Diese Diplomarbeit befasst sich mit dem Thema Data Warehouse bzgl. Einführung sowie heute noch gültiger Problem- und Fragestellungen in der Praxis. Weiterhin werden in dem Vorgehensmodell die einzelnen Projektphasen der Einführung beschrieben und für Nicht-Fachleute die häufigsten Begriffe erläutert. Somit ist diese Diplomarbeit für jeden interessant, der sich mit dem Thema einer Einführung beschäftigt.
Die Autorin ist seit dem Jahr 2000 als erfolgreiche Betraterin und Projekt-Managerin im Bereich Data Warehouse tätig. Ihre langjährige und vielseitige Projekterfahrung in verschiedenen Branchen und Unternehmensbereichen hat gezeigt, dass die in der Diplomarbeit beschriebenen Probleme und Fehler der Einführung noch heute auftreten, insbesondere bei noch unerfahren Anwendern, was eine intensivere Unterstützung durch hoch qualifizierte Berater(innen)/ Projekt-Manager(innen) erfordert, um solch ein Projekt erfolgreich abschließen zu können.
Zusammenfassung des Gutachtens vom benannten Erstkorrektor: Das Vorgehensmodell ist vom Zielbildungsprozess über Informationsanalysen bis zur Implementierung logisch folgerichtig dargestellt. Zahlreiche Tabellen und Abbildungen sind für den Praktiker sehr nützlich, um Kosten-Nutzen-Überlegungen im konkreten Falle anzustellen. Auch die vielfältigen Probleme bei der Einführung werden übersichtlich dargestellt. Der Informationswert für Lehre und Anwendung ist gleichermaßen hoch. Die Beispiele sind gut dokumentiert und auf jedes Data Warehouse übertragbar, so dass Fachleute, die sich mit der Einführung solcher Systeme befassen, aus der Arbeit großen Nutzen ziehen werden.
Die Autorin löst das komplexe Problem der Einführung von Management-Informationssystemen mit einem durchgängigen, präzisen und vollständigen Ansatz. Damit gibt sie dem Management ein praxisnahes Führungsinstrument an die Hand, was es in dieser Form bisher nur sehr selten gab.
Die Diplomarbeit zeichnet sich aus durch ihre zeitlich unbegrenzte Gültigkeit und sehr hohen Praxisbezug.
Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG
1.1 Aufbau und Merkmale eines MIS
1.2 Bedeutung eines strategischen MIS
2. GRÜNDE UND ZIELE EINER MIS-EINFÜHRUNG
3. PROBLEMANALYSE
4. PHASENMODELL ZUR EINFÜHRUNG EINES MIS
4.1 Phase 1: Zielkonzept erstellen
4.1.1 Informationsbedarfsanalyse
4.1.2 Sollkonzept und Pflichtenheft
4.2 Phase 2: Planung
4.2.1 Aufgabe abgrenzen
4.2.1.1 Systemgröße
4.2.1.2 Make or buy Entscheidung
4.2.1.3 Projektgruppe
4.2.1.4 Terminplanung
4.2.1.5 Kostenplanung
4.2.2 Ideale Lösungen suchen
4.2.3 Daten und Informationen sammeln
4.2.4 Analyse des Informationsmaterials
4.2.5 Auswertung des Informationsmaterials
4.2.6 Lösungsalternativen auswählen
4.2.7 Systemanalyse
4.3 Phase 3: Entscheidung
4.3.1 Optimale Lösung auswählen
4.3.1.1 Optimale technische Lösung
4.3.1.2 Optimale wirtschaftliche Lösung
4.3.2 Zielerfüllung kontrollieren
4.4 Phase 4: Realisation
4.4.1 Systemvoraussetzungen schaffen
4.4.2 Implementierung der MIS-Lösung
4.4.3 Customizing des MIS
4.5 Phase 5: Kontrolle
4.5.1 Systeme und Software testen
4.5.2 Kontrolle der Systemgestaltung
4.6 Phase 6: Schulung
4.6.1 Schulungsbedarf ermitteln
4.6.2 Schulungsentwicklung
4.7 Phase 7: Systemeinführung und Systemübergabe
4.8 Phase 8: Systemerhaltung
5. MÖGLICHE PROBLEME BEI DER EINFÜHRUNG
6. SCHLUßBETRACHTUNG
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht, wie ein strategisches Management-Informationssystem (MIS) systematisch in Unternehmen eingeführt werden kann, um eine optimale Informationsversorgung für Führungskräfte zu gewährleisten und langfristige Erfolgspotenziale zu sichern. Das primäre Ziel besteht darin, ein Phasenmodell für die erfolgreiche Implementierung zu entwickeln, welches häufige Fehlerquellen vermeidet und die Akzeptanz bei den Anwendern fördert.
- Grundlagen und Definitionen strategischer MIS
- Phasenmodell zur Einführung (von der Zielsetzung bis zur Systemerhaltung)
- Analyse von Erfolgsfaktoren und Fehlerursachen bei der Implementierung
- Methoden der Informationsbedarfsermittlung und Lösungsauswahl
- Bedeutung der strategischen Ausrichtung und Change-Management
Auszug aus dem Buch
1.1 Aufbau und Merkmale eines MIS
In der Literatur und in der Praxis wechseln die Namen für diese Programme, aber die Inhalte bleiben gleich (zumindest gleich in ihrer Intention):
• Management-Informationssystem (MIS)
• Führungsinformationssystem (FIS)
• Entscheidungsunterstützungssysteme (EUS) oder Decision Support System (DSS)
• Executive Information System (EIS)
• Data Warehouse
Detlev Hoch bemerkt, daß die Vielfalt der Bezeichnungen dazu beiträgt, „die Konfusion über Ziel und Inhalt solcher Systeme zu steigern“. Allerdings gibt es zwischen den Bezeichnungen und deren Inhalte kleine Unterschiede, die im folgenden kurz beschrieben werden.
Ein MIS ist ein „Informationssystem, das überwiegend zur Unterstützung der Entscheidungen von Managern (= Führungskräfte mit Personalverantwortung) dient und damit einen planungs- und kontrollorientierten Charakter aufweist“. Hansen verweist bei dieser Definition auch auf die Systeme DSS und EIS.
Ein DSS (Synonym: EUS) ist ein „Führungsinformationssystem, das die Entscheidungsvorbereitung einzelner Führungskräfte im Dialog mit Modellen unterstützt.“ Bei diesem System „ist die Ausrichtung auf bestimmte schlecht strukturierte Prozesse oder Entscheidungsprozesse“ typisch. Die Komponenten sind häufig „eine einfache Datenbank, Zugriff zu umfassenderen operativen Datenbanken, eine Methodenbank und eine Planungssprache“.
Zusammenfassung der Kapitel
1. EINLEITUNG: Die Arbeit thematisiert die steigenden Anforderungen an Führungskräfte in einem dynamischen Marktumfeld und verdeutlicht die Notwendigkeit von strategischen MIS für den Unternehmenserfolg.
2. GRÜNDE UND ZIELE EINER MIS-EINFÜHRUNG: Hier werden die Auslöser für MIS-Projekte sowie die konkreten Erwartungen an den Softwareeinsatz dargelegt, wobei ein deutlicher Zusammenhang zwischen Gründen und Zielen aufgezeigt wird.
3. PROBLEMANALYSE: Dieses Kapitel erläutert die Identifikation von Schwachstellen und Soll-Ist-Abweichungen als Basis für eine fundierte organisatorische Problemanalyse.
4. PHASENMODELL ZUR EINFÜHRUNG EINES MIS: Das Kernstück der Arbeit beschreibt detailliert den achtstufigen Prozess von der Zielkonzeption über die Planung und Realisation bis hin zur laufenden Systemerhaltung.
5. MÖGLICHE PROBLEME BEI DER EINFÜHRUNG: Das Kapitel analysiert die Hauptursachen für das Scheitern von Projekten, wie fehlende Gesamtkonzepte und die Unterschätzung der Komplexität.
6. SCHLUßBETRACHTUNG: Die Arbeit schließt mit einer Zusammenfassung der Rolle von MIS als wichtiges Rationalisierungsmittel und einem Ausblick auf moderne Management-Ansätze wie die Balanced Scorecard.
Schlüsselwörter
Management-Informationssystem, Strategische Führung, Führungsinformationssystem, MIS, Entscheidungsunterstützungssystem, Data Warehouse, Informationsbedarfsanalyse, Systemimplementierung, Phasenmodell, Change-Management, Unternehmenserfolg, Controlling, Strategische Planung, Prozessmanagement, Softwareauswahl
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Diplomarbeit widmet sich der systematischen Einführung von strategischen Management-Informationssystemen (MIS) und bietet Unternehmen einen Leitfaden, um IT-Projekte im Management-Bereich erfolgreich umzusetzen.
Welche zentralen Themenfelder behandelt die Arbeit?
Die Schwerpunkte liegen auf der strategischen Bedeutung von Informationssystemen, den Kriterien für die Softwareauswahl, den methodischen Schritten der Einführung und der Fehlervermeidung bei komplexen IT-Projekten.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Ziel ist die Bereitstellung eines strukturierten Phasenmodells, das Unternehmen dabei hilft, ihre strategische Unternehmensführung durch ein passgenaues MIS zu unterstützen und die Erfolgschancen der Einführung zu erhöhen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse, der Auswertung empirischer Marktstudien sowie dem Vergleich von Anwender- und Anbieterdaten für MIS-Lösungen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in acht aufeinanderfolgende Phasen: Zielkonzept, Planung, Entscheidung, Realisation, Kontrolle, Schulung, Einführung und Systemerhaltung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Zu den zentralen Begriffen zählen MIS, Führungsinformationssystem (FIS), Data Warehouse, Strategisches Management, Informationsbedarfsanalyse und Projektkomplexität.
Welche Rolle spielt das "Eisberg-Syndrom" bei der MIS-Einführung?
Das Eisberg-Syndrom verdeutlicht, dass bei der Einführung eines MIS die größten Risiken und Probleme unter der Oberfläche liegen und daher bei einer systematischen Planung frühzeitig beachtet werden müssen.
Warum wird im Rahmen der Entscheidung die "Buy-Entscheidung" bevorzugt?
Die Arbeit empfiehlt den Kauf (Buy) gegenüber der Eigenentwicklung, da spezialisierte Anbieter ihre Software regelmäßig aktualisieren und Unternehmen so schneller von technologischen Fortschritten profitieren können.
Wie trägt das Controlling zur Qualitätssicherung des MIS bei?
Das Controlling dient als fortlaufendes Instrument, um die Zielerfüllung der Softwareanwendung zu überwachen und sicherzustellen, dass die bereitgestellten Informationen tatsächlich zur Steuerung der Unternehmensziele beitragen.
- Quote paper
- Sabine Huxhold (Author), 1999, Vorgehensmodell zur Einführung eines strategischen Management-Informationssystems, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/185387