In unserem Sprachsystem finden wir eine große Anzahl von Beziehungen zwischen den Wörtern bzw. ihren Bedeutungen. Man spricht hier von semantischen Relationen. Die Lexeme können sich demnach gleichen oder entgegengesetzt sein, einander über- oder untergeordnet sein usw. Diese Art von Beziehungen nennt man Synonymie, Antonymie, Hyperonymie und Hyponymie. Es gibt aber selbstverständlich noch viele andere Möglichkeiten, wie zwei Wortbedeutungen zueinanderstehen können. Es ist jedoch nicht immer eindeutig, in welche Kategorie die jeweilige Lexeme einzuordnen sind. Der von mir studierte Korpus umfasst die Artikel „Dunkles Treiben – Zecken gehen nachts einen trinken“ aus dem Spiegel Online1 und „Gar nicht so witzig“ aus dem Focus2. Für meine Analyse habe ich folgende Wörter ausgewählt: „die Zecke“, „der Holzbock“, „Ixodes ricinus“, „der Blutsauger“, „der Vampir“, „der Parasit“, „das Spinnentier“, „das Tier“, „der Achtbeiner“. Im folgenden soll versucht werden die semantische Beziehung zwischen den Lexemen herauszustellen. Es wird bereits deutlich, dass diese Substantive in einem hierarchischen Verhältnis zueinander stehen. Sie sind demzufolge einander untergeordnet oder übergeordnet. Es besteht also eine hyponyme bzw. hyperonyme Beziehung. Auf dieses Phänomen werde ich später noch genauer eingehen. Diese Hausarbeit wird sich demzufolge mit der Synonymie, der Hyperonymie und der Hyponymie beschäftigen. [...]
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Begriffsklärung Synonymie
3. Defintionen Hyperonym und Hyponym
4. Lexemanalyse
5. Schlussbemerkung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die semantischen Relationen zwischen verschiedenen Lexemen, die sich auf das Phänomen der Zecke beziehen, um deren hierarchische Anordnung sowie synonyme Zusammenhänge innerhalb eines festgelegten Medien-Korpus zu bestimmen.
- Analyse semantischer Relationen wie Synonymie, Hyperonymie und Hyponymie
- Untersuchung von Denotation und Konnotation bei fachsprachlichen Begriffen
- Erarbeitung einer hierarchischen Gliederung ausgewählter Substantive
- Vergleich von Lexem-Definitionen aus Wörterbüchern mit dem Sprachgebrauch in Medientexten
Auszug aus dem Buch
4. Lexemanalyse
„Im FSME-Hochrisikogebiet Passau haben Forscher herausgefunden, dass sich die Viren in der Zecke schon rasant vermehren, während sie Blut saugt.“ (Focus)
Im Wahrig wird für die Zecke folgende Defintion angegeben: Angehörige einer Familie kleiner, schmarotzender Milben: Ixodei [ Aus dieser Beschreibung wird deutlich, dass die Zecke zur Familie der Milben gehört und ihr also untergeordnet ist. Das Hyponym Zecke impliziert das Hyperonym Milbe. Das bedeutet, dass die Zecke automatisch alle Eigenschaften der Milbe aufweist, aber die Milbe nicht alle Eigenschaften der Zecke. Für die Zecke wird zum Beispiel als spezifisches Charakteristikum „kneifen und zwicken“ angegeben. Die Milbe hingegen zeichnet sich nicht durch diese Merkmale aus. Denn eine Milbe kann auch ein Hausstaubmilbe sein, die nicht zwickt und nicht kneift. Aus diesem Grund besteht auch keine reine Synonymie zwischen den Bedeutungseinheiten. Da sie sich zwar ähneln, aber nicht deckungsgleich sind. Man kann also in diesem Fall behaupten, dass die Zecke sich quasisynonym zur Milbe verhält und umgekehrt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in das Thema der semantischen Relationen und Vorstellung des untersuchten Textkorpus aus Medienberichten.
2. Begriffsklärung Synonymie: Definition des Begriffs Synonymie auf Basis verschiedener Wörterbücher sowie Erläuterung des Konzepts der Quasisynonyme.
3. Defintionen Hyperonym und Hyponym: Theoretische Abgrenzung der Begriffe Hyperonym und Hyponym als hierarchische Ordnungsprinzipien.
4. Lexemanalyse: Praktische Untersuchung und Klassifizierung der ausgewählten Begriffe unter Anwendung semantischer Kriterien wie Konnotation und Denotation.
5. Schlussbemerkung: Fazit über die Komplexität semantischer Relationen und die Bedeutung der Konnotation für die Sinnverwandtschaft.
Schlüsselwörter
Semantische Relationen, Synonymie, Hyperonymie, Hyponymie, Lexemanalyse, Quasisynonyme, Denotation, Konnotation, Polysemie, Zecke, Holzbock, Parasit, Sprachwissenschaft
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der linguistischen Untersuchung von Wortbeziehungen, insbesondere von Begriffen, die im Kontext von Zecken in Medientexten verwendet werden.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Fokus stehen die theoretischen Konzepte der Synonymie, Hyperonymie und Hyponymie sowie deren praktische Anwendung auf ein konkretes Textkorpus.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die semantischen Bezüge und die hierarchische Gliederung zwischen verschiedenen, teilweise synonym verwendeten Lexemen offenzulegen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine lexikalische Analyse durchgeführt, bei der Wörterbuchdefinitionen mit der Verwendung der Begriffe in journalistischen Artikeln abgeglichen werden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil widmet sich der detaillierten Analyse spezifischer Lexeme wie „Zecke“, „Holzbock“, „Vampir“ und „Parasit“, inklusive der Untersuchung ihrer konnotativen Bedeutungen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Semantische Relationen, Synonymie, Hyperonymie, Hyponymie, Lexemanalyse und Konnotation.
Warum wird der Begriff „Blutsauger“ im Text analysiert?
Der Begriff dient als Beispiel dafür, wie ursprünglich nicht bedeutungsähnliche Wörter aufgrund von Konnotationen in einen synonymen Kontext zur Zecke gebracht werden.
Welche Rolle spielt das Konzept der „Konnotation“ bei der Analyse?
Die Konnotation ermöglicht es, Sinnverwandtschaften zwischen Lexemen zu erkennen, die über eine reine denotative Bedeutung hinausgehen, wie es bei der Bezeichnung der Zecke als „Minivampir“ der Fall ist.
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- Andrea Krumnow (Author), 2003, Semantische Relationen: Synonymie, Hyperonymie, Hyponymie, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/18487