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Erfahrungen mit einem bankenfreiheitlichen System: das Beispiel Schottland

Titel: Erfahrungen mit einem bankenfreiheitlichen System: das Beispiel Schottland

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2002 , 15 Seiten , Note: 2.0

Autor:in: Christian Zangenberg (Autor:in)

BWL - Wirtschaftspolitik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

In nahezu keinem anderen Bereich der marktwirtschaftlichen Ordnung wird dem Staat auch heute noch so selbstverständlich eine vergleichbar umfassende Regulierungsbefugnis zuerkannt wie in Fragen der Geld- und Währungsordnung1. Die Zentralnotenbanken sind monopolistische Anbieter der gesetzlich zugelassenen Zahlungsmittel, deren Menge diesen Institutionen ebenfalls kontrollieren. Zusätzlich existiert ein System von Geschäftsbanken, die durch Erwerb von Aktiva, z.B. Kredite, das sog. Geschäftsbankengeld schaffen, wobei dieses System der staatlichen Regulierung unterliegt.

Doch dies war nicht immer der Fall und bis Mitte der siebziger Jahre dieses Jahrhunderts wurde die beschriebene Ordnung nicht ernsthaft hinterfragt, da man überzeugt war, dass das Prinzip der freien Konkurrenz im Falle des Geldangebotes versagen würde und lediglich ein staatliches Monopol auf das Angebot die Stabilität der Geldmenge sichert. Das es aber auch anders geht ist Hintergrund dieser Seminararbeit. Der erste Teilabschnitt befasst sich mit den Grundlagen eines bankenfreiheitlichen Systems. Es wird herausgearbeitet, was dieses System beinhaltet und worin die wesentlichen Unterschiede zu der heutigen staatlich regulierten Politik liegen. Im zweiten Abschnitt wird dann das wohl bekannteste bankenfreiheitliche System eines Landes vorgestellt, das System Schottlands. Hierbei wird zunächst die Entwicklung des Systems vorgestellt, um anschließend näher auf die Funktionsweise eingehen zu können. Der Abschnitt drei befasst sich dann mit einer Analyse dieses Systems, seiner Effektivität und warum es schließlich doch durch staatliche Regulierung beendet wurde. Abschließend erfolgt eine Zusammenfassung der einzelnen Teile und die Schlussfolgerung. [...]

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 EINLEITUNG

1.1 GELD- UND WÄHRUNGSORDNUNGEN

1.1.1 NATIONALE GELDORDNUNGEN

1.1.2 INTERNATIONALE WÄHRUNGSORDNUNG

1.2 FORMEN DER WETTBEWERBLICHEN GELDORDNUNG

1.2.1 WÄHRUNGSKONKURRENZ

1.2.2 BANKENFREIHEIT

2 DAS BEISPIEL SCHOTTLAND

2.1 ENTWICKLUNG DES BANKENFREIHEITLICHEN SYSTEMS IN SCHOTTLAND

2.2 FUNKTIONSWEISE

3 ANALYSE DES SCHOTTISCHEN SYSTEMS

3.1 EFFEKTIVITÄT DES SYSTEMS

3.2 VERGLEICH ZWISCHEN SCHOTTLAND UND DEN USA

4 ZUSAMMENFASSUNG UND SCHLUSSBETRACHTUNG

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht das historische Modell des bankenfreiheitlichen Systems in Schottland, um die Effektivität einer unregulierten Geldordnung gegenüber staatlichen Zentralbanksystemen zu analysieren. Dabei wird der Frage nachgegangen, inwieweit Wettbewerb im Bankensektor und bei der Notenemission für Stabilität und Vertrauen sorgen kann.

  • Grundlagen unterschiedlicher Geld- und Währungsordnungen
  • Strukturmerkmale und historische Entwicklung der schottischen Bankenfreiheit
  • Analyse der Funktionsweise und Effektivität des schottischen Modells
  • Vergleich mit der kurzen Periode bankenfreiheitlicher Ansätze in den USA

Auszug aus dem Buch

2.2 Funktionsweise

Im wesentlichen war die Aufnahme und Ausübung eines Notenausgabegeschäfts während der Periode den Bankenfreiheit in Schottland nur durch zwei gesetzliche Vorschriften geregelt: Banknoten mussten bei Vorlage vom Emittenten zum Nennwert in staatlich geprägte Goldmünzen eingelöst werden und die Ausgabe von Banknoten mit einem Nennwert von weniger als 20 shilling war untersagt.

Somit konnte jeder, der einigermaßen Geld besaß, eine Privatbank eröffnen und sich auf dem Geldmarkt mit seinen eigenen Notenemissionen betätigen.

Für den Markt bedeutet dies einen Konkurrenzkampf der einzelnen Banken um den höchsten Marktanteil an Banknoten. Jede Bank versuchte möglichst viele Kunden mit den eigenen Noten zu versorgen und so Wettbewerber aus dem Markt zu drängen.

Zusammenfassung der Kapitel

1 EINLEITUNG: Die Einleitung führt in die Problematik staatlicher Geldmonopole ein und erläutert den Aufbau der Untersuchung, die sich den Grundlagen und der historischen Analyse des schottischen Systems widmet.

1.1 GELD- UND WÄHRUNGSORDNUNGEN: Dieser Abschnitt klassifiziert verschiedene nationale und internationale Geldsysteme und grenzt zentralverwaltungswirtschaftliche von wettbewerblichen Ansätzen ab.

1.1.1 NATIONALE GELDORDNUNGEN: Hier werden unterschiedliche Geldordnungen wie das 100%-Geld-System und das Bruchteilreserve-System beschrieben.

1.1.2 INTERNATIONALE WÄHRUNGSORDNUNG: Es wird der Unterschied zwischen staatlich fixierten Wechselkursen und marktwirtschaftlichen, frei austauschbaren Währungen erläutert.

1.2 FORMEN DER WETTBEWERBLICHEN GELDORDNUNG: Dieser Teil differenziert zwischen den Konzepten der Währungskonkurrenz und der Bankenfreiheit.

1.2.1 WÄHRUNGSKONKURRENZ: Es werden die theoretischen Ansätze von F.A. von Hayek zur Aufhebung staatlicher Geldmonopole dargestellt.

1.2.2 BANKENFREIHEIT: Die Bankenfreiheit wird als praktizierte Form der wettbewerblichen Geldordnung definiert, bei der Banken Noten emittieren dürfen.

2 DAS BEISPIEL SCHOTTLAND: Das Kapitel führt in das historische Modell Schottlands als eines der längsten bankenfreiheitlichen Systeme der Geschichte ein.

2.1 ENTWICKLUNG DES BANKENFREIHEITLICHEN SYSTEMS IN SCHOTTLAND: Hier wird der Zeitraum von 1716 bis 1844 beleuchtet, inklusive der Krisen und des Vertrauens der Bevölkerung in die schottischen Banken.

2.2 FUNKTIONSWEISE: Es wird erklärt, wie der Wettbewerb und Mechanismen wie das Clearing-System die Stabilität des Systems sicherten.

3 ANALYSE DES SCHOTTISCHEN SYSTEMS: Die Effektivität wird anhand von Strukturmerkmalen wie Eigenkapitalausstattung und Noten-Clearing bewertet.

3.1 EFFEKTIVITÄT DES SYSTEMS: Durch den Vergleich von Insolvenzzahlen wird die Stabilität des schottischen Systems gegenüber England belegt.

3.2 VERGLEICH ZWISCHEN SCHOTTLAND UND DEN USA: Es wird aufgezeigt, dass die US-amerikanische Periode der Bankenfreiheit stärker durch staatliche Regulierungen geprägt war als die schottische.

4 ZUSAMMENFASSUNG UND SCHLUSSBETRACHTUNG: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und stellt fest, dass die Diskussion um die Effizienz der verschiedenen Systeme trotz des Sieges der staatlichen Zentralbanken fortbesteht.

Schlüsselwörter

Bankenfreiheit, Schottland, Währungskonkurrenz, Geldordnung, Notenbank, Zentralbank, Clearing-System, Free Banking, Wettbewerb, Finanzgeschichte, Geldmonopol, Stabilität, Währungspolitik, Notenemission, Bankwesen

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das historische Phänomen des bankenfreiheitlichen Systems in Schottland und analysiert dessen Funktionsweise und Stabilität im Vergleich zu staatlich regulierten Systemen.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die zentralen Themen umfassen die Grundlagen von Geldordnungen, den Unterschied zwischen Währungskonkurrenz und Bankenfreiheit sowie die empirische Analyse historischer Beispiele.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, herauszuarbeiten, ob eine freie Konkurrenz im Banken- und Notenemissionssektor eine stabile Alternative zum staatlichen Zentralbankmonopol darstellen kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine historisch-analytische Methode angewandt, die auf Fachliteratur und historischen Daten zu Bankenkrisen und regulatorischen Rahmenbedingungen basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretischen Grundlagen, eine detaillierte Beschreibung des schottischen Modells inklusive dessen Funktionsweise sowie einen Vergleich mit dem amerikanischen Bankensystem.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Bankenfreiheit, Free Banking, Wettbewerb, Stabilität, Notenbank und Geldordnung charakterisieren.

Warum war das schottische Clearing-System so wichtig?

Das Clearing-System ermöglichte den reibungslosen Austausch von Noten verschiedener Banken, was das Vertrauen der Bevölkerung stärkte und den Banken half, ihre Noten länger im Umlauf zu halten.

Was war der Hauptgrund für das Ende des schottischen Modells?

Das System endete nicht durch ein Scheitern am Markt, sondern durch politische Eingriffe wie die "Peel's Bank Acts", die das Emissionsmonopol auf die Bank of England übertrugen.

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Details

Titel
Erfahrungen mit einem bankenfreiheitlichen System: das Beispiel Schottland
Hochschule
Universität Osnabrück
Veranstaltung
Seminar
Note
2.0
Autor
Christian Zangenberg (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2002
Seiten
15
Katalognummer
V18483
ISBN (eBook)
9783638228190
ISBN (Buch)
9783656208808
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Erfahrungen System Beispiel Schottland Seminar
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Christian Zangenberg (Autor:in), 2002, Erfahrungen mit einem bankenfreiheitlichen System: das Beispiel Schottland, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/18483
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Leseprobe aus  15  Seiten
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