Nonprofit-Organisationen und der Strukturwandel der Arbeitsgesellschaft. Zur Theorie und Empirie der sozialen Dienstleistungsproduktion


Diplomarbeit, 1999
116 Seiten, Note: 1.5

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einführung .. 3

1.1 Zielsetzung .. 5

1.2 Methodische Vorgehensweise .. 8

1.3 Aufbau der Arbeit .. 14

2 Soziale Dienstleistungsproduktion im Strukturwandel der Arbeitsgesellschaft .. 16

2.1 Die Erosion der geschlechtsspezifischen Arbeitsteilung .. 17

2.2 Theorien zur Dienstleistungsgesellschaft und soziale Dienstleistungsproduktion .. 21

2.3 Barrieren formeller Dienstleistungsproduktion in Deutschland .. 28

3 Nonprofit-Organisationen: Soziale Dienstleistungsproduktion im intermediären Bereich .. 32

3.1 Was sind Nonprofit-Organisationen? Ein Überblick .. 34

3.2 Exkurs: Zu Erklärungsmodellen von Nonprofit-Organisationen .. 39

3.3 Nonprofit-Organisationen im Welfare Mix – ein Analyserahmen .. 44

3.4 Der Nonprofit-Sektor in Deutschland .. 50

3.5 Zusammenfassung .. 57

4 Soziologische analysen einer Nonprofit-Organisation: Der Verein „Frauen für Frauen“ im Blickfeld .. 59

4.1 Das Untersuchungsobjekt .. 61

4.2 Organisationsgründung als alternativer Dienstleistungsproduzent .. 66

4.3 Organisationsstabilisierung im Third-Party-Government .. 73

4.4 Zielverschiebungen und die Assimilation marktlicher und staatlicher Organisationsformen .. 82

4.5 Die Organisationsgenese im Überblick: Schlußfolgerungen .. 93

5 Resümee und Ausblick .. 97

5.1 Soziale Dienstleistungsproduktion im intermediären Bereich als große Hoffnung der Arbeitsgesellschaft? .. 99

5.2 Neue Arbeitsformen durch Nonprofit-Organisationen? .. 103

5.3 Fazit .. 109

6 Anhang .. 110

Anhang A Datenmaterial .. 110

Anhang B Literatur .. 111

1 Einführung

Mit einer ständig wachsenden Zahl von Arbeitslosen bzw. mit einer im Vergleich zu vergangenen Jahrzehnten auf hohem Niveau stagnierenden Arbeitslosenquote hat in zahlreichen westlichen Ländern eine lebhafte Diskussion in Wissenschaft, Politik und Massenmedien über die Zukunft der „Arbeitsgesellschaft“ eingesetzt. Das Phänomen des Jobless Growth, einem durch Rationalisierung und grundlegenden Wandel der Produktions- und Arbeitsweisen hervorgerufenen Anstieg der Produktivität bei gleichzeitigem Arbeitsplatzabbau, treibt einen Keil zwischen Menschen mit und Menschen ohne festen Arbeitsplatz. Der Strukturwandel der Arbeitsgesellschaft, bereits als das „Ende der Arbeit“ heraufbeschworen, bedeutet für die einen Denker eine Chance zu neuen Arbeitsformen, für die anderen den Weg in das Massenelend. Ebenso wie die Meinungen über die bereits eingeschlagene Richtung auseinandergehen, divergieren die grundlegenden Vorstellungen über die zukünftig einzuschlagende Richtung zur Lösung der Probleme von Massenarbeitslosigkeit. Diskutiert werden verschiedene Modelle: von der Einführung eines „Grundeinkommens“ oder einer „negativen Einkommenssteuer“, über verstärktes „ehrenamtliches Engagement“ und „Umschichtungen der Arbeit“ durch Reduzierung der Arbeitszeit, bis zur Schaffung eines „Niedriglohnsektors“, einschließlich aller denkbaren Kombinationsmöglichkeiten und Variationen der einzelnen Lösungsansätze. Gemeinsam ist allen Lösungsvorschlägen aber ein wesentliches Merkmal: egal ob „Ehrenamt“ oder „Niedriglohn“, es werden weder der Staat, noch die (Markt-) Wirtschaft oder der private Haushalt jeweils für sich alleine als einziger und alleiniger Akteur zur Lösung der Probleme betrachtet, vielmehr gehen alle Modelle von einem, je nach Ansatz mehr oder weniger stark ausgeprägten Zusammenspiel aller drei Gesellschaftssphären aus. Ehrenamtliches Engagement benötigt, ebenso wie die Bereitstellung eines Grundeinkommens, (finanzielle) Ressourcen von Markt und Staat, die Einführung von Niedriglöhnen erfordert, ebenso wie die Umschichtung von Arbeit, regulierende Eingriffe des Staates in Kooperation (oder Konfrontation) mit der Wirtschaft, und alle Modelle sind auf die (Human-) Ressourcen und den (Güter-) Konsum der Privathaushalte angewiesen. Im Zuge des tiefgreifenden Wandels der Arbeitsgesellschaft ist nun ein neues Interesse an den Nonprofit-Organisationen erwacht, da sie nicht „Markt“, nicht „Staat“ und nicht „Privathaushalt“ sind, sondern sich gerade zwischen Markt, Staat und Privathaushalten bewegen und sich aufgrund dieser „intermediären Stellung“, so die Hoffnungen, zu einer Kombination der Ressourcen, Koordinationsmechanismen und Werte und damit zur Überwindung der spezifischen Defizite einzelner Sphären eigneten. Aber nicht nur den Nonprofit-Organisationen wird für die Zukunft der Arbeitsgesellschaft ein wichtiger Stellenwert beigemessen. In der Diskussion um die „Dienstleistungsgesellschaft“ rücken zunehmend die produktiven Leistungen der privaten Haushalte in das Zentrum des Interesses. Die in den Privathaushalten informell erbrachte Arbeit leistet nicht nur einen erheblichen, vielfach kaum wahrgenommenen Beitrag zur Wertschöpfung einer Volkswirtschaft, sondern gewinnt im Kontext der Diskussion um die Zukunft der Arbeitsgesellschaft insofern an Bedeutung, als sich mit der Erosion der geschlechtsspezifischen Arbeitsteilung und der Transformation von unbezahlter Hausarbeit in formelle Erwerbsarbeit grundsätzlich neue Beschäftigungspotentiale eröffnen. Die Transformation der Produktion dieser sozialen Dienstleistungen, traditionell von den privaten Haushalten erbracht, und die Rolle von Nonprofit-Organisationen für die Produktion sozialer Dienstleistungen im Strukturwandel der Arbeitsgesellschaft sind Gegenstand der vorliegenden soziologischen Untersuchung.

1.1 Zielsetzung

Obwohl sich Nonprofit-Organisationen in der Diskussion um den Strukturwandel der Arbeitsgesellschaft zunehmender Beachtung erfreuen können, bewegt sich nicht nur der öffentliche, sondern auch der wissenschaftliche Diskurs über den zukünftigen Stellenwert von Nonprofit-Organisationen auf einer unsicheren Basis mit allerlei spekulativen, zumeist hoffnungsvollen Einschätzungen. Einerseits haben sich Erklärungsmodelle für die Existenz von Nonprofit-Organisationen herausgebildet, die aber nicht nur empirischen Bezug vermissen lassen, sondern vielfach bei näherer Betrachtung auch theoretische Unzulänglichkeiten aufweisen. [1] Andererseits wurden verschiedene Untersuchungen durchgeführt, die einen quantitativ-empirischen Überblick über den Nonprofit-Sektor, teilweise in international vergleichender Perspektive bieten, die jedoch im Hinblick auf die Diskussion über den Stellenwert von Nonprofit-Organisationen für die Zukunft der Arbeitsgesellschaft nicht mehr als ein zwar wichtiges, aber dennoch erst grundlegendes Fundament darstellen.[2] Die Ergänzung von Theorie und Empirie auf qualitativer Ebene ist rar, auf enge Problemfelder, wie die Entwicklung der freien Wohlfahrtspflege, Personal- und Organisationsentwicklung oder Steuerung und Kontrolle in Nonprofit-Organisationen, beschränkt und kaum in den Rahmen der Diskussion um den Wandel der Arbeitsgesellschaft integriert. [3]

In der vorliegenden Arbeit sollen anhand der Einzelfallanalyse [4] einer Organisationsgenese die Rahmenbedingungen und Potentiale zur sozialen Dienstleistungsproduktion durch Nonprofit-Organisationen im Strukturwandel der Arbeitsgesellschaft exploriert werden. Doch welches Bestreben eines Soziologen und damit welches Erkenntnisinteresse liegt in der umfassenden Beschäftigung mit einem Untersuchungsobjekt in seiner Einheit? Die Einzelfallanalyse stellt keine spezifische Technik der empirischen Sozialforschung dar, sondern einen Forschungsansatz ( Approach), mit dem versucht wird, die für das zu untersuchende wissenschaftliche Problem bedeutsamen Merkmale als Einheit aufzufassen und zusammenzuhalten.[5] Durch die Beschränkung auf ein Untersuchungsobjekt entsteht der Vorteil, sich intensiver mit mehr Untersuchungsmaterial beschäftigen zu können und dadurch zu umfangreicheren und komplexeren Ergebnissen zu gelangen.[6] Mit dem Forschungsansatz der Einzelfallanalyse wird es daher möglich, die Organisationsgenese der untersuchten Nonprofit-Organisation aus verschiedenen Perspektiven zu beleuchten und auf diese Weise einseitige Analysen mit unzulänglichen Schlußfolgerungen, die einem komplexen Forschungsgegenstand nicht gerecht werden, zu vermeiden.

Während der Forschungsgegenstand „Nonprofit-Organisation“ von der Ökonomie auf den Aspekt der Nicht-Gewinnerzielung verengt wird und für die Politologie vor allem Funktionen der Interessenvertretung durch intermediäre Organisationen von Bedeutung sind, gewinnt für die Soziologie die Betrachtung von Nonprofit-Organisationen in ihrer Verortung im intermediären Bereich zwischen Markt, Staat und Privathaushalten besondere Aufmerksamkeit. In der vorliegenden soziologischen Untersuchung wird, unter Berücksichtigung bekannter quantitativ-empirischer Rahmendaten, auf qualitativ-empirischer Ebene das Ziel verfolgt, die bereits bestehenden theoretischen Ansätze und Erklärungsmodelle für die Existenz, die Verflechtung und den Handlungsspielraum von Nonprofit-Organisationen im intermediären Bereichs zwischen Markt, Staat und privaten Haushalten explorativ zu erhellen. Es soll das Spannungsfeld zwischen Markt, Staat und Privathaushalt im Hinblick auf die Produktion sozialer Dienstleistungen durch Nonprofit-Organisationen im Strukturwandel der Arbeitsgesellschaft anhand des vorliegenden empirischen Untersuchungsobjekts systematisch analysiert werden.

Ziel dieser Arbeit wird es daher zunächst sein, eine dem Untersuchungsobjekt adäquate, theoretische Erfassung des Strukturwandels der Arbeitsgesellschaft – vor allem im Hinblick auf die Transformation sozialer Dienstleistungsproduktion – und eine angemessene analytische Erfassung des Forschungsgegenstands „Nonprofit-Organisation“ herauszuarbeiten sowie die Rahmenbedingungen sozialer Dienstleistungsproduktion und von Nonprofit-Organisationen in Deutschland darzustellen. Anhand der Analyse des empirischen Einzelfalls lassen sich sodann die Veränderungen der Strukturen sozialer Dienstleistungsproduktion und die Rolle von Nonprofit-Organisationen exemplarisch aufzeigen. Es sollen die spezifischen Beiträge von Nonprofit-Organisationen in der Produktion sozialer Dienstleistungen und die Entwicklungsstrukturen von Nonprofit-Organisationen im Spannungsfeld von Markt, Staat und Privathaushalten sowie die Wechselverhältnisse der jeweiligen Sphären empirisch erörtert und theoretisch eingebettet werden. Auf der Basis der Erkenntnisse dieser Einzelfallanalyse sollen abschließende Einschätzungen des Stellenwerts formeller sozialer Dienstleistungsproduktion und des Potentials von Nonprofit-Organisationen für neue Arbeitsformen, integriert in die Diskussion um die Zukunft der Arbeitsgesellschaft, die vorliegende Untersuchung abrunden.

1.2 Methodische Vorgehensweise

Im Mittelpunkt der Arbeit steht als empirisches Untersuchungsobjekt derVerein „Frauen für Frauen“ [7], eine auf kommunaler Ebene agierende Nonprofit-Organisation. Warum wurde gerade diese Nonprofit-Organisation zum Untersuchungsobjekt der vorliegenden Analyse erhoben? Im Forschungsansatz einer Einzelfallanalyse werden typische, besonders prägnante oder aussagekräftige Beispiele gewählt, [8] die einen genauen Einblick in das Zusammenwirken einer Vielzahl von Faktoren und das Auffinden und Herausarbeiten typischer Vorgänge [9] ermöglichen. Die Auswahl der Untersuchungseinheiten geschieht systematisch daraufhin, einen Fall, eine Untersuchungseinheit zu finden, die die theoretischen Konzepte des Forschers komplexer, differenzierter und profunder gestalten kann.[10] Die Nonprofit-Organisation „Frauen für Frauen“ erschien als Untersuchungsobjekt besonders geeignet, da sie aus verschiedenen Gründen für die vorliegende Analyse als idealtypischer Einzelfall angesehen werden kann:

· es existieren in verschiedenen Städten Deutschlands Vereine, die nicht nur in ihren Zielsetzungen und Tätigkeitsfeldern denen von „Frauen für Frauen“ sehr ähnlich sind, sondern die auch den gleichen Namen tragen;

· der intermediäre Bereich zwischen Markt, Staat und privaten Haushalten, in dem wir die Organisationen des Nonprofit-Sektors verorten, kann anhand der Analyse von „Frauen für Frauen“ mit seinem Handlungsspielraum, seinen Spannungsfeldern und Entwicklungslinien exemplarisch erhellt werden;

· die Produktion sozialer Dienstleistungen durch „Frauen für Frauen“ fügt sich in aktuelle sozialwissenschaftliche und politische Diskussionszusammenhänge um den Strukturwandel der Arbeitsgesellschaft.

Die der vorliegenden Untersuchung zugrundeliegenden Daten über das empirische Untersuchungsobjekt wurden durch verfügbare Schriftstücke und Textmaterialien sowie durch Interviews erhoben. Die Vorgehensweise von Vorbereitung, Erhebung und Auswertung der Daten sollen im Folgenden dargelegt werden, um die Darstellungsweise, die Aussagen und die Schlußfolgerungen dieser Arbeit methodisch nachvollziehbar zu machen.

Der erste Schritt zur Vorbereitung des Feldzugangs war das Studium von theoretischen Ansätzen und vorliegenden empirischen Forschungsergebnissen, die die Themenkomplexe „Nonprofit-Organisation“ und „Strukturwandel der Arbeitsgesellschaft“ zum Gegenstand haben. Die Literaturrecherche und die theoretische Vorbereitungsphase waren im März 1999 abgeschlossen. Dem theoretischen Background kam in der Projektplanung eine besondere Bedeutung zu, um einen Überblick über den aktuellen Forschungsstand zu gewinnen und den Forschungsgegenstand unter theoretischen Aspekten zu umreißen. In dieser Vorbereitungsphase fand auch eine Sensibilisierung für besondere Problemfelder statt, die offene Fragen formulieren und einzelne Themen zentrieren ließen. Im Sinne eines qualitativen Forschungsansatzes war es von besonderer Bedeutung, sich mit möglichst weitgehender Offenheit dem Forschungsgegenstand zu nähern. Das „Prinzip der Offenheit“ stellt die theoretische Strukturierung des Forschungsgegenstands zurück, „bis sich die Strukturierung des Forschungsgegenstandes durch die Forschungssubjekte herausgebildet hat“. [11] Diese Offenheit ist dann keine planlose Datensammlung, sondern zielgerichtetes Vorgehen. Das zunächst in groben Strukturen umrissene Forschungsfeld wird durch die Erhebung und Auswertung der empirischen Daten immer wieder neu konstruiert: das Konzept wird durch das Untersuchungsobjekt generiert.[12]

Nach Abschluß der theoretischen Vorbereitung wurde der persönliche Kontakt mit den für die Untersuchung relevanten Akteuren gesucht. In einem ersten Gespräch mit der Geschäftsführerin G des Vereins „Frauen für Frauen“ wurde das Forschungsinteresse bekundet und die Bereitschaft zur weiteren Zusammenarbeit hergestellt. Bei diesem ersten Zusammentreffen bestand die Gelegenheit, Einsicht in vorhandene Schriftstücke und Textmaterialien zu bekommen, die den Verein „Frauen für Frauen“ betreffen. Hierzu gehörten die Vereinssatzung, Projektkonzeptionen, Faltblätter und der Pressespiegel.

Zur Erfassung der Organisationsgenese von „Frauen für Frauen“ mit ihren ursächlichen Rahmenbedingungen, ihren Akteuren und deren expliziten und impliziten Zielvorstellungen sowie zum Aufspüren von Problemfeldern waren persönliche Interviews vorgesehen. Da es galt, detaillierte Informationen[13] sowie die Bedeutungs- und Sinnzusammenhänge der Akteure, ihre genuinen Perspektiven[14] zu erfassen, erschien die Form des offenen Interviews als vorteilhaft.[15] Zur Einbettung in den bereits theoretisch umrissenen und durch die Sammlung der verfügbaren Materialien auf die Organisation zugeschnittenen Forschungshorizont eignete sich die themen- bzw.problemzentrierte Interviewführung[16] mitakteurbezogenen Interviewleitfäden [17]. Hierbei werden mit Hilfe des Interviewleitfadens die zu erhebenden Informationsklassen verzeichnet und der Interviewer ist dazu angehalten, diejenigen Themenbereiche anzusprechen, zu denen sich der Befragte nicht von sich aus äußerst.[18] Durch das Ansprechen von Stichworten oder Themen wird dem Befragten ein breiter Spielraum der Strukturierung und Äußerung subjektiver Deutungen eingeräumt,[19] er kann ohne Vorgaben Stellung nehmen [20]. Grundsätzlich bleibt auf diese Weise offen, welche Themengebiete vertieft behandelt werden und welche zusätzlich relevanten Themen sich im Gespräch ergeben.[21] So entstand für die vorliegende Untersuchung die Notwendigkeit, zwei weitere, zunächst nicht geplante Interviews mit Personen durchzuführen, die an den aufgetretenen organisationalen Entwicklungen wesentlichen Anteil hatten. Die Datengewinnung mittels qualitativer Interviews kann also aus der Perspektive des Interviewers „als ein Prozeß permanenter spontaner Operationalisierung“ [22] verstanden werden.

Für diese Arbeit wurden folgende Interviews durchgeführt:

· Bereits bei der Sichtung des genannten Textmaterials fiel die enge Kooperation von „Frauen für Frauen“ mit der Stadt H auf, so daß ein erstes persönliches, knapp einstündiges Interview mit einem für diese Kooperation zuständigen Mitarbeiter der „Arbeitshilfe“ [23] des Sozialamts durchgeführt wurde, um die lokalen Gegebenheiten kennenzulernen.

· Eine zentrale Stellung für die vorliegende Arbeit nimmt das Interview mit der Geschäftsführerin G des Vereins „Frauen für Frauen“ ein. Dieses ebenfalls persönliche Interview dauerte etwa zwei Stunden und war für die Datengewinnung von besonderer Bedeutung. Mit der Geschäftsführerin G wurde zur Klärung offener Fragen auch im weiteren Verlauf der Untersuchung stets Kontakt gehalten.

· Ein telefonisches Interview von etwa 20 Minuten Dauer fand mit dem Geschäftsführer H des „Beschäftigungsverbands“ [24] statt, unter dessen Dach der Verein „Frauen für Frauen“ angesiedelt ist. Dieses Interview diente der Klärung von Fragen, die im Interview mit der Geschäftsführerin G in Bezug auf den „Beschäftigungsverband“ aufgetreten waren.

· Die Auswertung des Textmaterials sowie des Interviews mit der Geschäftsführerin G machte deutlich, daß in der Entwicklung von „Frauen für Frauen“ starke Konflikte aufgetreten waren, die Ziele, Tätigkeiten und Organisationsstrukturen des Vereins nachhaltig beeinflußt und zum Rückzug der Initiatoren von „Frauen für Frauen“ sowie zu einem Wechsel des Vereinsvorstands geführt hatten. Um diese Entwicklungen nachvollziehen zu können und die Sichtweise verschiedener Standpunkte zu erfahren, wurden persönliche Interviews mit der Dauer von jeweils circa einer Stunde durchgeführt mit der Vorstandsfrau A, die Mitglied des alten und des neuen Vorstands war, und der Vorstandsfrau B, die Mitglied des alten Vorstands war und zu den Initiatoren von „Frauen für Frauen“ gehörte.

· Die Geschäftsführerin G und die Mitglieder des gegenwärtigen Vorstands planen, sich im Sommer 1999 aus der aktiven Vereinsarbeit zurückzuziehen. Ein Ausblick auf die weitere Zukunft von „Frauen für Frauen“ ergab sich in einem abschließenden Telefoninterview von etwa 20 Minuten Dauer mit der Leiterin D des Vereinsprojekts „Hilfe im Haushalt“ [25] .

Neben diesen für die Organisationsgenese zentralen Personen hätten natürlich noch weitere Akteure, wie beispielsweise Privathaushalte und pflegebedürftige Personen, die Teilnehmerinnen der von „Frauen für Frauen“ durchgeführten Qualifikationsmaßnahmen oder andere, neben der Stadt H mit „Frauen für Frauen“ kooperierende Institutionen und Organisationen in die Untersuchung einbezogen werden können. Eine Ausweitung des Kreises der Befragten hätte aber nicht nur den Rahmen einer Diplomarbeit bei weitem gesprengt, sondern vor allem auch zur Erschließung neuer bzw. Vertiefung anderer Untersuchungsfelder geführt. Daher fand bewußt eine Beschränkung auf die genannten Interviewpartner statt, die als zentrale Akteure in Erscheinung getreten waren in Bezug auf die Gründungsinitiative, die Organisation, die geleisteten Aktivitäten sowie Entwicklungen von „Frauen für Frauen“ und deren Rahmenbedingungen.

Der Autor der vorliegenden Arbeit führte die Interviews in der Zeit von März bis Mai 1999 persönlich bzw. telefonisch durch. Alle Eigennamen der Interviewpartner sowie anderer erwähnter Personen und Organisationen sind mit Rücksicht auf vertrauliche Informationen, die in den Interviews gegeben wurden, anonymisiert. Die Ausführungen, die den Verein „Frauen für Frauen“ betreffen, erfolgen ohne Quellenangaben, soweit die Aussagen der verschiedenen Interviewpartner und des Textmaterials übereinstimmen, während bei unterschiedlichen Aussagen und der Darstellung subjektiver Meinungen stets Fußnoten die Herkunft angegeben. (Zu den ausgewerteten Schrift-stücken und Textmaterialien sowie einer Übersicht über die durchgeführten Interviews vgl. Anhang A.)

Die Interviews wurden auf Band aufgezeichnet und anschließend transkribiert. Eine authentische Transkription war nicht als notwendig zu erachten, vielmehr mußte die Materialfülle schon bei der Aufbereitung reduziert und gleich vom Tonband eine Zusammenfassung vorgenommen werden. Als methodisches Instrumentarium diente bei der Auswertung der Interviews, ebenso wie bei der Auswertung der oben genannten Schriftstücke und Textmaterialien, die qualitative Inhaltsanalyse, um eine methodisch kontrollierte Zusammenfassung zu gewährleisten. [26] Die qualitative Inhaltsanalyse stellt eine „Auswertungsstrategie von zum Zwecke der Analyse erstellter [hier: Interviews] oder akzidentaler [hier: Schriftstücke und Textmaterialien] Dokumente ohne a priori formulierte theoretische Analysekriterien“ [27] dar. Dabei wird eine „doppelte Strategie“ verfolgt: die Inhaltsanalyse „zwingt den Gegenstand, sich in seiner Struktur zu offenbaren, indem sie detotalisierend ansetzt und nach dem Verhältnis der Einzelaspekte und des vordergründigen Erscheinungsbildes fragt, dies aber mit dem Ziel einer bewußten Retotalisierung vollzieht, um den gesamtgesellschaftlichen Kerngehalt einer jeden Äußerung nicht aus den Augen zu verlieren“. [28] Dem Prinzip der Offenheit folgend, wurde kein vorab entwickeltes inhaltsanalytisches Schema mit Analyseeinheiten,
-dimensionen und -kategorien auf die zu untersuchenden Kommunikationsinhalte angelegt, sondern der Versuch unternommen, „den Inhalt selbst sprechen zu lassen und aus ihm heraus die Analyse zu entfalten“ [29] und dabei explikativ, die kommunikativen Inhalte deutend, vorzugehen. Im Sinne der objektiven Hermeneutik wurde das Ziel angestrebt, über die Betrachtung individueller Handlungsfiguren als Ausformungen latenter, objektiver Sinnstrukturen, die hinter den Einzelhandlungen liegenden objektiven Bedeutungsmöglichkeiten herauszuarbeiten. [30] Mit den Darstellungen der vorliegenden Arbeit galt es schließlich, die überwältigende Materialfülle auf diejenigen Themenkomplexe und Problemfelder zu konzentrieren, die sich aus dem untersuchten empirischen Einzelfall heraus und im Hinblick auf die theoretische Diskussion als von herausragender Relevanz erwiesen haben.

1.3 Aufbau der Arbeit

Die Ausführungen der vorliegenden Arbeit sind, diese vorangestellte Einführung und den Anhang ausgenommen, in vier übergeordnete Kapitel untergliedert:

Im zweiten Kapitel wird eine Übersicht über wesentliche Aspekte des Strukturwandels der Arbeitsgesellschaft gegeben, die für die vorliegende Untersuchung von Bedeutung sind. In Anbetracht des empirischen Untersuchungsobjekts rückt dabei der Strukturwandel der Arbeitsgesellschaft als Erosion der geschlechtsspezifischen Arbeitsteilung und als Transformationsprozeß sozialer Dienstleistungsproduktion in das Zentrum des Interesses. Außerdem gilt es an dieser Stelle, im Hinblick auf das empirische Untersuchungsobjekt die Rahmenbedingungen sozialer Dienstleistungsproduktion in Deutschland [31] darzustellen.

Nachdem das zweite Kapitel ausgewählte Aspekte des Strukturwandels der Arbeitsgesellschaft bewußt lediglich kurz umreißt, dient das dritte Kapitel der eingehenden soziologischen Erfassung des Forschungsgegenstands „Nonprofit-Organisation“. Es gilt zu klären, was unter dem Begriff der Nonprofit-Organisation zu verstehen ist, und in einem Exkurs den Blick für diesen Forschungsgegenstand durch einige grundlegende theoretische Erklärungsansätze zu schärfen. Die Diskussion und die Bewertung dieser Erklärungsmodelle am vorliegenden Untersuchungsobjekt führt zur Verortung von Nonprofit-Organisationen im intermediären Bereich des Welfare Mix, der den geeigneten analytischen Rahmen für die weitere Untersuchung bilden wird. Außerdem ist es zur Analyse des empirischen Untersuchungsobjekts wichtig, den Hintergrund von Nonprofit-Organisationen in Deutschland zu beleuchten. Das dritte Kapitel schließt mit thesenartig formulierten Überlegungen ab, die sich aus der bis hier erfolgten Darstellung herauskristallisiert haben und die anhand der Einzelfallanalyse des Vereins „Frauen für Frauen“ im weiteren Verlauf der Untersuchung ausführlich diskutiert werden sollen.

Das vierte Kapitel bildet den zentralen Teil der vorliegenden Arbeit. Hier steht die untersuchte Nonprofit-Organisation als empirisches Untersuchungsobjekt im Mittelpunkt. Anhand der soziologischen Analyse der Organisationsgenese von „Frauen für Frauen“ werden die zuvor theoretisch herausgearbeiteten Schlußfolgerungen ausführlich zu erörtern sein. Die Darstellung und Diskussion der Ursachen, die zur Gründung von „Frauen für Frauen“ geführt haben, sowie des Verlaufs der Organisationsstabilisierung und der aufgetretenen Entwicklungen sollen den intermediären Bereich zwischen Markt, Staat und privaten Haushalten als Ort sozialer Dienstleistungsproduktion im Sinne der Zielsetzung dieser Arbeit explorativ erhellen.

Im fünften Kapitel werden in einem kurzen Resümee die Ergebnisse der Arbeit reflektiert. Die gewonnenen Erkenntnisse der hier durchgeführten Einzelfallanalyse sollen dazu dienen, in einem Ausblick wesentliche, den wissenschaftlichen ebenso wie den politisch-öffentlichen Diskurs beherrschende Aspekte künftiger Entwicklungsperspektiven von Nonprofit-Organisationen einer kritischen Betrachtung zu unterziehen. Neben einer Einschätzung der Transformation sozialer Dienstleistungsproduktion und den mit dieser verbundenen Beschäftigungspotentialen, ist abschließend ein ausschweifender Blick auf Möglichkeiten neuer Arbeitsformen durch Nonprofit-Organisationen zu wagen.

Der Anhang beinhaltet eine Auflistung des ausgewerteten Datenmaterials (Anhang A) und das Verzeichnis der zugrundeliegenden Literatur (Anhang B).

2 Soziale Dienstleistungs-produktion im Strukturwandel der Arbeitsgesellschaft

Das empirische Untersuchungsobjekt der vorliegenden Einzelfallanalyse ist der Verein „Frauen für Frauen“. Wie dieser Name bereits vermuten läßt, ist der Verein „Frauen für Frauen“ als (lokales) Frauenprojekt organisiert: er wurde von Frauen initiiert, wird von Frauen betrieben und richtet sich mit seiner Zielsetzung und seinem Leistungsangebot an die Zielgruppe der Frauen. Welches sind die zugrundeliegenden gesellschaftlichen Wandlungsprozesse, die die Entstehung des Vereins „Frauen für Frauen“ hervorgelockt haben? Und auf welche sich verändernden Bedürfnisstrukturen zielen die Aktivitäten von „Frauen für Frauen“? Mit diesem ersten Teil der vorliegenden Arbeit soll in einem theoretischen Überblick in ausgewählte Themenkomplexe und Problemfelder des Strukturwandels der Arbeitsgesellschaft eingeführt werden, die sich für die Analyse des empirischen Untersuchungsobjekts als von besonderer Bedeutung erweisen.

Zunächst rückt bei der Untersuchung eines Frauenprojekts der Wandel der Frauenrolle in der Arbeitsgesellschaft in das Zentrum des Interesses, der sich als Erosion der geschlechtsspezifischen Arbeitsteilung darstellt (Abschnitt 2.1). Im Zuge der hier beschriebenen Wandlungsprozesse werden neue Bedürfnisstrukturen sichtbar, deren Diskussion sich in den Kontext der Theorien zur Dienstleistungsgesellschaft im Hinblick auf die Produktion sozialer Dienstleistungen einreiht (Abschnitt 2.2). Mit der Konzentration auf soziale Dienstleistungen gilt es, die in Deutschland bestehenden Barrieren formeller Dienstleistungsproduktion herauszuarbeiten (Abschnitt 2.3).

2.1 Die Erosion der geschlechtsspezifischen Arbeitsteilung

Der Prozeß der Industrialisierung im 19. Jahrhundert hat zu einem grundlegenden Strukturwandel der Gesellschaft geführt. Die Selbstversorgungswirtschaft der „Ökonomie des ganzen Hauses“ wurde zunehmend durch eine Markt- und Fremdversorgungswirtschaft ersetzt, die häusliche Eigenarbeit durch industrielle Warenproduktion verdrängt. Es vollzog sich eine geschlechtsspezifische Trennung zwischen „öffentlicher Arbeitswelt“ und „privater Lebenswelt“ und damit zwischen „formeller Erwerbsarbeit“ und „informeller Hausarbeit“. [32] In dieser Trennung gesellschaftlicher Sphären kommt dem industriellen Produktionssystem die Funktion der materiellen Erzeugung knapper Güter zu, während die Familie im Dienst der Regeneration und (Re-) Produktion von Arbeitskraft steht. Erwerbsarbeit als bezahlte Lohnarbeit wird männlich definiert, wohingegen die Hausarbeit dem Aufgabengebiet der Frau zugeordnet wird, die mit ihrer Rolle als Hausfrau, Mutter und Ehefrau für die Pflege der sozialen Beziehungen und emotionalen Bindungen in der Familie verantwortlich ist. [33] Die Arbeitsleistungen in der Sphäre des Privathaushalts werden nicht in Form bezahlter Berufsarbeit erbracht, sondern in einem informellen System der Haushaltswirtschaft (Hausarbeit im engeren Sinne, Kinder-, Kranken- und Altenpflege, Beziehungsarbeit), der Selbstversorgungswirtschaft (Eigenleistungen der privaten Haushalte) und der Selbsthilfeökonomie (als informelles soziales Netzwerk, z.B. Austausch mit anderen Haushalten) [34] unentgeltlich geleistet.

Mit dem Fortschritt der Industrialisierung wurde „‚Arbeit‘ im Sinne bezahlter Berufstätigkeit zunehmend von anderen Lebensbereichen abgetrennt“ [35]: im gesellschaftlichen Verständnis ist der Arbeitsbegriff auf formelle Erwerbsarbeit verengt und entsprechend bestimmt sich der Wert der Arbeit von ihrer Kapazität zur Erzeugung knapper Güter und Dienstleistungen im System der industriellen Produktion.[36] Der Weg in die Industrialisierung wurde folglich mit der Reduktion von „Arbeit“ auf den ökonomischen Aspekt als monetär entlohnter, beruflich und betrieblich organisierter Erwerbsarbeit begleitet von einer Exklusion der nicht-monetarisierten Hausarbeit aus dem Geltungsbereich des Arbeitsbegriffs und einer Abwertung dieses Aufgabenbereiches, den das (industrie-) gesellschaftliche Verständnis primär der Frau zuordnet. [37]

Die Einbindung des (Ehe-) Manns in das System der Erwerbsarbeit als bezahlter Lohnarbeit ist verbunden mit der „Vorstellung, der Mann solle durch einen ausreichenden Lohn und entsprechende Ersatzleistungen seine Familie alleine unterhalten können“, während die Frau zunächst ganz für das kleine Kind da sein und dann erst langsam wieder in das Erwerbsleben eintreten solle.[38] Diese geschlechtsspezifische Differenzierung der Arbeitssphären, die zu einer Trennung zwischen dem privaten, informellen Familiensystem und dem formellen, beruflich und betrieblich organisierten Erwerbssystem geführt hat, findet seine Entsprechung in der wohlfahrtsstaatlichen Ausgestaltung der Bundesrepublik Deutschland als Modell eines „starken Ernährer-Wohlfahrtsstaates“ [39]: das deutsche Sozialversicherungssystem sichert den „beitragzahlenden Arbeit(svertrags)nehmer und beitragsfrei Ehe und Familie“ [40]. Die (Ehe-) Frau ist über die „Ernährer“-Rolle des (Ehe-) Mannes in die Gesellschaft integriert und über die von diesem erworbenen Sozialleistungen abgesichert, um ihrer gesellschaftlichen Aufgabenzuweisung als Hausfrau, Mutter und Ehefrau gerecht werden zu können. Der männliche Ernährer fängt hingegen die „Einbußen an Erwerbseinkommen [...] und sozialer Sicherung seiner Partnerin“[41] auf, so daß die soziale Sicherung der Frau also „eher abgeleitet als eigenständig“ [42] ist.

Der gesellschaftliche Wandel führt nun im Laufe des 20. Jahrhunderts zu normativen Veränderungen der Vorstellungen von der Institution „Familie“. [43] Die „Normalitätsvorstellungen“, wie sie Franz-Xaver Kaufmann bezeichnet, [44] verändern sich grundlegend. Der Wertewandel über Familie und Ehe zeichnet sich besonders prägnant in steigenden Scheidungsraten [45] ab. Wie die Ausgestaltung des deutschen Ernährermodells aber zeigt, ist der Schutz vor Armut für die Frau an den Ehemann gekoppelt und damit nur solange gewährleistet, wie die Partnerschaft Bestand hat. Nach einer Scheidung fällt die Frau dagegen aus dieser Sicherung heraus, sie fällt aus der Abhängigkeit vom Ehemann in die Abhängigkeit vom Staat – denn die Erwerbschancen der Frau haben sich zumeist erheblich reduziert, wenn vor der Heirat nicht die notwendigen Qualifikationen erworben oder diese aufgrund der Unterbrechung der Erwerbskarriere entwertet wurden. Und bei Aufnahme eigener Berufstätigkeit muß sich die Frau der Doppelbelastung von Kinderbetreuung und Erwerbsleben stellen, sofern nicht eine erneute Partnerschaft einen Ausweg verspricht. [46]

Mit fortschreitender Erosion der geschlechtsspezifischen Arbeitsteilung entdecken nicht nur die Sozialwissenschaften die Leistungen der privaten Haushalte zunehmend (wieder), sie sind auch vielfach Gegenstand der Diskussion von Politik und Massenmedien. Nicht zuletzt lenkt die Suche nach Lösungen zur Bekämpfung von Arbeitslosigkeit den Blick auf die Leistungen der Privathaushalte, die bisher kaum beachtet dem Aufgabenbereich der Familie, den informellen Verwandtschafts- und Nachbarschaftsnetzwerken und damit vor allem dem Tätigkeitsfeld der Frau zugeordnet werden. Denn mit der Transformation von Hausarbeit in beruflich erbrachte Erwerbsarbeit eröffnen sich neue Beschäftigungsmöglichkeiten in der formellen Arbeitssphäre. Diese Transformation von Hausarbeit bedeutet zugleich einen „Ökonomisierungsprozeß“, da „[v]ormals unentgeltliche Leistungen, die auf Absprache und Gewohnheit im Rahmen der familialen Gemeinschaft beruhen, [...] durch marktförmige, das heißt vertraglich geregelte, entlohnte“ ersetzt werden.[47] Während nun eine ökonomische Sichtweise den informellen Bereich der Hausarbeit und dessen Transformation in erster Linie unter Gesichtspunkten der Steigerung des meßbaren Bruttosozialprodukts und der Arbeits(platz)beschaffung betrachtet, richtet sich das Forschungsinteresse der vorliegenden Untersuchung als einer soziologischen AAnalyse auf die gesellschaftlichen Ursachen, Entwicklungspotentiale und Konsequenzen der Transformation von Hausarbeit, [48] deren umfassende, theoretische und empirische Erörterung es anhand des untersuchten Einzelfalls im Verlauf dieser Arbeit systematisch zu leisten gilt.

2.2 Theorien zur Dienstleistungsgesellschaft und soziale Dienstleistungsproduktion

Der vorangehende Abschnitt lenkt mit der Darstellung des Erosionsprozesses geschlechtsspezifischer Arbeitsteilung unsere Aufmerksamkeit auf die produktiven Leistungen der privaten Haushalte und deren Transformation in formelle Erwerbsarbeit. Bei diesen Leistungen handelt es sich in erster Linie nicht um materielle Waren (aus industrieller Produktion), sondern um Güter immaterieller Art, nämlich um sogenannte Dienstleistungen . Mit der Transformation von informeller Hausarbeit in formelle Dienstleistungsproduktion ergibt sich, so konnte gezeigt werden, ein grundsätzliches Potential neuer Beschäftigungsmöglichkeiten. Sind Dienstleistungen also in der Tat „[d]ie große Hoffnung des Zwanzigsten Jahrhunderts“, wie Jean FOURASTIÉs Buchtitel aus dem Jahr 1954 (im Original 1949)[49] verkündet? An dieser Stelle gilt es, einige tiefergehende Betrachtungen über das Wesen von Dienstleistungen anzustellen, um eine differenzierte Vorstellung davon zu bekommen, was unter dem Begriff der Dienstleistung zu verstehen ist und mit welcher Art von Dienstleistungen wir uns am vorliegenden empirischen Untersuchungsobjekt auseinanderzusetzen haben.

Gestützt auf das ursprüngliche Konzept von Allan G. B. FISHER [50] und dessen Weiterentwicklung von Colin CLARK [51], ist die zentrale Aussage der Drei-Sektoren-Hypothese von Fourastié eine ständig anwachsende Bedeutung des tertiären Sektors. Die Aufteilung der Volkswirtschaft in drei „grundlegend verschiedenartige Sektoren“ vollzieht Fourastié an deren „verschieden starkem technischen Fortschritt“ gemessen an der Arbeitsproduktivität: der primäre Sektor besteht aus „Produktionszweigen mit mittelmäßigem technischem Fortschritt (Landwirtschaft)“, der sekundäre umfaßt „alle Wirtschaftszweige mit starkem technischem Fortschritt (im wesentlichen Industrie)“, während als tertiärer Sektor „alle wirtschaftlichen Tätigkeiten“ bezeichnet werden, „die nur einen geringen technischen Fortschritt [...] (Handel, Verwaltung, freie Berufe, Dienstleistungsberufe u.ä.)“ aufweisen. [52] Die Betrachtung von Dienstleistungen als Hoffnungspotential der Arbeitsgesellschaft begründet sich im Gedankengang der Drei-Sektoren-Hypothese damit, daß die durch technischen Fortschritt im primären und sekundären Sektor freigesetzten Arbeitskräfte im tertiären Sektor neue Beschäftigung fänden, da hier zum einen das Rationalisierungspotential im Sinne steigender Arbeitsproduktivität gering sei und zum anderen mit dem durchschnittlichen Reichtum des Menschen sein Bedarf an Dienstleistungen steige. In der Logik des Engel’schen Gesetzes wurde die Zunahme des Dienstleistungskonsums bei steigendem Einkommen von vielen Theoretikern vorhergesagt: einer kaum zunehmenden Produktivität stehe der unstillbare „Hunger nach Tertiärem“ gegenüber, da mit zunehmender Befriedigung der grund-legenden Bedürfnisse an Nahrungsmitteln (aus dem Primärsektor) und Industriegütern (aus dem Sekundärsektor) das Verlangen nach anspruchsvoller „Lebensweise“ den Fokus auf die Leistungen des Tertiärsektors richte. [53]

Jonathan GERSHUNY konnte empirisch allerdings nachweisen, daß der Konsum von Dienstleistungen im Verhältnis zum Gesamtkonsum merklich abgenommen hatte – mit Ausnahme der öffentlichen Ausgaben im Bildungs- und Gesundheitswesen.[54] Als Antithese zum Entwicklungspfad in Richtung einer Dienstleistungsökonomie zeigt Gershuny die Entstehung und Ausbreitung eines „Do-it-yourself-Wirtschaftssystems“. Danach würden in einem Substitutionsprozeß immer mehr Dienstleistungen – statt in der Sphäre der formellen Wirtschaft – in einem System der Eigenproduktion getätigt, wobei langlebige Haushaltsgüter, angeboten vom Sekundärsektor, zum Einsatz kämen. Die Grundlage dieser Aussagen ist das statistische Datenmaterial, anhand dessen Gershuny nicht nur den Rückgang des Dienstleistungskonsums nachweisen konnte, sondern auch einen im Vergleich zu dauerhaften Gebrauchsgütern zweimal so schnell gestiegenen Preis für Dienstleistungen in den Jahren 1954 bis 1977. [55] Der Trend zur Tätigung von Kapitalinvestitionen der Haushalte kommt nach Gershuny also der intermediären Produktion der Industrie zugute. In dieser Argumentation führt ein gestiegenes Einkommen zusammen mit ständiger technischer Innovation in eine gesellschaftliche Entwicklungsrichtung, die Jiri SKOLKA als „Self-Service Society“ [56] bezeichnet.

Die dargestellten Argumentationsketten von Fourastié und Gershuny stehen für eine Vielzahl von Theorien des gesellschaftlichen Wandels von der Industriegesellschaft zu einer sogenannten postindustriellen, postmateriellen oder Dienstleistungsgesellschaft. Sie wurden als Stellvertreter herausgegriffen, da sie nicht nur maßgeblich zum theoretischen Diskurs beigetragen haben, sondern sich besonders eignen, um den Blick für den hier untersuchten Fall zu schärfen:

· Während Fourastié von der Nichtrationalisierbarkeit der Dienstleistungen auf deren Bedeutungszunahme im Wandel der Arbeitsgesellschaft schließt, zeigt Gershuny anhand der empirischen Entwicklung die Substitutions- und damit Rationalisierungsmöglichkeiten von Dienstleistungen durch den Einsatz von Haushaltsgütern aus industrieller Produktion im Bereich der Hausarbeit. Die Hoffnungen auf Beschäftigungszuwachs im tertiären Sektor werden in dieser Sichtweise erheblich gedämpft, und im sekundären Sektor sind in dieser Argumentationsfolge aufgrund des „starken technischen Fortschritts“ auch bei zunehmenden Kapitalinvestitionen der privaten Haushalte keine neuen Beschäftigungspotentiale zu erwarten.

· Fourastié schließt in der Tradition des Engel’schen Gesetzes auf eine steigende Nachfrage nach Dienstleistungen mit zunehmenden Wohlstand. Gershunys Datenanalyse macht hingegen deutlich, daß die Befriedigung sich im Zuge der Erosion geschlechtsspezifischer Arbeitsteilung wandelnder Bedürfnisstrukturen nicht durch einen Zuwachs der Nachfrage nach Dienstleistungen und damit über den Markt, sondern innerhalb der informellen Selbst- und Eigenproduktion in Kombination mit Gebrauchsgütern aus industrieller Produktion erfolgt.

Wir haben es hier also mit zwei sich auf den ersten Blick diametral gegenüberstehenden Projektionen des Strukturwandels der Arbeitsgesellschaft zu tun. Schließen sich die aufgezeigten Wandlungsmuster aber wirklich gegenseitig vollkommen aus? Oder haben in der Zeit, die zwischen den beiden Untersuchungen verstrichen ist, solche tiefgreifenden strukturellen Veränderungen stattgefunden, daß sich der bei Fourastié analysierte, in der ersten Hälfte dieses Jahrhunderts eingeschlagene Weg innerhalb von wenigen Jahrzehnten vollkommen gewendet hat? Um Antworten auf diese Fragen zu finden, ist eine genauere Betrachtungsweise vorzunehmen. Denn eine „Dienstleistung“ ist nicht gleich der anderen „Dienstleistung“, vielmehr werden ihrem Wesen nach sehr verschiedenartige Tätigkeiten unter dem Dienstleistungsbegriff subsumiert. Die einzige Gemeinsamkeit besteht in einer Bestimmung als Residualkategorie, die besagt, was Dienstleistungen „nicht sind: Produktion eines materiellen Gutes“ [57].

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[1] Vgl. z.B. einzelne Beiträge in Powell, W.W. (Hg.), 1987: The Nonprofit Sector. A Research Handbook, New Haven, London.

[2] Vgl. z.B. einzelne Beiträge in Anheier, H.K. - Priller, E. - Seibel, W. - Zimmer, A. (Hg.), 1997a: Der Dritte Sektor in Deutschland. Organisationen zwischen Staat und Markt im gesellschaftlichen Wandel, Berlin.

[3] Vgl. z.B. Heimerl, P., 1995: Wohlfahrtsverbände im Dritten Sektor. Entwicklung und Struktur der Arbeiterwohlfahrt Baden, Konstanz; Stoppe, A., 1994: Steuerung und Kontrolle im Nonprofit-Sektor am Beispiel der Arbeiterwohlfahrt. In. Theorie und Praxis der sozialen Arbeit, Jg. 45, H. 4, S. 150-158; und Wißmann, P., 1997: Merkmale und Auswirkungen von Arbeit in Non-Profit-Organisationen,
Aachen.

[4] Vgl. z.B. Lamnek, S., 1989: Qualitative Sozialforschung, Bd. 2: Methoden und Techniken, München,
S. 4 ff.; Mayring, P., 1993 (1990): Einführung in die qualitative Sozialforschung. Eine Anleitung zu qualitativem Denken, 2. Auflage, Weinheim, S. 27 ff.; Spöhring, W., 1989: Qualitative Sozialforschung, Stuttgart, S. 35 ff.; und Witzel, A., 1985: Das problemzentrierte Interview. In:
Jüttemann, G. (Hg.): Qualitative Forschung in der Psychologie. Grundfragen, Verfahrensweisen, Anwendungsfelder, Weinheim, S. 227-255, hier S. 239 f.

[5] Vgl. Goode, W.J. - Hatt, P.K., 1952: Methods in Social Research, New York, Toronto, London,
S. 330 ff.

[6] Vgl. Witzel, A., 1982: Verfahren der qualitativen Sozialforschung. Überblick und Alternativen,
Frankfurt a.M., S. 78.

[7] Name geändert.

[8] Vgl. Hartfiel, G., 1982: Wörterbuch der Soziologie, Stuttgart, S. 160.

[9] Vgl. Fuchs, W. - Klima, R. - Lautmann, R. - Rammstedt, O. - Wienhold, H., 1978 (1973): Lexikon zur Soziologie, 2. Auflage, Opladen, S. 181.

[10] Vgl. Lamnek, S., 1989, a.a.O., S. 22.

[11] Hoffmann-Riem, C., 1980: Die Sozialforschung einer interpretativen Soziologie. Der Datengewinn. In: Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie, Jg. 32, H. 2, S. 339-372, hier S. 343; vgl. auch Lamnek, S., 1989, a.a.O., S. 17 ff.

[12] Vgl. z.B. Lamnek, S., 1989, a.a.O., S. 74; und Spöhring, W., 1989, a.a.O., S. 158.

[13] Vgl. Giddens, A., 1997b (1989): Sociology, 3. Auflage, Cambridge, S. 544.

[14] Vgl. Bender, C. - Graßl, H., 1991: Technik und Interaktion. Zur Theorie und Empirie der Technikforschung, Wiesbaden, S. 146.

[15] Vgl. auch Lamnek, S., 1989, a.a.O., S. 64 ff.

[16] Vgl. z.B. Mayring, P., 1993, a.a.O., S. 46 ff.; Merton, R.K. - Fiske, M. - Kendall, P.L., 1956: The Focused Interview. A Manual of Problems and Procedures, Glencoe/Illinois; Spöhring, W., 1989, a.a.O., S. 177 ff.; und Witzel, A., 1985, a.a.O.

[17] Vgl. z.B. Atteslander, P. - Bender, C. - Cromm, J. - Grabow, B. - Zipp, G., 1991: Methoden der empirischen Sozialforschung, 6. Auflage, Berlin, New York, S. 174 ff.; und Hoffmann-Riem, C., 1980, a.a.O., S. 357 f.

[18] Vgl. Kohli, M., 1978: „Offenes“ und „geschlossenes“ Interview: Neue Argumente zu einer alten Kontroverse. In: Soziale Welt, Jg. 29, H. 1, S. 1-25, hier S. 8.

[19] Vgl. Hopf, C., 1978: Die Pseudo-Exploration – Überlegungen zur Technik qualitativer Interviews in der Sozialforschung. In: Zeitschrift für Soziologie, Jg. 7, H. 2, S. 97-115, hier S. 99; auch z.B.
Kohli, M., 1978, a.a.O., S. 7; und Scheuch, E.K., 1973 (1967): Das Interview in der Sozialforschung. In: König, R. (Hg.): Handbuch der empirischen Sozialforschung, Bd. 2: Grundlegende Methoden und Techniken der empirischen Sozialforschung. Erster Teil, 3. Auflage, Stuttgart, S. 66-190, hier S. 121 ff.

[20] Vgl. Kromrey, H., 1994 (1980): Empirische Sozialforschung. Modelle und Methoden der Daten-erhebung und Datenauswertung, 6. Auflage, Opladen, S. 426.

[21] Zu zu berücksichtigenden Schwierigkeiten der „Leitfadenbürokratie“ vgl. Hopf, C., 1978, a.a.O.,
S. 101 ff.

[22] Hopf, C., 1978, a.a.O., S. 111.

[23] Name geändert.

[24] Name geändert.

[25] Name geändert.

[26] Vgl. Mayring, P., 1993, a.a.O., S. 68.

[27] Lamnek, S., 1989, a.a.O., S. 192.

[28] Rust, H., 1980: Qualitative Inhaltsanalyse – begrifflose Willkür oder wissenschaftliche Methode? Ein theoretischer Entwurf. In: Publizistik, 25, S. 5-23, hier S. 21 (nach Lamnek, S., 1989, a.a.O., S. 192).

[29] Lamnek, S., 1989, a.a.O., S. 194 f.

[30] Vgl. Oevermann, U. - Allert, T. - Kronau, E. - Krambeck, J., 1983: Die Methodologie einer „objektiven Hermeneutik“. In: Zedler, P. - Moser, H. (Hg.): Aspekte qualitativer Sozialforschung. Studien zu Aktionsforschung, empirischer Hermeneutik und reflexiver Sozialtechnologie, Opladen, S. 95-123; vgl. auch Lamnek, S., 1989, a.a.O., S. 214.

[31] Die Ausführungen beziehen sich stets auf die Bundesrepublik Deutschland, d.h. auf die westdeutschen Entwicklungen bzw. die nach der deutschen Vereinigung.

[32] Vgl. z.B. Nave-Herz, R., 1996: Zeitgeschichtliche Differenzierungsprozesse privater Lebensformen – am Beispiel des veränderten Verhältnisses von Ehe und Familie. In: Clausen, L. (Hg.): Gesellschaften im Umbruch. Verhandlungen des 27. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Soziologie in Halle an der Saale 1995, Frankfurt a.M., New York, S. 60-77, hier S. 61.

[33] Vgl. Beck-Gernsheim, E., 1976: Der geschlechtsspezifische Arbeitsmarkt. Zur Ideologie und Realität von Frauenberufen, Frankfurt a.M., S. 26 ff.

[34] Vgl. Teichert, V., 1993: Das informelle Wirtschaftssystem. Analyse und Perspektiven der wechselseitigen Entwicklung von Erwerbs- und Eigenarbeit, Opladen, S. 21.

[35] Giddens, A., 1997a (1994): Jenseits von Links und Rechts, 2. Auflage, Frankfurt a.M., S. 237.

[36] Vgl. z.B. Giarini, O. - Liedtke, P.M., 1998: Wie wir arbeiten werden. Der neue Bericht an den Club of Rome, Hamburg, S. 30 ff.; zu einem historischen Überblick des Arbeitsbegriffs Walther, R., 1990: Arbeit – Ein begriffsgeschichtlicher Überblick von Aristoteles bis Ricardo. In: König, H. -
von Greiff, B. - Schauer, H. (Hg.): Sozialphilosophie der industriellen Arbeit, Leviathan Sonderheft 11/1990, Opladen, S. 3-25.

[37] Vgl. Häußermann, H. - Siebel, W., 1995: Dienstleistungsgesellschaften, Frankfurt a.M., S. 175.

[38] Ostner, I., 1995a: Arm ohne Ehemann? Sozialpolitische Regulierung von Lebenschancen für Frauen im internationalen Vergleich. In: Aus Politik und Zeitgeschichte, Beilage zur Wochenzeitung Das Parlament, B 36-37/95, S. 3-12, hier S. 3.

[39] Vgl. ebd. und Ostner, I., 1995b: Sozialstaatsmodelle und die Situation der Frauen. In: Fricke, W. (Hg.): Zukunft des Sozialstaats. Jahrbuch für Arbeit und Technik, Bonn, S. 57-68.

[40] Ostner, I., 1998: Frauen. In: Schäfers, B. - Zapf, W. (Hg.): Handwörterbuch zur Gesellschaft Deutschlands, S. 210-221, hier S. 215.

[41] Ostner, I., 1995a, a.a.O., S. 9.

[42] Ebd.

[43] Vgl. z.B. Naver-Herz, R., 1996, a.a.O.

[44] Vgl. Kaufmann, F.X., 1997: Herausforderungen des Sozialstaats, Frankfurt a.M.

[45] Vgl. z.B. Kopp, J., 1994: Scheidung in der Bundesrepublik. Zur Erklärung des langfristigen Anstiegs der Scheidungsraten, Wiesbaden.

[46] Vgl. auch Ostner, I., 1995a, a.a.O., S. 4.

[47] Meyer, T., 1997: Wider „Selbstbedienungsökonomie“ und „Brotverdienermodell“? Beschäftigungspolitische Chancen der Subventionierung haushaltsnaher Dienstleistungen in Deutschland. In:
Behning, U. (Hg.): Das Private ist Ökonomisch. Widersprüche der Ökonomisierung privater Familien- und Haushalts-Dienstleistungen, Berlin, S. 189-205, hier S. 189.

[48] Vgl. auch Häußermann, H. - Siebel, W., 1995, a.a.O., S. 133 f.

[49] Fourastié, J., 1954: Die große Hoffnung des zwanzigsten Jahrhunderts, Köln.

[50] Vgl. Fisher, A.G.B., 1939: Production, Primary, Secondary and Tertiary. In: The Economic Record, Vol. XV, S. 24-38.

[51] Vgl. Clark, C., 1940: The Conditions of Economic Progress, London.

[52] Fourastié, J., 1954, a.a.O., S. 30, auch S. 79 ff.

[53] Vgl. ebd., S. 243 ff.

[54] Vgl. Gershuny, J., 1981: Die Ökonomie der nachindustriellen Gesellschaft. Produktion und Verbrauch von Dienstleistungen, Frankfurt a.M., New York.

[55] Vgl. Gershuny, J., 1983: Social Innovation and the Division of Labour, Oxford, S. 19. Zur Theorie der „Kostenkrankheit“ von Dienstleistungen vgl. Baumol, W.J., 1967: Macroeconomics of Unbalanced Growth: The Anatomy of Urban Crisis. In: American Economic Review, Vol. 57, S. 416-426.

[56] Skolka, J., 1976: Long-Term Effects of Unbalanced Labour Productivity Growth. On the Way to a Self-Service Society. In: L. Solari, - du Pasquier, J.-N. (Hg.): Private and Enlarged Consumption. Essays in Methodology and Empirical Analysis, Amsterdam, New York, Oxford, S. 279-301.

[57] Häußermann, H. - Siebel, W., 1995, a.a.O., S. 12.

Ende der Leseprobe aus 116 Seiten

Details

Titel
Nonprofit-Organisationen und der Strukturwandel der Arbeitsgesellschaft. Zur Theorie und Empirie der sozialen Dienstleistungsproduktion
Hochschule
Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg
Note
1.5
Autor
Jahr
1999
Seiten
116
Katalognummer
V185551
ISBN (eBook)
9783668598362
Dateigröße
1089 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
nonprofit-organisationen, strukturwandel, arbeitsgesellschaft, theorie, empirie, dienstleistungsproduktion
Arbeit zitieren
Tobias Müller-Prothmann (Autor), 1999, Nonprofit-Organisationen und der Strukturwandel der Arbeitsgesellschaft. Zur Theorie und Empirie der sozialen Dienstleistungsproduktion, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/185551

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