Marktchancen für ein Krabat-Musical in der Lausitz

Marktanalyse und Bewertung von Erfolgschancen für ein Open Air Musical in der Lausitz


Masterarbeit, 2010

124 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Prämissen, Ziele und Vorgehensweise
1.1 Bedeutung der Krabat-Sage für die Oberlausitz
1.2 Das Krabat-Musical
1.3 Ziel und Vorgehensweise der Arbeit

2 Situationsanalyse
2.1 Standort
2.1.1 Lage und Verkehrsanbindung
2.1.2 Örtliche Infrastruktur und die Krabat-Mühle
2.2 Absatzmarkt
2.2.1 Besucherreichweiten von Lokal-Musicals
2.2.2 Einzugsgebiete des Krabat-Musicals
2.2.3 Besucheranalyse
2.2.4 Nachfragertypologien
2.3 Wettbewerber
2.4 Weitere Marktteilnehmer
2.4.1 Staatliche Institutionen
2.4.2 Vereine
2.4.3 Private Unternehmen
2.4.4 Medien

3 Potentialanalyse
3.1 Besucherpotential
3.2 SWOT Analyse
3.2.1 Stärken
3.2.2 Schwächen
3.2.3 Chancen
3.2.4 Risiken
3.3 Erkenntnisse

4 Empfehlungen für das Marketing
4.1 Untemehmensziele
4.2 Zielgruppen
4.3 Zielempfehlungen
4.4 Strategieempfehlungen
4.4.1 Phase 1 - Aufmerksamkeit erzeugen
4.4.2 Phase 2 - erste Produktkontakte
4.4.3 Phase 3 - erster Produktlaunch
4.4.4 Phase 4 - der neue Star
4.4.5 Phase 5 - Krabat - Sorben - Seenland
4.5 Empfehlungen zum Marketing-Mix des Krabat-Musicals
4.5.1 Produkt- und Programmpolitik 7
4.5.2 Preispolitik
4.5.3 Kommunikation
4.5.4 Distribution

5 Fazit

Anhang 1 - „Rund um das Thema Krabat“
Die Krabat-Sage und ihre Geschichte
Krabat in der Literatur des 20. Jahrhunderts
Weitere Interpretationen zum Thema Krabat

Anhang 2 - „Musicalmarkt in Deutschland - ein Überblick“
Musical - Begriffsabgrenzung
Das Musical - Marktführer im Wachstumsmarkt Live­Musikveranstaltungen in Deutschland
Der Veranstaltungsort als Erfolgsfaktor für Musicals

Anhang 3 - „Lokal-Musical - eine Begriffsabgrenzung“

Anhang 4 - „Besucheranalyse“

Abbildungsverzeichnis

Quellenverzeichnis

1 Prämissen, Ziele und Vorgehensweise

Dieses erste Kapitel stellt das Thema der Arbeit vor. Ehe Aussagen zu Marktchancen eines Krabat-Musicals in der Lausitz erarbeitet werden können, gilt es, einige Prämissen für die anschließenden Untersuchungsbereiche zu setzen.

Zunächst sei eine Einführung in das Thema „Krabat“ und seine Bedeutung für die Lausitz gegeben. Anschließend wird das Krabat-Musical kurz vorgestellt. Dabei werden Informationen zu seinem Inhalt gegeben, zu dem Format, nach dem es ausgerichtet ist, und welches Mission-Statement ihm zugrunde liegt. Auch der Aufführungsort wird festgelegt und dessen Wahl kurz begründet.

Ausgehend von diesen ersten Festlegungen werden im weiteren Verlauf des Kapitels die Ziele und die Vorgehensweise der Arbeit vorgestellt.

1.1 Bedeutung der Krabat-Sage für die Oberlausitz

Die Krabat-Sage geht auf eine mündlich überlieferte Erzählung aus der Gegend um Hoyerswerda zurück.[1] Im Laufe der Zeit entwickelte sich die Krabat-Sage aus verschiedensten Interpretationen. Die wohl bedeutendsten Autoren, die sich mit dem Thema Krabat literarisch beschäftigten, sind Mercin Nowak-Njechomski, Jurij Brezan und Otfried Preußler. Das Thema „Krabat“ schien besonders für Brezan und Preußler eine Grundlage für die Verarbeitung unterschiedlichster sozialer Fragestellungen zu bieten.[2]

Für die Menschen in der Lausitz und insbesondere für die Sorben kann Krabat als Identifikationsfigur beschrieben werden. Krabat wird von vielen als „die“ sorbische Heldengestalt gesehen. Das Thema „Krabat“ erfuhr im Rahmen des Regionalmarketings der Lausitz in den letzten Jahren eine regelrechte Blütezeit. Einen ersten Höhepunkt erreichte das Interesse an Krabat in der Region mit der

Gründung des Krabat e.V. 2001. Der KRABAT e.V. wurde unter der offiziellen Bezeichnung ,Auf den Spuren des Krabat - Verein zur regionalen Entwicklung in der zweisprachigen Lausitz e.V.’ (Kürzel: KRABAT e.V.) am 19. März 2001 in Hoyerswerda, Ortsteil Schwarzkollm, gegründet.[3] „Der Verein entstand aus Diskussionen, Anregungen und Vorschlägen von Bürgern und organisierten Gruppen der Gemeinden, den erforderlichen Strukturwandel in der Lausitz konstruktiv zu begleiten.“[4] Die beteiligten Gemeinden, aus denen der erste Anstoß für die sinnvolle Vernetzung und gemeinsame Zielstellung kam, waren Nebelschütz, Schwarzkollm, Groß-Särchen, Königswartha/Eutrich und Proschim. Inzwischen gehören dem Verein neben Gemeinden, Städten und Vereinen der Region auch zahlreiche Unternehmen und engagierte Einzelpersonen an.[5]

Unter dem Thema „Krabat“ finden inzwischen eine ganze Reihe verschiedenster kultureller Aktivitäten in der Lausitz statt. Dazu gehören zum Beispiel Singspiele von Laiengruppen, alljährliche Krabat-Feste, Estradenprogramme, Ausstellungen und Lesungen. Im Jahre 2002 wurde Krabat als Markenname eingetragen.[6] Unterschiedlichste Produkte von verschiedenen Herstellern aus der Region finden inzwischen ihren Platz und Namen unter der Dachmarke Krabat®. So gibt es beispielsweise den Krabat-Likör, das Krabat-Brot, die Krabat-Wurst, das Krabat- Computerspiel, Krabat-Ausmahlhefte, Krabat-CDs und Krabat-Bücher.[7] „Die Markenartikel sollen Identität stiften, gleichzeitig aber auch neue Räume für modernes Wirtschaftsmanagement wie dem Tourismus öffnen.“[8]

Der Krabat e.V. gab im Jahre 2002 eine umfassende Studie unter folgendem Titel in Auftrag: „Regionaler Entwicklungsprozess Krabat - Studie zur Konzipierung und Weiterentwicklung des regionalen Entwicklungsprozesses ,auf den Spuren des Krabat’ in der zweisprachigen Lausitz als integrativer Bestandteil des regionalen Entwicklungs- und Handlungskonzeptes ,Lausitzer Seenland’“. Herausgeber der Studie war der Krabat e.V. unter der Federführung des EIPOS.[9] Die Projektleitung unterlag Dr. Holm Große, der auch Leiter der regionalen Marketinggesellschaft Oberlausitz-Niederschlesien mbH ist.

Im März 2005 wurde der Förderverein Krabatmühle-Schwarzkollm e.V. gegründet. Ziel des Vereines ist der Aufbau des Erlebnishofes „KRABAT-Mühle“ in Schwarzkollm. Die Marketing-Gesellschaft Oberlausitz-Niederschlesien mbH war auch hier mit dem „Umsetzungskonzept für die Krabat-Mühle Schwarzkollm“ wesentlich an der Verwirklichung dieser Idee beteiligt.[10] Die Figuren „Krabat“ und „Der schwarze Müller“ fungieren außerdem als offizielle touristische Botschafter der Oberlausitz.[11]

Im Jahr 2008 kam „Krabat“, basierend auf Preußlers Buch, in einer aufwendig produzierten Realverfilmung in die deutschen Kinos. Seit dem haben mehr als 1,3 Mio. Kinobesucher den Film gesehen.[12] Teile der Filmkulissen finden inzwischen dekorative Verwendung in der Krabatmühle in Schwarzkollm.[13]

Wie die vorangegangenen Darlegungen zeigen, ist die Sagensgestalt Krabat in der Lausitz fester Bestandteil des Regionalmarketings und Teil der regionalen Identität.

1.2 Das Krabat-Musical

Für das Krabat-Musical existiert keine konkrete künstlerische bzw. umsetzungstechnische Vorlage und es ist bis dato völlig fiktiv. Aus diesem Grund sind im Folgenden eigene Prämissen zum Krabat-Musical dargelegt.

Das Krabat-Musical entspricht der Charakteristik eines Lokal-Musicals und es orientiert sich in seiner Ausgestaltung an diesem Segment.[14] Es wird davon ausgegangen, dass es sich um eine deutsche Inszenierung handelt.

Inhaltlich erzählt es die Geschichte des Krabat, wobei es vorab keine Festlegung auf eine literarische Vorlage gibt und eine völlig neue Interpretation denkbar ist. Dennoch beinhaltet die Story die wesentlichen Elemente der Sage, wonach der junge Krabat beim schwarzen Müller in die Lehre geht, dort das Zaubern erlernt, er zugleich den Kampf gegen den Müller aufnimmt und durch eine Frau aus dessen Herrschaft befreit wird. Die Handlung spielt in der sorbischen Lausitz und die schwarze Mühle steht, wie in der Realität, in Schwarzkollm bei Hoyerswerda.

Das Musical soll eine möglichst breite Zielgruppe ansprechen und eine überregionale Wirkung entfalten. Durch ein hohes Maß an regionaler Authentizität integriert sich die Produktion langfristig in die Kulturlandschaft der Lausitz und verbindet Unterhaltung mit der Vermittlung Lausitzer Kultur und Geschichte. Der Identifizierungsgrad der Lausitzer mit dem Musical spielt dabei eine wichtige Rolle. Zum einen soll damit die Akzeptanz und Unterstützungsbereitschaft bei einschlägigen Stakeholdern erhöht werden und andererseits soll sich der regionale Imagegewinn des Musicals positiv auf die überregionale Kommunikation auswirken, indem regionale Stakeholder als Multiplikatoren auftreten.

Ein entsprechendes Mission-Statement ließe sich vorerst wie folgt formulieren:

„Das Krabat-Musical ist ein unterhaltsames Stück Lausitz für Jung und Alt.“

Als Aufführungsort wird die Krabat-Mühle in Schwarzkollm festgelegt. Der Ort ist mit dem möglichen Maximum an Authentizität besetzt und entspricht, im

Zusammenhang mit dem Thema „Krabat“, am ehesten den Kriterien eines Aufführungsortes für ein Lokal-Musical.[15]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1 - Übersichtskarte des Standortes Schwarzkollm[16]

Das A markiert Schwarzkollm und die Krabat-Mühle

Bereits jetzt während der Bauphase, die bis 2011 andauern soll, ist die Krabat- Mühle ein wichtiger touristischer Anlaufpunkt in der Lausitz. Im Jahr 2008 verzeichnete die Krabat-Mühle beispielsweise schon ca. 6000 Besucher, die zum größten Teil aus der Region kamen. Eine gezielte überregionale Vermarktung der

Mühle, durch die Krabat-Region und die Marketinggesellschaft Oberlausitz­Niederschlesien, zeigen vermutlich erste Wirkungen.[17] Es sollen angeblich 30% der Besucher aus den alten Bundesländern gekommen sein.[18]

Abb. 2 - Krabat-Mühle in Schwarzkollm im Bau[19]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Da es sich bei der Krabat-Mühle nicht um einen klassischen Theaterbau handelt, sondern um einen Erlebnishof, kommt in erster Linie eine saisonale festspielähnliche Bespielung in den Sommermonaten in Betracht. Im Umsetzungskonzept der Krabat-Mühle ist diese Art von Veranstaltungen bereits vorgesehen. Allerdings existieren dazu aktuell noch keine bekannten bzw. konkreten Pläne. In der Standortanalyse wird näher auf Schwarzkollm und die Krabatmühle als Veranstaltungsort eingegangen.

1.3 Ziel und Vorgehensweise der Arbeit

Ziel der Arbeit ist es, möglichst konkrete Aussagen zu den Marktchancen des Krabat-Musicals zu treffen. Die Marktchancen stehen in engem Zusammenhang mit der finanziellen Tragfähigkeit des Musicals. Nach Meinung des Autors kann nur dann von einer Marktchance die Rede sein, wenn sich eine Sache lohnt und der Aufwand den Nutzen nicht übersteigt. Da es allerdings keine umsetzungstechnische Vorlage für das Musical gibt, können auch nicht die Kosten für das Musical bestimmt werden, die wiederum unverzichtbarer Teil einer Wirtschaftlichkeitsanalyse und entsprechender Aussagen sein würden. Aus diesem Grund konzentriert sich diese Arbeit auf die Analyse des Absatzpotentials und auf die Analyse der wichtigsten Marktteilnehmer. Ausgehend davon soll die Marktlage für ein „Krabat-Musical“ bewertet und entsprechende Empfehlungen für das Marketing erarbeitet werden.

Die Untersuchungen in der vorliegenden Arbeit orientieren sich an den Modellen des Marketingmanagementprozesses und der Unternehmensumwelt nach Meffert /Burmann /Kirchgeorg. Um den Rahmen dieser Arbeit nicht zu überschreiten, wird der Untersuchungsrahmen, ausgehend von diesen beiden Modellen, im Folgenden eingegrenzt und präzisiert.

Der Marketingmanagementprozess dient als Leitfaden für die Vorgehensweise in dieser Arbeit. Den Ausgangspunkt bildet die Analysephase, die eine Situationsanalyse und entsprechende Prognosen umfasst. Darauf aufbauend schließen sich die strategische und die operative Marketingplanung an. Obwohl die Realisation und das Marketingcontrolling zum vollständigen Marketingmanagementprozess dazugehören, wird auf Grund der fehlenden Unternehmung auf diese beiden Teile in der Arbeit verzichtet.[20]

Der Erfolg des Krabat-Musicals ist unter anderem vom Standort abhängig. Deshalb beginnt die Situationsanalyse mit der Untersuchung des Veranstaltungsortes und seiner Umgebung.[21] Es sollen standortabhängige Stärken, Schwachpunkte und Eigenheiten aufgedeckt werden, die für das Musical wichtig sein könnten. Die weiteren Analysebereiche orientieren sich an dem Modell der Unternehmensumwelt. Es gibt Aufschluss über die wichtigsten externen Einflussgrüßen für den Erfolg des Musicals.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 3 - Modell der Unternehmensumwelt nach Burmann/Meffert/Kirchgeorg[22]

Der Analyse globaler Umwelteinflüsse sowie den internationalen und nationalen Betrachtungsebenen kann auf Grund des begrenzten Rahmens dieser Arbeit keine
explizite Beachtung geschenkt werden. Eine allgemeine Analyse des Musicalmarktes in Deutschland findet sich im Anhang.[23]

Da es sich um ein Lokal-Musical handelt, ist der regionale Markt von zentraler Bedeutung für den Erfolg. Nur wenn es gelingt, das regionale Publikum an sich zu binden, sich von regionalen Wettbewerbern deutlich abzusetzen und regionale Stakeholder als Multiplikatoren und Unterstützer zu gewinnen, kann das Musical auch überregional sein Absatzpotential voll entfalten.[24] So soll der Fokus in der Situationsanalyse auf die unmittelbar erfolgsrelevanten Faktoren des Krabat- Musicals in der regionalen Interaktionsumwelt gerichtet werden. Für die einzelnen Bereiche, gemäß der Abb.3, werden folgende Fragen beantwortet.

Absatzmarkt:

- Welche Besucherreichweiten sind zu erwarten?
- Welche Absatzmärkte sind demnach besonders interessant?
- Welche Erkenntnisse können über potentielle Besucher für die spätere Zielgruppendefinition gewonnen werden?

Wettbewerb:

- Wer sind die direkten regionalen Wettbewerber?
- Welche potentiellen Wettbewerber gibt es noch?

Weitere Marktteilnehmer im Rahmen der Umweltanalyse:

- Welche weiteren regionalen Marktteilnehmer sind besonders relevant und warum?

Für eine Analyse des Beschaffungsmarktes fehlt der Zielbezug. Es ist nicht klar, welche Ressourcen in welchem Umfang benötigt werden. Daher findet keine Betrachtung des Beschaffungsmarktes statt.

Der Situationsanalyse schließt sich die Potentialanalyse an. Neben der Prognostizierung des Absatzpotentials werden die wichtigsten Stärken und Schwächen des Krabat-Musicals genannt und daraus entsprechende Chancen und Risiken abgeleitet. Die Ergebnisse werden anschließend kurz zusammengefasst und bilden den Ausgangspunkt der Empfehlungen für die strategische und operative Marketingplanung.

2 Situationsanalyse

2.1 Standort

Entsprechend der eingangs getroffenen Festlegung, soll die Krabat-Mühle in Schwarzkollm der Aufführungsort für das Krabat-Musical sein. Einige wichtige Fakten zum Standort seien in Folgendem dargelegt.

2.1.1 Lage und Verkehrsanbindung

Schwarzkollm liegt in der Lausitz, nahe der Grenze zwischen den Ländern Brandenburg und Sachsen. Die Verkehrsanbindung mit dem Auto ist relativ gut. Die Bundesstraßen B97 (Dresden - Hoyerwerda) und B96 (Bautzen - Hoyerswerda - Senftenberg) liegen 3 und 1 km entfernt. Zur nächstgelegenen Autobahnanbindung der A13, zwischen Dresden und Berlin, sind es knapp 25 km. Die Erreichbarkeit mit dem Auto stellt sich für die wichtigsten Städte im Umkreis wie folgt dar:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Schwarzkollm besitzt einen Bahnhof, ist jedoch nur von Dresden und Hoyerswerda mit dem Zug günstig erreichbar. Die Erreichbarkeit mit dem Bus ist, im Bezug auf die wichtigsten Städte, ohne Umstieg nur aus Hoyerswerda gegeben.

Die Regionalbahn aus Dresden benötigt für die Fahrt nach Schwarzkollm ca. 1,5 Stunden. Die Verbindung wird ungefähr im 2-Stundentakt bedient und der Zielbahnhof ist Hoyerswerda. Die letzte Ankunft in Schwarzkollm ist 23:11 Uhr (täglich) und die letzte Abfahrt 20:45 Uhr (täglich).[25]

Von Hoyerswerda dauert die Fahrt mit der Regionalbahn nur 7 Minuten Die Verbindung wird ungefähr im Stundentakt bedient und der Zielbahnhof ist Ruhland. Die letzte Ankunft in Schwarzkollm ist 21:40 Uhr (täglich) und die letzte Abfahrt 23:12 Uhr (täglich). Der letzte Bus verkehrt jeweils um ca. 18 Uhr.

Schwarzkollm befindet sich ganz in der Nähe des, in Entstehung befindlichen, Lausitzer Seenlandes. Aus stillgelegten Braunkohletagebaulöchern entsteht in der Lausitz bis 2015 die größte künstliche Seenplatte Europas. Durch 10 schiffbare Verbindungen zwischen den Seen im Dreieck Spremberg, Hoyerswerda und Senftenberg soll die Region für den Tourismus attraktiv gemacht werden. Neben Wassersport, Golfplätzen und schwimmenden Hotels soll eine ganze Reihe weiterer touristischer Attraktionen entstehen. Laut einer Studie sind für die Seenplatte folgende Potentiale veranschlagt:

Gastgewerbe:

- 78.293 gewerbliche Übernachtungen in Hotels
- 33.945 gewerbliche Übernachtungen in Pensionen
- 224.840 private Beherbergungen
- 125.925 Campingnutzungen
- 145.020 Gaststättennutzung durch Beherbergung

Tagesbesuche:

- 1.578.600 Tagesausflugsbesucher
- 300.000 Tagesgeschäftsreisende[26]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 5 - Übersichtskarte der Krabatregion[27]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

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2.1.2 Örtliche Infrastruktur und die Krabat-Mühle

Schwarzkollm hat ca. 900 Einwohner. Im Ort gibt es eine kleine Gaststätte und einen kleinen Souvenirladen mit Krabatprodukten sowie Erzeugnissen aus der Region. Es gibt fünf kleine private Pensionen und zwei Jugendherbergen. Das Vereinsleben kann mit insgesamt neun Vereinen unterschiedlichster Art als sehr aktiv beschrieben werden. Jedes Jahr gibt es verschiedene Veranstaltungen und für die Lausitz typische Bräuche, wie zum Beispiel das Maibaumwerfen, das Hexenbrennen oder die Fastnacht. Im Fall von Schwarzkollm kann von einer regen Dorfgemeinschaft gesprochen werden. Die Realisation der Krabat-Mühle ist vom eigens dafür gegründeten Krabatmühle-Schwarzkollm e.V. initiiert und vorangetrieben worden. Die Krabat-Mühle kann als das Aushängeschild des Ortes betrachtet werden. Sie liegt etwas außerhalb, abseits der Dorfstrasse, im Ortsteil Koselbruch.[29] Für Ortsunkundige ist sie nicht leicht zu finden, da die Beschilderung aus Holz ist und leicht übersehen werden kann.[30]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 6 - Standort der „Krabat-Mühle“ in Schwarzkollm32

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 7 - Lageplan des Erlebnishofes „Krabat-Mühle“

Die Krabat-Mühle soll ein Erlebnishof rund um das Thema Krabat sein. Neben der eigentlichen Mühle und dem Haus des Müllers, die in direkter Verbindung mit dem Thema Krabat stehen, dient der gesamte Hof der erlebnisorientierten Verarbeitung des Inhaltes der Krabatsage. So gibt es eine Mühlenscheune für Veranstaltungen mit bis zu 200 Besuchern, drei Handwerkshäuser, ein Gesindehaus, den Laubengang mit Turm und den Naturlehrpfad in Form eines Zauberwaldes. Hinzu kommen diverse darüber hinausgehende touristische Angebote. Dazu gehören die Pflege regionalen Brauchtums und regionaler Handwerkskunst, die Vorstellung klassischer Mühlentechniken, Bildungsangebote [31] in Form von Lehrpfaden und die Umsetzung und Erhaltung denkmalgeschützter Gebäude.[32]

Der Mühlenhof bietet ca. 1200 m2 Platz, so dass eine Zuschauertribüne von ca. 600 bis 800 m2 Grundfläche für ca. 700 bis 1000 Gäste Platz hätte.[33] Zu prüfen wäre, ob die vorhandenen Toilettenanlagen für solch eine Besucherzahl ausreichen. Die Einbeziehung der Mühle als Teil der Kulisse eines Krabat- Musicals scheint erstrebenswert. Zu möglicherweise geplanten Parkplätzen gibt es keine Erkenntnisse, zumindest sind bis dato noch keine dafür ausgewiesenen Flächen vorhanden.[34]

Für einen Musicalbetrieb steht die Prüfung weiterer ortsabhängiger Details aus und muss bei einer Umsetzung im Einzelnen geprüft werden. So sind noch einige Fragen, unter anderem bezüglich der Sicherheit, der Logistik, des Umweltschutzes, des Lärmschutzes, der Versorgung sowie der Flächen- und Gebäudenutzungsrechte, zu klären.

2.2 Absatzmarkt

Musicals schöpfen erfahrungsgemäß ihr Besucherpotential zunächst am Standort und in der näheren Umgebung aus. Mit zunehmender Laufzeit erweitert sich nach und nach das Einzugs- bzw. Absatzgebiet.[35] Daraus ergibt sich eine natürliche Dynamik der Kernabsatzgebiete.

Der Absatzmarkt orientiert sich geografisch in erster Linie an der Strecke, die ein Besucher bereit ist zurückzulegen, um ein Krabat-Musical zu sehen. Aus diesem Grund soll zunächst geklärt werden, welche Besucherreichweiten zu erwarten sind und welche primären Absatzmärkte sich geografisch daraus ergeben. Grundlage hierfür sind ähnliche Kulturangebote, zu denen entsprechende Erkenntnisse existieren.

Für eine möglichst genaue Zielgruppendefinition werden darüber hinaus relevante Erkenntnisse zu möglichen Nachfragern aus verschiedenen Sekundärquellen dargestellt.

2.2.1 Besucherreichweiten von Lokal-Musicals

Als Referenz für die Ermittlung der Besucherreichweiten dienen die Besucherstatistiken aus den Jahren 2008/2009 der Lokal-Musicals „Die Harzschützen“ in Harzgerode und „Faust - die Rockoper“ auf dem Brocken. Beide entsprechen der Charakteristik eines Lokal-Musicals, werden saisonal aufgeführt und haben Kapazitäten von 250 bis 400 Zuschauern pro Vorstellung. Darüber hinaus ist die Harzregion bezüglich der Bevölkerungsdichte mit der Oberlausitz vergleichbar, wie es die folgende Grafik vereinfacht darstellt.

Abb. 8 - Bevölkerungdichte nach Postleitregionen in 2004

Die Besucherdaten, der zu Grunde gelegten Referenzproduktionen, wurden vom Veranstalter der Musicals, den Harzer Schmalspur Bahnen, zur Verfügung gestellt. Die Datensätze entstammen dem Kartenvertrieb und enthalten folgende Angaben:

- Musical („Faust - die Rockoper“ bzw. „Die Harzschützen“)
- Datum der gebuchten Vorstellung
- Postleitzahl
- Wohnort
- Anrede (Herr oder Frau)
- Anzahl der bestellten Karten[36]

Die Auswertung der Daten orientierte sich an der Häufigkeit der Bestellungen nach Postleitzahlenbereichen und wurde mit Hilfe von Windows MapPoint 2009 erstellt. Eine Auswertung von absoluten Besucherzahlen nach Postleitzahlenbereichen schien insofern nicht sinnvoll, als dass Ausreißerwerte, zum Beispiel einzelne Bestellungen mit bis zu 80 Karten, das Ergebnis verfälschen würden. An dieser Stelle sei erwähnt, dass die Musicalangebote eine Zugfahrt zum Veranstaltungsort beinhalten. Der Ort, an dem die Zugfahrt beginnt, ist im Fall von „Faust die Rockoper“ Wernigerode und bei „Die Harzschützen“ Quedlinburg. Die folgenden zwei Grafiken veranschaulichen die Besucherreichweiten der beiden Musicals. Sie haben Wernigerode und Quedlinburg, die jeweiligen Startpunkte der Zugfahrten, als Mittelpunkt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 10 - Bestellungen 2008/2009 nach Postleitzahlenbereichen für „Die Harzschützen“ in Harzgerode40

Aus den Grafiken lässt sich auf zwei wesentliche Einzugsgebiete schließen. Gebiet 1 (roter Kreis) ergibt sich aus der unmittelbaren Umgebung der Veranstaltung mit einer Reichweite von ca. 35 Kilometern Luftlinie im Umkreis. Gebiet 2 (schwarzer Kreis) beschreibt ein erweitertes Einzugsgebiet ab 35 km bis ca. 100 km Luftlinie. Die folgende Tabelle veranschaulicht die zugrunde liegenden Daten.

Abb. 11 - Besucherreichweiten von „Faust die Rockoper“ und „Die Harzschützen“ 2008 / 2009

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 12 - Einzugsgebiete für das Krabat-Musical in Schwarzkollm

Auch in dieser Darstellung beschreibt Gebiet 1 (roter Kreis) das unmittelbare Einzugsgebiet bis 35 km Luftlinie im Umkreis und Gebiet 2 (schwarzer Kreis) das Gebiet von 35km bis 100km Luftlinie im Umkreis. Wie die Übersichtskarte veranschaulicht, reicht das Gebiet 2 bis nach Polen und in die Tschechische Republik.

[...]


[1] Vgl. Schmidt, M. 2008, S. 38.

[2] Vgl. Anhang 1 - „Rund um das Thema Krabat“.

[3] Vgl. http://www.krabatregion.de/index.php7iU931 (Zugriff 13.01.2010).

[4] http://www.krabatregion.de/index.php?id=931&L=0 (Zugriff 13.01.2010).

[5] Vgl. http://www.krabatregion.de/index.php?id=975 (Zugriff 13.01.2010).

[6] Vgl. http://www.krabatregion.de (Zugriff 13.01.2010).

[7] Vgl. Hose, S. 2008, S. 138.

[8] Hose, S. 2008, S. 138.

[9] Europäisches Institut für postgraduale Bildung an der TU Dresden e.V. (EIPOS).

[10] Vgl. Krabatmühle-Schwarzkollm e.V. 2010, S. 6.

[11] Vgl. http://oberlausitz.com/service/botschafter/oberlausitzer_originale.htm (Zugriff am 13.01.2010).

[12] Vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Krabat_(Sage)#K.C3.BCnstlerische_Adaptionen (Zugriff am 13.01.2010).

[13] Vgl. Sächsische Zeitung, 7. Januar 2010.

[14] Vgl: Anhang 3 - „Lokal-Musical - eine Begriffsabgrenzung“.

[15] Vgl. Anhang 3 „Lokal Musical - eine Begriffsabgrenzung“.

[16] Erstellt mit Google maps unter www.maps.google.de .

[17] Vgl. www.krabatregion.de und http://www.oberlausitz.com/ferien/kulturell/sorben.htm (Zugriffe am 11.01.2009).

[18] Vgl. Sächsischer Zeitung 28.Oktober 2008.

[19] http://cocobec.files.wordpress.com/2009/03/800px-schwarzkollm_koselbruch_mc3bchle_22.jpg (Zugriff am 11.01.2009).

[20] Vgl. Burmann Ch., Meffert H., Kirchgeorg M. ,2007 S. 20.

[21] Vgl. Anhang 2 - „Musicalmarkt in Deutschland ein Überblick“

[22] Burmann Ch., Meffert H., Kirchgeorg M. ,2007 S. 45.

[23] Vgl. Anhang 2 - „Musicalmarkt in Deutschland - ein Überblick“.

[24] Siehe Anhang 3 „Lokal-Musical - eine Begriffsabgrenzung“.

[25] Berechnung laut Routenplaner auf www.maps.google.de.

[26] Vgl. www.lausitzerseenland.de (Zugriff am 12.01.2009).

[27]

Vgl. IBA/EMCP 2002, S.12.

Internationale Bauausstellung Fürst-Pückler-Land GmbH (IBA) Eckart-Montanconsult und Planung (EMCP)

[28] http://web02.city-map.de/img/12130135002.jpg (Zugriff am 09.02.2010).

[29] Vgl. www.schwarzkollm.de (Zugriff am 18.03.2010),

[30] Eigene Ermittlungen,

[31] Krabatmühle-Schwarzkollm e.V. 2010, S. 2.

[32] Vgl. Krabatmühle-Schwarzkollm e.V. 2010, S. 2 ff.

[33] Laut Erhebung des Autors.

[34] Laut Erhebung des Autors.

[35] Schmude, J. 2007, S. 124.

[36] Erstellt mit Microsoft MapPoint Europa 2009 / Grenzen der Regionen Harz und Oberlausitz skizziert.

Ende der Leseprobe aus 124 Seiten

Details

Titel
Marktchancen für ein Krabat-Musical in der Lausitz
Untertitel
Marktanalyse und Bewertung von Erfolgschancen für ein Open Air Musical in der Lausitz
Hochschule
Dresden International University  (Kultur und Management)
Note
1,7
Autor
Jahr
2010
Seiten
124
Katalognummer
V184758
ISBN (eBook)
9783656097082
ISBN (Buch)
9783656097235
Dateigröße
2842 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Die Arbeit konzentriert sich auf die Analyse des Absatzpotentials und auf die Analyse der wichtigsten Marktteilnehmer und Erfolgsfaktoren. Ausgehend davon wird die Marktlage für ein „Krabat-Musical“ bewertet und entsprechende Empfehlungen für das Marketing erarbeitet. Die Arbeit zeigt wie man aus öffentlichen Quellen eine gezielte und sehr genaue Potentialanalyse im Hinblick auf zu erwartende Zuschauerzahlen erstellt. Der betreuende Professor hat die Arbeit mit einer 1,3 bewertet und empfiehlt die Vorgehensweise der Arbeit für ähnliche Martanalysen seinen Studenten.
Schlagworte
Marketing, Marktanalyse, Zuschauerpotential, Lausitz, Kultur, Krabat, Musical, Open Air, Besucherreichweiten, Sigma, Sigma-Milieus, Sinus-Milieus, Sinus, Besucherpotential, Absatzanalyse, Standortanalyse, Marketingmanagemen, Marketingstrategie, Beno Brezan, Strategie, Kulturmanagement, Kulturmarketing, Theater, Seenland, Sorben, Kunst, Verbraucheranalyse, Microsoft MapPoint, Kundenanalyse, Kundenmilieus, Reichweiten, Kulturbesucher, Kulturkonsument, Konsument, Zielgruppenanalyse, Zielgruppen, Absatzmarkt, Brezan, Masterarbeit, Dresden, Marketingplan, Potentialanalyse, Marktpotential, Martstrategie, Kulturfinanzierung, Open Air Musical, Krabat-Musical
Arbeit zitieren
Beno Brezan (Autor), 2010, Marktchancen für ein Krabat-Musical in der Lausitz, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/184758

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