Darstellung, Erläuterung und Bewertung ausgewählter Beschreibungsformen von Geschäftsprozessen anhand eines fiktiven Beispiels


Hausarbeit, 2011
26 Seiten, Note: 1,7

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

1 Problemstellung

2 Wesentliche Begrifflichkeiten
2.1 Geschäftsprozess
2.2 Statische und dynamische Prozesse

3 Ausgewählte Beschreibungsformen
3.1 Textuell-informell
3.2 Flussorientiert
3.3 Objektorientiert
3.4 Subjektorientiert

4 Bewertung Beschreibungsformen
4.1 Kriterien
4.2 Beurteilung
4.2.1 Textuell-informell
4.2.2 Flussorientiert
4.2.3 Objektorientiert
4.2.4 Subjektorientiert
4.3 Zusammenfassung

5 Fazit

Literaturverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Beispiel einer textuell-informellen Prozessbeschreibung (Arbeitsanweisung)

Abbildung 2: Beispiel einer flussorientierten Prozessbeschreibung (eEPK)

Abbildung 3: Beispiel einer objektorientierten Prozessbeschreibung (Aktivitätsdiagramm)

Abbildung 4: Beispiel einer subjektorientierten Prozessbeschreibung (Stufe 1: SID)

Abbildung 5: Beispiel einer subjektorientierten Prozessbeschreibung (Stufe 2: SVD)

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Bewertungsmatrix der ausgewählten Vertreter der Beschreibungsformen

Tabelle 2: Bewertungsmatrix der Beschreibungsformen generell

1 Problemstellung

Die Effizienz und Flexibilität von Geschäftsprozessen spielen eine immer größere Rolle für den Erfolg einer wirtschaftlichen Unternehmung. Deshalb steht das Ziel von optimalen und systematischen Geschäftsprozessen bei den meisten Unter­nehmen immer stärker im Fokus. Davon versprechen sie sich Kostenreduzierun­gen, bessere Ressourcennutzung und eine Verbesserung der Qualität ihres Produk­tes oder ihrer Dienstleistung. Aufgrund der übersichtlicheren Organisation der Abläufe wird auch die Geschäftsführung erleichtert (vgl. Fischer et al. 2006: V).

Aber wie können Potentiale gefunden werden, um dem optimalen Geschäftspro­zess näher zu kommen? - Eine wichtige Voraussetzung für diese Suche ist sicher­lich die Verwendung einer geeigneten Prozessbeschreibungsform, ohne die eine ,,... systematische Wahrnehmung ...“ (Staud 2006: 2) der Unternehmensrealität nicht möglich wäre.

Laut der diesjährigen Juni-Ausgabe des Magazins E-3 wurde mit dem subjektori­entierten Geschäftsprozessmanagement ein Paradigmenwechsel eingeläutet. So seien der subjektorientierte Ansatz und die damit verbundene Beschreibungsform der zwischenmenschlichen Verständigung ähnlicher. Außerdem ließe sich auf Ba­sis dieser Prozessbeschreibung mit wenig Aufwand eine entsprechende Software erstellen. Ein Nachweis über die mathematische Richtigkeit des entsprechenden Geschäftsprozesses könne ebenfalls erbracht werden (vgl. Färbinger 2011: 3).

Aber ist diese subjektorientierte Sichtweise für alle Geschäftsprozesse geeignet? Oder ist es eher wichtig, entsprechend dem jeweiligen Geschäftsprozess die zweckmäßigste Beschreibungsform auszuwählen? Und wenn ja, welche unter­schiedlichen Prozessbeschreibungen stehen hierfür zur Auswahl? Was sind deren Stärken und Schwächen?

Auf diese Fragen gibt die vorliegende Hausarbeit mögliche Antworten. Sie stellt ausgewählte Beschreibungsformen anhand eines fiktiven Beispiels dar und erläu­tert sie. Darauf aufbauend erfolgt eine Bewertung mithilfe von zentralen Kriterien.

Das Ziel dieser Hausarbeit besteht in der Erarbeitung einer Entscheidungsgrund­lage für die Wahl einer geeigneten Variante zur Geschäftsprozessbeschreibung.

2 Wesentliche Begrifflichkeiten

Die grundlegenden Begriffe, welche im Verlauf dieser Arbeit ihre Verwendung finden, werden zuerst kurz definiert.

2.1 Geschäftsprozess

Die Fachliteratur hält eine breite Vielfalt an Beschreibungsansätzen für den Be­griff Geschäftsprozess bereit. „Oft wird in der Literatur zwischen ,Prozeß‘ [!] und ,Geschäftsprozeß‘ [!] nicht genau unterschieden ...“ (Vossen, Becker 1996: 18). Auch die Bezeichnung Unternehmensprozess wird dabei häufig synonym benutzt.

Hammer und Champy sehen ihn „... als Bündel von Aktivitäten, für das ein oder mehrere unterschiedliche Inputs benötigt werden und das für den Kunden ein Er­gebnis von Wert erzeugt“ (Hammer, Champy 1998: 56). Der Prozesskunde „... kann sich auch innerhalb eines Unternehmens befinden ...“ (Hammer, Champy 1998: 62).

Diese Hausarbeit orientiert sich an folgender Begriffsbestimmung: „Ein Prozess beschreibt einen betrieblichen Ablauf, das heißt den Fluss und das Bewegen von Material und Informationen unter Anwendung von Operationen und Entscheidun­gen. Er beschreibt Reihenfolgen von funktionsübergreifenden Aktivitäten mit An­fang und Ende sowie klar definierten Eingaben und Ausgaben. Aus Sicht des Un­ternehmens soll er einen Mehrwert schaffen“ (Fischer et al. 2006: 5).

2.2 Statische und dynamische Prozesse

Wenn es um Geschäftsprozesse geht, ist die Unterscheidung „. zwischen der sta­tischen Prozessdefinition (Prozessbeschreibung) und der dynamischen Ausprä­gung eines Prozesses (Prozessinstanz)“ (Fischer et al. 2006: 8) wichtig. Wird demnach von einer tatsächlichen Bearbeitung eines Vorgangs gemäß der jeweili­gen Prozessbeschreibung gesprochen, wird dieser als Prozessinstanz bezeichnet.

Die Darstellung, Erläuterung und Bewertung unterschiedlicher Beschreibungs­formen erfolgt in den folgenden Kapiteln.

3 Ausgewählte Beschreibungsformen

„Eine der wichtigsten Herausforderungen bei der Beschreibung von Geschäfts­prozessen ist es, betriebliche Abläufe für alle Beteiligten nachvollziehbar und transparent zu machen“ (Fischer et al. 2006: 63).

Nur wenn der Mensch - der bei der Prozessbearbeitung die zentrale Rolle spielt - die Beschreibungen gut versteht, ist bei der Einführung und Veränderung von Prozessen ein Erfolg möglich, speziell bei schwer überschaubaren und hoch au­tomatischen betrieblichen Abläufen (vgl. Fischer et al. 2006: 63).

„Die Beschreibung von Geschäftsprozessen erfolgt in Form der Modellierung, d. h. es werden geeignete Modelle für Geschäftsprozesse gebildet. Hierbei ist es wichtig, zwischen Geschäftsprozessen und ihren Exemplaren zu unterscheiden. Das Modell muss den Prozess beschreiben, nicht eine seiner zahlreichen Ausprä­gungen“ (Mielke 2002: 18).

Aufgrund der Ähnlichkeit des Modells zur Realität, können daraus Schlussfolge­rungen abgeleitet werden. Somit sind Modelle als Hilfsmittel zu sehen, um die Realität darzulegen und zu designen. Der tiefere Sinn eines Modells besteht in der Reduzierung der Komplexität von realen Gegebenheiten. Infolgedessen kann der Anwender mit diesem vereinfachten Abbild leichter umgehen und es besser für seine Zwecke einsetzen, d. h. solche Aspekte, die für den Anwender nicht hilf­reich sind, werden im Modell nicht beachtet (vgl. Vossen, Becker 1996: 19).

Eine Auswahl an Prozessbeschreibungsformen, die in der betrieblichen Praxis Verwendung finden, werden im Fortgang dieser Arbeit vorgestellt. Zum besseren Verständnis wird - neben der theoretischen Ausführung - der definierte Beispiel­prozess in der jeweiligen Beschreibungsform auszugsweise erstellt und erläutert. Existieren bei einer Beschreibungsform mehrere Arten, wird unter ihnen ein be­deutsamer repräsentativer Vertreter ausgesucht.

Um für das nachfolgende Kapitel eine solide Bewertungsgrundlage zu schaffen, wird durchgängig der gleiche Prozess verwendet. Und zwar ist das Fallbeispiel aus dem Kontext eines gewerblich geführten Kinos entnommen. Es wird folgen- der Teilprozess betrachtet: „Ein Kunde möchte für eine ausgewählte Filmvorstel­lung telefonisch Plätze reservieren.“

3.1 Textuell-informell

„Textuell-informelle Prozessbeschreibungen werden in der betrieblichen Praxis häufig genutzt. Stellenbeschreibungen, Arbeitsanweisungen und Dokumentatio­nen für die Anpassung und Änderung von Geschäftsprozessen liegen oft in dieser Form vor“ (Fischer et al. 2006: 64).

Laut Mielke ist diese Art der Beschreibung „... als Freitext ...“ (Mielke 2002: 17) zu verstehen. Bei der „.. Beschreibung von Geschäftsprozessen ... durch einfache Sprache kann man alle Elemente und Verbindungen beschreiben ...“ (Mielke 2002: 55).

Eine textuell-informelle Ausgestaltung des Fallbeispiels könnte folgendermaßen aussehen (siehe Abbildung 1).

Reservierung von Kinoplätzen für Kunden (telefonisch)
durch die Ticket-Hotline

1. Die Ticket-Hotline nimmt den Anruf des Kunden entgegen.
2. Nachdem der Kunde den gewünschten Film genannt hat, prüft die Ticket-Hotline vor­handene freie Plätze.
3. Der Kunde wird anschließend über die freien Plätze von der Ticket-Hotline informiert.
4. Sind keine freien Plätze vorhanden, wird der Reservierungswunsch des Kunden abgelehnt und der Anruf von der Ticket-Hotline beendet.
5. Sollten freie Plätze verfügbar sein, werden von der Ticket-Hotline die Kundendaten auf­genommen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Beispiel einer textuell-informellen Prozessbeschreibung (Arbeitsanweisung)

Häufig sind textuelle Beschreibungen die Grundlage für grafische Modelle (vgl. Stanierowski 2007a: 57).

3.2 Flussorientiert

Ebenfalls zahlreich werden flussorientierte Beschreibungsformen in der Praxis genutzt. Als wichtige Vertreter sind ereignisgesteuerte Prozessketten (EPK), erweiterte ereignisgesteuerte Prozessketten (eEPK) und Programmablauf­pläne (PAP) zu nennen. Aufgrund der hohen Relevanz bei Geschäftsprozessbe­schreibungen, werden stellvertretend für flussorientierte Beschreibungsformen die eEPK näher erläutert (vgl. Fischer et al. 2006: 69).

„Der Ansatz der ereignisgesteuerten Prozessketten (EPK) entstammt der Architek­tur integrierter Informationssysteme (ARIS). Die von Scheer entwickelte Notation verfolgt die Zielsetzung mit einer Referenzarchitektur einen strukturierten Ent­wurfs- und Beschreibungsrahmen für die Entwicklung integrierter Anwendungs­systeme bereitzustellen“ (Mielke 2002: 32 f.).

Bei dieser Beschreibungsform werden die einfache und die erweiterte Version un­terschieden. „Eine einfache EPK enthält die Grundelemente, die zur Darstellung des Prozessablaufes erforderlich sind: Funktionen, Ereignisse, [!] und Verknüp­fungsoperatoren (Regeln). Die erweiterte EPK (eEPK) entsteht durch Hinzufügen weitererModellelemente ...“ (Stanierowski2007: 37).

Die folgende Darstellung (siehe Abbildung 2) zeigt einen Ausschnitt aus einem eEPK bezogen auf das definierte Fallbeispiel.

Der Prozess startet mit dem Ereignis „Kunde möchte Filmvorstellung reservie­ren“. Anschließend wird die erste Funktion „Ticket-Hotline anrufen“ bearbeitet. Hierzu wird die Verantwortlichkeit „Kunde“ ergänzt. Das Ereignis „Kunde mit Ticket-Hotline verbunden“ zeigt den Erfolg der Funktion „Ticket-Hotline anru­fen“. Im weiteren Verlauf wechseln sich Ereignisse und Funktionen stets ab und beschreiben die einzelnen Prozessschritte. Es können auch parallele und optionale Abläufe abgebildet werden. Hierfür stehen die Konnektoren „Und“, „Oder“ und „Exklusives Oder“ zur Auswahl.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Beispiel einer flussorientierten Prozessbeschreibung (eEPK)

3.3 Objektorientiert

„Objektorientierung ist ein grundlegender Ansatz zur Systemmodellierung und -gestaltung, der heute in umfassendem Maße verwendet wird. Das wesentliche Prinzip besteht darin, dass bei der Modellierung bzw. der Systemarchitektur Ob­jekte die Basiskonstrukte bilden. ... Objekte stellen eine Einheit dar, sind gegebe­nenfalls über Beziehungen verbunden und nach außen über Operationen bzw. ent­sprechendes Verhalten sichtbar. Das wesentliche Konzept der Objektorientierung ist die Zusammenfassung bezüglich Struktur und Verhalten gleichartiger Objekte bzw. entsprechender Abstraktionen des Anwendungsbereiches durch Klassen“ (Fink et al. 2005: 129).

[...]

Ende der Leseprobe aus 26 Seiten

Details

Titel
Darstellung, Erläuterung und Bewertung ausgewählter Beschreibungsformen von Geschäftsprozessen anhand eines fiktiven Beispiels
Hochschule
Hamburger Fern-Hochschule
Note
1,7
Autor
Jahr
2011
Seiten
26
Katalognummer
V184834
ISBN (eBook)
9783656100720
ISBN (Buch)
9783656100409
Dateigröße
788 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Auszug aus Bewertung: Herr Kubernus hat in dieser Hausarbeit nachgewiesen, dass er eine fachliche Themenstellung strukturiert und wissenschaftlich gut bearbeiten kann. Es wurden wichtige Inhalte und Einflussfaktoren berücksichtigt. Die Ergebnisse der Arbeit sind praxisrelevant verwertbar. Insgesamt eine gute fachliche und wissenschaftliche Arbeit.
Schlagworte
Geschäftsprozesse;, Beschreibungsformen;, Modellierung;, BPM;, Diagramme;, UML;, EPK;, Subjektorientierung;, textuell-informell, statische Prozesse;, dynamische Prozesse, Objektorientierung, Flussorientierung;, subjektorientiert;, objektorientiert;, flussorientiert;, Kriterien Qualität, Modellierungskriterien, Beurteilung Modellierungsarten, ARIS;, PAP;, eEPK;, PASS;, S-BPM;, SID;, SVD;, UML2;, Arbeitsanweisung;, Prozessbeschreibung;, GPO;, Aktivitätsdiagramm;, Klassendiagramm;, GPM;, Geschäftsprozessmanagement;, Geschäftsprozessbeschreibung;, Auswahlkriterien;, Prozessdefinition;, Prozessinstanz;, Geschäftsabläufe;, Abläufe;, Prozessmodelle;, Modelle;, Praxisbeispiele;, betriebliche Praxis;, Teilprozess;, Fallbeispiel;, grafische Modelle;, ereignisgesteuerte Prozessketten;, erweiterte ereignisgesteuerte Prozessketten;, Programmablaufpläne;, Konnektoren;, Funktion;, Ereignis;, Klassen;, Unified Modeling Language;, Notation;, Softwaresysteme;, Modellierungssprache;, Use-Case-Diagramm;, Anwendungsfalldiagramm, Sequenzdiagramm;, Kontrollfluss;, Schwimmbahnen;, Swimlanes;
Arbeit zitieren
Ralf Kubernus (Autor), 2011, Darstellung, Erläuterung und Bewertung ausgewählter Beschreibungsformen von Geschäftsprozessen anhand eines fiktiven Beispiels, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/184834

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