Zielsetzung der vorliegenden Arbeit ist es, einen Überblick über die praktischen Einsatz-möglichkeiten von Pensionsfonds zur innovativen Ausgestaltung von Versorgungswerken im Rahmen der betrieblichen Altersversorgung zu geben. Berücksichtigt werden dabei die Rahmenbedingungen der neuesten gesetzlichen Regelungen sowie der Stand der Entwick-lung in der Praxis. Schwerpunktmäßig wird auf die Erfordernisse und Ansprüche von großen und mittelgroßen Kapitalgesellschaften eingegangen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einführung
1.1 Ausgangspunkt und Ziel der Untersuchung
1.2 Vorgehensweise und Aufbau der Arbeit
1.3 Danksagung
2 Alterseinkommen in Deutschland
2.1 Das „Drei-Säulen-Prinzip“ der Alterssicherung
2.1.1 Gesetzliche Rentenversicherung
2.1.2 Betriebliche Altersversorgung (bAV)
2.1.3 Private Vorsorge
2.2 Betriebliche Altersversorgung in Deutschland
2.2.1 Motive der betrieblichen Altersversorgung
2.2.2 Durchführungswege der betrieblichen Altersversorgung
2.2.2.1 Direktzusage (Unmittelbare Versorgungszusage/Pensionszusage)
2.2.2.2 Unterstützungskasse
2.2.2.3 Pensionskasse
2.2.2.4 Direktversicherung
2.2.2.5 VAG-Pensionsfonds
2.2.3 Zusagearten von betrieblichen Altersversorgungsleistungen
2.2.3.1 Leistungszusage (defined benefit)
2.2.3.2 Beitragsorientierte Leistungszusage
2.2.3.4 Beitragszusage (defined contribution)
2.2.4 Betriebliche Altersversorgung mittels Entgeltumwandlung (deferred compensation)
2.2.5 Aktuelle Situation der bAV in Deutschland
2.3 Ursachen für den Reformbedarf der Altersversorgung
2.4 Risiken der Finanzierung von Versorgungszusagen über Rückstellungen
2.5 Beurteilung betrieblicher Altersversorgungswerke im Hinblick auf die Anforderungen internationaler Rechnungslegungsvorschriften
2.6 Fazit
3 Reform der betrieblichen Altersversorgung 2001
3.1 Das Altersvermögensgesetz (AVmG)
3.2 Das staatliche Förderkonzept des Altersvermögensgesetzes
3.3 Das Prinzip der vor- bzw. nachgelagerten Besteuerung
3.4 Integration der staatlichen Förderung in die betriebliche Altersversorgung
3.5 Auswirkung der Rentenreform auf die arbeitsrechtlichen Rahmenbedingungen der betrieblichen Altersversorgung
3.5.1 Grundlagen
3.5.2 Rechtsanspruch auf Entgeltumwandlung
3.5.3 Verkürzung der Unverfallbarkeitszeiten
3.5.4 Einführung der Zusageform „Beitragszusage mit Mindestleistung“
3.6 Auswirkung der Rentenreform auf die betriebliche Altersversorgung
3.7 Fazit
4 Pensionsfonds als Instrument der betrieblichen Altersversorgung
4.1 Grundlagen
4.1.1 Begriffsbestimmung
4.1.2 Aktuelle Entwicklung in Deutschland
4.1.3 Das Konzept des Asset Funding
4.1.4 Beispiele für Pensionsfonds im Ausland: USA, Großbritannien, Schweiz, Schweden
4.2 Unternehmensinterne Ausgestaltung
4.2.1 Der Betriebsinterne Pensionsfonds
4.2.1.1 Ausgestaltungsmerkmale und gesetzliche Grundlagen
4.2.1.2 Anlagerichtlinien
4.2.1.3 Grundzüge der steuerlichen und bilanziellen Rahmenbedingungen
4.2.1.4 Insolvenzsicherung
4.2.1.5 Kritik
4.2.2 Das Zeitwertmodell
4.2.2.1 Ausgestaltungsmerkmale und gesetzliche Grundlagen
4.2.2.2 Anlagerichtlinien
4.2.2.3 Grundzüge der steuerlichen und bilanziellen Rahmenbedingungen
4.2.2.4 Insolvenzsicherung
4.2.2.5 Ausgestaltungsmöglichkeit des Zeitwertmodells zu einer betrieblichen Altersversorgung
4.2.2.6 Kritik
4.3 Unternehmensexterne Ausgestaltung
4.3.1 Das CTA-Modell
4.3.1.1 Ausgestaltungsmerkmale und gesetzliche Grundlagen
4.3.1.2 Anlagerichtlinien
4.3.1.3 Grundzüge der steuerlichen und bilanziellen Rahmenbedingungen
4.3.1.4 Insolvenzsicherung
4.3.1.5 Kritik
4.3.2 VAG-Pensionsfonds als fünfter Durchführungsweg der BAV in Deutschland
4.3.2.1 Ausgestaltungsmerkmale und gesetzliche Grundlagen
4.3.2.2 Anlagerichtlinien
4.3.2.3 Grundzüge der steuerlichen und bilanziellen Rahmenbedingungen
4.3.2.4 Übertragungsmöglichkeiten von bestehenden Vermögenswerten aus Direktzusagen und Unterstützungskassen
4.3.2.5 Insolvenzsicherung
4.3.2.6 Kritik
4.3.3 Die Pensionsfondsrichtlinie der Europäischen Kommission
4.3.3.1 Inhalt und Ziele der Richtlinie
4.3.3.2 Auswirkungen auf den deutschen bzw. europäischen Pensionsfondsmarkt
5 Anlageinstrumente und Asset Liability Management
5.1 Spezialfonds und Publikumsfonds als Anlageinstrumente für betriebliche Versorgungswerke
5.2 „Prudent person“-Ansatz vs. quantitative Anlagebeschränkungen
5.3 Asset Liability Management (ALM) von Pensionsfonds
5.3.1 Begriffsbestimmung
5.3.2 Bestimmungsfaktoren der Liabilities eines Pensionsfonds
5.3.3 Umsetzung des ALM
5.4 Kritik
6 Der Einfluß von Pensionsfonds auf die internationalen Kapitalmärkte
7 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Diplomarbeit untersucht die Rolle von Pensionsfonds als innovatives Instrument zur Gestaltung betrieblicher Altersversorgungswerke unter Berücksichtigung der neuen gesetzlichen Rahmenbedingungen des Altersvermögensgesetzes sowie internationaler Rechnungslegungsstandards.
- Grundlagen der betrieblichen Altersversorgung und ihre Entwicklung in Deutschland
- Analyse innovativer Gestaltungsformen wie Zeitwertmodelle und CTA-Modelle
- Die Rolle der neuen VAG-Pensionsfonds als fünfter Durchführungsweg
- Anlageinstrumente (Spezialfonds) und Asset Liability Management
- Einfluss von Pensionsfonds auf internationale Kapitalmärkte
Auszug aus dem Buch
4.1.1 Begriffsbestimmung
Der Begriff „Pensionsfonds“ ist eine international übliche Bezeichnung für „Einrichtungen der Vermögensverwaltung und –anlage zur Finanzierung einer betrieblichen Altersversorgung.“ Im engeren Sinne versteht man darunter die „pension funds“ angelsächsischer Prägung. Diese werden allgemein beschrieben als „investments managed by pension companies to produce pensions for investors“, bzw. als “fund[s] which receive contributions from employers and employees, being the money which provides pensions for retired members of staff.“
Wesentliches Merkmal dieser Einrichtungen ist es, daß die nach dem angelsächsischem trust law organisierte Vermögensmasse zur Finanzierung einer betrieblichen Altersversorgung aus dem Unternehmen ausgelagert ist und bei den Versorgungsempfängern eine nachgelagerte Besteuerung vorgenommen wird. Pension funds sind vor allem in den USA und in Großbritannien verbreitet und gehören dort zu den größten institutionellen Investoren. Des weiteren sind bei angelsächsischen Pensionsfonds reine Beitragszusagen möglich („defined contribution“), bei denen ausschließlich eine bestimmte Leistung an den Fonds zugesagt wird. Die Leistungen in der Ablaufphase richten sich dabei allein nach der Höhe der Einzahlungen sowie den am Kapitalmarkt erzielten Erträgen abzüglich der Kosten des Fonds.
In Deutschland gab es bislang nur ansatzweise vergleichbare Einrichtungen. Alle deutschen Durchführungswege der bAV weichen in ihrer Ausgestaltung bzw. ihrem juristischem Rahmen z.T. erheblich von den angelsächsischen pension funds ab. Die neu eingeführten VAG-Pensionsfonds weisen zwar Ähnlichkeiten mit den angelsächsischen pension funds auf, sind allerdings durch die Vorschriften das Versicherungsaufsichtsgesetzes sehr viel stärker gesetzlich reglementiert.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einführung: Die Arbeit beleuchtet die vielschichtigen Möglichkeiten der betrieblichen Altersversorgung in Deutschland und definiert das Ziel, innovative Einsatzmöglichkeiten von Pensionsfonds aufzuzeigen.
2 Alterseinkommen in Deutschland: Dieses Kapitel erläutert das Drei-Säulen-Prinzip und die klassischen Durchführungswege der betrieblichen Altersversorgung vor dem Hintergrund des Reformbedarfs.
3 Reform der betrieblichen Altersversorgung 2001: Hier werden die wesentlichen Neuerungen durch das Altersvermögensgesetz (AVmG) und die Auswirkungen auf die arbeitsrechtlichen Rahmenbedingungen dargelegt.
4 Pensionsfonds als Instrument der betrieblichen Altersversorgung: Der Fokus liegt auf der unternehmensinternen und -externen Ausgestaltung, einschließlich Zeitwertmodellen, dem CTA-Modell und dem VAG-Pensionsfonds.
5 Anlageinstrumente und Asset Liability Management: Dieses Kapitel beschreibt die Nutzung von Spezialfonds und Methoden des Asset Liability Management (ALM) zur effizienten Steuerung der Altersversorgung.
6 Der Einfluß von Pensionsfonds auf die internationalen Kapitalmärkte: Es wird diskutiert, wie Pensionsfonds durch ihr wachsendes Anlagevolumen und ihren Einfluss auf die Corporate Governance auf Kapitalmärkte wirken.
7 Fazit: Das Fazit fasst die Notwendigkeit moderner, kapitalgedeckter Versorgungswerke zusammen und betont die Komplexität bei der Wahl geeigneter Finanzierungsmodelle für Unternehmen.
Schlüsselwörter
Betriebliche Altersversorgung, Pensionsfonds, Altersvermögensgesetz, Asset Funding, Zeitwertmodell, CTA-Modell, Spezialfonds, Asset Liability Management, Direktzusage, Entgeltumwandlung, Insolvenzsicherung, Kapitalmärkte, Rechnungslegungsstandards, Rentenreform, Altersvorsorge
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Diplomarbeit analysiert, wie Unternehmen Pensionsfonds und innovative Modelle nutzen können, um betriebliche Altersvorsorgesysteme zukunftsfähig und effizient zu gestalten.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit deckt die gesetzlichen Rahmenbedingungen des AVmG, verschiedene Durchführungswege der betrieblichen Altersversorgung sowie Strategien für das Asset Liability Management ab.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, einen Überblick über praktische Einsatzmöglichkeiten von Pensionsfonds zur innovativen Ausgestaltung von Versorgungswerken unter Berücksichtigung aktueller gesetzlicher Regelungen zu geben.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse und einer fundierten Auswertung der gesetzlichen Rahmenbedingungen, ergänzt durch Beispiele aus der Praxis großer Unternehmen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil befasst sich detailliert mit der Gestaltung betriebsinterner Pensionsfonds, Zeitwertmodellen, dem CTA-Modell und dem VAG-Pensionsfonds sowie den Anforderungen der internationalen Rechnungslegung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind betriebliche Altersversorgung, Pensionsfonds, Asset Funding, Zeitwertmodell, CTA-Modell, Spezialfonds und Asset Liability Management.
Was ist der spezifische Vorteil des Zeitwertmodells für Unternehmen?
Es ermöglicht eine Flexibilisierung der Arbeitszeit, bietet eine kostengünstige Möglichkeit zur Verkürzung der Lebensarbeitszeit und unterstützt die Verjüngung der Belegschaft.
Warum spielt die internationale Rechnungslegung für die bAV eine Rolle?
Für global agierende Unternehmen ist eine Bilanzierung nach IAS oder US-GAAP oft notwendig, um Anforderungen ausländischer Kapitalgeber zu erfüllen und günstigere Finanzierungskonditionen zu erhalten.
Welche Bedeutung haben Spezialfonds für die bAV?
Spezialfonds erlauben eine professionelle, risikogestreute Vermögensverwaltung, die durch die KAGG-Regelungen abgesichert ist und administrative Vorteile gegenüber der Direktanlage bietet.
Was unterscheidet den deutschen VAG-Pensionsfonds von angelsächsischen Vorbildern?
Obwohl er Ähnlichkeiten aufweist, ist der VAG-Pensionsfonds aufgrund des Versicherungsaufsichtsgesetzes stärker gesetzlich reglementiert als angelsächsische "Pension Trusts".
- Quote paper
- Christian Wojtsiak (Author), 2001, Pensionsfonds als Instrument zur innovativen Ausgestaltung von Versorgungswerken im Rahmen der betrieblichen Altersversorgung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/185707