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Auswirkungen von Solvency II auf den Vertrieb von Versicherungsunternehmen in Deutschland

Title: Auswirkungen von Solvency II auf den Vertrieb von Versicherungsunternehmen in Deutschland

Seminar Paper , 2004 , 22 Pages , Grade: 1.7

Autor:in: Andreas Prestele (Author)

Business economics - Trade and Distribution
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In den letzten 30 Jahren trugen Solvabilitätsvorschriften in ihrem Umfeld dafür Sorge, dass Versicherungsunternehmen (VU) für die übernommenen Risiken über eine bestimmte Mindesteigenkapitalausstattung verfügten, die den Fortbestand des VU und die Erfüllung der Verpflichtungen gegenüber dem Versicherungsnehmer (VN) sicherstellen sollten. Doch vor dem Hintergrund der Deregulierung in den 1990er Jahren, dass den Versicherern mehr Eigenständigkeit und größere Freiheit in den Bereichen der Produkt- und Prämienpolitik brachte, wuchsen auch die Herausforderungen und die Eigenverantwortung für die tatsächlichen Risiken des eingegangenen Geschäfts, die mit dieser Liberalisierung verbunden waren. So gelten seit dem 1. Januar 2004 in der Bundesrepublik Deutschland geänderte Solvabilitätsanforderungen für die Versicherungswirtschaft, die unter dem Stichwort ?Solvency I? bekannt und auf europäischer Ebene ausgearbeitet wurden. Jedoch konnten auch die damit erreichten modifizierten Anpassungen nicht die methodischen Defizite verdecken , die bisweilen zu den resultierenden Eigenkapitanforderungen bei VU führen.
Im Rahmen von Solvency II soll nun bis in wenigen Jahren ein praktikables von der Europäischen Kommission ausgearbeitetes Solvabilitätssystem zum Einsatz kommen, dass der tatsächlichen Risikolage eines Versicherers risikogerechter als das gegenwärtige Rechnung trägt und auch die Entwicklung internationaler Rechnungslegungsstandards berücksichtigt.
Unbestritten wird Solvency II immense Herausforderungen an die VU stellen und nahezu auf sämtliche Unternehmensbereiche seinen Einfluss ausstrahlen. Ziel dieser Arbeit ist es daher darzulegen, welche Auswirkungen sich davon in den nächsten Jahren auf den Vertrieb von VU in Deutschland ergeben werden.
Dazu führt als erstes Kapitel 2 in die Grundlagen des Projekts ?Solvency II? ein. In Kapitel 3 werden dann nach einer kurzen Einführung zu dem Begriff und den Aufgaben des Vertriebs auf die Darstellung der zwei wesentlichen Risikokategorien die den Vertrieb tangieren eingegangen, ehe darauf aufbauend sechs steuerungspolitische Maßnahmen und zukünftige Anforderungen an den Vertrieb aufgezeigt werden. Anschließend werden in Kapitel 4 noch auf einzelne Problembereiche bei der Umsetzung und Gestaltung zielgerichteter Maßnahmen hingewiesen, bevor Kapital 5 mit einer Zusammenfassung der wesentlichen Ergebnisse diese Arbeit abrundet.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Problemstellung

2. Grundlagen zu den Solvabilitätsvorschriften nach Solvency II

2.1 Ziele und bisheriger Stand des Projekts „Solvency II“

2.2 Darstellung des Drei-Säulen-Ansatzes

3. Auswirkungen von Solvency II auf den Versicherungsvertrieb in Deutschland

3.1 Begriffseingrenzung und Aufgaben des Vertriebs in Versicherungsunternehmen

3.2 Einwirkende Risikotreiber für die Notwendigkeit von Veränderungen im Vertrieb

3.2.1 Versicherungstechnisches Risiko

3.2.2 Operationelles Risiko

3.3 Zukünftige steuerungspolitische Maßnahmen und Anforderungen an den Vertrieb

3.3.1 Beschränkung des Produktportfolios oder Zukauf von Drittprodukten

3.3.2 Risikogerechte Prämien aufgrund höherer Eigenkapitalanforderungen

3.3.3 Fokussierende Vertriebsunterstützung auf werthaltige Geschäftsbereiche

3.3.4 Risikoorientierte Zielvorgaben und konsequente Zielerreichungskontrollen

3.3.5 Ertragsorientierte Ausrichtung der Vergütungssysteme

3.3.6 Verstärkte Investitionen in die Personalausstattung und –entwicklung

4. Problemaspekte der Umsetzung und Gestaltung zielgerichteter Maßnahmen

5. Thesenartige Zusammenfassung sich ergebender Veränderungen im Vertrieb

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit analysiert die strategischen und operativen Auswirkungen der regulatorischen Änderungen durch Solvency II auf den Versicherungsvertrieb in Deutschland, mit dem Ziel, notwendige Anpassungen in der Vertriebssteuerung und -organisation aufzuzeigen.

  • Anpassung von Produktportfolio und Make-or-Buy-Entscheidungen
  • Einführung risikogerechter Prämien und deren Vertriebsrelevanz
  • Neuausrichtung von Vergütungssystemen auf Ertragsorientierung
  • Verbesserung der Vertriebseffizienz durch IT-Unterstützung und Bestandspflege
  • Qualitätsorientierte Personalentwicklung und Leistungsmessung

Auszug aus dem Buch

3.2.1 Versicherungstechnisches Risiko

Das versicherungstechnische Risiko dominiert das Gesamtrisikobild im VU, deren Verlauf maßgeblich die Ertragslage im Versicherungsvertrieb bestimmt. Versicherungstechnisches Risiko meint die Gefahr, dass die innerhalb einer Periode zu leistenden Entschädigungen aufgrund von Versicherungsfällen die vereinnahmten Prämien zuzüglich der vorhandenen Risikoreserve übersteigen. Nach FARNY lässt sich das versicherungstechnische Risiko in drei Komponenten untergliedern: dem Zufallsrisiko, als das Abweichen des tatsächlichen Schadenwerts vom erwarteten Schadenwert, dem Änderungsrisiko, als das Abweichen von Risikoänderungen die zum Zeitpunkt der Berechnung des Zufallsrisikos noch nicht bekannt waren und dem Irrtumsrisiko, resultierend aus den Abweichungen aufgrund von fehlerhaften Schätzungen der Schadensgesetzmäßigkeiten.

Da nach Solvency II die Eigenkapitalunterlegung sich künftig verstärkt und realitätsnaher nach den Risikoarten ausrichten wird, werden VU bestrebt sein, das versicherungstechnische Risiko besser einzudämmen als auch steuern zu können. Damit stellt sich ebenso die Frage, in welcher Ausprägung weiterhin das versicherungstechnische Risiko je Versicherungsprodukt erwünscht und nach Rentabilitätsgesichtspunkten angepasst werden muss. Insbesondere der Vertrieb, als Vermittler zwischen VU und VN, wird sich daher auf weitreichende Veränderungen einstellen müssen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Problemstellung: Einführung in die Thematik der Solvabilitätsvorschriften und die Notwendigkeit der Untersuchung von Solvency II auf den deutschen Versicherungsvertrieb.

2. Grundlagen zu den Solvabilitätsvorschriften nach Solvency II: Darstellung der Ziele des Projekts Solvency II und Erläuterung des regulatorischen Drei-Säulen-Ansatzes.

3. Auswirkungen von Solvency II auf den Versicherungsvertrieb in Deutschland: Kernkapitel zur Analyse der Risikotreiber und konkreter steuerungspolitischer Maßnahmen für den Vertrieb.

4. Problemaspekte der Umsetzung und Gestaltung zielgerichteter Maßnahmen: Kritische Auseinandersetzung mit Herausforderungen und Hindernissen bei der Implementierung neuer Vertriebsstrategien.

5. Thesenartige Zusammenfassung sich ergebender Veränderungen im Vertrieb: Fazit mit einer prägnanten Übersicht der wesentlichen Veränderungen für die Vertriebsstruktur.

Schlüsselwörter

Solvency II, Versicherungsvertrieb, Eigenkapitalanforderungen, Risikomanagement, Vertriebssteuerung, Versicherungstechnisches Risiko, Operationelles Risiko, Produktportfolio, Vergütungssysteme, Rentabilität, Bestandspflege, Ausschließlichkeitsvertreter, Prämienpolitik, Kundenwertanalyse, Personalentwicklung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Seminararbeit?

Die Arbeit untersucht die Auswirkungen der neuen Solvabilitätsvorschriften (Solvency II) auf die Vertriebsorganisation und -strategie von deutschen Versicherungsunternehmen.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Im Fokus stehen das Risikomanagement im Vertrieb, die Rentabilitätssteuerung, die Anpassung der Vergütungssysteme sowie die Optimierung des Produktportfolios unter neuen Eigenkapitalvorgaben.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es aufzuzeigen, wie Versicherer den Vertrieb in den kommenden Jahren umgestalten müssen, um den Anforderungen von Solvency II gerecht zu werden und dabei die Wirtschaftlichkeit zu sichern.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine betriebswirtschaftliche Analyse, die auf einer Auswertung aktueller Fachliteratur und regulatorischer Rahmenbedingungen der Versicherungsaufsicht basiert.

Welche Aspekte stehen im Hauptteil im Mittelpunkt?

Der Hauptteil behandelt die Auswirkungen versicherungstechnischer und operationeller Risiken sowie konkrete Maßnahmen zur Vertriebssteuerung, wie z.B. risikogerechte Prämien und leistungsorientierte Vergütungsmodelle.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit beschreiben?

Die Arbeit lässt sich primär über Begriffe wie Solvency II, Versicherungsvertrieb, Eigenkapital, Risikomanagement und wertorientierte Steuerung charakterisieren.

Warum spielt die Personalentwicklung eine so große Rolle im Kontext von Solvency II?

Da die Anforderungen an Beratung und Risikoprüfung im Vertrieb steigen, ist eine verstärkte Qualifizierung des Personals notwendig, um die geforderte Qualitätssicherung und Rentabilität zu erreichen.

Welchen Einfluss hat das operationelle Risiko auf den Vertrieb?

Das operationelle Risiko im Vertrieb, etwa durch Fehlberatung oder mangelhafte Prozesse, wird durch Solvency II erstmals explizit in die Eigenkapitalberechnung einbezogen, was zu einem stärkeren Fokus auf Prozesssicherheit führt.

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Details

Title
Auswirkungen von Solvency II auf den Vertrieb von Versicherungsunternehmen in Deutschland
College
LMU Munich
Grade
1.7
Author
Andreas Prestele (Author)
Publication Year
2004
Pages
22
Catalog Number
V186083
ISBN (eBook)
9783869439303
ISBN (Book)
9783656992103
Language
German
Tags
auswirkungen solvency vertrieb versicherungsunternehmen deutschland
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Andreas Prestele (Author), 2004, Auswirkungen von Solvency II auf den Vertrieb von Versicherungsunternehmen in Deutschland, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/186083
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