Zunächst stelle ich die kaufmännische Berufsausbildung im spanischen Schulsystem dar, wobei ich sie nach einem kurzen historischen Rückblick in das derzeitige Bildungssystem einordne und erläutere.
Ebenso wird ein Überblick über die kaufmännische Erstausbildung in Deutschland gegeben, wobei auch alternative Ausbildungsmöglichkeiten für Abiturienten berücksichtigt werden. Da ich die Aussagen in dieser Arbeit aufgrund einer reinen Literaturanalyse treffe, muss
ich davon ausgehen, dass die jeweiligen Bildungseinrichtungen auch die Qualifikationen vermitteln, auf die sie Anspruch erheben. Eine empirische Überprüfung würde jedoch über das Ausmaß dieser Diplomarbeit hinausgehen. Deshalb möchte ich an dieser Stelle darauf hinweisen, dass man durchaus zu anderen Ergebnissen gelangen
könnte, wenn man die Realität der beruflichen Ausbildung in den beiden Ländern beobachten würde. Meine Untersuchungen hingegen beziehen sich auf Konzepte und Curricula, die der Berufsbildung in Spanien und Deutschland zu Grunde liegen.
Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG
1.1. Problemstellung
1.2. Vorgehensweise
2. KAUFMÄNNISCHE BERUFSAUSBILDUNG IM SPANISCHEN SCHULSYSTEM
2.1. Geschichtlicher Überblick
2.2. Einordnung der kaufmännischen Berufsausbildung in das aktuelle spanische Bildungssystem
2.2.1. „Gesetz zur allgemeinen Neuordnung des Bildungswesens“ von 1990
2.2.2. Berufliche Bildungsmöglichkeiten nach dem LOGSE
2.3. Die kaufmännische Berufsausbildung Höheren Grades
2.3.1. Eingrenzung des Begriffs
2.3.2. Comercio Internacional (Internationaler Handel)
2.3.3. Gestión Comercial y Marketing (Verkaufsleitung und Marketing)
2.3.4. Servicios al Consumidor (Kundendienstleistungen)
2.3.5. Gestión del Transporte (Transportwesen)
2.3.6. Secretariado (Sekretariat)
2.3.7. Administración y Finanzas (Verwaltung und Finanzwesen)
2.4. Alternative kaufmännische Berufsbildung für Abiturienten in Spanien
3. KAUFMÄNNISCHE ERSTAUSBILDUNG FÜR ABITURIENTEN IN DEUTSCHLAND
3.1. Eingrenzung des Begriffs
3.2. Kaufmännische Ausbildung im Dualen System
3.3. Sonderausbildungsgänge der Wirtschaft
3.4. Ausbildung zum Diplom-Betriebswirt an der Berufsakademie
3.4.1. Definition und Entwicklung der Berufsakademie
3.4.2. Das Studium im Fachbereich Wirtschaft an den Berufsakademien in Baden-Württemberg
3.5. Studiengänge mit dualen Komponenten im Fachbereich Wirtschaft
4. DIE KAUFMÄNNISCHE BERUFSAUSBILDUNG HÖHEREN GRADES IN SPANIEN AM BEISPIEL DER FACHRICHTUNG „INTERNATIONALER HANDEL“
4.1. Ausbildungsinhalte der Fachrichtung „Internationaler Handel“
4.1.1. Bestimmung der Ausbildungsinhalte
4.1.2. Kaufmännische Inhalte: an eine Kompetenzeinheit gebundene Module
4.1.2.1. Internationaler Ein- und Verkauf I: Internationales Marketing
4.1.2.2. Internationaler Einkauf II: Internationale Verhandlungsgrundlagen
4.1.2.3. Verwaltung im Internationalen Handel
4.1.2.4. Lagerhaltung von Produkten
4.1.2.5. Internationaler Warentransport
4.1.2.6. Internationales Finanzmanagement I: Internationale Finanzierung
4.1.2.7. Internationales Finanzmanagement II: Internationale Zahlungs- und Inkassoverfahren
4.1.3. Transversale Module
4.1.3.1. Allgemeine Anwendungen in der Informatik
4.1.3.2. Fremdsprache im Internationalen Handel (Englisch)
4.1.4. Das Modul „Ausbildung und Berufsorientierung“
4.1.5. Inhalte der praktischen Ausbildung (Formación en Centros de Trabajo)
4.2. Struktur der kaufmännischen Ausbildung
4.2.1. Prinzip der Modularisierung
4.2.2. Organisation und Ablauf der betrieblichen Ausbildung
4.3. Zugangsvoraussetzungen und Vorbildung
4.4. Bewertung der Abschlüsse
4.4.1. Anerkennung innerhalb der Europäischen Union
4.4.2. Universitätszugang
5. KRITISCHE BEWERTUNG DER SPANISCHEN BERUFSAUSBILDUNG HÖHEREN GRADES ANHAND EINES VERGLEICHES ZU AUSGEWÄHLTEN MÖGLICHKEITEN DEUTSCHER ABITURIENTEN
5.1. Fachliche Qualifikation - Ausbildungsinhalte
5.1.1. Vergleich der Fachrichtung „Internationaler Handel“ mit den deutschen Ausbildungen zum Kaufmann im Groß- und Außenhandel beziehungsweise zum Speditionskaufmann
5.1.2. Vergleich der Fachrichtung „Internationaler Handel“ mit dem gleichnamigen Studiengang an der Berufsakademie
5.2. Das Verhältnis zwischen Theorie und Praxis in der Berufsausbildung
5.3. Möglichkeiten und Grenzen einer modularen Ausbildungsstruktur
6. ERGEBNIS UND AUSBLICK
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Das Hauptziel dieser Arbeit besteht darin, die kaufmännische Berufsausbildung Höheren Grades in Spanien, insbesondere am Beispiel der Fachrichtung „Internationaler Handel“, detailliert zu analysieren, kritisch zu bewerten und mit vergleichbaren deutschen Ausbildungswegen für Abiturienten in Beziehung zu setzen, um Gemeinsamkeiten und Unterschiede in Struktur und Inhalt herauszuarbeiten.
- Analyse des spanischen Bildungssystems nach der Reform (LOGSE) und Einordnung der Berufsausbildung.
- Detaillierte Darstellung der Ausbildungsinhalte im kaufmännischen Bereich (Fachrichtung „Internationaler Handel“).
- Gegenüberstellung mit den deutschen Ausbildungen zum Kaufmann im Groß- und Außenhandel sowie dem Studium an der Berufsakademie.
- Kritische Diskussion der modularen Ausbildungsstruktur im Hinblick auf Theorie-Praxis-Verzahnung und europäische Vergleichbarkeit.
Auszug aus dem Buch
4.1.2.1. Internationaler Ein- und Verkauf I: Internationales Marketing
In den ersten Unterrichtsstunden des Moduls wird die Definition und Eingrenzung des Berufsprofils „Internationaler Handel“ vorgenommen sowie ein Überblick über die Inhalte und Lernziele des Moduls gegeben, wobei auch die Erwartungen der Schüler diskutiert werden sollen. Vorgesehen ist unter anderem eine Betriebsbesichtigung in einem internationalen Unternehmen sowie eine Befragung der Mitarbeiter durch die Schüler (M.E.C. 1995a: 48/49).
Danach werden die Verkaufstätigkeiten im Unternehmen definiert, wobei die nachfolgenden Themen behandelt werden: Definition und Entstehung des Marketing, nachfragebestimmte Märkte, Zusammenhang Bedürfnis – Bedarf - Nachfrage, Verbraucherschutz in Spanien und der EU, Einteilung von Märkten, Konsumentenverhalten und Marketing als Funktion im Unternehmen (Marktforschung, Kommunikation, Geschäftsplanung, Organisation des Verkaufs und Distribution). Hierbei kommen unter anderem Gruppenarbeit und ein Rollenspiel (Reklamation bei der Verbraucherschutzbehörde) zum Einsatz (M.E.C. 1995a: 50/51).
Ein weiteres Thema ist das internationale Handelsumfeld: die Handelszonen der Welt, die Handelsbeziehungen Spaniens mit der EU, Nordamerika und anderen Handelszonen, Import und Export, Handels- und Zahlungsbilanz, internationale Handelsorganisationen, europäische Handelspolitik und deren Bedeutung für Spanien sowie Vergleich der Situationen in der EFTA und der EU (M.E.C. 1995a: 52/53).
Zusammenfassung der Kapitel
1. EINLEITUNG: Definiert die Problemstellung der Bildungsreform in Spanien und erläutert die Vorgehensweise des interkulturellen Vergleichs.
2. KAUFMÄNNISCHE BERUFSAUSBILDUNG IM SPANISCHEN SCHULSYSTEM: Bietet einen historischen Überblick und ordnet die aktuelle Ausbildung in das System nach dem LOGSE ein.
3. KAUFMÄNNISCHE ERSTAUSBILDUNG FÜR ABITURIENTEN IN DEUTSCHLAND: Beschreibt deutsche Alternativen zur akademischen Ausbildung wie das duale System und Berufsakademien.
4. DIE KAUFMÄNNISCHE BERUFSAUSBILDUNG HÖHEREN GRADES IN SPANIEN AM BEISPIEL DER FACHRICHTUNG „INTERNATIONALER HANDEL“: Analysiert detailliert die Curricula, Modulstrukturen und Anforderungen dieser Fachrichtung.
5. KRITISCHE BEWERTUNG DER SPANISCHEN BERUFSAUSBILDUNG HÖHEREN GRADES ANHAND EINES VERGLEICHES ZU AUSGEWÄHLTEN MÖGLICHKEITEN DEUTSCHER ABITURIENTEN: Bewertet die Ausbildungsinhalte und die modulare Struktur im Vergleich zum deutschen System.
6. ERGEBNIS UND AUSBLICK: Fasst die Resultate zusammen und diskutiert zukünftige Perspektiven der Anerkennung von Bildungsabschlüssen in der EU.
Schlüsselwörter
Berufsausbildung, Spanien, Deutschland, Internationaler Handel, LOGSE, Duales System, Berufsakademie, Modularisierung, Bildungsreform, Außenhandel, Marketing, Ausbildungsinhalte, Europa, Qualifikation, Lehrplananalyse.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Diplomarbeit vergleicht die Struktur und die Ausbildungsinhalte der kaufmännischen Berufsausbildung höheren Grades in Spanien mit entsprechenden deutschen Ausbildungsmöglichkeiten für Abiturienten.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die Arbeit fokussiert sich auf das spanische Bildungssystem (LOGSE), die spezifische Fachrichtung „Internationaler Handel“ und vergleicht diese mit dem deutschen dualen System sowie dem Studium an Berufsakademien.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die Darstellung und kritische Bewertung der spanischen Ausbildung, um Gemeinsamkeiten und Unterschiede zum deutschen System aufzuzeigen und die Konkurrenzfähigkeit von Berufsbildungssystemen in Europa zu diskutieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse und der vergleichenden Auswertung offizieller Lehrpläne und Curricula aus Spanien und Deutschland.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung des spanischen Modulsystems, eine detaillierte Analyse der Lerninhalte im „Internationalen Handel“ und den direkten Vergleich mit deutschen Fachlehrplänen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die zentralen Schlagworte sind Berufsausbildung, Modularisierung, Internationaler Handel, Bildungsreform und die vergleichende Analyse von Qualifikationsprofilen.
Warum wurde die Fachrichtung „Internationaler Handel“ als Fallbeispiel gewählt?
Sie dient als Modellbeispiel für die kaufmännische Ausbildung höheren Grades, da in Deutschland ähnliche Berufsbilder existieren und diese Fachrichtung stark von aktuellen Qualifikationsanforderungen geprägt ist.
Welche Rolle spielt die Modularisierung in der Bewertung?
Die Modularisierung wird als strukturelles Merkmal des spanischen Systems analysiert, wobei Chancen für die Flexibilität und Anerkennung von Vorbildung gegen Risiken der Unübersichtlichkeit abgewogen werden.
- Quote paper
- Dipl.Hdl. Ulrike Gebel (Author), 2000, Inhalt und Struktur der kaufmännischen Berufsausbildung Höheren Grades in Spanien - Ein Vergleich zum Bildungssystem in der Bundesrepublik Deutschland, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/185644