Kaum ein Wort hat in der letzten Zeit mehr Aufmerksamkeit nicht nur im Bereich der Datenverarbeitung bekommen als das des Internet.
Im Bereich der Logistik ist es dagegen in diesem Zusammenhang bislang relativ ruhig geblieben. Liegt dies daran, daß die Logistik sich nach weitläufiger Meinung lediglich mit dem Transport von physischen Gütern beschäftigt und daher auf ein Netz zum Transport von immateriellen Daten nicht angewiesen ist?
Die vorliegende Arbeit versucht die Antwort auf diese Frage zu geben.
Inhaltsverzeichnis
1. Internet - das Netz der Netze auch für die Logistik?
2. Internet - was ist das?
2.1. Geschichte des Internet
2.2. Dienste im Internet
2.3. Der Aufbau des Internet
2.4. Zugriffsmöglichkeiten
2.4.1. Zugriff ohne eigenes Angebot
2.4.2. Zugriff mit eigenem Angebot
2.5. Internet und Intranet
3. Warum benötigen Logistikprozesse weltweiten Informationsaustausch?
3.1. Zum Begriff der Logistik
3.2. Begriff der Logistikkette
3.3. Heutige logistische Rahmenbedingungen
3.4. Anforderungen der Logistikkette an ein Datennetz
3.4.1. Beschaffungslogistik
3.4.2. Produktionslogistik
3.4.3. Distributionslogistik
3.4.4. Gemeinsame Anforderungen aller Bereiche der Logistikkette
4. Die einzelnen Glieder der Logistikkette im Vergleich zu den Möglichkeiten des Internet
4.1. Vertrieb
4.1.1. Steuerung des Verkäufereinsatzes
4.1.2. Anfrage- und Angebotsbearbeitung
4.1.3. Angebotsüberwachung
4.1.4. Kann der Vertrieb durch das Internet unterstützt werden?
4.2. Auftragsabwicklung
4.2.1. Kann die Auftragsbearbeitung durch das Internet unterstützt werden?
4.3. Entwicklung
4.3.1. Forschungs- und Entwicklungsveranlassung
4.3.2. Entwurf und Konstruktion
4.3.3. Erstellung von Arbeitsplänen und Steuerprogrammen (CAP)
4.3.4. Forschungs- und Entwicklungskontrolle
4.3.5. Kann die Entwicklung durch das Internet unterstützt werden?
4.4. Planung
4.4.1. Primärbedarfsplanung
4.4.2. Materialbedarfsplanung
4.4.3. Fertigungsterminplanung
4.4.4. Kann die Planung durch das Internet unterstützt werden?
4.5. Beschaffung
4.5.1. Bestelldisposition
4.5.2. Bestelladministration
4.5.3. Lieferüberwachung
4.5.4. Wareneingangsprüfung
4.5.5. Kann die Beschaffung durch das Internet unterstützt werden?
4.6. Fertigung
4.6.1. Werkstattsteuerung
4.6.2. Produktionskontrolle
4.6.3. Kann die Fertigung durch das Internet unterstützt werden?
4.7. Montage
4.7.1. Kann die Montage durch das Internet unterstützt werden?
4.8. Distribution
4.8.1. Zuteilung
4.8.2. Kommissionierung
4.8.3. Lieferfreigabe
4.8.4. Versand
4.8.5. Packmittelverfolgung
4.8.6. Kann die Distribution durch das Internet unterstützt werden?
4.9. Service
4.9.1. Produktbeschreibungen
4.9.2. Unterstützung des Reparaturdienstes und Reklamationsverwaltung
4.9.3. Kann der Service durch das Internet unterstützt werden?
5. Das Internet optimiert die Logistikkette - und verändert sie
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Potenzial des Internets zur Optimierung der Logistikkette. Ziel ist es zu analysieren, ob und wie verschiedene Teilprozesse der Logistik – von der Beschaffung über die Entwicklung bis hin zum Service – durch Internetdienste unterstützt oder gar optimiert werden können, um die Wettbewerbsfähigkeit durch effizienteren Informationsaustausch zu steigern.
- Grundlagen des Internets, dessen Dienste und die Client/Server-Architektur.
- Die Anforderungen logistischer Prozesse an moderne Datennetze und interorganisatorischen Informationsaustausch.
- Detaillierte Analyse der Logistikkette unterteilt in Vertrieb, Entwicklung, Planung, Beschaffung, Fertigung, Montage, Distribution und Service.
- Evaluation der Einsatzmöglichkeiten von Internet-Technologien für spezifische logistische Teilfunktionen.
- Bedeutung von Sicherheitsaspekten und Standards (wie EDI/EDIFACT) für die industrielle Internetnutzung.
Auszug aus dem Buch
4.3.2. Entwurf und Konstruktion
Da im heutigen Wettbewerb die Zeit zwischen Produktidee und Markteinführung, die sogenannte "Time-to-Market", immer kürzer wird, um ständig wechselnde Kundenbedürfnisse zu befriedigen, ist insbesondere die Entwicklungsabteilung darauf angewiesen, schnell an die aktuellsten Informationen zu allen Gebieten der Forschung zu gelangen.
Deshalb kann der Bereich Forschung und Entwicklung von dem riesigen Wissen, welches im Internet gespeichert ist, am meisten profitieren. Wie bereits dargestellt, hat sich das Internet aus dem wissenschaftlichen Bereich entwickelt. Deshalb sind auch heute noch Tausende von Dokumenten zu nahezu jedem Thema, dem sich die Forschung gewidmet hat, zu finden.
Auf diese Weise läßt sich eventuell der Mißstand, daß in deutschen Unternehmen durch mangelhafte Informationsversorgung bis zu 10% der gesamten Forschungskosten vergeudet werden oder sich sogar bis zu 45% der Forschungskosten einsparen ließen, wenn es gelänge, bereits publizierte Forschungsergebnisse aufzufinden, abschaffen. Eine Suche im Internet über spezialisierte Dienste würde in Sekunden die gesuchten Resultate bringen, wenn sie vorhanden sind.
Interessant für die F&E sind auch die vielen Patentgesellschaften, die bereits im WWW vertreten sind. Bei dem US-amerikanischen Amt für Patente und Warenzeichen (USPTO, http://www.uspto.gov/web/) lassen sich Kopien von Patenten oder Eintragungen von Warenzeichen über E-Mail bestellen (ptcs@uspto.gov). In Deutschland bietet das Bundesforschungsministerium einen Patent Server an (http://www.patente.bmbf.de/). Ist einem Benutzer die Suche in den zahlreichen Patentdatenbanken zu aufwendig, so bieten mehrere Mittlerfirmen ihre Suchdienste im Internet an (z.B. http://netpromo.com/patents/patents.html).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Internet - das Netz der Netze auch für die Logistik?: Einleitende Betrachtung über die bisher unterschätzte Rolle des Internets in der Logistikbranche und die Zielsetzung der Arbeit.
2. Internet - was ist das?: Erläuterung der Entstehungsgeschichte, der technischen Dienste und der Client/Server-Architektur des Internets.
3. Warum benötigen Logistikprozesse weltweiten Informationsaustausch?: Analyse der veränderten Rahmenbedingungen in der Logistik und Definition der Anforderungen an ein modernes Datennetz.
4. Die einzelnen Glieder der Logistikkette im Vergleich zu den Möglichkeiten des Internet: Umfassende Untersuchung der spezifischen Teilfunktionen (Vertrieb bis Service) auf ihre Eignung zur Unterstützung durch Internet-Technologien.
5. Das Internet optimiert die Logistikkette - und verändert sie: Fazit über die Notwendigkeit der Integration des Internets in logistische Wertschöpfungsketten zur langfristigen Wettbewerbssicherung.
Schlüsselwörter
Logistik, Logistikkette, Internet, World Wide Web, EDI, Elektronische Datenverarbeitung, Wertschöpfungskette, Beschaffung, Distribution, Fertigung, Forschung und Entwicklung, Routenoptimierung, Sendungsverfolgung, Netzwerke, Kommunikation.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht das Potenzial und die Einsatzmöglichkeiten des Internets zur Unterstützung und Optimierung logistischer Prozesse in Unternehmen.
Welche zentralen Themenfelder deckt die Untersuchung ab?
Sie befasst sich mit der technischen Architektur des Internets sowie deren Anwendung in den Bereichen Beschaffung, Fertigung, Vertrieb, Distribution, Entwicklung und Kundenservice.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist aufzuzeigen, wie durch den Einsatz des Internets logistische Prozesse effizienter gestaltet und die Wertschöpfungskette durch verbesserten Informationsfluss optimiert werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode wurde gewählt?
Der Autor stützt sich auf eine tiefgehende Literaturanalyse und vergleicht logistische Teilfunktionen nach etablierten Modellen (wie von Mertens) mit den funktionalen Möglichkeiten des Internets.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden die einzelnen Glieder der Logistikkette sukzessive auf ihre Unterstützungsmöglichkeiten durch Internetdienste geprüft, ergänzt durch Praxisbeispiele und theoretische Grundlagen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?
Die Arbeit fokussiert auf Themen wie Logistik, Internet-Technologien, EDI, Wertschöpfungsprozesse und die digitale Vernetzung von Unternehmensbereichen.
Wie kann das Internet speziell den Vertrieb unterstützen?
Neben der Präsentation als neuer Kanal ermöglicht das WWW eine verbesserte Steuerung des Außendienstes und die direkte Anbindung an zentrale Datenbanken zur Auftragsabwicklung.
Welche Rolle spielen Sicherheit und Standards?
Sicherheit, Verschlüsselung und Standardisierungen wie EDIFACT werden als essenzielle Voraussetzungen für den professionellen, interorganisatorischen Datenaustausch über das Internet diskutiert.
Wie verbessert das Internet die Sendungsverfolgung?
Durch die direkte Abfragemöglichkeit des Kunden über WWW-Schnittstellen wird der Personalaufwand beim Dienstleister gesenkt und der Kunde erhält zeitnah Statusinformationen.
Was ist das "Logistische U" und warum wird es verwendet?
Das "Logistische U" ist eine spezifische Darstellung der Wertschöpfungskette der Siemens AG, die der Arbeit als strukturelle Basis für die Untersuchung der verschiedenen Logistikbereiche dient.
- Arbeit zitieren
- Volker Kretschmer (Autor:in), 1996, Möglichkeiten zur Optimierung der Logistikkette durch das Internet, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/185182