Regionale Wirtschaftsförderung durch Technologie- und Gründerzentren. Empirische Untersuchung zu Firmenbestand und Leitbranchenkonzeption in Nordrhein-Westfalen


Magisterarbeit, 1999
67 Seiten, Note: 1

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Verzeichnis der Abkürzungen

1. Einleitung
1.1 Problemstellung und Zielsetzung
1.2 Methodik und Aufbau der Arbeit
1.3 Begriffliche Abgrenzungen
1.3.1 Der Begriff des Technologie- und Gründerzentrums
1.3.2 Der Begriff der technologieorientierten Unternehmensgründung
1.4 Forschungsstand und Literaturlage

2. Die Technologiepolitik in Nordrhein-Westfalen: Ein Überblick
2.1 Ursachen und Ziele
2.2 Entwicklung seit

3. Ergebnisse der Befragung
3.1 Die empirische Befragung
3.1.1 Durchführung und Rücklauf der Befragung
3.1.2 Statistische Auswertungsverfahren der Datenanalyse
3.2 Leitbranchen
3.2.1 Motivation für die Leitbranchenkonzeption
3.2.2 Branchenspezifische Zentrenausstattung
3.2.3 Änderungen der ursprünglichen Konzeption
3.3 Firmenbestand
3.4 Finanzierung
3.5 Konkurrenz zu anderen Fördereinrichtungen?
3.6 Interne Defizite und aktuelle Probleme

4. Zusammenfassung

5. Schlußfolgerungen und Ausblick

6. Literatur- und Quellenverzeichnis

Zusätzliche Quellen im Internet:

7. Anhang

7.1 Verzeichnis der befragten Technologie- und Gründerzentren

Verzeichnis der Abkürzungen

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. Einleitung

1.1 Problemstellung und Zielsetzung

Mit weit über 200 Einrichtungen des Technologietransfers und der Innovationsförderung verfügt Nordrhein - Westfalen heute über eine vielfältige technologiepolitische Infrastruktur. Der Aufbau dieser bundesweit wohl einmalig facettenreichen Förderlandschaft erfolgte seit Beginn der siebziger Jahre. Angesichts eines gerade hier schmerzlich erfahrenen Strukturwandels, der mit dem Verlust zahlreicher Arbeitsplätze vor allem in Bergbau - und Hüttenwesen verbunden war, sah man sich vor die Aufgabe gestellt, die Entstehung neuer und zukunftsträchtiger Industrien zu forcieren. Dazu dient dem Land seit 1984 neben anderen auch das Instrument der Technologie - und Gründerzentren[1]. Diese sollen nun im Rahmen der vorliegenden Arbeit näher untersucht werden.

Den ersten Kontakt zu TGZ und zugleich den Anstoß zur späteren Beschäftigung im Rahmen einer Magisterarbeit erhielt der Verfasserwährend des Hauptseminars "Instrumente Kommunaler Wirtschaftsförderung" im WS 1994/95. Es stand unter der Ägide von Prof. Dr. Michael Buse und bot damals als einzige Veranstaltung am Seminar für Politische Wissenschaft die Möglichkeit zur praxisorientierten Arbeit. So konnten dort erste Erfahrungen mit der Planung, Durchführung und Auswertung einer Befragung zur Wirtschaftsstruktur einer Kleinstadt gewonnen werden. Auch diese Studie will mittels einer empirischen Erhebungeinige Fragekomplexe untersuchen, auf die in den folgenden Kapiteln ausführlich eingegangen wird.

Bei der Durchsicht der Literatur offenbarte sich ein Mangel an von neutraler Seite erhobenen Daten zu den Zielsetzungen, die von den Trägern der Technologie - und Gründerzentren selbst definiert wurden. Hier setzt die Arbeit an, die einen Beitrag zur Beantwortung folgenderzentraler Fragen leisten will:

- Was waren die Beweggründe für die Wahl der Schwerpunktbranchen in den TGZ? Von wem ging dabei die Initiative aus?
- Wie viele TGZ haben ihre zu Anfang gefaßte Branchenkonzeption bereits einer Änderung unterworfen? Aus welchen Gründen?
- Werden TGZ mit Leitbranchenkonzeption ihrem selbst gewählten Fokus bei der Auswahl ihrer Mieter gerecht?
- Wie setzt sich der Unternehmensbestand der nordrhein-westfälischen TGZ zusammen?
- Wie viele TGZ mit Leitbranchenkonzeption besitzen auch leitbranchenspezifische Einrichtungen? Welche sind dies?
- Welche Gesellschafter beteiligen sich an den Betriebsgesellschaften der TGZ in NRW?
- Wie gestaltet sich der Wettbewerb mit anderen Fördereinrichtungen des Technologietransfers, der Innovations- und derGründungsförderung?
- Mit welchen alltäglichen internen Defiziten und aktuellen Problemen müssen sich die Zentren auseinandersetzen?

Im Mittelpunkt soll abschließend die Frage stehen, ob TGZ ihre selbstgesteckten Ziele bei der Wahl von Schwerpunktbranchen erreicht haben und ob eine Ausrichtung auf bestimmte Branchen bzw. Technologiefelder sinnvoll ist. Dabei sollen auch Handlungsalternativen für eine mögliche Verbesserung und Effizienzsteigerung des Instruments ‘TGZ’ vorgelegt werden.

Abschließend bleibt anzumerken, daß sich diese Studie nicht zum Ziel setzt, die untersuchten TGZ auf der Basis der empirisch gewonnenen Ergebnisse hierarchisch mit anderen innovations - oder existenzgründungsorientierten Fördereinrichtungen zu vergleichen oder zu bewerten.

1.2 Methodik und Aufbau der Arbeit

Bevor auf die vorerwähnten Fragestellungen näher eingegangen wird, bedarf es zunächst einiger vorbereitender Erläuterungen. Dazu werden zuerst in Kapitel 1.3 durch die Vorstellung und Definition einiger zentraler Begriffe Orientierungshilfen für die eigentliche Untersuchung geschaffen. Im anschließenden Teil 1.4 dieser Studie wird ein Überblick über Forschungsstand und Schrifttum geboten. Dies geschieht, indem die wichtigsten Studien zum Thema dieser Arbeit chronologisch sortiert besprochen werden. Inhalte und Ergebnisse werden dargestellt und Schwächen wie Stärken kritisch erörtert.

Im nachfolgenden Kapitel 2 wird zunächst die wirtschaftliche und politische Ausgangslage skizziert, die dem Aufbau der TGZ voranging. Thema ist die Entwicklung der nordrhein - westfälischen Technologiepolitik und des Konzepts der regionalisierten Strukturpolitik. Hierbei wird die Entwicklung hin zu Technologie - und Gründerzentren als landesspezifisches Instrumentarium zur Bewältigung der andauernden Strukturkrise und als ein wichtiges Element einer innovationsorientierten Infrastruktur beschrieben.

Im dritten Untersuchungsabschnitt werden die empirischen Ergebnisse dieser Untersuchung zu den o.g. Fragestellungen dargestellt. Dazu wird als erstes kurz auf die Abwicklung der Befragung eingegangen, bevor anschließend statistische Probleme zur Sprache kommen. Die eigentlichen empirischen Ergebnisse werden dann aufbauend auf die vorherigen Abschnitte in den folgenden Kapiteln dargelegt. Erst hier wird näher auf die zu Beginn aufgeworfenen Fragen eingegangen. Dazu befaßt sich Kapitel 3.2zuerst mit Fragen zur Leitbranchenkonzeption, bevor in dem folgenden Passus 3.3 der Firmenbestand nordrhein - westfälischer TGZ erörtert wird. Kapitel3.4 – 3.6 widmen sich schließlich verschiedenen Fragen rund um die Themen ‘Finanzierung’, ‘Wettbewerb’ und ‘Alltagsprobleme’.

Im vierten Abschnitt werden noch einmal die wichtigsten empirisch Erkenntnisse, die bei der Evaluierung der Zentren gewonnen wurden, in einem kurzen Abriß wiedergegeben. Nach der Zusammenfassung der Befunde folgen abschließend einige Schlußfolgerungen, die hinsichtlich der hier aufgeworfenen Fragestellungen zu ziehen sind.

1.3 Begriffliche Abgrenzungen

1.3.1 Der Begriff des Technologie- und Gründerzentrums

Um den Untersuchungsgegenstand dieser Studie abzugrenzen, erscheint zunächst die definitorische Klärung notwendig. Obwohlmittlerweile allein in Nordrhein - Westfalen nach Angaben des MWMTV 63 Technologiezentren bestehen[2] (siehe Abb.1) und seit der Errichtung des ersten Zentrums in Deutschland mehr als zehn Jahre vergangen sind, existiert bislang keine einheitliche Definition[3].

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Stattdessen begegnet man einer zunehmenden Heterogenität der Zentrentypen. Diese werden mit einer Vielfalt oft synonym gebrauchter Termini bezeichnet, von denen die Mehrheit entweder durch den Appendix "Zentrum" (z.B. Gründerzentrum, Technologiezentrum, Innovationszentrum etc.) oder "Park" (z.B. Technologiepark, Industriepark usw.) gekennzeichnet ist[4]. Daher läßt sich oft von der Bezeichnung der Einrichtung her nicht auf ihren exakten Charakter schließen. Das mag auch daran liegen, daß bei den Initiatoren der Zentren wegen des Drangs zu einem höherwertigen Image nicht immer von der korrekten Nutzung des Begriffs "Technologie - und Gründerzentrum" ausgegangen werden kann.[5] Die Zentren bemühen sich zudem oft, sich durch den Aufbau eines unverwechselbaren Image aus der breiten Masse bereits bestehender TGZ hervorzuheben[6]. Konzeption und Ziele von TGZ werden obendrein in hohem Maße von der länderspezifischen Technologiepolitik geprägt.

Die fließenden Übergänge verschiedenartiger Einrichtungen ohne festumrissene Abgrenzungen erschweren wissenschaftliches Arbeiten. In der wissenschaftlichen Literatur erfolgt daher meist die Abgrenzung der zu untersuchenden Einrichtungen nach spezifischen Definitionsmerkmalen wie Konzeption, Organisation, Klientel und Zielsetzung. Dazu werden oftmals vier Idealtypen gebildet, welche in praxi allerdings kaum vorkommen: Forschungspark, Technologiezentrum, Gründerzentrum und Gewerbezentrum[7]. Tatsächlich existieren konzeptionelle und organisatorische Mischformen jener Idealtypen, wie auch im Fall der in dieser Studie diskutierten Technologie - und Gründerzentren. Ihre Merkmalskombination tritt in der Realität relativ häufig auf.

Im Rahmen dieser Arbeit wird daher, um der Vielzahl an Mischformen gerecht zu werden, eine vergleichsweise weit gefaßte Begriffsbestimmung gewählt. TGZ definieren wir danach mit Heuer[8] als unternehmerische Standortgemeinschaften junger, meist neu gegründeter Stammunternehmen, deren betriebliche Tätigkeit überwiegend in der Entwicklung, Produktion und Vermarktung neuer innovativer Produkte und Verfahren liegt. Diese Unternehmen weisen einen großen betriebswirtschaftlichen Beratungsbedarf auf und können im Zentrum auf ein mehr oder weniger ausgebildetes Angebot von Gemeinschaftseinrichtungen zurückgreifen[9]. Dabei wird das Kriterium der "Technologieorientierung" durchaus nicht nur am Niveau der neuesten Spitzentechnologie gemessen, sondern auch je nach regionalem bzw. lokalem Innovationspotential niedriger angesetzt[10].

Das Leistungsangebot der TGZ bezieht sich zunächst auf das Angebot flexibel nutzbarer, qualitativ und preislich ansprechender Mieträume, auf Gemeinschaftseinrichtungen wie Kantine, Sitzungsräume, Telefon - und Büroservice und technische Dienstleistungen. Vor allem aber durch die Beratung in betriebswirtschaftlichen Belangen wie auch durch ihr Image und ihre innere und äußere architektonische Gestaltung kontrastieren die TGZ von anderen Arten unternehmerischer Standortgemeinschaften[11]. Dabei wird ein großer Teil dieser Beratung durch das Zentrenmanagement selbst durchgeführt. Die durchschnittliche Größe eines TGZ in Westdeutschland betrug 1993/94 etwa 4.700 qm und ist seitdem weiter gewachsen. Auch das Personal der Betreibergesellschaften der Zentren hat sich in den letzten Jahren von 2,7 (1986) auf 8,7 Beschäftigte (1996) je Zentrum erhöht[12]. In der Mehrheit der Zentren werden mit den angesiedelten Betrieben verbilligte Staffelmieten für einen Zeitraum von drei bis zu fünf Jahren, jeweils an Unternehmenstyp, Aufenthaltsdauer und Alter orientiert, vereinbart. Danach haben die Technologiezentren nach Konzeption des Landes Nordrhein - Westfalen ihre Funktion als Inkubator erfüllt; die Existenzgründungen sollten dann das Zentrum verlassen. Ein Zentrum kann entweder in wenigen bestimmten Technologieschwerpunkten arbeiten oder für viele unterschiedliche Technologien offen sein.

1.3.2 Der Begriff der technologieorientierten Unternehmensgründung

Wie beim Begriff des "Technologie - und Gründerzentrums" existiert auch bei der Bezeichnung "technologieorientierte Unternehmensgründung" in der Literatur bislang keine konvergierende Auslegung. Im weitesten Sinne werden Unternehmensgründung und andere synonym verwendete Benennungen als die Schaffung eines "gegenüber seiner Umwelt qualitativ abgegrenzten und vorher in gleicher Struktur nicht existenten Systems" definiert[13].

Dieser Prozeß kann sowohl als zeitpunktbezogener Gründungsakt (z.B. durch formale Eintragung ins Handelsregister oder durch die Gewerbeanmeldung) oder auch als zeitraumbezogene Phase (z.B. für Vorbereitung, Errichtung, Entwicklung und Wachstum) aufgefaßt werden. In dieser Untersuchung wird vom Augenblick der definitiven Entscheidung zur Unternehmensgründung als dem faktischen Gründungszeitpunkt ausgegangen. Er stimmt meistens nicht mit dem Zeitpunkt der Handelsregistereintragung überein, die erst später erfolgt. Die hier bevorzugte und bewußt weiter gefaßte Definition charakterisiert daher eine Unternehmensgründung als einen Vorgang, der je nach Situation unterschiedlich lange Zeiträume umfaßt und erst mit der entgültigen Marktetablierung abgeschlossen ist.

Da eine enge Auslegung des Gründungsbegriffs nicht sinnvoll und notwendig ist, schließen wir uns dieser Definition an und wenden darüber hinaus bei der Evaluation der TGZ in NRW die Unterscheidung von Szyperski und Nathusius an[14]. Zentraler Ansatzpunkt bei der Konzeption von TGZ ist immer die Anregung und Förderung von neuen Unternehmen, weil deren Gründer ein oft festgestelltes fachliches Defizit im Bereich Marketing, Organisation, Kostenrechnung, Buchhaltung und Akquisition aufweisen. Daher zählen nur die originären Gründungen solcher Unternehmen zum Untersuchungsgegenstand dieser Arbeit.

Eine besondere Gruppe stellen die technologieorientierten Gründungen dar, denen letztendlich auch das besondere Augenmerk der TGZ gilt. Der Begriff "technologieorientiert" wird in Deutschland vielfach gleichbedeutend mit den Bezeichnungen "innovativ"’, "high - tech" oder "technologieintensiv" benutzt. Seit dem im Jahre 1983 als Bundesförderungsprogramm angelaufenen und 1990 beendeten Modellversuch zur Unterstützung "Technologie - Orientierter Unternehmensgründungen (TOU)" hat sich im Sprachgebrauch indes der Begriff der technologieorientierten Unternehmung durchgesetzt[15]. Die dort angewandte Definition bezeichnet als Quintessenz bisheriger Deutungsversuche dann ein Unternehmen als technologieorientiert, wenn "es mit seinen Produkten, Verfahren oder Dienstleistungen Wettbewerbsvorteile auf dem Absatzmarkt erlangt, die auf deren Gehalt an technischen Innovationen beruhen"[16].

Wenn also ein Unternehmen neue technische Ideen, Forschungsergebnisse oder Systeme mit zum Teil erheblichem technischen Entwicklungsaufwand in Güter und Dienstleistungen umsetzt und vermarktet, wenn es zudem durch ein dauerhaftes FuE - Engagement Wettbewerbsvorteile und wirtschaftlichen Erfolg anstrebt, bezeichnen wir es als technologieorientiert. Solche Unternehmen besitzen - auch wegen des vergleichsweise geringen Kapitalbedarfs - vor allem im Geräte - und Maschinenbau, in der Elektrotechnik und Elektronik und in den Feldern Verfahrenstechnik, Fertigungstechnik, EDV, Biotechnik und Medizintechnik Marktchancen. Technologiegebiete, die einen überdimensionalen Forschungs - und Entwicklungsaufwand, einen hohen Kapitalbedarf für die Schaffung der Produktionsvorausetzungen und ein unkalkulierbares Risiko beinhalten, sind dagegen kaum Betätigungsfeld für TOU[17].

1.4 Forschungsstand und Literaturlage

Das große öffentliche Interesse an Technologiezentren hat dazu beigetragen,daß mittlerweile eine Vielzahl an Veröffentlichungen zu diesem Themenkomplex erschienen ist. Es muß jedoch festgestellt werden, daß bis heute ein theoretisches Konzept in extenso über die Wirkung von TGZ auf "ihre" Unternehmen fehlt. Sehr viele Beiträge vor allem aus der Frühphase der Zentrenentwicklung[18] geben oft nur die subjektive Einschätzung ihrer Autoren wieder, die durch die sich parallel entwickelnde Realität noch nicht ausreichend fundiert war. Populärwissenschaftliche Schriften waren in diesem Zeitabschnitt häufig ideologisch gefärbt. Der starke Erfolgsdruck, unter dem dieses damals noch neue technologiepolitische Instrumentstand, veranlaßte viele an der Gründung Beteiligte, Kritikpunkte zunächst zurückzustellen und Erfolge hervorzuheben, um die öffentliche Skepsis oder politische Konkurrenz vor Ort zu beruhigen.[19] Andererseits lieferten vergleichende qualitative und quantitative Untersuchungen bis heute oft nur unzureichende Resultate. Wegen der unscharfen begrifflichen Übergänge entzogen sie sich weitgehend einer schematischen Bewertung. Allzuoft wurden Technologiezentren zudem einseitig als Instrument der kommunalen Wirtschaftsförderung expliziert und ihre nicht unbedeutende strukturpolitische Funktion größtenteils übergangen.

Doch trotz der Fülle von Beiträgen - überwiegend aus dem Bereich der Kommunal - und Regionalwissenschaften, vor allem aber der Wirtschaftsgeographie[20] - sind umfassende empirische Befunde mit Bezug auf deutsche Technologie - und Gründerzentren bislang rar. Dies gilt besonders für Arbeiten, die sich bei ihrer empirischen Vorgehensweise auf eine größere Anzahl von TGZ stützen.

Als einer der ersten Autoren trat Sternberg mit einer ganzen Reihe von Veröffentlichungen über TGZ hervor[21]. In einer frühen wirtschaftsgeographischen Arbeit aus dem Jahre 1988 untersuchte er sowohl das Management der TGZ als auch die in ihnen beheimateten Unter - nehmen. Von den damals bundesweit rund 40 bestehenden Zentren nahmen 31 an der standardisierten Umfrage teil; von den 325 zum Zeitpunkt der Erstellung der Arbeitin den TGZ angesiedelten Firmen 177. Trotz der vergleichsweise hohen Rücklaufquote (TGZ: 77,5 %; Unternehmen: 54,4 %) leidet die Studie am ehedem zu geringen Alter der untersuchten TGZ. Keines der Zentren war älter als 30 Monate, nicht wenige befanden sich noch im Stadium der Planung. Daneben ließ auch das Fehlen einer Kontrollgruppe Aussagen über den tatsächlichen Erfolg der TGZ oder die Überlebensfähigkeit ihrer Unternehmen nicht zu. So will auch Sternberg "lediglich erste Hinweise auf die konzeptionellen Grundlagen der TGZ und die Struktur der ansässigen Unternehmen"[22] liefern. Dessenungeachtet erwartete er von ihnen nur einen geringen Beitrag zur Schaffung von Arbeitsplätzen; regionale Disparitäten würden von ihnen eher konsolidiert als verringert.

Grunenberg untersuchte im Rahmen einer wirtschaftsgeographischen Dissertation 1991 Standortvoraussetzungen und Anforderungsprofile von TGZ in Baden - Württemberg[23]. Auch in diesem Fall wurden sowohl Zentrenmanagement als auch Unternehmen untersucht. Um die Repräsentativität und einen hohen Rücklauf zu gewährleisten, bestand ihr standardisierter Fragebogen für die Unternehmen jedoch nur aus zwölf wenig differenzierten Fragen. Die Verfasserin verweist stattdessen auf eine dreiwöchige Informationsreise, bei der sie an dreizehn Standorten in Baden - Württemberg 26 Interviews führte. Dank intensiver Vorbereitung habe sie während dieser Reise äußerst positive Erfahrungen machen können: "Die vorherige Einschätzung, daß die in der Regel ein - bis eineinhalb Stunden geführten Gespräche als wesentliches bis ausschließliches Informationsspektrum dienen, erwies sich im Nachhinein als zutreffend"[24]. Nur wenn TGZ vor allem eine leistungsfähige Kommunikationsinfrastruktur, ein flexibles Immobilienmanagement mit der Möglichkeit der kurzfristigen Bereitstellung zusätzlicher Räume, eine überregionale Verkehrsanbindung mit Autobahn -, Schnellbahn - und Flughafennähe sowie ein geeignetes industrielles Umfeld mit (Fach -)Hochschulabschluss besäßen, so Grunenberg, erfüllten TGZ alle notwendigen Standortvoraussetzungen.

Aus volkswirtschaftlicher Sicht beleuchtet die Dissertation von Pett drei Jahre später (1994) das Thema der TGZ[25]. Ziel dieser Studie ist es, die Eignung von TGZ als Instrument zur Schaffung hochwertiger und zukunftsträchtiger Arbeitsplätze zu evaluieren. Zur Datenerhebung wurde 1990 ein Fragebogen an 1325 Unternehmen in 76 Zentren versandt, wandte sich also an alle zu jenem Zeitpunkt in westdeutschen TGZ beherbergten Ansiedlungen. Auf eine Datenerhebung bei den Leitungen der Zentren wurde dagegen verzichtet. Insgesamt sandten 121 Firmen für die Auswertung geeignet ausgefüllte Bögen zurück; die Rücklaufquote des 44 Fragen umfassenden standardisierten Fragebogens betrug 13,1%. Pett schlußfolgert, daß Gründungen aus dem Bereich der Wissenschaft (Spin - offs) den gründungspolitischen Förderzielen der TGZ eher entsprechen als solche aus dem kommerziellen Bereich (Spin - outs). Technologieorientierte Neugründungen sollten zudem gegenüber etwas älteren, bereits etablierten Unternehmen bevorzugt werden. Nur auf diese Weise werde die Zielsetzung der Förderung durch den während des Zentrumsaufenthalts bewirkten Hemmnis - und Problemabbau realisiert.[26]

Von besonderem Interesse ist die Arbeit von Habersam et al., weil sie sich ausschließlich mit TGZ in Nordrhein - Westfalen befaßt[27]. Ziel der Studie, die im Auftrag des Vereins der Technologiezentren in Nordrhein - Westfalen e.V. von Januar 1992 bis Juli 1994 erstellt wurde, war die Analyse der Entstehungsbedingungen, Aktivitäten und Wirkungen von TGZ. Dazu wurde eine Kombination qualitativer und quantitativer Methoden gewählt, wobei Fallstudien in den drei Regionen Aachen, westliche Emscher - Lippe und Münster dem induktiven bzw. qualitativen Forschungskonzept stärkeres Gewicht verliehen. Mit der Auswertung von 30 aus 36 versandten umfangreichen Fragebögen erreichten die Autoren eine Rücklaufquote von 83%. Ergänzt durch weiterführende Expertengespräche und die Bearbeitung bereitgestellter Unterlagen sollten die Effekte und Ursachen staatlicher Interventionen aus der Sicht der TGZ eruiert werden. Die Untersuchung der Beziehung zwischen Intervention und Wirkung, zwischen Effektivität bzw. Effizienz und landespolitischer Zielsetzung in praxi war nicht Intention der Forschergruppe. Nur durch die pragmatische Anpassung der Ziele und Schwerpunkte der Zentren an die lokalen Erfordernisse und regionalen Marktgegebenheiten, nur mit dem Willen zur ständigen internen Evaluierung als nutzbares Instrument für ein lernfähiges Management - so ein Ergebnis der Forscher - sei auf Dauer ein Erfolg für TGZ denkbar[28].

Als erste Wirkungsanalyse vergleicht die Studie von Steinkühler 1994 ehemals in einem TGZ ansässige Unternehmen mit einer Kontrollgruppe von vergleichbaren Firmen, die niemals in einem Zentrum angesiedelt waren[29]. Dazu wurden 96 Unternehmen angeschrieben und um Bearbeitung eines mitgesandten Fragebogens gebeten. Obwohl die Rücklaufquote 37% betrug, leidet die Arbeit unter einem geringen Stichprobenumfang (n = 36). Mit Rückgriff auf bereits vorliegende Studien geht der Autor der Frage nach, ob sich der Aufenthalt in einem TGZ überhaupt dauerhaft auf den Unternehmenserfolg auch nach dem Auszug auswirkt. Steinkühler kommt zu dem Schluß, daß TGZ tatsächlich einen positiven Einfluß auf die in ihnen angesiedelten Unternehmen besitzen, sie wachsen schneller als die Kontrollgruppe. Ursächlich dafür seien unter anderem die Vermittlung von Krediten, die betriebswirtschaftliche Beratung und die unterstützende Kontaktherstellung zu Auftraggebern und Kunden. Der Auszug der Unternehmen aus ihrem TGZ verursache kaum nennenswerte Probleme, auch wenn sich das Wachstumstempo schließlich dem der Firmen außerhalb des Zentrums angleiche[30].

Einen ähnlichen Ansatz mit allerdings differenzierteren Fragestellungen verfolgt Seeger 1996 mit ihrer wirtschaftsgeographischen Arbeit, die im Rahmen eines von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten Schwerpunktprogramms im Projekt "Wirkungsanalyse von Technologiezentren in Deutschland" erarbeitet wurde[31]. Datenbasis sind 164 Fragebögen, die bei einer schriftlichen Befragung von 379 Unternehmen aus Zentren in der gesamten Bundesrepublik zurückgesandt wurden (Rücklaufquote = 43%). Auch sie zieht hinsichtlich der Wirksamkeit des Förderinstruments TGZ ein positives Fazit: So besäßen TGZ - Unternehmen eine höhere Wachstumsdynamik als nicht geförderte Unternehmen, auch wenn ihre Überlebensfähigkeit nicht signifikant erhöht werde. Im Bereich des Beratungsangebots wie bei derGründungsmotivierung sei jedoch eine Steigerung der Wirksamkeit vonnöten, z.B. durch eine gezieltere Ansprache von potentiellen Gründern über Informationsveranstaltungen an Hochschulen.

Auf erhebliches Echo[32] stieß die umfangreiche Studie von Sternberg et al.[33], die auf der Datenbasis von vier Querschnittsstudien basiert und deren Ergebnisse 1996 zusammenfaßt[34]. Bei der Ex - Post - Analyse, die auf Erhebungen bei insgesamt 108 TGZ und 1021 Unternehmen beruht, kamen die Verfasser zu einem zwiespältigen Urteil: Die Mehrzahl der untersuchten TGZ bewältigten zwar einerseits die Aufgabe der betriebswirtschaftlichen Förderung für die angesiedelten Unternehmen, andererseits seien die Wirkungen auf den lokalen Technologietransfer im Sinne einer schnelleren Umsetzung von Inventionen in neue Produkte und die quantitativen Beschäftigungseffekte auf die lokalen oder gar regionalen Arbeitsmärkte kaum wahrnehmbar. Regionalökonomische und technologiepolitische Ziele des Landes würden daher nicht erreicht.

Diejüngste und zugleich umfangreichste Publikation wurde für das Ministerium für Wirtschaft und Mittelstand, Technologie und Verkehr des Landes Nordrhein - Westfalen zwischen Mai 1996 und Oktober 1997 erstellt. Von ihr existieren gleich zwei Fassungen: Ein Endbericht vom Oktober 1997 und eine gekürzte Bearbeitung, die im November desselben Jahres veröffentlicht wurde.[35] Mit der Einschätzung und der Erarbeitung von Vorschlägen zur Technologieförderung und den Technologiezentren wurde das Consultingunternehmen Hans - Dieter Elle & Partner in Zusammenarbeit mit dem Finanzwissenschaftlichen Forschungsinstitut der Universität Köln beauftragt. Ziel war die Untersuchung der Förderung von bereits aktiven bzw. noch in Planung oder Aufbau befindlichen TGZ in Nordrhein - Westfalen und ihres Anteils an der Realisierung landespolitischer Ziele.

Die Studie weist die bei weitem breiteste Datenbasis auf: Von 55 TGZ wurde ein umfangreicher Fragebogen ausgefüllt, ergänzt durch Interviews in 41 Zentren. Daran schloß sich eine schriftliche Erhebung per Fragebogen bei 1600 Mietern in den TGZ des Landes an, von denen 300 beantwortet und wiederum 240 ausgewertet werden konnten (Rücklaufquote = 15%). Weitere Interviews mit Unternehmern und Sachverständigen schlossen sich an. Aus dem vielfältigen Kanon der Untersuchungsergebnisse und Handlungsempfehlungen seien hier nur einige genannt: Um einer steigenden Konkurrenz um technologieorientierte Neugründungen und der damit verbundenen Gefahr des "downgrading"[36] entgegenzuwirken, empfehlen die Bearbeiter neue Zentren nur noch in Ausnahmefällen zu eröffnen. Für das Ziel, hochqualifizierte und damit im längerfristigen Strukturwandel erfahrungsgemäß weniger gefährdete Arbeitsplätze zu fördern, seien TGZ das geeignete Instrument. Die Überlebensquote von Unternehmensgründungen innerhalb der Zentren sei indessen im Vergleich mit den nicht geförderten Gründungen nach sieben Jahren identisch (79%)[37]. Die Gutachter kommen u.a. zu dem Schluß, daß TGZ "bislang sehr viel wirksamer darin gewesen [sind] , die Ansiedlung von Unternehmen zu bewirken und damit Beschäftigungsverhältnisse räumlich an Standorte zu lenken, an denen sie sich sonst nicht angesiedelt hätten, als darin, Beschäftigungsverhältnisse zu schaffen, die sonst nicht entstanden wären"[38].

2. Die Technologiepolitik in Nordrhein-Westfalen: Ein Überblick

2.1 Ursachen und Ziele

Die zunehmenden industrie - und strukturpolitischen Bemühungen der nordrhein - westfälischen Landesregierung müssen vor dem Hintergrund der ab den siebziger Jahren beginnenden wirtschaftlichen Strukturkrise gesehen werden. Der Schwerpunkt der Betrachtung liegt dabei vor allem auf der Technologiepolitik des Landes, die einen bedeutenden Bestandteil seiner Struktur - und Industriepolitik darstellt.[39]

Die siebziger und achtziger Jahre waren gekennzeichnet durch sinkendeWachstumsraten in den westlichen Industrieländern. Mit dem Auslaufen eines lang andauernden Wachstumszyklus begann zu Anfang der achtziger Jahre schließlich eine Rezession, die sich rückblickend auf eine Reihe von Faktoren zurückführen läßt:

- Zwei Energiekrisen mit abrupten Preiserhöhungen.
- Starke antiinflationäre Geldpolitik führender Industriestaaten mitdaraus folgendem Anstieg des Realzinsniveaus.
- größere Bandbreite bei Wechselkursschwankungen, verbunden miteiner tendenziellen Aufwertung der DM.
- Verstärkter Wettbewerb von Schwellenländern infolge zunehmender weltwirtschaftlicher Verflechtung und Liberalisierung desWelthandels.
- Auslagerung von Industrien in Länder mit niedrigeren Löhnen.
- Beschleunigung des technischen Fortschritts zur Erhaltung derWettbewerbsfähigkeit gegenüber den Schwellenländern und daraus resultierend rascher aufeinanderfolgende Rationalisierungs-und Innovationszyklen.
- Wandel des in der Nachkriegszeit vorherrschenden Verkäufermarkts zum Käufermarkt (Marktsättigung) mit den damit verbundenen vermehrten Anstrengungen (Marketing).[40]

[...]


[1] Im Folgenden kurz Technologiezentren oder TGZ, aber auch einfach "Zentren" genannt.

[2] Weitere vier TGZ befinden sich in Bau oder der Planung. Angaben nach Ministerium für Wirtschaft und Mittelstand, Technologie und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen: Minister Clement legt Technologiezentren-Gutachten vor: Über 17.000 hochqualifizierte Arbeitsplätze in Technikunternehmen angesiedelt. Aufbauphase erfolgreich abgeschlossen, Pressemitteilung 97/835, Düsseldorf Dezember 1997.

[3] Siehe auch Tappe, Hans-Ulrich: Informationsmanagement in Technologie-, Innovations- und Gründerzentren in der Bundesrepublik Deutschland. Eine Analyse des Beratungs- und Informationsdienstleistungsangebotes unter besonderer Berücksichtigung der Nachfrage durch die Branche Umwelttechnik, Diss. Univ. Münster 1993, S. 3.

[4] Vgl. ebd.; außerdem Habersam, Michael u.a.: Technologiezentren im Wandel. Wirkungsanalyse von Fördermaßnahmen des Landes Nordrhein-Westfalen im Bereich des Technologietransfers, Berlin 1994, S. 147; viele TGZ wurden außerdem in den letzten Jahren bereits zu Technologieparks erweitert, um den ausziehenden Unternehmen in unmittelbarer Nähe Ansiedlungsmöglichkeiten zu bieten. Dies traf 1996 für ca. 25% aller TGZ in Deutschland zu, nach Baranowski, Guido/ Gross, Bernd (Hgg.): Innovationszentren in Deutschland 1996/97. Mit Firmenbeschreibungen, Berlin 1996, S. 31; im deutschen Sprachraum wurde der Terminus "Innovationszentrum" erstmals 1980 in einer Untersuchung der Prognos AG über den Südosten Niedersachsens verwendet, nach Grunenberg, Sylvia: Technologiezentren: Standortvoraussetzungen, Anforderungsprofile, Planungsdirektiven - am Beispiel von Baden-Württemberg, Diss. Univ. Münster (Westfalen) 1991, S. 50.

[5] Vgl. Sternberg, Rolf: Technologie- und Gründerzentren als Instrument kommunaler Wirtschaftsförderung. Bewertung auf der Grundlage von Erhebungen in 31 Zentren und 177 Unternehmen, Dortmund 1988, S. 86f.

[6] Vgl. Bräunling, Gerhard: Gründer- und Technologiezentren - ein neues Instrument der lokalen Wirtschaftsförderung?, in: Institut für Städtebau und Landesplanung der Universität Karlsruhe (Hg.): Kommunale Einrichtungen. Nachfrage, Leistungen und Kosten. Sommerseminar 1986, Karlsruhe 1986, S. 253-268 (S. 257).

[7] Vgl. Seeger, Heike: Ex-Post-Bewertung der Technologie- und Gründerzentren durch die erfolgreich ausgezogenen Unternehmen und Analyse der einzel- und regionalwirtschaftlichen Effekte (= Hannoversche Geographische Arbeiten, Bd. 53), Münster 1997, S. 5; Sternberg, Rolf: Technologie- und Gründerzentren als Instrument kommunaler Wirt-schafts- und Technologieförderung, in: Ridinger, Rudolf/ Steinröx, Manfred (Hgg.): Regionale Wirtschaftsförderung in der Praxis, Köln 1995, S. 201-224 (S. 203), Hahne, Ulf: Technologieparks. Orientierungshilfe zur Gestaltung, Bonn 1985, S, 9ff.; Mayer, Michael: Gründer- und Technologiezentren in der Bundesrepublik Deutschland, in: Dose, Nicolai/ Drexler, Alexander (Hgg.): Technologieparks. Voraussetzungen, Bestandsaufnahme und Kritik, Opladen 1988, S. 32-46 (S. 32f.); auch Baranowski und Groß folgen dieser Einteilung in: Baranowski, Guido/ Groß, Bernd (Hgg.): Innovationszentren in Deutschland 1996/97. Mit Firmenbeschreibungen, Berlin 1996, S. 17.

[8] Heuer, Hans: Instrumente kommunaler Gewerbepolitik. Ergebnisse empirischer Erhebungen (= Schriften des Deutschen Instituts für Urbanistik, Bd. 73), Stuttgart 1985, S. 165.

[9] Anders Tappe: Technologiezentren müssen per definitionem in der Nähe von Hochschul- und Forschungseinrichtungen positioniert sein, um der Aufgabe des Technologietransfers adäquat nachkommen zu können, in: Tappe, Hans-Ulrich: a.a.O., S. 7.

[10] Die dehnbare Interpretation dieser Denotation ist dem Verfasser nicht entgangen - sie wird bei Aufnahmeverhandlungen in weniger gut ausgelasteten TGZ vom Zentrenmanagement gerne genutzt.

[11] Vgl. Bräunling, Gerhard: a.a.O., S. 256.

[12] Siehe Ministerium für Wirtschaft und Mittelstand, Technologie und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen (Hg.): Endbericht Technologiezentren, S. 4, 136f.

[13] Szyperski, Norbert/ Nathusius, Klaus: Probleme der Unternehmensgründung. Eine betriebswirtschaftliche Analyse unternehmerischer Startbedingungen, Stuttgart 1977, S. 25.

[14] Sie unterscheiden zwischen derivativen Gründungen auf der Basis bereits vorhandener Strukturen (z.B. Fusion, Umgründung oder Betriebsübernahme) und originären, völlig neuen Gründungen (z.B. Betriebsgründung durch abhängig Beschäftigte oder Selbstständige), siehe Szyperski, Norbert/ Nathusius, Klaus: a.a.O., S. 26.

[15] Vgl. Dietz, Jobst-Walter.: Gründung innovativer Unternehmen (= Neue betriebswirtschaftliche Forschung, Bd. 56), Wiesbaden 1989, S. 108.

[16] Pett, Alexander: Technologie- u. Gründerzentren: empirische Analyse eines Instruments zur Schaffung hochwertiger Arbeitsplätze (= Europäische Hochschulschriften, Reihe 5, Volks- und Betriebswirtschaft, Bd. 1508), Frankfurt a.M. 1994, S. 34; Nathusius kritisiert die einseitig technische Ausrichtung der bisherigen Innovationsförderung. Er versteht unter "Innovation .. die erstmalige Durchsetzung eines neuen Produkts oder Verfahrens im Markt. Innovation [sei] demnach eine Folgestufe der Invention = Erfindung und dementsprechend ein Phänomen, das keinesfalls nur technisch gesehen werden darf", nach Nathusius, Klaus: Erfahrungen eines Venture Capitalisten mit öffentlichen Innovationsfinanzierungsprogrammen, in: Die Betriebswirtschaft, 46. Jg. (1986) Nr. 6, S. 677-683 (S. 682).

[17] Nach Forschungsinstitut d. Friedrich-Ebert-Stiftung, Abt. Wirtschaftspolitik: Entwicklungsprobleme junger technologieorientierter Unternehmen (= Wirtschaftspolitische Diskurse, Nr. 73), Bonn Juni 1995, S. 5f.

[18] In Deutschland eröffnete das erste Technologie- und Gründerzentrums in West-Berlin 1983, gefolgt von Aachen Anfang 1984.

[19] Ein Beispiel für kritische und skeptische Berichterstattung aus der Frühzeit der Technologiezentren in der Bundesrepublik und dem Bemühen der Betreiber, ihre Institution ins beste Licht zu stellen, findet man in d. Zeitschrift Wirtschaftswoche, siehe Risse im Brutkasten, in: Wirtschaftswoche, 39. Jg. (Mai 1985) Nr. 23, S. 36-52; auch a. gewerkschaftlicher Sicht erschienen Technologiezentren nicht als geeignetes Mittel zur Lösung der Struktur- und Arbeitsmarktprobleme in NRW. Die Planung von Zentren sei in vielen Kommunen wenig durchdacht, sie stünden in Gefahr, "zu staatlich subventionierten "Wärmehallen" für nicht wettbewerbsfähige Existenzgründer [zu] werden". Stattdessen seien Qualifizierungsmaßnahmen und arbeitnehmerorientierte Beratungsstellen vorzuziehen, siehe Weber, Ulrich: Gründer- und Technologiezentren in der kommunalen Wirtschaftsförderung, in: Fricke, Werner u.a. (Hgg.): Jahrbuch Arbeit und Technik in Nordrhein-Westfalen 1986, Bonn 1986, S. 423-442 (S. 439ff.).

[20] Siehe dazu eine erste Auswertung des Schrifttums bei Dose, Nicolai: Technologieparks - eine Literaturauswertung, in: Verwaltungsarchiv (1990), Bd. 81, S. 228-248.

[21] Siehe Sternberg, Rolf: Regionaler Informationstransfer - die Rolle von Technologie- und Gründerzentren in der bundesdeutschen Regionalpolitik, in: Österreichische Raumordnungskonferenz (ÖROK) (Hg.): Innovations- und Technologiezentren. Ein taugliches Instrument der Regionalpolitik? (= Ergänzung zur Schriftenreihe Nr. 81), Wien 1990, S. 718; Sternberg, Rolf: Technologiezentren - eine neue Idee der Wirtschaftspolitik setzt sich durch, in: Spektrum der Wissenschaft, (1991) Nr. 5, S. 47-49; Sternberg, Rolf: Technologie- und Gründerzentren als Instrument kommunaler Wirtschafts- und Technologieförderung, in: Ridinger, Rudolf/ Steinröx, Manfred (Hgg.): Reg. Wirtschaftsförderung in der Praxis, Köln 1995, S. 201-224.; Sternberg, Rolf: Regionale Spezialisierung und räumliche Konzentration FuE-intensiver Wirtschaftszweige in den Kreisen Westdeutschlands - Indizien für Industriedistrikte?, in: Berichte zur deutschen Landeskunde, 70. Bd. (1996) H. 1, S. 133-155.

[22] Sternberg, Rolf: Technologie- und Gründerzentren als Instrument kommunaler Wirtschaftsförderung. Bewertung auf der Grundlage von Erhebungen in 31 Zentren und 177 Unternehmen, Dortmund 1988, S. 295.

[23] Grunenberg, Sylvia: Technologiezentren: Standortvoraussetzungen, Anforderungspro-file, Planungsdirektiven - am Beispiel von Baden-Württemberg, Diss. Univ. Münster (Westfalen) 1991.

[24] Ebd. S. 164.

[25] Pett, Alexander: Technologie- und Gründerzentren: empirische Analyse eines Instruments zur Schaffung hochwertiger Arbeitsplätze (= Europäische Hochschulschriften, Reihe 5, Volks- und Betriebswirtschaft, Bd. 1508), Frankfurt a.M. 1994.

[26] Ebd. S. 246ff.

[27] Habersam, Michael u.a.: Technologiezentren im Wandel. Wirkungsanalyse von Fördermaßnahmen d. Landes Nordrhein-Westfalen im Bereich des Technologietransfers, Berlin 1994.

[28] Ebd. S. 93f, 107f.

[29] Steinkühler, Ralf-Hendrik: Technologiezentren und Erfolg von Unternehmensgründungen (Betriebswirtschaftslehre für Technologie und Innovation, Bd. 9), Wiesbaden 1994.

[30] Ebd. S. 19f., 260ff.

[31] Seeger, Heike: Ex-Post-Bewertung der Technologie- und Gründerzentren durch die erfolgreich ausgezogenen Unternehmen und Analyse der einzel- und regionalwirtschaftlichen Effekte (= Hannoversche Geographische Arbeiten,Bd. 53), Münster 1997.

[32] Stellvertretend für zahlreiche weitere: Viele Technologiezentren verfehlen ihre Ziele. Studie über die Förderung von Gründerzentren - Markt gesättigt, in: Handelsblatt von 28.08.1996; Lobigs, Frank: Teurer Spaß. Technologiezentren - Prunkvoll, aber unsinnig: Eine neue Studie zerstört einen Mythos, in: Capital (1996), H. 12, S. 28; Hammer, Andreas: Brutstätten ohne Eier, in: Markt und Mittelstand, (1997) H. 1, S. 30-32; Boom mit begrenztem Erfolg, in: der forschungsdienst (dfd), (1997) H. 1, S. 9; Teure Technologiezentren sind ihr Geld oft nicht wert, in: Die Welt v. 28.01.1997; bei d. ADT stieß d. Arbeit einhellig auf Ablehnung. Die Studie ginge von "völlig veralteten Zahlen aus ..[die] erhoben worden [seien], als viele Zentren noch in der Gründungs- und Aufbauphase steckten und die Auslastung deshalb noch nicht so hoch gewesen sei", so der Vorsitzende der ADT Guido Baranowski, in: Lemmens, Markus: Kritik an (sic!) der Studie wird zurückgewiesen, in: Synergie Journal, (1997) H. 1/März, S. 4.

[33] Sternberg, Rolf u.a.: Bilanz eines Booms. Wirkungsanalyse von Technologie- und Gründerzentren in Deutschland, Dortmund 1996.

[34] Neben den hier bereits besprochenen Arbeiten von Sternberg (1988) und Seeger (1996) auch die von Behrendt (1996) und Tamásy (1996), siehe Behrendt, Heiko: Wirkungsanalyse von Technologie- und Gründerzentren in Westdeutschland (= Wirtschaftswissenschaftliche Beiträge, Bd. 123), Heidelberg 1996; Tamásy, Christine: Technologie- und Gründerzentren in Ostdeutschland - eine regionalwirtschaftliche Analyse (= Reihe Wirtschaftsgeographie, Bd. 11), Münster 1996.

[35] Ministerium für Wirtschaft und Mittelstand, Technologie und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen (Hg.): Technologiezentren in Nordrhein-Westfalen. Entwickl., Leistungen, Perspektiven (= Endbericht) Köln Oktober 1997, im Folgenden zitiert "Endbericht Technologiezentren"; Ministerium für Wirtschaft und Mittelstand, Technologie und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen (Hg.): Technologiezentren in Nordrhein-Westfalen. Ergebnisse einer Studie zu Entwicklung, Leistungen und Perspektiven, Düsseldorf November 1997, im Folgenden zitiert "Technologiezentren in NRW".

[36] Beschreibt die Bereitschaft, bei mangelnder Auslastung der Zentren zunächst auch nichtförderungsfähige Unternehmen aufzunehmen. Bei längerer Etablierung dieser Situation verliert ein TGZ sukzessive seinen Charakter als Transfer- und Technologieförderinstitution, weil die ursprüngliche Zielgruppe immer mehr zur Minorität innerhalb des Zentrums wird.

[37] Vgl. Ministerium für Wirtschaft und Mittelstand, Technologie und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen (Hg.): Endbericht Technologiezentren, S. 5ff., 13, 167f., 214, 282.

[38] Ebd. S. 281.

[39] Theoretische Grundlagen und Begründungen der Technologiepolitik werden hier nicht behandelt, sie würden den thematischen Rahmen dieser Arbeit sprengen. Trotzdem soll an dieser Stelle darauf hingewiesen werden, daß sich eine Vielzahl von Autoren je nach wissenschaftstheoretischem Ansatz (z.B. Ordoliberalismus) zum Teil recht kritisch mit Wirksamkeit und Folgen deutscher Technologiepolitik auseinandersetzen. Vor allem auch deshalb, weil für viele Annahmen über die Entstehung und Verbreitung neuer Techniken oder über das Innovationsverhalten von Unternehmen und die Wirkung staatlicher Aktivitäten auf unternehmerisches Neuerungsverhalten eine gesicherte empirische Basis fehlt. Der ordnungspolitische Streit wurde dabei lange von der Frage dominiert, ob unmittelbare Zuwendungen prinzipiell ein in einer Marktwirtschaft zulässiges und sinnvolles Instrument staatlicher Förderung seien. Als Beispiele Streit, Manfred E.: Innovationspolitik zwischen Unwissenheit und Anmaßung von Wissen, in: Gutowski, Armin/ Molitor, Bruno (Hgg.): Hamburger Jahrbuch für Wirtschafts- und Gesellschaftspolitik, Bd. 29, Tübingen 1984, S. 35-54; Staudt, Erich: Technologie- und Regionalpolitik der Länder: Vom Leistungs- zum Subventionswettbewerb, in: List Forum, Bd. 14 (1987 /88), H. 1 (Februar 1987), S. 93-110; Ders.: Der technologiepolitische Aktivismus in der Bundesrepublik, in: Wirtschaftsdienst 65. Jg. (Januar 1985), Nr. 9, S. 464-470; aus gewerkschaftlicher Sicht Hilpert, Ulrich: Innovationsdruck und lokale Technologieparks. Technologisch-industrielle Innovation durch High Tech-orientierte endogene Entwicklung?, in: Bechmann, Gotthard/ Remmert, Werner (Hgg.): Technik und Gesellschaft (= Jahrbuch 4), Frankfurt a.M. 1987, S. 107-133. Henze, Michael: Innovationspolitik und Rent Seeking. Zur Politischen Ökonomie der staatlichen Förderung unternehmerischer Innovationen (= Volkswirtschaftliche Schriftenreihe, Bd. 12), Köln 1992; eher bejahend dagegen Fritsch, Michael: Technologieförderung als regionalpolitische Strategie?, in: Raumforschung und Raumordnung, 48. Jg. (1990) H. 2-3, S. 117-123; Walter, Helmut: Sektorale Strukturpolitik als Gestaltungspolitik? Begründungen zur Technologie- und Forschungspolitik, in: IFO-Studien (Zeitschrift für empirische Wirtschaftsforschung) 31. Jg. (1985), H. 1, S. 69-86; Meyer-Krahmer, Frieder: Der Einfluß staatlicher Technologiepolitik auf industrielle Innovationen, Baden-Baden 1989; Haß, Hans-Joachim/ Kreklau, Carsten: Forschungs- und Technologiepolitik in der Marktwirtschaft, in: Bruder, Wolfgang (Hg.): Forschungs- und Technologiepolitik in der Bundesrepublik Deutschland (= Beiträge zur sozialwissenschaftlichen Forschung), Bd. 94), Opladen 1986, S. 181-200; Ministerium für Wirtschaft und Mittelstand, Technologie und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen (Hg.): Technologiezentren in Nordrhein-Westfalen. Entwicklung, Leistungen, Perspektiven (= Endbericht) Köln Oktober 1997, S. 60ff.; eine nüchterne Darstellung technologiepolitischer Begründungen liefert Thierstein, Alain: Theoretische Begründungen, Konzepte, Wirkungen und Grenzen staatlicher Forschungs-, Technologie- und Innovationspolitik für kleine und mittlere Unternehmen. Die Bundesrepublik Deutschland und ausgewählte Industrieländer, Bamberg 1988.

[40] Nach Habersam, Michael u.a.: a.a.O. S. 7ff.; Stember, Jürgen: Kommunale Wirtschaftsförderung im ländlichen Raum. Grundlagen und Aufgaben einer innovationsorientierten Wirtschaftsförderung im Kreis Soest als Beispiel für einen ländlich geprägten Flächenkreis (= Studien z. Politikwissenschaft, Bd. 75), Münster 1992, S. 27ff.; nach Ministerium für Wirtschaft, Mittelstand und Technologie des Landes Nordrhein-Westfalen (Hg.): Industrie- und Strukturpolitik für den Standort Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf Oktober 1993, S. 9f., 20, 29; Ministerium für Wirtschaft und Mittelstand, Technologie und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen (Hg.): Endbericht Technologiezentren S. 30f.

Ende der Leseprobe aus 67 Seiten

Details

Titel
Regionale Wirtschaftsförderung durch Technologie- und Gründerzentren. Empirische Untersuchung zu Firmenbestand und Leitbranchenkonzeption in Nordrhein-Westfalen
Hochschule
Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn
Note
1
Autor
Jahr
1999
Seiten
67
Katalognummer
V185314
ISBN (eBook)
9783668270947
ISBN (Buch)
9783869430102
Dateigröße
893 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
regionaler, wirtschaftsförderung, technologie-, gründerzentren, empirische, untersuchung, firmenbestand, leitbranchenkonzeption, nordrhein-westfalen
Arbeit zitieren
Andreas Ufer (Autor), 1999, Regionale Wirtschaftsförderung durch Technologie- und Gründerzentren. Empirische Untersuchung zu Firmenbestand und Leitbranchenkonzeption in Nordrhein-Westfalen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/185314

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