Die Entwicklung und Bereitstellung von Lerninhalten im Rahmen von Blended Learning


Diplomarbeit, 2003

93 Seiten, Note: 3.0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung
1.1 Grundproblem
1.2 Zielstellung
1.3 Inhaltliche Abgrenzung
1.4 Vorgehensweise

2 Anforderungsanalyse und studentische Prozesse
2.1 Prozessanalyse
2.2 Einführungsplan für Multimediale Lehr- und Lernprozesse
2.3 Effektivität und Effizienz von Lehr- und Lernprozessen

3 Medien und Mediendidaktik
3.1 Multimedia und Didaktik
3.2 Multimedia- eine Begriffsbestimmung
3.2.1 Didaktische Funktion von Medien
3.3 Mediendidaktik und gestaltungsorientierte Mediendidaktik
3.3.1 Unterrichtsparadigmen
3.3.1.1 Der Behaviorismus
3.3.1.2 Der Kognitivismus
3.3.1.3 Der Konstruktivismus
3.4 Methodik
3.5 Fazit

4 Einfache Wege der Inhaltsbereitstellung
4.1 Die Konvertierung vorhandener Materialien
4.2 Lecture Recording
4.2.1 Erprobung der Produkte für Lecture Recording
4.2.1.1 AOF/mlb
4.2.1.2 Lecturnity
4.2.1.3 Microsoft Power Point 2002 incl. Producer
4.2.1.4 Camtasia
4.3 Fazit

5 Die Erstellung von Lerneinheiten mit Hilfe von Autorentools
5.1 Produktion und Pädagogische Erfordernisse
5.1.1 Autorentools
5.1.2 Standards
5.1.2.1 Entwicklung von Lerneinheiten mit dem ILIAS Editor
5.1.2.2 Authorware
5.1.2.3 EasyProf
5.2 Fazit

6 Zusammenfassung und Ausblick

Literaturverzeichnis

Glossar

ANHANG A : Lern- und Medieneinsatzformen

ANHANG B : Arbeitsschritte des Unterrichtens als didaktische Strukturierungshilfe für die Entwicklung multimedialer Lehrangebote

Anhang C : Die Konvertierung einer Power Point Show

ANHANG D : Konvertierung und Erstellung mit HTML-Import

ANHANG E : Erstellung Camtasia-Video

Anhang F : Erklärung

Abbildungs- und Tabellenverzeichnis

Abbildung 1 : Auflösung der traditionellen Präsenzveranstaltung

Abbildung 2 : Wertschöpfungskette der MLU Halle-Wittenberg

Abbildung 3 : Hauptprozess "Lehrveranstaltung durchführen"

Abbildung 4 : Vereinfachte Darstellung lerntheoretischer Unterrichtsparadigmen

Abbildung 5 : Experiential Learning Cycle

Abbildung 6 : Formen der Unterweisung

Abbildung 7 : Das Continuum of Knowledge Acquisition Model

Abbildung 8 : E-Learning Methoden

Abbildung 9 : Beispiel der Konvertierung einer Power Point Show

Abbildung 10 : Allgemeiner Ablauf einer Konvertierung

Abbildung 11 : Eröffnungsbildschirm von Camtasia Studio

Abbildung 12 : Übersicht der verschiedenen Aufzeichnungstools

Abbildung 13 : Kompetenzen im Bereich Anfänger

Abbildung 14 : Kompetenzen im Bereich Fortgeschrittener

Abbildung 15 : Kompetenzen im Bereich Experte

Abbildung 16 : Die Systematik der Learning Content Autorenwerkzeuge

Abbildung 17 : Organisationen, die Standards entwickeln

Abbildung 18 : Das Kooperationsnetzwerk der Standardisierungsgremien

Abbildung 19 : Das modulare Prinzip der RLO´s

Abbildung 20 : Das ILIAS Seitenkonzept

Abbildung 21 : Screenshot von Authorware

Abbildung 22 : Screenshot von EasyProf

Abbildung 23 : Die Erstellung von Tests bei Easy Prof

Abbildung 24 : Stufenplan für eine computergestützte Unterweisung

Abbildung 25 : Arbeitsschritte des Unterrichtens als didkatische Strukturierungshilfe für die Entwicklung multimedialer Lernsoftware

Abbildung 26 : Zuordnung der zu erstellenden Lerneinheit zu den Gruppen in ILIAS

Abbildung 27 : Die Eingabe der Metadaten für die zu erstellende Lerneinheit in ILIAS (1)

Abbildung 28 : Die Eingabe der Metadaten für die zu erstellende Lerneinheit in ILIAS (2)

Abbildung 29 : Infos und Optionen zu der zu erstellenden Lerneinheit in ILIAS

Abbildung 30 : Importfenster für die gepackte HTML Seite in die zu erstellende Lerneinheit in ILIAS

Abbildung 31 : Import der unkomprimierten Startseite der zu importierenden HTML Seite

Tabelle 1 : Stufenweise Entwicklung der Frage "Was ist Lernen?"

Tabelle 2 : Kognitive Lehrzieltaxonomien nach Bloom

Tabelle 3 : Lernen mit dem Computer - Ein Überblick

Tabelle 4 : Entscheidungstabelle für den Einsatz der Wege zur Inhaltsbereitstellung

Tabelle 5 : Lern und Medieneinsatzformen

1 Einleitung

1.1 Grundproblem

„Selbst gesteuertes Lernen und Lernen in einer Gruppe mit allen damit verbundenen sozialen Aspekten werden in naher Zukunft nicht mehr zwei verschiedene Arten des Lernens sein, sondern sich gegenseitig intensiv ergänzen. Menschen werden in der Informationsgesellschaft mehr und mehr dazu befähigt werden müssen, sich eigenständig in neue Themengebiete einzuarbeiten. Lernen mit Multimedia wird in naher Zukunft eine gleichberechtigte Alternative zu klassischen Formen des Lernens sein. Universitäten und berufsbildende Einrichtungen werden immer stärker mit Hilfe der neuen Medien Lernprozesse fördern und den Lernern die Möglichkeit bieten, sich explorativ Wissen zu erschließen und anzueignen. Es werden virtuelle globale Lerngemeinschaften entstehen, die aus den unterschiedlichsten Teilnehmern bestehen, die miteinander intensiv kommunizieren, die multimediales Lernmaterial gemeinsam erstellen und bearbeiten, und in denen der Lehrer oder das Lernprogramm die Rolle eines Moderators oder Impulsgebers inne hat.“[1]

Die nachfolgenden Überlegungen gehen davon aus, dass die Präsenzveranstaltungen nicht ersetzt, sondern aufgewertet werden. Aus den klassischen Aufgaben des präsenzbasierten Lernens werden Anforderungen abgeleitet, die durch den Einsatz von E-Learning in deutlich besserer Weise zu bewältigen sind.[2]

Der Weg, der beschritten wird, geht weg von einem singulären Angebot hin zu einer integrierten Betreuung des gesamten Lernprozesses. Dabei steht die menschliche Komponente und eine direkte Kommunikation im Vordergrund, denn kein wie auch immer geartetes Medium kann dies ersetzen.[3]

Diese hybride Lernkombination ermöglicht einen erheblichen Mehrwert durch einen deutlich höheren Umsetzungsgrad des Gelernten. Dies ist daran zu sehen, dass der eigentliche Grund, E-Learning einzusetzen, die Erkenntnis ist, bisherige Prozesse zu überarbeiten und den Einsatz neuer Methoden zu benötigen. Ziel ist hier die interne Prozessoptimierung, sowie verbesserte Kundendienstleistungen. Wobei im Falle der Universität der Kunde der Student ist. Eine mögliche Änderung der traditionellen Präsenzveranstaltung könnte die Auflösung in die 3 Lernschwerpunkte; virtuelle Kommunikation, Mediathek und Präsenzveranstaltung; sein.[4]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1 : Auflösung der traditionellen Präsenzveranstaltung[5]

Eine unabdingbare Voraussetzung für ein lebendiges E-Learning Szenario ist der Einsatz eines Learning Management Systems. Bevor jedoch solch ein System optimal eingesetzt werden kann, muss man sich der Ziele, die man mit dem E-Learning verfolgt, bewusst werden. Auf diesen Zielen aufbauend kann man sich an die Einführungsphase machen. Diese sollte schrittweise vor sich gehen. In Kapitel 2 wird ein solcher Einführungsplan vorgestellt. Veranstaltungen, die fertiggestellt und durchführbar sind, können im LMS eingesehen werden. Darüber hinaus kann man sich auch für diese Veranstaltungen anmelden, sofern sie anmeldepflichtig sind.

Auch an der Universität gibt es Akteure für das E-Learning Szenario. Sie gliedern sich jedoch nicht so intensiv wie in Unternehmen. Man muss davon ausgehen, dass es z.B. keinen externen Contentlieferanten gibt, da die Rollen Referent, Trainer, verantwortlicher Veranstaltungsmanager in die Person des Dozenten fallen.

Bevor es jedoch zum endgültigen Einsatz des LMS kommt, muss man sich der kritischen Erfolgsfaktoren bewusst werden. Interessant ist hierbei vor allem das Angebot an qualitativ hochwertigen Inhalten. Wurde diese Voraussetzung erfüllt? In Unternehmen kann man solche Inhaltsentwicklungen durch mehrere Verantwortliche steuern. In Universitäten jedoch muss man dem Wort des Dozenten und seiner Absicht, mit dieser Veranstaltung Wissen zu vermitteln, einfach vertrauen. Aber auch an Universitäten ist diese Fragestellung von großer Wichtigkeit, da die Vermittlung des Wissens der Kernprozess einer jeden Universität ist.[6]

Wissen wird vermittelt. Jedoch nur ein Umdenken und Ausrichten an E-Learning Ansätzen hin zu veränderten didaktischen Konzepten und damit verbundene andere Formen der Wissensvermittlung wird dazu führen, dass auch an der Universität entsprechend aufbereitete Inhalte für multimediale Veranstaltungsangebote in ausreichender Qualität vorhanden sind.[7]

E-Learning wird beherrscht von Schlagworten und methodischen Konzepten. Jedoch versperren sie die Sicht auf eine erfolgskritische Umsetzung. Es mangelt an geeigneten Contents für virtuelle Lernarchitekturen. In Unternehmen wird dieses Problem zur Zeit stark diskutiert, jedoch etabliert sich ein Markt der Content Anbieter, der sich zur Aufgabe gemacht hat, qualitativen Content zu erstellen und zu vermarkten. Im unternehmerischen Geschäft meist auch kein Problem, da sich die Themen der Weiterbildung in einer Branche vereinheitlichen lassen. Universitäten hingegen nehmen hier einen Sonderstatus ein. Die Lehrkräfte sind Dozenten und Professoren, welche ihre Vorlesungen bzw. Veranstaltungen selbst erstellen und durchdenken. Dabei gibt es keine Standards, da es im Ermessen des Lehrenden liegt, welche Inhalte er den Lernenden mit auf den Weg gibt. Bestenfalls die Grundlagen des jeweiligen Fachgebietes bieten sich für eine standardisierte Lerneinheit an.[8]

Durch webbased Trainings verändern sich die Lerngewohnheiten eines Studenten nachhaltig. Im klassischen Präsenzunterricht, der entweder im Block oder täglich angeboten wird, geht es um das intensive Studium von Lerninhalten. Dabei ist das wichtigste Lernmedium ein Buch. Durch den Einsatz von LMS könnten sich Vorteile für Studierende/Lehrende ergeben, die auf eine Verkürzung der Studiendauer, allgemein auf die Verbesserung der Prozessqualität abzielen.[9]

Für die Nutzer ist es wichtig, jederzeit anhand der verfügbaren Informationen einschätzen zu können, welchen Zeitaufwand die Angebote jeweils bedeuten und welche Informationen bzw. welche Lerninhalte im Einzelnen erwartet werden können. Dazu braucht man ein selbsterklärendes System, denn der Umgang mit dem „neuen“ Content verlangt mehr Einarbeitungszeit als das Lesen in einem klassischen Buch, da vertraute Strukturinformationen fehlen. Sie müssen erst aufgebaut werden. Dafür verantwortlich zeichnen sich sogenannte Content Anbieter. Diese verfolgen bei der Erstellung ein besonderes Ziel, welches meistens kommerziell ausgerichtet ist. Diese Erfahrungen kann man auf die Universitäten übertragen, denn hier wird relevanter Content produziert, der vielleicht nie extern wiederverwendet wird.

E-Learning setzt die Idee des „flexible Learnings“, also eines just-in-time Lernens am Arbeitsplatz, das relativ unabhängig von Zeit, Ort und der Person ist, in die Praxis um. In der Praxis zeigt sich aber, dass das vielgepriesene A3 (triple A) nämlich „Anytime, Anywhere, Anybody“ in der Realität nicht uneingeschränkt möglich sein kann.[10]

Eigentlich ist E-Learning nur die eine Seite eines wechselseitigen Prozesses, der Lehren und Lernen umfasst.

1.2 Zielstellung

Hauptziel dieser Diplomarbeit ist, die Wege zur Inhaltsentwicklung im E-Learning an der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Martin Luther Universität Halle-Wittenberg aufzuzeigen. Ausgehend von den Lehr- und Lernprozessen, die an einer Universität ablaufen, werden die Anforderungen an die Entwicklung von Lerneinheiten dargestellt. Anhand von didaktischen Methoden sollen Möglichkeiten aufgezeigt werden, wie gut aufbereitete Inhalte das Lehren und Lernen unterstützen. Als Ergebnis werden Wege der Inhaltsbereitstellung dargestellt, die eine schrittweise Umsetzung des Themas E-Learning an der Fakultät erlauben.

Bei der Umsetzung einer E-Learning Lösung stellt sich natürlich auch die Frage, warum es denn getan werden sollte und welchen Mehrwert es bietet. Die Aufbereitung der Lehrinhalte für multimediale CBT´s und WBT´s verursacht einen Mehraufwand, der durch einen gewissen Mehrwert gedeckt werden sollte, damit eine Umsetzung sinnvoll ist. Weiterhin soll untersucht werden, ob die Wege den gestellten Anforderungen entsprechen und mit welchen Produkten man diese Zielstellungen erreichen kann.

1.3 Inhaltliche Abgrenzung

Die vorliegende Diplomarbeit stellt keine Evaluierung eines E-Learning Systems dar. Verwiesen wird hierzu beispielhaft auf die Diplomarbeit von Olaf Reiss an der wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der MLU Halle-Wittenberg im Jahre 2002.

Es werden allgemeine Wege der Inhaltsaufbereitung vorgestellt, wobei auf eine derzeitige bzw. zukünftige Vollständigkeit aller Wege verzichtet wird, da dies vom Thema nicht gefordert wird. Die didaktischen Grundlagen wahren den Anspruch der Einfachheit bezogen auf den zugrunde gelegten Kompetenzbereich der Dozenten. Die beschriebenen Methoden und Wege sollen das Interesse wecken und unvermeidliche Grundzüge darstellen.

Die Umsetzung der vorgestellten Wege ist beschränkt auf ein LMS. Dazu ist an der MLU Halle-Wittenberg eine Installation des LMS StudIP in Kombination mit ILIAS vorzufinden, zu der Zugang bestand. Andere LMS werden dabei nicht berücksichtigt. Autorentools stellen eine Auswahl der am Markt befindlichen Produkte dar. Diese Produkte waren zugänglich und wurden getestet. Es sind Produkte, um aus unerfahrener Autorensicht sinnvolle Lerneinheiten zu erstellen.

1.4 Vorgehensweise

In Kapitel 2 erfolgt eine Erklärung der Grundbegriffe. Ausgehend davon werden Prozesse zu einer multimedialen Unterstützung im Lehr- und Lernprozess vorgestellt sowie beschrieben. Darauf aufbauend wird dargestellt, wie diese Prozesse mit stufenweiser multimedialer Unterstützung zu verbessern sind. Dies wird mittels eines Stufenplanes visualisiert. Effektivität und Effizienz des Lehr- und Lernprozesses werden abschließend vorgestellt.

Kapitel 3 widmet sich dem Medium und der Mediendidaktik. Es bildet eine theoretische Grundlage für verschiedene Lehr- und Lerntheorien und dazugehörige Methodiken, die zu einem erfolgreichen E-Learning beitragen. Dabei werden Lernwege und deren Unterstützung mit geeigneten Testreihen vorgestellt und versucht, den unerfahrenen Dozenten an die Methodik der Mediendidaktik heranzuführen.

Kapitel 4 widmet sich der Erstellung von unterstützendem Lern- und Lehrmaterial auf einfachen Wegen. Hier soll die Konvertierung und Aufbereitung von vorhandenem Material untersucht werden. Im zweiten Schritt wird das Lecture Recording als Mittel zur Vorlesungsaufzeichnung genauer untersucht. Es werden Produkte vorgestellt und anhand von gestellten Anforderungen getestet. Beide aufbereiteten Materialien werden dann in das zu Testzwecken an der Fakultät eingesetzte LMS ILIAS eingebunden, um einfache, unterstützende Lerneinheiten zu erstellen.

In Kapitel 5 erfolgt dann die Erstellung von multimedialen CBT´s und WBT´s mit Hilfe der vorhandenen Editoren der Learning Management Systeme, im speziellen ILIAS. Es wird weiterhin untersucht, inwieweit sich ein externes Autorentool, beispielsweise Authoreware von Macromedia, zur Erstellung eignet, unter der Voraussetzung, dass die Dozenten relativ unerfahren sind. Es wird eine Einschätzung der Kompetenzbereiche vorgenommen und die Produkte zur Produktion anhand der gestellten Anforderungen getestet.

Im Abschluss werden die Ergebnisse diskutiert und Empfehlungen zum Einsatz verschiedener Wege zur Inhaltsbereitstellung und für die Unterstützung durch jeweilige Produkte ausgesprochen.

2 Anforderungsanalyse und studentische Prozesse

2.1 Prozessanalyse

„Der Prozess des Lehrens bezieht sich auf diejenigen Aktivitäten einer Person, welche darauf gerichtet sind, einer anderen Person Wissen, Kenntnisse, Fähigkeiten oder Fertigkeiten zu vermitteln“[11]. Man sieht, dass der Prozess kein Selbstzweck, sondern eine gezielte Beeinflussung des Lernenden ist.[12]

Ziel der Geschäftsprozessmodellierung ist das Aufdecken von Ineffizienzen und die daraus resultierende Ableitung von E-Learning Optionen zur Prozessverbesserung.

Die Prozessorientierung ist ein zunehmend wichtiger Prozess in der Unternehmenslandschaft. Es wird eine Umstrukturierung angestrebt. Alle Vorgänge, die im Unternehmen ablaufen, lassen sich an einer Wertschöpfungskette abtragen. Diese Vorgänge werden als Prozesse bezeichnet, die im Gesamtablauf die Wertschöpfungskette versuchen zu optimieren. Um diese Optimierung durchführen zu können, muss man die Hauptprozesse identifizieren.[13]

Nach Hammer und Champy ist die erste durchzuführende Aktion bei der Prozessoptimierung die Identifizierung des Hauptgeschäftszwecks. Die Universität hat als Hauptgeschäftszweck die Erzeugung und Diffusion des für eine Gesellschaft überlebenswichtigen Wissens voranzutreiben. Sie muss dazu im Gegensatz zu einem Unternehmen keine Gewinne erwirtschaften. Künftiges Differenzierungskriterium im Wettbewerb um Studenten wird die Qualität der Forschung und Lehre sein. Hier ist auch die hochaktuelle Frage gegeben, inwieweit sich die Prozessqualität durch eine Informations- und Kommunikationstechnologie verbessern lässt.[14]

An dieser Wertschöpfungskette befinden sich nun, wie bereits erwähnt, die Hauptprozesse, die einen Output ermöglichen. Diese Prozesse sind nicht standardisiert und stark von den Präferenzen des jeweiligen Lehrers/Lerners abhängig. Jedoch können auch allgemeine Angaben betreffs eines Studienprozesses angegeben werden.

Nachfolgende Abbildung zeigt die Wertschöpfungskette der MLU Halle-Wittenberg gemäß der Notation der Architektur integrierter Informationssysteme (ARIS).[15]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2 : Wertschöpfungskette der MLU Halle-Wittenberg[16]

An dieser Kette sieht man, dass das Lehren und Lernen die eigentlichen Hauptprozesse einer Universität sind. Im vorliegenden ARIS Modell wird der Hauptprozess „Lehrveranstaltung durchführen“ mit Hilfe der erweiterten Ereignis-Prozess-Kette detaillierter beschrieben.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3 : Hauptprozess "Lehrveranstaltung durchführen"[17]

Den Hauptprozess Lehren kann man in Unterprozesse aufteilen. Diese sind Lehre planen, Lehre durchführen und Lehre kontrollieren. Die Planung bezieht sich dabei auf die Festlegung der Lehrinhalte sowie die Form und Reihenfolge der Vermittlung im Unterricht. Die Durchführung ist hierbei die Umsetzung der Planung. Die anschließende Überprüfung in Form eines Soll/Ist Vergleiches erfolgt bei der Lehrkontrolle.[18]

Diese 3 Schritte werden im Laufe eines Dozentenlebens mehrmals durchschritten. Dabei gewinnt er Erkenntnisse, die sich auf die nächste Lehrplanung auswirken, um die Qualität des Unterrichts zu verbessern. So entsteht ein sogenannter Regelkreis der Lehrfunktion.

Angestrebt wird hierbei eine Optimierung des Lehrprozesses. Dabei soll er aktiv auf alle folgenden Prozessschritte einwirken. Der Lerner soll bei Durchlaufen der Lehrprozesse Wissen aufbauen, das er vorher nicht hatte.

Dabei setzt bei dem Lerner ein Lernprozess ein. Dieser Prozess wird angestoßen, indem sich der Student einschreibt und sein Studium mit der ersten Vorlesung beginnt. Dabei ist wesentlich, dass der Lehrprozess, hier „Lehrveranstaltung durchführen“, den Lernprozess beeinflusst. Hier sind wieder die verschiedenen Unterweisungsformen zu betrachten. Entscheidet sich der Dozent zu einer eher explorativen Unterweisung, so hat der Lerner die freie Wahl des Lernweges. Ist eher eine Exposition angewandt, so muss der Lerner den vom Dozenten vorgeschlagenen Lernweg einhalten.[19]

Im Grundstudium werden eher Fakten und Wissen vermittelt, welches im Hauptstudium durch Problemlösungskonzepte erweitert werden sollte. Daher sollte das Hauptaugenmerk auf der Vermittlung von Wissen und Fertigkeiten liegen.

2.2 Einführungsplan für Multimediale Lehr- und Lernprozesse

Um eine erfolgreiche Einführung des E-Learning an der Fakultät zu gewährleisten, muss man sich ein Lernszenario der Studenten in Erinnerung rufen. Darin fallen Prozesse an, die man mit einer multimedial gestützten Lerneinheit verbessern kann. Coenen redet von 5 Ebenen, die unterschiedliche Sinneskanäle ansprechen und damit unterschiedliche Lernkanäle beeinflussen. Die angesprochenen Lernkanäle werden zwar separat durchgeführt, ergänzen sich aber inhaltlich und methodisch und hängen dadurch stark voneinander ab. Man kann sie auch als Einführungsplan in ein methodisch sinnvolles E-Learning System sehen.[20]

Szenarien ( auch Stufenplan) für eine computergestützte Unterweisung:

1.) jetziges Szenario: Präsenzunterricht mit Präsenzübungen, keine Interaktivität, keine räumliche und zeitliche Trennung, Multimedialität bezieht sich auf die Bereitstellung von Skripten
2.) weitergehendes Szenario: Telemediale Vorlesung mit interaktiver Einbindung dislozierter Teilnehmer
3.) CBT und WBT gestütztes Selbststudium durch didaktische Neukonzeption von Präsenzveranstaltungen und Ergänzung um multimediale Elemente
4.) Telemediale Übungsveranstaltung mit interaktiver Einbindung dislozierter Teilnehmer
5.) Synchrones und asynchrones Online Tutorium auf Basis Computer mediierter Kommunikation
6.) Gruppenzentriertes Lernen mit Hilfe Team-unterstützender Systeme

Wie sehen jedoch die Voraussetzungen eines Studenten aus. Um eine Lerneinheit erfolgreich zu implementieren, muss man sich der Ziele die damit verfolgt werden, bewusst sein. Um aber die Ziele zu setzen, sind Kenntnisse der soziodemografischen Aspekte der Studenten sowie deren Vorwissen von Wichtigkeit. Die Motivation der Lernenden hält sich im Allgemeinen in Grenzen. Darum muss ein motivationaler Faktor geschaffen werden. Des weiteren ist der Medieneinsatz zu planen. Hier ist die Frage wichtig, welche Medien sich zum Studienerfolg besonders ausgezeichnet haben. Dies lässt sich aber erst durch eine Evaluation bestimmen. Im Vorfeld kann man vielleicht die Interessenlage erheben, aber erst der Einsatz zeigt welche Wirkung es hat. Eine nächste Frage, die sich stellt, ist die der mediendidaktischen Kompetenz der Lehrenden. Diese ist im Allgemeinen relativ niedrig. In Kapitel 3 folgt eine Ausarbeitung der mediendidaktischen Möglichkeiten und Methoden, um auch unerfahrenen Dozenten eine Hilfestellung zu geben. Im Kapitel 4 wird die zweite Ausbaustufe des Einführungsplanes näher betrachtet, indem auf die Konvertierung und Aufwertung vorhandener Lehrinhalte eingegangen wird. Kapitel 5 beschäftigt sich dann mit der nächsten Ausbaustufe, dem CBT/WBT gestützten Selbststudium.

2.3 Effektivität und Effizienz von Lehr- und Lernprozessen

Effektivität misst den Umfang der Zielerreichung, wobei die Effizienz in Relation den dafür eingesetzten Aufwand misst. Die Differenzierung erfolgt einerseits nach Effektivität und Effizienz, andererseits nach Lehr- und Lernprozessen. An der Universität zielt die Effektivität des Lernprozesses auf die Zeit des Studenten ab.

Der Lehrprozess darf die Forschungstätigkeit der Dozenten nicht einschränken, d.h. bei Etablierung von E-Learning sollte darauf geachtet werden, dass der eingesetzte Aufwand, der nicht klein sein wird, auch gerechtfertigt ist.[21]

Zur Untersuchung der potentiellen Effektivität und Effizienz von rein virtuellen Lehrern werden modellhaft folgende verschiedene Lehrleistungen unterschieden:

1. Wissen. Lerner beziehen diese Leistung von personellen Lehrern oder aus Büchern, da die Informationen zerlegbar, sequenzierbar und dadurch leicht aufnehmbar ist
2. Übung: Lösen durch Abrufen von Wissen im Gedächtnis, Leistung besteht in der Stellung geeigneter Aufgaben zum vorhandenen Wissensstand, in der Auswertung und in der qualifizierten Rückmeldung an den Lerner
3. Durchführung von Experimenten: ein vereinfachtes Modell der Wirklichkeit zum Testen anbieten, Leistung besteht aus Konstruktion und ggf. der Simulation des Originalsystems durch ein Modellsystem
4. Beratung: Prozessberatung, d.h. während eines Versuches/Seminars, Lernbetreuung hinsichtlich zu wählender Lernmethoden, Lernwege oder Lerninhalte, an Universitäten ist die Lernberatung in Form der Studienberatung zu finden.

Die prinzipiell erreichbare Effektivität von Lernprozessen lässt sich durch die Leistungsart Experimente positiv beeinflussen, z.B. mit computergestützten Planspielen oder in Praxisfälle eingebundene Entscheidungsunterstützungssysteme. Auch im Bereich der Visualisierung von mehrdimensionalen oder dynamischen Modellen besitzen Rechnersysteme unbestreitbare Effektivitätsvorteile.[22]

Jedoch können virtuelle Lehrer bei den Leistungsarten Wissen und Übung nicht bzw. nicht ganz die prinzipiell mögliche Effektivität von personellen Lehrern erreichen. Ein Lehrer, der auf Abruf zur Verfügung steht, ist an Adaptivität, Lebendigkeit und Einfühlungsvermögen sowie Urteilskraft nicht oder nur sehr schwer zu übertreffen. Restriktionen, wie Kosten oder Zeit, setzen der von personellen Lehrern tatsächlich erreichbaren Lerneffektivität beim Lerner jedoch enge Grenzen, so z.B. Massenvorlesungen und überfüllte Seminare. Günstig wirkt sich hier der Einsatz von WBT´s aus, da hier Dozenten von Routineaufgaben entlastet werden. Sie können sich gezielt auf ihre Lehrtätigkeit, wie Einführung, Hintergrundwissen vermitteln, aktuelle Neuerungen, Beratung oder eine übergeordnete Lernerfolgsprüfung, konzentrieren. Allerdings darf dabei nicht der Erstellungsaufwand vernachlässigt werden, der den Dozenten in seiner eigentlichen Lehrtätigkeit wieder hindert.[23]

Der vierte Bereich, die Beratung, ist überwiegend von Personen besser durchführbar. Eine bedarfsgerechte Visualisierung dürfte es den Dozenten in jedem Fall erlauben, mehr Zeit der individuellen Beratung von Lernenden zu widmen.

Die Effizienz von Lernprozessen in herkömmlichen Veranstaltungen zeigt auch Verbesserungspotential auf. Ein hohes Potential bietet vor allen Dingen die Abstraktion von Raum und Zeit, sowie die Unterstützung der Kooperation, Planung und Kommunikation von Lernenden mit Lehrenden und anderen Lernenden.[24]

Beispiel hierfür findet sich an der Universität Bamberg, wo im Grundstudium die Fächer, wie Buchführung oder Kostenrechnung, die nur Grundlagenwissen vermitteln, von einem WBT unterstützt werden. Aus diesem Beispiel entsteht das 2. Szenario, wo einige Präsenzveranstaltungen von WBT unterstützt oder gar ersetzt werden. Es finden sich im Grundstudium viele Vorlesungen, deren Inhalte sich über Jahre hinweg nicht ändern. Diese Vorlesungen könnte man nun aufzeichnen, als einfachen Weg der Inhaltsbereitstellung, und mit multimedialen Elementen unterstützen, z.B. einem Whiteboard. Die personelle Unterstützung durch den Dozenten muss dabei natürlich aufrecht erhalten werden. Die Prozesse, die der Lehrer durchläuft, sind dabei die gleichen. Sie bestehen aus Lehre planen, Lehre durchführen und Lehre kontrollieren. Die Planung besteht dabei in der Erstellung der Lerneinheiten. Sie müssen didaktisch aufbereitet werden, mit einem Ziel und den Lernenden vor Augen.[25]

3 Medien und Mediendidaktik

Ziel dieses Kapitels ist, die Grundlagen der Mediendidaktik aufzuzeigen und das Instruktionsdesign näher zu erklären. Der Weg führt von den Lehr- und Lerntheorien zu der Methodik, dem Instruktionsdesign. Nach dem Kapitel soll verstanden worden sein, welchen Lernpfad man mit welchem Programm unterstützt, um die Lehrziele zu erreichen.

Dieses Kapitel bildet in seinen theoretischen Ausführungen die Grundlagen für die praktische Umsetzung in Kapitel 4.

3.1 Multimedia und Didaktik

Dieses Kapitel soll sich der didaktisch wertvollen Aufbereitung von Lehrinhalten widmen. Dabei werden verschiedene Lehr- und Lerntheorien, sowie die dazugehörigen Methodiken betrachtet, um das jeweilige Verhalten im Lernprozess zu unterstützen.

Durch WBT´s verändern sich die Lerngewohnheiten eines Studenten nachhaltig. Im klassischen Präsenzunterricht, der entweder im Block oder täglich angeboten wird, geht es um das extensive Studium von Lerninhalten. Dabei ist das wichtigste Lernmedium ein Buch. Es könnten sich durch den Einsatz von LMS Vorteile für Studierende/Lehrende ergeben, die auf eine Verkürzung der Studiendauer, allgemein auf die Veränderung der Parameter des Lernens abzielen.

- Verkürzung der Präsenzphasen auf Lernabschnitte, bei denen Präsenz erforderlich ist
- Ablösung umfangreicher Lehrbücher und Quellenmaterial durch schnell zu verarbeitende, eigenständige Informationseinheiten
- Abbildung unterschiedlicher Lernszenarien durch unterschiedliche Contenttypen mit jeweils unterschiedlichem Grad an Multimedialität, Interaktivität und Hypermedialität
- Intelligente Reaktion des LMS auf Lernsituationen, Usertracking
- Steigerung der Anzahl interaktiver Lerninhalte, Interaktivität wird eine wichtige Rolle auch bei der Ausbildung von Skills spielen
- Anhebung der medialen Mischung der Lerninhalte, Etablierung eines umfassenden, dynamischen, konfigurierbaren und editierbaren Präsentationssystems
- Granularisierung von Lerninhalten, da Lerninhalte schnell veränderbar sein müssen
- Veränderung der Inhalte auf stilistischer Ebene, weniger Argumentationsketten sondern eher Ergebnisse werden präsentiert[26]

Der Einsatz von Multimedia in der Lehre ist inzwischen unumgänglich geworden. In fast allen Bereichen des täglichen Lebens spielt der Computer eine wichtige Rolle. Er ist zu einem unvermeidlichen Begleiter durch die digitale Welt von heute und morgen geworden. Da liegt es nahe, sich diese Technik zu Nutze zu machen, um eine Lernumgebung zu gestalten, die gerade in unserer heutigen Zeit die Erwartungen einer „virtuellen“ Generation erfüllt. Jedoch ist an dieser Stelle nicht nur die Technik zu nennen. Gerade sie ist es aber, die uns die Möglichkeit eröffnet, neue Medien mit einzubeziehen.

Was aber ist ein Medium, was sind gar neue Medien? Große Hoffnungen werden heute mit dem Einsatz multimedialer Technologien verbunden. Dieses begründet sich auch in den zwei verbreitetsten Multimediamythen, zum Einen, dass durch Multimedia mehrere Sinne gleichzeitig angesprochen werden können und dadurch ein effektiveres Lernen erreicht wird. Zum Anderen geht man davon aus, dass die Lernmotivation gesteigert werden kann.[27]

Das Medium an sich ist ein Träger für irgendeine Information. Diese Information liegt isoliert vor, d.h. man hat entweder einen Text oder eine Kassette mit einem Hörspiel. Dies sind die sogenannten alten Medien. Dagegen können neue Medien mehr. Wie auch schon der Begriff Multimedia, ein anderer Begriff für die neuen Medien, vermuten lässt. Als das erste Klavier ins Stummfilmkino geschoben wurde begann Multimedia. Die Definitionen die daraufhin folgten, bezogen sich auf den augenscheinlichen Hintergrund des Begriffes, die Kombination von verschiedenen Medien. Die Wissenschaftler, die diesen Begriff mitprägten, verloren sich jedoch auch in einem Wirrwarr der Erklärungen. Kriterien, die eine Einordnung des Begriffes möglich machen, sind unterschiedlicher Natur.[28]

3.2 Multimedia- eine Begriffsbestimmung

Ab wann können wir von Multimedia sprechen? Der Begriff Multimedia bezieht sich auf technische Systeme, die in der Lage sind, verschiedene Datentypen, wie Texte, Grafiken, Ton und Bewegtbild zu verarbeiten und für den interaktiven Abruf vorzuhalten[29]. Diese Definition bezieht sich auf datentechnische oder hardwaretechnische Kriterien. Danach meint Multimedia lediglich die Kombination digitaler Daten durch den Computer oder die technische Integration vorher separater Datenträger. Diese Definition findet sich sehr oft in der Literatur wieder. Die oben genannte Eingrenzung enthält neben der Definition aber noch einen entscheidenden Begriff, der uns zu einer nächsten Eingrenzung von Multimedia führt, die Interaktivität. Alle gängigen Definitionen von Multimedia übersehen diesen entscheidenden Punkt. Durch die Digitalisierung und die Rechnermanipulation wird die Sequenzialität der verschiedenen Medien aufgehoben, ihre Reihenfolge kann willkürlich manipuliert werden.[30]

Ohne diesen Aspekt ist die Definition von Multimedia unzureichend. Wenn man von Multimedia spricht, sollte man sich des Punktes Interaktivität immer bewusst sein.

Es ist aber nicht nur die Interaktivität, die das Neue an den neuen Medien ausmacht. Sie basieren auf der Computertechnik, dadurch werden sie auch als elektronische oder digitale Medien bezeichnet.[31]

Es werden völlig unterschiedliche Kategorien zur Klassifikation herangezogen[32]. Wenn man nun noch den Aspekt der Verschiedenartigkeit der Absichten des Einsatzes der Medien mit einbezieht, erhält man weitere Klassifikationsmöglichkeiten. So kommt Schröder zu einer Klassifikation, welche noch einmal 6 Kriterien aufführt, den angesprochenen Sinnesbereich, die Automation, die Darstellungsebene, die unterrichtliche Funktion, die methodische Verwendung und schließlich die Bedeutung im Unterricht.[33]

Können aber alle Medien oder Multimedien auch den Lernerfolg sicherstellen? Lehren ist zwar ohne Hilfsmittel, jedoch nicht ohne Medien möglich.[34] Wie können also die Multimedien für die Aus- und Weiterbildung genutzt werden? Unbestritten ist, dass diese Technologien genutzt werden müssen, um den Anforderungen des lebensbegleitenden Lernens überhaupt entsprechen zu können.[35] Denn auf den Einsatz zu verzichten, bedeutet stets, die stattfindenden technischen und sozialen Veränderungen des neuen Jahrtausends abzulehnen. Jedoch kann sich dies das Bildungssystem zur Zeit nicht leisten.[36]

3.2.1 Didaktische Funktion von Medien

Medien haben grundsätzlich die Funktion, Hilfe bei der effektiven Gestaltung von Unterricht und Erziehung zu leisten. Im Allgemeinen lassen sich hierbei verschiedene didaktische Funktionen, wie Veranschaulichung, Motivierung, Informierung, Individualisierung, Objektivierung und Reproduzierung aufzeigen.[37]

Bei allen didaktischen Überlegungen darf nicht außerachtgelassen werden, dass ein Medium immer nur Mittel zum Zweck ist. Dabei sagt die Wahl des Mediums nichts über den Erfolg des Einsatzes aus.[38] Es ist daher wichtig, sich vor der Medienauswahl um die lernspezifischen Ansätze zu kümmern. Erst durch ein Verständnis didaktischer und lerntheoretischer Konzeptionen werden Einsatzpotentiale von neuen Medien sichtbar und es lassen sich die im Vorfeld erwähnten didaktischen Funktionen im jeweils richtigen Kontext umsetzen.[39]

3.3 Mediendidaktik und gestaltungsorientierte Mediendidaktik

Didaktik meint die Wissenschaft vom Lehren und Lernen. Sie befasst sich mit der Erforschung von Lehr- und Lernprozessen, mit deren vorläufigen Bedingungen, deren Initiierung und Förderung, sowie deren Ergebnissen.[40] Dabei steht die Beschäftigung mit der Auswahl und des Einsatzes von vorliegenden Bildungsmedien im Vordergrund. Im Gegensatz dazu wendet sich die gestaltungsorientierte Mediendidaktik dem zunehmend wichtiger werdenden Feld der Planung und Produktion didaktischer Medien zu. Sie geht davon aus, dass didaktische Qualität zustande kommt, wenn die Konzeption, Entwicklung und Einführung des Mediums als Element einer Lernumgebung ein Bildungsproblem angemessen adressiert.[41]

Bevor man sich jedoch an diese Fragestellungen begibt, gilt es das Zusammenspiel mit den lerntheoretischen Grundlagen zu erörtern, da sie in direkter Wechselwirkung zueinander stehen und sich der Einsatz und die Eignung von Medien dadurch unterscheidet.

Die Lerntheorie beschreibt vermutete Ursache – Wirkung - Zusammenhänge von Lernprozessen. Das Hauptunterscheidungskriterium der einzelnen Lerntheorien ist das intendierte Lernziel.[42] So gibt es viele verschiedene Ansätze, denen unterschiedliche Annahmen über menschliches Lernen zu Grunde liegen, die wiederum auf unterschiedliche Menschenbilder zurückzuführen sind.[43] Allen gemein ist jedoch, dass ihre theoretischen Grundlagen für die Konstruktion von Lernwelten und für das Design von elektronischen Lernangeboten und der Bezug zu bestimmten Lernkonzepten unentbehrlich ist.[44]

[...]


[1] Autorengruppe E-Writing.de E-Learning und E-Kooperation in der Praxis Neuwied ; Kriftel : Luchterhand 2002

[2] Vgl. Sauter, A., Sauter W. Blended Learning Effiziente Integration von E-Learning und Präsenztraining , Neuwied: Herrmann Luchterhand Verlag GmbH 2002, S.97 ff.

[3] Ebenda S.97 ff.

[4] Kraemer, W., Müller, M. (Hrsg.) Corporate universities und e-learning : Personalentwicklung und lebenslanges Lernen ; Strategien - Lösungen - Perspektiven 1. Aufl. Wiesbaden : Gabler 2001, S.264

[5] Ebenda S.264

[6] Vgl. Kraemer, W., Müller, M. (Hrsg.) Corporate universities und e-learning : Personalentwicklung und lebenslanges Lernen ; Strategien - Lösungen - Perspektiven 1. Aufl. Wiesbaden : Gabler 2001, S.259-285

[7] Ebenda S.259-285

[8] Ebenda S.287-313

[9] Ebenda S.287-313

[10] vgl. Baumgartner, P., Häfele, K. & H.: E-Learning: didaktische und technische Grundlagen. Bm-bwk Das Zukunftsministerium 2002 http:// iol3.uibk.ac.at:8080/filer/peterManilaWebsite/peter/meterial/e-learning_sonderheft.pdf S.6

[11] Coenen, O. E-Learning-Architektur für universitäre Lehr- und Lernprozesse 2. Aufl. Lohmar ; Köln : Euler Verlag 2002, S.17

[12] Ebenda S.17-40

[13] Ebenda S.17-40

[14] Ebenda S.17-40

[15] Vgl. Scheer, A. W.: Architektur integrierter Informationssysteme: Grundlagen der Unternehmensmodellierung. Berlin: Springer 1992

[16] entwickelt gemäß ARIS-Notation

[17] entwickelt gemäß ARIS-Notation als eEPK

[18] Vgl. Coenen, O. E-Learning-Architektur für universitäre Lehr- und Lernprozesse 2. Aufl. Lohmar ; Köln : Euler Verlag 2002, S.17-40

[19] Vgl. Riser, Urs / Keuneke, Jürgen / Hoffmann, Bruni / Freibichler, Hans: Konzeption und Entwicklung interaktiver Lernprogramme, 1. Auflage, Berlin-Heidelberg : Springer-Verlag, 2002. S. 50 ff

[20] Vgl. Coenen, O. E-Learning-Architektur für universitäre Lehr- und Lernprozesse 2. Aufl. Lohmar ; Köln : Eul 2002, S.17-40

[21] Vgl. Neumann, R., Nacke, R., Ross, A. Corporate E-Learning : Strategien, Märkte, Anwendungen 1. Aufl. Wiesbaden : Gabler 2002, S.56 ff.

[22] Ebenda, S.56 ff.

[23] Vgl. Neumann, R., Nacke, R., Ross, A. Corporate E-Learning : Strategien, Märkte, Anwendungen 1. Aufl. Wiesbaden : Gabler 2002, S.56 ff.

[24] Ebenda, S. 56 ff.

[25] Ebenda, S. 56 ff.

[26] Vgl. Kraemer, W., Müller, M. (Hrsg.) Corporate universities und e-learning : Personalentwicklung und lebenslanges Lernen ; Strategien - Lösungen - Perspektiven 1. Aufl. Wiesbaden : Gabler 2001, S. 290

[27] Vgl. Dittler,U. (Hrsg.) E-Learning : Einsatzkonzepte und Erfolgsfaktoren des Lernens mit interaktiven Medien, 2., überarb. und erg. Aufl. München ; Wien : Oldenbourg 2003, S. 85

[28] Vgl. Schulmeister, R. Grundlagen hypermedialer Lernsysteme : Theorie - Didaktik - Design 3., korrigierte Aufl. München ; Wien : Oldenbourg 2002, S.22

[29] Vgl. Kerres. M.: Multimediale und telemediale Lernumgebungen: Konzeption und Entwicklung. 2. Auflage, München: Oldenburg 2001, S. 13

[30] Vgl. Schulmeister, R. Grundlagen hypermedialer Lernsysteme : Theorie - Didaktik - Design 3., korrigierte Aufl. München ; Wien : Oldenbourg 2002, S. 22

[31] Vgl. Scheffer, U., Hesse, F. W. (Hg.). E-Learning : die Revolution des Lernens gewinnbringend einsetzen Stuttgart : Klett-Cotta 2002, S. 30

[32] Vgl. Schulmeister, R. Grundlagen hypermedialer Lernsysteme : Theorie - Didaktik - Design 3., korrigierte Aufl. München ; Wien : Oldenbourg 2002, S. 22

[33] Vgl. Schröder, H. Lernen - lehren - Unterricht : lernpsychologische und didaktische Grundlagen 2., durchges. Aufl. München ; Wien : Oldenbourg 2002, S. 253

[34] Vgl. Kerres. M.: Multimediale und telemediale Lernumgebungen: Konzeption und Entwicklung. 2. Auflage, München: Oldenburg 2001, S. 12

[35] Vgl. Dittler,U. (Hrsg.) E-Learning : Einsatzkonzepte und Erfolgsfaktoren des Lernens mit interaktiven Medien, 2., überarb. und erg. Aufl. München ; Wien : Oldenbourg 2003, S. 84

[36] Vgl. Issing, L. J., Klimsa, P. (Hrsg.) Information und Lernen mit Multimedia 3., vollst. überarb. Aufl. Weinheim : Beltz, PVU 2003, S. 16

[37] Vgl. Schröder, H. Lernen - lehren - Unterricht : lernpsychologische und didaktische Grundlagen 2., durchges. Aufl. München ; Wien : Oldenbourg 2002, S. 259

[38] Vgl. Coenen, O. E-Learning-Architektur für universitäre Lehr- und Lernprozesse 2. Aufl. Lohmar ; Köln : Eul 2002, S. 28

[39] Ebenda, S. 29

[40] Vgl. Coenen, O. E-Learning-Architektur für universitäre Lehr- und Lernprozesse 2. Aufl. Lohmar ; Köln : Euler Verlag 2002, S. 29

[41] Vgl. Kerres. M.: Multimediale und telemediale Lernumgebungen: Konzeption und Entwicklung. 2. Auflage, München: Oldenburg 2001, S. 54

[42] Vgl. Coenen, O. E-Learning-Architektur für universitäre Lehr- und Lernprozesse 2. Aufl. Lohmar ; Köln : Euler Verlag 2002, S. 29

[43] Vgl. Kerres. M.: Multimediale und telemediale Lernumgebungen: Konzeption und Entwicklung. 2. Auflage, München: Oldenburg 2001, S. 55

[44] Vgl. Scheffer, U., Hesse, F. W. (Hg.). E-Learning : die Revolution des Lernens gewinnbringend einsetzen Stuttgart : Klett-Cotta 2002, S. 50

Ende der Leseprobe aus 93 Seiten

Details

Titel
Die Entwicklung und Bereitstellung von Lerninhalten im Rahmen von Blended Learning
Hochschule
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg  (Wirtschaftsinformatik und Operations Research)
Note
3.0
Autor
Jahr
2003
Seiten
93
Katalognummer
V18622
ISBN (eBook)
9783638229272
ISBN (Buch)
9783656250258
Dateigröße
3239 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Entwicklung, Bereitstellung, Lerninhalten, Rahmen, Blended, Learning
Arbeit zitieren
Michael Rückwaldt (Autor), 2003, Die Entwicklung und Bereitstellung von Lerninhalten im Rahmen von Blended Learning, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/18622

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