Das vergangene Jahrzehnt ist durch bedeutende Veränderungen auf den nationalen und internationalen Finanzmärkten gekennzeichnet. Neben der Entwicklung einer Vielzahl innovativer Finanzprodukte ist es insbesondere zu einem stürmischen Wachstum der Kapitalanlagen gekommen. Damit einher geht der Trend zur Globalisierung der Finanzmärkte, die durch die wirtschaftlichen und politischen Umwälzungen im Osten und der Realisierung der europäischen Wirtschafts- und Währungsunion zunehmend vorangetrieben wird, was von dem professionellen Portefeuillemanagement ein verstärktes internationles Denken und Handeln verlangt.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Einführung in die Problematik
1.2 Gang der Untersuchung
2 Grundlegende Darstellungen zur Performancemessung von Wertpapierportefeuilles
2.1 Definition der Performancemessung
2.2 Einordnung der Performancemessung in den Investmentprozeß
2.3 Zusammenhang zwischen Performancemessung und Investmentzielen
2.4 Ziele und Aufgaben der Performarmemessung
2.4.1 Interne Ziele und Aufgaben
2.4.1.1 Performancemessung als Controllinginstrument
2.4.1.2 Performancemessung zur Ermittlung von Erfolgsprämien und Gebühren
2.4.1.3 Performarmemessung als absatzpolitisches Instrumentarium
2.4.2 Externe Ziele und Aufgaben
2.4.2.1 Anlegerindividuelle Funktionen
2.4.2.1.1 Informationsfunktion
2.4.2.1.2 Kontrollfunktion
2.4.2.1.3 Selektionsfunktion
2.4.2.2 Gesamtwirtschaftliche Funktionen
2.4.2.2.1 Publizitätsfunktion
2.4.2.2.2 Allokationsfunktion
2.5 Performarmemessung und die Effizienzmarktthese
2.6 Ausgangstatbestände der Performancemessung
2.6.1 Wahl der Preisbasis
2.6.2 Wahl des Vergleichszeitraums und Häufigkeit der Performancemessung
2.6.3 Behandlung von Ertragsausschüttungen
2.6.4 Notwendigkeit der substantiellen Kompatibilität
2.6.5 Objektivität der Performarmemessung
3 Kritische Analyse der Verfahren der Performancemessung
3.1 Messung von Rendite und Risiko
3.1.1 Renditemessung
3.1.1.1 Renditemessung auf der Basis des Anteilscheins
3.1.1.2 Renditemessung auf der Basis des Gesamtportefeuilles
3.1.1.2.1 Internal Rate of Return
3.1.1.2.2 Time Weighted Rate of Return
3.1.1.2.3 Näherungsverfahren
3.1.1.3 Vergleich und Kritik der Renditemaße
3.1.2 Risikomessung
3.1.2.1 Gründe für die Einbeziehung des Risikos
3.1.2.2 Klassische Risikomaße
3.1.2.2.1 Mittlere absolute Abweichung
3.1.2.2.2 Varianz
3.1.2.2.3 Beta-Risiko
3.1.2.3 Downside Risk
3.1.2.3.1 Semivarianz
3.1.2.3.2 Index of Unfavorable Variation
3.1.2.3.3 Lower Confidence Limit
3.1.2.4 Vergleich und Kritik der Risikomaße
3.1.3 Integration von Rendite und Risiko
3.2 Performarmemessung auf der Basis der modernen Kapitalmarkttheorie
3.2.1 Performarmemessung mittels des Capital Asset Pricing Model (CAPM)
3.2.1.1 Theoretische Fundierung des CAPM
3.2.1.2 Traditionelle Performancemaße auf der Basis des CAPM
3.2.1.2.1 Reward to Variability-Ratio nach Sharpe
3.2.1.2.2 Reward to Volatility-Ratio nach Treynor
3.2.1.2.3 Jensen’s Alpha
3.2.1.2.4 Mathematischer Zusammenhang der Performancemaße
3.2.1.2.5 Vergleich der Performancemaße
3.2.1.3 Weiterführende Performancemaße auf der Basis des CAPM
3.2.1.3.1 Appraisal Ratio
3.2.1.3.2 Komponentenzerlegung nach Fama
3.2.1.3.3 Simultanansatz von Moses/Cheyney/Veit
3.2.1.4 Kritik an dem CAPM und den darauf basierenden Performancemaßen
3.2.1.4.1 Prämissenkritik und mögliche Modifikationsansätze
3.2.1.4.2 Empirische Validität des CAPM
3.2.1.4.2.1 Empirische Ergebnisse für die USA und Deutschland
3.2.1.4.2.2 Zweifel an der Testbarkeit des CAPM
3.2.1.4.3 Kritik an der Wertpapiermarktlinie als Benchmark zur Performarmemessung
3.2.1.4.3.1 Das Äquivalenztheorem und die Folgen für die Performancemessung
3.2.1.4.3.2 Modellierung von Informationsasymmetrie als Rettungsversuch der Wertpapiermarktlinie als Benchmark zur Performarmemessung
3.2.2 Performancemessung mittels der Arbitrage Pricing Theory
3.2.2.1 Theoretische Grundlagen der APT
3.2.2.2 Herleitung eines Performancemaßes aus der APT
3.2.2.3 Empirische Validität der APT
3.2.2.3.1 Untersuchungsmethodik und Ergebnisse
3.2.2.3.2 Zweifel an der Testbarkeit der APT
3.2.2.4 Vergleich von APT und CAPM in bezug auf ihre Verwendung als Benchmarks der Performancemessung
3.3 Alternative Ansätze der Performancemessung
3.3.1 Ansatz von Cornell
3.3.2 Performarmemessung auf der Basis einer asymmetrischen Verteilung der Renditen
3.3.2.1 Reward to Semivarianz-Index
3.3.2.2 Safety First-Performarmemaß
3.3.2.3 Performarmemessung unter Berücksichtigung der Schiefe (drittes Moment) der Verteilung
3.3.3 Stochastic Dominance Approach
3.4 Komparative Performancemessung mittels Vergleichsmaßstäben
3.4.1 Anforderungen an einen Vergleichsmaßstab
3.4.2 Darstellung von Vergleichsmaßstäben
3.4.2.1 Aktienindizes
3.4.2.1.1 Funktion und Konstruktion von Aktienindizes
3.4.2.1.2 Verfahren des Aktienindexvergleichs
3.4.2.1.3 Kritik an der Verwendung von Aktienindizes als Vergleichsmaßstab
3.4.2.2 Vergleich mit strukturäquivalenten Portefeuilles
3.4.2.3 Konstruktion von Zufallsportefeuilles
3.4.2.4 Der LP-Ansatz von Poschadel
4 Ansätze zur Performancemessung internationaler Portefeuilles
4.1 Besonderheiten bei der Performancemessung internationaler Portefeuilles
4.2 Konstruktion internationaler Aktienindizes
4.2.1 Möglichkeiten und Probleme der Indexkonstruktion
4.2.2 Die MSCI-Indizes als Beispiel für internationale Aktienindizes
4.3 Anwendungsmöglichkeiten der Verfahren der Performarmemessung auf internationale Portefeuilles
5 Performanceanalyse von Wertpapierportefeuilles
5.1 Zielsetzung der Performanceanalyse
5.2 Verfahren der Performanceanalyse
5.2.1 Indexkonzept zur Ermittlung der relativen Performarmebeiträge
5.2.2 Faktormodelle zur Ermittlung der Performancebeiträge
5.2.2.1 Faktormodelle zur Ermittlung absoluter Performarmebeiträge
5.2.2.2 Faktormodelle zur Ermittlung relativer Performarmebeiträge
5.2.3 Ansätze zur Messung des Timings
5.2.3.1 Ansatzpunkte für Timingstrategien
5.2.3.2 Modell von Merton (Dummy-Variable Regressionsansatz)
5.2.3.3 Quadratischer Regressionsansatz
6 Performancemessung in der Praxis: Durchführung einer Umfrage zur Gewinnung von Erkenntnissen über die Performancemessung bei deutschen Wertpapierfonds-Gesellschaften
6.1 Ziele der Umfrage
6.2 Die Form der Erhebung
6.3 Darstellung und Erklärung des Fragebogens
6.3.1 Grundkonzept zur Gestaltung des Fragebogens
6.3.2 Erläuterung der einzelnen Fragenkomplexe
6.4 Auswertung des Fragebogens
6.4.1 Umfrageergebnisse zu den einzelnen Fragenkomplexen
6.4.2 Allgemeine Bewertung der Umfrageergebnisse
7 Abschließende Bemerkungen zur Performancemessung in Theorie und Praxis
7.1 Zum Stand der Performarmemessung in Theorie und Praxis
7.2 Zukunftsaussichten der Performancemessung
7.2.1 Deutsche Performancemessungs-Gesellschaft und einheitliches europäisches Wertentwicklungssystem
7.2.2 Konsequenzen einer wachsenden Performanceorientierung
7.2.3 Notwendigkeit der Weiterentwicklung der Systeme der Performancemessung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, das Themenfeld der Performancemessung von Wertpapierportefeuilles wissenschaftlich zu durchdringen, die theoretischen Grundlagen zu analysieren und deren praktische Anwendbarkeit sowie Relevanz bei deutschen Investmentfonds-Gesellschaften zu prüfen. Dabei wird insbesondere die Forschungsfrage untersucht, wie ein integratives System der Performancemessung gestaltet sein muss, um sowohl interne Controlling-Ziele als auch externe Informationsbedürfnisse der Anleger unter Berücksichtigung von Risiko und Rendite adäquat zu erfüllen.
- Kritische Analyse der theoretischen Verfahren der Performancemessung (CAPM, APT und alternative Ansätze).
- Untersuchung der Anforderungen an Vergleichsmaßstäbe (Benchmarks) und deren praktische Eignung.
- Besonderheiten und Herausforderungen bei der Performancemessung internationaler Wertpapierportefeuilles.
- Analyse von Komponenten wie Selektion, Timing und Diversifikation innerhalb der Performanceanalyse.
- Empirische Untersuchung des Status Quo der Performancemessung in der deutschen Fondspraxis mittels Umfrage.
Auszug aus dem Buch
1.1 Einführung in die Problematik
Das vergangene Jahrzehnt ist durch bedeutende Veränderungen auf den nationalen und internationalen Finanzmärkten gekennzeichnet. Neben der Entwicklung einer Vielzahl innovativer Finanzprodukte ist es insbesondere zu einem stürmischen Wachstum der Kapitalanlagen gekommen. Damit einher geht der Trend zur Globalisierung der Finanzmärkte, die durch die wirtschaftlichen und politischen Umwälzungen im Osten und der Realisierung der europäischen Wirtschafts- und Währungsunion zunehmend vorangetrieben wird, was von dem professionellen Portefeuillemanagement ein verstärktes internationles Denken und Handeln verlangt.
Aus den sich aus diesen Entwicklungen ergebenden neuen Dimensionen folgert Uhlir, daß die treuhänderische Vermögensverwaltung zu einem öffentlichen Interesse mit gesamtwirtschaftlicher Bedeutung herangereift ist. Unter zusätzlicher Berücksichtigung des gestiegenen Angebots an Finanzanlagen sowie der sich daraus ergebenden Intransparenz der Märkte und um — wie Hockmann es formuliert — Hasadeure von seriösen Fondsmanagern trennen können, läßt sich daraus ein Recht der Anleger zur Information über den Erfolg ihrer Kapitalanlagen ableiten. Aber auch das Fondsmanagement selbst hat ein vitales Interesse daran, Informationen über den Erfolg der eigenen Tätigkeit zu erhalten, um die Eignung der taktischen und strategischen Maßnahmen beurteilen zu können.
Die notwendige Information hierzu wird über die Messung der Performance gewonnen. Dieser im angloamerikanischen Raum mit dem Begriff Performance Measurement umschriebene Aufgabenkomplex erfährt in der Tat eine zunehmende Bedeutung. Ausgehend von Amerika und Großbritannien, wo schon seit mehreren Jahren eine wachsende Performanceorientierung zu beobachten ist, greift diese Entwicklung nun nach und nach auf Europa über. Dies äußert sich in der Veröffentlichung von Performancezahlen in Wirtschaftspublikationen, dem Auftreten von Beratungsfirmen, die für ihre Kunden Bewertungen vornehmen, und der Gründung spezieller Gesellschaften, die sich mit diesem Thema befassen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die zunehmende Bedeutung der Performancemessung vor dem Hintergrund globalisierter Finanzmärkte und definiert die Forschungsfragen sowie die methodische Ausrichtung der Arbeit.
2 Grundlegende Darstellungen zur Performancemessung von Wertpapierportefeuilles: Dieses Kapitel liefert eine Definition des Begriffs Performance, ordnet diesen in den Investmentprozess ein und erläutert die internen sowie externen Ziele der Messung.
3 Kritische Analyse der Verfahren der Performancemessung: Der theoretische Hauptteil bietet eine umfassende Analyse klassischer Risikomaße sowie moderner Kapitalmarkttheorien wie CAPM und APT mitsamt ihrer empirischen Validität.
4 Ansätze zur Performancemessung internationaler Portefeuilles: Hier werden die spezifischen Herausforderungen und Besonderheiten der Performancebewertung bei international gestreuten Fonds behandelt.
5 Performanceanalyse von Wertpapierportefeuilles: Das Kapitel befasst sich mit der Zerlegung der Performance in ihre einzelnen Bestandteile wie Selektion, Timing und Diversifikation zur tiefergehenden Analyse.
6 Performancemessung in der Praxis: Durchführung einer Umfrage zur Gewinnung von Erkenntnissen über die Performancemessung bei deutschen Wertpapierfonds-Gesellschaften: Dieser Abschnitt wertet die praktische Anwendung der theoretischen Methoden durch deutsche Fondsgesellschaften anhand einer schriftlichen Befragung aus.
7 Abschließende Bemerkungen zur Performancemessung in Theorie und Praxis: Das Fazit fasst den Entwicklungsstand zusammen und gibt einen Ausblick auf künftige Tendenzen und die notwendige Weiterentwicklung der Messsysteme.
Schlüsselwörter
Performancemessung, Wertpapierportefeuilles, Investmentprozess, Kapitalmarkttheorie, CAPM, Arbitrage Pricing Theory, Performanceanalyse, Rendite, Risikomessung, Benchmark, Aktienindizes, Selektion, Timing, Diversifikation, Fondspraxis.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Diplomarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert kritisch die Verfahren und Methoden zur Messung der Performance von Wertpapierportefeuilles, sowohl aus theoretischer Sicht als auch hinsichtlich ihrer Anwendung in der deutschen Investmentfondspraxis.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die Schwerpunkte liegen auf den Grundlagen der Performancemessung, der kritischen Analyse von Rendite- und Risikomaßen, der Anwendung von Kapitalmarkttheorien wie CAPM und APT sowie der Performanceanalyse durch Komponentenzerlegung.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, die theoretischen Ansätze der Performancebewertung zu evaluieren und herauszuarbeiten, wie ein System der Performancemessung gestaltet sein muss, um den Anforderungen an Objektivität, Transparenz und praktische Relevanz gerecht zu werden.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Arbeit nutzt eine deduktive Herleitung theoretischer Performancemaße sowie eine empirische Untersuchung in Form einer schriftlichen Umfrage unter deutschen Wertpapierfonds-Gesellschaften.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil umfasst eine tiefgehende kritische Analyse der Rendite- und Risikomessung, eine detaillierte Erörterung von Bewertungsmodellen wie CAPM und APT sowie eine Untersuchung von alternativen Ansätzen und internationalen Besonderheiten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den zentralen Begriffen zählen Performancemessung, Kapitalmarkttheorie, Performanceanalyse, Benchmark, sowie die spezifischen Komponenten Selektion und Timing.
Wie wichtig ist das Risiko für die Performancemessung?
Die Arbeit argumentiert, dass eine isolierte Betrachtung der Rendite aus Sicht des risikoaversen Investors irrational ist und eine integrative Betrachtung von Risiko und Rendite zwingend erforderlich ist.
Welche Rolle spielen Vergleichsmaßstäbe (Benchmarks) in der Analyse?
Benchmarks dienen als Standard für die relative Performancebewertung; die Arbeit zeigt jedoch auf, dass insbesondere bei der Verwendung von Aktienindizes erhebliche Anforderungen an die Repräsentativität und methodische Übereinstimmung bestehen.
Was sind die Haupterkenntnisse der Umfrage in der Praxis?
Die Ergebnisse zeigen ein hohes Bewusstsein für das Thema, jedoch auch eine begrenzte Einheitlichkeit in der Anwendung theoretischer Ansätze, wobei die Praxis oftmals pragmatischere, weniger komplexe Methoden bevorzugt.
- Quote paper
- Ralf Budinsky (Author), 1992, Performancemessung von Wertpapierportefeuilles - Eine kritische Analyse, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/185099