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Intermedia / Intermedialität: Konzepte,Theorien und Umsetzung

Title: Intermedia / Intermedialität: Konzepte,Theorien und Umsetzung

Term Paper (Advanced seminar) , 2003 , 18 Pages , Grade: gut

Autor:in: Stefan Möller (Author)

Theater Studies, Dance
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Ziel dieser Arbeit kann es nicht sein, eine allgemein gültige Definition dessen, was Intermedia ist, abzuliefern. Die Überlegungen sind so vielfältig und unterschiedlich, dass eine abschließende Definition unmöglich ist. Gerade in jüngerer Zeit wird der Begriff Intermedialität nahezu inflationär gebraucht. Vielmehr soll versucht werden, einen Überblick über die aktuelle wissenschaftliche Diskussion zu geben und einen ‚Zwischenstand’ der begrifflichen Eingrenzungen zu vermitteln. Erschwert wird dies auch dadurch, dass in den unterschiedlichen Ansätzen von unterschiedlichen ‚Medienbegriffen’ ausgegangen wird. Die theoretischen Überlegungen werden zum großen Teil im Bereich der Medienwissenschaft und der Literaturwissenschaft geführt, in der Kunstgeschichte und in der Theaterwissenschaft werden die genannten Begriffe eher allgemeiner verwendet. Bei der Betrachtung der intermedialen Aktionsformen geht es mir nicht darum, die einzelnen Kunstformen zu untersuchen, sondern den Entwicklungsweg und die Herkunft dieser künstlerischen Ausdrucksformen im 20. Jahrhundert zu skizzieren. Im abschließenden Kapitel soll ein Ausblick auf eine neue Kunstform, die Biokunst oder Transgene/Genetische Kunst gegeben werden, in der die Verschmelzung von naturwissenschaftlichen Praktiken und künstlerischem Schaffen (also zwischen dem Medium Wissenschaft und dem Medium Kunst) unabdingbar ist

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Inhaltsverzeichnis

0 Einleitung

1 Intermedia / Intermedium / Intermedialität: Zur Begriffsgeschichte und medientheoretischen und poetologischen Begriffsbestimmung

2 Formen von Intermedialität

2.1 Synthetische (oder fusionelle) Intermedialität

2.2 Formale (oder Trans-mediale) Intermedialität

2.3 Transformatorische (repräsentierende) Intermedialität

2.4 Ontologische Intermedialität

3 Intermediale Aktionsformen

4 Die Verbindung von Wissenschaft und Kunst im 21. Jahrhundert: ein Ausblick

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit gibt einen Überblick über die wissenschaftliche Diskussion zum Begriff der Intermedialität. Dabei wird der Frage nachgegangen, wie intermediale Aktionsformen im 20. Jahrhundert entstanden sind und wie sich die Verschränkung von Kunst und Wissenschaft, insbesondere im Bereich der Biotechnologie, im 21. Jahrhundert weiterentwickelt.

  • Historische und medientheoretische Herleitung des Begriffs Intermedialität.
  • Klassifizierung verschiedener Typen intermedialer Prozesse.
  • Analyse intermedialer Aktionsformen wie Happening, Fluxus und Aktionismus.
  • Untersuchung der Verschmelzung von künstlerischem Schaffen und modernen Naturwissenschaften (Transgene Kunst).

Auszug aus dem Buch

2.4 Ontologische Intermedialität

zu trennen. Ausgangspunkt ist, dass sich ein Medium durch transformierende Bezugnahme auf ein anderes Medium bestimmen kann. Durch die Bestimmung eines (oder mehrer) medialen Differenzial zwischen zwei Medien können spezifische Wesensmerkmale eines einzelnen Mediums festgestellt werden. Formen von Intermedialität sind demnach Brüche, Lücken und Grenzen und Zwischenräume, in denen „ihr mediales Differenzial figuriert.“ Intermedialität in diesem Sinne versteht sich als Abgrenzung, die eine Definition des Wesens eines Mediums ermöglicht (oder ermöglichen kann) und liegt gerade nicht in Gemeinsamkeiten und/oder Relationen zwischen verschiedenen Medien.

Als frühes Beispiel für diese Art der intermedialen Betrachtung lässt sich Lessings Laokoon heranziehen. Der „fruchtbare Augenblick“ ist das mediale Differenzial zwischen bildenden und narrativen Künsten. Das Differenzial findet sich in dem Zwischenraum der nicht wahrnehmbaren, zeitlichen Verzögerung einer räumlichen Geste.

Die Differenzierungskriterien eines Mediums bestimmen sich aus den umlagernden Bezugspunkten, sie sind abhängig von den Definitionen der zu vergleichenden anderen Medien. Wenn demnach Fotografie von der Malerei unterscheidet, das in der Fotografie indexikalische Bilder erzeugt werden, so kann diese Kriterium, die indexikalischen Bilder, nicht als mediales Differenzial zwischen Fotografie und Film dienen, da dies beiden gemeinsam ist. Bezüglich Fotografie und Film muss also nach neuen medialen Differenzen gesucht werden. Wenn Fotografie im Kontext von Malerei und Film definiert werden soll, liegt das mediale Differenzial darin, dass die Fotografie indexikalische und statische Bilder erzeugt.

Zusammenfassend kann gesagt werden, dass Konzepte von Intermedialität je nach Art des Medienbegriffs variieren. Gemeint sein kann die Beziehung zwischen technischen Instrumenten oder Apparaten, das perzeptive Zusammenspiel von Medien der Wahrnehmung zur Konstruktion von Realität als erkenntnistheoretische Intermedialität oder die Unterscheidung von Medien aufgrund von formalen Eigenschaften in Kunstwerken. Diese Ebenen lassen sich nicht strikt voneinander trennen, es existieren Übergänge und Variationen.

Zusammenfassung der Kapitel

0 Einleitung: Die Einleitung erläutert die Schwierigkeit einer endgültigen Definition von Intermedialität aufgrund des inflationären Gebrauchs des Begriffs und skizziert das Vorhaben, einen Überblick über den aktuellen Forschungsstand zu geben.

1 Intermedia / Intermedium / Intermedialität: Zur Begriffsgeschichte und medientheoretischen und poetologischen Begriffsbestimmung: Dieses Kapitel zeichnet die historische Entwicklung des Begriffs von Coleridge bis hin zu modernen medientheoretischen Ansätzen von Bachtin und Kristeva nach.

2 Formen von Intermedialität: Es werden vier grundlegende Typen von Intermedialität – synthetisch, formal, transformatorisch und ontologisch – zur systematischen Kategorisierung künstlerischer Mittel vorgestellt.

3 Intermediale Aktionsformen: Dieses Kapitel befasst sich mit der künstlerischen Praxis des 20. Jahrhunderts, insbesondere mit Happening, Fluxus und Aktionismus, und deren Rolle bei der Überwindung von Gattungsgrenzen.

4 Die Verbindung von Wissenschaft und Kunst im 21. Jahrhundert: ein Ausblick: Der abschließende Teil beleuchtet den Paradigmenwechsel durch neue Technologien und die Entstehung der Transgenen Kunst als Schnittstelle zwischen biologischer Forschung und künstlerischem Schaffen.

Schlüsselwörter

Intermedialität, Intermedia, Medientheorie, Aktionskunst, Happening, Fluxus, Aktionismus, Transgene Kunst, Biotechnologie, Mediales Differenzial, Kunstgeschichte, Paradigmenwechsel, Gesamtkunstwerk, Ästhetik, Medienkombination.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht theoretische Konzepte der Intermedialität und deren praktische Umsetzung in der Kunst, mit einem besonderen Fokus auf die historische Entwicklung und zukünftige Verbindungsmöglichkeiten zur Wissenschaft.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Begriffsgeschichte von Intermedia, die Differenzierung verschiedener Intermedialitätstypen sowie die künstlerische Praxis des 20. und 21. Jahrhunderts.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es, den aktuellen wissenschaftlichen Diskurs über Intermedialität strukturiert darzustellen, einen „Zwischenstand“ der begrifflichen Eingrenzungen zu geben und die Verschränkung von Kunst und modernen naturwissenschaftlichen Disziplinen zu beleuchten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine komparative Literatur- und Theorieanalyse sowie eine kunsthistorische Untersuchung der Entwicklung intermedialer Aktionsformen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden sowohl theoretische Klassifizierungen (wie synthetische oder ontologische Intermedialität) als auch konkrete künstlerische Bewegungen wie der Wiener Aktionismus und die Arbeit von Künstlern wie John Cage oder Eduardo Kac analysiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Intermedialität, Mediales Differenzial, Transgene Kunst und Aktionsformen charakterisiert.

Was unterscheidet „Intermedia“ von „Mixed Media“?

Laut Higgins erfordert Intermedia eine konzeptionelle Fusion, die die Bestandteile unzertrennlich macht, während Mixed Media als eine Ansammlung getrennt wahrnehmbarer medialer Elemente definiert ist.

Welche Rolle spielt die Genetik in der modernen Kunst?

Die Genetik dient der Kunst als neues Werkzeug und neue Ausdrucksform, wodurch die Grenze zwischen natürlichem System und künstlich manipuliertem Objekt verschwimmt, was sich besonders in der Transgenen Kunst zeigt.

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Details

Title
Intermedia / Intermedialität: Konzepte,Theorien und Umsetzung
College
University of Leipzig  (Institut für Theaterwissenschaft)
Course
Hauptseminar: Grenzüberschreitungen: Neue Verbindungen zwischen Künsten, Wissenschaften und Medien
Grade
gut
Author
Stefan Möller (Author)
Publication Year
2003
Pages
18
Catalog Number
V18518
ISBN (eBook)
9783638228510
ISBN (Book)
9783638842204
Language
German
Tags
Intermedia Intermedialität Konzepte Theorien Umsetzung Hauptseminar Grenzüberschreitungen Neue Verbindungen Künsten Wissenschaften Medien
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Stefan Möller (Author), 2003, Intermedia / Intermedialität: Konzepte,Theorien und Umsetzung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/18518
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