Unter Datenmüll vergraben, meist verstreut über verschiedene Systeme eines Unternehmens, vergammeln wertvolle Informationen. Entsprechend verdichtet und aufbereitet, könnten sich durch die beim täglichen Betrieb anfallenden Daten neue Verhaltensweisen ergeben. „So fallen bei einer Bank jede Menge verschiedenartiger Informationen über die Kunden an, etwa Kontoformen und –bewegungen, Sparformen und –aktivitäten, Kredite et cetera.“ Diese Informationen können ein Kundenprofil bilden, aus welchem sich wirksame Werbemaßnahmen ableiten lassen, „das aber auch hilft, über die Kreditfähigkeit entscheiden zu können“ .
Fortune 500 aus den USA schätzen, daß lediglich ein Prozent aller gespeicherten Informationen den Mitarbeitern und Entscheidungsträgern zugänglich ist. Eine Problematik, die sich weiter verschärfen wird. Insbesondere der zunehmende Einsatz von Computersystemen, sowie die Vernetzung zwischen Unternehmenseinheiten, aber auch der Siegeszug des Internet, insbesondere des World Wide Web (WWW), trägt zu einem weiteren Zuwachs an neuen Daten bei.
Der Begriff Information gewinnt immer mehr an Bedeutung und kann in der heutigen Zeit als eigenständiger Produktionsfaktor angesehen werden. Informationsmanagement als Schnittstelle zwischen informationsverarbeitenden Systemen und strategischer Entscheidungsfindung hat die Aufgabe, den im Hinblick auf das Unternehmensziel bestmöglichen Einsatz der Ressource Information zu gewährleisten.
Inhaltsverzeichnis
1 DIE ZUNEHMENDE BEDEUTUNG DES INTERNET FÜR DAS INFORMATIONSMANAGEMENT
1.1 Aktuelle Entwicklung des Informationsmanagement
1.1.1 Traditionelle Informationssysteme versus aktuelle Informationssysteme
1.1.2 Data Warehousing als Ausweg aus dem Datenchaos
1.1.2.1 Klassische Merkmale von Data Warehouse – Daten
1.1.2.2 Die Integration der Daten in ein Data Warehouse
1.1.3 Bewertung des Data Warehousing
1.2 Die Internet – Technologie
1.2.1 Die Funktionsweise des Internet
1.2.2 Die Komponenten des Internet
1.2.3 Das World Wide Web
1.3 Ziele einer Verknüpfung der Internet – Technologie mit der Technologie des Data Warehousing
2 INTEGRATION DER INTERNET – TECHNOLOGIE IN EIN DATA WAREHOUSE
2.1 Die Konzeption des Data Warehousing
2.1.1 Komponenten eines Data Warehouse
2.1.2 Organisatorische Aufbaumöglichkeiten eines Data Warehouse
2.1.3 Datenanalyse mit Online Analytical Processing (OLAP)
2.1.3.1 Anforderungen an ein OLAP konformes Werkzeug
2.1.3.2 Die Konzeption von OLAP
2.1.3.3 Typische Operationen des OLAP
2.1.3.4 Die Kategorien des OLAP
2.1.3.4.1 Mehrdimensionale Modellierung einer Datenbank mit dem Stern – Schemata
2.1.3.4.2 Mehrdimensionale Modellierung einer Datenbank mit dem Schneeflocken – Schemata
2.1.3.5 OLAP im Einsatz mit Internet Data Warehousing
2.1.4 Das Erkennen von Datenmustern mit Data Mining
2.2 Die Verknüpfung der Internet-Technologie mit einem Data Warehouse
2.2.1 Die Nutzung des Internet als Informationsquelle für ein Data Warehouse
2.2.2 Die Verknüpfung der Internet - Technologie mit einem Data Warehouse im Rahmen des Internet – Data Warehousing
2.2.2.1 Die Nutzung des Internet als Kommunikationsinfrastruktur für ein Data Warehouse
2.2.2.1.1 Phasen der strategischen Planung eines Data Warehouse
2.2.2.1.2 Planung der Data Warehouse – Organisation
2.2.2.2 Die Realisierung des dynamischen Zugriffs auf ein Data Warehouse über Internet
2.2.2.2.1 Die Abfrage des Datenbestandes eines Data Warehouse mittels Common Gateway Interface (CGI)
2.2.2.2.2 Die Abfrage des Datenbestandes eines Data Warehouse mittels Java Database Connectivity (JDBC)
2.2.3 Sicherheitsapekte, die bei der Realisierung einer Internet Data Warehouse – Lösung zu beachten sind
2.2.4 Beurteilung der Vorteilhaftigkeit einer Verbindung von Data Warehousing und Internet unter besonderer Berücksichtigung der sich dabei ergebenden Synergiepotentiale
3 DER EINSATZ VON INTERNET – DATA WAREHOUSE – LÖSUNGEN IN DER PRAXIS
3.1 Porträt des Unternehmens Information Advantage
3.2 Praxisbeispiele
3.2.1 Hintergründe für die Realisierung eines Internet Data Warehouse bei Land O´Lakes
3.2.2 Realisierung eines Terabyte-Plus – DW bei MasterCard International
3.2.3 Die Implementierung eines Internet – Data Warehouse bei Payserv Telekurs AG
3.2.3.1 Initialisierung und Aufgliederung des Projektes
3.2.3.2 Darstellung der Betriebsumgebung
3.2.3.3 Aktueller Stand des Projektes und weitere geplante Schritte
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht das Konzept des Data Warehousing und dessen Integration mit der Internet-Technologie, um eine effizientere Informationsbereitstellung und Entscheidungsunterstützung in Unternehmen zu ermöglichen. Im Fokus steht dabei die Bewältigung des wachsenden Datenaufkommens und die Schaffung einer flexiblen, unternehmensweiten Informationsinfrastruktur durch Web-basierte Lösungen.
- Grundlagen und Herausforderungen des Informationsmanagements
- Konzeption und Komponenten eines modernen Data Warehouse
- Einsatzmöglichkeiten von OLAP und Data Mining in Internet-Umgebungen
- Sicherheitsaspekte und Synergiepotentiale bei der Internet-DW-Integration
- Praktische Umsetzung von Internet-Data-Warehouse-Lösungen anhand von Fallbeispielen
Auszug aus dem Buch
2.1.3.4 Die Kategorien des OLAP
Aufgrund der Weiterentwicklung der OLAP – Systeme haben sich zwei Kategorien (MOLAP und ROLAP) von OLAP herausgebildet, welche anhand ihrer Datenspeicherung voneinander abzugrenzen sind. „Teilweise existieren auch Produkte, die beide Konzepte verbinden“106.
Bei OLAP muß zwischen der Notwendigkeit einer multidimensionalen Sicht auf die Daten und der Möglichkeit, diese Daten auch physisch in multidimensionaler Form zu speichern, unterschieden werden. In der Vergangenheit erforderten komplexe, mehrdimensionale Analysen, auf Basis umfangreicher DW – Datenbanken proprietäre multidimensionale Datenbank – Managementsysteme (MDBMS). Im Gegensatz zur relationalen Datenspeicherung, bei der Daten in „flachen“ Tabellen abgespeichert werden, verarbeitet ein MDBMS – System anfallende Daten zu einem mehrdimensionalen Datenwürfel. Aufgrund spezialisierter Speicher- und Indizierungstechniken, sind sie für die Ablage und Manipulation multidimensionaler Daten optimiert und bieten Abfrage- und Berechnungsoperationen auf mehrere Dimensionen. Der Skalierbarkeit hinsichtlich des Datenvolumens sind jedoch enge Grenze gesetzt: „Typische Obergrenzen für MDBMS liegen im Bereich von zwei bis zweiunddreißig Gigabyte.“107
Als Alternative zu properitären MDBMS bietet sich der Einsatz relationaler Datenbanken an, die extreme Skalierbarkeit und gute Performance bei sehr großem Datenvolumen bieten. Denormalisierte Datenmodelle, wie das Stern – Schemata oder das Schneeflocken – Schemata, erlauben es multidimensionale Strukturen auf relationale Datenbanken abzubilden und gewährleisten somit eine optimale Abfrage – Performance. Die sogenannte ROLAP – Engine fungiert als Schnittstelle zwischen OLAP – Applikationen und einer relationalen Datenbank, um relationale Daten in multidimensionale Strukturen aufzubereiten.
Zusammenfassung der Kapitel
1 DIE ZUNEHMENDE BEDEUTUNG DES INTERNET FÜR DAS INFORMATIONSMANAGEMENT: Dieses Kapitel erläutert die steigende Relevanz des Informationsmanagements und führt das Konzept des Data Warehousing als strategische Antwort auf die zunehmende Datenflut ein.
2 INTEGRATION DER INTERNET – TECHNOLOGIE IN EIN DATA WAREHOUSE: Hier werden die technischen Grundlagen, OLAP-Konzepte sowie die Methoden zur dynamischen Verknüpfung von Data Warehouses mit dem Internet detailliert erörtert.
3 DER EINSATZ VON INTERNET – DATA WAREHOUSE – LÖSUNGEN IN DER PRAXIS: Dieser Teil präsentiert konkrete Praxisbeispiele und Firmenporträts, um die praktische Anwendbarkeit und die strategischen Vorteile der vorgestellten DW-Konzepte zu veranschaulichen.
Schlüsselwörter
Data Warehouse, Internet, Informationsmanagement, OLAP, ROLAP, MOLAP, Data Mining, Web Farming, Client-Server-Architektur, Datenbank, Unternehmensentscheidungen, Intranet, Sicherheitsmanagement, Performance, Systemarchitektur
Häufig gestellte Fragen
Was ist das übergeordnete Ziel dieser Arbeit?
Die Arbeit verfolgt das Ziel, das Konzept des Data Warehousing darzustellen und aufzuzeigen, wie durch eine Verknüpfung mit der Internet-Technologie eine verbesserte Informationsbereitstellung und effektivere Entscheidungsunterstützung erreicht werden kann.
Welche zentralen Themenfelder behandelt das Dokument?
Die Schwerpunkte liegen auf den Grundlagen des Informationsmanagements, dem Aufbau von Data Warehouses, der Funktionsweise von OLAP-Tools sowie der praktischen Implementierung von Internet-basierten Data-Warehouse-Lösungen.
Wie definiert die Arbeit Data Warehousing?
Data Warehousing wird als eine zentrale Dateninfrastruktur verstanden, die Daten aus operativen Systemen sammelt, konsolidiert, filtert und für Analysezwecke aufbereitet, um unternehmensweite Entscheidungen zu unterstützen.
Welche wissenschaftlichen Methoden kommen zum Einsatz?
Die Arbeit stützt sich auf eine fundierte Literaturanalyse und die Untersuchung konkreter Praxisbeispiele, um die theoretischen Konzepte mit realen Implementierungen abzugleichen.
Was umfasst der theoretische Hauptteil?
Der Hauptteil befasst sich intensiv mit der Konzeption des Data Warehousing, der Integration der Internet-Technologie, Sicherheitsanforderungen beim Datenzugriff sowie den verschiedenen OLAP-Kategorien (ROLAP/MOLAP).
Durch welche Schlüsselbegriffe ist die Arbeit charakterisiert?
Die Arbeit ist maßgeblich geprägt durch Begriffe wie Data Warehouse, OLAP, Internet-Technologie, Skalierbarkeit, Performance, Datenintegration und strategische Informationsbereitstellung.
Welche Rolle spielen Sicherheit und Firewalls in diesem Kontext?
Da der Zugriff über das Internet neue Sicherheitsrisiken birgt, werden Mechanismen wie Firewalls, Datenverschlüsselung und Authentifizierungsprozesse behandelt, um den unberechtigten Zugriff auf sensible Unternehmensdaten zu verhindern.
Welchen Beitrag leisten die Praxisbeispiele in Kapitel 3?
Die Praxisbeispiele (Land O’Lakes, MasterCard International, Payserv) illustrieren, wie die theoretischen Ansätze in unterschiedlichen Branchen unter realen Bedingungen angewendet werden, um geschäftliche Herausforderungen zu meistern.
Was versteht man unter dem in der Arbeit erwähnten Web Farming?
Web Farming bezeichnet die systematische Identifikation und Integration externer WWW-Inhalte in den eigenen Datenbestand eines Data Warehouse, um die Qualität und Aktualität der Entscheidungsgrundlagen zu verbessern.
Welche Bedeutung wird dem Konzept der "Skalierbarkeit" beigemessen?
Skalierbarkeit wird als kritischer Faktor für den Erfolg von Data-Warehouse-Systemen betrachtet, um sowohl wachsende Datenmengen als auch eine steigende Anzahl von Anwendern performant bedienen zu können.
- Arbeit zitieren
- Dietmar Neu (Autor:in), 1998, Data Warehousing und Internet, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/185218