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Das Frauenbild in der NS-Arbeitswissenschaft und seine Bedeutung für die betriebliche Personalpolitik am Beispiel Frauenindustriearbeit

Titel: Das Frauenbild in der NS-Arbeitswissenschaft und seine Bedeutung für die betriebliche Personalpolitik am Beispiel  Frauenindustriearbeit

Examensarbeit , 1999 , 91 Seiten , Note: 1

Autor:in: Cornelia Maaß (Autor:in)

Führung und Personal - Sonstiges
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Ich möchte mich in dieser Arbeit der Frage widmen, welche Bedeutung das Frauenbild der
nationalsozialistischen Arbeitswissenschaft für die betriebliche Personalpolitik in der Industrie
hatte. Die ArbeitswissenschaftlerInnen setzten bestimmte physische und psychische Merkmale
von Frauen voraus, folgerten, daß Frauen sich von Männern auch beim Ausführen von Arbeitsprozessen
und in ihrer Einstellung zur Erwerbstätigkeit unterschieden und leiteten daraus
schließlich Hinweise für einen ‚frauengerechten‘ Arbeitseinsatz in der Industrie ab. Des Weiteren
wurden Überlegungen zur Bewertung und Entlohnung der in der Industrie tätigen Frauen
angestellt. Ich möchte anhand einiger Bereiche betrieblicher Personalpolitik überprüfen, ob ein
‚wesensgemäßer‘ Fraueneinsatz in der Industrie zustande kam und wenn ja, wodurch er sich
auszeichnete.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 EINLEITUNG

2 DAS FRAUENBILD IN DER NS-IDEOLOGIE UND IN DER NS-ARBEITSWISSENSCHAFT

2.1 DAS FRAUENBILD IN DER NS-IDEOLOGIE

2.1.1 VORBEMERKUNGEN

2.1.2 DIE ‚DEUTSCHE‘ FRAU ALS MUTTER

2.1.3 DIE ‚DEUTSCHE‘ FRAU – DER ‚DEUTSCHE‘ MANN – DIE ‚DEUTSCHE‘ EHE IM DIENST DER ‚DEUTSCHEN VOLKSGEMEINSCHAFT‘

2.1.4 GRUNDSÄTZLICHES ZUR ‚DEUTSCHEN‘ FRAU UND ERWERBSARBEIT

2.2 DAS BILD DER INDUSTRIEARBEITERIN IN DER NATIONALSOZIALISTISCHEN ARBEITSWISSENSCHAFT

2.2.1 VORBEMERKUNGEN

2.2.2 ‚MÜTTERLICHKEIT‘ UND DIE BINDUNG VON FRAUEN AN DIE INDUSTRIEARBEIT

2.2.3 KÖRPERLICHE UND SEELISCHE MERKMALE UND DIE SPEZIELLE EIGNUNG DER FRAUEN ZUR FLIEßBANDARBEIT

2.2.4 DER ENTGELTPOLITISCHE DISKURS ZUR FRAUENINDUSTRIEARBEIT

3 BESCHÄFTIGUNGSPOLITISCHE UND GESETZLICHE RAHMENBEDINGUNGEN FÜR DIE BETRIEBLICHE PERSONALPOLITIK

3.1 NATIONALSOZIALISTISCHE FRAUENBESCHÄFTIGUNGSPOLITIK

3.1.1 VORBEMERKUNGEN

3.1.2 MAßNAHMEN, UM FRAUEN VOM ARBEITSPLATZ ZU VERDRÄNGEN

3.1.2.1 Die ‚Kampagne gegen das Doppelverdienertum‘

3.1.2.2 Das ‚Ehestandsdarlehen‘

3.1.2.3 Die Gewährung von Kinderbeihilfen und steuerpolitische Maßnahmen

3.1.2.4 Die Entwicklung der Frauenbeschäftigung von der ‚Machtergreifung‘ bis zum ‚Vierjahresplan‘

3.1.3 MAßNAHMEN, UM FRAUEN FÜR RÜSTUNG UND KRIEGSWIRTSCHAFT ZU MOBILISIEREN

3.1.3.1 Propaganda zur Förderung der Berufstätigkeit von Frauen

3.1.3.2 Meldepflicht und Dienstverpflichtung zur Steigerung der Frauenbeschäftigung

3.1.3.3 Die Entwicklung der Frauenbeschäftigung während des Zweiten Weltkrieges

3.2 ARBEITSRECHTLICHE RAHMENBEDINGUNGEN

3.2.1 DIE GRÜNDUNG DER DAF UND VERÄNDERUNGEN IN DER ARBEITSGESETZGEBUNG

3.2.2 ARBEITSZEITEN UND BESCHÄFTIGUNGSVERBOTE FÜR FRAUEN

3.2.3 DAS MUTTERSCHUTZGESETZ VON 1942

4 PERSONALPOLITIK IN INDUSTRIEBETRIEBEN

4.1 VORBEMERKUNGEN

4.2 ‚WESENSGEMÄßE‘ TÄTIGKEITEN ‚DEUTSCHER‘ INDUSTRIEARBEITERINNEN AUF ‚FRAUENGERECHTEN‘ ARBEITSPLÄTZEN

4.3 EINARBEITUNG UND FÜHRUNG VON FRAUEN

4.4 DIE ENTLOHNUNG DER INDUSTRIEARBEITERINNEN

4.5 DIE BETREUUNG ‚DEUTSCHER‘ FRAUEN MITTELS BETRIEBLICHER SOZIALLEISTUNGEN

4.6 DIE ARBEITSBEDINGUNGEN FÜR INDUSTRIEARBEITERINNEN UND IHRE FOLGEN

5 FAZIT

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Bedeutung des nationalsozialistischen Frauenbildes für die betriebliche Personalpolitik in der Industrie, wobei die Widersprüche zwischen ideologischen Vorgaben und der praktischen Notwendigkeit von Frauenarbeit im Kontext der Aufrüstung und des Zweiten Weltkriegs analysiert werden.

  • Ideologische Grundlagen des NS-Frauenbildes
  • Beschäftigungspolitische Maßnahmen (Verdrängung vs. Mobilisierung)
  • Arbeitswissenschaftliche Argumentationsmuster zur Eignung von Frauen
  • Betriebliche Personalpolitik, Entlohnung und Arbeitsbedingungen

Auszug aus dem Buch

2.2.3 Körperliche und seelische Merkmale und die spezielle Eignung der Frauen zur Fließbandarbeit

Wenn über den bestmöglichen Einsatz von Frauen in der Industrie geschrieben wird, geht es auch um spezifisch weibliche körperliche und ‚seelische‘ Eigenschaften, die bestimmend für eine bestehende oder fehlende Eignung von Frauen für Industriearbeit sein sollen. Verglichen mit Männern werden der Durchschnittsfrau im Gutachten des AWI ein schwächerer Körperbau und schwächer entwickelte Muskeln – besonders im Bauch –, ein höherer Fettanteil und insgesamt eine ungünstigere Hebelwirkung durch kürzere Arme und Beine zugesprochen. Kurzum: „Das Kräfteverhältnis zwischen Mann und Frau beträgt etwa 3 : 2 Einheiten.“ Hinzu kommt noch die Überlegung, daß die Menstruation weitere Kräfte absorbiere, denn laut AWI verliere die Frau dabei innerhalb von 27 Jahren zweimal ihr gesamtes Körpergewicht, was zu folgender Rechnung führt:

Bezeichnet man die vom Körper erzeugte Energie mit K, die zur Erhaltung des Lebens notwendige Energie mit E, so ist die für die Arbeit zur Verfügung stehende Energie A = K – E. Nun ist bei der Frau die erzeugte Energie K infolge des geringeren Körpergewichts im allgemeinen kleiner als beim Mann. Die zur Erhaltung des Lebens notwendige Energie E dagegen ist größer infolge der Menstruation und besonders bei Schwangerschaft. Der für die Arbeit zur Verfügung stehende Energierest wird dadurch also kleiner.

Der Schluß daraus kann nur sein, daß Frauen grundsätzlich körperlich weniger belastbar sind als Männer und deshalb auch ‚schonender‘ eingesetzt werden müßten. Eine ähnliche mathematische Darstellung findet sich bei Meister und bei Moers. Es werden vier Hauptfunktionen des weiblichen Körpers zugrunde gelegt, nämlich „Aufbau des menschlichen Organismus“ (als körperliche Entwicklung und Wachstum), „Bestandserhaltung“ (als Aufrechterhaltung der Körperfunktionen), „Daseinskampf“ (u.a. Arbeit) und „Fortpflanzung“.

Zusammenfassung der Kapitel

1 EINLEITUNG: Die Einleitung umreißt die zentrale Forschungsfrage nach dem Einfluss des nationalsozialistischen Frauenbildes auf die betriebliche Personalpolitik und erläutert die methodische Vorgehensweise sowie die thematischen Einschränkungen.

2 DAS FRAUENBILD IN DER NS-IDEOLOGIE UND IN DER NS-ARBEITSWISSENSCHAFT: Dieses Kapitel analysiert sowohl die ideologische Definition der Frau als Mutter im „Volksganzen“ als auch die arbeitswissenschaftliche Kategorisierung der Industriearbeiterin basierend auf vermeintlich „artgemäßen“ Merkmalen.

3 BESCHÄFTIGUNGSPOLITISCHE UND GESETZLICHE RAHMENBEDINGUNGEN FÜR DIE BETRIEBLICHE PERSONALPOLITIK: Es wird die Ambivalenz der NS-Beschäftigungspolitik dargestellt, die zwischen der ideologischen Verdrängung von Frauen und der kriegswirtschaftlich bedingten Mobilisierung schwankte.

4 PERSONALPOLITIK IN INDUSTRIEBETRIEBEN: Das Kapitel untersucht konkret, wie Unternehmen im Zweiten Weltkrieg Frauen einsetzten, wie sie durch arbeitswissenschaftliche Erkenntnisse „frauengerecht“ beschäftigt wurden und welche Auswirkungen Entlohnung und soziale Betreuung hatten.

5 FAZIT: Das Fazit fasst zusammen, dass das NS-Frauenbild primär ein Mutterbild war, dessen praktische Umsetzung in der Industrie von ökonomischem Pragmatismus, Dequalifizierung und Lohndiskriminierung geprägt blieb.

Schlüsselwörter

Nationalsozialismus, Frauenbild, Industriearbeit, Arbeitswissenschaft, Beschäftigungspolitik, Personalpolitik, Rüstungswirtschaft, Zweiter Weltkrieg, Lohndiskriminierung, Arbeitsbedingungen, Mutterschutz, Betriebsgemeinschaft, Geschlechterrollen, Dequalifizierung, Rationalisierung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Hausarbeit?

Die Arbeit untersucht, wie das nationalsozialistische Frauenbild die betriebliche Personalpolitik in Industriebetrieben während des Zweiten Weltkrieges beeinflusst hat.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die Analyse umfasst die ideologischen Vorgaben des NS-Staates, die arbeitswissenschaftliche Begründung von Fraueneinsatz sowie die tatsächliche beschäftigungspolitische Praxis und Lohnpolitik.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die Widersprüche zwischen dem ideologischen Ideal der „Frau als Mutter“ und der kriegswirtschaftlichen Notwendigkeit, Frauen in der Produktion zu beschäftigen, aufzudecken.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Autorin stützt sich auf eine detaillierte Auswertung von Sekundärliteratur, zeitgenössischen arbeitswissenschaftlichen Beiträgen sowie Dokumenten aus Quellenstudien.

Was steht im inhaltlichen Mittelpunkt des Hauptteils?

Im Hauptteil werden die Tätigkeitsfelder, die Einarbeitung, die Entlohnung sowie die betrieblichen Sozialleistungen für Frauen in der Rüstungsindustrie detailliert analysiert.

Welche Schlagworte charakterisieren diese Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Nationalsozialismus, Frauenarbeit, Arbeitswissenschaft, Personalpolitik, Lohndiskriminierung und Rüstungswirtschaft.

Wie wurde die Lohndiskriminierung gegenüber Frauen begründet?

Die Diskriminierung wurde ideologisch und arbeitswissenschaftlich mit der angeblich geringeren Leistungsfähigkeit, der fehlenden technischen Erfahrung und der bloßen „Aushilfsrolle“ der Frauen in der Industrie legitimiert.

Warum gelang die Mobilisierung der Frauen im Zweiten Weltkrieg nur begrenzt?

Das Scheitern der vollständigen Mobilisierung lag laut der Arbeit an der mangelnden Bereitschaft der Frauen, der oft unklaren oder widersprüchlichen Politik des Regimes sowie der strategischen Fehleinschätzung des Krieges als „Blitzkrieg“.

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Details

Titel
Das Frauenbild in der NS-Arbeitswissenschaft und seine Bedeutung für die betriebliche Personalpolitik am Beispiel Frauenindustriearbeit
Hochschule
Freie Universität Berlin
Note
1
Autor
Cornelia Maaß (Autor:in)
Erscheinungsjahr
1999
Seiten
91
Katalognummer
V185626
ISBN (eBook)
9783656981329
ISBN (Buch)
9783867465236
Sprache
Deutsch
Schlagworte
frauenbild ns-arbeitswissenschaft bedeutung personalpolitik beispiel frauenindustriearbeit
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Cornelia Maaß (Autor:in), 1999, Das Frauenbild in der NS-Arbeitswissenschaft und seine Bedeutung für die betriebliche Personalpolitik am Beispiel Frauenindustriearbeit, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/185626
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Leseprobe aus  91  Seiten
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