Die nachfolgenden Betrachtungen sollen dazu dienen, dem Investitionsentscheider ein realistisches Bild über das Internet zu vermitteln und Lösungsmöglichkeiten anzubieten, die eine effektive unternehmerische Nutzung des Internets ermöglichen.
In den letzten Jahren tauchten immer häufiger die Begriffe ”Multimedia” und ”Internet” auf. Doch was sich dahinter verbirgt, wissen die wenigsten, auch wenn diese Begriffe zu den Wörtern der Jahre 1995 und 1996 gekürt worden sind. Rein technisch gesehen ist das Internet nichts anderes als ”... die Verbindung zwischen bereits bestehenden lokalen Netzwerken, die untereinander sowohl Text-, Bild- und Grafik- und Tondateien austauschen können.” Überraschenderweise handelt es sich hierbei auch nicht um eine neuzeitliche Erfindung, sondern um eine Erfindung aus dem Jahr 1968, die vom US-Verteidigungsministerium ins Leben gerufen wurde.
Mit der Zeit wurde das Netz überwiegend von Hochschulen erschlossen, die das Internet bereits als weltweites Kommunikationsmedium für sich zu nutzen wußten. Der definitive Durchbruch erfolgte 1990 mit der Erfindung des WorldWideWeb (WWW). Das Revolutionierende daran war, daß das Internet erst dadurch seine Multimediafähigkeit bekam und mittels einer graphischen Benutzeroberfläche die Bedienungsfreundlichkeit erheblich verbessert wurde. Unterstützt wurde die Verbreitung durch einen rasant steigenden Absatz von Computern, der im dritten Quartal 1997 um 16% über dem Vorjahr lag. Durch den Zusammenschluß von weltweiten Computernetzen und die Möglichkeit eines jeden Computerbesitzers an diesem Netz partizipieren zu können, ist eine neue globale Gesellschaft entstanden. Eine Gesellschaft, die z.Z. progressive Zuwachsraten verzeichnen kann.
Dadurch ist gleichzeitig ein neuer potentieller Absatzmarkt entstanden, den es für Unternehmen zu ”erobern” gilt. Diese haben nun die Möglichkeit bekommen, ihre Produkte oder Dienstleistungen ”online” anzubieten und für ihre Kunden 24 Stunden an allen Orten der Welt präsent zu sein. Gerade in einer Welt, die sich zu einem grenzenlosen ökonomischen Raum entwickeln wird, in der Entwicklungszeiten und Innovationszyklen schrumpfen, Know-how und Qualifikation allzeit verfügbar sind, und ein kostenbewußtes Einkaufen forciert wird, wird das betriebswirtschaftliche Nutzenpotential bei einer richtigen Erschließung des Internets enorm sein.
Inhaltsverzeichnis
1. Einführung
1.1 Problemstellung
1.2 Definitorische Begriffsabgrenzung
1.2.1 Virtuelle Unternehmen
1.2.2 Online-Shopping
1.2.3 Electronic Commerce
1.3 Gang der Arbeit
1.4 Electronic Commerce und die derzeitige Unternehmenssituation
1.4.1 Warenumsatz über Online-Medien
1.4.2 Derzeitige Internet-Nutzung deutscher Unternehmen
2. Online-Nutzerstruktur und Entwicklungspotential
2.1 Nutzerzahlen in Online-Netzen
2.1.1 Das Internet in Zahlen
2.1.2 Die Online-Dienste in Zahlen
2.1.3 Gesamtnutzerzahl von Online-Diensten und Internet
2.2 Nutzerstruktur von Online-Netzen
2.2.1 Demographische Daten der Online-Nutzer
2.2.1.1 Geschlecht
2.2.1.2 Alter
2.2.1.3 Bildung
2.2.1.4 Berufliche Tätigkeit und Einkommensstruktur
2.2.2 Verhaltensweisen der Online-Nutzer
2.2.2.1 Zeitliches Nutzungsverhalten
2.2.2.2 Motive der Online-Nutzung
2.3 Entwicklungspotential
2.3.1 Besonders computerinteressierte Gesamtbevölkerung
2.3.2 Das aktuelle Verbraucherverhalten
2.3.2.1 Haupteinkaufstag
2.3.2.2 Katalog-Shopping
2.3.2.3 Beratungsbedürfnis
2.3.2.4 Nutzung von Tele-Banking und Tele-Shopping
2.3.2.5 Zusammenfassung und Ausblick
3. Datensicherheit und Zahlungssysteme
3.1 Einführung
3.2 Datensicherheit im Internet
3.2.1 Software-Verschlüsselungstechniken
3.2.2 Hardware-Verschlüsselungsverfahren (MeChip)
3.3 Zahlungsmöglichkeiten im Internet
3.3.1 Zahlungssysteme auf Kredit-Kartenbasis
3.3.1.1 First Virtual
3.3.1.2 CyberCash
3.3.2 Plattformübergreifende Zahlungssysteme
3.3.2.1 Der SET-Verschlüsselungs-Standard
3.3.2.2 TeleCash Internet
3.3.3 Elektronische Bargeld-Zahlungssysteme
3.3.3.1 Anforderungen an ein elektronisches Zahlungsmittel
3.3.3.2 Ecash
3.3.3.3 Smartcards am Beispiel der Mondex-Chipkarte
3.3.4 Zahlungssysteme auf Kundenkontobasis
4. Rechtliche Aspekte der Online-Nutzung
4.1 Einführung
4.2 Besonderheiten des Vertragsabschlusses
4.3 Verbraucherschutzrechtliche Normen
4.3.1 Allgemeine Geschäftsbedingungen (AGB)
4.3.2 Haustürwiderrufsgesetz (HWiG)
4.3.3 Verbraucherkreditgesetz (VerbrKrG)
4.3.4 Datenschutzrechtliche Bestimmungen
4.4 Urheberrecht
4.5 Schutzmöglichkeiten von Domain-Namen
4.5.1 Namensgesetz (§ 12 BGB)
4.5.2 Markengesetz (MarkenG)
4.5.3 Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG)
5. Sonstige Anforderungen, Vor- und Nachteile
5.1 Die unternehmerische Sichtweise
5.1.1 Von der Vision bis zur Umsetzung
5.1.1.1 Internet Provider
5.1.1.2 Betriebliche Integration der verwendeten Internet-Software
5.1.1.3 Integration des Kunden in die Wertschöpfungskette
5.1.1.4 Messung des Werbeerfolgs
5.1.1.5 Kundennähe im Internet
5.1.1.6 Logistikpartner
5.1.2 Vor- und Nachteile des Online-Shopping
5.1.2.1 Vorteile des Online-Shopping für das Unternehmen
5.1.2.2 Nachteile des Online-Shopping für das Unternehmen
5.2 Die kundenseitige Sichtweise
5.2.1 Vorteile des Online-Shopping für den Kunden
5.2.2 Nachteile des Online-Shopping für den Kunden
6. Illustration ausgewählter Online-Shopping Systeme
6.1 My-world (Karstadt AG)
6.1.1 Charakterisierung des Systems
6.1.2 Systematik der Produktauswahl, Bestell- und Zahlungsabwicklung
6.1.3 Beurteilung des Systems
6.2 Otto (Otto Versand GmbH & Co. KG)
6.2.1 Charakterisierung des Systems
6.2.2 Systematik der Produktauswahl, Bestell- und Zahlungsabwicklung
6.2.3 Beurteilung des Systems
6.3 Shopping24 (Otto Versand GmbH & Co. KG)
6.3.1 Charakterisierung des Systems
6.3.2 Beurteilung des Systems
7. Schlußbetrachtung und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, die Potenziale und Herausforderungen des Online-Shoppings im Rahmen von Virtuellen Unternehmen zu analysieren und eine Prognose für die zukünftige Internet-Akzeptanz zu erstellen, um Investitionsentscheidern eine fundierte Orientierungsgrundlage für die unternehmerische Nutzung des Internets zu bieten.
- Analyse der Online-Nutzerstruktur und dessen Entwicklungspotenzial
- Untersuchung technischer Sicherheitsstandards und elektronischer Zahlungssysteme
- Darstellung rechtlicher Rahmenbedingungen für E-Commerce und Online-Nutzung
- Systematische Evaluierung bestehender Online-Shopping-Systeme (z.B. Karstadt, Otto)
- Gegenüberstellung betriebswirtschaftlicher Vor- und Nachteile der Internet-Präsenz
Auszug aus dem Buch
1.1 Problemstellung
In den letzten Jahren tauchten immer häufiger die Begriffe ”Multimedia” und ”Internet” auf. Doch was sich dahinter verbirgt, wissen die wenigsten, auch wenn diese Begriffe zu den Wörtern der Jahre 1995 und 1996 gekürt worden sind. Rein technisch gesehen ist das Internet nichts anderes als ”... die Verbindung zwischen bereits bestehenden lokalen Netzwerken, die untereinander sowohl Text-, Bild- und Grafik- und Tondateien austauschen können.”. Überraschenderweise handelt es sich hierbei auch nicht um eine neuzeitliche Erfindung, sondern um eine Erfindung aus dem Jahr 1968, die vom US-Verteidigungsministerium ins Leben gerufen wurde. Mit der Zeit wurde das Netz überwiegend von Hochschulen erschlossen, die das Internet bereits als weltweites Kommunikationsmedium für sich zu nutzen wußten. Der definitive Durchbruch erfolgte 1990 mit der Erfindung des WorldWideWeb (WWW). Das Revolutionierende daran war, daß das Internet erst dadurch seine Multimediafähigkeit bekam und mittels einer graphischen Benutzeroberfläche die Bedienungsfreundlichkeit erheblich verbessert wurde.
Unterstützt wurde die Verbreitung durch einen rasant steigenden Absatz von Computern, der im dritten Quartal 1997 um 16% über dem Vorjahr lag. Durch den Zusammenschluß von weltweiten Computernetzen und die Möglichkeit eines jeden Computerbesitzers an diesem Netz partizipieren zu können, ist eine neue globale Gesellschaft entstanden. Eine Gesellschaft, die z.Z. progressive Zuwachsraten verzeichnen kann. Dadurch ist gleichzeitig ein neuer potentieller Absatzmarkt entstanden, den es für Unternehmen zu ”erobern” gilt. Diese haben nun die Möglichkeit bekommen, ihre Produkte oder Dienstleistungen ”online” anzubieten und für ihre Kunden 24 Stunden an allen Orten der Welt präsent zu sein. Gerade in einer Welt, die sich zu einem grenzenlosen ökonomischen Raum entwickeln wird, in der Entwicklungszeiten und Innovationszyklen schrumpfen, Know-how und Qualifikation allzeit verfügbar sind, und ein kostenbewußtes Einkaufen forciert wird, wird das betriebswirtschaftliche Nutzenpotential bei einer richtigen Erschließung des Internets enorm sein.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einführung: Definition der Grundbegriffe und Darstellung der ökonomischen Bedeutung sowie der derzeitigen Unternehmenssituation im Online-Handel.
2. Online-Nutzerstruktur und Entwicklungspotential: Analyse der demographischen Daten und Verhaltensweisen von Internet-Nutzern sowie Einschätzung des zukünftigen Marktpotenzials.
3. Datensicherheit und Zahlungssysteme: Vorstellung verschiedener Verschlüsselungstechniken und elektronischer Bezahlsysteme zur Absicherung digitaler Transaktionen.
4. Rechtliche Aspekte der Online-Nutzung: Beleuchtung der rechtlichen Rahmenbedingungen wie Vertragsabschluss, Verbraucherschutz, Urheberrecht und Domain-Namensschutz.
5. Sonstige Anforderungen, Vor- und Nachteile: Diskussion der strategischen unternehmerischen Umsetzung, inklusive Logistik und einer detaillierten Nutzenanalyse für Anbieter und Kunden.
6. Illustration ausgewählter Online-Shopping Systeme: Praktische Fallstudien der Online-Angebote von Karstadt (my-world) und dem Otto Versand.
7. Schlußbetrachtung und Ausblick: Zusammenfassende Einschätzung der zukünftigen Entwicklung und der strategischen Bedeutung von Investitionen im Internet.
Schlüsselwörter
Internet, Online-Shopping, Electronic Commerce, Datensicherheit, Zahlungssysteme, Kundenbindung, Multimedia, Nutzerstruktur, Rechtliche Aspekte, Domain-Namen, Logistik, Wertschöpfungskette, Online-Dienste, Verbraucherschutz, IT-Infrastruktur
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Arbeit untersucht die Potenziale und Risiken des Online-Shoppings sowie die strategische Integration des Internets in die Geschäftsprozesse von Unternehmen.
Welche Themenfelder stehen im Zentrum?
Zentrale Themen sind die Nutzerstruktur, Datensicherheit, elektronische Zahlungsmethoden, rechtliche Rahmenbedingungen und die praktische Umsetzung durch Unternehmen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, Investitionsentscheidern ein realistisches Bild über die Möglichkeiten des Internets im Handel zu vermitteln und Wege für eine effektive unternehmerische Nutzung aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse sowie einer eigenen empirischen Erhebung zum Käuferverhalten von über 2.100 Personen aus verschiedenen Alterssegmenten.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Nutzerstruktur, Sicherheits- und Zahlungsaspekte, rechtliche Grundlagen, betriebswirtschaftliche Vor- und Nachteile sowie praktische Illustrationen bestehender E-Commerce-Modelle.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Electronic Commerce, Online-Shopping, Datensicherheit, Kundenbindung, Internet-Provider und digitale Signatur.
Warum ist das Thema Datensicherheit für den Online-Handel so entscheidend?
Die Akzeptanz von elektronischen Zahlungsmitteln hängt maßgeblich von der Sicherheit ab; ohne entsprechende Verschlüsselung besteht ein zu hohes Risiko für Datenmissbrauch, was potenzielle Käufer abschreckt.
Welche Rolle spielt die Integration des Kunden in die Wertschöpfungskette?
Sie ist essentiell, da der Kunde nicht mehr nur Käufer ist, sondern durch seine Daten unmittelbar zum Bestandteil des Geschäftsprozesses wird, was effizienteres Produkt- und Kundenmanagement ermöglicht.
- Arbeit zitieren
- Mark S. Tenbieg (Autor:in), 1998, Virtuelle Unternehmen. Chancen und Risiken des Online-Shopping, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/185225