Betrachtet man das Angebot auf den Konsumgütermärkten genauer, stellt man fest, daß den Konsumenten "rationales" Verhalten (im ökonomischen Sinne) nicht gerade leicht gemacht wird. So kann ein und derselbe Artikel bei unterschiedlichen Händlern zu unterschiedlichen Preisen im Angebot sein, oder es lassen sich Preisdifferenzen zwischen Artikeln unterschiedlicher Marken beobachten, die jedoch qualitativ gleichwertig sind.
Diese Arbeit beschäftigt sich daher mit der Suche nach einem günstigen Preis. Daher sind an dieser Stelle nur die informationsökonomischen Aspekte der Suche bezüglich des Preises näher zu diskutieren. Diese lassen sich weiter differenzieren in die Informationssuche bei bekannter und unbekannter Verteilung der Preise.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Suchkosten in der Theorie und Empirie
2.1 Überblick, Einordnung
2.2 Definition der Suchkosten
2.3 Das klassische Modell eines Suchverfahrens mit festem Suchumfang
2.4 Die Informationssuche mit sequentiellen Suchverfahren
2.5 Empirische Erkenntnisse über die Preissuche
2.5.1 Einflußgrößen auf das Ausmaß der Suche
2.5.2 Das Verhältnis zwischen Preis und Preissuche
3. Untersuchungen zur Preis-Qualitäts-Korrelation (PQK)
3.1 Informationseffizienz auf Konsumgütermärkten
3.2 Auswahl verschiedener Untersuchungen zur PQK auf Konsumgütermärkten / Daten von Consumers Union
3.2.1 Die Pionierarbeit auf dem Gebiet der Preis-Qualitäts-Korrelation
3.2.2 Eine Betrachtung von Preis-Qualitäts-Korrelationen im zeitlichen Ablauf
3.2.3 Eine Untersuchung der PQK von langlebigen Gebrauchsgütern
3.2.4 Überblick über die auf Daten von CU basierenden Untersuchungen zur PQK
3.3 Die Entwicklung der PQK-Untersuchungen in Deutschland / Daten der Stiftung Warentest
3.3.1 Die erste deutschsprachige Untersuchung zur PQK
3.2.2 Überprüfung der Ergebnisse nach zehn Jahren
4. Kritik an der Preis-Qualitäts-Korrelationsanalyse
4.1 Schwachstellen bei der Bestimmung der Qualität
4.2 Probleme bei der Ermittlung der Preise
4.3 Sonstige Fehlerquellen bei der PQK-Analyse
4.4 Alternatives Modell zur Kennzeichnung der Markteffizienz
4.5 Suchkosten werden nicht berücksichtigt
5. Die empirische Ermittlung der Suchkosten
5.1 Die Anlage und Durchführung der Befragung
5.1.1 Beschreibung der Befragung
5.1.2 Aufbau des Fragebogens / Ablauf der Befragung
5.1.3 Auswertungsmethode
5.2 Die Auswertung des erhobenen Datenmaterials
5.2.1 Das Datenmaterial als Ganzes betrachtet - Allgemeines
5.2.2 Das Datenmaterial als Ganzes betrachtet - bedingte Suchkosten
5.2.3 Vergleich der Kennziffern für die verschiedenen Warenbereiche
5.2.4 Genauere Betrachtung des Warenbereichs Bekleidung
6. Die Berücksichtigung von Suchkosten anhand einer empirisch gestützten Modellrechnung
6.1 Grundlegende Annahmen für die Berücksichtigung der Suchkosten
6.2 Das 3-Zonen Modell
6.2.1 Grundlegende Annahmen des 3-Zonen Modells
6.2.2 Anwendung des 3-Zonen Modells auf einen fiktiven Markt
7. Auswertung der Ergebnisse der empirischen Untersuchung in Bezug auf grundlegende Theorien und Modelle
7.1 Die Verwertung der Ergebnisse in Bezug auf das Modell von Stigler
7.2 Die Verwertung der Ergebnisse der empirischen Untersuchung in Bezug auf das Modell von Ratchford & Gupta
8. Konsumenten-Informationssysteme als Möglichkeit zur Reduzierung der Suchkosten
8.1 Ausgewählte Informationsmöglichkeiten
8.2 Die Lösung durch Konsumenten-Informationssysteme
9. Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Rolle von Suchkosten bei der Preisbildung auf Konsumgütermärkten und hinterfragt die Aussagekraft klassischer Preis-Qualitäts-Korrelationsanalysen, die diesen Faktor bisher vernachlässigt haben. Ziel ist es, durch eine empirische Erhebung und eine anschließende Modellrechnung aufzuzeigen, wie sich die Einbeziehung individueller Suchkosten auf die Beurteilung der Markteffizienz auswirkt.
- Analyse theoretischer Grundlagen der Suchkosten und Informationsökonomik
- Kritische Würdigung bestehender Studien zur Preis-Qualitäts-Korrelation (PQK)
- Empirische Ermittlung von Suchkosten in verschiedenen Warenbereichen
- Entwicklung eines 3-Zonen-Modells zur Integration von Suchkosten in die PQK-Analyse
- Diskussion über Konsumenten-Informationssysteme als Mittel zur Markteffizienz
Auszug aus dem Buch
3.1 Informationseffizienz auf Konsumgütermärkten
Ein Markt ist dann informationseffizient, wenn für ein bestimmtes Gut von allen Anbietern ein bestimmter Preis verlangt wird. Umgekehrt gilt ein Markt als nicht informationseffizient, wenn für eine bestimmte Qualität unterschiedliche Preise verlangt werden (vgl. Maynes & Assum, 1982, S. 64).
Es gibt sowohl langfristige als auch kurzfristige Ursachen für Informationsineffizienzen. Zu den langfristigen Ursachen gehört die Schwierigkeit, die Vielzahl der einzelnen Merkmale erfassen und beurteilen zu können, die letztendlich die Qualität eines Artikels bestimmen. Ähnlich verhält es sich bei der Bewertung des Preises. Hier sind beispielsweise die unterschiedlichen Zahlungsbedingungen verschiedener Anbieter zu berücksichtigen. Auch die Zunahme der angebotenen Artikel und die daraus resultierenden Wahlmöglichkeiten erschweren dem Konsumenten den Überblick über den Markt - ein typisches Phänomen für zunehmenden Wohlstand und zunehmende Verstädterung.
Durch den zunehmenden Wohlstand der Bevölkerung hat sich die zur Verfügung stehende Anzahl an Gütern erhöht. Die zur Konsumption dieser Güter zur Verfügung stehende Zeit ist jedoch konstant geblieben. Daher ist sie ein knappes Gut geworden und hat durch ihren gestiegenen Wert die Suchkosten erhöht. Auch dies reduziert die Informationseffizienz, da der im Wohlstand lebende Konsument hierdurch nur eine geringere Preissuche unternimmt (vgl. Maynes & Assum, 1982, S. 65).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die eingeschränkte Markttransparenz und stellt die Relevanz von Suchkosten bei Kaufentscheidungen dar.
2. Suchkosten in der Theorie und Empirie: Dieses Kapitel fundiert das Verständnis von Suchkosten innerhalb der Informationsökonomik und unterscheidet verschiedene Suchmodelle.
3. Untersuchungen zur Preis-Qualitäts-Korrelation (PQK): Es erfolgt ein Überblick über historische Studien zur Preis-Qualitäts-Korrelation sowohl im internationalen als auch im deutschen Raum.
4. Kritik an der Preis-Qualitäts-Korrelationsanalyse: Hier werden methodische Schwachstellen der klassischen PQK-Analysen identifiziert, insbesondere hinsichtlich Qualitäts- und Preismessung.
5. Die empirische Ermittlung der Suchkosten: Dieses Kapitel beschreibt die Durchführung der eigenen Befragung sowie die Auswertung der erhobenen Daten zu relativen Suchkosten.
6. Die Berücksichtigung von Suchkosten anhand einer empirisch gestützten Modellrechnung: Basierend auf den empirischen Daten wird ein 3-Zonen-Modell entwickelt, um Suchkosten in die Preisbewertung zu integrieren.
7. Auswertung der Ergebnisse der empirischen Untersuchung in Bezug auf grundlegende Theorien und Modelle: Die gewonnenen Erkenntnisse werden mit den theoretischen Modellen von Stigler sowie Ratchford & Gupta verknüpft.
8. Konsumenten-Informationssysteme als Möglichkeit zur Reduzierung der Suchkosten: Es wird diskutiert, wie moderne Informationssysteme zur Steigerung der Markttransparenz beitragen können.
9. Zusammenfassung: Die Arbeit schließt mit einer Synthese der Ergebnisse und einem Ausblick auf die volkswirtschaftliche Bedeutung von Konsumenteninformationen.
Schlüsselwörter
Suchkosten, Informationssuche, Preis-Qualitäts-Korrelation, Markttransparenz, Konsumgütermärkte, Informationsökonomik, Kaufentscheidungen, Zeitknappheit, 3-Zonen-Modell, Konsumenten-Informationssysteme, Stiftung Warentest, Opportunitätskosten, Preisstreuung, Markteffizienz, empirische Untersuchung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit im Kern?
Die Arbeit untersucht den Einfluss von Suchkosten auf das Kaufverhalten und die Preisgestaltung. Sie zeigt auf, warum Konsumenten trotz theoretischer Annahmen vollkommener Information oft nicht rational handeln können und welche Rolle Suchkosten für die Markteffizienz spielen.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die zentralen Themenfelder sind die Informationsökonomik, die Preis-Qualitäts-Korrelation (PQK), empirische Methoden zur Erfassung von Suchkosten und die Rolle von Informationssystemen zur Unterstützung der Konsumenten.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel ist es, empirische Daten über das Ausmaß von Suchkosten zu gewinnen und ein Modell zu entwickeln, das zeigt, wie die Einbeziehung dieser Kosten zu einer realistischeren Beurteilung der Preis-Qualitäts-Korrelation führt.
Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?
Es wird eine Kombination aus einer explorativen empirischen Untersuchung (mündliche Interviews) und einer Modellrechnung (3-Zonen-Modell) angewandt, um die theoretischen Hypothesen zu stützen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil umfasst eine Literaturanalyse bestehender PQK-Studien, eine fundierte Kritik an gängigen Analysemethoden, eine eigene Befragungsstudie zur Messung von Suchkosten sowie die modellhafte Anwendung der Ergebnisse auf einen fiktiven Markt.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung am besten?
Suchkosten, Markttransparenz, Preis-Qualitäts-Korrelation, Informationsökonomik und Konsumenten-Informationssysteme sind die prägendsten Begriffe für diese Analyse.
Warum spielt die Zeitknappheit eine so wichtige Rolle in der Untersuchung?
Die Zeitknappheit dient als erklärende Variable für die Höhe der Suchkosten. Die Untersuchung bestätigt empirisch, dass Menschen, die ihre Zeit als knapp einstufen, dazu neigen, ihre Suchkosten höher zu bewerten.
Welchen Einfluss haben die Ergebnisse auf die Beurteilung ineffizienter Anbieter?
Die Arbeit legt nahe, dass hohe Suchkosten ineffiziente Anbieter auf dem Markt schützen, da Konsumenten aufgrund der Kosten von einer Suche nach günstigeren Alternativen absehen.
- Quote paper
- Gerhard Zeiner (Author), 1999, Die Berücksichtigung von Suchkosten bei der Berechnung von Preis-Qualitäts-Korrelationen auf Konsumgütermärkten, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/185421