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Möglichkeiten zur Gestaltung verbindlicher Telekooperation

Título: Möglichkeiten zur Gestaltung verbindlicher Telekooperation

Tesis , 2001 , 91 Páginas , Calificación: 1.1

Autor:in: Moritz Strasser (Autor)

Informática - Informática técnica
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Das Problem der Flüchtigkeit in der Telefonie - Inhalte werden wiedergegeben, können aber nicht archiviert werden - hat schon Thomas Alva Edison kurz nach der Erfindung des Telefons durch Graham Bell gesehen. Edison konstruierte ein Gerät, mit dessen Hilfe man Gespräche mitschneiden und zur Dokumentation beliebig oft abspielen konnte, den Phonographen.2
Das Telefon ist nicht nur das am weitesten verbreitete, sondern auch das am meisten genutzte Kommunikationsmedium,3 obwohl es in einigen Punkten nicht alle Wünsche und Anforderungen erfüllt. So ergab eine Versuchsstudie der GMD4 mit einem mobilen persönlichen Sicherheitsmanager, dass viele Teilnehmer die Möglichkeit begrüßten, Belege für erfolgreiche und erfolglose Verbindungsversuche zu erhalten. Bei den Nachgesprächen zu der Studie ergab sich außerdem, dass zusätzlich zu den Verbindungsbestätigungen eine Bestätigung der telefonischen Absprachen gewünscht wurde.5
Sollen verbindliche Vereinbarungen über das Telefon getroffen werden, muss Kontrolle wie auch Durchsetzbarkeit der Vereinbarung gewährleistet sein. Die Verbindlichkeit der Kommunikation sollte durch das Medium unterstützt werden.
Dies wird erreicht, indem die Inhalte der Kommunikation im Konfliktfall gegenüber Dritten nachgewiesen werden können. Die an der Kommunikation beteiligten Personen sowie die eingegangenen Verpflichtungen müssen glaubhaft gegenüber einer Kontrollinstanz belegbar sein, damit eine Kontrolle und Durchsetzbarkeit der realen Erfüllung der eingegangenen Verpflichtungen garantiert werden kann.
[...]
2 Siehe [Edi11] „My invention relates to telephones and has for its objects the provision of means
whereby the electrical vibrations or undulations which are received over the line may be recorded
phonographically, whereby a record is formed which may be used in any ordinary phonograph,
and the message repeated at any future time.”
3 Siehe [EggEng00] Verbreitung und Einsatz von Kommunikationstechnologien zur Kooperationsunterstützung, S. 21.
4 GMD – Forschungszentrum Informationstechnik GmbH Darmstadt.
5 Siehe [GatPorSchn98] Kapitel 6.3.1 Merkmale, S. 81.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

I EINLEITUNG

II VERBINDLICHKEIT

1. Verbindlichkeit in der Kommunikation

1.1. Rollenverteilung der Verbindlichkeit

1.2. Schutzbedürfnis der Rollen

1.3. Phasen der Verbindlichkeit

2. Vertragstheorie

2.1. Eigenschaften eines Vertrages

2.2. Ökonomische Sichtweise

3. Kriterien der Durchsetzbarkeit

III SICHERHEITSMECHANISMEN

1. Schutzziele

1.1. Vertraulichkeit

1.2. Gebrauchsfähigkeit

1.3. Zurechenbarkeit

1.4. Wechselwirkung der Schutzziele

1.5. Verbindlichkeit

2. Mehrseitig sichere Beweise

2.1. Abdeckungsgrad

2.2. Durchführung

2.3. Erkennbarkeit

2.4. Ablieferung

2.5. Verfügbarkeit

2.6. Gültigkeitsdauer

2.7. Qualität

IV VERBINDLICHKEITSDIENSTE

1. Mehrwertdienste

1.1. Sicherheitsdienste

2. Sprachaufzeichnung

2.1. Zustimmung

2.2. Zweckbindung

2.3. Zugriff

3. Gesprächsaufzeichnung

3.1. Telefonbanking

3.2. Mehrseitige Durchsetzbarkeit

V DER TELE-ZEUGE

1. Benutzerschnittstellen

1.1. Sichtweise des Callers

1.2. Sichtweise des Callees

1.3. Sichtweise des Tele-Zeugen

2. Aufgaben des Tele-Zeugen

2.1. Phasen der verbindlichen Telekooperation

2.2. Rollenverteilung und Schutz der Rollen

3. Bausteine des Tele-Zeugen

3.1. Identifikation und Authentifikation

3.2. Protokollieren

3.3. Archivierung und Zugriffssteuerung

VI DER TELE-ZEUGE IM ABLAUF

1. Verhandlung

1.1. Verbindungsaufbau

2. Vereinbarung

2.1. Kommunikation

2.2. Verbindungsabbau

3. Abwicklung

4. Abbruch und Störungen des Ablaufes

VII SCHLUSSFOLGERUNG

1. Bewertung

2. Grenzen und Ausblicke

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht, wie die Flüchtigkeit von Telefongesprächen durch den Einsatz von Zusatzdiensten überwunden werden kann, um verbindliche Kooperationen über das Telefon zu ermöglichen und durchsetzbar zu gestalten. Die zentrale Forschungsfrage befasst sich mit der Entwicklung eines technischen „Tele-Zeugen“, der als unabhängige Instanz die Kommunikation aufzeichnet, Beweise sichert und die Interessen der Beteiligten durch mehrseitige Sicherheitsmechanismen wahrt.

  • Grundlagen der Verbindlichkeit und Vertragstheorie
  • Anforderungen an Sicherheitsmechanismen und Beweisbarkeit in Telefonnetzen
  • Realisierung von Mehrwertdiensten für verbindliche Kommunikation
  • Konzept und Implementierung des Tele-Zeugen als Verbindlichkeitsdienst
  • Analyse der Durchsetzbarkeit von Vereinbarungen im Telefonbanking

Auszug aus dem Buch

1. Verbindlichkeit in der Kommunikation

In einer verbindlichen Kommunikation werden nicht nur Inhalte zwischen den Parteien ausgetauscht, sondern jeder Teilnehmer der Kommunikation muss darauf vertrauen können, dass der jeweils andere dieselben Inhalte nicht nur erhalten, vielmehr auch davon Kenntnis genommen hat und sie somit in seine Handlungen mit einbeziehen kann. Bei traditionellen Briefen kann die Garantie der Kenntnisnahme z.B. durch ein Einschreiben erreicht werden. Dabei wird von dem Postboten die persönliche Aushändigung und der daraus zu schließende Kenntnisnahme sichergestellt.

Das Vertrauen auf die Kenntnisnahme basiert auf nicht abstreitbaren Beweisen, die jede Partei im Falle eines Zweifels hervorbringen kann und die von einem Kontrollsystem anerkannt werden. Die Beweise müssen drei Aktionen dokumentieren: erstens das Versenden der Nachricht, zweitens den Empfang der Nachricht und drittens die Kenntnisnahme der Nachricht durch den Empfänger. Erst die Kenntnis (des Inhalts) einer Nachricht ermöglicht dem Empfänger eine Reaktion. Im juristischen Sinne wird die Möglichkeit, Kenntnis von einer Nachricht zu erhalten, auch als Zugang einer Nachricht (Willenserklärung) verstanden, so dass folglich jede Nachricht, die einer Person zugegangen ist, auch als wahrgenommen gilt.

Sollen verbindliche Aussagen über ein Kommunikationssystem übermittelt werden, muss das Kommunikationssystem neben der Integrität der Inhalte sowohl die Zurechenbarkeit der Nachricht als auch die Kenntnisnahme der Empfänger garantieren können. Das Kommunikationssystem muss Kenntnisnahme und die Zurechenbarkeit gegenüber den Beteiligten durch das Erstellen und Verteilen von Beweisen dokumentieren. Wenn die Beteiligten mit Hilfe der Beweise Aktionen der anderen nachweisen können, stehen sie in einer besonderen Beziehung zueinander. Innerhalb dieser Beziehung entstehen unterschiedliche Schutzbedürfnisse, die sich im Verlauf einer Kooperation ändern.

Zusammenfassung der Kapitel

I Einleitung: Die Arbeit thematisiert das Problem der Flüchtigkeit in der Telefonie und führt den Tele-Zeugen als Lösung zur Beweissicherung und Verbindlichkeitsunterstützung ein.

II Verbindlichkeit: Hier werden die theoretischen Grundlagen der Verbindlichkeit, Rollenverteilungen in der Kooperation und die Kriterien der Durchsetzbarkeit von Vereinbarungen erörtert.

III Sicherheitsmechanismen: Dieses Kapitel behandelt Schutzziele wie Vertraulichkeit, Gebrauchsfähigkeit und Zurechenbarkeit sowie die Anforderungen an mehrseitig sichere Beweise.

IV Verbindlichkeitsdienste: Hier werden Mehrwertdienste im Telefonnetz vorgestellt, insbesondere die Sprachaufzeichnung und deren Anwendung im Telefonbanking.

V Der Tele-Zeuge: Das Konzept des Tele-Zeugen als unabhängiger Verbindlichkeitsdienst wird eingeführt, inklusive Benutzerschnittstellen, Aufgaben und technischer Bausteine.

VI Der Tele-Zeuge im Ablauf: Ein detailliertes Szenario beschreibt den Prozess von der Verhandlung über die Vereinbarung bis zur Abwicklung und Beweisverwendung.

VII Schlussfolgerung: Die Ergebnisse werden bewertet und die Grenzen des Konzepts sowie künftige Ausblicke zur Verbesserung der Bedienbarkeit und Funktionalität diskutiert.

Schlüsselwörter

Verbindlichkeit, Telekooperation, Sprachaufzeichnung, Tele-Zeuge, Beweissicherung, Zurechenbarkeit, Durchsetzbarkeit, Telefonbanking, Mehrseitige Sicherheit, Vertrauensdienst, Kommunikationssystem, Authentifikation, Datenschutz, Verbindungsaufbau, Rechtssicherheit

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Diplomarbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht Möglichkeiten, die Verbindlichkeit von Telefongesprächen durch technische Zusatzdienste zu erhöhen, um deren spätere gerichtliche Durchsetzbarkeit zu ermöglichen.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die Arbeit deckt die Vertragstheorie, Sicherheitsmechanismen für die Telekommunikation, die Gestaltung von Mehrwertdiensten und die praktische Umsetzung eines digitalen Zeugendienstes ab.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist die Entwicklung eines Konzepts, das es ermöglicht, über das Telefon geschlossene Vereinbarungen beweisbar und damit durchsetzbar zu machen, ohne die kommunikative Selbstbestimmung der Nutzer zu verletzen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine systematische Konzeptentwicklung unter Einbeziehung ökonomischer Vertragstheorien, juristischer Anforderungen an Beweise und technischer Sicherheitsarchitekturen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit detailliert behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Kriterien für verbindliche Kommunikation, die Funktionsweise von Mehrwertdiensten (speziell Telefonbanking) und das detaillierte Protokoll des „Tele-Zeugen“.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Forschung?

Die Arbeit zeichnet sich durch Begriffe wie Telekooperation, Zurechenbarkeit, mehrseitige Sicherheit und digitale Beweissicherung aus.

Wie unterscheidet sich der Tele-Zeuge von einer einfachen Bandaufnahme?

Im Gegensatz zu einer bloßen Aufnahme fungiert der Tele-Zeuge als unabhängige, vertrauenswürdige Instanz, die Identifikationen prüft, Kontextdaten integriert und digitale Signaturen erstellt, um die Integrität des Beweises rechtssicher zu gewährleisten.

Warum spielt die Aushandlung bei diesem System eine so große Rolle?

Die Aushandlung ist essenziell, um die informierte Zustimmung aller Beteiligten sicherzustellen und einen „fairen“ Kompromiss zwischen Schutzinteressen und Verbindlichkeit zu finden.

Was ist das „Vier-Augen-Prinzip“ im Kontext des Telefonbankings?

Es beschreibt das Sicherheitsverfahren, bei dem der Zugriff auf gespeicherte Sprachaufzeichnungen im Streitfall von zwei CSG-Mitarbeitern legitimiert werden muss, um Missbrauch zu verhindern.

Welche Herausforderungen sieht der Autor bei der Akzeptanz durch Endnutzer?

Der Autor merkt an, dass die zusätzliche Komplexität durch Aushandlungsphasen abschreckend wirken kann und eine intuitivere Bedienung für den Erfolg in der Praxis entscheidend ist.

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Detalles

Título
Möglichkeiten zur Gestaltung verbindlicher Telekooperation
Universidad
University of Freiburg
Calificación
1.1
Autor
Moritz Strasser (Autor)
Año de publicación
2001
Páginas
91
No. de catálogo
V185640
ISBN (Ebook)
9783656982708
ISBN (Libro)
9783867465373
Idioma
Alemán
Etiqueta
möglichkeiten gestaltung telekooperation
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Moritz Strasser (Autor), 2001, Möglichkeiten zur Gestaltung verbindlicher Telekooperation, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/185640
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