu schaffen und Warteschleifen zu vermeiden. Ein Jugendlicher, der keine Ausbildungsstelle gefunden hat und versucht, sich ohne die Hilfe der BA zu informieren, hat kaum Chancen sich hier zu orientieren.

3 Berufliche Orientierung und Berufswissen im Übergangssystem

Nachdem im zweiten Kapitel das Übergangssystem im Allgemeinen und im Kreis Paderborn erläutert wurde, sollen nun das Berufswissen und die berufliche Orientierung dieser Zielgruppe untersucht werden.

Im Zusammenhang mit den Zielen des Übergangssystems wird in der Literatur häufig eine Verbesserung der Berufsorientierung genannt.[127] Nach Münk (2008) sollen die Jugendlichen auf eine „begründete Berufswahlentscheidung“ vorbereitet werden.[128] Dietrich (2008) stellt sogar fest, dass einige Jugendliche in der Warteschleife bisher keine konkrete Berufswahl getroffen haben und Unterstützung bei der Umsetzung und Konkretisierung benötigen.[129] Auch die Bertelsmann Stiftung thematisiert in „Berufsausbildung 2015“[130] die Schwierigkeiten, mit denen der Übergang an der ersten Schwelle, dass heißt von Schule in Beruf bzw. Berufsausbildung, konfrontiert ist. Sie verlangt neben der Neustrukturierung des Übergangssystems und der Differenzierung der Ausbildungsangebote eine frühzeitige Berufsorientierung.[131] Dies ist eine klare Forderung. Die Jugendlichen brauchen Unterstützung bei der Berufswahl. Bei näherer Betrachtung wird jedoch deutlich, dass sich die Umsetzung schwierig gestaltet. Zum einen muss beachtet werden, dass es deutschlandweit weniger Ausbildungsplätze als Bewerber gibt und zum anderen werden die Berufe immer differenzierter. Es gibt mittlerweile ungefähr 365 Ausbildungsberufe.[132]

3. 1 Berufswissen und Berufsorientierung

Das „Berufswissen“ ist ein Kompositum aus den Begriffen „Beruf“ und „Wissen“. Der Beruf wird definiert als „(erlernte) Arbeit [bzw.] Tätigkeit, mit der jemand sein Geld verdient.“[133] Wissen umfasst die „Gesamtheit der Kenntnisse, die jemand (auf einem bestimmten Gebiet) hat: ein umfangreiches, umfassendes, gründliches, gesichertes Wissen.“[134] Dementsprechend werden unter Berufswissen die gesamten Kenntnisse über Beruf im Allgemeinen und die Berufe im Einzelnen verstanden.

Nach Famula ist „Berufsorientierung […] ein lebenslanger Prozess der Annäherung und Abstimmung zwischen Interessen, Wünschen, Wissen und Können des Individuums auf der einen und Möglichkeiten, Bedarf und Anforderungen der Arbeits- und Berufswelt auf der anderen Seite. Beide Seiten, und damit auch der Prozess der Berufsorientierung, sind sowohl von gesellschaftlichen Werten, Normen und Ansprüchen, die wiederum einem Wandel unterliegen, als auch den technologischen und sozialen Entwicklungen im Wirtschafts- und Beschäftigungssystem geprägt.“[135] Bei der Berufsorientierung handelt es sich dementsprechend um ein komplexes Gebilde, das sich aus vielen verschiedenen Faktoren zusammensetzt. Dies wird bereits bei der Betrachtung des Begriffs „Orientierung“ deutlich, da allein dieser zwei verschiedene Sichtweisen beinhaltet. Zum einen wird eine „persönliche Standortbestimmung“[136] darunter verstanden. Der Jugendliche muss sich zurechtfinden, was bedeutet, dass er seine persönlichen Interessen und Fähigkeiten einschätzen kann. Zum anderen wird Orientierung als Ausrichtung oder Einstellung definiert. Der Heranwachsende wählt ein Ziel, welches er anstrebt und auf welches hin er seine Handlungen ausrichtet.[137] In diesem Orientierungsprozess wirken außerdem weitere Faktoren auf den jungen Menschen ein, wobei den größten Einfluss das familiäre Umfeld, insbesondere die Eltern, hat.[138] Außerdem müssen die Anforderungen der Arbeits- und Berufswelt beachtet werden.[139] Berufsorientierung ist also anders formuliert „ein [ ] Informations-, Gestaltungs- und Entscheidungsprozess, [bei dem] die eigenen individuellen Interessen, Kompetenzen und (sozialen und bildungsbezogenen) Ressourcen mit der eigenen biographischen Lebensplanung sowie den Angeboten und Möglichkeiten des Ausbildungs- und Arbeitsmarktes [miteinander abgestimmt werden]. “[140]

Weiterhin ist die Berufsorientierung besonders wichtig für junge Menschen, da ihre Chancen auf einen erfolgreichen Eintritt in die Berufswelt vom Erhalt eines Ausbildungs- oder Arbeitsplatzes abhängen.[141] Der später ausgeübte Beruf sichert sowohl die materielle als auch die soziale Existenz eines Individuums[142] und ist außerdem ein „Identifikationsanker“, dessen Bedeutung in der heutigen Gesellschaft steigt.[143] Der Begriff Identifikationsanker drückt dabei aus, dass der Beruf eine wichtige Leitfunktion im Leben eines Menschen hat, auch wenn sich die ausgeübte Tätigkeit mit der Zeit verändert. Das Individuum ordnet sich über seinen Beruf in die Arbeitswelt und Gesellschaft ein und verbindet Werte und soziales Ansehen damit.[144] Als gut beruflich orientiert gilt ein Jugendlicher, wenn er seine Chancen und die Voraussetzungen, die er dafür mitbringen muss, kennt und diese in die Umsetzung seiner Ziele einbezieht.[145]

Wie allerdings bildet sich die Berufsorientierung aus? Im vorangehenden Text wurde erläutert, worum es sich bei Berufsorientierung handelt und warum sie so wichtig ist. Außerdem wurde erwähnt, dass es sich dabei um einen lebenslangen Prozess handelt. Mit dieser Thematik beschäftigen sich Berufswahltheorien. Es gibt eine Vielzahl unterschiedlicher Ansätze, wobei jeder einen anderen Fokus setzt. Der allokationstheoretische Ansatz beispielsweise stellt die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen in den Vordergrund, wodurch das Individuum in seinen Handlungen durch ökonomische, soziokulturelle und sozialpsychologische Faktoren eingeschränkt wird.[146] Einen Gegensatz hierzu bildet das entscheidungstheoretische Modell, in welchem „individuelle Entscheidungen als zentrales Moment der Berufsfindung auf der Grundlage von gegebenen Entscheidungsprämissen, Entscheidungsregeln und Kenntnissen der Entscheidungsalternativen“[147] im Vordergrund stehen. In dieser Arbeit wird jedoch keiner dieser beiden Ansätze verfolgt. Die hier gewählte Berufswahltheorie ist die nach Gottfredson. Der Vorteil dieser im Vergleich zu anderen vorherrschenden Ansätzen ist, dass sie sich sowohl mit Strukturen als auch mit Prozessen der Berufswahl beschäftigt. Außerdem vereinigt sie soziologische und psychologische Analyseebenen des Entscheidungsprozesses.[148]

3.1.1 Berufswahltheorie nach Gottfredson

Die Berufswahl ist nach Gottfredson ein „Passungsprozess“[149], der bestimmten Voraussetzungen unterliegt. Einerseits muss das Individuum Kenntnisse über Berufsmerkmale besitzen und sich andererseits im Klaren über die eigenen Eigenschaften und Fähigkeiten sein. Das so genannte Selbstkonzept wird im Verlauf der Entwicklung stets mit der Berufswahl verglichen, sodass sich verschiedene Aspirationen herausbilden.[150] Das Selbstkonzept ist hierbei die Selbstwahrnehmung des Individuums, also seine persönlichen Begabungen, Fähigkeiten, Interessen, Präferenzen und der eigenen sozialen Stellung zu jedem Zeitpunkt seines Lebens. Außerdem gehören Wünsche, Erwartungen und Ideale ebenso zum Selbstkonzept.[151] Es dient zur „Strukturierung von Erfahrungen, zur Lenkung von Handlungen und als Entscheidungsbasis“.[152] In diesem Konzept unterscheiden sich zudem soziale und psychologische Merkmale, wobei erstere den Vorrang erhalten und erst im zweiten Schritt die persönlichen Präferenzen bei der Berufswahl berücksichtigt werden.[153]

Die Berufsziele bilden sich in vier Entwicklungsphasen, die der Mensch in seinem Leben durchläuft, aus. Entscheidend ist, dass im Laufe der Zeit die Berufe, die nicht mit seinem Selbstkonzept übereinstimmen, vom Individuum aussortiert werden und so die geeigneten Berufe übrig bleiben.[154]

Die erste Phase ist ungefähr zwischen dem dritten und fünften Lebensjahr anzusiedeln. Nach Gottfredson entwickelt sich aus einem magischen ein intuitives Denken.[155] Die Kinder erreichen eine Objektkonstanz, nach welcher stabile Geschlechtszuordnungen und typische Verhaltensweisen möglich werden. Sie können das Geschlecht einer Person bestimmen, auch wenn diese sich verkleidet hat. Weiterhin beginnen die Heranwachsenden, sich mit ihrem eigenen Geschlecht zu identifizieren, indem sie sich zum Beispiel an diesem orientieren und die gleichen Präferenzen zeigen. In diesem Lebensabschnitt ist wesentlich, dass die Kinder feststellen, dass es eine Erwachsenenwelt gibt und deren Vertreter wiederum einem Beruf nachgehen.[156]

In der folgenden Phase zwischen etwa sechs und acht Jahren entwickeln die Heranwachsenden Geschlechtsrollenstereotype. Sie differenzieren die Welt in einfachster Form, wobei sie beispielsweise Gut und Böse genauso unterscheiden können wie männlich und weiblich. Auf die Berufswahl bezogen erkennen sie äußere Merkmale wie Uniformen, die Bedienung großer Geräte wie Lastwagen, einen starken Einsatz von Muskelkraft wie bei einem Sportler oder auch den persönlichen Kontakt wie bei einer Lehrkraft. Mit manchen dieser Tätigkeiten können sie sich identifizieren, weil diese vom gleichen Geschlecht ausgeübt werden, wodurch sich die erste Einteilung von Berufen nach dem Kriterium Geschlecht entwickelt.[157]

Die dritte Entwicklung vollzieht sich ungefähr zwischen dem neunten und 13. Lebensjahr. Ab dieser Zeit beeinflusst der Faktor des beruflichen Ansehens neben der Geschlechtsrollenstereotypisierung zunehmend die Berufswahl. Für die jungen Menschen wird die Anerkennung in ihrem sozialen Umfeld immer wichtiger. Sie nehmen nun konkrete Anzeichen für einen sozialen Status wahr, wie zum Beispiel bestimmte Verhaltensmuster von Personen, die in verschiedenen Berufsfeldern mit unterschiedlichem Ansehen arbeiten. Weiterhin stellen sie eine Verbindung zwischen Bildung, Beruf und Einkommen her und erkennen, dass die schulischen Leistungen Auswirkungen auf die Chancen in der Berufswelt haben. Jedoch streben sie selten ihre höchsten Optionen an, da diese mit dem höchsten Aufwand verbunden sind. Am wichtigsten ist in dieser Phase, dass sie Berufen ein gewisses Ansehen zuordnen. Hierbei zeigt sich, dass die jungen Menschen dazu tendieren, Tätigkeitsfelder in ihrem eigenen sozialen Umfeld entsprechend zu präferieren. Gottfredson hat im Rahmen ihrer Berufswahltheorie eine Landkarte in Form eines Koordinatensystems entwickelt, die diese Entwicklung zusammenfasst (Abbildung 4).

Abbildung 4 Eingrenzung beruflicher Aspirationen entsprechend nach wahrgenommener Kompatibilität von Selbst- und Berufskonzept. Hypothetisches Beispiel eines durchschnittlich intelligenten Mittelschichtjungen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Ratschinski. 2009. S. 57.

Sie grenzt die in Frage kommenden Berufe soweit ein, bis nur noch eine bestimmte Fläche übrig bleibt. In dieser befinden sich Berufe, die akzeptable Alternativen für das Individuum darstellen. Die ersten Einschränkungen wurden durch das Verwerfen geschlechtsuntypischer Berufe in der zweiten Phase vorgenommen. In diesem dritten Lebensabschnitt werden die übrigen nach dem Faktor des Ansehens weiter eingeschränkt.[158]

In der vierten und letzten Phase wird die Berufswahl durch „innere Gefühle, Eigenschaften, Wertvorstellungen, Einstellungen und Interessen“[159] beeinflusst. Nachdem zunächst die geschlechtstypischen und sozialen Faktoren eine Rolle gespielt haben, ohne dass persönliche Interessen und Wünsche berücksichtig wurden, schränkt das Individuum nun die Berufswahl weiter ein. Hierfür wird der bereits vordefinierte akzeptable Bereich daraufhin überprüft, ob die ausgewählten Berufe den persönlichen Präferenzen entsprechen und ob sie für diese Person realisierbar sind. Weiterhin formuliert Gottfredson diesen Lebensabschnitt wie folgt: „This, then, is a period of learning more about one’s psychological profile, especially as it affects one’s public self, that is, the public presentation of who we can and want to be.“[160] Der Jugendliche entwickelt einen Lebensplan, in welchem soziale Aspekte und die persönliche Verwirklichung ineinander fließen. Außerdem stellt er Überlegungen dazu an, welche Ziele er hat und welche Person er in der Zukunft verkörpern will.[161] In dieser letzten Phase setzt Gottfredson Hollands Modell ein.[162] Holland vertritt einen persönlichkeitspsychologischen Ansatz, der davon ausgeht, dass jeder Person und jedem Beruf bestimmte Merkmale zugeordnet werden. Der Heranwachsende verfolgt dabei das Ziel, den Beruf zu finden, der am besten zu seinen Persönlichkeitsmerkmalen passt.[163] Die Berufswahltheorie nach Holland wird in Punkt 3.1.2 genauer beleuchtet.

[...]


[1] Vgl. Münk, Dieter. 2010. S. 32.

[2] Vgl. Euler. 2009./ Bertelsmann Stiftung. 2009. / Ulrich. 2008. u.a.

[3] Um die Lesbarkeit des Textes zu verbessern, wird in der folgenden Examensarbeit nur die männliche Form verwendet. Selbstverständlich sind sowohl Männer als auch Frauen gemeint.

[4] Vgl. Euler. 2009. S. 1.

[5] Autorengruppe Bildungsberichterstattung. 2010. S. VII.

[6] Konsortium Bildungsberichterstattung. 2006. S.79.

[7] Ulrich. 2008. S. 1.

[8] Vgl. Ehrenthal. 2005.

[9] Ulrich. 2008. S. 1.

[10] Vgl. Baethge. 2010. S. 55.

[11] Vgl. Ebd. S. 96ff.

[12] Autorengruppe Bildungsberichterstattung. 2008. S. 96.

[13] Vgl. BMBF. 2011. S. 35.

[14] Vgl. BIBB. 2011a. S. 14f.

[15] Vgl. Ebd. S. 80.

[16] Vgl. Bertelsmann Stiftung. 2009. S. 50f.

[17] Vgl. Ebd.

[18] Vgl. Euler. 2009. S. 3. / Bertelsmann Stiftung. 2009. S. 49f.

[19] Ebd. S. 5.

[20] Vgl. BMBF. 2011. S. 35.

[21] Vgl. Münk. 2010. S. 32.

[22] Vgl. Dressel. 2006. S. 48.

[23] Vgl. BIBB. 2011a. S. 217.

[24] Vgl. Ebd.

[25] Vgl Ebd. S. 220 ff.

[26] Vgl. Neumann. 2010. S. 48

[27] SGB III. Artikel 61. Absatz 2. Satz 1.

[28] Vgl. Neß, Harry. 2007. S. 129.

[29] Vgl. Ebd. S. 1.

[30] BBiG. Artikel 1. Absatz 3.

[31] Vgl. Ebd.

[32] Vgl. Bundesagentur für Arbeit: HEGA 11/09S. 5.

[33] Vgl. Ebd.

[34] Vgl. Ebd. S. 2.

[35] Vgl. Ebd. S. 6.

[36] Vgl. Ebd. S. 14.

[37] SGB III. Artikel 61. Absatz 3 und 4.

[38] SGB III. Artikel 61. Absatz 2. Satz 1.

[39] Bundesagentur für Arbeit: HEGA 11/09. S. 23.

[40] BMBF. 2011. S. 109.

[41] Vgl. Neß. 2006. S. 129.

[42] Vgl. Neumann. 2010. S. 48ff.

[43] BMBF. 2011. S. 220f.

[44] Vgl. Krewer. 2008. S. 53.

[45] GIB. 2008. S. 7ff.

[46] EQJR. Artikel 3 Absatz 1.

[47] Ebd.

[48] Vgl. EQJR Artikel 2 Absatz 2.

[49] Vgl. EQJR Artikel 2 Absatz 4.

[50] GIB. 2010. S. 75.

[51] Vgl. GIB. 2008. S. 8.

[52] Vgl. Krewer. 2008. S. 53ff.

[53] Vgl. EQJR Artikel 2 Absatz 2.

[54] Vgl. EQJR Artikel 2 Absatz 6.

[55] Vgl. EQJR Artikel 2 Absatz 7.

[56] Vgl. Nationaler Pakt für Ausbildung und Fachkräftenachwuchs in Deutschland 2010 – 2014. 2010. S. 11.

[57] Ebd.

[58] Ebd.

[59] Vgl. BMBF 2011. S. 58.

[60] Vgl. Kremer. 2008. S. 56ff.

[61] Bundesagentur für Arbeit: Förderung der Berufsausbildung. Aktivierungshilfen für Jugendliche.

[62] Ebd.

[63] Vgl. Ebd.

[64] Vgl. SGB III. § 64. Artikel 1. Absatz 1. Satz 1.

[65] Ebd.

[66] Vgl. BIBB. 2011. S. 221.

[67] Vgl. Bundesagentur für Arbeit: Handlungsanweisung 12/07. Aktivierungshilfen. S. 3.

[68] Vgl. BIBB. 2011. S. 221.

[69] Vgl. Ministerium für Schule und Weiterbildung in Nordrhein-Westfalen. Berufsbildung. Lehrpläne und Richtlinien.

[70] Stender. 2006. S.21.

[71] Eine gute Übersicht, welche Maßnahmen in welchen Bundesländern angeboten werden, ist unter http://www.grillenberger.de/bwverlag/bundeslaender/index.html zu finden. Weiterhin gibt Abbildung 2 eine Übersicht über die Entwicklung der Beteilung an diesen Bildungsgängen.

[72] Vgl. BMBF. 2009. S. 20.

[73] Vgl. BIBB. 2011. S. 203

[74] Ebd.

[75] Ministerium für Schule und Weiterbildung in Nordrhein-Westfalen: Informationen zu Bildungsgängen Berufsschule. Das Berufsorientierungsjahr und die Klasse für Schülerinnen und Schüler ohne Berufsausbildungsverhältnis.

[76] Vgl. Ebd.

[77] BMBF. 2009. S. 128.

[78] Vgl. Ebd.

[79] BIBB. 2011. S. 203f.

[80] Ebd. S. 73ff.

[81] Vgl. BMBF. 2009. S. 123.

[82] Vgl. Ministerium für Schule und Weiterbildung in Nordrhein-Westfalen: Informationen zu Bildungsgängen
Berufsschule. Berufsgrundschuljahr.

[83] Vgl. BMBF. 2009. S. 20.

[84] Vgl. BIBB2011. S. 204.

[85] Vgl. BMBF. 2009. S. 20

[86] Vgl. Ministerium für Schule und Weiterbildung in Nordrhein-Westfalen: Informationen zu Bildungsgängen
Berufsschule. Berufsfachschule.

[87] Vgl. Ministerium für Schule und Weiterbildung in Nordrhein-Westfalen: Informationen zu Bildungsgängen Berufsschule. Berufsfachschule. Bildungsgänge, die eine berufliche Grundbildung anbieten und den mittleren Schulabschluss vermitteln.

[88] Vgl. Bundesagentur für Arbeit. Statistik. 2011. S. 1.

[89] Vgl. Ebd. S. 7f.

[90] Vgl. Ebd. S. 13.

[91] Vgl. Konsortium Bildungsberichterstattung. 2006. S.79.

[92] Vgl. Bundesagentur für Arbeit. Statistik. 2011. S. 11ff.

[93] Vgl. Ebd. S. 8.

[94] Vgl. Ebd. S. 11.

[95] Landrat Paderborn. 2008.

[96] Vgl. Nachverfassung des Gesprächs mit Herrn Koch von der Bundesagentur für Arbeit über die Maßnahmen des Übergangssystems vom 27.05.2011. Anhang 7.5.3. S. 120

[97] Vgl. Kreis Paderborn. Bildung und Kultur. Werkstattjahr. Fortbildungsakademie der Wirtschaft (FAW) GmbH.

[98] Vgl. Kreis Paderborn. Bildung und Kultur. Werkstattjahr. IN VIA.

[99] Vgl. Kreis Paderborn. Bildung und Kultur. Werkstattjahr. Kolping Bildungszentren Ostwestfalen.

[100] Vgl. Interview mit Dipl.-Päd. Anja Schmidt der FAW Paderborn. Anhang 7.5.4 S. 122

[101] Für weitere Informationen: Landrat Paderborn: Bestanderhebung von Maßnahmen für Schülerinnen und Schüler sowie Jugendliche im Kreis Paderborn. 11.08.2008.

[102] Vgl. Bundesagentur für Arbeit. Monatsberichte von September 2009 bis Juli 2011.

[103] Vgl. Bundesagentur für Arbeit: Einstiegsqualifizierung.

[104] Vgl. Bundesagentur für Arbeit. Statistik. 2011

[105] Vgl. Nachverfassung des Gesprächs mit Herrn Koch von der Bundesagentur für Arbeit über die Maßnahmen des Übergangssystems vom 27.05.2011. Anhang: 7.5.3. S. 120.

[106] Vgl. Berufskolleg Schloss Neuhaus. Anmeldung. / Ludwig – Erhald – Berufskolleg. Bildungsangebot. Anmeldung. usw.

[107] Vgl. Gregor-Mendel-Berufskolleg.

[108] Vgl. Richard-von-Weizäcker-Berufskolleg: Bildungsangebot am Richard-von-Weizäcker-Berufskolleg.

[109] Vgl. Richard-von-Weizäcker-Berufskolleg: Das Werkstattjahr NRW.

[110] Vgl. Helene-Weber-Berufskolleg.

[111] Vgl. Helene-Weber-Berufskolleg. Berufsorientierungsjahr.

[112] Vgl. Edith-Stein-Berufskolleg.

[113] Vgl. Ludwig-Erhard-Berufskolleg: Bildungsangebot.

[114] Vgl. Berufskolleg Schloß Neuhaus. Vollzeitbildungsgänge.

[115] Vgl. Berufskolleg Schloß Neuhaus. Zweijährige Handelsschule mit Berufsgrundschuljahr.

[116] Im Edith-Stein-Berufskolleg und im Ludwig-Erhard-Berufskolleg gibt es keine Angebote der Schule, die zum Übergangssystem gehören, weshalb sie in dieser Tabelle nicht ausgeführt werden.

[117] Vgl. Baethge. 2010. S. 60.

[118] Ebd. S. 61.

[119] Ebd.

[120] Vgl. BA. Förderung der Berufsausbildung. Aktivierungshilfen für Jugendliche.

[121] Vgl. Interview mit Dipl.-Päd. Anja Schmidt der FAW Paderborn. Anhang 7.5.4. S.122.

[122] Vgl. Euler. 2009./ Bertelsmann Stiftung. 2009.

[123] Vgl. Ehrenthal. 2005.

[124] Vgl. Euler. 2009. S. 2f.

[125] Vgl. Bertelsmann Stiftung. 2009. S. 48ff.

[126] Euler. 2009. S. 3.

[127] Vgl. Neß, Harry. 2007. S. 65.

[128] Vgl. Münk. 2008. S. 35.

[129] Vgl. Dietrich. 2008. S. 72

[130] Vgl. Bertelsmann Stiftung. 2009. S. 45f.

[131] Vgl. Ebd.

[132] Famulla. 2003.

[133] Dudenredaktion. 2007. S. 280

[134] Ebd. S. 1940.

[135] Famula. 2008. S. 50.

[136] Ebd.

[137] Vgl. Ebd.

[138] Vgl. Wensierski. 2005. S. 16.

[139] Vgl. Famula. 2008. S. 51.

[140] Wensierkst. S. 14.

[141] Vgl. Famula 2007. S. 72.

[142] Vgl. Rademacker. 2007. S. 102f.

[143] Dostal. 2002. S. 463.

[144] Vgl. Ebd. S. 465.

[145] Vgl. Rademacker. 2007. S. 102.

[146] Vgl. Oechsle. 2009. S. 24.

[147] Ebd.

[148] Ratschinski. 2009. S. 52.

[149] Ebd.

[150] Vgl. Gottfredson. 2002. S. 93.

[151] Vgl. Ratschinkski. 2009. S. 53.

[152] Ebd.

[153] Vgl. Ebd. S. 54

[154] Brooks. 1994. Ebd. S. 403.

[155] Gottfredson. 2002. S. 96.

[156] Vgl. Ebd. S. 96.

[157] Gottfredson. 2002. S. 97.

[158] Vgl. Gottfredson. 2002. S. 97ff.

[159] Ratschinski. 2009. S. 56.

[160] Gottfredson. 2002. S. 100.

[161] Vgl. Ebd.

[162] Vgl. Ratschinski. 2009. S. 56.

[163] Vgl. Oechsle. 2009. S. 24.

Ende der Leseprobe aus 143 Seiten

Details

Titel
Berufswissen und berufliche Orientierung von Schülerinnen und Schülern im Übergangssystem
Untertitel
Am Beispiel der Region Paderborn
Hochschule
Universität Paderborn  (Erziehungswissenschaften)
Note
1,7
Autor
Jahr
2011
Seiten
143
Katalognummer
V184754
ISBN (eBook)
9783656934905
ISBN (Buch)
9783656934912
Dateigröße
1145 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Die Examensarbeit enthält im Anhang eine komplette Umfrage mit zahlreichen Auswertungen in Tabellenform.
Schlagworte
berufswissen, orientierung, schülerinnen, schülern, übergangssystem, beispiel, region, paderborn
Arbeit zitieren
Magdalena Malinowski (Autor), 2011, Berufswissen und berufliche Orientierung von Schülerinnen und Schülern im Übergangssystem, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/184754

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