In der Geschichte der Musik war es den Frauen meist versagt sich aktiv am Musizieren zu beteiligen. Eine Ausnahme war die Volksmusik. Im 17. Jahrhundert wurde es den Frauen dann endlich gestattet auf Opern- und Konzertbühnen aufzutreten. Davor wurden die Frauenrollen von Kastraten gesungen. Langsam bekamen die Frauen dann auch Zugang zum Instrumentalspiel. Meist spielten die Frauen aber bloß Klavier, andere Instrumente blieben ihnen versagt. Somit hatten sie auch keine Chance in einem Orchester zu spielen.
Es gibt hier eine einzige Ausnahme, nämlich die Harfe. Sie wurde schon immer als weibliches Instrument angesehen. Auch heute gibt es leider noch das Problem, dass Musikerinnen in angesehenen Orchestern nicht gleichberechtigt behandelt werden.
Ein Beispiel: Die Klarinettistin Sabine Meyer warf bei den Berliner Philharmonikern frustriert das Handtuch, da ihre männlichen Kollegen sich weigerten mit ihr zusammenzuarbeiten. Ihre Leistungen entsprachen jedoch bei weiten dem eines solchen Elite-Orchesters. Das zeigt leider einmal mehr, dass selbst in unserer vermeintlich aufgeklärten Zeit immer noch solche Zustände herrschen.
Inhaltsverzeichnis
JAZZ – EINE DEFINITION
EIN KURZER HISTORISCHE ÜBERBLICK
DIE FRAU IM JAZZ
Die Ersten Jazzmusikerinnen
Die 20er Jahre
Jazzmusikerinnen nach der Wirtschaftskrise
Was der 2. Weltkrieg brachte
Der Jazz in Deutschland
Die 50er Jahre bis Heute
DIE WICHTIGSTEN JAZZMUSIKERINNEN
Mary Lou Williams
Ella Fitzgerald
Billie Holiday
Sarah Vaughan
Aki (Akiko) Takanese
Maria Schneider
Nachwort
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Diese Arbeit untersucht die historische und gesellschaftliche Rolle von Frauen im Jazz, beleuchtet die strukturellen Barrieren, mit denen Jazzmusikerinnen konfrontiert waren, und porträtiert bedeutende Pionierinnen des Genres.
- Historische Entwicklung des Jazz und seine stilistischen Wandlungen
- Strukturelle Diskriminierung von Frauen in der Musikgeschichte
- Auswirkungen gesellschaftlicher Krisen wie Weltkriege und Wirtschaftskrisen auf Musikerinnen
- Biografische Analysen einflussreicher Jazzmusikerinnen
- Vergleich der Situation in den USA und in Deutschland
Auszug aus dem Buch
Die Ersten Jazzmusikerinnen
Die Ersten Jazzmusikerinnen, die genannt werden sind um 1900 datiert. Hier zu nennen ist die Pianistin Edythe Turnham, die ihre Karriere in einer Minstreltruppe begann. Diese Minstrelshows fungierten „...als Forum für die schwarzen Musiker und Entertainer und waren integraler Bestandteil der schwarzen Unterhaltungswelt...“ (Wobert, Klaus, S.702).
Die Bluessängerin Ma Rainey, die man als die „Mutter des Blues“ bezeichnet wird sang auch in einer solchen Truppe. Sie soll ihre ersten Auftritte schon im Jahre 1902 bestritten haben.
Am 10 August 1920 wurde ein weiterer Schritt zur Emanzipierung der Frau im Jazz gewagt. Der Autor und Pianist Perry Bradford überzeugte die Aufnahmefirma Okeh, eine Aufnahme mit der Bluessängerin Mamie Smith aus Harlem zu machen.
Die Firma ging darauf ein und verkaufte die Platte 75000 mal. Mit einem solchen Erfolg hatte niemand gerechnet.
Die beliebteste und bekannteste Sängerin dieser Zeit war Bessie Smith (1895 – 1937). Man nannte sie „Empress of the Blues – Kaiserin des Blues”. Sie besaß die Fähigkeit Säle mit ihrer Stimme ohne elektronische Verstärkung zu füllen.
Zusammenfassung der Kapitel
JAZZ – EINE DEFINITION: Bietet einen Überblick über die Ursprünge und die stilistische Evolution des Jazz vom New-Orleans-Jazz bis hin zum Free Jazz und Jazz Rock.
EIN KURZER HISTORISCHE ÜBERBLICK: Analysiert den historischen Ausschluss von Frauen aus der Musikwelt und die Hürden beim Zugang zu professionellen Instrumenten und Kompositionsmöglichkeiten.
DIE FRAU IM JAZZ: Detailliert die spezifischen Herausforderungen für Jazzmusikerinnen über verschiedene Jahrzehnte hinweg, unter Berücksichtigung von Weltkriegen und gesellschaftlichen Normen.
DIE WICHTIGSTEN JAZZMUSIKERINNEN: Stellt bedeutende Akteurinnen wie Mary Lou Williams, Ella Fitzgerald und Billie Holiday vor und würdigt ihre individuellen Karrieren.
Nachwort: Reflektiert über die anhaltende Notwendigkeit, die Präsenz von Frauen in der Jazzmusik sichtbarer zu machen und reflektiert die Erkenntnisse der Hausarbeit.
Schlüsselwörter
Jazz, Jazzmusikerinnen, Frau in der Musik, Improvisation, Emanzipation, Musikgeschichte, Swing, Bebop, Diskriminierung, Big Band, Gesang, Instrumentalistinnen, Geschlechterrollen, Jazz in Deutschland, Musikindustrie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Geschichte und der gesellschaftlichen Stellung von Frauen im Bereich des Jazz sowie deren Kampf um Anerkennung und berufliche Teilhabe.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Fokus stehen die historische Entwicklung der Jazzmusik, die geschlechtsspezifische Diskriminierung in der Musikbranche und die Lebenswege einflussreicher Musikerinnen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die systematische Unterrepräsentation von Frauen im Jazz aufzuzeigen und die Barrieren zu beleuchten, die sie in dieser männlich dominierten Sparte überwinden mussten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse sowie die Untersuchung historischer biografischer Daten und zeitgenössischer Quellen zum Jazz.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Analyse der Situation von Frauen im Jazz von 1900 bis heute sowie in biografische Portraits bedeutender Jazzmusikerinnen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Jazzgeschichte, Emanzipation, Diskriminierung von Musikerinnen, geschlechtsspezifische Rollenbilder und musikalisches Handwerk.
Wie prägte der Zweite Weltkrieg die Situation von Jazzmusikerinnen?
Durch den kriegsbedingten Arbeitskräftemangel veränderte sich das Frauenbild kurzzeitig positiv, was Musikerinnen neue berufliche Möglichkeiten in der Unterhaltungsindustrie eröffnete.
Welche Rolle spielte die Technik bei der Karriere von Jutta Hipp?
Jutta Hipp war eine prominente deutsche Jazzpianistin, die nach ihrem Erfolg in Deutschland in die USA emigrierte, dort für das Label "Blue Note" aufnahm, sich aber später aufgrund der Kommerzialisierung aus der Musikszene zurückzog.
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- Joachim Dieterich (Author), Esther Dieterich (Author), 2003, Die Frau in der Musik. Frauen im Jazz, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/18536