Warum ist das Bruttoinlandsprodukt kein geeigneter Indikator für die Wohlstandssituation und die Wohlstandsentwicklung einer Gesellschaft?


Hausarbeit, 2002

10 Seiten, Note: 1.3


Leseprobe

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1.Einleitung

1.1 Allgemeines

Für die Belange eines Staates, vor allem für dessen Strukturpolitik, ist es wichtig, etwas über die Wohlstandsituation und -entwicklung seiner Bevölkerung zu erfahren, denn der Staat als Repräsentant des Volkes wird daran gemessen, wie sehr er für das Wohl seines Volkes sorgt. Um dies nun zu ermitteln, braucht man gewisse Indikatoren, die alle Einflüsse auf die Wohlstandssituation berücksichtigen und Möglichkeiten bieten, es mit anderen Volkswirtschaften zu vergleichen. Ein Indikator, der meist für die Messung des Wohlstandes einer Gesellschaft herangezogen wird, ist das Bruttoinlandsprodukt.

1.2 Wofür steht das BIP

Das BIP stellt einen gesamtwirtschaftlichen Produktions- und Einkommensindikator dar. Betrachtet wird dabei die Produktion innerhalb der geographischen Grenzen eines Landes. Es ist dabei unerheblich, ob die Wirtschaftsleistung durch ausländische oder inländische natürliche oder juristische Personen erbracht wurde. Das BIP gibt gleichzeitig die inländischen Einkommen wieder, die im Zuge der Produktion entstanden sind. Eine Zunahme des BIP wurde in der Vergangenheit und wird auch heute noch verschiedentlich als Zunahme des Wohlstandes einer Bevölkerung interpretiert.

1.3 Wie wird Wohlstand definiert

Wohlstand lässt sich, zum Leid der Volkswirte, nicht mathematisch berechnen. Wohlstand ist viel mehr als die Menge des Geldes, welches man besitzt. Geld macht uns zwar glücklicher, jedoch auch nur bis zu einem bestimmten Punkt. Andere materielle Güter, wie z.b.: Autos, Fernseher, ein eigenes Haus und Urlaub, sowie immaterielle Faktoren, und da vor allem Freizeit und eine gesellschaftliche wie ökologische intakte Umwelt spielen eine wesentliche Rolle bei der Messung des Wohlstandes einer Person. Jedoch sind die Faktoren, die den Wohlstand widerspiegeln, auch nicht in jedem Land die gleichen, sondern unterscheiden sich in der Art oder Gewichtung der materiellen wie immateriellen Faktoren aufgrund unterschiedlicher gesellschaftlicher wie kultureller Normen und Wertvorstellungen sowie verschiedener geografischer Gegebenheiten. Ein Vergleich ist also nur mit gleichen Rahmenbedingungen sinnvoll. Somit lassen sich westliche

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Industrienationen sehr gut miteinander vergleichen, da sie identische materielle Wertvorstellungen besitzen und sich auch in den immateriellen nicht unterscheiden.

2. Probleme

Bei der Berechnung des BIP werden viele Dinge, die wichtig sind für das Wohlstandsempfinden, nicht berücksichtigt. Des Weiteren treten Mängel bei der Erhebung der Daten und bei Aussagefähigkeit der Daten auf. Auf diese Probleme werde ich als nächstes genauer eingehen.

2.1 statistische Mängel

2.1.1 Datenerhebung

Zuständig für die Erstellung des BIP ist das statistische Bundesamt in Wiesbaden. Allerdings erstellt das statistische Bundesamt nicht alle Statistiken selbst sondern greift auf Sekundärstatistiken von anderen Institutionen (z.B.: Landesämter, Bezirksregierungen, Finanz- und Zollämter, Industrie- und Handelskammern) zurück. Diese Statistiken werden jedoch aus anderen Gründen erstellt, wodurch unter Umständen zeit- und arbeitsintensive Umrechnungen notwendig sind. Da das BIP jedoch monatlich erstellt wird, ergeben sich Probleme bei der Genauigkeit und Aktualität der erhobenen Daten.

2.1.2 Bewertung der staatl. Produktion

Weitere statistische Mängel sind darin begründet, dass der größte Teil der staatl. Produktion unentgeltlich an die Bevölkerung abgetreten wird und somit Marktpreise fehlen, mit denen man diese Leistung bewerten kann. Aus diesem Grund werden nur die Anschaffungs- und Herstellungskosten angesetzt, die für die Produktion aufzubringen sind. Wenn nun jedoch zum Beispiel die Gehälter der Bediensteten im öffentlichen Sektor steigen, erhöhen sich zwangsläufig die Herstellungskosten und somit auch der Wert der staatlichen Produktion, ohne dass mehr produziert wurde. Dabei entstehen auch Probleme über die Aussagefähigkeit der staatlichen Produktion. Es wird nämlich keine Aussage über die Qualität und Effizienz der staatl. Produktion gemacht. Wenn eine Universität mehr Mittel verbraucht als eine vergleichbare andere, heißt das noch lange nicht, dass die Uni, welche weniger Mittel verbraucht, automatisch schlechter ist. Dies lässt sich aus dem BIP jedoch nicht ablesen.

2.1.3 Inflation, Deflation und Wechselkurse

Ein Problem, das zwar nicht so gravierend ist jedoch auch Fehler bei der Berechnung des BIP zur Folge haben kann, sind falsche Preissteigerungsraten und Wechselkurse. Das Wachstum des BIP

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Ende der Leseprobe aus 10 Seiten

Details

Titel
Warum ist das Bruttoinlandsprodukt kein geeigneter Indikator für die Wohlstandssituation und die Wohlstandsentwicklung einer Gesellschaft?
Hochschule
Fachhochschule Stralsund
Note
1.3
Autor
Jahr
2002
Seiten
10
Katalognummer
V186116
ISBN (eBook)
9783869439075
ISBN (Buch)
9783656992448
Dateigröße
564 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
warum, bruttoinlandsprodukt, indikator, wohlstandssituation, wohlstandsentwicklung, gesellschaft
Arbeit zitieren
Andreas Mellenthin (Autor), 2002, Warum ist das Bruttoinlandsprodukt kein geeigneter Indikator für die Wohlstandssituation und die Wohlstandsentwicklung einer Gesellschaft?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/186116

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