Die Frau in der Musik. Frauen im Jazz


Hausarbeit, 2003
14 Seiten, Note: 2

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

JAZZ - EINE DEFINITION

EIN KURZER HISTORISCHE ÜBERBLICK

DIE FRAU IM JAZZ

Die Ersten .Tazzmiisikerinnen Die 20er Jahre

Jazzmusikerinnen nach der Wirtschaftskrise Was der 2. Weltkrieg brachte Der Jazz in Deutschland Die 50er Jahre bis Heute

DIE WICHTIGSTEN JAZZMUSIKERINNEN

Mary Lou Williams Ella Fitzgerald Billie Holiday Sarah Vaughan Aki (Akiko) Takanese Maria Schneider

NACHWORT

LITERATURVERZEICHNIS

Jazz - Eine Definition

Jazz ist ein eigenständiger Musikstil, der seine Wurzeln einerseits in der europäisch-amerikanischen und andererseits in der afrikanischen Musik hat. Diese Gattung entstand gegen Ende des 19. Jahrhunderts unter der schwarzen Bevölkerung im Süden der USA. Negro Spirituals, Worksongs und Blues aber auch die europäische Unterhaltungs- und Militärmusik hatten großen Einfluss auf diese Gattung.

Als Merkmale des Jazz ist vor allem das Improvisieren, das "call and response” - Prinzip sowie der swingende Rhythmus und die durch Blue Notes beeinflusste Ton- und Melodiebildung zu nennen. Der erste voll ausgebildete Jazzstil nannte man, nach der Stadt, in der er sich entwickelte, New - Orleans - Jazz.

Dieser Stil wurde sehr bald von weißen Musikern imitiert. Diese glätteten, verflachten ihn, entsprechend dem Publikumsgeschmack. Den somit neu entstandenen Stil nannte man Dixieland - Jazz.

Mit Beginn der Industrialisierung in den 1920er Jahren verschob sich das Zentrum des Jazz von New Orleans nach Chicago. Hier tauchte auch zum ersten mal der Begriff Jazz auf, der zur damaligen Zeit aber noch mit ss geschrieben wurde, also Jass. Hier entwickelten weiße Musiker durch Imitation des New - Orleans - Jazz einen neuen Stil, den sogenannten Chicago - Jazz. Dieser sollte zum Bindeglied zwischen den klassischen Jazzformen und dem Swing werden, der Anfang der 1930er Jahren entstand. Dieser wurde vor allem von großen Orchestern gespielt. Ein Beispiel hierfür wäre das Glenn Miller Orchestra. Im Swing rückten die afrikanischen Elemente immer mehr in den Hintergrund. Ein Orchester lies nur wenig Spielraum für Improvisationen. Nur wenige Starsolisten genossen nun dieses Privileg. Sie waren meist genauso berühmt und beliebt wie Filmstars aus Hollywood.

Um 1940 wurde dann von schwarzen wieder ein neuer Stil entwickelt, der sich gegen die Kommerzialisierung wendete. Man wollte wieder eine Form des Musizierens schaffen, die erregend wirkende, zerfetzt, ausbruchartige Melodielinien und Rhythmen hatte. Diesen Stil nannte man Bebop. Dieser wurde dann in den 50er Jahren wieder weiterentwickelt. Es bildeten sich 2 Richtungen heraus. Zum einen der Cool Jazz, der vorwiegend von weißen Musikern musiziert wurde und eine geglättete Form des Bebop war, zum anderen der Hardbop, der sich betont als „schwarzer“ Gegenpol des Cool Jazz sah und sich auf Formen der afroamerikanischen Vblkmusik bezog.

Es folgte der Free Jazz, hier wurden fast alle herkömmlichen Gestaltungsmittel aufgehoben. Fünf Jahre später kristallisierten sich 3 Jazzrichtungen heraus:

Der Mainstream des Free Jazz, der stark Bluesbetont war.

Ein an die europäische Neue Musik anknüpfender Stil.

Ein an außereuropäische Musikformen angelehnter Stil.

Seit 1970 drangen Popelemente in den Jazz ein und führten zum Jazz Rock, oft auch als Electric Jazz bezeichnet, weil elektronische Instrumente verwendet wurden.

Zusammenfassend kann man sagen, dass sich der Jazz immer weiterentwickelt hat, und zu keinem Zeitpunkt als „abgeschlossene Musikform“ gesehen werden darf. Es entstanden immer neue Jazzstile, trotzdem gab man die alten Jazzformen nicht auf, sie bestanden und bestehen heute immer noch nebeneinander weiter. (vgl. Buchner, Gerhard und Kwiatkowski, Gerhard).

Ein kurzer historische Überblick

In der Geschichte der Musik war es den Frauen meist versagt sich aktiv am musizieren zu beteiligen. Eine Ausnahme war die Volksmusik. Im 17, Jahrhundert wurde es den Frauen dann endlich gestattet auf Opern- und Konzertbühnen aufzutreten. Davor wurden die Frauenrollen von Kastraten gesungen. Langsam bekamen die Frauen dann auch Zugang zum Instrumentalspiel. Meist spielten die Frauen aber bloß Klavier, andere Instrumente blieben ihnen versagt. Somit hatten sie auch keine Chance in einem Orchester zu spielen. Es gibt hier eine einzige Ausnahme, nämlich die Harfe. Sie wurde schon immer als weibliches Instrument angesehen. Auch heute gibt es leider noch das Problem, dass Musikerinnen in angesehenen Orchestern nicht gleichberechtigt behandelt werden. Ein Beispiel:

Die Klarinettistin Sabine Meyer warf bei den Berlinern Philharmonikern frustriert das Handtuch, da ihre männlichen Kollegen sich weigerten mit ihr zusammenzuarbeiten. Ihre Leistungen entsprachen jedoch bei weiten dem eines solchen Elite-Orchesters. Das zeigt leider einmal mehr, dass selbst in unserer vermeintlich aufgeklärten Zeit immer noch solche Zustände herrschen.

Der bereich des Komponierens blieb Frauen seit jeher versagt, da (meist von den Männern) behauptet wurde, Frauen seien nicht in der Lage eine solch kreative Tätigkeit auszuüben. Das führte irgendwann zu der Lage, dass selbst Frauen glaubten, dass sie weniger wert seien, oder weniger kreative Fähigkeiten besäßen, als die Männer.

Das zeigt folgendes Zitat von Clara Schumann „... wie gern möchte ich komponieren, doch hier (sie war auf Tournee unterwegs) kann ich durchaus nicht ... Ich tröste mich immer damit, dass ich ja ein Frauenzimmer bin, und die sind nicht zum Komponieren geboren.“ (Rieger, Eva).

Den Musikerinnen im Jazz erging es sehr ähnlich. Der Jazz und Blues wurde sehr lange, und wird heut manchmal noch, als eine minderwertige Musik angesehen, die aus den Bars und Bordellen stammt. Als folge dessen betrachtete man Frauen, die diese Musik praktizierten als Prostituierte

Das es so wenige Jazzmusikerinnen gab und gibt, hat unter anderem folgende Gründe.

Zum einen war es für Musikerinnen nicht erstrebenswert einen Musikstiel zu erlernen, bei dem die Anstellungsaussichten gleich null waren.

Beim Jazz wird immer mit sehr viel Körpereinsatz gespielt. Als Charakteristische Jazzausdrücke könnte man aggressiv, wild, ekstatisch... nennen. Alles Bezeichnungen, die nicht zum konventionellen Frauenbild passen

Sicherlich würden wir einer Frau, die mit völligem Körpereinsatz Schlagzeug oder Trompete spielt mit einem gewissen Unbehagen zuhören und vor allem zusehen. Wir würden sie wahrscheinlich ganz schnell in unsere „Exotenschublade“ ablegen, da sie nicht in unser Weltbild passt. Man ist es einfach nicht gewohnt eine Frau ein solches Instrumente spielen zu sehen.

Musikerinnen, die sich für den Jazz entschieden brauchten, wie alle Frauen, die sich in einer sogenannten männlichen Domäne behaupten wollten, einen eisernen Willen. Hier ein Beispiel:

„... Jane Sager, eine Trompeterin der Swingzeit der dreißiger Jahre, die in allen berühmten Frauenbands wie den International Sweethearts of Rhythm, den Bands von Rita Rio und Ada Leonard, aber auch in normalen Big Bands wie z. B. von Charlie Barnet oder Jonny Richards gespielt hatte, wie hart sie um einen Stuhl in der Band von Richards kämpfen musste. „Sie brauchten einen Trompeter“, erinnert sie sich in einem Gespräch mit Sally Placksin, „und ich ging hin, um mich vorzustellen. Sie verlangten von mir, dass ich die ganze Nacht dabei war. Drei verschiedene Jungs waren vor mir dran. Endlich spät in der Nacht, ich war schon ziemlich wütend, war ich an der Reihe. Er legte mir dieses Leadarrangements vor, die schon genauso schwer waren wie die Dinge, die heute gespielt werden ... Das legte er mir nur vor, weil ich eine Frau war, darüber war ich mir im klaren. Und ich hab's ihm gezeigt. Ich war zornig und wütend und wild entschlossen, ihm zu beweisen, dass ich imstande war, das alles zu spielen. Dann begann ich zu improvisieren und er rief mir zu: >Bist du noch nicht müde?< Worauf ich erwiderte: >Das erwartest du wohl von mir? ! Wenn ich müde wäre, hätte ich mich nicht für diesen Job beworben, oder?< Am Schuß war dann noch Body and Soul dran. Dies ist die alte Nummer, bei der sie alle Jazzmusiker austricksen wollen. Ein Freund von mir, der damals auch dabei war, zählte, dass ich acht Chorusse in einem sehr langsamen Tempo darüber spielen musste, das mich zermürben sollte. Am Schuß der Nummer spielte ich die Kadenz und beendete sie mit einem netten hohen e-Moll. Da schaute er mich an und sagte: >Mein Gott, das wird von dir nicht erwartet, dass du so was kannst, du bist doch eine Frau<“ (Wolbert, Klaus, S.701f.).

[...]

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten

Details

Titel
Die Frau in der Musik. Frauen im Jazz
Hochschule
Universität Koblenz-Landau  (Institut für Musik und Musikwissenschaft)
Veranstaltung
Die Frau in der Musik
Note
2
Autoren
Jahr
2003
Seiten
14
Katalognummer
V18536
ISBN (eBook)
9783638228657
ISBN (Buch)
9783638777940
Dateigröße
444 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
In der Arbeit wird die Rolle der Frau in der Jazzmusik aufgezeigt. Besprochen werden ausserdem die wichtigsten Jazzmusikerinnen.
Schlagworte
Frau, Musik, Frauen, Jazz
Arbeit zitieren
Joachim Dieterich (Autor)Esther Dieterich (Autor), 2003, Die Frau in der Musik. Frauen im Jazz, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/18536

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