Ansätze zur Beurteilung des Zinsänderungsrisikos festverzinslicher Wertpapiere


Seminararbeit, 2000

22 Seiten, Note: 2


Leseprobe

Fachhochschule Nürtingen
University of Applied Sciences
Ansätze zur Beurteilung
des Zinsänderungsrisikos festverzinslicher Wertpapiere
Hauptseminararbeit
Fachhochschule Nürtingen
von
Eduard Becker
Wintersemester 2000/01

Ansätze zur Beurteilung Zinsänderungsrisikos festverzinslicher Wertpapiere Seite I
Inhaltsverzeichnis
Abbildungsverzeichnis ... II
1 Einleitung... 1
1.1
Was sind festverzinsliche Wertpapiere? ... 1
1.2 Veränderte Rahmenbedingungen: Investments werden zunehmend
risikoreicher ... 2
2 Zinsänderungsrisiko... 3
2.1
Begriff... 3
2.2
Zusammenhang zwischen Zins- und Kursentwicklung... 4
2.3
Zinsänderungsempfindlichkeit: abhängig von Restlaufzeit und Kupon 5
3 Mess- und Beurteilungsinstrumente des Zinsänderungsrisikos... 6
3.1
Duration (Standard-Duration)... 6
3.2
Die Modifizierte Duration von Hicks ... 11
3.3
Price Value of a Basis Point (PVBP)... 13
3.4
Convexity ... 14
3.5
Total Return ... 16
4 Zusammenfassende Schlussbemerkung... 18
Literatur- und Quellenverzeichnis ... 19

Ansätze zur Beurteilung Zinsänderungsrisikos festverzinslicher Wertpapiere Seite II
Abbildungsverzeichnis
Seite
Abb. 1: Graphische Darstellung Reaktionen des Kurswertes umlaufender
Emissionen, bei Änderung des Marktzinses über oder unter den
festgelegten Zins einer Anleihe ... 5
Abb. 2:
Graphische Darstellung Rückflüssen und Barwerten der Rückflüsse
von Anleihenzahlungen ... 9
Abb. 3: Graphische Darstellung des Performance-Profils... 15

Ansätze zur Beurteilung Zinsänderungsrisikos festverzinslicher Wertpapiere Seite 1 von 19
1 Einleitung
1.1 Was sind festverzinsliche Wertpapiere?
,,Festverzinsliche Wertpapiere" ist der Oberbegriff für alle Zinspapiere, die dem
Käufer eine gewisse Festverzinsung und Rückzahlung des überlassenen Kapi-
tals versprechen, im Sprachgebrauch auch Rentenpapiere oder Anleihen ge-
nannt. Es sind kurz-, mittel- und langfristige Schuldverschreibungen, die als Fi-
nanzierungsinstrument Staaten, öffentlichen Körperschaften, supranationalen
Institutionen, Kreditinstituten und privaten Großunternehmen dienen, um inves-
tieren zu können. Aus Sicht des Schuldners (Emittenten) ist die Ausgabe
(Emission) von festverzinslichen Wertpapieren als Fremdkapitalaufnahme zu
betrachten.
1
Festverzinsliche Wertpapiere kann man in zwei Kategorien unterteilen:
·
in ,,klassische Anleihen" - wie Schuldverschreibungen der öffentlichen Hand
(z.B. Bundesschatzbriefe Typ A und B, Bundesobligationen, Bundesanleihen,
Bundesschatzanweisungen, Bundesfinanzierungsschätze), Schuldverschrei-
bungen der Kreditinstitute (z.B. Sparbriefe, Pfandbriefe und Kommunalobliga-
tionen), Industrieanleihen, Auslandsanleihen,
·
und Anleihen mit besonderen Ausstattungsmerkmalen - wie Wandel- und
Optionsanleihen, Anleihen mit Null-Kupon (Zero-Bonds), Asset Backed Se-
curities. Diese Liste ließe sich noch beliebig erweitern.
Rentenpapiere können an der Börse notieren. Viele Papiere ­ wie beispielsweise
die Bundesschatzbriefe oder Finanzierungsschätze, aber auch Sparbriefe der
Banken und Sparkassen ­ notieren nicht an der Börse. Dies hat unter anderem
folgende Bedeutung: Das Auf und Ab der Zinsen wirkt sich nicht auf den Kurs
dieser Papiere aus. Diese Papiere sind kurssicher. Man hat keine Kursverluste,
wenn die Zinsen steigen, auf der anderen Seite natürlich auch keine Kursgewin-
ne, wenn die Zinsen fallen.
1
Vgl. Weisensee, U.: Festverzinsliche Wertpapiere: Geld verdienen mit Renten, Zürich; Freiburg i. Br. 1990, S.16.

Ansätze zur Beurteilung Zinsänderungsrisikos festverzinslicher Wertpapiere Seite 2 von 19
In der breiten Palette festverzinslicher Titel kommt der börsennotierten Anleihe
herausragende Bedeutung zu. Sie stellt für emissionsfähige Unternehmen eine
wichtige Form der Beschaffung langfristiger Fremdmittel dar. Investoren können
durch jederzeitigen Verkauf an der Börse Anleihen mit langer Laufzeit auch in
sehr kurzfristige Engagements verwandeln.
1.2 Veränderte Rahmenbedingungen: Investments werden zunehmend
risikoreicher
Das Halten festverzinslicher Wertpapiere galt früher als relativ risikoarme Ange-
legenheit. Zweifelsohne war das Zusammenwirken folgender Faktoren für die-
sen Zustand mitverantwortlich:
2
-
Die Zinsen waren langfristig sehr stabil, sodass die Investoren selten mit grö-
ßeren Preisschwankungen konfrontiert wurden.
-
Wechselkurse waren fixiert und/oder Paritätsänderungen selten; außerdem
waren die Inflationsraten vergleichsweise niedrig.
-
Strenge Zulassungsbestimmungen im Inland schufen eine hohe und einheit-
liche Bonität der Emittenten, die ein geringes Angebot an privaten Emissio-
nen und ein Übergewicht der Öffentlichen Rand bewirkte.
Doch Mitte der sechziger Jahre erlebte der deutsche Rentenmarkt erstmals
sehr deutlich, dass die Geldanlage in festverzinslichen Wertpapieren nicht nur
mit Bonitätsrisiken, sondern vor allem auch mit Zinsänderungsrisiken behaftet
ist.
3
Durch ein Ansteigen des Zinsniveaus von zu vor 6 Prozent auf nahezu 8
Prozent in 1965/66 ermäßigten sich insbesondere die Kurse der langlaufenden
Pfandbriefe. Die Kursverluste erreichten zum Teil mehr als 20 Prozent.
Als der Kapitalmarktzins nach zwischenzeitlicher Erholung auf über 10,5 Pro-
zent im Jahr 1974 stieg, erlebten zahlreiche Anleger Kursverluste von über 40
Prozent. Diese Phase der Entwicklung des deutschen Rentenmarkts wird seit-
her als die ,,Pfandbriefkrise" bezeichnet. In späteren Hochzinsphasen sind sol-
che dramatischen Kursverluste kaum noch aufgetreten, denn als Erfahrung aus
2
Vgl. Uhlir, H.; Steiner, P.: Wertpapieranalyse, 3. Aufl., Heidelberg 1994, S. 5.
3
Vgl. Rottenbacher, A.; Schütt, H.: Verzinsliche Wertpapiere, Stuttgart 1997, S. 21.

Ansätze zur Beurteilung Zinsänderungsrisikos festverzinslicher Wertpapiere Seite 3 von 19
der Pfandbriefkrise haben sich die Laufzeiten der festverzinslichen Wertpapiere
deutlich verkürzt und auch die Nominalverzinsung der Papiere war im Durch-
schnitt höher als in den sechziger Jahren. Beide Veränderungen wirken dämp-
fend auf die Kursreagibilität der Papiere. Aufgrund der zunehmenden Volatilität
von Wechselkursen und Zinsniveau stieg allerdings auch der Bedarf an wirk-
samen Absicherungsinstrumenten gegen die Zinsänderungsrisiken.
Im heutigen Anlageumfeld hat sich das Tempo der Zinsänderungen beschleu-
nigt. Die Renditen verändern sich nahezu täglich in einem Ausmaß, das vor
Jahren noch als undenkbar erschien.
Die stark schwankenden Renditen sind die Antwort der Finanzmärkte auf fol-
gende Ereignisse
4
:
-
gestiegene Inflationserwartungen,
-
Internationalisierung der Finanzmärkte,
-
Zunehmende Haushaltsdefizite der führenden Industrienationen,
-
Zusammenbruch des Systems fester Wechselkurse (Bretton-Woods)
-
Abbau von staatlichen Reglementierungen
-
stark spürbare konjunkturelle Schwankungen.
So kommt es immer wieder zu Zinsänderungen bei den Sätzen der festverzins-
lichen Wertpapiere wie auch bei den Spareinlagen und anderen Geldanlagen-
möglichkeiten. Schlafen soll man in unserer schnelllebendigen Zeit auf keiner
Geldanlage, auch nicht auf festverzinslichen Wertpapieren.
2 Zinsänderungsrisiko
2.1 Begriff
Unter Zinsänderungen versteht man Schwankungen des Nominalzinses, die auf
die Veränderung einer oder mehrer Zinskomponenten (Optionsprämie, Risiko-
prämie, Inflationsprämie, Realzins) zurückzuführen ist
5
. Das Zinsänderungsrisi-
4
Vgl. Eller, R.; Spindler, C.: Zins- und Währungsrisiken optimal managen, Wiesbaden 1994, S. 15.
5
Vgl. Burger, W.: Das Zinsänderungsrisiko variabler Bankgeschäfte, Bern, Stuttgart, Wien 1998, S. 10.
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Details

Titel
Ansätze zur Beurteilung des Zinsänderungsrisikos festverzinslicher Wertpapiere
Hochschule
Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen; Standort Nürtingen
Note
2
Autor
Jahr
2000
Seiten
22
Katalognummer
V185891
ISBN (eBook)
9783656995593
ISBN (Buch)
9783656995623
Dateigröße
711 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
ansätze, beurteilung, zinsänderungsrisikos, wertpapiere
Arbeit zitieren
Eduard Becker (Autor), 2000, Ansätze zur Beurteilung des Zinsänderungsrisikos festverzinslicher Wertpapiere, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/185891

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