Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Texte veröffentlichen, Rundum-Service genießen
Zur Shop-Startseite › Soziologie - Beziehungen und Familie

Uneheliche Schwangerschaft und Kindsmord in ausgewählten Texten des Sturm und Drang und der Romantik

Titel: Uneheliche Schwangerschaft und Kindsmord in ausgewählten Texten des Sturm und Drang und der Romantik

Examensarbeit , 2002 , 85 Seiten , Note: 2.5

Autor:in: Sandra Boese (Autor:in)

Soziologie - Beziehungen und Familie
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Vergleich zweier Hauptwerke ("Marquise von O..." von Heinrich von Kleist und "Die Kindermörderin" von Heinrich Leopold Wagner) bezüglich unehelicher Schwangerschaft, Kindsmord und sozialen Konventionen in der Romantik und Sturm und Drang. uneheliche Schwangerschaft und Kindsmord werden in der empirischen Literatur nur selten thematisiert

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Die Auswahl der Werke

3 Historische Hintergründe im Bezug auf unehelich schwangere Frauen

3.1 Gesellschaftliche, soziale Stellung der Frau

3.2 Die unehelich schwangere Frau

3.3 Die Kindermörderin

3.4 Realität und Literatur

4 Charakterisierung der Autoren im Kontext der Epoche

5 „Marquise von O...“ von Heinrich von Kleist

5.1 Personencharakteristik

5.1.1 Marquise von O...

5.1.2 Graf F...

5.1.3 Eltern

5.1.4 außerfamiliäres Umfeld

5.2 Darstellung von Vergewaltigung und Schwangerschaft

5.3 Umgang mit der Schwangerschaft

5.3.1 Marquise von O...

5.3.2 Graf F...

5.3.3 Familie

5.3.4 außerfamiliäres Umfeld, gesetzgebende Instanzen

5.4 Konfliktlösung

6 „Die Kindermörderin“ von Heinrich Leopold Wagner

6.1 Personendarstellung

6.1.1 Evchen

6.1.2 v. Gröningseck

6.1.3 Familie Humbrecht

6.1.4 v. Hasenpoth

6.1.5 außerfamiliäres Umfeld

6.2 Darstellung von Vergewaltigung und Schwangerschaft

6.3 Umgang mit der Schwangerschaft

6.3.1 Evchen

6.3.2 v. Gröningseck

6.3.3 Familie

6.3.4 außerfamiliäres Umfeld, gesetzgebende Instanzen

6.4 Konfliktlösung

7 Vergleich der beiden Werke

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das literarische Motiv der unehelichen Schwangerschaft und des Kindsmordes im Zeitraum von 1770 bis 1810 anhand der Novelle „Die Marquise von O...“ von Heinrich von Kleist und des Trauerspiels „Die Kindermörderin“ von Heinrich Leopold Wagner. Ziel ist es, Parallelen und Unterschiede in der Darstellung der sozialen, familiären und juristischen Konsequenzen aufzuzeigen sowie die kritische Haltung der Autoren gegenüber den gesellschaftlichen Normen und der Justizpraxis ihrer Zeit herauszuarbeiten.

  • Soziale und gesellschaftliche Rolle der Frau im 18. und 19. Jahrhundert
  • Historische Hintergründe und gesetzliche Ahndung unehelicher Schwangerschaften
  • Psychologische und moralische Entwicklung der Protagonistinnen
  • Kritik am bürgerlichen Familienbild und patriarchalischen Strukturen
  • Vergleich literarischer Lösungsmöglichkeiten für die prekäre Situation der betroffenen Frauen

Auszug aus dem Buch

3.2 Die unehelich schwangere Frau

Die Obrigkeit und die Kirchen verabschiedeten Unzuchtsstrafen für unverheiratete schwangere Frauen. Diese beliefen sich auf Geldstrafen, „für Dienstmädchen in der Regel einen Jahreslohn“, auf öffentliches Anprangern, wobei die Frauen mit „eisernem Ring um den Hals am Markt stehen (...) mussten oder mit abgeschnittenem Haar und Strohkranz unter Trommeln und Pfeifen durch die Stadt gejagt“ wurden. Eine weitere Strafe für Unzucht war die Leibesstrafe, worunter man das Auspeitschen und den Landesverweis verstand. Die öffentliche Kirchenbuße führte nur die evangelische und reformierte Kirche durch. Der Adel, Hofbeamte und Soldaten waren davon befreit oder kauften sich davon frei. Als Freveltäter musste man im Sündenhemd vor der Gemeinde die delicta carnis (das Fleischverbrechen) bereuen. Die Wirkung dieser Züchtigung beruhte auf ihrem öffentlichen Charakter und sollte, wie jede andere Strafe, als Abschreckung dienen.

Die Frage nach der Verantwortung des Vaters sowie den näheren Ursachen der Schwangerschaft, wie Vergewaltigung oder Inzest, wurde nicht gestellt. Die verurteilten Frauen mussten die öffentlich demonstrierten Konsequenzen der gewollten oder aufgezwungenen Fleischeslust allein ertragen.

Doch wie erklärt sich diese harte und erniedrigende Strafe?

Weibliche Sexualität wurde ausschließlich auf die Ehe beschränkt, was die Forderung nach unbedingter Keuschheit im vorehelichen Leben nach sich zog. Um die Einhaltung dieser Lehre zu gewährleisten, wurde jeder uneheliche Geschlechtsverkehr mit oben genannten Strafen geahndet. Der Geschlechtsakt wurde nur in Verbindung mit Fortpflanzung akzeptiert, wobei Mutterschaft ausschließlich in der Ehe legitim und sogar eine moralische Pflicht war.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema ein, stellt die beiden primären Werke vor und erläutert die zentrale Fragestellung sowie die Vorgehensweise der Arbeit.

2 Die Auswahl der Werke: Dieser Abschnitt begründet die Wahl von Kleists „Die Marquise von O...“ und Wagners „Die Kindermörderin“ als kontrastreiche Beispiele zur Thematik.

3 Historische Hintergründe im Bezug auf unehelich schwangere Frauen: Es werden die gesellschaftliche Stellung der Frau, die Bestrafung unehelicher Schwangerschaft sowie die Definition des Kindsmordes historisch beleuchtet.

4 Charakterisierung der Autoren im Kontext der Epoche: Die Kapitel analysieren Wagner als Vertreter des Sturm und Drang sowie Kleist als einen Vorläufer modernerer, psychologisch tiefgründigerer Literatur.

5 „Marquise von O...“ von Heinrich von Kleist: Eine detaillierte Analyse der Figuren, der Darstellung der Schwangerschaft und der letztendlichen Konfliktlösung in Kleists Novelle.

6 „Die Kindermörderin“ von Heinrich Leopold Wagner: Eine tiefgehende Untersuchung der Personenkonstellationen, der sozialen Hintergründe und der tragischen Konsequenzen in Wagners Trauerspiel.

7 Vergleich der beiden Werke: Eine abschließende Gegenüberstellung, die Gemeinsamkeiten in der Gesellschaftskritik und Unterschiede in der narrativen Gestaltung und Konfliktlösung hervorhebt.

Schlüsselwörter

Uneheliche Schwangerschaft, Kindsmord, Sturm und Drang, Romantik, gesellschaftliche Konventionen, Frauenbild, rechtliche Verfolgung, bürgerliches Trauerspiel, Heinrich von Kleist, Heinrich Leopold Wagner, soziale Deklassierung, Moralvorstellungen, Emanzipation, Justizkritik, Patriachat

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das soziale und moralische Schicksal unehelich schwangerer Frauen im 18. und 19. Jahrhundert anhand zweier literarischer Werke, die unterschiedliche Reaktionen auf diese gesellschaftliche Ausnahmesituation darstellen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentrale Themen sind die gesellschaftliche Stigmatisierung lediger Mütter, die strenge moralische Erziehung, der Einfluss familiärer und rechtlicher Institutionen sowie die Rolle der Literatur als sozialkritisches Medium.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Forschungsfrage zielt darauf ab, wie Kleist und Wagner die soziale Ausgrenzung und die daraus resultierenden individuellen Entscheidungen ihrer Protagonistinnen reflektieren und welche Kritik sie an den gesellschaftlichen Machtstrukturen üben.

Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit verwendet?

Die Arbeit nutzt eine komparatistische Methode, bei der die Texte unter Berücksichtigung literarhistorischer, sozialgeschichtlicher und psychologischer Aspekte vergleichend analysiert werden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Analyse der beiden Werke „Die Marquise von O...“ und „Die Kindermörderin“, wobei sowohl die Figurencharakterisierung als auch die gesellschaftliche Problematik der Vergewaltigung und Schwangerschaft im Vordergrund stehen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?

Neben den Hauptbegriffen wie Kindsmord und uneheliche Schwangerschaft stehen Begriffe wie soziale Deklassierung, Standesschranken, Justizkritik und bürgerliches Familienbild im Zentrum der Analyse.

Warum findet die Marquise von O... einen anderen Ausweg als Evchen?

Während die Marquise durch ihre neu gewonnene Autonomie und die gesellschaftliche Akzeptanz ihrer moralischen Entscheidung einen glücklichen Ausweg findet, bricht Evchen an der Unmöglichkeit der Flucht aus den dörflichen Konventionen und der totalen Isolation zusammen.

Welche Rolle spielt das Motiv der sozialen Schande in beiden Werken?

Die Schande fungiert in beiden Fällen als treibende Kraft, die entweder zum Ausstoß aus dem familiären Gefüge führt oder als Grund für eine Verdrängungsstrategie dient, wobei die Schwere der sozialen Sanktionen das Handeln der Frauen entscheidend beeinflusst.

Ende der Leseprobe aus 85 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Uneheliche Schwangerschaft und Kindsmord in ausgewählten Texten des Sturm und Drang und der Romantik
Hochschule
Freie Universität Berlin
Note
2.5
Autor
Sandra Boese (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2002
Seiten
85
Katalognummer
V186091
ISBN (eBook)
9783656998921
ISBN (Buch)
9783867468558
Sprache
Deutsch
Schlagworte
uneheliche schwangerschaft kindsmord texten sturm drang romantik
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Sandra Boese (Autor:in), 2002, Uneheliche Schwangerschaft und Kindsmord in ausgewählten Texten des Sturm und Drang und der Romantik, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/186091
Blick ins Buch
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
Leseprobe aus  85  Seiten
Grin logo
  • Grin.com
  • Versand
  • Kontakt
  • Datenschutz
  • AGB
  • Impressum