Es beginnt mit einer Aufruhr im Geweihten Land, denn der Königssohn Simba ist
geboren worden. Am Königsfelsen versammeln sich sämtliche Tiere des Landes zu
einer Zeremonie, um Musafas und Sarabis Sohn zu sehen. Der Affe Rafiki
übernimmt das Amt des Zeremonienmeisters. Scar, der jüngere Bruder Mufasas, ist
hier nicht erschienen, was für Mufasa ein weitere Anlass ist, zu glauben, von Scar
ginge eine Gefahr aus. Simba wächst heran, und sein Vater zeigt ihm das geweihte
Land und bereitet ihn mehr und mehr auf sein zukünftiges Dasein als König vor. An
einer Seite endet das Land mit einem schattigen Teil, dem Elefantenfriedhof, den
Simba nicht betreten darf. Hier leben die Hyänen, die ärgsten Feinde der Löwen.
Scar überlegt nun, wie er beide, Musafa und Simba, vernichten könnte, um endlich
selbst König werden zu können. Zunächst schickt er Simba auf den
3
Elefantenfriedhof, doch die Löwenkinder können gerettet werden, dann schickt er
Simba in die Schlucht während zur gleichen Zeit die Hyänen in das Land eindringen.
Um Simba aus der Schlucht zu retten, opfert Musafa sein eigenes Leben. Doch
Simba kann überleben und verlässt in dem Glauben, Schuld am Tod des Vaters zu
sein, das Land. Scar indessen verkündet vom Königsfelsen den Tod Musafas und
Simbas und seine Herrschaft über das Königreich. Simba landet im Dschungel unter
der Obhut Timons, einer Meerkatze, und Pumbaa, einem Warzenschwein, seinen
neuen Freunden. Fortan führt er ein unbeschwertes Leben, vergisst die
Vergangenheit und wird erwachsen. Indessen herrscht Scar über das Geweihte Land
mit der Folge, dass es verwüstet, verödet, die Einbewohner an Hunger leiden. Vor
allem die Hyänen sind unzufrieden. [...]
Inhaltsverzeichnis
I Inhalt
II Der Film im Unterricht
III Die Bearbeitung des Filmes „König der Löwen“ im Unterricht
1. Orientierung auf Textproduktion
2. Schwerpunkt: Gewaltpotential
3. Schwerpunkt: Außenseiter [Hakuna Matata]
4.Revision der Krippenszene
5. Kreisläufe
6. Kain und Abel
7. Erarbeitung weiterer Symbole
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, Möglichkeiten der fachdidaktischen Nutzung des Films "König der Löwen" für den Schulunterricht aufzuzeigen, wobei insbesondere die Identifikation ethischer Problemstellungen sowie die Reflexion menschlicher Verhaltensmuster im Fokus stehen.
- Analyse des Bildungspotenzials von Spielfilmen im Unterricht
- Bearbeitung ethischer und moralischer Fragestellungen (z. B. Schuld, Gewalt)
- Symbolanalyse und Interpretation filmischer Metaphorik
- Förderung von Perspektivübernahme und Ich-Findung bei SchülerInnen
Auszug aus dem Buch
3. Schwerpunkt: Außenseiter [Hakuna Matata]
Situation: Timon und Pumbaa singen das Lied "Hakuna Matata". Sie zeigen Simba, wo sie wohnen. Simba hat Hunger auf ein Zebra, doch Timon sagt ihm, dass es hier im Dschungel nur Insekten und Larven zu fressen gebe. Simba ekelt sich erst vor dem Fressen, doch er frisst die Käfer später mit Genuss. Man sieht, wie Simba wächst und langsam erwachsen wird. Simba geht mit den beiden unbeschwert durchs Leben und hat seine Vergangenheit vergessen.
Auch hier sehen die SchülerInnen den gesamten Film. Dieser Schwerpunkt kann durchaus parallel zu anderen betrachtet werden oder auch als Kontrast zu der Hyänen-Thematik.
Aufgaben: Die SchülerInnen beschreiben und werten die Situation und die neuen Freunde Simbas. Es sollen gleichermaßen die hiesige Art und Weise des Lebens mit der in der Heimat praktizierten verglichen werden. Die SchülerInnen bilden selbst ein Urteil über das Wesen des Landes, ausgedrückt durch eigene Bezeichnungen, in dem Simba weilt.
Zusammenfassung der Kapitel
I Inhalt: Diese Zusammenfassung bietet eine inhaltliche Übersicht der Filmhandlung, von Simbas Geburt bis zur Rückeroberung seiner Königsherrschaft.
II Der Film im Unterricht: Dieses Kapitel erläutert didaktische Kriterien für die Filmauswahl und das Bildungspotenzial des Mediums Film zur Förderung der Weltorientierung.
III Die Bearbeitung des Filmes „König der Löwen“ im Unterricht: Hier werden methodische Ansätze zur schulpraktischen Erarbeitung zentraler Themenkomplexe des Films vorgestellt.
1. Orientierung auf Textproduktion: Der Fokus liegt auf der freien Fortsetzung der Filmhandlung durch SchülerInnen, um ohne inhaltliche Lenkung eigene Lebenswege und Lösungsstrategien zur Schuldfrage zu entwickeln.
2. Schwerpunkt: Gewaltpotential: Durch die Analyse der Hyänen reflektieren die SchülerInnen die Entstehung von Gewaltbereitschaft und übertragen diese Problematik auf historische oder gegenwärtige Kontexte.
3. Schwerpunkt: Außenseiter [Hakuna Matata]: Dieser Teil untersucht das Leben außerhalb gesellschaftlicher Normen und vergleicht Simbas Entwicklung im Dschungel mit seinem ursprünglichen Lebensumfeld.
4. Revision der Krippenszene: Eine tiefgehende Analyse der Eröffnungsszene hinsichtlich ihrer religiösen Symbole und deren Transformation in die filmische Erzählweise.
5. Kreisläufe: Das Kapitel thematisiert die natürliche Ordnung, den Glauben an eine Bestimmung sowie den Umgang mit Tod und Erinnerung am Beispiel der nächtlichen Gespräche unter dem Sternenhimmel.
6. Kain und Abel: Hier wird der Konflikt zwischen Mufasa und Scar als fundamentale Auseinandersetzung zwischen Gut und Böse analysiert, die zur Perspektivübernahme anregt.
7. Erarbeitung weiterer Symbole: Dieser Abschnitt bietet einen Ausblick auf die Analyse kleinerer, randständiger Symbole wie Farben, Landschaften oder Tiere zur Erweiterung des Erfahrungshorizontes der SchülerInnen.
Schlüsselwörter
König der Löwen, Filmdidaktik, Unterricht, Schuldfrage, Gewaltpotential, Außenseiter, Symbolanalyse, Identitätsentwicklung, ethische Argumentation, Medienpädagogik, Perspektivübernahme, Filmische Erzählweise, Moralische Erziehung, Mufasa, Simba.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es grundsätzlich in der Arbeit?
Die Arbeit untersucht, wie der Spielfilm "König der Löwen" als Medium im Unterricht genutzt werden kann, um grundlegende ethische und gesellschaftliche Themen zu behandeln.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Zentrale Themen sind der Umgang mit Schuld, das Phänomen Gewalt, das Leben als Außenseiter sowie die Auseinandersetzung mit religiösen und mythologischen Symbolen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, SchülerInnen durch die Analyse filmischer Inhalte zur Reflexion über ihre eigene Identität, ethische Werte und gesellschaftliche Normen anzuregen.
Welche methodischen Ansätze werden vorgeschlagen?
Die Arbeit schlägt methodische Zugänge wie freie Textproduktion, Rollenspiele, Gruppenarbeit und geleitete Unterrichtsgespräche zur Konfliktanalyse vor.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in verschiedene Schwerpunkte wie das Gewaltpotenzial der Hyänen, das Leben im Exil (Hakuna Matata), eine symbolische Analyse der Krippenszene sowie den Vergleich mit der Kain-und-Abel-Geschichte.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Filmdidaktik, ethische Argumentation, Schuld, Symbolik, Identitätsentwicklung und Perspektivwechsel sind prägende Begriffe dieser Untersuchung.
Wie wird das Konzept des "König der Löwen" auf das Kain-und-Abel-Motiv übertragen?
Die Feindschaft zwischen den Brüdern Mufasa und Scar wird genutzt, um im Unterricht allgemeinere Theorien über das Wesen von Gut und Böse zu erarbeiten und diese durch Perspektivwechsel kritisch zu hinterfragen.
Warum ist die Analyse der Krippenszene für das Verständnis wichtig?
Sie offenbart die religiöse Metaphorik und das Spannungsfeld zwischen weltlichen und sakralen Aspekten, was eine tiefere Ebene der filmischen Deutung und Weltorientierung ermöglicht.
- Quote paper
- Juliane Wagner (Author), 2003, König der Löwen - Der Film im Unterricht, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/18612