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Sozialstrukturanalyse: Soziale Milieus

Titel: Sozialstrukturanalyse: Soziale Milieus

Seminararbeit , 2003 , 48 Seiten , Note: 1.3

Autor:in: Martin Weiß (Autor:in)

Soziologie - Soziales System und Sozialstruktur
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Zusammenfassung Leseprobe Details

'Soziale Milieus', 'Lebensstile', 'soziale Ungleichheit' all das sind Schlagwörter, die uns in der
heutigen Zeit immer wieder begegnen. Die Sozialstruktur der Bundesrepublik Deutschland
unterliegt, wie bei vielen postindustriellen Gesellschaften, einem immer rascher
voranschreitenden Wandel. In der deutschen Gesellschaft sind Umbrüche der
Gesellschaftsstrukturen und Mentalitäten zu erkennen, die ein neues Sozialgefüge entstehen
lassen. In der vorliegenden Arbeit soll nun näher auf den Begriff der 'Sozialen Milieus' eingegangen
werden. Zunächst soll der Begriff näher definiert und erläutert werden. Des Weiteren soll ein
historischer Überblick über die Entwicklungen der Sozialstruktur und den Milieus gegeben
werden. Verschiedene Untersuchungen der deutschen Sozialstruktur ergaben, dass ?die
sozialen Milieus der nach Ständen, Klassen und Schichten gegliederten Gesellschaft (...) sich
seit der Entstehung der Bundesrepublik erheblich verändert? (Vester et al. 2001: 13) haben.
Weiter beschäftigt sich die Arbeit mit der Frage, wie die Milieutheorie, bzw. die sozialen Milieus,
in die vier Hauptströmungen der Soziologie eingeordnet werden können. Kann man also soziale
Milieus und deren Entwicklungslinien in struktur-funktionalistischen oder konflikttheoretischen
Ansätzen einordnen, oder sind Milieutheorien doch eher mikro-orientiert und können sie somit
den verhaltenstheoretischen oder interaktionistischen Ansätzen zugeordnet werden? Weiter
werden in der Arbeit die einzelnen sozialen Milieus vorgestellt und erläutert. Welche Personen
mit welchen Einstellungen welchem Milieu zugerechnet werden können und welche
Wertvorstellungen die einzelnen Milieus kennzeichnen. Anschließend sollen die Ergebnisse
einer selbst durchgeführten Clusteranalyse vorgestellt und interpretiert werden. Ziel der
Untersuchung war es, mittels der Daten des ALLBUS 2000 zu analysieren, ob das Konzept der
sozialen Milieus die Sozialstruktur der Bundesrepublik Deutschland veranschaulichen kann,
oder ob eine Weiterentwicklung bzw. ein anderer Ansatz dies besser beschreiben könnte. Am
Ende der Arbeit wird ein kurzes Fazit gezogen und diskutiert, ob die Theorie der sozialen Milieus
in sich geschlossen und auf die BRD anwendbar ist.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Definition des Begriffs „Soziales Milieu“ und theoretischer Überblick

3. Entstehungsgeschichte der Konzepte sozialer Ungleichheit

3.1. Historische Einordnung von Modellen sozialer Ungleichheit

3.1.1. Die vorindustrielle Ständegesellschaft

3.1.2. Die frühindustrielle Klassengesellschaft

3.1.3. Die industriegesellschaftliche Schichtgesellschaft

3.2. Soziale Ungleichheiten in postindustriellen Gesellschaften

3.2.1. „Neue“ soziale Ungleichheiten

3.2.2. Das Konzept der Lebenslagen

3.2.3. Das Konzept der Lebensstile und der Milieus

3.2.4. Historische Verortung des Milieubegriffes

4. Einordnung der Milieutheorie in die soziologischen Hauptströmungen

4.1. Konflikttheorien und Milieutheorie

4.2. Struktur-Funktionalismus und Milieutheorie

4.3. Symbolischer Interaktionismus und Milieutheorie

4.4. Verhaltenstheorien und Milieutheorie

4.5. Theoretische Einordnung der Milieutheorie

5. Milieus in Deutschland

6. Kurzüberblick der Sinus Milieus - Was sind die Sinus-Milieus?

6.1. Soziodemografie reicht nicht aus

6.2. Überblick über die Methode

6.3. Tauglichkeit des Sinus-Milieumodells

6.4. Nutzen der Sinus-Milieus

6.5. Kritik an den Sinus-Milieus

7. Clusteranalyse und Interpretation der Ergebnisse zur Fragestellung „Gibt es in der gegenwärtigen Gesellschaft noch Milieus?“

8. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht, inwieweit das Konzept der „Sozialen Milieus“ geeignet ist, die Sozialstruktur der Bundesrepublik Deutschland zu beschreiben, wobei sie die Milieutheorie soziologisch einordnet und mittels einer eigenen Clusteranalyse auf Basis von ALLBUS-Daten kritisch hinterfragt.

  • Historische Entwicklung von Ungleichheitskonzepten
  • Soziologische Einordnung der Milieutheorie in die Hauptströmungen
  • Detaillierte Analyse der Sinus-Milieus in Ost- und Westdeutschland
  • Empirische Überprüfung der Milieustruktur durch Clusteranalyse

Auszug aus dem Buch

3.1. Historische Einordnung von Modellen sozialer Ungleichheit

Vereinfachend gesagt können in Europa vier Epochen mit jeweils eigenen Ungleichheitsgefügen ausgemacht werden (Korte/Schäfers 2002: 208). Wir werden nicht auf alle Epochen ausführlicher eingehen können, aber zum besseren Verständnis der heutigen Konzepte sollte wenigstens ein kurzer Blick auf diese geworfen werden.

3.1.1. Die vorindustrielle Ständegesellschaft

Seit Beginn des Mittelalters, bis hin zu den politischen und wirtschaftlichen Revolutionen des 18. und 19. Jahrhunderts, war die familiale Herkunft die mit Abstand wichtigste Determinante sozialer Ungleichheit. Das heißt, dass praktisch schon mit der Geburt im Adels-, Bürger oder Bauernstand entschieden war, welche rechtlich festgelegten Privilegien das gesamte Alltagsleben bestimmten, und so zu jeweils „standesgemäßen“ Lebensweisen führten. Entscheidend ist hierbei, dass kaum von Stand zu Stand auf- oder abgestiegen werden konnte, die einzelnen Stände also kaum durchlässig waren für Mitglieder anderer Stände.

3.1.2. Die frühindustrielle Klassengesellschaft

Die eben genannte Determinante der familialen Herkunft wurde ab Mitte des 19. Jahrhunderts allmählich abgelöst durch die Determinante Besitz. Über bessere oder schlechtere Lebensbedingungen entschied also, ob man Besitz hatte (z.B. Kapital, Fabriken o.ä.) oder nicht – und man somit zu Reichtum, Macht und Einfluss gelangen konnte. Die zwei Klassen derjenigen mit und derer ohne Besitz waren, im Gegensatz zur Ständegesellschaft, nicht rechtlich voneinander getrennt, sondern durch wirtschaftliche und gesellschaftliche Barrieren. Aber auch diese sorgten dafür, dass gesellschaftliche Auf- und Abstiege weiterhin selten blieben.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Arbeit führt in die Thematik der sozialen Milieus ein und stellt die Forschungsfrage nach deren Anwendbarkeit zur Beschreibung der deutschen Sozialstruktur.

2. Definition des Begriffs „Soziales Milieu“ und theoretischer Überblick: Hier wird der Milieubegriff definiert und gegen den Begriff des Lebensstils sowie vor dem Hintergrund der Pluralisierung moderner Gesellschaften abgegrenzt.

3. Entstehungsgeschichte der Konzepte sozialer Ungleichheit: Dieses Kapitel gibt einen historischen Überblick über die Entwicklung von Ständegesellschaften hin zu modernen Schichtungs- und Milieustrukturen.

4. Einordnung der Milieutheorie in die soziologischen Hauptströmungen: Die Arbeit untersucht, inwiefern die Milieutheorie in Konflikttheorien, Struktur-Funktionalismus, symbolischen Interaktionismus oder Verhaltenstheorien integriert werden kann.

5. Milieus in Deutschland: Es werden die spezifischen Milieustrukturen in Ost- und Westdeutschland auf Basis der Sinus-Typologie und Bourdieus Theorie vorgestellt.

6. Kurzüberblick der Sinus Milieus - Was sind die Sinus-Milieus?: Dieses Kapitel erläutert die Funktionsweise, Methode und Kritik des Sinus-Modells zur Erforschung von Lebenswelten.

7. Clusteranalyse und Interpretation der Ergebnisse zur Fragestellung „Gibt es in der gegenwärtigen Gesellschaft noch Milieus?“: Mittels einer Clusteranalyse auf Basis von ALLBUS-Daten wird empirisch geprüft, ob Milieus in der heutigen Gesellschaft noch als trennscharfe Kategorien existieren.

8. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass das Milieukonzept zwar lebensnäher als Schichtmodelle ist, aber aufgrund der hohen Komplexität nur bedingt zur Typologiebildung taugt.

Schlüsselwörter

Soziale Milieus, Soziale Ungleichheit, Lebensstile, Sozialstrukturanalyse, Sinus-Milieus, Clusteranalyse, ALLBUS, Postindustrielle Gesellschaft, Schichtungsgefüge, Wertorientierungen, Habitus, Milieuforschung, Modernisierung, Deutschland, Lebenslagen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Konzept der „sozialen Milieus“ als Mittel der modernen Sozialstrukturanalyse und prüft kritisch, inwieweit diese Theorie zur Beschreibung der deutschen Gesellschaft im Jahr 2000 geeignet ist.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die historische Entwicklung von Ungleichheitskonzepten, die theoretische Einordnung von Milieumodellen in soziologische Strömungen sowie deren empirische Validität anhand aktueller Daten.

Welches Ziel verfolgt die Arbeit?

Das primäre Ziel ist die Beantwortung der Frage, ob das Konzept der sozialen Milieus die Sozialstruktur Deutschlands noch angemessen abbilden kann oder ob eine Weiterentwicklung bzw. alternative Ansätze notwendig sind.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Neben einer theoretischen Aufarbeitung soziologischer Strömungen nutzt der Autor eine quantitative Clusteranalyse (K-Means-Verfahren) auf Basis von Daten des ALLBUS 2000.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden zunächst die theoretischen Grundlagen und die Entstehungsgeschichte sozialer Ungleichheit beleuchtet, die Milieutheorie in soziologische Strömungen eingeordnet, die Sinus-Milieus in Ost- und Westdeutschland beschrieben und schließlich eine eigene Clusteranalyse zur Überprüfung der Milieuhypothese durchgeführt.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Soziale Milieus, Sozialstrukturanalyse, Lebensstile, Clusteranalyse, Sinus-Modell, Wertorientierungen und soziale Ungleichheit.

Was ergab die empirische Clusteranalyse?

Die Analyse zeigt, dass eine trennscharfe Abgrenzung der Milieus in der heutigen Gesellschaft kaum noch möglich ist; stattdessen dominieren fließende Übergänge und eine hohe Komplexität, die das Milieukonzept als Typologie schwächen.

Warum wird die Drei-Cluster-Lösung im empirischen Teil verworfen?

Die Drei-Cluster-Lösung erwies sich als inhaltlich nicht interpretierbar, da die Eigenschaften der Cluster zu stark verschwammen und keine sinnvolle Zuordnung zu bekannten Milieurichtungen erlaubten.

Wie unterscheidet sich die Situation der Milieus in Ost- und Westdeutschland laut Arbeit?

Obwohl die Strukturen in beiden Teilen Deutschlands Ähnlichkeiten aufweisen, ist die Milieubildung im Osten durch die spezifischen historischen Einschnitte des DDR-Regimes und der Wiedervereinigung geprägt, was zu einer unruhigeren und uneinheitlicheren Mitte führt.

Welche Rolle spielt die Bildung für die Milieuzugehörigkeit laut den untersuchten Daten?

Die Daten zeigen, dass höhere Bildungsniveaus zwar häufiger in bestimmten Milieus anzutreffen sind, aber der direkte Zusammenhang zwischen Milieuzugehörigkeit und (Fach-)Hochschulabschluss nur bedingt gegeben ist.

Ende der Leseprobe aus 48 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Sozialstrukturanalyse: Soziale Milieus
Hochschule
Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg
Note
1.3
Autor
Martin Weiß (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2003
Seiten
48
Katalognummer
V186144
ISBN (eBook)
9783869438894
ISBN (Buch)
9783656992356
Sprache
Deutsch
Schlagworte
soziale milieus Sozialstrukturanalyse
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Martin Weiß (Autor:in), 2003, Sozialstrukturanalyse: Soziale Milieus, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/186144
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  48  Seiten
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