Lehrprobe zur Erlangung der Herzsportübungsleiterlizenz: Koronarsport


Unterrichtsentwurf, 2003

15 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Charakteristik der Gruppe

2. Inhalte und spezielle Ziele der Bewegungstherapie / Übungsstunde bei Herz-Kreislauferkrankungen
2.1 Bewegungstherapie
2.2 Übungsstunde

3. Spezielle Ziele und Charakteristik der Elemente des Stundenaufbaus
3.1 Ziele und Charakteristik des Aufwärmens
3.2 Ziele und Charakteristik der Gymnastik
3.3. Ziele und Charakteristik des Koordinationstrainings
3.4 Ziele und Charakteristik des Ausdauertrainings
3.5 Ziele und Charakteristik des Spieles

4. Didaktisch-Methodische Überlegungen

5. Lehrprobe
5.1 Übersicht Stundenaufbau:
5.2 Stundenverlaufsplan
5.2.1 Begrüßung
5.2.2 Aufwärmen
5.2.3 Gymnastik
5.2.4 Koordinations- und Gleichgewichtsschulung
5.2.5 Ausdauerteil
5.2.6 Spiel
5.2.7 Ausklang / Entspannen

6. Literaturverzeichnis

1. Charakteristik der Gruppe

Die 1985 gegründete Herzsporttrainingsgruppe des Vereins FC Rot-Weiß-Lessenich e.V. 1951 trifft sich jeden Donnerstag um 20:30 Uhr in der Turnhalle des Helmholtz-Gymnasiums in Duisdorf. Die Übungsstunde endet um 22:00 Uhr. Aus Organisationsgründen (Halle muss um 22:00 Uhr verlassen sein) endet der Übungsteil gegen 21:45 Uhr. An den Stunden nehmen maximal 22, im Schnitt etwa 15 Personen im Alter von ca. 49 bis 75 Jahren teil. Die Belastbarkeit der Teilnehmer liegt zwischen 75 und 150 Watt (Fahrradergometer). Das Verhältnis von Männern zu Frauen ist sehr unausgewogen. In der Zeit der Gruppenhospitation nahm lediglich eine Frau eher unregelmäßig an dem Sportangebot teil. Während der Hospitationen in der Gruppe war sie kein einziges Mal anwesend.

Auffällig an der Gruppe ist, dass sie, obwohl fast eine reine Männergruppe, sich im Spiel eher durch freundliches Miteinander auszeichnet als durch Siegeswillen und Konkurrenzkampf. Daher können in der Gruppe auch für Herzsportgruppen eher unübliche Mannschaftsspiele wie Basketball oder Hockey problemlos gespielt werden. Unter den (männlichen) Teilnehmern besteht ein eher kameradschaftliches Verhältnis. So wird die Zeit der Begrüßung, des Blutdruckmessens und Pulsnehmens, als auch des Aufwärmens für Gespräche und Scherze genutzt.

Vor Beginn der Übungsstunde trifft sich der überwiegende Teil der Gruppenmitglieder schon Umgezogen in der Umkleidekabine. Auch dort werden Neuigkeiten ausgetauscht und über aktuelle Ereignisse gesprochen.

Als Hospitanten wurde ich durch die Gruppenmitglieder freundlich aufgenommen. Die Teilnehmer zeigten in Gesprächen Interesse am Grund meiner Gruppenteilnahme, sowie auch teilweise an persönlichen Dingen. Durch verschiedene Gespräche konnte ich sowohl an Erfahrungen der Teilnehmer partizipieren, als auch mehr über individuelle Krankheitsverläufe erfahren.

Die Übungsstunde wird vom Stephanie Nöthen, welche die Gruppe leitet, stets sorgfältig vorbereitet und humorvoll gestaltet. Die lockere Stimmung hilft auch den Patienten, die durch die geringere Belastungsfähigkeit nur bedingt an den Übungen teilnehmen können, das Bewegungsprogramm mit Spaß und Freude auszuführen bzw. bis zum Stundenende dabeizubleiben.

Dies ist auch als Besonderheit dieser Gruppe herauszustellen, dass auch wenn einige Teilnehmer durch die geringere Belastungsfähigkeit die Übungen (laufen) zum Teil nicht voll mitmachen können, sie es soweit es geht trotzdem versuchen, bzw. selbstständig eine Alternativübung , d.h. meistens Gehen, ausführen.

Die Einschätzung ihrer eigenen Belastbarkeit gelingt den Teilnehmern durch ihre längere Sporterfahrung gut. Einzige Ausnahme bildet ein noch verhältnismäßig junger Patient, welcher der Gruppe noch nicht lange angehört und teilweise gebremst werden muss.

Insgesamt machen die Teilnehmer konzentriert mit und sind mit Freude und Spaß dabei.

2. Inhalte und spezielle Ziele der Bewegungstherapie / Übungsstunde bei Herz-Kreislauferkrankungen

2.1 Bewegungstherapie

Als ein grundlegendes Ziel der Bewegungstherapie ist die „Erziehung zum und durch den Sport“ (Rost,1995, S. 313) zu nennen. Hier wird auf eine Verhaltensänderung der Patienten in Richtung eines gesundheitsorientierten Lebensstils, ausgeglichener Lebensweise, also psychophysischer Stabilisierung durch bzw. mit Hilfe des Sports gezielt.

Die Bewegungstherapie wird als Hilfe für den Patienten angesehen, um aktiv etwas gegen die Krankheit zu tun und mit ihr fertig zu werden. Der Patient soll sich nicht als Objekt fühlen, welches vom Arzt mit Medikamenten versorgt wird und selbst nichts tun kann, sondern ihm helfen, sich aktiv mit der Krankheit auseinander zusetzen und sie so besser zu verarbeiten.

Dem Sport werden auch positive Einflüsse auf externe und interne Risikofaktoren zugeschrieben, zu nennen sind hier der Abbau von bzw. positive Einfluss auf Risikofaktoren, wie Rauchen, Übergewicht, Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörungen, Diabetes mellitus. Der Aufbau von Schutzfaktoren, wie die Ökonomisierung der Herz-Kreislauffunktion, die Verbesserung der Blutfette und Verbesserung des allgemeinen Gesundheitsbewusstseins kann durch den Sport gefördert werden.

Eine grundlegende Rolle spielt im Herzsport das Prinzip der Individualität. Zusätzlich zur Berücksichtigung der allgemeinen Fähigkeiten, Fertigkeiten und Wünsche des Sporttreibenden, die in der allgemeinen Pädagogik unter dem Prinzip der Individualität verstanden werden, treten im Herzsport auch medizinische Überlegungen in den Vordergrund. Diese müssen in der Gestaltung der Übungs- oder Trainingsstunden insofern berücksichtigt werden, als dass als Grundprinzip der Belastung in den Sportgruppen eine individuell dosierte, kontrollierte und auch kontrollierbare Belastung bedacht werden muss.

Auch motorische, kognitive, affektive und soziale Ziele müssen bei der Auswahl der Inhalte und deren Durchführung beachtet werden.

Die Schulung der Arm- Beinkoordination, der Atem- und Bewegungskoordination

und der Reaktionsfähigkeit gehören dabei in den motorischen Bereich. Verbesserung der kinästhetischen Differenzierungsfähigkeit und Erkennen von Zusammenhängen zwischen Atem und Bewegung, sowie die Erhöhung der Aufmerksamkeit und Konzentration gehören zu den Zielen aus dem kognitiven Bereich.

Soziale Ziele sind die Erfüllung von Anforderungen und Erleben von Erfolgen, als auch das Erkennen und die Akzeptanz eigener Grenzen.

Die Anpassung an Partner oder die Gruppe, deren Beachtung und Berücksichtigung gehört zu den sozialen Zielen.

[...]

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten

Details

Titel
Lehrprobe zur Erlangung der Herzsportübungsleiterlizenz: Koronarsport
Hochschule
Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn  (Institut für Sportwissenschaft und Sport)
Veranstaltung
Lehrprobe zur Erlangung der Herzsportübungsleiterlizenz
Note
1,7
Autor
Jahr
2003
Seiten
15
Katalognummer
V18557
ISBN (eBook)
9783638228817
ISBN (Buch)
9783638936057
Dateigröße
455 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Darstellung der speziellen ziele und Methoden der Bewegungstherapie bei Koronarerkrankten und Ausarbeitung einer Modellstunde.
Schlagworte
Lehrprobe, Erlangung, Herzsportübungsleiterlizenz, Koronarsport
Arbeit zitieren
M.A. David Vomberg (Autor), 2003, Lehrprobe zur Erlangung der Herzsportübungsleiterlizenz: Koronarsport, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/18557

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