Rupert Murdoch. Leben, Motive und Handlungsweisen


Seminararbeit, 2001

19 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die frühen Jahre
2.1. Elternhaus
2.2. Geelong Grammar School
2.3. Studium in Oxford
2.4. Tod von Sir Keith Murdoch

3. Der Weg an die Spitze
3.1. Die Expansion
3.2. Die Schlacht von Wapping

4. Die große Krise

5. Rupert Murdoch heute

6. Charaktereigenschaften

7. Führungseigenschaften

8. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Viele besonders erfolgreiche Manager werden zu Volkshelden. Sie schreiben Bücher und setzen sich auch manchmal für wohltätige Zwecke ein. Sie sind zugänglich – nicht direkt gewöhnlich, doch einigermaßen normal. Einige wenige werden sogar für ihre herausragenden Leistungen verehrt.

Andere jedoch haben die Grenzen des Zulässigen überschritten und gelten nicht mehr als akzeptable Zeitgenossen. Doch so viel Zweifel, Mißtrauen und offene Abneigungen diesen Charakteren auch entgegenschlagen mögen: ihre Erfolge sprechen für sich.

Rupert Murdoch gehört zweifellos der zuletzt genannten Gruppe an. Sein Vorgehen wird vielerorts mit großem Mißtrauen verfolgt, und manch einer empfindet bei der Nennung seines Namens sogar Angst oder Abscheu. Andere preisen sein geschäftliches Durchsetzungsvermögen und den Erfolg seines globalen Medienimperiums.

Rupert Murdoch, ein „global player“, vielleicht wichtiger als all die anderen.

Rupert Murdoch, ein Medienmogul, Pressezar oder Tycoon oder wie auch immer die alten Namen für mächtige Herrscher lauten.

Er zählt zu jenen Männern, über die sich fast jeder eine Meinung gebildet hat, er ist einer der bekanntesten Unternehmer der Welt, wenn nicht sogar der Bekannteste.

Viele Bezeichnungen begleiten den Namen Murdoch: „Dämon“, „Schmutzgräber“, „schleimiger Charakter“ oder „Gefahr für die Demokratie“.

Der Kolumnist Mike Royko beschrieb ihn in bunter Sprache als „einen gierigen, Geld scheffelnden, machthungrigen, vom Status besessenen, miesen Kerl“[1] während die britische Zeitung Independent on Sunday gar schrieb: „Im letzten Jahrhundert wäre er einer der amerikanischen Gangsterbosse gewesen.“[2]

Für einen Medienzaren hat Rupert Murdoch eine auffallend schlechte Presse. (Wenigstens ein paar Worte zu seiner Verteidigung fand der Bürgermeister von Los Angeles, Richard Riordan, der ihn als „einen sehr wertvollen Menschen“[3] bezeichnete).

Diese Dokumentation will nun versuchen, den Aufstieg Rupert Murdochs und seines Unternehmenskonglomerates NewsCorp transparent zu machen. Es geht darum, sein Leben darzustellen um seine Motive und Handlungsweisen zu verstehen. Vielleicht kann man dann sogar ahnen, was er in der Zukunft tun wird.

2. Die frühen Jahre

2.1 Elternhaus

Keith Rupert Murdoch wurde am 11. März 1931 auf der Cruden Farm in Langwarrin, eine halbe Stunde von Melbourne entfernt, geboren. Er hatte keine Geschwister und wuchs somit als Einzelkind auf.

Seine Mutter Elisabeth (geb. Greene) wurde 1909 in Melbourne geboren. 1963 wurde sie von der englischen Königin für ihre karitative Arbeit geadelt. Man sagt ihr nach, daß Rupert von ihr seine psychische Stärke und seinen unbeugsamen Willen erhalten hatte.

Seinem Vater Keith Murdoch, geb. 1886 und Sohn strenger calvinistisch-presbyterianischer schottischer Einwanderer, schien keine besondere Zukunft versprochen. Er war schüchtern und wurde von einem schrecklichen Stottern gequält. Aber er verfügte über ein besonderes Talent, vielleicht in Kompensation für seine Behinderung in der mündlichen Rede: er konnte schreiben. Mit siebzehn begann er eine vielversprechende Karriere als Reporter beim Melbourner Age. Er konnte sogar so gut schreiben, daß er 1921 letztendlich Chefredakteur des vor sich hindümpelnden Melbourner Herald wurde. In den nächsten Jahren gelang es ihm, den Herald in Australiens bestgehendste und einflußreichste Zeitung zu verwandeln. Er war 35 und auf dem besten Wege, aus dieser Position seine eigene australische Zeitungsgruppe News Limited zu gründen. Keith Murdoch war letztendlich für Australien das, was sein Sohn heute vielleicht für die globalisierte Welt geworden ist: ein ungemein mächtiger Medienzar.

Einer der Schlüssel für Rupert Murdochs erstaunlichen Erfolg könnte sein fast schon krankhafter Ehrgeiz sein, die bemerkenswerten journalistischen und finanziellen Erfolge seines Vaters zu erreichen und in den Schatten stellen zu wollen. Hat sein Vater nicht tatsächlich öffentlich (und nicht „nur“ privat) Zweifel an Ruperts Fähigkeiten geäußert?! Gesehen haben soll Rupert in seiner Jugend nur wenig von seinem Vater. Er war ein rastloser Journalist, der praktisch nie zuhause war. Und war er dies einmal, so konnte sich Rupert Murdoch an einen herrischen und einschüchternden Mann erinnern, der nie zufriedengestellt werden konnte und der auch nie verhehlte, wie wenig er von den Fähigkeiten seines Sohnes hielt. Rupert Murdoch hatte, wie schon erwähnt, keine Geschwister und wuchs daher als Einzelkind auf, was die hohen Erwartungen an ihn natürlich nicht gerade schmälerte.

2.2 Geelong Grammar School

Im Alter von 10 Jahren wurde der junge Rupert von seinem Vater auf das prestigeträchtige Internat „Geelong Grammar School“ befohlen.

Hier waren strenge und drillartige Erziehungsmethoden ebenso an der Tagesordnung wie grausame Unterwerfungsrituale. Kann man da erwarten, daß diese bei einem Kind und späteren Jugendlichen die besten Seiten zur Geltung bringen würden?

Schenkt man den Erinnerungen seiner Mitschüler Glauben, so war Rupert alles andere als beliebt, was aber auch an seinem Vater lag: Der hatte seine Machtstellung innerhalb der publizistischen Öffentlichkeit Australiens während der Jahre des 2. Weltkrieges weidlich ausgenutzt, um eine Art privaten Feldzug gegen den Kommunismus zu führen. Ruperts Mitschüler, in diesen Jahren allesamt junge links-liberale Idealisten, erinnern sich nur an seine Unreife und sein eher unangenehmes Auftreten und daran, daß sie ihn für seinen unter ihnen verhaßten Vater noch extra leiden ließen. Was blieb Rupert da anderes übrig, als in jeder Hinsicht zu seinem Vater in Opposition zu gehen und deshalb einer der führenden Linksradikalen seiner Schulen zu werden? Der junge Rupert lernte also schon von Anfang an, daß es von großen Vorteil sein kann, sein „Fähnchen in den Wind zu hängen“.

Seine Mitschüler beschrieben ihn weiterhin als einen jungen Mann voller Unsicherheit, in panischer Angst vor dem übermächtigen Vater, immer in Furcht, seinen enormen Ansprüchen nicht gerecht werden zu können. Selbst von kleinen Schwindeleien ist die Rede, erschwindelten Leistungen Ruperts, nur um ein wenig Anerkennung vom Vater zu ergattern.

Natürlich erfolglos. Sir Keith Murdoch konnte nicht zufriedengestellt werden. Manche seiner Mitschüler von damals sehen den heutigen Rupert Murdoch als eine Schöpfung dieser schwierigen Vater-Sohn-Beziehung. Ruperts einzige Triebfeder zu dieser Zeit war wohl einzig und allein das Anerkennungsbedürfnis, denn er war bis hier ein Mensch ohne echte Überzeugungen.

2.3 Studium in Oxford

1949 wird Rupert Murdoch Student der Politik und Nationalökonomie in Oxford. Er hätte zwar viel lieber für die Zeitungen seines Vaters gearbeitet, um nach seinen Worten die Welt zu verändern, doch dieser befahl in förmlich zum Studium. Die Welt hat Rupert Murdoch dann später noch verändert, oder jedenfalls kräftig an ihrer Veränderung im Zeitalter globaler Medienverbünde mitgearbeitet.

In Oxford schien sich für Rupert Murdoch zu wiederholen, was bereits auf seinem Internat galt: Er war wieder ein Außenseiter, und er tat alles, um Aufmerksamkeit zu bekommen und akzeptiert zu werden. Sein Vater war zwar ein bekannter und einflußreicher Mann in Australien, doch was war schon der Sohn eines australischen Zeitungstypen im snobistischen Oxford? Rupert Murdoch griff nach den Erzählungen seiner ehemaligen Kommilitonen erneut zu seiner schon im Internat Geelong praktizierten Masche: Er machte sich interessant mit der Rolle des radikalen Rebellen. Doch er tat dies unglaubwürdiger denn je und war schon bald als Salon-Linker und Party-Radikaler verschrieen.

Kein Wunder, daß Sir Keith Murdoch den Eindruck gewinnen mußte, daß die Verbannung seines Sohnes nach Oxford bei Rupert keinerlei Früchte zeigte. Seine akademischen Leistungen nach zwei Jahren waren niederschmetternd, und seine Persönlichkeitsentwicklung zeigte keinerlei nennenswerten Zuwachs an Reife.

Bei einem Besuch 1951 waren seine Eltern schon fast entschlossen, ihren Sohn kurzerhand wieder nach Australien mitzunehmen. Es blieb wohl einer Standpauke der Mutter zu verdanken, daß er in Oxford blieb. Sein Vater „strafte“ ihn mit einem Sommerpraktikum bei der Birminghamer Gazette. Dies und ein Sondertutorium bei einem jungen aufstrebenden Professor namens Asa Briggs, das sein Vater ihm „vermittelte“, leiteten endlich einen Reifezuwachs bei Rupert Murdoch ein. Endlich schienen sich die Investitionen seines Vaters zu lohnen.

[...]


[1] Crainer, Stuart: „Die Rupert Murdoch Methode“, S. 16

[2] ebda., S. 17
1 Crainer, Stuart: „Die Rupert Murdoch Methode“, S. 17

Ende der Leseprobe aus 19 Seiten

Details

Titel
Rupert Murdoch. Leben, Motive und Handlungsweisen
Hochschule
Hochschule Aschaffenburg  (FB Wirtschaftswissenschaften)
Veranstaltung
Seminar Unternehmensführung
Note
1,3
Autor
Jahr
2001
Seiten
19
Katalognummer
V18498
ISBN (eBook)
9783638228329
ISBN (Buch)
9783656447573
Dateigröße
457 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Schlagworte
Rupert, Murdoch, Seminar, Unternehmensführung
Arbeit zitieren
Diplom-Betriebswirt (FH) Alexander Hörr (Autor:in), 2001, Rupert Murdoch. Leben, Motive und Handlungsweisen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/18498

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