Das Main Title Design von Kinoproduktionen


Diplomarbeit, 2006

91 Seiten, Note: 1.3


Leseprobe

_Das Main Title Design von Kinoproduktionen _ Nadine Möllers _ 2006_
DIPLOMARBEIT
Thema:
Das Main Title Design von Kinoproduktionen
Vorgelegt von: Nadine Möllers
Studiengang: Film und Fernsehproduktion
Hochschule für Film und Fernsehen ,,Konrad Wolf" Potsdam Babelsberg
Vorgelegt am: 15. März 2006

_Das Main Title Design von Kinoproduktionen _ Nadine Möllers _ 2006_
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INHALTSVERZEICHNIS
A. EINLEITUNG
Seite 3
B. DIE ENTSTEHUNG UND ENTWICKLUNG
1. Historischer Überblick des ,Main Title Designs'
Seite
7
2. Amerikanische Vorbilder
Seite 11
3. Beispiele amerikanischer Vertreter
Seite 16
4. Entwicklungen in Deutschland
Seite 20
5. Beispiele deutscher Vertreter
Seite 26
C. DIE ELEMENTE DES ,MAIN TITLE DESIGNS'
1. Der Titel als Aufhänger
Seite 30
2. Der Vorspann und seine Wirkung auf das Publikum
Seite 35
3. Die Untersuchung von Beispielen
Seite 38
4. Der Abschluss eines jeden Films: der Abspann
Seite 51
D. DIE GESTALTUNG DES ,MAIN TITLE DESIGNS'
1. Die Aufgabe der visuellen Faktoren
Seite 57
2. Die Aufgabe der auditiven Faktoren
Seite 64
E. EXKURS: CORPORATE IDENTITY
Seite 66
F. DAS BEISPIELPROJEKT:
Seite 67
,,DIE FETTEN JAHRE SIND VORBEI"
1. Die Beschreibung des ,Main Title Designs'
Seite 68
2. Das Artwork und der Wiedererkennungswert
Seite 72
G. SCHLUSSBETRACHTUNG
Seite 75
ANHANG
1. Quellenverzeichnis
Seite 82
2. Anlagen
Seite 87

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A. EINLEITUNG
Ein
amerikanischer
Titeldesigner
namens
Kyle
Cooper
sagte:
,,A main title is more than a type over a scene".
1
Das hat mich zum Nachdenken
angeregt. Was ist das ,,mehr" und was verbirgt sich dahinter? Als ich dem
Zitat auf den Grund ging, stellte ich fest, dass das Titeldesign Coopers für
den Film ,,Fight Club" unter der Regie von David Fincher 800.000$
2
gekostet
hat. Ein Betrag, der in Deutschland einen kompletten Low Budget Film
finanziert. Warum wurde gerade diese Art von Vorspann gewählt?
Beeinflusst der Vorspann den Zuschauer, schon bevor der eigentliche Film
beginnt? Werden Erwartungen verstärkt oder verändert? Wie sind Vor und
Abspänne entstanden und was zeigte deren Entwicklung? Gibt es
Unterschiede zwischen amerikanischen und deutschen Produktionen?
Was mich neben den oben genannten Fragen zum endgültigen Entschluss
brachte, das ,Main Title Designs' zum Thema meiner Diplomarbeit zu
machen, klingt einfach: der Kauf der Special Edition des Spielfilms
,,Die fetten Jahre sind vorbei". Inspiriert von dem Design der DVD und des
,Title Designs' wollte ich diesem Phänomen auf den Grund gehen, da in
Deutschland die Filme in der Regel mit einfach gestalteten Titeln beginnen,
die bereits in die laufende Handlung eingeblendet werden. Wird von
deutschen Produzenten an einer falschen Position gespart? Zählt das so
genannte Artwork, wie Plakate und Flyer zum ,Main Title Design' dazu?
Gibt es eine ,,Visitenkarte eines Films? Beeinflusst das ,Title Design' die
Kinobesucherzahlen?
Ich grenze meine Arbeit ein und beschäftige mich mit dem amerikanischen
und dem deutschen Film.
_______________________________________________________________
1 Schnelle, Frank: David Fincher, Bertz Verlag Berlin 2002, S.8
2 Schnelle, Frank: David Fincher, Bertz Verlag Berlin 2002, S.8

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Die technische Herstellung von ,Main Title Designs' wird in dieser Arbeit
vernachlässigt, da dieses Thema den Rahmen meiner Diplomarbeit sprengen
würde.
Die vorliegende Arbeit gibt einen Einblick in den Umgang mit der visuellen
und dramaturgischen Anfangs bzw. Endgestaltung einer Kinoproduktion,
dem so genannten ,Main Title Design'.
Das Kapitel B Die Entstehung und Entwicklung legt dar, wie sich die
Titelgestaltung historisch entwickelt hat.
Der Leser kann sich einen
Überblick
über
die
berühmten
Titeldesigner
der
amerikanischen
Filmgeschichte machen. Das als
Entwicklungen in Deutschland
versehene
Unterkapitel beschreibt die Einflüsse der Experimental und Avantgardezeit
auf das ,Main Title Design'. Des Weiteren werden sowohl deutsche als auch
amerikanische Titeldesigner des 21. Jahrhunderts vorgestellt.
Das Kapitel C Die Elemente des ,Main Title Designs' beschäftigt sich im Detail
mit dem Filmtitel, dem Vorspann und dem Abspann eines Kinofilms.
Warum wurde gerade diese Art von Titel gewählt? Wie beeinflusst der
Vorspann den Zuschauer, schon bevor der eigentliche Film beginnt? Welche
Aufgabe hat der Abspann? Zur Verdeutlichung werden die genannten
Elemente stringent durch Beispiele belegt.
In Kapitel D Die Gestaltung des ,Main Title Designs' wird schließlich auf
unbewusste Wirkungsmuster aufmerksam gemacht. Etabliert das Design
von Schriftzügen das Genre? Mit welchen Mitteln kann die visuelle
Anfangsgestaltung dargestellt werden?

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Das vorletzte Kapitel D macht einen Exkurs. Die Einfügung in das Thema
Corporate Identity
soll dazu dienen,
die möglichen Synergieeffekte
aufzuzeigen, die das ,Main Title Design' mit sich bringt.
Das Beispielprojekt ,,Die fetten Jahre sind vorbei" ergänzt in Kapitel F den
vorangestellten
Exkurs.
Durch
die
bildliche
Darstellung
der
Verwertungsmöglichkeiten des Films wird dem Leser demonstriert, wie weit
das ,Main Title Design' einer Kinoproduktion Einfluss auf diese nehmen
kann.
Kapitel G folgt mit einer zusammenfassenden Schlussbetrachtung, die die
oben genannten Fragen beantwortet.
Vorab zum weiteren Verständnis eine kurze Begriffserläuterung:
Das ,Main Title Design' bezeichnet die Gestaltung des Titels und der
Creditierung im Vorspann und Abspann eines Films. Im Vorspann werden
der
Filmtitel,
die
wichtigsten
Hauptdarsteller
und
die
Hauptverantwortlichen des Stabes genannt. Für den Begriff Vorspann gibt es
in der Filmsprache mehrere Synonyme: Titelsequenz, Opener, Titelvorspann,
Sequel
oder Opening Credits.
Im Abspann werden alle an der Produktion beteiligten Personen und Firmen
aufgezählt. Dieser Prozess kann in höchst aufwendiger Art und Weise
gestaltet werden und hat in seiner jungen Geschichte gezeigt, wie viel
dramaturgische Kraft sich mit Typografie und Grafikdesign entfalten lässt.
Für die visuelle Gestaltung ist der so genannte Titeldesigner zuständig. In
Absprache mit dem Regisseur und dem Produzenten entwickelt er ein
,Main Title Design', das auf unterschiedlichste Art und Weise den Film
beginnen und enden lässt. Ein Beruf, der sich erst Mitte der 50er Jahre
etabliert hat und stetig an Bedeutung gewinnt.

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Unter Artwork einer Kinoproduktion versteht man das Material, das zur
Werbung des Films beiträgt, wie zum Beispiel Plakate, Flyer, Postkarten
oder Websites.

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B. DIE ENTSTEHUNG UND ENTWICKLUNG
1. Historischer Überblick des ,Main Title Designs'
Zu Beginn der Kinematografie, zu Zeiten der Jahrmarkts , Wander und
Varietévorstelllungen bis 1910, waren Bewegtbild und Schriftprojektion
getrennt und an unterschiedliche Produktions
und Vorführtechniken
gebunden.
Teilweise übernahm ein Conférencier die heutige Rolle des Vor
und
Abspanns. Neben der Ansage des Titels, der Namensnennung von Regie
und Besetzung, kommentierte er auch unterhaltsam oder belehrend den
Film.
Alternativ
wurde
diese
Aufgabe
von
einem
ausführlichen
Programmheft erfüllt. Im Berliner Wintergarten Programm präsentierten die
Brüder Skladanowsky im November 1895
3
erstmals ihre ,,lebendigen Bilder
mit Titel. Neben dem Bewegtbild Projektor, arbeiteten sie mit einem zweiten
Apparat, dem Dia Auflichtprojektor.
4
Dabei wurden der Anfang und das Ende einer Szene durch so genannte
,,Lichtbilder markiert, wie auch die Titel des jeweils nachfolgenden Films
auf die Leinwand geworfen und vorführpraktische Informationen gegeben.
_______________________________________________________________
3 www.wikipedia.org/wiki/Deutsche_Filmgeschichte
4 Mahler, Christian (HFF Dozent/ Animation), Seminar: How the Movie Starts, Januar 2006

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So wurden zum Beispiel die Damen darum gebeten, während der
Vorstellung ihre Hüte abzunehmen und das Publikum wurde angewiesen,
im Zuschauerraum zusammen zu rücken.
Da die Filmpioniere anfänglich meist nur mit einem einzigen Filmprojektor
arbeiteten, erfüllte dieser zudem den Zweck, die beim Wechseln der
Filmrollen entstehenden Projektpausen zu füllen. Die Separatprojektionen
informierten das Publikum über den Programmverlauf, über kommende
Veranstaltungen oder projizierten ein einfaches ,,This Concludes Our
Performance. Call again" an die Leinwand.
5
6
Da gerade die Schrifttafeln des letzen Typus universell einsetzbar waren und
zudem niedrige Herstellungskosten mit sich brachten, konnten kunstvoll
ornamierte oder handkolorierte Dias einen weiteren Showeffekt für die frühe
Kinematografie erzielen. Doch das Fehlen der Tonspur, ließ den Zuschauer,
bei
den
langen
und
teilweise
komplexen
Produktionen,
oft
im
Unverständnis zurück und so entstand ein weiterer filmhistorischer
Zwischenschritt um 1910: die Zwischentitel. Die Moderatoren und separaten
Dia Projektoren verschwanden.
_______________________________________________________________
5 Schauding, Michael: Das Ende vom Ende. In: Zeitschrift für Theorie & Geschichte audiovisuelle
Kommunikation: montage/ av, Anfänge und Enden, Schüren Verlag, 12.02.2003, S.184.
6 Mahler, Christian ( HFF Dozent/ Animation), Seminar: "How the Movie Starts", Januar 2006

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Die ,,Titelkarten" oder ,,Texttafeln" dienten zur Einstimmung und Erklärung
des Films, wie zum Beispiel die Erläuterungen zu Ort, Zeit und den
Dialogen.
7
Diese Titelkarten bestanden aus einfachen, bedruckten Kartons oder
gemalten Bildern, die zuvor abfotografiert wurden, denn es gab noch keine
zufrieden stellende Möglichkeit, Bild und Ton synchron aufzunehmen und
abzuspielen.
In den Folgejahren wurden die Filmtitel und Zwischenblenden aufwändiger
gestaltet. Sie wurden mit Schmuckkanten oder Illustrationen verziert, als
Kalender oder Bücher gestaltet, die sich umblätterten. Als Material wurde
nicht mehr nur Karton benutzt, sondern Tapeten, Seide oder Satin. Das ins
Filmmaterial
eingebettete
und
somit
ins
Filmgeschehen
integrierte
Titelkartenverfahren, mit weißer Schrift auf schwarzem Hintergrund,
etablierte sich als standardisiertes Creditierungsverfahren.
8
Daraus
entwickelte sich ein neues Berufsbild
_______________________________________________________________
7 www.ladylumberjack.ca
8 Schauding, Michael: Das Ende vom Ende. In: Zeitschrift für Theorie & Geschichte audiovisuelle
Kommunikation: montage/ av, Anfänge und Enden, Schüren Verlag, 12.02.2003, S.184 185

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Das von John Schlesinger 1919 gegründete Pacific Title & Art Studio zählt zu
den ersten amerikanischen Titeldesignfirmen, die bis heute erfolgreich tätig
sind.
9
Am 6. Oktober 1927 eroberte der Ton die Filmbranche. Mit dem von Warner
Brothers produzierten Film ,,Der Jazzsänger" verschwanden fortan die
erklärenden Zwischentitel.
Die Periode 1932 bis 1946 kennzeichnet Hollywoods ,,goldene Ära". In
dieser Zeit hatte das Kino seinen größten wirtschaftlichen Erfolg. Der
Vorspann wurde als Werbemaßnahme genutzt und kündigte bereits
bekannte Darsteller und Mitwirkende an. Aufgrund des wachsenden
Einflusses der Gewerkschaften musste nun auch das Filmteam immer
detaillierter im Vor oder Abspann aufgelistet werden.
Anfang
der
50er
Jahre
kämpfte
die
Filmindustrie
mit
einem
Besucherrückgang, da das Fernsehen zur größten Konkurrenz wurde. Damit
einher ging die Entwicklung neuer Techniken, sowie die Optimierung der
Herangehensweise an den Filmvorspann durch die Filmwirtschaft.
Dadurch entstanden die ersten konzeptionellen Titelsequenzen. Die
Zuschauer sollten in der eigenständigen Anfangssequenz auf den Film
eingestimmt werden.
Der Begriff des ,Main Title Designs etablierte sich erst in den 60er Jahren im
Zuge der Entwicklung der visuell aufwendigen Titelsequenzen und der
stetig wachsenden Anerkennung des Berufes des Titeldesigners.
10 11
_______________________________________________________________
9 www.pactitle.com/services/titledesign.php, Fimografie (Auswahl): The Jazz Singer , Gone with the
Wind , "Ben Hur
10Schauding, Michael: Das Ende vom Ende. In: Zeitschrift für Theorie & Geschichte audiovisuelle
11 Kommunikation: montage/ av, Anfänge und Enden, Schüren Verlag, 12.02.2003, S.184

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Der amerikanische Medienhistoriker David Peters, bezeichnet die 60er Jahre
als ,,The golden age of Film Titles .
12
Den Titeldesignern wurde Zugang zu den
Drehbüchern verschafft, wodurch sie frühzeitig in den Prozess der
Filmproduktion involviert wurden Sie eröffneten nicht nur in Hollywood
eine neue Ära für die Titelgestaltung, sondern auch dem Zuschauer eine
neue Sichtweise auf das Wesen des Kinos.
Zu den wegweisenden amerikanischen Titeldesignern zählen: Saul Bass,
Maurice Binder, Pablo Ferro und Robert Brownjohn. Sie erreichten mit ihren
Arbeiten Kultstatus in der Filmgeschichte. Im Zuge der wachsenden
Möglichkeiten von Computergrafik und Animation kam es auf diesem
Gebiet zu einer Spezialisierung.
,,My initial thoughts about what a title could do was to set the mood and to prime
the underlying core of the film´s story; to express the story in some metaphorical
way. I saw the title as a way of conditioning the audience, so that when the film
actually begann, viewers would already have the emotional resonance with it. I just
felt that this was a period that could work for the film.
13
2. Amerikanische Vorbilder
Als Vater des Titel Designs ist der 1920 in New York geborene Saul Bass zu
bezeichnen. Er ist der Filmtitelpionier der 50er Jahre. Er zog 1946 nach Los
Angeles, eröffnete dort sein eigenes Designstudio und arbeitete für diverse
Hollywoodproduktionen als Plakat Designer und entwickelte Firmenlogos.
1954 wurde er für die Titelsequenz und das Plakat Design der Produktion
,,Carmen Jones" von Otto Preminger beauftragt. Er erkannte die Möglichkeit
den Zuschauer mit einer völlig neuen Art des Opening Titels zu überraschen
und zu beeindrucken.
_______________________________________________________________
12 Interview mit David Peters am 15.12. 2005, Herausgeber von www.designfilms.org
13 Evans, Noell Wolfgram: ,,Saul Bass A Film Title Pioneer" in Film Quarterly, Herbst 1996,
www.digitalmediafx.com/Features/saulbass.html

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Bis zu diesem Zeitpunkt waren Titel selten bewegt und erfüllten meistens
einen informativen Zweck. Bass vereinte Film und Text zu einer emotionalen
Komponente.
14
Er etablierte im Laufe der Zeit aus dem Vorspann eine eigene Kunstform.
Seinen Durchbruch schaffte er 1955 mit Otto Premingers Produktion
,,Der Mann mit dem goldenen Arm".
15
_______________________________________________________________
14 www.notcoming.com/saulbass/caps_carmenjones.php
15 www. tesla.liketelevision.com

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Vom oberen Bildrand fallen hektisch schmale, weiße Balken in die Leinwand
und rahmen den Filmtitel ein. Sie bewegen sich zu Elmer Bernsteins
Jazzmusik abstrakt zu einem Reigen, bis sie sich schließlich zum Logo des
Films, einem ebenfalls von oben in das Bild greifenden Arm, verdichten, was
eine Innovation in der Filmgeschichte darstellte. Aufträge wie 1956 für
,,Around the world in 80 days" und Hitchcocks ,,The West Side Story" 1961
folgten. Mit Hitchcock entwickelte sich in den folgenden Jahren eine
intensive Zusammenarbeit und so wurde er auch für die nächsten Projekte
16
engagiert, da Hitchcock von Saul Bass Schnitt und Montagetechnik sehr
angetan war.
17
18
19
_______________________________________________________________
16 ,,Vertigo (1958), ,,Noth by Northwest" (1959) und ,,Psycho" (1960)
17 Jahn, Pamela: ,,Der Mann mit dem goldenen Händchen", taz Kultur, 3.9.2004, S. 15,
www.taz.de/pt/2004/09/03/a0197.nf
18 www.notcoming.com/saulbass/caps_around80days.php
19 Abspann "West Side Story": www.notcoming.com/saulbass/caps_wss_closing.php

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Mitte der 60er Jahre zog er sich aus dem Titel Business zurück und
konzentrierte sich wieder auf die Gestaltung von Firmenlogos. Des Weiteren
teilte er sich bei sechs Kurzfilmen und einem Spielfilm mit dem Titel
,,Phase 4" die Regie mit seiner Frau Elaine.
Dieses Ergebnis bietet keinen Vergleich zu dem Erfolg, den er als Top
Titeldesigner feierte.
Seine letzten bekannten Titelsequenzen waren für den Regisseur Martin
Scorsese und seine Produktionen ,,Goodfellas" (1990), ,,Casino"(1993) und
,,Zeit der Unschuld" (1995).
Saul Bass starb 1996 in Los Angeles und hinterließ eine Filmografie mit der
Herstellung von 59 Filmtitelsequenzen.
20
_______________________________________________________________
20 www.notcoming.com/saulbass/caps_ageofinnocence.php

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Neben Saul Bass gibt es einen weiteren Titeldesigner, der eine Erwähnung
verdient. Mit 70 Titelsequenzen auf der Filmografie stellt er als
Stammdesigner der ,,007 Produktionen" einen weiteren Filmtitelpionier der
Filmgeschichte dar.
Maurice Binder, geboren 1925 in New York, begann seine Karriere als Grafik
Designer
bei
dem
amerikanischen
Kaufhaus
Macy´s,
für
das
er
Werbekampagnen und Kataloge entwickelte, bis er einen Job als West Coast
Art Director der Firma Columbia Pictures erhielt.
Ende der 50er Jahre zog er nach England und entwickelte die ersten
Titelsequenzen für den Regisseur Stanley Donen. Nach der Gestaltung des
Vorspanns für Donens Produktion ,,The Grass is Greener", unter dem
deutschen Titel bekannt als ,,Vor Hausfreunden wird gewarnt" (1961) wurden
die James Bond Produzenten der Firma EON Productions Ltd., Albert R.
Broccoli und Harry Saltzmann, auf ihn aufmerksam. Diese engagierten ihn
1963 für den Vorspann des ersten Bond Films mit dem Titel ,,Dr. No" von
Terence Young. Binder wurde fortan zum Stammtiteldesigner der
Produzenten.
Er beendete seine Karriere bei Saltzmann und Broccoli im Jahre 1989 mit der
Produktion ,,License To Kill" von John Glen.
Jeder Bond Film beginnt bis heute mit dem Markenzeichen, welches
Maurice Binder für den ersten Bond Film mit dem Titel ,,Dr. No" erfand.

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21
Jeder Bond Darsteller erfährt eine individuelle Interpretation in dieser Szene.
Maurice Binder sagte einst, dass ihm die Sequenz in ,,Dr. No" am besten
gefiel, die nachfolgenden ,,007" Opener verloren bei der Wiederherstellung
von Mal zu Mal.
22
3. Beispiele amerikanischer Vertreter
Während der Recherche zu meiner Arbeit, stieß ich verhäuft auf den
Titeldesigner Kyle Cooper. Es gibt keine Literatur oder Website, die ihn nicht
zitiert oder erwähnt. Er ist der Designer, der aus der Budgetnot eine kreative
Tugend machte. Cooper ist dafür bekannt, dass er mit Makrofotografien,
Bildbearbeitungssoftware und animierter Typografie den Inhalt des Films
reflektiert. Er selbst sagt: ,,Ich mag es, wenn der Vorspann zur ersten Szene eines
Films wird.
"
23
Und: ,,My style is to create a metaphor born out of a concept, instead
of something entirely decorative
."
24
Seit der Herstellung der Titelsequenz zu David Finchers ,,Seven" steht er mit
seinem Namen für die Zunft der Titeldesigner und für deren Stellung im
Filmgeschäft.
_______________________________________________________________
21 www.design.fh potsdam.de/.../2004/cutup07/
22 www.artofjamesbond.com/binder.htm , Stand: 22.04.2005
23 Schnelle, Frank: David Fincher, Bertz Verlag Berlin 2002, S.9
24 Peters, Oliver: Kyle Cooper Titledesigner, FH Design Potsdam, Seminararbeit 2004

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Seit seinem Durchbruch mit ,,Seven" (1995) ist er weltweit in der Presse zu
finden und seine Arbeit ist schon heute als Meilenstein in der Filmgeschichte
zu bezeichnen. Er steigerte das Interesse und schuf ein neues Bewusstsein
für das ,Main Titel Design' bei Produzenten, Regisseuren und Zuschauern.
Befragt man Filminteressierte nach dem einprägsamsten Titeldesign, ist die
häufigste Antwort, dass die zweieinhalbminütige Titelsequenz von ,,Seven"
die Beste wäre.
Das New York Times Magazine klassifizierte diesen Filmvorspann sogar als
einen der wichtigsten Designimpulse der 90er Jahre.
Cooper sagt: ,,It was the beginning of the democratization of motion graphics."
25
1997 zählte ihn das Magazin Entertainment Weekly zu ,,The Top 100 Most
Creative People in Entertainment".
26
1999 wurde Kyle Cooper auf dem Filmfestival Rotterdam sogar eine eigene
Programmreihe mit dem Titel ,,Forget The Movie Watch The Titles" gewidmet.
Coopers Biografie beginnt mit einem Studium an der Yale University School of
Art
, unter Leitung des berühmten Grafik Designers Paul Rand Mit dem
Master FA (Master of Fines Artes) in Grafik Design ging er im Anschluss an
das Studium 1988 zu der Agentur R/Greenberg Associates in New York. Als
erstes wurde er beauftragt das `Main Title Design' für Martin Scrorseses
Teil in ,,New Yorker Geschichten" zu kreieren.
Die ersten Produktionen, bei denen er die Titel gestaltete waren zum Beispiel
,,Kevin allein zu Haus (1990), ,,Curly Sue (1991) und,,Frankie und Johnny
(1991).
_______________________________________________________________
25 Raffe, Jon in Thunder Chunky, Kyle Cooper Interview, o.J., www.thunderchunky.co.uk/kyle cooper
interview.html
26 Codrington, Andrea: Kyle Cooper, Laurence King Publishing, London, 2003, Seite 17

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Anknüpfend an den Erfolg von ,,Seven" übernahm Cooper 1992 die
Westküsten Dependance von R/Greenberg Asscociates gemeinsam mit seinen
Kollegen Peter Frankfurt und Chip Houghton und gründen die Firma
Imagenary Forces
.
Kyle Cooper und sein Team haben bis heute 150 Filmtitel entworfen und
produziert.
27
2000 legte er eine kreative Pause ein und übernahm die Rolle
des Regisseurs in ,,New Port South".
2003 verließ er die Firma und gründete Prologuefilms. Kyle Cooper erhielt für
verschiedenste Titelgestaltungen eine große Anzahl von Preisen.
Ein weiterer Titeldesigner, den ich näher vorstellen möchte, ist Garson Yu.
Er zählt ebenfalls zu den bekanntesten Titeldesignern Hollywoods.
Kyle Cooper und Garson Yu haben sich an der Universität in Yale kennen
gelernt und haben bei Imagenary Forces viele Projekte gemeinsam gestaltet.
Der in Hong Kong geborene Designer kam 1983 in die USA und gründete
1998 sein eigenes Studio yU + co in Los Angeles. Inzwischen hat er mehr als
50 Titelsequenzen gestaltet. 1996 wurde er mit der Gestaltung des Titels der
Produktion ,,Twister" von Jan de Bont bekannt.
Im Vorspann formieren sich die Buchstaben des Titels aus dem
aufgewirbelten Staub eines Tornados und werden im selben Augenblick,
lautstark und gewaltig, wieder hinweggefegt.
_______________________________________________________________
27 www.imdb.com, Filmografie (Auswahl): "Seven", "The Island of Doctor Moreau", "Eraser", "Mission
Impossible", "Twister", "Quiz Show", "Nixon","True Lies", "The Wild Wild West", "The Mummy", "The
Avengers", "Gattaca", "Lost in Space", "Donnie Brasco", "Mimic", "The Fan","The Horse Whisperer", "The
Mask of Zorro", "The Negotiator", "Arlington Road"
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Details

Titel
Das Main Title Design von Kinoproduktionen
Hochschule
Hochschule für Film und Fernsehen "Konrad Wolf" Potsdam-Babelsberg
Note
1.3
Autor
Jahr
2006
Seiten
91
Katalognummer
V186218
ISBN (eBook)
9783656999072
ISBN (Buch)
9783867469364
Dateigröße
39389 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
main, title, design, kinoproduktionen
Arbeit zitieren
Nadine Möllers (Autor), 2006, Das Main Title Design von Kinoproduktionen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/186218

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