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Die Französische Revolution, die Russische Revolution und der Arabische Frühling. Voraussetzungen und Gründe

Ein historischer Vergleich

Titel: Die Französische Revolution, die Russische Revolution und der Arabische Frühling. Voraussetzungen und Gründe

Referat / Aufsatz (Schule) , 2011 , 24 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Finn-Ole Wulf (Autor:in)

Geschichte Europas - Neuzeit, Absolutismus, Industrialisierung
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Zusammenfassung Leseprobe Details

In meiner Arbeit „Die Französische Revolution, die Russische Revolution und der
Arabische Frühling – ein historischer Vergleich, im Hinblick auf Voraussetzungen und Gründe einer politischen Revolution“ möchte ich die genannten Ereignisse auf ihre Umstände, die letzten Endes allesamt in einer Revolution mündeten, untersuchen. Basierend auf Gemeinsamkeiten und Unterschieden der einzelnen Revolutionen werde ich versuchen, generelle und historisch unabhängige Bedingungen herauszustellen.

Nach den Protesten in den Staaten des Maghreb und des Nahen Ostens, die Ende 2010 durch die Jasmin-Revolution in Tunesien ihren Anfang nahmen, begann eine neue Zeitrechnung. Vor den Umstürzen der autoritären Regimes in Tunesien und Ägypten und den anhaltenden Protesten in Libyen und Syrien galt die arabische Welt als reformunfähig und politisch rückständig. Das Aufbegehren der zumeist jungen Bevölkerung gegen eine starre Gesellschaftsform sowie korrupte und dekadente Eliten weist Parallelen zu den bürgerlichen Revolutionen des 18. und 19. Jahrhunderts auf. So wie in den europäischen Revolutionen für die Elemente unserer Gesellschaft gekämpft wurde, um Kapitalismus, liberale Gesellschaft, Rechtsstaatlichkeit und Demokratie, so ringt die arabische Welt heute um den Anschluss das 21. Jahrhundert, mit eben jenen Elementen. So überraschend und teilweise auch erfolgreich die Proteste des Arabischen Frühling verliefen, so schlüssig und offensichtlich sind deren Gründe. Der Ruf nach gerecht verteiltem Wohlstand, politischer Teilhabe und Freiheit ist unabhängig von Kultur und Zeit universell für jede Gesellschaft.

Diese Erkenntnis, dass ein Auflehnen der Bevölkerung in allen Gesellschaften möglich ist, führte mich zu der Frage welche Faktoren zu einer Revolution führen und ob diese frühzeitig erkannt werden können. Ausgehend von dieser Frage möchte ich auch noch einen Ausblick darauf geben, welche Regionen und Länder durch revolutionsbedingende Umstände gefährdet sind, angesichts der Tatsache, dass mehr als ein Drittel der Weltbevölkerung in autoritären Regimes leben. Die Arbeit soll dazu dienen, herauszufinden ob Länder wie beispielsweise die VR China politische Reformen durchführen müssen, oder ob das System der beiden Staaten, dass fast ausschließlich auf ökonomische Reformen setzt, weiter für die Zukunft tragfähig ist.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Vorwort

2. Einleitung

3. Vorrevolutionäre Umstände der Revolutionen

3.1. Aufklärung und gesellschaftliche Disparitäten, die Ursachen für die Französische Revolution

3.2. Erster Weltkrieg sowie soziale und ökonomische Probleme als Gründe für die Russische Revolution

3.3. Ernährungskrise, Perspektivlosigkeit breiter Bevölkerungsschichten und totalitäre Regimes – Voraussetzungen für den Arabischen Frühling

4. Gemeinsamkeiten und Unterschiede

4.1. Revolutionen, in ihrer Epoche isoliert zu betrachtende Phänomene?

4.2. Gibt es, historisch gesehen, den „idealen Nährboden“, für den Umsturz einer Gesellschaft?

5. Lassen sich politische Revolutionen voraussagen?

5.1. Ökonomische Indikatoren

5.2. Politische und gesellschaftliche Indikatoren

6. Revolutionen im 21. Jahrhundert

6.1. Beispiel: VR China

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht historisch die Voraussetzungen und Gründe der Französischen Revolution, der Russischen Revolution sowie des Arabischen Frühlings, um generelle, historisch unabhängige Bedingungen für politische Revolutionen zu identifizieren und die aktuelle Stabilität der Volksrepublik China vor diesem Hintergrund einzuschätzen.

  • Historischer Vergleich sozioökonomischer und politischer Krisenfaktoren
  • Analyse der Rolle von Aufklärung, Internet und sozialen Netzwerken bei der Mobilisierung
  • Untersuchung der Bedeutung ökonomischer Indikatoren (Hunger, Armut, Ungleichheit)
  • Bewertung der Legitimation autoritärer Herrschaftssysteme
  • Analyse des Revolutionspotenzials in der heutigen VR China

Auszug aus dem Buch

3. Vorrevolutionäre Umstände der Revolutionen

Im 18. Jahrhundert erlebte Frankreich, u.a. bedingt durch die Wirtschaftspolitik des Merkantilismus´, einen für die damalige Zeit normalen wirtschaftlichen Aufschwung. In den 1760er und 70er Jahren stiegen die Preise v.a. für landwirtschaftliche Produkte wie Weizen und Roggen. Ein Preisindex, ermittelt aus den Durchschnittspreisen von 1726-1741 für 24 Lebensmittel und Handelsgüter, stieg in der Periode von 1771-1789 um 45 Prozent. Die Jahre 1785 bis 1789 machten mit 65 Prozent den Höhepunkt der Teuerung aus.4 Der Preisanstieg war u.a. auf die Liberalisierung der Getreidemärkte zurückzuführen, die Getreidespekulation zur Folge hatte.5 Die einfachen Bauern und die Erntehelfer profitierten jedoch von den hohen Preisen nicht, im Gegensatz zu den marktorientierten Großbetrieben, denn die Löhne blieben hinter den Teuerungen zurück, was zu Reallohnverlusten bei weiten Teilen der Landbevölkerung führte.

Zudem befand sich die französische Gesellschaft in der Zeit vor der Revolution im Umbruch. Diese starre Ständegesellschaft war geprägt davon, dass man durch Geburt an einen der drei Stände, den Klerus, den Adel und den dritten Stand, dem Bauern, Tagelöhner und das städtische Bürgertum angehörten, gebunden war. Zwischen diesen Ständen gab es erhebliche soziale und wirtschaftliche Disparitäten. Die Verteilung von Grundbesitz war höchst ungleich verteilt, so besaß der Adel (1,3% der Bevölkerung) 30%, der Klerus 10% und die Bauern 30% des Bodens. Allerdings fällt auf, dass das aufstrebende Bürgertum aus den Städten durch Landkäufe bereits ebenfalls 30% des Grundbesitzes besaß.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Vorwort: Der Autor stellt das Ziel vor, durch einen historischen Vergleich der drei Revolutionen allgemeine Bedingungsfaktoren für Umstürze herauszuarbeiten.

2. Einleitung: Hier wird die Forschungsfrage definiert, Revolutionen von Aufständen abzugrenzen und messbare Ursachenkataloge für zukünftige Stabilitätsanalysen zu erstellen.

3. Vorrevolutionäre Umstände der Revolutionen: Dieses Kapitel analysiert detailliert die sozioökonomischen Missstände und politischen Spannungen in Frankreich, Russland und den arabischen Staaten vor ihren jeweiligen Revolutionen.

4. Gemeinsamkeiten und Unterschiede: Der Autor vergleicht die Trägergruppen und Voraussetzungen und stellt fest, dass trotz unterschiedlicher Akteure die strukturellen Ursachen der Revolutionen weitgehend kongruent sind.

5. Lassen sich politische Revolutionen voraussagen?: Es werden ökonomische und politische Indikatoren wie Armut, Korruption und Demokratiedefizite vorgestellt, die ein erhöhtes Revolutionsrisiko anzeigen können.

6. Revolutionen im 21. Jahrhundert: Am Beispiel der Volksrepublik China wird aufgezeigt, wie aktuelle soziale Disparitäten und wirtschaftliche Risiken das System der KP unter Druck setzen.

Schlüsselwörter

Französische Revolution, Russische Revolution, Arabischer Frühling, Politische Revolution, Soziale Disparitäten, Aufklärung, Armut, Korruption, Legitimation, Indikatoren, VR China, Wirtschaftsaufschwung, Transformation, Soziale Netzwerke, Reformfähigkeit

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht historisch die Voraussetzungen für politische Revolutionen am Beispiel Frankreichs, Russlands und der arabischen Welt, um daraus Rückschlüsse auf das Stabilitätspotenzial moderner autoritärer Staaten zu ziehen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die Schwerpunkte liegen auf sozioökonomischen Ungleichheiten, der Versorgungskrise mit Grundnahrungsmitteln, dem Verlust der Legitimation durch autoritäre Herrschaft und der Rolle neuer Medien bei der Mobilisierung.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, einen Ursachenkatalog für den Ausbruch politischer Revolutionen zu erstellen, um damit zu prüfen, ob die Volksrepublik China aktuell eine reale Gefährdung für einen gesellschaftlichen Umbruch aufweist.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um einen komparativen historischen Vergleich. Der Autor stützt sich dabei auf Sekundärliteratur zu den historischen Ereignissen sowie auf aktuelle ökonomische Indikatoren und Korruptionsindizes.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert die vorrevolutionären Bedingungen in den drei Vergleichsfällen, diskutiert Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Akteure und entwickelt Instrumente zur Analyse der Systemstabilität.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind politische Revolution, soziale Disparitäten, Legitimation, ökonomische Indikatoren und gesellschaftliche Transformation im Kontext autoritärer Systeme.

Warum betrachtet der Autor speziell die VR China?

China wird gewählt, weil es einerseits ein bedeutendes autoritäres Regime ist und andererseits eine globale wirtschaftliche Relevanz besitzt, weshalb politische Instabilität dort gravierende internationale Folgen hätte.

Welche Rolle spielen soziale Medien laut der Analyse?

Soziale Medien werden als Katalysatoren identifiziert, die einerseits zur digitalen Vernetzung von Protestbewegungen beitragen und andererseits durch die Sichtbarmachung staatlicher Gewalt den Druck auf Regime und westliche Verbündete erhöhen.

Ende der Leseprobe aus 24 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die Französische Revolution, die Russische Revolution und der Arabische Frühling. Voraussetzungen und Gründe
Untertitel
Ein historischer Vergleich
Hochschule
Helene-Lange-Gymnasium Rendsburg
Note
1,0
Autor
Finn-Ole Wulf (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2011
Seiten
24
Katalognummer
V184901
ISBN (eBook)
9783656123231
ISBN (Buch)
9783656132356
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Revolutionen Arabischer Frühling Historischer Vergleich Revolution Umsturz
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Finn-Ole Wulf (Autor:in), 2011, Die Französische Revolution, die Russische Revolution und der Arabische Frühling. Voraussetzungen und Gründe, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/184901
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Leseprobe aus  24  Seiten
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