Die Einführung des NPM in die öffentlichen Verwaltungen Europas soll zu einer Erhöhung der Effektivität, der Effizienz sowie der Qualität des Verwaltungshandelns führen.Der Grundstein zur Einführung des NPM wurde in der Stadt Tilburg gelegt, in welcher sich die Einführung und Weiterentwicklung in Gang gesetzt hat. Dort wurde bereits 1986 die Umstellung von der Kameralistik auf die doppische Buchführung (Doppik) vorgenommen.
In Deutschland ist diese Reformbewegung im öffentlichen Sektor eher unter der Bezeichnung des Neuen Steuerungsmodells (NSM) bekannt. Gerade in Bezug auf das öffentliche Rechnungswesen findet seit Anfang der 1990er Jahre ein „fundamentaler Umbruch“ in der BRD statt. „Generell geht es um eine Neuorientierung des Haushaltsund
Rechnungswesens öffentlicher Verwaltungen hin zu einem die tatsächlichen Verhältnisse erfassenden Ressourcenverbrauchskonzept einschließlich einer outputorientierten Budgetierung.“ Durch die Einführung des NSM in die öffentlichen Verwaltungen Deutschlands wurden erstmals in großem Umfang betriebswirtschaftliche Elemente in die öffentliche Verwaltung eingebracht wie bspw. Budgetierung, Controlling oder Kontraktmanagement. Dies erhöht die Transparenz in der Finanzierung der öffentlichen Verwaltung. Solche betriebswirtschaftlichen Elemente sind unter anderem
- die Verantwortungsabgrenzung zwischen dem Rat und der Verwaltung,
- das Kontraktmanagement,
- die dezentrale Ressourcenverantwortung sowie
- das Qualitätsmanagement.
Die folgenden Ausführungen beziehen sich insbesondere auf die Steuerung über Zielvereinbarungen (z.B. in Form des Kontraktmanagements) sowie auf die dezentrale Ressourcenverantwortung
in Form von Globalbudgets. Im Anschluss erfolgt eine Betrachtung,
wie durch die Verknüpfung dieser Instrumente eine Erhöhung der Effektivität, der Effizienz sowie der Qualität des Verwaltungshandelns erreicht werden könnte. Abschließend
wird kritisch Stellung zur Umsetzung in der Praxis genommen.
Inhaltsverzeichnis der Arbeit
1 Einleitung
2 Steuern über Zielvereinbarungen
3 Globalbudget
4. Steigerung der Effizienz, der Effektivität und der Qualität des Verwaltungshandelns durch die Einführung betriebswirtschaftlicher Elemente
5. Umsetzung des NPM in der öffentlichen Verwaltungspraxis
5.1 Anforderungen an die Verwaltungen zur Umsetzung des NPM
5.2 Controlling- und Anreizsystem
6. Entwicklungen bei der Einführung des NPM in die öffentlichen Verwaltungen
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht die Einführung betriebswirtschaftlicher Instrumente des New Public Managements (NPM), wie Zielvereinbarungen und Globalbudgets, zur Steigerung von Effizienz, Effektivität und Qualität in der öffentlichen Verwaltung, wobei die spezifischen Anforderungen und Herausforderungen bei der Umsetzung in der kommunalen Praxis analysiert werden.
- Grundlagen des New Public Managements (NPM) und des Neuen Steuerungsmodells (NSM).
- Methoden der Steuerung durch Zielvereinbarungen und Kennzahlen.
- Einsatz von Globalbudgets als Instrument des dezentralen Finanzmanagements.
- Anforderungen an das Personal und die Notwendigkeit von Controlling- und Anreizsystemen.
- Kritische Reflexion über die Übertragbarkeit betriebswirtschaftlicher Konzepte auf den öffentlichen Sektor.
Auszug aus dem Buch
Steuern über Zielvereinbarungen
Vereinbarungen über Ziele können sowohl von der Politik an die Verwaltung formuliert werden, als auch von der Verwaltungsspitze an die verschiedenen Verwaltungseinheiten (z.B. Bereich Umweltschutz, Kunst oder auch die Sozialverwaltung) oder ausgegliederten Aufgabenbereichen. Des Weiteren sind individuelle Zielvorgaben im Rahmen von Mitarbeitergesprächen möglich. Sie werden in der Regel über einen festgelegten Zeitraum geschlossen und enthalten Festsetzungen (Ziele) über die zu erbringenden Leistungen (Output) sowie die Außenwirkung dieser Leistungen (Outcome) unter Berücksichtigung der bereitstehenden Ressourcen (Input).
Unter Input werden Eingaben jeglicher Art in das System „Verwaltung“ verstanden. Dabei handelt es sich insbesondere um Finanzmittel, mit denen bestimmte Produkte bereitgestellt werden.
Die „Verarbeitung“ des Inputs zu Output bzw. Outcome erfolgt durch das System „Verwaltung“ (Throughput – verarbeitende Einheit). Als Outcome wird die Wirkung des Outputs bei Adressaten, Dritten oder in der Gesellschaft bezeichnet. Die Wirkung des Outputs ist sowohl von der objektiven als auch von der subjektiven Auffassung des Empfängers abhängig.
Die „Steuerung über Ziele basiert im Kern auf dem in den Sechziger- und Siebzigerjahren des letzten Jahrhunderts in der USA entwickelten Konzepts des ‚Management by Objectives’“.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Dieses Kapitel führt in das Konzept des New Public Managements ein und erläutert die Notwendigkeit der Neuorientierung des öffentlichen Sektors hin zu einem ressourcenorientierten Steuerungsmodell.
2 Steuern über Zielvereinbarungen: Hier werden die theoretischen Grundlagen der zielorientierten Steuerung und die Definition von Output- und Outcomewerten innerhalb der Verwaltung erläutert.
3 Globalbudget: Dieses Kapitel beschreibt das Konzept der Globalbudgetierung, bei dem finanzielle Flexibilität für Verwaltungseinheiten geschaffen wird, anstatt haushaltsstellenscharfe Vorgaben zu machen.
4. Steigerung der Effizienz, der Effektivität und der Qualität des Verwaltungshandelns durch die Einführung betriebswirtschaftlicher Elemente: Der Fokus liegt hier auf der notwendigen Harmonisierung der Instrumente, um Synergieeffekte zwischen Zielvorgaben und Budgetverantwortung zu erzielen.
5. Umsetzung des NPM in der öffentlichen Verwaltungspraxis: Dieses Kapitel behandelt die praktischen Herausforderungen, insbesondere den Bedarf an betriebswirtschaftlichen Qualifikationen beim Personal und die Gestaltung von Anreizsystemen.
6. Entwicklungen bei der Einführung des NPM in die öffentlichen Verwaltungen: Abschließend werden die Grenzen der Übertragbarkeit privater Unternehmensmodelle auf die öffentliche Verwaltung sowie das Potenzial für zukünftige Anpassungen diskutiert.
Schlüsselwörter
New Public Management, NPM, Globalbudget, Zielvereinbarungen, Öffentliche Verwaltung, Steuerung, Effizienz, Effektivität, Qualität, Controlling, Leistungsauftrag, Ressourcenverantwortung, Haushaltswesen, Doppik, Reform.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Transformation der öffentlichen Verwaltung durch betriebswirtschaftliche Methoden des New Public Managements, um effizientere und effektivere Verwaltungsstrukturen zu schaffen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der Organisation durch Zielvereinbarungen und der Finanzierung durch Globalbudgets sowie deren Zusammenwirken zur Optimierung des Verwaltungshandelns.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie durch eine strategische Verknüpfung von Leistungszielen und Budgetverantwortung eine höhere Qualität und Effizienz in öffentlichen Verwaltungen erreicht werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse aktueller verwaltungswissenschaftlicher Quellen, ergänzt durch die Auseinandersetzung mit kommunalen Finanzmodellen wie dem Neuen Kommunalen Finanzmanagement (NKF).
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert Instrumente wie das Kontraktmanagement, Kennzahlen zur Erfolgsmessung sowie die Anforderungen an das Personal und Controlling-Systeme zur praktischen Umsetzung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wesentlichen Begriffe sind New Public Management, Globalbudget, Zielvereinbarung, Effizienzsteigerung und betriebswirtschaftliche Steuerung.
Welche Rolle spielt das "Gegenstromverfahren" in dieser Arbeit?
Das Gegenstromverfahren ist zentral für die Aufstellung von Budgets und Zielen, um eine Abstimmung zwischen politischer Strategie und operativer Umsetzbarkeit in der Fachverwaltung zu gewährleisten.
Warum ist die Übertragbarkeit betriebswirtschaftlicher Elemente nicht eins-zu-eins möglich?
Die Arbeit argumentiert, dass Verwaltungen primär nicht gewinnorientiert handeln und oft externen Einflüssen unterliegen (z.B. Bürgeranfragen), weshalb eine direkte Anwendung von Unternehmens-Logiken problematisch ist.
Wie werden Sanktionen im Kontext des NPM bewertet?
Die Arbeit diskutiert positive und negative Anreizsysteme, betont jedoch, dass diese innerhalb des kommunalen Ermessensspielraums liegen müssen und die Motivation der Mitarbeiter nicht durch rein finanzielle Anreize ersetzen sollten.
- Quote paper
- Patrick Wiedemann (Author), 2011, Steigerung der Effizienz, der Effektivität und der Qualität des Verwaltungshandelns durch die Einführung des New Public Managements, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/185084