Durch die sich immer schneller wandelnden Umweltanforderungen kommt den Mitarbeitern als elementare unternehmerische Ressource eine den Wettbewerb entscheidende Funktion zu. Im Hinblick auf Qualifikation, Lernfähigkeit und Wissen gilt es, Potentiale zu identifizieren, zu aktivieren und im besonderen weiterzuentwickeln, um sie dem Unternehmen zugänglich und nutzbar zu machen. Zur Bewältigung dieser Herausforderungen müssen die Unternehmen verstärkt über die Einbindung neuer IuK-Technologien reflektieren, um bisher ungenutzte Potentiale für die erforderliche Effektivierung des Informations- respektive Wissenstransfers zu erschließen. Somit wird auch das Aus- und Weiterbildungssystem vor neue Herausforderungen gestellt, da den derzeitigen Anforderungen mit kontemporären Instrumenten nicht mehr entsprochen werden kann. Mitarbeiter müssen nicht nur über eine große Wissensbasis verfügen, sondern auch eine hohe Lernbereitschaft beweisen. Knappe Ausbildungsbudgets und beschleunigte Innovationszyklen fordern effizientere und kostengünstigere Alternativen herkömmlicher Mitarbeiterschulungen. Hier treten die neuen Medien ins Blickfeld, die eine Reihe von Vorteilen gegenüber den traditionellen Schulungsmethoden bieten. Neben Schnelligkeit in Erstellung und Distribution ermöglichen sie den Direktzugriff des Lernenden auf die benötigten Informationen und erlauben die Interaktion zwischen System und Nutzer im Form von Rückkopplung oder Rückmeldung. Sie garantieren darüber hinaus die realitätsgetreue Wiedergabe dynamischer Abläufe und Zusammenhänge in Form von Animation oder Simulation, also die Ergänzung der statischen Darstellungsformen Text und Grafik um Sprache und Bewegung. Für die Verwendung dieser neuen Technologien sprechen nicht nur Kostenaspekte und Kapazitätsengpässe bei qualifiziertem Lehrpersonal, sondern auch die Forderung nach Dezentralität, beliebiger Multiplizierbarkeit und Wiederholungsmöglichkeit sowie zeitlicher Unabhängigkeit. Zusätzlich enthalten sie die bisher vernachlässigte Personen- und Bedarfsorientierung von Qualfizierungsmaßnahmen. Tradierte Instrumente reichen vom Computer Based Training (CBT) bis hin zu Videokonferenzsystemen und bilden Grundlage für die Anwendung, die in jüngster Zeit unter dem Namen Business TV aus sich aufmerksam gemacht hat. Business TV kann als eine Weiterentwicklung herkömmlicher Schulungsinstrumentarien verstanden werden, welche deren Vorteile miteinander vereinigt und das Anwendungsgebiet noch erweitert.
Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG
1.1 PROBLEMSTELLUNG
1.2 VORGEHENSWEISE
2. DIE NEUORIENTIERUNG DER AUS- UND WEITERBILDUNG IN ZEITEN DES GLOBALEN WANDELS
2.1 BEGRIFFSBESTIMMUNGEN
2.1.1 Aus- und Weiterbildung
2.1.2 Business TV
2.2 ENTWICKLUNGSSTUFEN DER AUS- UND WEITERBILDUNG - EIN KURZER ÜBERBLICK
2.3 ERHÖHTER WEITERBILDUNGSBEDARF INFOLGE VERÄNDERTER RAHMEN-BEDINGUNGEN
2.3.1 Die Relevanz der Bedarfsermittlung betrieblicher Aus- und Weiterbildung
2.3.2 Gesamtwirtschaftliche und gesamtgesellschaftliche Rahmenbedingungen
2.3.3 Betriebliche Rahmenbedingungen
2.4 ANFORDERUNGEN AN ZUKUNFTSORIENTIERTE AUS- UND WEITERBILDUNGSKONZEPTIONEN
3. BUSINESS TV - DER EIGENE FERNSEHKANAL FÜR DIE UNTERNEHMUNG
3.1 GRÜNDE FÜR DIE NUTZUNG VON BUSINESS TV
3.2 ZIELSETZUNGEN VON BUSINESS TV
3.3 DIE ZIELGRUPPE BEGRÜNDET DEN SCHULUNGSINHALT
3.4 GRENZEN DES EINSATZES VON BUSINESS TV
4. ZUM VERSTÄNDNIS VON BUSINESS TV ALS AUS- UND WEITERBILDUNGSINSTRUMENT
4.1 EINSATZMÖGLICHKEITEN VON BUSINESS TV
4.2 WERTSCHÖPFUNGSPOTENTIALE DURCH DEN EINSATZ VON BUSINESS TV
4.3 LERNEN MIT BUSINESS TV
4.3.1 Terminus und Kennzeichen des Lernens
4.3.2 Wandel des Lernverständnisses
4.3.3 Die Funktion der Medien im Lernprozeß
4.4 EVALUATION UND KONTROLLE DER LERN- BZW. WEITERBILDUNGSERGEBNISSE
4.5 QUALITÄTSVERBESSERUNG DES TRAINERS INFOLGE NEUER TRAINERANFORDERUNGEN
4.6 DIDAKTISCH-METHODISCH GESTALTUNGSASPEKTE FÜR BUSINESS TV SENDUNGEN
5. DIE EINFÜHRUNG VON BUSINESS TV ALS AUS- UND WEITERBILDUNGSINSTRUMENT
5.1 ANFORDERUNGEN AN DIE INFRASTRUKTUR IM UNTERNEHMEN
5.2 DIE TECHNISCHE REALISIERUNG VON BUSINESS TV
5.3 WEGE ZUR AKZEPTANZSICHERUNG
5.4 RECHTLICHE ASPEKTE BEIM EINSATZ VON BUSINESS TV
6. SCHLUßFOLGERUNG UND AUSBLICK
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht Business TV als ein modernes Instrument der betrieblichen Aus- und Weiterbildung in Zeiten globaler Veränderungen und komplexer Unternehmensanforderungen. Ziel ist es, das Konzept von Business TV umfassend darzustellen, seine Eignung für moderne Qualifizierungsansätze zu evaluieren und die Erfolgsfaktoren sowie Grenzen bei der Implementierung zu analysieren.
- Anforderungen an moderne betriebliche Bildungssysteme
- Konzept und Einsatzpotenziale von interaktivem Business TV
- Didaktische Gestaltung und Qualitätssicherung von TV-Schulungen
- Bewertung von Wertschöpfungspotenzialen und Kostenstrukturen
- Herausforderungen bei der Akzeptanzsicherung und technischen Infrastruktur
Auszug aus dem Buch
3.1 Gründe für die Nutzung von Business TV
Unternehmen werden bei ihren kontinuierlichen Überlegungen für eine effiziente Organisationsgestaltung zwangsläufig mit den neuesten Entwicklungen von IuK-Technologien konfrontiert. So wendet sich die Aufmerksamkeit auf die unterschiedlichsten Ausprägungsformen der Neuen Medien und hier im besonderen auf das immer populärerer werdende Business TV.
Die Entwicklung des Aus- und Weiterbildungsmaktes verzeichnet eine Analogie zu anderen Märkten und ist somit gekennzeichnet von kurzen Zyklen, einem Auseinanderfallen von Kundengruppen (im Sinne von Teilnehmer- bzw. Zielgruppen) und der Forderung nach problembezogenen Lösungsansätzen. Die Verschiedenartigkeit der (Lern-) Kunden und deren damit verbundene augenblickliche und situationsspezifische Interessenlage bzw. Bedürfnisse sind in diesem Zusammenhang explizit zu berücksichtigen.
Vielversprechend erweisen sich neben den Vorteilen eines großflächigen Empfangs von Botschaften in (Fernseh-) Qualität Integrationsmöglichkeiten informativer Elemente, wie z.B. live-Diskussionen, vor allem aber die Kostenersparnisse, welche die Unternehmen beim Business TV-Einsatz verwirklichen können. Allerdings sind es auch ökonomische Gründe, die zur Verwendung anderer Systeme - wie z.B. Videokonferenzsysteme - führen, weil Unternehmensstruktur und -philosophie derartig gestaltet sind, daß es wirtschaftlicher ist, auf andere Medien und Technologien auszuweichen. Von Vorteil ist überdies die direkte Teilnehmeransprache durch den Fachmann, welcher zum einen als kompetenter Ansprechpartner zur Verfügung steht und zum anderen die auf herkömmlichem Informationsweg unvermeidliche Verfremdung über die Hierarchiestufen umgeht. Eine begleitende Neuorganisation des Kommunikations- und Informationskonzeptes der Unternehmung erlaubt sogar die Zusammenlegung bzw. das Wegfallen von bisher verwendeten schriftlichen Medien zur Informationsweitergabe.
Zusammenfassung der Kapitel
1. EINLEITUNG: Definiert die Problemstellung und die Vorgehensweise der Arbeit vor dem Hintergrund sich wandelnder globaler Wirtschaftsbedingungen.
2. DIE NEUORIENTIERUNG DER AUS- UND WEITERBILDUNG IN ZEITEN DES GLOBALEN WANDELS: Analysiert den steigenden Qualifikationsbedarf und die veränderten Anforderungen an moderne Lernkonzepte in Unternehmen.
3. BUSINESS TV - DER EIGENE FERNSEHKANAL FÜR DIE UNTERNEHMUNG: Erläutert die Beweggründe, Zielsetzungen und Einsatzgrenzen von Business TV als Instrument der Unternehmenskommunikation.
4. ZUM VERSTÄNDNIS VON BUSINESS TV ALS AUS- UND WEITERBILDUNGSINSTRUMENT: Untersucht didaktische Aspekte, Evaluation, Kontrolle und die Rolle der Trainer bei der Nutzung dieses Mediums.
5. DIE EINFÜHRUNG VON BUSINESS TV ALS AUS- UND WEITERBILDUNGSINSTRUMENT: Beschreibt die Anforderungen an die technische Infrastruktur, Strategien zur Akzeptanzsicherung und rechtliche Rahmenbedingungen.
6. SCHLUßFOLGERUNG UND AUSBLICK: Fasst die wesentlichen Erkenntnisse zusammen und wagt einen Ausblick auf die zukünftige Entwicklung und Integration von Business TV.
Schlüsselwörter
Business TV, Aus- und Weiterbildung, Personalentwicklung, Wissensmanagement, Medieneinsatz, Interaktivität, Qualifizierung, Lernprozess, Bildungscontrolling, Unternehmenskultur, Informationstechnologie, Kommunikationsmanagement, Mitarbeitermotivation, Lernziel, Effizienz.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Nutzung von Business TV als innovatives Medium zur betrieblichen Aus- und Weiterbildung und deren strategischer Bedeutung für Unternehmen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Fokus stehen die Anforderungen an modernes Lernen, der Aufbau von Business-TV-Infrastrukturen, didaktische Konzepte für Sendeformate und die Evaluation des Lernfortschritts.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Hauptziel ist die umfassende Analyse von Business TV als Instrument, um den steigenden Qualifikationsbedarf effizient und praxisnah zu decken sowie die Wettbewerbsfähigkeit zu stärken.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin stützt ihre Arbeit auf eine fundierte Literaturrecherche sowie eine Reihe von Experteninterviews mit Unternehmensvertretern verschiedener Branchen, um die Praxisrelevanz zu untermauern.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung betrieblicher Weiterbildung, die Konzeption von Business TV, didaktische Herausforderungen und den konkreten Einführungsprozess in Unternehmen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Business TV, Personalentwicklung, Wissensmanagement, Interaktivität, Qualifizierung und betriebliche Effizienz.
Eignet sich Business TV für alle Arten von Schulungen?
Nein, die Arbeit stellt fest, dass Business TV besonders für die Vermittlung sachlicher Informationen geeignet ist, während Verhaltensschulungen, die persönlichen Kontakt erfordern, weiterhin klassische Seminare benötigen.
Wie lässt sich der Erfolg von Business TV messen?
Die Evaluation erfolgt über verschiedene Ansätze wie Fragebögen, Redaktionskonferenzen oder Feedback-Systeme, wobei die Arbeit ein unternehmensweites Bildungscontrolling als erstrebenswerten Standard vorschlägt.
- Quote paper
- Nina Poppenhäger (Author), 1998, Business TV als Instrument der Aus- und Weiterbildung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/185147