Das ausgelagerte Forderungsmanagement: Factoring


Seminararbeit, 2002

28 Seiten, Note: 2


Leseprobe

Fachhochschule Nürtingen
University of Applied Sciences
Das ausgelagerte Forderungsmanagement:
Factoring
Oberseminararbeit
Fachhochschule Nürtingen
von
Eduard Becker
Wintersemester 2002/03

Das ausgelagerte Forderungsmanagement: Factoring Seite I
Inhaltsverzeichnis
Abbildungsverzeichnis ... III
Tabellenverzeichnis ... III
1 Einleitung... 1
2 Grundlagen des Factoringverfahrens ... 2
3 Historische Entwicklung des Factoring ... 4
4 Funktionen und betriebswirtschaftliche Effekte des Factoring ... 6
4.1
Die Finanzierungsfunktion... 6
4.1.1 Vorteile für den Factor-Kunden... 7
4.1.2 Nachteile für den Factor-Kunden... 8
4.2
Die Dienstleistungsfunktion... 9
4.2.1 Vorteile für den Factor-Kunden... 9
4.2.2 Nachteile für den Factor-Kunden... 10
4.3
Die Delkrederefunktion... 10
4.3.1 Vorteile für den Factor-Kunden... 11
4.3.2 Nachteile für den Factor-Kunden... 11
5 Arten des Factoring ... 12
5.1
Echtes Factoring ... 12
5.2
Unechtes Factoring... 13
5.3
Maturity-Factoring ... 13
5.4
Bulk-Factoring... 14
6 Kosten des Factoring... 15
6.1
Die Factor-Gebühr ... 15
6.1.1 Dienstleistungsanteil... 15
6.1.2 Delkredereanteil ... 16

Das ausgelagerte Forderungsmanagement: Factoring Seite II
6.2
Die Zinsen... 16
6.3
Sonstige Kosten... 17
7 Weitere Inkassomöglichkeiten... 17
7.1
Inkasso durch die eigene Tätigkeit des Gläubigers... 18
7.2
Inkasso durch den Rechtsanwalt ... 18
7.3
Praktiken und Kosten von Inkassounternehmen... 20
8 Zukunftsausblick für das Factoringgeschäft in Deutschland ... 22
Literatur- und Quellenverzeichnis ... 24

Das ausgelagerte Forderungsmanagement: Factoring Seite III
Abbildungsverzeichnis
Seite
Abb. 1:
Factoringverfahren...2
Abb. 2:
Umsatzentwicklung in Deutschland 1997-2001...6
Abb. 3:
Beziehungen zwischen Factoring-Kunde und Factor...12
Tabellenverzeichnis
Seite
Tab.1:
Factoringformen
mit jeweils dazugehörigen Factoringfunktionen...14
Tab. 2:
Anwaltsgebühren nach BRAGO und Prozessrisiko...20

Das ausgelagerte Forderungsmanagement: Factoring Seite 1 von 24
1
Einleitung
Die Außenstände eines Unternehmens, die Bilanzposition ,,Forderungen aus
Lieferungen und Leistungen", stellen neben Bankguthaben den Vermögenswert
in der Bilanz dar. Ihre Umwandlung in liquide Mittel ist das Ziel unternehmeri-
schen Handels, zu dem selbstverständlich auch gehört, dass sich die Außen-
stände in der Ergebnisrechnung als Umsatzerlös niederschlagen. Da aber in
der heutigen Marktwirtschaft die Käufer durch ihre Nachfragemacht die Konditi-
onen, zu denen die Waren geliefert werden sollen, bestimmen können, kommt
es häufig zu den längeren Forderungslaufzeiten. Deswegen können diese Au-
ßenstände länger als erwartet, auch länger als vereinbart, offen bleiben und
sich sogar teilweise als uneinbringlich erweisen und keine Umsatzerlöse erge-
ben. Das führt bei den Unternehmen zu erhöhtem Liquiditätsbedarf, ihre end-
gültige Nichteinlösung zu Ergebniseinbußen.
Schlechte Zahlungsmoral der Forderungsschuldner führt bei gleich bleibendem
Umsatz zur Erhöhung der Bilanzposition ,,Forderungen aus Lieferungen und
Leistungen". Außerdem können die Außenstände aber auch bei vereinbarungs-
gemäßer pünktlicher Bezahlung durch die Forderungsschuldner anschwellen,
nämlich bei steigendem Umsatz des Unternehmens. Die Außenstände eines
Unternehmens spielen für dessen Schicksal eine entscheidende Rolle. Sie be-
einflussen die Liquidität des Unternehmens und seine Ergebnisrechnung. Die
Entwicklung der Außenstände hat Einfluss auf die Kreditwürdigkeit des Unter-
nehmens, sein Zahlungsverhalten gegenüber seinen Gläubigern und ist mitbe-
stimmend für das Maß der Freiheit des unternehmerischen Handelns.
1
Die Außenstände eines Unternehmens erfordern daher eine sorgfältige und
aufmerksame Beobachtung und Behandlung. Dies gilt um so mehr, als bei mo-
dernen Unternehmen die Position "Außenstände" im Vergleich zu anderen Bi-
lanzpositionen zunehmend größeres Gewicht bekommt, während Grundstücke,
Produktionsmittel und Warenvorräte an Bedeutung verlieren. Deshalb ist es für
das Finanzmanagement eines Unternehmens eine wichtige Aufgabe, diese Au-
ßenstände vor der Begleichung möglichst in liquide Mittel zu verwandeln, um
die Zahlungsfähigkeit ihrer Unternehmen zu erhalten. Eine Möglichkeit, das
1
Vgl. Bette, K.: Das Factoringgeschäft in Deutschland, hrsg. von: Schröder, U.; Hossenfelder, W., Stuttgart 1999, S.11.

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Problem der Liquidität und Absicherung der Außenstände zu lösen, kann in der
Finanzierung durch Factoring liegen. Das Unternehmen kann dabei über die
Außenstände nicht nur vor Fälligkeit, sondern auch endgültig verfügen, ohne
einen Regress bei eventueller Zahlungsunfähigkeit des Schuldners befürchten
zu müssen.
2
Grundlagen des Factoringverfahrens
Abb. 1: Factoringverfahren
Quelle: Deutsche Factoring-Verband e.V.: Factoring in Deutschland, Mainz 2001, S. 1.
Factoring ist der fortlaufende Ankauf neu entstehender, offener, kurzfristiger
Forderungen aus Warenlieferungen und Dienstleistungsgeschäften eines Un-
ternehmens gegen Mehrfachabnehmer.
2
Diese Definition weist bereits darauf
hin: Factoring ist ein Kaufgeschäft und kein Kreditgeschäft. Die gesetzlichen
Grundlagen finden sich demnach in den Paragraphen 433 BGB und 398 BGB
nebst 18 und 19 KWG. Die Bestimmungen des Kreditwesengesetzes sind nur
für Factoringinstitute interessant, die einen Bankstatus haben.
2
Vgl. Bette, K..: Das Factoringgeschäft in Deutschland, hrsg. von: Schröder, U.; Hossenfelder, W., Stuttgart 1999,
S.15.

Das ausgelagerte Forderungsmanagement: Factoring Seite 3 von 24
Factoring ist eine Neubildung des Rechtsverkehrs, die zwar an bekannten Ver-
tragstypen anknüpft (Verkauf und Abtretung einer Forderung), deren konkrete
Ausgestaltung aber letztlich allein auf einem vertraglichen Regelwerk beruht.
3
Grundlage der Rechtsbeziehung zwischen Factoringinstitut und dem ,,ange-
schlossenen" Kunden ist der Factoring-Rahmenvertrag, in dem sich der Unter-
nehmer verpflichtet, die Forderungen dem Factor anzubieten, während für den
Factor eine Ankaufspflicht vereinbart wird. Des Weiteren ist regelmäßig eine
Globalzession zugunsten des Factors bzgl. aller gegenwärtigen und künftigen
Forderungen des Unternehmers gegen den Dritten vereinbart. Es wird hier ge-
regelt, auch die Provisionshöhe und ob dem Factor bei Uneinbringlichkeit der
Forderungen der Rückgriff auf den Unternehmer eröffnet sein soll.
4
Beim Factoring tritt ein Gläubiger (Kunde, Klient, englisch: client) - der An-
schlusskunde - seine Forderungen, die ihm aus Warenlieferungen oder Dienst-
leistungen gegenüber einem Schuldner (Abnehmer, Drittschuldner, englisch:
customer) - dem Debitor - zustehen, an ein Finanzierungsinstitut - den Factor -
meist auf kaufrechtlicher Basis ab. Der Factor prüft vor Vertragsabschluß und
fortlaufend die Bonität der Abnehmer und übernimmt im Rahmen eines verein-
barten Limits das volle Ausfallrisiko. Der Factoringkunde informiert seine Ab-
nehmer darüber, dass die Forderungen an den Factor verkauft wurden und der
Rechnungsbetrag an diesen zu zahlen ist. Er stellt dem Factor laufend Rech-
nungskopien über die Forderungen zur Verfügung bzw. übermittelt die Rech-
nungsdaten durch Datenfernübertragung. Sofern die Rechnungsbeträge im
Rahmen der eingeräumten Limite liegen, kauft der Factor die Forderungen an.
Er schreibt den Factoringerlös (Forderungskaufpreis) sofort dem Abrechnungs-
konto des Factoringkunden gut. Lediglich 10 % bis 15% des Kaufpreises, die
auf ein Sperrkonto dem Kunden gutgeschrieben werden, behält der Factor zu-
nächst als Sicherheit für Skontoabzüge oder Mängelrügen ein. Dieser Sicher-
heitseinbehalt wird dem Kunden bei Zahlung durch den Debitor oder bei Fällig-
keit gutgeschrieben.
3
Vgl. Sinz, R.: Factoring in der Insolvenz, hrsg. von Balz, M.; Kübler, B.; Prütting, H.; Timm, W., Köln 1997, S. 4.
4
Vgl. Ernst, A..: Schuldrecht, besonderer Teil I: Kauf, Schenkung, Factoring, hrsg. von: von Münchhausen, M., Mün-
chen 1998, S. 158.
Ende der Leseprobe aus 28 Seiten

Details

Titel
Das ausgelagerte Forderungsmanagement: Factoring
Hochschule
Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen; Standort Nürtingen
Note
2
Autor
Jahr
2002
Seiten
28
Katalognummer
V185892
ISBN (eBook)
9783656995586
ISBN (Buch)
9783656995548
Dateigröße
2198 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
forderungsmanagement, factoring
Arbeit zitieren
Eduard Becker (Autor), 2002, Das ausgelagerte Forderungsmanagement: Factoring, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/185892

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