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Hexenglauben, Hexenverfolgung, Hexenwahn im Deutschland der frühen Neuzeit

Titel: Hexenglauben, Hexenverfolgung, Hexenwahn im Deutschland der frühen Neuzeit

Magisterarbeit , 2001 , 116 Seiten , Note: 2

Autor:in: Heike Albrecht (Autor:in)

Geschichte Europas - Mittelalter, Frühe Neuzeit
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Arbeit bietet einen guten Überblick über Entstehung, Auswirkungen und Beendigung der Hexenverfolgungen in der Frühen Neuzeit. Die Arbeit bezieht sich hauptsächlich auf den deutschen Raum und räumt mit einigen Vorurteilen über die Hexenverfolgungen auf.
Ich habe versucht herauszufinden, welche gesellschaftlichen Kräfte an den Hexenverfolgungen beteiligt waren und wie sie zusammenwirkten.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Geschichtlicher Hintergrund

Allgemeine Entwicklungen

Frauen in der frühen Neuzeit

Alter und Armut

Mentalität der frühneuzeitlichen Menschen

Die Gelehrten, die Kirche und die Hexerei

Die Kirchen

Das gelehrte Hexenbild

Ausgewählte Vertreter des gelehrten Hexenbildes

Teufel und Teufelsbuhlschaft

Hexenflug, Hexentanz und Hexensabbat

Ausgewählte Gegner der Hexenverfolgungen

Magische Welt

Magisches Weltbild und magischer Alltag

Zauberei im Alltag und magische Berufe

Volkstümliches Bild von der Hexe

Magie und Hexerei

Beispiel Milchzauber

Beispiel Sexualität und Fruchtbarkeit

Beispiel Krankheit

Beispiel Wetterzauber

Hexen, Hebammen und Heilige

Wie die Frau zur Hexe wurde

Hebammen, weise Frauen und Ärzte

Die Heilige, das kirchliche Pendant zur Hexe

Der Prozeß

Das Delikt und die Strafe

Verdächtigungen innerhalb der Gemeinde

Die Obrigkeit und die Hexen

Die kirchliche Inquisition

Die weltliche Obrigkeit

Indizien, Folter und Besagung

Opfer der Hexenverfolgungen

Verlauf und Verbreitung der Hexenverfolgungen

Regionale und zeitliche Ausbreitung der Verfolgungen

Klimatische Bedingungen und die Auswirkungen

Verbreitung des Hexenbildes

Ende der Hexenverfolgungen

Zusammenfassung und Ansatz einer soziologischen Analyse

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, die Entstehung und Vereinheitlichung des Hexenmusters im Deutschland der frühen Neuzeit darzustellen und durch eine soziologische Analyse des gesellschaftlichen Umgangs mit diesem Stereotyp zu interpretieren.

  • Soziale und ökonomische Rahmenbedingungen des frühneuzeitlichen Europas
  • Die Rolle der Kirche und der Gelehrten bei der Konstruktion des Hexenbildes
  • Das magische Weltbild und die Bedeutung von Schadenzauber in der Volkskultur
  • Prozessabläufe, Inquisition und die Rolle der Folter
  • Die Funktion des Hexenstereotyps als Instrument der sozialen Disziplinierung

Auszug aus dem Buch

Die Gelehrten, die Kirche und die Hexerei

Die Kirche breitete sich während der Spätantike und dem frühen Mittelalter in Europa aus und wurde überall mit anderen Religionen und Kulten konfrontiert. Im Zuge ihrer Missionierungstätigkeit mußte sie sich mit ihnen auseinandersetzen und sich abgrenzen, sollte der eigene Glaube sich nicht vermischen mit den „Glaubensvorstellungen der keltischen, germanischen und slawischen Völker, welche neben einigen Hauptgottheiten eine Vielzahl von Neben- und Lokalgöttern kannten.“ Es gab Kulte um Quellen, Bäume und Steine. Deren Bedeutung ging aber, ebenso wie das Wissen um jahreszeitlich bedingte Feste und Rituale, im Laufe der Christianisierung verloren.

Die fremden Götter wurden seitens der Kirche den Dämonen des Christentums gleichgestellt und ihre Kulte wurden als Teufelsanbetung gewertet. Die spezielle Sichtweise der christlichen Missionare vereinheitlichte diese vorchristlichen Glaubensvorstellungen, um sie auf diesem Wege effektiver bekämpfen zu können. „Auf die alten Götter und Kulte wurde nur soweit eingegangen, daß den Missionierten eine Identifikation noch möglich war.“ „Heidnische Götter wie Wotan spielten zwar direkt spätestens seit dem hohen Mittelalter keine Rolle mehr, doch Vorstellungen wie die von den nächtlichen Fahrten des ‚Wuotens Heer‘ oder ‚Wütis Heer‘, der ‚Wilden Jagd‘, der ‚Gerechten Schar‘ und der ‚Nachtfahrt‘ der ‚Unholden‘, der Frau ‚Huldie‘ oder ‚Berchte‘, der nachts Schüsseln mit Mahlzeiten auf den Tisch gestellt wurden, um sie günstig zu stimmen, blieben in der Bevölkerung lebendig.“

Genauso wurden weiter magische Handlungen durchgeführt, um das Schicksal im eigenen Sinne zu beeinflussen und um die in den Dörfern oft seit Generationen bekannten zauberkundigen Menschen durch Abwehrmagie und Gegenzauber in Schach zu halten. Die Kirche verurteilte diese Praktiken der Zauberei als „Aberglaube“ oder als „Gegenglaube“ und setzte sich auf ihre eigene Art zur Wehr. Um ihre Abwehrkraft gegen böse Mächte unter Beweis zu stellen, entwickelte die Geistlichkeit ein eigenes magisches Instrumentarium, z. B. Wetterglocken zum Schutz vor Hagel oder die Vergabe von geweihten Gegenständen als Amulette gegen das Böse.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Einführung in die Thematik der Hexenverfolgung im Deutschland der frühen Neuzeit und Vorstellung verschiedener wissenschaftlicher Deutungsansätze.

Geschichtlicher Hintergrund: Darstellung der sozioökonomischen Bedingungen, demografischen Krisen und Mentalitätsstrukturen der frühen Neuzeit.

Die Gelehrten, die Kirche und die Hexerei: Analyse der Rolle der Kirche, der dämonologischen Hexendoktrin und der einflussreichen Vertreter der Hexenliteratur.

Magische Welt: Untersuchung des volkstümlichen magischen Weltbildes, der Bedeutung von Magie im Alltag und der verschiedenen Formen des Schadenzaubers.

Hexen, Hebammen und Heilige: Analyse der geschlechtsspezifischen Zuschreibungen und der sozialen Rolle von Frauen, Hebammen und mystischen Heiligen.

Der Prozeß: Beschreibung der strafrechtlichen Verfolgung, der Rolle der Inquisition, der Folterpraxis und des Ablaufs von Hexenprozessen.

Verlauf und Verbreitung der Hexenverfolgungen: Analyse der regionalen Ausbreitung, klimatischer Einflüsse und der zeitlichen Phasen der Verfolgungswellen.

Zusammenfassung und Ansatz einer soziologischen Analyse: Synthese der Ergebnisse hinsichtlich der gesellschaftlichen Funktion des Hexenwahns als Instrument der Affektkontrolle und sozialen Disziplinierung.

Schlüsselwörter

Hexenverfolgung, Frühe Neuzeit, Dämonologie, Hexenhammer, Schadenzauber, Inquisitionsverfahren, Soziologische Analyse, Hexenglaube, Magie, Zivilisationsprozess, Teufelspakt, Hexensabbat, Folter, Aberglaube, Hexenwahn.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die soziologischen Hintergründe und Ursachen für den Hexenwahn und die Hexenverfolgungen im Deutschland der frühen Neuzeit.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den zentralen Themen gehören die Konstruktion des gelehrten Hexenbildes durch Kirche und Gelehrte, das magische Weltbild der ländlichen Bevölkerung, die Rolle der Inquisition und die Auswirkungen sozioökonomischer Krisen auf die Verfolgungspraxis.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, die Entstehung des Hexenmusters zu analysieren und zu erklären, wie die Gesellschaft das Hexenstereotyp als Instrument zur Bewältigung von Ängsten und zur sozialen Disziplinierung nutzte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin nutzt einen soziologischen Ansatz, maßgeblich beeinflusst durch die Zivilisationstheorie von Norbert Elias, um den Prozess der Affektkontrolle und die Institutionalisierung von Verfolgungsprozessen zu untersuchen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit der geschichtlichen Ausgangslage, der Entwicklung der Hexendoktrin, dem Alltag der Magie, der Rolle der Frauen und der rechtlichen sowie obrigkeitlichen Ausgestaltung der Hexenprozesse.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Hexenverfolgung, Dämonologie, Schadenzauber, soziologische Analyse, Zivilisationsprozess und Hexenstereotyp charakterisiert.

Welche Rolle spielte die "Kleine Eiszeit" bei den Verfolgungen?

Die Klimaverschlechterung während der "Kleinen Eiszeit" führte zu Ernteausfällen und Hungersnöten, was den sozialen Druck erhöhte und die Bevölkerung dazu veranlasste, die vermeintlich wettermachenden Hexen als Sündenböcke für das Leid verantwortlich zu machen.

Inwiefern unterschied sich das volkstümliche Hexenbild vom gelehrten Hexenbild der Kirche?

Das volkstümliche Bild fokussierte sich primär auf den Schadenzauber im Alltag, während das gelehrte Hexenbild der Kirche eine systematische, dämonologische Konstruktion mit Teufelspakt und Hexensabbat war, die erst allmählich in das Volksbewusstsein eindrang.

Ende der Leseprobe aus 116 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Hexenglauben, Hexenverfolgung, Hexenwahn im Deutschland der frühen Neuzeit
Hochschule
Universität Kassel
Note
2
Autor
Heike Albrecht (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2001
Seiten
116
Katalognummer
V185764
ISBN (eBook)
9783656982005
ISBN (Buch)
9783869430386
Sprache
Deutsch
Schlagworte
hexenglauben hexenverfolgung hexenwahn deutschland neuzeit
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Heike Albrecht (Autor:in), 2001, Hexenglauben, Hexenverfolgung, Hexenwahn im Deutschland der frühen Neuzeit , München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/185764
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Leseprobe aus  116  Seiten
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