Über eine Analyse von Informationsprodukten und des Informationsmarktes werden Anforderungsparameter definiert, welche für die Anwendung und Implementierung einer Web Service Architektur zum Informationsverkauf benötigt werden. Dazu werden die Eigenschaften von Informationsprodukten herausgearbeitet und eine Klassifikation der verschiedenen Informationsprodukte und ?provider vorgenommen. Daraufhin werden anhand der Ergebnisse verschiedenen Technologien zur Distribution von Informationsprodukten untersucht und deren Vorteile und Schwächen aufgezeigt.
Anschließend werden Web Services detailliert analysiert und aufgezeigt wie durch deren Einsatz die Anforderungen an den Informationsverkauf gelöst werden können. Anhand von drei Praxisbeispielen, die Web Services schon einsetzen, wird überprüft, wie aktuelle Implementierungen genutzt werden, um Informationsprodukte zu distribuieren.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Informationsverkauf
2.1 Definition Information
2.1.1 Abhängigkeit vom Medium
2.2 Informationsprodukte
2.2.1 Informationsprodukte und digitale Güter
2.2.2 Eigenschaften von Informationsprodukten
2.2.3 Klassifikation von Informationsprodukten
2.2.4 Bestimmung des Wertes von Information
2.3 Informationsmärkte
2.3.1 Elektronische Märkte
2.3.2 Einordnung von Informationsmärkten in Elektronische Märkte
2.3.3 Aufmerksamkeitsökonomie
2.4 Informationsprovider
2.4.1 Wertschöpfung für Informationsprovider
2.4.2 Klassifikation von Informationsprovidern
2.4.3 Erlösformen
2.4.4 Preisstrategien und -differenzierung
2.5 Rechtliche Aspekte
2.5.1 Copyright & Copyleft
2.5.2 Datenschutz
2.6 Probleme des Verkaufes von Information im Internet
2.7 Zusammenfassung
3 Technologieüberblick
3.1 Distributionsmechanismen
3.1.1 Push- und Pullprinzip
3.1.2 Content Delivery Networks (CDN) & Content Service Networks (CSN)
3.2 Distributionsformate und -frameworks
3.2.1 Klassische Technologien
3.2.1.1 EDI (Electronic Data Interchange)
3.2.1.2 CORBA (Common Object Request Broker Architecture)
3.2.2 Webbasierende Technologien zum Verkauf von Informationen
3.2.2.1 Nichtstandardisierter XML Austausch
3.2.2.2 RSS
3.2.2.3 OCS (Open Content Syndication)
3.2.2.4 NewsML
3.2.2.5 ICE (Information and Content Exchange)
3.2.2.6 WSRP (Web Services for Remote Portlets)
3.2.2.7 Weitere Protokolle
3.3 Auswertung
3.3.1 Anforderungen für die Distribution von Informationen
3.3.2 Übersicht
3.4 Schlussfolgerungen
4 Web Services
4.1 Einführung
4.2 Die Web Service Architektur
4.2.1 Die Services und Protokolle
4.2.1.1 Transport
4.2.1.2 Beschreibung
4.2.1.3 Lokalisierung
4.2.1.4 Erweiterungen der Web Service Architektur
4.2.2 Zusammenfassung
4.3 Adressierung der Anforderungen an den Informationsverkauf
4.3.1 Prozessunterstützung
4.3.2 Sicherheitsaspekte
4.3.3 Identitätsmanagement
4.3.4 Applikationsintegration
4.4 Offene Probleme
5 Praxisbeispiele
5.1 Methodik
5.1.1 Auswahl der Praxisbeispiele
5.1.2 Struktur der Analyse
5.2 Analyse der Praxisbeispiele
5.2.1 Digideep
5.2.1.1 Anbieterbeschreibung
5.2.1.2 Web Service Funktionalität
5.2.1.3 Technische Implementierung
5.2.2 Google
5.2.2.1 Anbieterbeschreibung
5.2.2.2 Web Service Funktionalität
5.2.2.3 Technische Implementierung
5.2.3 Amazon
5.2.3.1 Anbieterbeschreibung
5.2.3.2 Web Service Funktionalität
5.2.3.3 Technische Implementierung
5.3 Auswertung
6 Fazit
Zielsetzung und Themen
Diese Arbeit untersucht, inwiefern Web Services als technologische Basis geeignet sind, um die spezifischen Anforderungen an den Verkauf von digitalen Informationsprodukten im Internet zu erfüllen. Dabei werden zunächst die theoretischen Grundlagen des Informationsverkaufs und der Informationsmärkte analysiert, um Anforderungsparameter zu definieren, bevor verschiedene Distributionstechnologien hinsichtlich ihrer Eignung bewertet und anhand von Praxisbeispielen validiert werden.
- Grundlagen von Informationsprodukten und elektronischen Märkten
- Technologische Anforderungen an die Distribution digitaler Güter
- Analyse webbasierter Standards und Protokolle (XML, RSS, ICE, WSRP)
- Architektur und Einsatzmöglichkeiten von Web Services
- Praxisnahe Fallbeispiele (Digideep, Google, Amazon) zur Implementierung
Auszug aus dem Buch
2.1 Definition Information
Da Informationen stark vom Kontext abhängig und somit verschiedene Blickwinkel auf das Konstrukt Information möglich sind, ist eine Definition dieses Begriffes schwierig und meist auf den jeweiligen Kontext angepasst. Dies belegt auch die große Anzahl der verschiedenen Wissenschaftsrichtungen, wie z.B. die Kommunikations- und Wirtschaftswissenschaften, die Publizistik, die Informatik und die Informationswissenschaften oder die Psychologie, die sich mit dem Konstrukt Information beschäftigt.
In der Umgangssprache werden die Begriffe Daten, Information und Wissen oft synonym verwendet. Für diese Arbeit ist die bedeutungsgleiche Nutzung dieser Begriffe aber zu ungenau und erfordert eine zusätzliche Untersuchung der Thematik mit einer exakten Abgrenzung von Daten, Information und Wissen. Dies kann mit Hilfe der Semiotik, der Lehre von den Gegenständen und den Funktionsweisen von Kommunikationsvorgängen, erfolgen. Sie führt drei Betrachtungsebenen für die unterschiedlichen Begriffe ein und lässt so eine erste Abgrenzung der einzelnen Begriffe zu.
1. Syntaktische Ebene: Analyse der Zeichen und der Beziehungen zwischen den Zeichen. Zeichen sind die kleinste Einheit und können aus Zahlen, Buchstaben oder Symbolen bestehen. Durch die syntaktische Verknüpfung der Zeichen entstehen Daten, die jedoch in noch keinem Zusammenhang stehen und noch keine Aussage über den Verwendungszweck zulassen.
2. Semantische Ebene: Analyse der Beziehung zwischen den Zeichen und ihrer Bedeutung. Die Bedeutung steht auf dieser Ebene im Vordergrund. Die Daten der syntaktischen Ebene erfahren eine Bedeutung, indem eine kontextabhängige zielgerichtete Interpretation der Daten erfolgt und die Daten somit zu Informationen werden.
3. Pragmatische Ebene: Analyse der Wirkung von Zeichen auf ihren Empfänger. Diese Ebene stellt die umfassendste Stufe dar, da sie sowohl die Wirkung als auch die Bedeutung der Information für den Empfänger betrachtet, d. h. die Informationen erhalten zu einem bestimmten Zeitpunkt eine für die am Kommunikationsereignis Beteiligten kontextabhängige Bedeutung.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Vorstellung der Forschungsfrage und der Relevanz digitaler Informationsangebote sowie des Ziels der Arbeit, die Eignung von Web Services als Distributionstechnologie zu prüfen.
2 Informationsverkauf: Fundierte Analyse der Eigenschaften von Informationsprodukten und der Funktionsweise elektronischer Informationsmärkte unter Einbeziehung von rechtlichen Aspekten und ökonomischen Herausforderungen.
3 Technologieüberblick: Untersuchung bereits existierender technischer Standards und Frameworks zur Informationsdistribution, bewertet anhand von Kriterien wie Standardisierung und Komplexität.
4 Web Services: Eingehende Betrachtung der Web Service Architektur, deren Kernkomponenten, Sicherheitsaspekte und deren Potenzial zur Prozessintegration.
5 Praxisbeispiele: Analyse von Implementierungsstrategien und Anwendungsbereichen von Web Services anhand der drei Beispiele Digideep, Google und Amazon.
6 Fazit: Zusammenfassende Bewertung, dass Web Services für den modernen Informationsverkauf geeignet sind und Unternehmen neue Wertschöpfungspotenziale eröffnen.
Schlüsselwörter
Web Services, Informationsverkauf, Digitaler Markt, Informationsprodukte, SOAP, XML, WSDL, UDDI, Informationsprovider, Elektronische Märkte, E-Commerce, Prozessunterstützung, Informationsdistribution, Content Syndication, Softwarearchitektur
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert, wie Web Services als Basistechnologie für den professionellen Verkauf von Informationen über das Internet eingesetzt werden können.
Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?
Die Themen umfassen die ökonomischen Grundlagen von Informationsprodukten, die Funktionsweise von elektronischen Märkten und eine detaillierte technische Evaluation verschiedener Web-Technologien.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die Prüfung, ob und wie Web Services die Anforderungen an eine effiziente, skalierbare und sichere Distribution digitaler Güter besser erfüllen als klassische Ansätze.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Es erfolgt eine fundierte literaturbasierte Analyse theoretischer Konzepte sowie eine qualitative Einzelfallstudie anhand dreier spezifischer Praxisbeispiele.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine ökonomische Analyse des Informationsmarktes, eine technische Evaluierung von Standardtechnologien und eine detaillierte Auseinandersetzung mit der Web Service Architektur.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Web Services, Informationsverkauf, digitale Produkte, SOAP/WSDL/UDDI, Informationsprovider und E-Business-Architekturen.
Warum spielt der Aspekt der Sicherheit bei Web Services eine so große Rolle?
Da Informationen im Internet als öffentliche Güter über unsichere Netzwerke übertragen werden, müssen spezifische Sicherheitsmechanismen den Zugang kontrollieren und Rechte verwalten.
Was zeigen die Praxisbeispiele von Digideep, Google und Amazon?
Sie verdeutlichen, dass Web Services derzeit vor allem für einfache Funktionsaufrufe genutzt werden, aber ein großes Potenzial zur Integration ganzer Geschäftsprozesse bieten.
Welche Rolle spielt die Standardisierung für den Erfolg von Web Services?
Die Standardisierung ist entscheidend, um die Interoperabilität zu gewährleisten, stellt jedoch aufgrund der Vielzahl an konkurrierenden Spezifikationen eine Herausforderung dar.
Inwiefern beeinflussen Informationsprodukte die Preisstrategie?
Da Informationsprodukte Erfahrungsgüter mit geringen Grenzkosten sind, müssen Preismodelle wie Versioning oder Bundling angewandt werden, um den Wert für den Nutzer optimal abzubilden.
- Arbeit zitieren
- Lars Kirchhoff (Autor:in), 2004, Webservices als Basistechnologie für den Informationsverkauf im Internet, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/186194