Ein realistischer Einblick in unser gesellschaftliches Umfeld, in der die heutige Jugend aufwächst, ist der Ausgangspunkt dieser Arbeit. Es wird zu belegen sein, warum und inwieweit sich die Lebens- und Lernwelten der Kinder und Jugendlichen gerade in den letzten Jahren stark verändert haben.
Im Kontext gegenwärtiger Erziehungshaltungen wird zunächst historisch
abgehandelt, inwiefern sich ein Wertewandel in unserer Gesellschaft von den 60er Jahren bis heute vollzogen hat. In diesem Zusammenhang wird ebenfalls zu untersuchen sein, inwieweit sich damalige Familienstrukturen bis heute verändert, und sich dementsprechende Anpassungen in der elterlichen Erziehung entwickelt haben. Darüber hinaus haben sich auch im Bereich der täglichen Lebenswelt der
Kinder und Jugendlichen Verschiebungen, vor allem im sozialen Verhalten und in der Freizeitgestaltung, ergeben, die nicht zuletzt Auswirkungen der Konsumgesellschaft sind. Ein wesentlicher Bereich der heutigen, kindlichen Erfahrungswelt wird insbesondere durch den zunehmenden Einfluß der Massenmedien bestimmt.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1. Gesellschaftliche Einflüsse
1.1. Wertewandel - Werteverfall?
1.1.1. Entwicklung seit den 60er Jahren
1.1.2. Sitte und Moralerziehung
1.1.3. Erziehungschancen heute
1.2. Das Leben in der Familie
1.2.1. Familienstrukturen
1.2.2. Die elterliche Verwöhnung
1.2.3. Auswirkungen von antiautoritärer Erziehung
1.3. Kulturaneignung durch Medien
1.3.1. Fernsehen und Video
1.3.2. Lernen am Computer - die Bedeutung der PC-Spiele
1.3.3. Heutiges Leseverhalten
1.4. Freizeitgestaltung
1.4.1. Isoliertes Leben - von der "Wohninsel" zur "Schulinsel"
1.4.2. Die Privatisierung des sozialen Umfelds
1.5. Das Leben in der Konsum- und Leistungsgesellschaft
1.5.1. Spaltung von Gesellschaft - Armut in Deutschland
1.5.2. Die Anforderungen in der Leistungsgesellschaft
1.5.3. Ursachen für die Gewalt von Jugendlichen
1.5.4. Zukunftsperspektiven
1.6. Idole und Vorbilder im Wandel
1.6.1. Die Bedeutung von Vorbildern in der Pubertät
1.6.2. Alte Muster - Neue Namen: Die Jugendgeneration im ausgehenden 20. Jahrhundert
1.7. Zusammenfassung der gesellschaftlichen Einflüsse
2. Pädagogisch-didaktische Antworten
2.1. Pädagogisch-didaktische Antwort auf den Wertewandel
2.2. Pädagogisch-didaktische Antwort auf die Veränderungen in den familiären Erziehungsinhalten
2.3. Pädagogisch-didaktische Antwort auf die massenmedialen Einflüsse
2.4. Pädagogisch-didaktische Beiträge zu einer sinnvollen Freizeitgestaltung
2.5. Die Vorbildfunktion des Lehrers
2.6. Methodische Antworten zur Unterrichtsdurchführung: Innovative Unterrichtsformen
2.7. Die Rolle der Schlüsselqualifikationen
2.8. Zusammenfassung der pädagogisch-didaktischen Antworten auf die gesellschaftlichen Veränderungen
3. Die Grenzen pädagogischer Einflußnahme durch die Schule
4. Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht den Einfluss gesellschaftlicher Veränderungen auf die Lebens- und Lernwelten von Kindern und Jugendlichen und leitet daraus notwendige pädagogisch-didaktische Konsequenzen für die schulische Praxis ab. Die zentrale Forschungsfrage ist, wie Schule auf den Wertewandel, veränderte Familienstrukturen und den Einfluss der Massenmedien reagieren muss, um ihren erzieherischen Bildungsauftrag in einer modernen Leistungsgesellschaft zu erfüllen.
- Analyse des gesellschaftlichen Wertewandels und dessen Auswirkungen auf das Erziehungsumfeld.
- Untersuchung der Bedeutung von Medienkonsum und Freizeitgestaltung als neue Sozialisationsinstanzen.
- Diskussion der elterlichen Verhaltensunsicherheit und des Wandels von Familienstrukturen.
- Entwicklung von pädagogischen Antwortmöglichkeiten, insbesondere innovative Unterrichtsformen und die Vorbildfunktion der Lehrkraft.
- Kritische Reflexion der Grenzen schulischer Einflussnahme in einer individualisierten Gesellschaft.
Auszug aus dem Buch
1.1.1. Entwicklung seit den 60er Jahren
Als Ziel- und Orientierungshorizont für SchülerInnen steht Unterricht und Erziehung in engem Kontext mit den Werten und Normen, die in einer Gesellschaft vorherrschen. Werte manifestieren sich in Ideen, Symbolen, sowie in moralischen und ästhetischen Verhaltensregeln.1 Sie sind folglich für den Bestand und für die Entwicklung einer jeden Gesellschaft unabdingbar. Sie bilden den Kern und sind die wesentliche Voraussetzung jeder sozialen Ordnung.
Im folgenden Abschnitt wird zu erörtern sein, unter welchen Bedingungen die jüngeren Generationen in unserer Gesellschaft zu anderen Erfahrungen und Gewohnheiten kommen mußten, als die ältere Generationen.
In den ersten Nachkriegsjahren war unsere damals sehr junge Demokratie noch eng mit Leistung, mit Wiederaufbau und dem sogenannten „Wirtschaftswunder” verbunden. Innerhalb der Bevölkerung herrschte weitestgehend noch die religiös verbundene Moral mit den konservativen Tugenden wie Disziplin, Gehorsam und Fleiß, aber auch Treue, Bescheidenheit, Einsatzbereitschaft und Uneigennützigkeit vor.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Gesellschaftliche Einflüsse: Dieses Kapitel analysiert den Wertewandel, die veränderte Familienstruktur und den Medieneinfluss als zentrale Faktoren, die das Aufwachsen von Kindern und Jugendlichen prägen.
2. Pädagogisch-didaktische Antworten: Hier werden konkrete schulische Strategien wie innovative Unterrichtsformen, die Stärkung der Vorbildfunktion und die Vermittlung von Schlüsselqualifikationen zur Bewältigung gesellschaftlicher Herausforderungen erarbeitet.
3. Die Grenzen pädagogischer Einflußnahme durch die Schule: Dieses Kapitel verdeutlicht, dass die Schule zwar einen wichtigen erzieherischen Beitrag leisten kann, aber die familiäre Erziehung nicht ersetzen darf und kann.
4. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass ein ausgewogenes Zusammenspiel von fachlicher Wissensvermittlung und erzieherischer Begleitung notwendig ist, um SchülerInnen auf die Anforderungen der Zukunft vorzubereiten.
Schlüsselwörter
Wertewandel, Leistungsgesellschaft, Medienerziehung, Familienstrukturen, Schulleben, Erziehungsstile, Schlüsselqualifikationen, Reformpädagogik, Vorbildfunktion, Sozialisation, Handlungsorientierter Unterricht, Jugend, Kindheitswandel, Schulreform, Individuelle Förderung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert, wie sich gesellschaftliche Veränderungen auf das Aufwachsen von Kindern und Jugendlichen auswirken und welche Antworten die Schule pädagogisch-didaktisch darauf finden muss.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Zu den zentralen Themen gehören der Wertewandel, die veränderten Familienstrukturen, der Einfluss der Medien auf die Entwicklung von Kindern sowie die Rolle der Schule bei der Vermittlung von Werten und Fachwissen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das primäre Ziel ist es, den Begründungszusammenhang zwischen Schulreform und Kindheitswandel zu beleuchten und aufzuzeigen, wie LehrerInnen ihre Unterrichtspraxis anpassen können, um junge Menschen in einer komplexen Gesellschaft zu unterstützen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine wissenschaftliche Auseinandersetzung, die auf der Analyse von erziehungswissenschaftlicher Literatur und empirischen Studien basiert, um pädagogische Konzepte für die aktuelle Schulsituation abzuleiten.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der gesellschaftlichen Einflüsse auf die Jugend sowie die Erarbeitung pädagogisch-didaktischer Antworten, wie etwa neue Unterrichtsformen, die Rolle von Schlüsselqualifikationen und das Vorbildhandeln der Lehrkräfte.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Schlüsselbegriffe sind unter anderem Wertewandel, Sozialisation, Medienkonsum, handlungsorientierter Unterricht, Selbstständigkeit und die Verantwortung der Schule.
Welche Rolle spielt der Computer im Alltag laut dieser Arbeit?
Der Computer wird als zunehmend bedeutendes Medium im Medienkonsum identifiziert, das zwar intellektuelle Kapazitäten fordern kann, aber auch Risiken für die soziale Interaktion und körperliche Aktivität birgt.
Wie bewertet die Autorin die Rolle des Frontalunterrichts?
Die Autorin plädiert dafür, den traditionellen Frontalunterricht nicht abzuschaffen, sondern ihn in Kombination mit innovativen Unterrichtsformen zu nutzen, da er Struktur und eine effiziente Wissensvermittlung ermöglicht.
- Arbeit zitieren
- Tina Wendt (Autor:in), 1999, Gesellschaftliche Einflüsse und ihre Auswirkungen auf die Schule - Kindheit und Schule im Wandel, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/185714