Zusammenfassung der letzten Versuche die Holzmann AG zu retten und eine Beschreibung der Mitwirkenden. Abgeschlossen wird die Arbeit mit einem Einblick in das KontraG, welches die Krise verhindert hätte.
Inhaltsverzeichnis
1. Einführung
1.1 Aktualität des Themas
1.2 Zielsetzung der Arbeit
1.3 Gang der Untersuchung
2. Geschichtlicher Abriss des Unternehmens Philipp Holzmann AG
2.1 Gründung des Unternehmens bis zum Ende des Dritten Reiches
2.2 Von der Nachkriegszeit bis heute
3. Chronologie der Krise
4. Ursachen der Krise
4.1 Die Rolle der Branche
4.2 Die Rolle der Wirtschaftsprüfer von KPMG
4.3 Die Rolle der Deutschen Bank
4.4 Die Rolle des Vorstands
4.5 Die Rolle des Managements
5. Die Krise aus Sicht des Risikomanagements
5.1 Das Gesetz zur Kontrolle und Transparenz im Unternehmensbereich (KonTraG)
5.2 Anwendung bei Holzmann
6. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Seminararbeit untersucht den Niedergang des Baukonzerns Philipp Holzmann AG. Das primäre Ziel ist es, den Ablauf und die tiefgreifenden Ursachen der Unternehmenskrise zu analysieren und kritisch zu bewerten, inwiefern ein effektives Risikomanagement sowie die Einhaltung gesetzlicher Rahmenbedingungen wie des KonTraG zur Krisenvermeidung hätten beitragen können.
- Historische Entwicklung der Philipp Holzmann AG von der Gründung bis zur Insolvenz.
- Detaillierte Chronologie der Krisenjahre und der damit verbundenen Sanierungsversuche.
- Analyse der Einflussfaktoren, insbesondere durch Banken, Wirtschaftsprüfer und das interne Management.
- Bewertung der Rolle des Risikomanagements und des Gesetzes zur Kontrolle und Transparenz im Unternehmensbereich (KonTraG).
Auszug aus dem Buch
4.2 Die Rolle der Wirtschaftsprüfer von KPMG
Mit "It's time for clarity" warb die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG 1999 für ihr Konzept.
Im Mai 1997 kam es zu einer ersten kleinen Krise, weil damals schon ein unerwarteter Milliardenverlust in der Bilanz von 1996 auftauchte. Als der Aufsichtsrat über die Bilanz für das Geschäftsjahr 1996 beriet, drohte der erste Eklat. Daraufhin wollte die Arbeitnehmervertretung die Prüfgesellschaft wechseln. Doch das Ansinnen scheiterte an der Mehrheit der Kapitalvertreter, die, so ein Aufsichtsrat, eine "schädliche Außenwirkung" fürchteten. Bald war ein Kompromiss gefunden: Die KPMG frischte ihr Team zu Ehrenrettung mit neuen Leuten auf.
Der neue Prüfungsleiter Karsten Dankert nahm seine Aufgabe sehr ernst und überprüfte Auslastungsprognosen selbst, indem er an manchen Samstagen Kunden vor Ort in Einkaufszentren seines Kunden zählte.
Im Jahr 1998 verweigerte er seine Zustimmung zur Bilanz von 1997, die Verluste von insgesamt 1,5 Mrd. DM auswies. Nach vielen Gesprächsrunden mit dem Aufsichtsratchef Carl von Boehm und dem Vorstand beschloss man eine Zustimmung unter der Bedingung einer Kapitalerhöhung um die drohende Unterkapitalisierung abzuwenden.
Bei den Gesprächen über die Bilanz von 1998 zwang er die Bilanzgestalter des Konzerns zu einigen Winkelzügen, da im Tagesgeschäft kaum neues Geld in die Kasse kam und die Restrukturierung auch Kosten verursachte. Der Konzern verkaufte Grundstücke und Schuldscheine. Rückstellungen für Risken wurden aufgelöst, wie zum Beispiel die Rückstellung für die Kölnarena.
Später wurden die Prüfer für ihr Verhalten stark kritisiert. Man warf ihnen schwammigen Formulierungen, zu knappe Risikoformulierungen und zu kurze Kommentare vor. Viele Probleme und Risiken wurden angesprochen, aber nie zugespitzt oder gar mit Zahlen und Schlussfolgerungen untermauert.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einführung: Es wird die Aktualität des Themas sowie das Ziel der Arbeit dargelegt, einen Überblick über die Ursachen und den Ablauf der Holzmann-Krise zu verschaffen.
2. Geschichtlicher Abriss des Unternehmens Philipp Holzmann AG: Das Kapitel skizziert die Entwicklung des Konzerns von der Gründung 1849 bis hin zur Expansion und den zunehmenden Problemen in den 1990er Jahren.
3. Chronologie der Krise: Hier werden die Ereignisse von 1999 bis 2002 chronologisch dokumentiert, inklusive der Überschuldung und der gescheiterten Sanierungsversuche.
4. Ursachen der Krise: Dieses Kapitel analysiert detailliert die verschiedenen Einflussfaktoren, darunter die Rolle der Branche, der Wirtschaftsprüfer, der Deutschen Bank sowie des Vorstands und Managements.
5. Die Krise aus Sicht des Risikomanagements: Es wird untersucht, welche Bedeutung das KonTraG für ein professionelles Risikomanagement hat und wie dessen Anwendung die Krise bei Holzmann hätte beeinflussen können.
6. Fazit: Die Arbeit schließt mit der Erkenntnis, dass ein frühzeitiges Risikomanagementsystem die Krise hätte abwenden können und unterstreicht die Notwendigkeit von Kontrollsystemen.
Schlüsselwörter
Holzmann AG, Unternehmenskrise, Insolvenz, Risikomanagement, KonTraG, Bauwirtschaft, Deutsche Bank, Wirtschaftsprüfung, KPMG, Projektgeschäft, Sanierung, Fehlmanagement, Bilanzverlust, Unternehmensführung, Baukonzern.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Seminararbeit im Kern?
Die Arbeit analysiert den wirtschaftlichen Zusammenbruch der Philipp Holzmann AG, einem ehemals bedeutenden deutschen Bauunternehmen, und die damit verbundene mediale und wirtschaftliche Krise.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die Arbeit beleuchtet die historische Entwicklung des Konzerns, die chronologischen Ereignisse der Krise, die verschiedenen Akteure (Banken, Prüfer, Management) und die Bedeutung von Risikomanagementsystemen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie es zur Krise kam und welche Rolle versäumte Kontrollmechanismen sowie strukturelle Defizite in der Unternehmensführung dabei spielten.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es handelt sich um eine Fallstudienanalyse, die auf Literaturrecherche und der Auswertung von Geschäftsberichten sowie Berichten über den Sanierungsverlauf basiert.
Was behandelt der Hauptteil der Arbeit?
Der Hauptteil analysiert die spezifischen Ursachen der Krise, differenziert nach der Rolle der Branche, der Wirtschaftsprüfer von KPMG, der Deutschen Bank sowie des Vorstands und Managements.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind neben der Holzmann AG insbesondere das Risikomanagement, das KonTraG, Insolvenzrecht, Projektgeschäft und die Rolle der Hausbank.
Welche Rolle spielte das "Projektgeschäft" bei Holzmann?
Das Projektgeschäft entwickelte sich zu einem der größten Risikofaktoren, da intransparente Verträge und überhöhte Mietgarantien zu massiven Belastungen und schließlich zur Überschuldung beitrugen.
Wie bewertet der Autor die Rolle des KonTraG in diesem Kontext?
Der Autor kommt zu dem Schluss, dass die Regelungen des KonTraG, wären sie früher und konsequenter angewendet worden, die Krise durch ein besseres Risikobewusstsein und transparentere Berichtspflichten hätten abmildern oder verhindern können.
- Quote paper
- Patrick Schneider (Author), 2004, Holzmann AG - Der Weg in die Krise , Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/186052